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Wurttembergische
Geschichts quell en.
Herausgegeben
von der
Wllrttembergischen Kommission ftlr Landesgeschichte.
Achter Band.
STUTTGART.
Druck und Verlag von \V. Kolilhammer.
1005.
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Das rote Buch der Stadt Ulm
Herausgegeben
Carl Mollwo.
STUTTGART.
Druck und Verlaff von W. Kohlhammer.
1905.
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•
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Vorwort
Das rote Buch von Ulm, mit dessen Herausgabe die Wurttem-
bergische Kommission fiir Landesgeschichte mich im Mai 1903
beauftragt hat und das ich jetzt den Freunden der deutschen
Stadtegeschichte vorlegen kann, bietet eine Fulle neuen Materials
fiir die Erkenntnis der Verwaltungstatigkeit einer bedeutenden -
Stadt des mittelalterlichen Sehwabens. Es bietet ferner eine neue
Anregung zur praziseren Darstellung der Verfassungsgeschichte
Ulms.
Es schien angeinessen, im sachlichen Konnnentar der Edition
durch kurze Hinweise in knappster Form auf parallele und auf-
fallend differente Erscheinungen in andern Stadten hinzuweisen.
Ferner liielt ich es fiir zweckmiissig, aus den Archiven von Ulm,
►Stuttgart und Miinchen einzelne Stiicke, deren Inhalt in nachster
Beziehung zu dem des roten Buches steht, hier zum ersten Male
oder in bessercm Druck vorzulegen.
Eine Durchsicht der Bestande des fiir die altere Zeit vortreff-
lich geordneten Ulmer Stadtarchivs ergab sehr bald, dass dieses,
abgesehen von dem Original des Ulmer Schworbriefs von 1397
<s. Anhang VII), sowie den fiir die Fortsetzung des Ulmer Ur-
knndenbuehs angelegten Sammlungen, reoht geringe Ausbeute ge-
walirt. f
Trotzdem moehte ich es nicht unterlassen, dem Stadtarchivar
Herrn Professor Miiller auch an dieser Stelle den lebhaftesten Dank
fiir die unermiidliche, freundliche Unterstutzung bei der Durchsicht
des Stadtarchivs zu sagen.
Das Haus- und Staatsarchiv in Stuttgart und das Reichsarchiv
in Munchen haben je einige Urkunden geliefert, die im Anhang
zum Abdruck gelangt sind. Ich habe auch hier meineni Dank fur
das uberaus freundliche Entgegenkommen Ausdruck zu geben, das
mir bei der Beniitzung dieser Archive gezeigt worden ist.
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VI Vorwort.
HeiT Dr. Wopfner in Innsbruck hatte die Liebenswtirdigkeit r
das im Anhaug I abgedruckte, in einem ini Innsbrucker Statt-
haltereiarchiv befindlichen Kopiar erhaltene Saulgau-Ulmer Stadtrecht
in der Korrektur zu kollationieren.
Auf Veranlassung der Kommission hat Herr Professor Dr.
Bohnenberger die Freundlichkeit gehabt, der Edition em von philo-
logischen Gesichtspunkten aus gearbeitetes Glossar beizugeben, da&
fur den Beniitzer von grossem Wert sein wird.
Zur Wiedergabe des Textes der Handsehrift — in § 2 der
Einleitung ist ausfuhrlich dariiber berichtet — ist bier kurz zu er-
wahnen, dass die urspriingliehe Absicht dabin ging, das rote Bueli
naeh den iiu Jahre 1892 von der Kommission fur wurttembergisehe
Landesgesehiehte aufgestellten Editionsgrundsatzen berauszugeben.
Naeh einem ersten Abschluss der Editionsarbeit wurde aber von
philologiseher Seite mit Naehdruck auf die sebr grosse Bedeutung
dieser bistorischen Quelle fiir die Erforschung des rimer Dialekts
hingewiesen, da die Quelle streng zu lokalisieren mid datieren sei.
Es wurden daber die fur die Edition historischer Quollen bis-
ber zugrunde gelegten Editionsgrundsatze, soweit die Wieder-
gabe der Handselirift in Betraebt kam, aufgegeben und ein dureh-
aus konservatives Verfabren gegeniiber der Lesart der Handselirift
beobaebtet.
Herr Dr. R. Kapff, Hilfsarbeiter an der hiesigen rniversitats-
bibliothek, bat aus dieseni (Tesiehtspunkt lieraus den Text der Ausgabe
mit mir durebgearbeitet und definitiv festgestellt. Besonders konnte
auf diese Art die Auflosnng der indifterenten diakritischen Zeiehen
filler den Vokalen erfolgen.
So wird die Ausgabe des roten Buebs nicbt allein dem llisto-
riker, sondern aueb dem Sprachforseher neues Material bieten.
Es ist mir ein Bedurfnis, sebliesslieb den ganz besonderen Dank
zuin Ausdruek zu bringen. den ich Herrn Professor Dr. v. Below in
Tiibingen und dem gesehaftsfuhrenden Mitglied der Konunission fur
wurttembergisehe Landesgesehichte, Herrn Arebivrat Dr. E. Schneider
in Stuttgart, fur die stetc Anteilnahmc bei den Arbeiten fiir die
Herausgabe dieser (Quelle sehulde.
Tiibingen, im Februar 1905.
Dr. C. Moll wo.
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Inhalt
Seite
I. Einleitung 1—17
§ 1. Die Handschrift.
§ 2. Die Textgestaltung.
§ 3. Die Datiernng.
§ 4. Andere stiidtische Uechtsaufzeichnungen.
§ 5, Die .st&dtirtclie Kanzlei und der Schrciber des roten
Buclis.
II. Text 18—237
LEI. Anlagen 1—11 238—271
IV. Person en - und Ortsregister 273—274
V. Saehregister 275—282
VI. Glossar 283—304
VII. Nuchtriige 304
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(Einleitung.
Das rote Buck der Stadt Ulm enthalt eine Reihe von Auf-
zeicknungen fiber Ulmer Stadtrecht, den Begriff im weitesten Sinne
gefasst.
Wenn auch einzelnes aus dieser Handschrift schon in Jdgers
juristischem Magazin fur die deutschen Reichsstddte 1 ) abgedruckt und
das rote Buck relativ reichlich von Carl Jager in seinem fur Jem
Zeit vortrefflichen Buck iiber Ulmische Geschichte, 2 ) weniger von den
Editoren des Ulmer Urkundenbuchs*) beniitzt ist, so tvird der erst-
malige vollstdndige Abdruck dieser wichtigen und, me festzustellen
ist, in der Grundlage genau datierbaren Rechtsaufzeichnung der, ab-
gesehen von Augsburg, damals bedentendsten Stadt Schwabens keiner
besonderen Begrundung bediirfen.
§ 1.
Die Hand8chrift.
Das rote Buck befndet sick augenblicklich im kgl. Haus- und
Staatsarchiv zu Stuttgart. Es ist ein Pegamentkodex, der in zivei
Holzdeckel unit gepresstem Lederiiberzug des 16. Jahrhunderts einge-
btmden ist; die Pressung des Lederuberzugs stellt die Figuren Justi-
ficatio, Satisf actio, Hie est, Ecce agnus, Caritas, Spes und Fides dor.
Der Deckel ist mit zwei Messingschliessen versehen, seine Innenseiten
sind mit Pergament beklebt und teilweise zu Aufzeichnungen benutzL
') Bd. Ill, 1793.
*) Carl J&ger, Ulms Verfassungs-, burgerliehes und commercielles Lel*en
im MittelaUer. HeObronn 1831.
3) Ulmisches Urkundenbuch Bd. I ed. Fr. Pressel 1873, Bd II 1 ed\
Veesenmeyer und Basing 1898, Bd. IP ed. Veesenmeyer und Bazing 1900.
WCtrtt. Geschicbttquellen VIII. 1
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2 Einleitunu".
lm vorderen Umschlag innen findet sick folyende Xotiz:
Wie man zins und kuner ablbsen und M'irtzburger reck-
nen soil, findt man am 60. und 70. Mat. 1 )
Es sind dann zwei Vorsatzblatter aus Papier eingekeftet 7 con
demit das zwe/te unbeschvieben ist. Auf dem ersten findet sich fol-
yende Notiz von einer Hand des 18. Jahrkunderts :
Dis Buck ivird das Rome Gesaz-Biicklen genennt wegen
der rothen Buchstaben zu anfang der geschribnen gesezzen
furgesezt.*)
Obserratio tvaditarum suarum legum civibus Ulmensibus
oculos aperuit, rationem acuit, audaciam, vires f potent iam et
divitias attulit. F. Fab[ri] lib. II. Histor. Suev. cap. 4
post. jyr.
Das letzt*> Pergamentfoliwn 150 ist an der Innenseite des ztveiten
Deckels festgeklebt. Es ist mit Eintragungen bedeckt, die zum Teil
nock der noch ndker zu bespreckenden nrsprilnglichen Anlage des
roten Bucks angekoren.
Die Handschrift beg hint dann mit einer ersten Pergamentlage
von 14 hi der Mitte gebrockenen Slattern, also 28 Folien,
Das erste Folium ist von alter Hand mit C bezeicknet*)
Von fol. 2 an ist die Handschrift von mittelalterlicker Hand
bis foL 11 durckpaginiertj und zwar mit romischen Ziffern. Von
fol. 12 an ist diese Zdhlung in arabischen Ziffern bis fol. 32 fort-
gesetzt.
Damben ist cine weitere Durckfoliierung in lateiniscken Ziffern
vorkandeiiy die jedenfalls vor der jetzigen Bindung des Bandes fertig-
gestellt ist, was durck Bindefekler nachweisbar wird.*) Sie ist durch
Besckneiden f das auf die Pergamentlagen des Bandes versckieden
gewirkt kat t an manchen Stellen beschci-digt. 5 )
Die genannte Durckfoliierung hat auf fol. 3 der alten arabi-
schcn Zifferbezeichnung, die die zwei Papier vorsatzblatter mitum-
l ) E. B. 180—188, no.
-) Urn von den in den deutschen Stddten auch sonst wohlbekannten ^roten
BiicJiem" tints aus der Nachbarschaft zu enjoahnen, so sei auf Zurich ver-
tciesen: vgl. Helvet. Bill. II, 1735, j). 0.
3 ) Ebenso in der Edition.
*) Vgl. unten p. 4.
b ) Das naclitr&gliche Beschneiden hat auch manche ffberschrift und
Randbtmerkung, some eine lieihe von NachtrCtgen, die am Bande eingefugt
icaren, mehr oder weniyer zer start.
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Einleitung. 3
fasste, begonnen, und ist durch alle Lagen bis ans Ende des Bandes
durchgefuhrt. Es sind daher, wie das auch durch die Vergleichung
der einzelnen Schreiberhdnde, sowie durch die Tatsache, dass erst auf
diesem fol. 3 die roten Anfangsbuchstaben beginnen, ohne weiteres
Mar wird, die in der Handschrift auf den C und arabisck 1 und 2
bezeichneten Blattem stehenden Aufzeichnungen von vornherein ah
spate re Xachtrdge ztim schon existierenden roten Bitch anzusehen.
$ie befinden sich jedoch auf Pergament, das bei dem Binden des
roten Buchs bereits eingebunden, aber vorerst leer gelassen war.
Bei diesem Wirrwarr von Pagitiierungsversuchen erschien esfiir
den Benutzer die iibersichtlichste Losung zu ergeben, wenn die durch
die ganze Hatidschrift durch gefiihrte Foliierung mit lateinischen Zif-
fern fur die Ausgabe beibehalten wurde, da diese sicker schon vor
dem Binden de* Bandes zu seiner jetzigen Gestalt bestanden hat.
Die ersten drei Blatter sind daher besonders bezeicknet.
Das obengenannte Blatt C keisst in der Edition I, die ztvei
andern ursprilnglich leer gelassenen Blatter II und III.
Im einzelnen ist zu den Pergamentlrtgen folgendes zu bemerken:
In der ersten Lage von 28 Folien ist zwischen fol. 13 und 14
ein Pergamentblatt eingeheftet, dem Jcein Gegenblatt gegenuberstekt.
Es fallt auch sonst nock durch das Fehlen der Foliierung 1 ) und der
roten Anfangsbuchstaben der Eintragungen auf. Wie sich ergibt,
ents-prechen also in der ersten Lage Blatt:
I. II III 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9.
25. 24. 23. 22. 21. 20. 19. 18. 17. 16. 15. 14.
— 10. 11 = 14 Folien.
[13 c, d] 13. 12 = 14 Folien + 1.
Die ziveite Lage geht von fol. 26 — 49. Sie sollte 12 in der
Jditte gebrochene Pergament blatter entkatten. Von ihr fehlen jedoch
die Folien 33 und 42, die einander entsprecken wurden. Es korre-
spondieren also nun noch folgende Blatter:
26. 27. 28. 29. 30. 31. 32. [33.] 34. 35. 36. 37 - 11 Folien.
49. 48. 47. 46. 45. 44. 43. [42.] 41. 40. 39. 38 = 11 Folien.
Die dritte Lage reicht von fol. 50 — 74. Von fol. 55 an
fehlen die roten Anfangsbuchstaben der einzelnen Eintragungen. Von
ihr felden die Folien 51 und 57 — 59, hinzugelcommen ist zwischen
l ) In der Edition ist es ah fol. 13 c, d bezeichnet.
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50.
51.
52.
5H.
54
74.
73.
72.
71.
70
4 Eiulcituiijr.
den Folien 56 und 60 ein nicht paginierfes Folium. S*e umfasst
also noch 11 Folien und ein nicht foliiertes 1 ) iiberzdhliges Blatt, das
fol. 57, 58 oder 59 sein tvird und da* wir filr die Edition als x
bezeichnen, wdhrend sie noch zur Zeit der Durchfoliierung, vor deni
Binden des Bandes, aus 12 Folien bestanden hatte, sowie ein eben-
falls unfoliiertes Blatt zwischen fol. 66 und 67. Es entsprechen also
in dieser dritten Lage Blatt:
.v
55. 56. [57. 58. 59.] 60. 61.
69. 68. 67. x. 66.
62. 63= 11 +x Folien.
65. 64= 27 4 x Folien.
Die vierte Lage umfasst die Blatter 97 — 132. Sie enthdlt
also 19 in der Mitte gebrochene Pergament blatter zu 38 Folien. Es
sind davon die mit durchgehender Foliierung versehenen Folien 97
und 100 lose eingeheftet und stark beschnitten. Zwischen Fol. 9&
und 99 und zwischen 105 und 106 fehlt jv ein Folium, fur das sich
das Gegenfolium in der zweiten Halfte der Lage findet. Die Foliie-
rung zeigt jedoch keine Liicke. Die Anordnung ist also alt und ent-
stammt der Zeit vor dem Binden des Bandes. Dagegen findet sich
zwischen fol. 104 und 105 ein Dopyelblutt, das in die Durchfoliierung
nicht miteinbezogen ist, also nachtrdglich eingeheftet ist. In der
Edition ist es mit 104 A, B bezeichnet ivorden.
Das nrspriingliche Fo/ium 132, dessen Gegenblatt vorhunden
ist, ist abgeschnitten, wahrscheinlich schon vor dem Binden des Ban-
des, da es durch ein anderes Blatt ersetzt ist und die Foliierung
ijber das ausgeschnittene Blatt hinweggeht.
In der vierten Lage entsprechen also einunder Blatt:
97. 98. Liicke. 99. 100. 101. 102. 103. 104. 105. Liicke.
[132] 131. 130. 129. 128. 127. 126. 125. 124. 123. 122.
106. 107. 10*. 109. 110. 111. 112. 113=17 + 2 Liicken.
121. 120. 119. 118. 117. 116. 115. 114 - 18 + 1 Liicke.
Das noch rorhandene fol. 132 beginnt bereits die neue funfte
Lage. Sie umfasst die Folien 132 — 150. Von fol. 143 ist nur
noch ein kleiner unbeschriebener Rest vorhanden; Fol. 138 ist cer-
x ) Wahrscheinlich ist die Foliierung beim Beschneiden der Lage rer-
sehentlich beseitigt.
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Einleitung. 5
kelh-t zwischen fol. 144 und 145 eingeheftet; ein als fol. 150 bezeich-
netes Blatt ist am hinteren Deckel 1 ) festgeklebt. Es zeigt eine rote
Majuskel wie die Folien 1 — 54. Es wird also urspriinglich eines der
aus den ersten 3 Lagen fehlenden Blatter sein.
In der fit ii ft en Lage entqrrechen also einander Blatt:
132. 133. 134. 135. 136. 137. Lilcke. 139. 140.
150. 149. 148. 147. 140. 145. [138. J 144. 143.
141 = 9 Folien + 1 Lucke.
142 = 10 Folien.
Es ergibt sich somit aus der Beschaffenheit des Bandes, dass
das rote Bitch, wie es uns erhalten ist, die ursprungliche Anlage nicht
mehr darstellt. Wir konnen vielmehr feststellen:
1. Das rote Buch, das seinen Handschriften nach dem 14. und
15. Jahrhundert angehort, findet sich in einem Einband des 16. Jahr-
hunderts.
2. Es enthdlt Blatter, die in der urspriinglichen Iieihenfolge
vorhanden gewesen sein milssen, nicht mehr. Es muss daher unent-
schieden bleiben, ob mil den Folien auch selbstdndige Aufzeichnungen
verloren gegangen sind. Eine Entscheidung ist unmoglich, da das
rote Buch keine einheitliche, systematische Vortragsweise besitet. Jeden-
falls sind alle erhaltenen Eintragungen auch zu Ende gefiihrt.
3. Das rote Buch enthdlt Blatter, die noch bet der Durch-
foliierung des jetzigen Bandes nicht vorhanden gewesen sind. Es
enthdlt also Nachtrdge, die dem jetzigen Bande erst nach dem Ein-
binden hinzugefugt sind. Da nun keine Eintragung der Handschrift
nach ilber das 15. Jahrhundert hinausgeht, ist mit Sicherheit festzu-
s telle n, dass der Band a Is solcher dem 15. Jahrhundert zuzuireisen ist.
Das rote Buch ist nicht con einer Hand geschrieben. Die An-
fiinge der einzelnen Eintragungen sind mit roten Buchstaben con
fol. 1 — 54, abgesehen con einigeu Ausnahmen, die sich als Nach-
trdge kennzeichnen, bezeichnet, und zwar im allgcmeinen auf den
Folien a, der Vorderseite jedes Foliums. Diese Folien sind, abge-
sehen von einzelnen, als solc/te sich klar abhebendtn Nachtrdge it, -von
einer and dtrselben Hand und, wie es scheint, in einem Zuge nieder-
geschrieben. Zu ihnen gehort die einzelne Eintragung auf der als
fol. 150 bezeichneten Innenseite des hinteren Deckels. Es ist eine
gute, sehr saubere und deutliche Handschrift des Ausgangs des
l ) ISiehe ohen p. ,?.
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6 Eiiileitung.
14. Jahrhnnderts. Dieser Tell stammt, trie unten gezeigt icerden wird,
a us dem Jahre 1376.
Von fol. 55 an wechseln die Hdnde sehr stark, sie werden auch
fliichtiger; sie schreiben Nachtrdge, von Tag zu Tag geht die Arbeit
limner aber handelt es sich im ganzen Buch urn Handschriften de*
14. und 15. Jahrhnnderts.
Besonders tritt dabei eine Hand hervor, die zuerst im Jahre
1418 (n. 290) auftritt. Sie kommt zutn leztenmal im Jahre 1427
cor. Sie wird nach ihrem ersten Vorkommen in den Noten als Hand
von 1418 bezeichnet.
Von diesen beiden Handen sind im ganzen 2$ andere datier-
bare Hcinde zu unterscheiden, die in den Noten je nach ihrem ersten
Auftreten (z. li. Hand con 1411) benannt sind.
Es treten f enter noch cerschiedene undatierbare Hdnde auf,
auf deren Vorkommen ebenfalls jedesmal in den Noten hinye-
wiesen ist.
Es musste der Versuchung wider stand en tcerden, undatierte
Eintragungen nach Hirer Hand-schrift zu datieren. Einmal treten
manche Hdnde oft jahrelang hintereinander auf andererseits ist es
nicht moglich, mit Bestimmtheit festzuxtellen, ob eine undatierte Eiu-
tragung nun tatsdchlich von einer andern Hand als der ndchstrer-
tcandten, bekannten geschrieben ist. Absolute Unterscheidungen vow
Handschriften in Buchschriften sind wold moglich, far die Edition
von Stadtbiichern aber, bei denen der Schreiber oft erst nach Wochen
oder Monaten die ndchste Eintragung schrieb, oft an ganz and-erer
S telle der Handschrift, bestreite ich die Moglich keit sicherer Identif-
aierung der corkommcnden Hdnde. Es enffdllt damit meines Erach-
tens auch die Be.rechtigung zu Datierungscersuchen.
Neben diesen mittelalterlichen Handen geht (lurch das ganze
Buch eine Hand des 18. Jahrhnnderts, die sich fast auf jeder Seite
durch Inhaltsangaben und Datiemngcn teilwvise gduzlich unkontrollier-
barer Herkunft cerewigt hat. Hire Bemerkungen sind nicht abge-
druckt, da sie des historischen Wertts ermangeln. Ausserdem Jindcu
sich Vermerke von Handen des 14., 15. und, ivie es schcint, auch
16. Jahrhnnderts, die wold auf die Absicht einer Neurcdaktion des
roten Buchs zuruckzufithren sind. Jeden falls ist es sehr wahrschcin-
lich, dass das sogenannte desatzbuch l ) auf das rote Buch inhaltlich
M Siehe unten />. IS.
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Einleitung. 7
zuruckzufiihren ist. Eine Reihe von Eintragungen des rot en liuchs
Jindet sich im 2. Gesatzbuch. 1 )
Die einzelnen Eintragungen des Bitches stud durch Zwischen-
raume voneinander getrennt.
Bis foL 54 ist urspriinglich immer nur die rechte Seite beschrie-
ben die linke dagegen grundsatzlich freigelassen, cermutlich inn Platz
fur Nachtrage, die nach der Natur des Buches als wivermeidlich
coraussehbar waren, aufnehmen zu konnen. Von fol. 55 an ist ein
solcher Grundsatz nicht mehr durchgefuhrt, wenn auc/i freigelassene
Seiten vorkommen. Auch diese Tatsache spricht deutlich genng fur
die Auffassung, dass das rote Buck in zivei Teile zerfallt, eine ur-
spriuigliche Kodifikation und Nachtrage.
Bei den ersten 54 Bldttern, die sich auch hier durch als von
einheitlicher Anlage herstammend kennzeichnen, sind durch feine
Striche an alien vier Seiten Randflftchen sauber abgeteilt. Auch diese
Einrichtung ist spdter fortgej alien.
Die schon erwdhnten, sich im ganzen roten Buch findenden
Redaktionszeichen, die von eifriger Beniltzung des Buchs im Laufe
der Zeit Kunde geben, sind so hieroglyphenhaft gehalten, dass relativ
nur seiten niiheres iiber sie zu sagen ist. Sicher scheint zu sein, dass
sie teilweise zur Vornahme spdterer Redaktionen des Ulmischcn Stadt-
rechts, sei es im ganzen, set es in einzelnen Teilen oder Richtungen,
haben dienen sollen, teilweise werden sie auch darauf zuruckzufiihren
*ein, dass wohl aus dem vorliegenden Exemplar am Schivortag ein-
zelne nene oder wieder ins Geddchtnis zuriickzurufende Satzungen
vorgelesen sind. Darauf fiihr en Bemerkungen, wie: „da fah an"*)
x ) Der erste Band der .<Gesatzbuch u genannten Sammlung ist verloren.
Die Nachweise sind in den Anmerkungen zu den betreffenden Eintragungen
gegeben.
2 ) Darauf fuhren auch 2 Handschriften des 16. Jahrhunderts im U liner
Stadtarchiv, die sich mit dem Zeremoniell am Schwortag bcschdftigen. Es wird
dort als 3. Punkt des Vorganges die Verlesung weiterer Verordnungen nach
der Verlesung des Schxobrbriefes vorgesehen. Die 2. Handschrift gibt ein Bei-
spiel. Damals (die lis. ist undatiert) sollten folgende Verordnungen rerlesen
werden. 1. Lohn der Tagwerker. :>. Brilckvn mussen langsam paasiert werden.
.7. Warnung vor der Beschddigung von Wein- und Baumgdrten, Krautgar(en t
Auen etc. 4. Verbot. in die Saat zu reiten oder zu fahren. 5. Verbot des
Fanges von Wachteln und Rtbhiihnern. 6. Schwdrverbot. ?'. Verbot unredlichen
und unziemlichen Kaufs. 8. Verbot des Tragens langer Messer. 9. Verbot des
Witrfelspiels. 10. Verbot des langen Wirtshaussitzens. 11. Verbot, die Eenster
im Munster einzuverfen. 1:>. Verbot, an die Tore zu laufen, wenn Leutc hin-
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8 Einleitung.
Hinzuweisen ist dann noch auf eine Numerierung der einzehien
Abschnitte des Testes, die tcohl auf den Vermch einer spdteren Re-
daktion zuruckzufiihren ist. Ein Schreiber hat die Eintragungen
auf pag. I, II, III und den dann folgenden alten Folien 1 — 36 ohne
Rucksicht darauf, ob es sich um ursprunglichen Text von 1376 oder
um Nachtrdge, die audi fur ihn dutch das Fehlen der roten Majus-
keln oder ihre Datierung kenntlich waren, handelt, einfach durch-
nutneriert. Die Numerierung ist daher gleichgultig filr den Text
und aus diesem Grunde durch eine neue, durch das ganze Buch
gehende Zdhlung ersetzt, deren Einrichtung allein durch praktische
Grunde veranlasst ist.
Der Herausgeber hat sich natiirlich die Frage vorgelegt, ob es
nicht besser gewesen ware, in der Edition den alten Kern von 1376
audi dadurch von den spdteren Nachtrdgen abzuheben, dass man ihn
isoliert abdruckte. Der Herausgeber hat geglaubt, diesem Gedanken
nicht Rechnung tragen zu diirfen, um nicht das Bild der Hand-
schrift zu zerstoren. Er gibt sich der Hqffnung hin, dass die Art
der Drucklegung die urspriingliche Anlage des roten Buchs audi
ohne jenes einschneidende Mittel dem Benutzer klar vor Augen
fiihren wird.
Die Textgestaltung.
Zur Edition ist weiter folgendes zu bemerken: Die Ausgabe
gibt den Text der Handschrift mit alien dialektischen und ortho-
graphischen Eigent'dmlichkeiten genau wieder. Die in runde Klammem
eingeschlossenen Stellen enthalten Zusdtze zu dem Inhalt der Hand-
schrift, welche von spdteren, aber mittelalterlichen Benutzern der
Handschrift zu irgendwelchen Zicecken eingetragen sind. In runde
Klammem sind also alle Bemerkungen gesetzt t die etwa zu Neu-
redaktionszioecken gedient haben, soweit sie nicht in die Anmerkungen
verwiesen sind. Konjekturen des Herausgebers stehen in eckigen
Klammem,
Grosse Aufangsbuchstaben haben nur alle Eigennamen und
alle Anf tinge oon Absdtzen erhalten.
Die willkurliche Verdopplung der Konsonanten, die in den spa-
teren Parti en des roten Buchs im Original im Zunehmen begriffen
ausgelassen wtrden. 13. Verbot des Vorkaufs von Essworen vor dem Mavkt.
14. Bestellung von Sj'tihem und Hugern. Fast alle diese 1'unkte werdai auc.h
im roten Jiiu-h hehandelt.
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Einleitung. 9
ist, ist nur in den Fallen beibehalten, wo sie unmittelbar auf kurzen
hetonten Vokal folgt, sonst aber immer beseitigt.
Die unit diakritischen Zeichen versehenen Buchstaben (a, a, e, i,
f, 6, 6, fi, &, u) sind der Handschrift entsprechend wiedergegeben.
In zweifelhaften Fallen wurden nicht sicher deutbare Indices nach
grammatikalischen Gesichtspunkten gedeuteL Unberiicksichtigt blieb
nur das bei der Hand von 1427 Seite 126 ff. offer vorkommende
Zeichen e (z. B. werden, recht), das nicht sicher zn erkldren ist,
ausserdem der Index liber u, wo er nichts weiter als den u-Bogen bedeutet.
Da* itmchte y ist nicht nur nach Vorschrift der Kommission
fur wiirttembergische Landesgeschichte bei ye, yeder etc., sondem
durchgdngig durch i bezw. j ersetzt ivorden.
Die Trenmmg der Worte ist ilberall da nach der Handschrift
wiedergegeben, wo nicht offenkundiges Schreibversehen vorlag oder das
Verstdndnis des Shines durch Wiedergabe der handschrifUichen
Worttrennung nicht zu sehr erschwert wurde.
Wenn fur den Druck auch der in den ubrigen Editionen der
Kommission festgehaltene Grundsatz, nur die Bemerkungen des Hera us-
gebers durch Kursivsatz kenntlich zu machen, fur die Einleitung
beibehalten werden konnte, musste doch, teas die Wiedergabe des
Textes angeht, fur die wdhrend der amtlichen Beniitzung des roten
Bucks entstandenen Zusdtze ebenfalls Kursiv gewdhlt werden , nm die
urspritnglichen Teile des roten Buck* von 1376 von den im Lauf der
Entwicldung des nachsten Jahrhunderts hinzugekommenen offensicht-
lich zu scheiden.
Es sind daher der Text der ursprilnglichen Fassung von 1376,
die Textnachtrdge, die Erlauterungsanmerkungen, die Noten zur Text-
gexUdtung durch den Satz deutlich voneinander unterschieden.
s *•
Die Datierung des roten Buchs.
Die Datierung des roten Buchs ergibt sich mit grosser Klar-
heit aus seinem Inhalt. 1 ) Das Buch zerfdllt in einen originalen Teil,
l ) Die Notiz bei Egdhaaf, OA. Bexchreibung von Ulm 1897 I p. 42,
beruht auf einem Irrtum. Die U. UB. II 280, 1345 Juli .71, p. 282 Anm. b
von den Herausgebern angedeutete ldtntiittt ewischen dem dort genannten Buch
and dem roten Buch ist unmoglich, da das rote Buch erst sp<Uer entstanden
sein kann, wie unten zu zeigen ittt. Es handelt sich bei dem l'i45 genannten
Buch viAlticht um den 1. uns verlorenen Band dex sogenannten Gesatzbuch*.
Die 14 folgendm Bcinde, der en erster mit 1402 beginnt, sind im Ulmtr iStadt-
nrchiv erhalten.
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10 Einleitun«i.
der sich (lurch die roten Anfmigsnwjuskcln jeder Eintrayuny vial
die nur hei diesen Eintrayunyen, bei ihnen aber ohne Aumahmr vor-
kommende yleicke Handschrift deutlich von alien iibriyen Eintra-
yunyen abhebt, und in Nachtrdye. Der originate Teil ist cine Kom-
jnlation; er enthalt datierte und undatierte Eintrayunyen. Die letzte
datierte Vorschrift des Recht*buches sUnnmt nun con 1376 Juli IS. 1 )
Der erste sich durch die abtveichende Schrift und das Fehlen der roten
Majuskel kenntlich machende Navhtray stannnt vom 2t\. September 1370.')
Die Niederscknft den oriyinalen Teds des roten Bucks ist a/so
im Jahre 1370, und zirar vor dem 20. September 1370 erfolyt.
Veryeyemcdrtiyen wir uns nun die damaliye Laye Ulms, so
tritt auck die inner e Beyrilnduny eines solck tcichtiyen Schrittes wie
die Kodifikation des bisheriyen Rechtes Mar /terror. N(tck den
sckweren buryerlichen Unruken der ersten Halfte des Id. Jahrkun-
derts } die in dem (iltesten Sckuorbrief ton 1315*) ikren vor/dufiyeu
Absckluss yefunden kutten, war eine Zeit relative)' Ruke fur die
Bilryerschaft einyetrvten ; die Stadt war aber yerade in den folyenden
Jahren in das Getriebe der Reic/ispolitik mit lebhufter Autei/nahme
einyetretev. Die Wok/ Wenzels am UK Juni 13/0 und die Schicieriy-
keiten der schwdbischen Stddte, d, k. yerade des Kr eines, in dem Ulm
keroorrayte an Macht, mit W'urtembery und Baieni, sowie dem
Kaiser filhrten am 4. Juli 1370 zur Uriindiuiy des schwdbischen
Studtebundes unter besouderem llerrortreten I'lms*) und seines Bit ryer-
meisters. Zur Entsckeiduny kam in diesen Monaten die Sac/it des
Juden Jack/in 6 ) in Vim, die zu einer so tcichtiyen Rechtsfraye fi'tr
Ulm yeworden war, doss soyar der Kaiser schliesslich im September
vor Ulm zoy und die Stadt bis An f any Oktober belay erte.
In eben diese Zeit juhren die Moment e, die die Beschaffenlteit
der Handschrift zur Datieruuy yeudhrt.
W'enn jemals, so wird in diesnn Fall das Bedurfnis nuch der
Anlaye einer Kodijikation des yc/tend en Rechtes gey eben ersche inert.
l ) Fol. 49 a n. 144. Diese Eintragung enthalt {Lie letzte auf das Jahr
and den Monat datierte Vorschrift, die noc/t in die originate Niederschrift auf-
yaw mine n ist.
-) Fol. '17 a n. 112.
8 ) I . Uli. II 280. 7.745 Juli 31. Vgl. auvh H. Ji. n. 9 Ji\ Das K. B.
(teginnt mit Ausziigtn aus der Urkunde von 1345.
4 ") Y(jl. U. TIB. II 1005. Vischer, Ge*ch. d. Schwab. Stadt elm nd is, For-
schungen z. d. G. 2 p. 22 ff. Detmar, Lub. Chron. vd. Grautoff I oOlt.
b ) V(jl. Xiihling, Jnd ngemeinden p. 327 ff.
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Einleitung. * 11
Aassere unci innere Grunde fiihren also iiber einstinunend auf das
Jahr 1376. ^
Die Nachtrdge entstammen der Zeit von 1376 bis 1445, dock
findet sich noch ein gam isoliert dastehender Nachtrag von 1499})
Es mag ferner auf zicei undatierte Eintragungen 467 und
472 hingewiesen tcerden, die nach der Form der Handschrift und
nach der Spraehe ebensowohl dem ausgehenden 15., wie dem Beginn
ties 16. Jahrhunderts angehoren konnen.
Es ergibt sich also, class das rote Buck etwa 70 Jahre im frak-
tischen Gebrauch der Stadt Ulm oder eines ihrer Beamten gestanden hat.
Den Inhalt des Buches bilden Aufzeichnungen iiber das stdd-
tiscke Leben nach alien seinen Richtungen. Mit Recktssdtzen aus der
Sphdre des Privatrechts wechseln solche strafrecktlicken Inhalts. Die
staatsrecktlichen Grundlagen der Verfassung Ulms, sein Verhdltnis
zum Reich, zu Reichenau und den umliegenden Stddten und Geicalten
bilden wesentliche Teile seines Inhalts. Besonders aber tritt die
Tdtigkeit des Rates in bezug auf Handel und Gewerbe der Stadt,
die bevormundende Tdtigkeit der mittelalterlichen Stadtverwaltung in
den Vordergrund.
Die Form der Eintragungen ist bald die des Referats iiber
Beschliisse des Rates und der Gemeinde, bald die formelle Wieder-
gabe eines Ratsbeschlusses. Au&nahmsiveise tritt an die S telle des
Berichtes die Aufnahme einer Urkundenabschrift. Nur einmaP) be-
schdftigt sich das rote Buch mit einer Privatperson, vielleicht ein Zufall 7
der durch die Nenheit der Existenz des roten Buches erkldrlich erscheint.
Der Inhcdt des roten Buches sollte nach einer in ihm erhalte-
nen Vorschrift 4 ) jdhrlich an Georgii 5 ) mid zu andern Zeiten im Rat
kundgegeben werden.
Andere stadtische Aufzeichnungen.
Neben dem roten Buch hat die Stadt Ulm im 14. und 15.
Jahrhundert noch eine Reilie von Aufzeichnungen aber ihre Verfas-
1 ) Es ist hie?- vielleicht anzumerken, doss die Konstaneer Ratsbiicher
ebenfalls im Jahre 1376 begonnen sind. Vgl. Rupi)ert y Chron. der Stadt Kan-
stanz p. 377. Strassburg hatte sein Statutenbuch sett 1322. Vgl. Strassburger
UB. IV 2 , 2. Vgl. auch Augsburger Stadtbuch ed. Meyer p. 2.
2 ) R. B. n. W.
8 ) R. B. n. 195. 1377 Juli 29, Urfehde eines Besserer gtyenuber der
Stadt Ulm.
*) R. B. n. 176.
b ) April 23. S'iehe auch R. B. fol. I.
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12 Einleitung.
sung und Verwaltung gefuhrt, die teilweise noch vorhanden, teihrehe
nur durch Erwahnungen bekaunt sind.
So befindet sich im Ulmer Stadtarchiv noch heute ein Rest
einps Kopialbuchs, bestehend aus 6 Foliobldttern von Pergament, die
noch im altcn Einband zwischen Holzdeckeln haften. 1 )
Sein Inhalt ging neben dem des roten Buchs einher, da die-
selben Eintragungen im roten Bitch und im Kopiar wiederkehrenr)
Ein weiteres Buch Ulms, dessen Inhalt wenigstens teilweise mit
dem des roten Bucks korrespondierte, war das sogenannte Achtbuch.
Kaiser Ludwig der Baier Ziatte durch seine Frankfurter Urkuude
von 134(i August 25 s ) Ulm das Recht gewdhrt, ein Achtbuch anzu-
legen. Es ist zum Teil im Ulmer Stadtarchiv erhalten f A ) enthdlt aber
fur die Zeit des Gebrauchs des roten Buchs fast nichts.
Andert Bucher Ulms a us dem 14. und 15. Jahrhundert sind
nicht erhalten, aber durch eine Reihe von Erwahnungen im roten
Buch bekannt. 5 ) Das am friihesten rorkommende ist ein Buch, in
-dem die wohitdtigen Stiftungen fur das Ulmer Spital verzeichnet wer-
den sollten, 6 ) seine Einrichtung wird schon 1383 envdhnt. Das Buch
sollte von zwei vom Rat dazu abgeordneten Pflegern, die auch sonsf
bekaunt sind, 1 ) gefuhrt tcerden. Der Zweck des Buches war die
Fcsthaltung der Stiftungsbestimmung der Prdbenden, und weiter die
Absicht, zu cerhindern, dass Prdbendeu von einzelnen Spitalinsassen
irworben und auf diesem Wege dem Spital selbst entzogen wiirden.
Um das Jahr 1400 begegnen tcir dann zwei neuen Biic/tent,
dem Einungsbuch*) und dem Stadtpf and buch?)
In das Einungsbuch, das, wie sein Xatne rermuten lasst, wold
ron den Einungern gefuhrt wurde, waren die Namen der flilchtigen
Schuhhier einzutragen bis zur Regelung der SchuJdcerhaltnissc. Das
>> U. UB. II 433 Anm.
-> Vgl. B. B. lbl a. U. UB. II rf.7.7 und 572. Der Kopiar acheint mir
der Handsvhrift nach nicJit, trie die Herausgebcr des U. UB. nuinen, dem 15.,
sondcrn noch dem 14. Jahrhundert anzugehoren.
*) U. UB. II 290. Vgl. 299, 1347 Xov. 21. Xumbtrg.
*) Die erhaltenen Eintragungen gehen ron 1395 — 1562.
*) Ich sehe dabei von der KrwShnung dts Buchs <dme nahrrc Bezcuhunng
r. I'B. II 2*0 } 1.145 Juli 31 und It. B. p. J63, 26—33. ab. Wahrschcinlich ist
dort nicht das rote Buch. sondern der 1. Band der fthlendcn Gcsatzhnchsamm-
htng gemnnt. Vgl. untax die Btmerkun jen uhcr das Gt^ctztbuch und "ben p. 9.
rt i It. B. 17<\ 13&3 Xor. 6.
7 » Z. B.: U. UB. II 160, 1337 Xor. 25.
*) B. B. 24* iLifni]. 4trJ, 14'3;.
9 1 B. B. 247 [1396], 246. 1401.
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Einleitung. 13.
Buch muss aber auch eine Reihe von Bestimmxmgen strafrechtlichert
Inhnlts enthalten haben. Das Stadtbuch, wie das Stadtpfandbuch
yenannt wurde, 1 ) enthielt die Vermerke uber die Verpfdndung von
Immobilien. Es wurde in der stddtiscken Kanzlei vom Stadtschreiber
ttvd seinen GehUfen gefiihrU
Bekannt ist toeiter der Stadt Gesetztbuch seit 1403*) durch eine
Reihe von Eintragungen im roten Buck. Da hier regelmdssig von
einem auf das andere Buck venviesen wird, ergibt sich mit Sicherheity
dass das Gesatzbuch und das rote Buck nicht identisch sein konnen.
Nun ist im Ulmer Stadtarchiv eine Serie Gesatzbucher erhalten. Sie
beginnt mit einem Papierkodex, der sich als „Gesatzbuch das ander u
bezeichnet. Nach der Archivbezeichnung soil er Ordnungen von 1402
bis 1518 enthalten. Der 1. Band ist verloren. Der 2. Band ist
eine Kompilation von Schreiberhand des 16. Jahrhunderts, der im
ersten Drittel nur Material aus der zweitm Hdlfte des 15. Jahrhun-
derts und darauf gleichzeitige Eintragungen des 16. Jahrhunderts gibt. 3 )
Zn uennen ist ferner die im Ulmer Stadtarchiv befindliche so-
genannte „Alte Einungsordnung" , bezeichnet als Fasz. 1 von 1448
bis 1641. Die Handschrift ist im Beginn des 16. Jahrhunderts an-
gelegty offenbar zugleich mit den iibrigen oben genannten bedeutenden
Kodifikationsarbeiten } die ihren Abschluss erst mit der Aufhebung
des alten Grundgesetzes Ulms, des sogenannten Schtrorbriefes von
1397, im Jahre 1548 gefunden haben. Die Handschrift gibt sich
als Kopie. Sie enthalt viele Verordnungen, die auch im roten Buch
vorkommen, fast in gleichem Wortlaut. Es wird jedoch nicht Mar,
ob das rote Buch selbst die Vorlage gewesen ist. Die Sammlnng
will offenbar die zur Zeit der Kompilation noch giUtigen Ver ord-
nungen umfassen. Moglicherweise beziehen sich hierauf redaktionelle
Bemerkungen in der Handschrift des roten Buchs.
Ein zweites Faszikel desselben Konvoluts enthalt einen Index des
16. Jahrhunderts zu einer nicht mehr vorhandenen Eintingsordnung. 4 }
') H. B. 246.
*) B. B. 254, 1422; 265, 1403: 268, 285, 308, 254, 1422: 402, 1427; 470,
p. 270—272.
>) Soweit Notizen fur die Edition in Betracht kommen, sind sie in den
Erlduterungsanmerkungen gegeben. Die Sammlung enthalt in 14 B&nden sehr
retches Material fur das game innere Leben der Stadt im Verlauf der eweiten
Hdlfte des 15. und fur das 16. Jahrhundert bis zur Einfuhrung der neuen
Verfassung durch Karl V. 1548.
*) Auf dem Umschlag steht der Vet-merit, dass die neue Einungsordtiung
1448 der Gemeinde verkundet set. Die niichste Einungsordnung stammt von 153S.
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14 Einloitunir.
Das sogenannte Eid- und Ordnungsbuch A des Ulmer Stadt-
archivs ist ebenfalls eine Handschrift des 16. Jahrhunderts. Sie
enthcilt auf ihren ersten 12 Folien Steuerordnungen von 1422, welclie
die bekannten im roten Bitch erhaltenen Vorschriften iiber Steuer-
wesen wiederholen. Der Rest des Ba fides und die Biinde B — C ent-
halten nur Ordnungen des 16. Jahrhunderts, die an sich eben wie
die obengenannte Sammlung der Gesatzbilcher reiches Material bietefi f
aber fiir das 14. und 15. Jahrhundert keine Ansbeute gewdhrcn.
Zu erwdhnen ist ferner ein Vormutidschaftsbuch (R. B. 142) und
ein Steuerbvch (R. B. 253.)
Das wesentlichste Hilfsmittel zur Erkenntnis der Verhdltnisse des
mittelalterliehen Vims tier den ausser detn roten Buch die verschiedenen
Stadtrechte sein. Eine eigentliche Kodifikation des Ulmer Stadtrechts
fiir Ulm ist tens fiir die Zeit vor 1376 nicht erhalten. Wir miissen daher
den Inhalt des Ulmer Stadtrechts aus den Rechtemitteilungen erschliessen,
die Vim an Stddte gegeben hat, die mil Vlmer Recht bewidmet waren.
Vim selbst hatte Esslinger Recht 1214 von Rudolf von Habsburg er-
halten. 1 ) Vlmer Stadtrecht haben dannfolgetide Stddte erhalten: Mem-
mingen,*) Rncensburg *)*)*) Meersburg f G ) Saulgau, 7 ) 8 ) Dinkelsbiihl*)
*) U. UB. I 120. 1274 April 16. Ulm. K. Rudolf erteilt den Burgern
in Ulm dieselben Rechte, wie sie von seinen Vorfahren den Burgern ron Ess-
lingcn erteilt warden. Wiirtt. UB. VII 2414 p. 295. Vgl. Schroeder, Rg., IV. Aufl.,
p. 666 n. 2. Die Verleihung ist wiederholt 1274 Aug. 12. Hagenau. U. UB.
I 121.
8 ) Bohmer Reg. imp. ron 1246—1313 n. 323. 12.96 Juli 15. Landau.
K. Adolf giht Memmingen Ulmer Stadtrecht. Druck: Lilnig RA. 13, 14 W.
8 ) Bohmer Reg. imp. 1246—1313 n. 324. 1296 Juli 15. Landau. Konig
Adolf gibt Rarensburg Ulmer Stadtrecht. Druck : Liinig RA. 14, 212.
4 ) U. UB. I 194. 1296 Aug. 9. Ulm urkundet iiber sein Stadtrecht fiir
Rarensburg. Wiirtt, UB. VII. 2415 A. p. 296 ff.
•) Bohmer Reg. imp. 1246—1313 n. 151. 1299 Marz 16. Konstunz.
K. Albrecht vtrleiht Ravensburg Ulmer Stadtrecht. Druck : Lilnig RA. 14, 212.
6 ) Bohmer Reg. imp. 1246—1313 n. 211. Worms. 1299 Sept. 29.
K. Albrecht giht auf Bitte des Bischofs Heinrich von Konstans der Biirger-
getneinde en Meersburg Freiheiten, Rechte und Gewohnheiten von Ulm. Kopial-
buch des Bistums Konstanz (folio Papier, sec. 15. 16) in Karlsruhe Blatt 61.
') Bohmer Reg. imp. 1246—1313 n. 263. K. Albrecht verleiht 25. Januar
1300 Saulgau Ulmer Stadtrecht. Dmck bei Memtninger, Wirtembcrg. Jahr-
hiicher 1827 }). 170. Wiirtt. UB. VII 2415 B. p. 296 Jf.
*) Unten Anhang I. 1300 Mai 15. Ulm urkundet iiber sein Stadtrecht
fiir iSaulgau.
9 ) Bohmer Reg. imp. 1246—1313 n. 515. K. Albrecht verleiht 1305 Aug. 11
prope Nuremberg Dinkelsbiihl Ulmer Stadtrecht. Druck: In nig RA. 13, 456.
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Eiitleitung. 15
Biberach, 1 ) Giengen*) unci Schwdbisch Gmiind*) Fiir unsere Kenntnis
treten noch der Siihnebriefvon 1345*) die Bestatigung des Ulmer Stadt-
rechts durch Karl IV. 5 ) und der grosse Schwbrbrief von 1397 hinzu*)
Zu erwtihnen 1st in diesem Zusammenhang schliesslich die dlteste, die
Verfassung Ulms nach einer Richtung, den Beziehungen zum Reichsrogt,
regelnden Aufzeichnung } der Vertrag zwischen Vim und Graf Albert
con Dillingen, 1 ) sowie die 1327 erfolgte t)bertragung Ulmer Stadtrechts
nuf Leipheim*) — Ulm war ferner Oberhof filr Kempten.*)
Die Saulgauer Rechtsmitteilung wird im Anhang nach noch-
maliger Vergleichung des Innsbrncker Kopiars abgedruckt, da sonst
nur der Abdruck im Wiirttembergischen Urkundenbuch zur Verfii-
gung steht; der Schwbrbrief von 1397, den Jdger in seinem Buche
iiber Ulm nach einer Abschrift des V>. Jahrhnnderts als Schwbrbrief
con 1327 abgedruckt hat, 10 ) wird liter zum erstenmal nach der
Originalurkunde des Ulmer Stadtarchics cerbffentlichL Da Jdger
trots einigen Misstranens in die Vatierung von 1327 den Schwbrbrief
zur Grundlage seiner ganzen verfassungsgeschichtlichen Darlegungen
gemacht hat und das Saulgauer Weistum eine Reihe neuer, bisher
nnbekannter Bestimmungen des Ulmer Stadtrechts darbietet, wird es
nbtig sein, die Darstellung der Verfassungsgeschichte Ulms fiir das
14. und 15. Jahrhundert aufdieser Grundlage con neuem aufzubauen. 11 )
Schon hier mbchte ich hervorheben, dass die Entwicklung des
Ammannamtes und seine Beziehung zum Rat und Biirgermeisteramt
in durchaus anderer Beleuchtung wie bisher erscheint.
*) Bohmer Beg. imp. 1:246—1313 n. 475. 131? April 13. Pisa. K. Hem-
rich VII. verleiht Biberach Ulmer Recht. Druck: Liinig, Heichsarchiv 13,
181. 1312 Juli 1. Ebcnda p. 181—183. Rechtsiveistum Ulms filr Biberach,
ausgestellt von minister, consults, ju dices ac civium univei'sitas in Lima, —
tnthilU dasselbe wie die Ulmer Urkunde fur Ravensburg, U. UB. I 194. 1296
Aug. 9. Wurtt. UB. VII 2415 C. p. 296 ff.
2 ) Liinig Reichsarchiv 13, 831. 1398 Januar 7. Frankfurt. Wenzel
verleiht Giengen Ulmer Stadtrecht.
8 ) Reg. imp. XI ed. Altmann n. 9377. 1433 Febr. 24. Sigmund verleiht
der Stadt Schwdbisch Gmiind den Blutbann, wie ihn Ulm und die anderen
schw&bischen Stddte avsUben. Druck: Liinig, P. Spec. Cont. 4 T. 1, 822 f.
«) Schwbrbrief von 1345 Juli 31. R. B. n. 9. U. UB. I 280.
b ) U. UB. II 299. 1347 Nov. 21. K. Karl I V. bestOtigt das Ulmer Stadtrecht.
6 ) Anhang VII. 1397 Mai 26. Ulmer Schwiirbrief.
7 ) U. UB. I 73. 1255 Aug. 21.
•) U. UB. II 60. 1327 Mai 29.
•) U. UB. II 187. 1340 Mai 11. R. B. p. 17 n. 4.
,0 ) C. Jdger, Ulms Verfassungs-, burgerliches und commercielles Leben
im Mittelalter, 1831, p. 737 'ff.. VIII. Anhang.
11 ) Ich hoffe, diese Darlegung in nicht allzulanger Frist vorlegen zu konnen.
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16 Einleitung.
§ 5.
Die stadtische Kanzlei.
So gut irir ilber die stddtischen Kanzleien in Liibeck, Koln,
Strassburg and einerBeihe anderer mittelalterlicher Stddte 1 ) unterrichtet
sind, so diirftig ist die Ulmer Uberlieferung nach dieser Bichtung.
Der Trager der Kanzlei war der Stadtechreiber, in /Merer Zeit
notarius civitatis genannt. Wir begegnen ihm zuerst 1255.') Die
einzige zusammenhangende Nachricht Uper die Organisation der
Kanzlei, den Stadtschreiber und seine Hilfsschreiber, fiir die er ver-
antivortlich war, ha ben wir im roten Buch. z ) Danach war der
sUidtischen Kanzlei unter Ausschluss alter andern die Aasfertignng
alter Ehekontrakte, Urteile und Testamente corbehalten. Sic fiihrte
das Stadtsiegel, 4 ") das fruher Ammann und Bat gefilhrt hatten})
Wir hbren mehrmals von des Bur germeisters und Bates gernain In-
sigel*) Beide sind wohl identisch mil dem hliufig genannten 7 ) „unser
alter gernain insigcl". Wie in anderen Stadten, so kommt a nth in
Vim ein heimliches Batssiegel cor*) sigillum secretum civium in Ulma
(Heimlich insigel), wahrscheinlich ist es com Biigermeister gefilhrt,
Neben der Awfertigung der obengenannten Urkunden pricat-
rechtliehen Charakters stand der Kanzlei selbstcerstandlich die Ifer-
stellung alter staatsrechtlichen Urkunden, die gesamte Korrespondenz
der Stadt und die Fiihrung der Stadtbucher zu.
Die Eintragung pricatrechtlicher Aufzeichnungen etc. in die
Stadtbiicher, z. B. das Stadtpfandbuch, war gebiihrenpjlichtig?)
l ) Vgl. auch Augsburger Stadtbuch p. 251—25:1 (1362), Strassburyer
UB. IV* (i. Stadtrecht von 1322 ## 447 ff., 509. Ehebery. Verf.u. Verw.6ir.il,
1314; I 10, 1405, n. 112 p. 35; I 11, 1407: I 15, 1410.
•) U. UB. I 73. 1255 Aug. 21.
*) It. B. n. 478.
4 ) Wenigstens 1418.
b ) Zuerst kommt es 1255 nor. Vyl. U. UB, I 73. 1255 Aug. 21., sowic
I 50. 1244. Als Siegelfnhrer werden genannt: U. UB. I 71 (1254). I 153.
1285 Mai 2. I 164. 1289 Jan. 13, der Minister oder Ammann ; I 73. 1255
Aug. 21 und I 94. 1264 minister consules et universitas civium in Ulma ;
I 130. 1279 Juni 29 minister et communitas Ulmensis; I 138. 1281 Mai 18
amman und die rihitaere alle und die burgaere gemainliche ; 1 147. 1284 Marz 25
sehliesslich der notarius civitatis. Uber das Stadtsiegel vyl. auch Auer Mun~
vhener Stadtrecht 232. 463.
e ; U. UB. II 414, 1353; 487, 1356; 494, 1357; 515, 1358.
*) U. UB. II 270, 280, 1345: 288, 291, 1346 ; 318, 1348; 431, 432, 13*4.
*) U. UB. II 4(j9, 1353; 468, 1356.
°) Siehe ohm ilber din einzelnen Stadtbucher ]>. 11 ff.
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Einleitung. 17
Deutsche Urkunden kommen in Ulm sett 1275 vor, 1 ) doch ver-
schwindet die lateinische Sprache natiirlich nicht mit einem Male.
Deutsche Abfassnng der Testamente wurde besonders im roten Buch
angeordnet?) wahrscheitdich im Jahre 1422.
Den Schreiber oder die Schreiber des roten buchs kennen wir
nicht. Wir werden aber nicht fehlgehen, trenn wir ihn unter den
Beamten der Kanzlei suchen.
tlber die Zeit von 1376 — 1380 Nov. 5*) haben wir zufaUig
keinerlei Nachrichten iiber den Stadtschreiber. An diesem Tage tritt
zum erstenmal ein Stadtschreiber Heinrich Nidhard auf, der bis 1430
Aug. 16 als lebend nachweisbar ist. Da$s er ebensolange in der Kanz-
lei tdtig tear, ist hochst unwahrscheinlich. Neben ihm kommt seit
1423 sein Sohn Ambrosius Nidhard vor. 4 )
Da andere Stadtschreiber in dieser Zeit nicht bekannt sind,
werden wir kaum zu weit gehen, wenn wir Heinrich und Ambrosius
Nidhard als Verfasser und Schreiber des roten Buchs der Stadt
Ulm bezeichnen.
') U. UB. I 122. 1275 Mare 29.
•) B. B. n. 264 [1422].
8 ) Ungedr. Urkunde im Ulmer Stadtarchiv.
4 ) Nach der Perg. Urkunde 7635 des Germanischen Museums in Number g
ist der am 16. Mare 1385 vor dem offenen Landgericht zu Memmingen erscheinende
Ulmer Stadtschreiber Heinrich Nidhard (Ungedr. Perg.Urh. d. Ulmer Stadt-
archive, 1385 Juni 3) Amtmann des Klosters Kempten. Urkunden des Ulmer
Stadtarchivs nennen ihn ferner 1385 Juli 24, Nov. 24, 1391 Juni 12, Oht. 27
bis 1395 Juni 12, 1399 April 1, 1430 Aug. 16.
Urkunden der Sammlung Veesenmeyer in der Ulmer Stadtbibliothek
nennen ihn 1400 Nov. 23, 1406 Okt. 18, 1418 Jan. 27. An diesem Tage erteilte
ihm Papst Martin V. die Exspektane auf ein Kanonikat in Augsburg oder
Konstanz. Er war damals bereits decretorum doctor und Kanonikus in Bres-
lau. 1424 Juli 7 ist ihm dann die Pfarrei am Ulmer MUnster iibertragen.
Am 10. April 1443 wird von ihm als von einem Verstorbenen gesprochen,
am 11. September 1445 kommt seine Wittoe vor.
Neben ihm kommt seit dem 1. Mai 1423 sein Sohn Ambrosius Nidhard
als Stadtschreiber vor. Es erscheint nicht unmoglieh, doss das regdm&ssige
Vorkommen einer neuen Hand seit 1418 auf seinen Eintritt zuruckzufUhren ist.
Er wird ferner genannt 1425 Okt. 17, 1426 Marz 13, April 8, Mai 28, 1427
April 4, Juni 12, 1428 Febr. 20, 1430 Juli 22 und 29, 1432 Juni 30, 1431
Mai 31.
Die Familie Nidhard tear sehr angesehen. (Vgl. die interessanten Be-
merkungen bei Felix Fabri p. 94, 95 und 101.)
WflrtL Geschichtmuellen VIII.
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§as rote §uch der fitadt @lm.
C.*> Fol. 1.
Not a der burgermaister.
Gedenk ze nehst so ain dnderung 1 ) beschihet umb ain gesetzt
in ze schriben, wa zwen burger umb lehen rechtent, daz daz rechtf&r
X die lehenherren niht getcist werde.*)
Notandum zfi dem nechsten sant GSrgen tag, 1 ) daz man denne
gedehke der leder gdrwer . . . antwerk endrung geschehen
anno XXXVIIIV
1. — [W]ir e) der burgermaister*) und der rat der stat ze Dime Fol. II a.
10 sien dberain komen, tvie voir solich gross hochvart, diu ze Ulme etwie Luxus-
lang getvesen ist, gemindern } abgeniemen und gedruken und denmAti- ordnun e-
kait gemeren m&gen Got ze lob und ze even, und haben gesetzt diz
nachgeschriben sack ze halten.
a) Steht reehts oben in der Eoke dot Vorsatsblattei. Die Ruckseite ist unboschrieben.
b) Die Eintragung ist fast ▼ollst&ndig ▼erlOsoht. Hand des ansgehenden 14. oder be-
-ginneuden 16. Jahrhnnderts. Wahrsobeinlicher 1888 ale 1438.'
o) Hand des Bndes des 14. Jahrhnnderts.
*) Gemeint ist die am St Jfrgentag April 23 regelm&ssig erfolgende
Rats&nderung.
*) tJber die Lehensfahigkeit der Biirger vgl. Felix Fabri fractal;, de civ.
Ulmensi ed. Veesenmeyer p. 72. U. UB. I, 218. 1299 Juli 24 quia ... in thelo-
ueo Ulmensi infeodati existimus legitime omni jure. — U. UB. I, 127. 1278
Mai 8 ab Ulrico dicto Fainacke, cive # Ulmensi, qui eadem iugera a nobis (Graf
von Wirtemberg) titulo feodi possidebat — U. UB. I, 187. 1281 Mai 10 cum
vir providus minister de Ulma a nobis, ut feodum homagiale .... Ober die
Leheneffthigkeit von Biirgern vgl. im allgemeinen Frensdorff, Die Lehensfahig-
keit der Burger, Gtfttinger Nachrichten 1894. Fur Hagenau Stadtrecht von
1265. Gaupp I, p. 108, fur Winterthur Stadtrecht von 1297 (1275) Gaupp I,
p. 141. Fur Breisach Stadtrecht von 1276 p. 41 § 22. Fur Schlettstadt, S. UB.
1, 7. 1272 § 59. Siehe unten Rotes Bnch n. 201.
») Vgl. unten R. B. 205 ff. 315 ff. 418 ff.
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20
Art. 2.
Tracht.
Kindbett.
Taufc.
Bi dem ersten, daz dehain frowe noch frowen nam, jung nock
alt, burgerin noch antwerk frowe dehaln berenlin,*) noch kain genite*
gold, noch borten, noch kain vehs noch sidins, deweder bendlin noch
s&ss an dehainmx irem gewand usswendig firbaz nit tragen sol ane h)
usgenomen daz mit siden beschlengert wdre oder mit klainen sidin 5»
bendlin c > dar an gene* get rornan an den mdnteln oder an den r6ken
f&r kn&pflen oder an dm hdptldchern, daz mtigent si wol tragen und
sidin bris schnur, doch A > mugen frowen und man wol tragen von
gesch[l]agen gold und silber, waz si wend.
Ouch 9 * sullen si kainen semitin noch sidin mantel noch rok nit lO
tragen noch kainen sidin schldger denne ain burgerin von zwaintzig
vachen und ain antwerk frowe von zwelf vachen und nit me und
ouch mit diken enden, die sien daran gewurket odtr gene* get und nit
mit hohen diinen enden, die man etwenne von prange brdcht.
Ez sol dch kain burger iveder von burgern noch von den ant- 15-
werken, alt noch jung furbaz kain gescMagen silber nit mer tragen
weder an giirteln, an messern noch an daschen, denne dez allez dri
mark si und nit me linger arlich; und sol och kain silber uber ale an
kainem sinem gewand nit tragen deweder gestagens noch genhes silber,
Hue und ussgenomen an schoppen, die zil harnasch gehdrent, mag man 20*
wol mit {) silber beschlachen wie man wil und die also tragen, uss-
genomen phaffen und artzat und och jiidinan.** *)
Ez sol dch nieman dem andern in kainer kintbett nichtz schen-
ken noch geben noch kainen hof in der kintbett nit haben. h)
Ez sol dch nieman zil kainer tdjin nichtzit geben, deweder ge- 25.
vatter noch anderlut, ez si denne ains alz arm, daz ez im etwaz
durch gotz willen geben welle, aber ussgenomen phaffen und artzat P
Fol. lib. £. — Darzu k) sol man ouch zu kainer messe deweder zA lichen
Messe. n0 ch jarziten in kainer kirchen nit me messen noch opfren denne
a) Kb folgt eine radierte Lticke.
b) tfbergeschrioben von gleioher Hand: „und u .
c) Die Handschrift las ursprnngltch : „rendUn-.
d) Yon hier an bit „wend u Nachtrag von wenig spaterer Hand.
e) Am Bande stent: „ist ab u .
f) n mit u bis „also u stehen von spaterer Hand auf Basur.
g) Am Bande steht von der gleiohen Hand, die den obigen Zutatz „ist ab u gemacht
hat: „lis nlt u nnd „d[eleatnr] ab u .
h) Bandbemerknng (d[eleatnr] ab). Gilt jbu diesem und dem folgenden Absatz.
1) Es folgt ein spaterer Nachtrag, der offenbar durch Badieren mOgllohEt beseitigt und.
ganslich unleserlich geworden 1st.
k) Dieselbe Hand wie 1.
') Vgl. Zuricher Stadtbiicher ed. Zeller-Werdmuller I, 372.
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Art. 3—5. 21
ztl otter selen altar, da man define ainen besinget oder die jarzit
begdt* l )
Wer aber iner messen oder opfren wolt, der sol nit minder
messen noch opfren, denne ain guldin, dne und ussgenomen ze den
Zo tier hochziten, ze wihennechten*) ze Sstren, ze pfingsten und ze inser
frowen tag, alz siu gSn h) himel enpfangen wart, 3 ) und Sch an oiler
selen tag. 4 ) So mag iederman tun, waz im dar inne f>. c)b )
3. — So A) sol och kain vrow in der kintbet kainen hof mer Kindbett.
han, denne zti. ainem bad, so mag si tcol drt vrowen z& ir laden und
10 niht mer und sol och daz nun aineet in der kintbett ffln. Und wer
der stukk dehains tiberf&r, es wdr man oder vrow, wdr das von den
burgern, so sol es f&nf phunt verf alien sin, wdr es aber von den
anticerken, so sol es drithalb phunt verf alien sin.* )B )
4. — Es s6ln och nu fdrbaz mer alle juden und judinan hie Juden an
15 ze Ulme allwegen an dem palm abent ingan und in iren htisern und Palinsonntair
in ir gassen beliben und niht her fir gdn bis an die mitwochen in und Fron *
der osterwochen. So siln och si an unseres herren Jronlichnamen tag
in dem selben rechten och inne sin, und welher jud oder judin daz
uberfitren, der ieglichs wdr 5 tf verfaUen, als dik daz beschechJ )7 )
20 5. — Es 8) sol nieman och nu fir bos mer mit dehainem blossen Fol. Ilia.
strert iber den kirchoff lofen. Wer daz tiberf&r, der sol ain hant Schwert-
cerloren han oder aber 5 $ da fir geben. h) *) tragen.
a) Zuiats: „liz niht*.
b) Korrigiert in „se u .
o) ZuBftte: „lis niht". Am Rande ftkr die beiden letsten Absatze nochmals: „ab K .
d) Es folgt eine andere Hand, wahrscheinlich des 15. Jabrhunderts.
e) Znsata: „ab«.
f) Znsats: „blibt u , durchstriohen. Daneben : „ab u .
g) Von hier an nene Hand.
h) Znsata „blibt u . Yon anderer Hand des 16. Jahrhunderte ein zweiter Znsata: „doch
bersus thun die hand".
f ) Vgl. Zuricher Stadtbttcher ed. Zeller-Werdniuller I, 154.
*) Dez. 25.
8 ) Aug. 15.
*) Nov. 2.
*) Hochzeits- und Taufordnung mit ahnlichen Bestimmiingen vgl. Meyer,
Augsburger Stadtbuch Nachtrag V, p. 240 ff. p. 251 ff. Greiner, Das altere Recht
*der Reichsstadt Rottweil p. 266.
6 ) Vgl. R. B. 205—210.
T ) Vgl. Nttbling, Judengemeinden p. 162.
•) Vgl. Ziiricher Stadtbiicher ed. Zeller-Werdmtiller I, 97.
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22 Art. 6—7.
Gehen fiber 6. — Es sol och niemant fiber die blaiche gan, es si denne r
die Stadt- das er dar uf ze schaffen hab; und welh die wdren, die garten da
bleiche. keten, die sfiln dennoht fiber die blaiche niht g&n und sfiln den rehten
weg hin us gdn. Wer daz fiber/ Ar, der 1st ain tf verf alien, als dikk
er das ttlt. %) &
Hochzeits- 7. — Wir h > der burgermaister und grosser und klainer rat
ordnung. der stat ze Ulme haben gedacht alz vorziten ain ordnung hie ze
Ulme von der hochziten wegen gemachet ward, wie vil man schfisseln
haben sdlt, und wie man sich mit gaben halten sdlt, daz gemainer stat
daruss nutz und from gieng, und wan das etwas bis her nit als io
vdlliklich gehalten ist, als notdurftig gewesen were, umb das und
och umb gross hqffart nider ze legen und nide und hass ze wenden t
so haben wir mit wissen und wille der gantzen gemaind das ernfiwert
in sdlicher mass, daz nil /firbas mer nieman hie ze Ulme zu dehainer
hochzit niht mer Ifit laden noch haben sol, denne zil dri male, zu 15
iedem male besunder sechs schfisseln und ie dri personen fiber ain
schfissd, ussgenomen ob gest da weren, si weren gaistlich oder welt-
lich, die sfillen in der zale niht begriffen sin. Darz%% sol nieman
z%% dehainer hochzit hie nichtz gaben noch in jarsfriste dent nechsten
darnach, noch sol och nienian hie ze dehainer hochzit noch weder ze 20
wihennechten dehaine[m] spilman nichtz gaben denne als vil, daz ain
zu sin selbs hochzit wol dri spilman dingen sol und niht mer umb
sin aigen gelt; doch setzen wir dar inne aber uss gest und gaistlich
liite; und wer der stuk dehains fiberfir, were der denne von den
burgern, so sol er 5 tf haller verf alien sin und ainen manat von der 26-
stat, were er aber von der gemaind, so sol er 2 l l% tf hellei- verf alien sin
und vierzehntag von der stat; und sol och nieman des rats den, der
das fiber/Are, vei'sprechen noch dem vor dem rate sin wort t&n, und
welher das fiber/Are, der sol in den selben schulden stan.
Darzft haben wir gesetzt, daz nieman mit dehainer hochzit gan 30
sol, denne attain die man und die frSwen, die dar geladen sind und
zfi dean imbis da essen wend.
So sol och man zH kainer hochzit niht mer schenkin han denne
ain schenki und da sol och ain man niht tfiro komefn] denne umb
cier Wirtzburger d[e]n[are]. 35
a) ZaBftts: n blibt tt und Ton einer Hand des 16. Jahrhunderta : „weg und steg usgenomen
wie yon alters berkomen ist, mit besserung tt . Zn den beiden letsten Eintragnngen gehOrt am
Bands die Notts: „in die ainung geben".
b) Ton bier an neue Hand des 16. Jahrhunderta.
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Art 8. 23
Es sol och mit name kain frow zA kainer hochzit nichtzit
schenken, wol mug en si nach imbis zA dem tantze gan als ferre daz
si nichtzit da schenken noch trinken, es were denn wasser* )l )
8» — Wir h > der burgermaister und der raute grosser und Pol. Illb.
5 clainer der statt ze Ulme sien ze raute worden und habent gesetzt Handel
durch fries willen aller unser kouflAt und auch armer und richer hie m ** Nicnt "
ze Ulme, daz nu f&rbaz mer kain unser burger mit dehainem gast *
dehainerlai gemainschaft in kaufma?ischaft, wie die genant oder ge-
haissen ist, nicht triben noch haben sol in kainen wege, und wdher
10 unser burger daz dberfAre, der sol von iedem hundert, es sien gtddin
oder pfund pfennige oder holler oder ander md[n]sse c) zehen gtddin
oder pfund derselben munsse verf alien sin, also daz wis mit namen
der zehent tail der sdben koufmansschaft ze rechter pene bdiben sol.
DarzA haben wir met gesetzt, daz nufurbaz mer dehain unser burger
15 dehaine[m] ussman noch gast dehain sin gAt noch koufmanschaft, ez
sie korn, win, speceri, bonwoll, barchat, saltz, isen noch ander sache,
wie die genant ist, nicht kofen noch d) verkoufen sol in kainen weg, ez
sie denne, daz der sdb gast, dez daz gAt ist, sdb gegenwirtig oder
nber sin gedingeter knecht an siner statt hie ze Ulme dabi sie und
20 ouch in aim off en gastgeben huse in gastz wise zere und lige, dem
selben gast oder sinem gedingoten knecht an shier stat mag denne ain
ieglicher unser burger, bi denn si ze herberg ligent, oder ander unser
burger der raute si hetten, beholfen sin ir koufmanschaft ze triben
und ze verkoufen nach dem besten ane geverde, one alle unser strdfe
25 und bekumbernusse; wdher unser burger aber daz Aberf&re, der solt
uns define ouch den zehenden tail der koufmanschaft, die er also
wider dis vorgeschriben gesetzt verkouft hette, ze rechter pene verf alien
sin, und daz mainen ouch icir nieman faren ze Idssen und wellen ouch
, dis gesetzt halten und haben, alz long uns dunket, daz si mis und
30 der statt nutz und gilt si. Diss beschach an mitwochen vor sant
Gotten tag anno domini 1389 . e)2 )
a) Randbemerkang „ab d[eleatur] tt .
b) Xeue Hand ron 1889.
e) Die Handichrift liest „maise tf .
d) „koffen noch" sind am Bande n«chgetragen.
e) Zusatx „ab d[eleatur] a and eine unlesbare Marginalnoiiz.
*) Vgl. dazu im allgemeinen Zilricher Stadtbticher ed. Zeller-Werdm&ller I,
154. 158. 159. 160. II, 43.
*) 1889 13. Okt. Vgl. R. B. n. 216 und Augsburger Stadtbnch Art. 17
§ 17 (datum ex registro civium de Nurenberg).
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24 Art. 9-11.
Fol. la. £• — Wir a) diu gemainde der antwerk ze Ulme veriehen
Vereinbarungoffenlich mit disem brief, wan sich die burger hie ze Ulme die nit
zwischen der antwerk sint, erkent hant, daz unfrid und unzuht ane der ge-
Burgern und ma ( n( j g e i) tt und gesetzt nieman wol gestillen noch geschlichten
an wer er a. ma ^ darumb hant die burger zigevarn, die nit der antwerk sint, 5
mit g&tem friem willen unbetw[i]ngenlich und hant hinder ins gemain
antwerk lit z& den hailigen gelert aide gesworn mit uferbotten
handen, stet ze halten und ze haben ungevarlich, waz wir erdenken
kftnnen und mfigen, davon frAntschaft zuht und fride richen und
armen gemainlieh bekomen mag, und dez ouch wir, diu gemainde io
der antwerk, den burgern bin wider ouch gelert aid gesworn haben,
daz wir alle die weg vinden, sfichen und erdenken sfillen, die wir
wissen und ins entstanden ungevarlich, da von frid und gnad richen
und armen gemainlieh bekomen mag, und damit wir veraint lht
werden niftgen und unstozzig ftirbaz riche und arm beliben. b) 15
Das man alle alt stdsse und vigentschaft ungedtert lassen sol. c)
10. — Bi dem ersten so haben wir gesetzt uffdie aide, die
die burger und ouch wir gesworn hant, daz alle burger ze Ulme
rich und arm umb alle d) bruch, vintschaft und st&zz, die sich untz
uff diz zit ergangen hant und beschehen sind, gflt frftnd und luter 20
Mnd sfillen sin und alien basse und vintschaft gentzlich hin sfillen
legen, und daz mit dehainen sac-hen nit niuren noch afern; wer
daz aber Aberfur, daz den meren tail dez ratz dAcht, daz er schuld
hett, der sol und mfizz zehen tusent ziegelstain an die stat geben
und ainen manod von der stat sin, welher aber der ziegelstain 25
nicht gehan m6cht, der sol in die stat nimer komen, e daz er die
ziegelstain gericht hat; erkent sich aber der mertail dez ratz, daz
er unschuldig si, so sol man sinen aid dafAr nemen. 1 )^
Fol. lb. 11* — Wir f) haben ouch gesetzt, daz mi furbas mer dehain
Verbot, einer unser burger, es sie J)faff oder lai, fri oder man, cristen aid juden, 30
„kofflerin u zu } :a \ ner kdflerin nichtzit liken sol uf kain ir sack, die man ir ent-
leihen.
a) Hand von 1876.
b) Am Bande „blifb]t B .
c) Alte ftberschrift des 16. Jahrhnnderts.
d) In der He. wiederholt.
e) Am Bande „ab d[eleatur] u .
f) Neue Hand.
*) Die Eintragungen 9 und ]0, sowie 13, 14 und 16 finden sich fast wort-
lich U. UB. II, 280. 1345 Juli 31. Sie sind der Anfang des sog. Schworbriefs
von 1345. Manche Lesarten scheinen hier besser zu sein.
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Art. 12—13. 25
pholhen hat ze verkoufen, wie das genant oder gehaissen were. Und
wer daz uberf&re, der sol daz selb stuke oder gfit, dar uff er denne
ydihen hat, ane allez gelt widergeben dent, dez das gewesen ist und
der ez der kdflerin ze verkoufen entpholhen hat, ez sie frd oder
5 man. 9 * Datum an mitwoch tor Galli anno LXXXIX" . 1 )
12. — Wir h) der burgermaister und der raut grosser und klainer Wahl des
der stat ze Dime sien ze rat icorden und haben gesetzt durch besunderen kleinen Eats.
nutz widen gemainer stat und darumbe daz die wale der rdt redlich
und ungevarlich zugangen, icenne daz ist, daz man die clainen rdt
10 hie ze Ulme nu furbaz mer alz die endering ie ist, ersetzen und
ern&wren wil, wenne denne daz ist, daz man die siben ratherren von
den burgern wider endren welle, von welhem man denne ie redet ze
erwelen, daz denne allewegen aUe die, die denselben angehdrent, us-
gan sullen, alz long bis die iibrigen ratherren und zunftmaister sich
15 i'on dem selben aigenlich underredent, ob er nutzlich in den rat sie
oder nicht; und sol ouch daz alwegen von ainem ieglichetn beschechen,
alz lang bis daz die siben ratherren gentzlich ersetzt mid erwelt wer den
ane alle geverde. Datum an fritag vor Mathie apostoli anno
LXXXX »"> secundo* *) *) 4 )
•20 13. — Wir d) haben ouch gesetzt, daz haimlieh puntnhzz und Fol. 2 a.
alle puntnftzz ane die alle burger gemainlich angand hie ze Ulme, Verbot heim-
die untz uff diz zit ie ie geschehen sint mit briefen, mit gelhbden ^cher ^ er "
oder mit aiden oder ane brief oder ane aide gentzliehen absien s
und nimer me geafert noch gedacht sAllen werden, und wer brftchig
2b dar an funden wurde, daz der mertail dez ratz sieh erkanten, daz
a) Am Rande „blibt a von Hand des 15. Jahrhunderts.
b) Neue Hand.
o) Bandnotiz „bli[bt] u durcbstrichen, d ane ben „d u (eleatar) „abgestelt u . Hand des 16. Jahr-
hunderts.
d) Hand von 1376.
*) 1389 Okt. 13. Vgl. R. B. 152.
*) 1392 Febr. 23.
8 ) Abgedruckt bei Jager, Juristisches Magazin fur die deutschen Reich s-
stadte Bd. HI, 1793, p. 496, 497.
4 ) Vgl. fUr ZUrich die analoge Vorschrift fiir das Abtreten von Rats-
mitgliedern bei Angelegenheiten, an denen sie persbnlich interessiert schienen.
Zut. Stadtbttcher III, 118. 1417 Okt. 8. I, 38. 1319 vor 1. Mai und I, 175.
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26 Art. 14.
er schuldig w£r, der sol und mftzz fftnfzig tusent ziegelstain an die
stat geben und ain jar »von der stat sin, und welher daz nit gehan
m&cht, der sol und mflzz ain mile von der stat ewiclich sin, untz
er daz geriht hat; und welher in ainer mile umb die stat ergriffen
wurde, den sol man handlen und han alz ainen Aberseiten sehed-
lichen man. a)1 )
tind h > es mocht sich ieman so grob und gefarlich darinne halt en,
ain rat ivurd den oder die selben an lib oder gfit straufen me sich
ain rat darumb erkent.
Ob 0) ieman an den andern hainlich puntntisse begerte oder mute. 10
14. — Wir d > haben ouch me gesetzt, daz ain ieglich burger
ze Ulme uff den aid, den er gesworn hat, offnen und erindern sol
den rat ane fftrzog, wa er von ieman angemfttet wurde dehainer
a) Bandbemerkung B blibt u .
b) Zusats de» 16. JahrhnnderU.
o) ttberschrift des 16. Jahrhanderts.
d) Hand von 1876.
J ) U. UB. II, 280. 1345. Verbote dei-artiger Verbindungen waren auch
sonst ublich ; vgl. Mttnchener Stadtrecht ed. Auer § 366 und Schaffhauser Richte-
brief ed. J. Meyer 101. Das nieman kein zunft noch geselleschafte noch maeister-
schafte noch enkein sicherheit mit aeiden machen sol in dirre stat — Swer
dekein meisterschafte aid geselleschafte wirbet aid machet in dirre stat, undo
des bezuget wirt, als den rate rehte dunket uf ir eit: der git der stat ze
buosse cehen march, unde sol man Ime sin beste hus niderbrechen. Ob er in
der stat nibt huses hat, so git er cehen march der stat ze buosse. Mag er der
gelaisten niht, so sol man ime die stat verbieten, der git cehen march der stat
ze bnosse.
102 . . . Das nieman werben noch tuon sol enhein zunfte noch meister-
schaft noch geselleschafte mit aeiden mit worten noch mit werchen. . . .
104 . . . Swer dehain sicherheit aid dehain taeil machet aid mit aeiden
sich bindet zum andern. . . .
Vgl. Zttricher Richtebrief ed. Ott im Archiv fur Schweizer Recht V t
p. 182, 183.
Fur die Verwendnng von Bnssen fiir den Mauerbau vgl. Schlettstadter
UB. I, 7. 1292. 85. Baseler Rechtsquellen I, p. 22 Z. 27. Baseler Einungsbrief
von 1342—1365 : an unser rinbrugge, ringmuren und an ander unser stette buwe.
Ruppert, Chroniken der Stadt Konstanz p. 378. 1376 Okt. 10. ttber den Ulmer
Mauerbau vgl. U. UB. II, 300. 1347 Nov. 23. Karl IV. gewfthrt Ulm auf vier
Jahre Befreiung von Reichssteuer und Gtilten, „daz die vorgenant stat unser
stat an irem gebaewe sich gepezzer, wan ir dez not ist". Die neue Stadt maue r
wird jedoch schon frtther erwfthnt. Vgl. U. UB. n, p. 155 (1335). 167 (1336)..
169 (1836). 205 (1339). 329 (1348).
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Art- 15—16. 27
besundern buntnftzz oder wa ieman von dem andeni, er Hi der
burger oder der antwerk, dehainer besundrer puntnAzz gewar wurde,
der sol daz ouch ane fftrzog an den rat bringen ; und sol sich ouch
dehain burger ze Ulme gen nieman nichtz yerbinden ane dez meren-
5 tail dez ratz willen und haissen ; wer daz Aberfur und dar an funden
wurde alz vor ist geseit, der hat die pene und die fhnfzig tusent
ziegelstain verschuldet in dem vorgeschribnen rechten. ft)1 )
15. — Wir b) haben ouch me gesetzt, wer danach stalti mit Fol. 3 a.
worten oder mit werken, haimlich oder offenlich, davon ain nftwerung Anzeige-
10 und ain endrung beschehen m6cht und davon dem land 0) gedignen P^J 11 bei be *
und der stat kumbernAzz und arbait wahsen und ufstan m&cht, ^ Jf^jj^.
welher daz iendert hort, merkt, sicht oder vernimpt, er si dez ratz g n derungen.
oder usser halp dez ratz, der sol daz unverzogenlich uff den aid
den ieglicher gesworn hat, dem rat oder den ainunger*) kftndcn
15 und sagen, und waz denne der rat oder der mertail darumb be-
kennent d) und ze rat werden, djiz sol allermenglich rich und arm
beholfen und bigestendig sin. e)
Ob r) ain burger der stat schaden ivurbe.
16. — Wir*> haben ouch durch luter gftt gesetzt, welh burger
20 hie ze Ulme der stat schaden wurbe mit worten oder mit werken,
ez wer von herren wegen oder von andrer lAt wegen oder von
wem daz wer, und wir daz von waren schulden gewar und erin-
dert wurden, dez lib und gflt sol der gemaind vervallen sin und
sol nieman uff die aide die rich und arm gesworn hant, dehaiij
25 widerrede da nach han. h)3 )
a) Am Bande „blibt a . Darunter von einer Hand dee 15. Jahrhunderts : „mit besserun?
des obgemelten nnwen obgemeltenjartfokels".
b) Hand von 1876.
c) Am Rande von derselben Hand nachgetragen.
d) Die Handschrift Heat „bekenkent K .
e) Bandbemerkung deB 16. Jahrhunderis : „blibt".
f) ttbenchrift des 16. Jahihnnderts.
g) Hand Ton 1376.
h) Am Bande „blibt".
') U. UB. n, 280. 1345.
*) tiber die Eintmgen vgl. Fel. Fabri tract, de civ. Ulmensi ed. Veesen-
meyer p. 180. Sunt etiam aliqui ex consulibus uni tores, ad quos causae vagae
et contentiosae deferuntur, et si expedire et uni re peasant, faciunt, si non, ad
consulatum referunt.
•) U. UB. II, 280. 1345.
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28 Art. 17-19.
Fol. 4 a. 17. — Es l ) ist ouch gesetzt, wa zwen burger oder ine mit
Friedegebot a jn ander zerwerfent mit schlahen oder mit sckelten, we-nne denne
<les Burger- a j n burgermaister oder zwen dez ratz si umb frid bitten, den s&llen
, . si ze baider sit unverzogenlich nit versagen, und welher daz widert
Ratsherren. im( * ^"^ verspricht, der sol und mflzz ainen raanod von der stat 5-
sin, alz dik daz geschiht und sol dennoch ir ieglicher die unzuht,
die er begangen hat, bessren alz gesetzt ist. ft)
Wie man zericurfndsse nider legen und zAISfen sol. h)
18. — Wer°> ouch, daz ain bruch oder ain stozz oder zer-
wurftiAzz gescheche zwischen ainem burger und dem andem, so io
sol allermenglieh, der daz hSrt oder sicht, zftkeren und den stozz
und den uslof d) wenden und friden, und wedra tail unreht gevani
hett, der sol gebessret vverden, alz der rat oder der mertail dez
ratz ze rat wirt, und wer dein andem ane dez ratz haizzen hulfe
oder zftleiti, der sol ouch gebessret werden, alz der rat oder der 15
mertail dez ratez denne ze rat wirt. Wir haben ouch usser den
antwerken und usser der gemainde zft Ans genomen die erberosten
und die besten, die wir vinden kunden, die daz allez mit ins gelert
aid geswom hant ze halten. e)2 )
Fol. 4b. 19. — JJ7r f) der burgermaister und der rant gemahdich grosser 20
Besitz von tnu i Plainer der stat ze Ulrne haben gesetzt durch Inter gftt und
Jahr und Tag (J / urcn f r ij, s bitten alter miser burger und timer stat und slen ouch
\ u des uff die aide, die rich und arm qesworen hant ze rant wuorden
Anspracne. ^ ' J
a) Am Eande: n ab d(eleatarj u .
b) Obersohrift des 16. Jfthrhundcrte.
c) Hand von 1376.
d) Lies „oflof a .
e) Am Bande von Hand des 16. Jahrhunderts : „ab d(eleatur)".
Neue Hand.
*) Gedruckt in Jagers Jnristisches Magazin fiir die deutschen Reichsstadte.
Bd. Ill, 1793, p. 497, 498. Uber die interessante Verbannung aus der Stadt, die
ja oft anf ganz kurze Daner ausgesprochen wnrde nnd daher keine Niederlassung
an anderem Ort herbeiftthren konnte nnd sollte, vgl. Greiner, Das ftltere Recht
der Stadt Rottweil 1900, n. 203 „von wem die unzucht gerichtet wirdt, das er
durch recht usser der stett varen sol ; ist er in der stett inrenthalb der ringmuren
sesshaft, so sol er allein nnd nit mit sinem gesinde, ob er gesind hat, fur die
thor in der vorstatt aine yaren, ist aber, das er in ain ander vorstatt sesshaft
ist, so sol er in ain ander vorstatt varen und nit inrehalb der ringmuren in die
statt a
*) Vgl. n. 21 nnd U. T T B. II, 5. 1316 April 20: pociores civitatis in domo
ministri obsessi.
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Art. 20. 2£
und wellen och, das das also belibe und gehalten werde : welher timer
burger, es si frdw oder man, ligendiu gilt h&t, si sien gelegen in
unser stat oder uff dem lande, aigen oder lehen, die er jSr und tag
ger&weclich in nutzlicher stiller geiver inne gehept und besessen hat r
5 fine redlich ansprach, und welher falser burger, der** jar und tag
miser gesessner dinger gewesen ist** in dar nach an din selben gUtfellet
oder sprichet oder ieman andro von sinen wegen, der bi in inlands
gewesen ist und zti, sinen tagen komen ist, dem sol der selb unser burger r
es si man oder f row, icie der genant oder gehaissen ist, die din selben
10 gttt also innen gehept und fine redlich ansprach jar und tag besessen
hetten, kains rechten dar umb gestatten noch gebunden sin ze tind in
dehain wise, und s&llen dennocht der oder die selben timer burger, die
also nfich sdlichen gfden gesprochen hetten, der stat ze Dime gelich
halb ah oil gfds cerf alien sin ze richtent und ze gebent, als das gift
15 denne wert ist, dar nach si gesprochen hctnt;
doch h) usgenomen undergdng und zinslechen, die man jar und
tag inne gehept het unenphangen von den lehenherren; die undergdng
und zinslehen sol und mag man wol erfordern mit geriht oder vor
rat unengolten der vorgeschribnen gesetzte. Din gesetzt wart jerniwert
20 an zinstag vor Let are anno LXXXVI .^ 1 )
Und d) ain grosser rant will es beliben laussen nemlich der ge~
legnen gtiten halb hie mit der fertigung, wie daz von alter herkomen
ist von gtiten halb uff dem land, nantlich das aigen nach aigeyis und
landrechtj und daz lehen nach lehens recht. Actum an sanct Pauls
25 bekerung anno domini M°CCCC mo LXXXX nono*)
Von der stetrechner wegen. 9)
20* — Wir** haben och gesetzt durch Inter gilt und umb das T
das unser stat g&t des bas besorget werde und des mindern undergan
mug, das alleweg der alten stettrechner ainer das nachgend jar da bi
30 beliben sol, welhen denne der raid dunket, der darzft allernutzost und
best sie, er sie von den burgern oder von der gemaind, doch also?
a) Von „der — ist a ist von aiiderer Hand Ubergeschrieben.
b) Yon bier an Zusals von anderer Hand (1886).
c) Am Eande: „ab".
d) Von bier an Zusalz von 1499, sehr fltlobtig geschrieben.
e) Die Cberschrift ist von einer Hand des 16. Jabrbnnderts nachgetragen.
f) Neue Hand des ausgehenden 14. Jabrhunderts.
') 1386 Marz 27.
a ) 1499 Jan. 25.
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30 Art. 21—23.
welher zwei jaur da bi gewesen ist, das der nit lenger da beliben und
das drift jaur nit darzA genomen werden sol, und welher also das
andsr jaur darzti, genomen tcirt und da bi beliben sol, dem sol man
das selb nachgend jaur zwiro als vil da von ze Ion geben ah vor.* )l )
Fol. 5 a. 21. — Me b) ist ouch gesetzt, ob ain stozz bruch oder misse- b
Friedegebot hellung zwischen ainem burger oder dem andern geschech oder
von Mitglie- zw i sc hen frftnden oder geschlehten oder antwerken liten oder ainem
' antwerk, wenne si denne daz gericht oder dez gerichtz botten oder
zwen, die dez ratz sint, umb frid bittent, bo sol ietwedra tail frid
geben aeht tag, und wedra tail daz nit tat und frid verseiti, der 10
sol ain viertal jars von der stat sin und sSl denne der rat in den
acht tagen dar ftber sitzen, und welh pene oder bflzze sich denne
der rat dar Aber bedenkt, oder welh richtung, dez sillen si ze
baider sit gevolgig und geh5rsam sin ane widerede, und welher
tail daz versprech und nit gevSlgig wer, der sol und mflsse ain jar 15
von der stat sin, und sol dennoch diu gemaind und allennenglich
dem andem tail zft legen und beholfen sin und den friden und
sohirmen.*)
Wie ain frunde zu dem andern lofen sol. c)
22. — Es sol ouch und mag ob ain stSsse gescheehe, ain 20
Mnd zft dem andern loufen und sol der scliidlich sin und unge-
varlich werben, welher aber ze frevelich getur, der sol gebessret
werden alz der mertail dez ratz denne ze rat wirt.
Fol. 5 b. 23. — Wir A) der burgermaister und der rdte grosser und clai-
Verbot an ner ( j <ir H f a f ^ jj( me s j en ze r fit werden und haben gesetzt durch 25
p 1 ? 1 ^' es nutze und f rides iciUen unsrer stat, das nti, f&rbas mer dehain unser
od. Edelleute burger, a ^ er misers ratz ist, es si von den burgern oder von den
7.11 vertreten. a) Am R all ,i e von Hand des 14. Jahrhundarts : „(d)as lis nitat. tt Darunter drei onlesbare
Buchstaben.
b) Hand von 1376.
c) Hand des 16. Jahrhunderts.
d) Neue Hand.
*) Gedruckt in Ja'gers Juristischem Magazin fiir die dentschen Reichsst&dte
Bd. Ill, 1793, p. 498. Tiber die „stattrechner a vgl. Felix Fabri tractat. de civ.
Ulm. ed. Veesenmeyer p. 131. Sunt etiam alii electi a consnlatu civitatis thesau-
rarii, qnos nominant ratiocinatores (am Rande Bess. Gok. Stfittrechner oder
Stewrherren), quia recipiunt omnem pecuniam reipublicae etc.
2 ) Vgl. n. 18.
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Art. 24—25. 31
z&nften, kains closters noch edler l&t } es sien man oder frowan f&r-
munde noch pfleger nit wesen noch sin s&llen, wer aber das kain
miser burger, der unsers rdtz ist, er si von den burgern oder von
den z&nftan, der selben gotzhdser oder edler lit oder ir fArmdnder
5 red oder wort vor dem rdte reden oder erzelen wurde, der selb unsers
ratz, der die rede also vor dem rdte erzelet oder getdn hett 7 sol denne
von dem rdt uf stdn und von der fr&ge gan und da bi nit sitzen, als
lang bis umbe die sack gentztlich gefraget wirt; dock so haben wh-
in diser gesetzt usgenotnen unser frowen buwe hie ze TJlme, das spital,
10 die siecken und die funden kind hie ze Ulme, das wir den von nnsem
rdten wol pfleger geben mugen. Disiu gesetzt beschach an fritag in
der osterwochen anno domini etc. LXXXVIII 1 " . 1 )
24. — Wir ft) haben ouch gesetzt, wa aiu usman iemau, der Fol. 6 a.
hie ist gesessen, ez si frowe oder man, phaff oder laie an lib oderVerpflichtung
16 an gfit widerrechtz mit worten oder mit werken anraichen oder an- aUer Bttrger,
griffen w8lt, daz sol daz gericht und die r&t und wer daz sicht M ^ ii e * U
oder h8rt und alliu diu gemaind wenden und dem burger beholfen abzuwehren.
sin und zftleggen nach erkantnftzz dez mertail dez ratz, daz kain
gewalt noch kain unreht an im gescheche; und sol sich dayon
20 nieman, der burger hie ist, nit sundern nocli schaiden; und wer
daz Aberfur, der sol mainaid sin und sol dennoch darumb ge-
bessret werden Aber die aide nach dem merentail dez ratz erkant-
nftzz.')
Ob b) ain gast a men burger mit iverken mishamhlt.
25 25. — Me c) ist ouch gesetzt, wa ain gast mit rede oder mit
werken ainen burger in der stat missehandlot, und daz an den
burger bringet, ist denne, daz der gast von dem burger und von
sinen helfern missehandlet und gezftchtgot wurde, die frevelnt damit
nichtz gen nieman, ob daz der burger mit erbera lftten m5cht war
a) Hand von 1376.
b) ttberschrift des 16. Jahrhunderts.
c) Hand Ton 1S76.
') 1388 April 3. Zum Abtreten der Ratsmitglieder vgl. n. 12, 28, 30.
2 ) Vgl. Strassburger UB. IV 8 , V. Str. Stadtrecht § 36\ Baseler Einungs-
brief in Baseler Rechtsquellen I, p. 21 Z. 20. Meyer, Schaffhauser Richtebrief 13.
ZUricher Richtebrief ed. Ott, Archiv f. Schweizer Recht V, p. 159 n. 9.
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32 Art. 26—28.
gemachen; 1 ) und sol man ainem ussman in die stat a) gebieten in
<lem reehten alz ainem burger uk der stat.
Fol. 7 a. 26, — Es hant ouch die burger gesetzt uff die aid, die arm
Vgl. 25. und riche und allennenglicli gesworn hat, wa ain usman ainen
burger hie in der stat anlnf und den schadgen w51t, da sol aller- 5
menglich z& lofen, wer daz li6rt, siht oder vernimpt und dem burger
sin beholfen, damit nieman kain frevel verschulden sol noeli mag.
Welh burger daz nit dat, den sol und mag darnach und diu saeh
denne ist, der rat oder der mertail dez ratz bessren und buzzen,
alz si ze rat werden. 10
Wrbot an 27, — Wir die burger vom rat, die ietzo dez ratz sint oder
Rats- naeh Ans koment, baben ouch zft den hailigen gelert aide unser
mitglieder, i e gii c j ier gesworn, daz wir alle sach, die die stat angand, gemain-
1 «* *i- 1. lid* und redlich handlen sAllen und haben ouch in die selben aid
alsdffenthche
Angelegen- genomen, wer ob ieman zft unser ainem oder me gieng und etwaz 15
heiten wurb oder trib, daz nit gemain wer, daz sol iegliclier uff den aide
zii agitieren. den ainungem *) kunden und sagen, und waz der rat oder der mer-
tail dez ratz darumb ze rat wirt, daz sol fihrgank han ane alle
widerede. Und welher under ftns daz iberfiir, und daz der rat
oder der mertail sich erkanten, daz er Abervareu hett, der sol ge- 20
bessret werden, alz der mertail dez ratz denne ze rat wirt, und sol
dennoch dez ratz verstozzen sin und nimmer me daran komen.
Wir haben ouch zft Ans genomen us den burgern, die nit dez ratz
sint, die wir wisten und erkanten, die gut daz ft sint, die dez selben
mit ftns ouch gesworn hant ze halt-en. 8 ) 25
Da# h) kain burger, der dez ratz ist, kains usmans wort tim sol.
Fol. 71). 2&. — Wir c) haben ouch durch besunder gut und nutz gesetzt \
waz sach fir den rat kumpt, diu die stat und der rat gemaitdich
antrifet und angat, daz darumb kain ratgeben kains ussmans** wort
a) Das Wort ist am Rande nachgetragen.
b) Die ftberschrlft 1st Zusatz von einer Hand des 16. Jahrhunderts.
c) Hand von 1876.
d) ftbergesehrteben. Vorher stand da „niemant u .
>) Vgl. n. 26.
-) tlber die Ein linger vgl. n. 15.
3 ) Gedruckt in Jagers Juristischem Magazin fur die dentschen Reichsstadte
Bd. Ill, 1793, p. 498, 499.
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Art. 29—81. 33
noch rede nit sprechen noch ttin sol, wer daz dberfur, der sol and
m&zz 5 ft heller yeben und ainen manod von der stat sin. Acfum
in die Lanrencii anno LXXVU.^ 1 )
29. — Man b) bat ouch gesetzt, welli burger der ist, er si Fob 8 a.
5 dez ratz oder nit, sinen frund, sinen lantman oder sinen gast oder Unberech-
herren oder arm man ze vast und ze frevelicb verspricht, daz den **£*»
rat dunkt, daz er ez unbillich und unzitlich tue, der sol und mfizz 8prac e "
ainen manod von der stat sin und ain phund haller geben. '
J)as d) lectin ratgeb kainen edelman ze yast entphahen noch sins ratz
10 nit -vrerden sol.
30. — Wir e) der burgermaister und der rat hie ze Ulme sint A
ze rat worden und hant gesetzt dureh sundern nutz und fromen
der stat und ouch armer und richer hie ze Ulme, daz dehain unser
burger noch antwerkman der dez ratz hie ze Ulme ist, die wile er
15 dar an gat und gan sol, dehaines lierren noch edelmans rat nit
wesen noch an ir rat nit gan sol, und stolen ouch die selben wile
dehainen herren noch edelman, wie die genant sint noch ir knecht
ze gesten nit enphahen noch haimen noch die gen 6ns noch unser
stat noch gen dehainem unserm burger ze vast noch ze vil nit ver-
20 sprechen noch den zft legen; und daz stolen und wellen wir st6t
halten uff die aid die wir und ouch arm und rich hie ze Ulme
geswora haben, ez wereu denne gest, die usser ha[l]b des landes
her kemen, die mag ainer wol ze gesten haben. Dattum in die
Georie anno domini MCCCLXXII rao . f > 2 ) 3 )
25 Ob g) ain burger hass oder cintschaft gen ainen usman hett.
31. — Man h) sol ouch wissen, daz gesetzt ist, swa ain burger
gen ainem usman ane umb gftt von andrer st6zz wegen hasse oder
a) Am Bande „no(tandum) u von Hand des 15. Jahrkundert*.
b) Hand von 1876.
c) Am Bande „notandnm u von Hand des 16. Jahrhnndert*.
d) ttbersehrift des 16. Jahrhusderts.
e) Hand von 1876. ♦
f) Am Bande „notandum u von Hand'des 16. Jahrhunderts.
g) Obereebrift des 16. Jahrhunderts.
h) Hand von 1876.
l ) 1377 Aug. 10.
*) 1372 April 23.
8 ) Vgl. 12. 23. 28.
Wnrtt. GeschichtsquelleD VIII. 3
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34 Art. 32-33.
vintschaft hat, und so denue der usman in die stat kumpt und der
burger daz vernimpt, so sol der burger gan zft dem burgermaister
oder zft etlichen dez ratz und sol den sagen und kanden, er hab
hasse gen dem usman, welher der denne ist, und sol si bitten gan
zft dem usman und dem sagen: ich hab hasse zft im oder er zft 5
mir und in bitten, daz er nicht me her in kum, e daz er sieh mit
mir verricht und versune oder mich sicher sag. Swenn daz dem
usman also geseit und verkftndet wirt, wil ez denne der usman nit
miden, er welle dennoch her in riten oder gan ane gelait und ane
fride, waz denne der burger dem usman tfit und sin heifer, dar an 10
frevelt er nicht, und welh burger dem usman zftlegen w61t dar inne
wider sinen neben burger, der sol und mftsse ain halp jar von der
stat sin.
Fol. 9 a. 32. — Wir a) haben ouch gesetzt, daz der burgermaister oder
Geleiterecht. welher denne burgermaister ist an siner stat oder der rat oder der 15
mertail dez ratz ainem ieglichen ussman von gilt wegen wol frid
und gelait in die stat geben mftgen ainest oder zwirent ane dez
clegers willen und wissent, wil er aber fftrbaz me jn die stat
wandlen und sich mit dem cleger nit richten, so sol im der burger-
maister noch der rat noch ieman andre firbaz kain gelait me 20
geben, denn mit dez clegers willen und wissent. Ist oucb der
usman in den dingen, daz er gelaitez begert untz daz er sin sach
durchet[!] und usgetreit, und sich denne danach den geltern mainet
entsagen und sich von der gegend ze ziehen oder sich sunst mainet
ze setzen an die st&t, da in nieman genoten mag, dem sol nieman 25
weder ainest noch kainest ane dez clegers willen frid noch gelait
geben. b)
Wie c) man allien usman von yult wegen ze rede setzen soU
33. — Es d) ist ouch gesetzt s welch burger zft ainem usman,
ez si herre, phaff, burger oder knecht von gftlt wegen ansprach 30
hab und in der burger darumb begert ze n8ten oder ze phenden,
so sol man vor denselben usman ze red dar umb setzen mit der
burger botten oder brief oder, ob er die wil her in kem, so sol
a) Hand von 1876.
b) Am Rande „notandum u von Hand dos 15. Jahrhunderts.
c) ttberscnrift del 35. Jahrhunderts.
d) Hand von 1370.
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Art. 34—36. 35
mau in selb ze red darumb setzen und im mit briefen kftnden oder
selb under ougen sagen, daz er sich mit den clegern richt mit
minne oder mit dem rechten oder man hab den clegern erlobt, daz
er in nftten und phenden sSlle, wenne er fftrbaz in die stat kern
5 oder wa er in iendert anderswa genSten oder gephenden m6cht uff
recht, und sAllen wir alle gemainUch dem selben da zfl raten und
faelfen naeh dez mertails dez rates erkantnftzze. 1 )
34. — Wir haben ouch me gesetzt, wer die sint, den fir Fol. 10 a,
den rat und an den rat mit dez gerichtz botten und der ainung Jeder muss
10 gebotten wirt, frowen oder mannen, spat oder frft, und die nach vor dein Rat
der kindung an den rat nit kemen, die wile der rat wert, si irr er8C emen *
denne ehaft not, die sftilen und raftssen ainen manod von der stat
sin; 8 ) und wer diu sach so heftig, wie si denne der rat oder der
mertail zft dem manod bessert, dez sftllent si ouch gehorsam sin,
15 si migen und wellen sich denne mit dem aide entslachen, daz ez
in nit gekAndet si, so sint sie dez mauls nichtz gebunden ze tftnd,
man mftg si denne ftber komen mit zwain erbern manne oder me. a)
Wem fur die ainung gebotten icirt. h)
35. — Es c) hant die burger ouch gesetzt, wem die ainunger
20 far sich gebietet und der nit kunipt, der sol und mfiz acht tag von
der stat sin, er welle sich denne mit dem aide da von nemen, daz
ez im nicht gekftndet oder hie haim nit gewesen si ; und wer ouch
dem ainunger nit gehSrsam sin w61t, der' sol und mfiz ouch acht
tag von der stat. d)
25 36. — Wir haben ouch gesetzt, welhi die sint, die dem rat Fol. 11a.
Abel redent 8 ) und den rat zichent daz si unrecht tugen oder main Schutz des
aid sien, oder welhi die weren, die dem rat nit gehorsam sin Rates vor tib "
ler Nachrede.
a) Am Rande „notandum K von Hand des 16. Jahrhnnderts.
b) Hand des 16. Jahrhnnderts.
c) Hand ron 1376.
d) Am Bande „notandum tt von Hand des 16. Jahrhnnderts.
*) ttber das PfSndungsrecht vgl. Ulmer UB. n, 95. 1331 Mai 29. Buch-
horner St.R. von 1275 bei Gengler, Stadtrechte p. 142 § 8 und Uberlinger St.R.
von 1275. Gengler 1. c. p. 496 § 8. Vgl. R. B. 65.
*) Zur Ladung vgl. Strassb. UB. I, 618 (3. Stadtrecht) § 14.
•) ftber Bussen wegen Verleumdung des Rates vgl. Ztiricher Stadtbilcher
<d. Zeller-Werdmiiller n, 78. 1384 MSrz 18, und Mftnchener St.R. ed. Auer
Nachtrag VII, 88. 1320.
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36 Art. 87-r39.
w6iten der sach, die si durch triae und durch gftt ze rat wurden,
welher da wider tate mit worten oder mit werken, and wa man
der stukke ieglichs war mocht maehen mit zwain erbeni mannen
oder mit me, 1 ) so sol ain ieglieher der daz verechult und dar an
ftinden wirt, der infizz ain viertail jam von der stat sin, und ob &
diu sache und diu rede so starch und so heffitig ist, so sol in und
mag in der rat zfi dem viertail jars bcssem und biissen, alz der
mertail dez ratez ze rat wirt, dez er denne ouch ane alle geverde
gehorsam sin sol, ez wer denne, daz der rat sin recht da fir
nemen w61t. 10
Von tt) ye/torsrt/ne iregen dez ratz.
37. — Da z(i b) liaben wir ouch me gesetzt, wer dem nieren
tail dez ratz nit gehorsam wer der ding, diu den rat zitlieh dtichte
oder dar unib sieh der rat erkent, wellhiu pin oder pftzz der rat
denne dem ungehorsame dar uber seh&phet, daz sol der selbc un- 15.
verzogenlieh nach dez rates haissen vollenden und tfln, welher aber
da wider wer, so sol der rat und aliu geinaind uff die aid, die wir
gesworn haben, den ungehorsaiuen da zu ndtcn, zwingen, untz er
dem rat gehorsam \virt. c)
Fol. 12 a denn d) der sprach, int wer unrecht ycschehen oder ze schirer 20
gestrauft, iraz pen etc.
38. — Es c) ist ouch me gesetzt, wenne ainem bessrung ge-
sehepfet wirt, und welher denne sprech, im wer unrecht beschcchen
und man hab in ze swer gebessert, der sol dar umb gebessert
werden, alz sieh der mertail dez ratz dar umb erkenet. 25-
Umb^ gentacht ze tibule.
Testament. 39. — Wir 2 ) g) der burgcrmaistcr, die richter, der rat und alle
burger gemainlich, rich und arm der stat ze rime veriehen offen-
a) ttbergchrlft des 16. .Tahrhnnderti*.
b) Hand ron 1870.
c) Am Bande „notandam u von Hand des 16. Jahrhunderts.
d) Cbersclirift des 16. Jahrhunderts. Der Anfang ist abgeschnitten.
<•) Hand Ton 1876.
f) ffberschrift des 16. Jahrhunderts.
K) Hand von 187fi.
J ) Vffl. Schroeder RG. 3. Aufl. p. 755, 766. Strassb. UB. I, 617 (2. St.R.)
§ 7, und Schlettstadter UB. I, 7. 1292 Dez. 7 n. 11. Item omne testimonium
duobii8 idoneis testibus est producendura et hoc do visu et audita.
'-) U. UB. II, 757. 1367 April 14.
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Art. 39. 37
lich und ainmuteclich und tuen kunt alien den, die ietzo lebent
und die heraach kftnftig werdent, die den brief an sehent, lesent
oder h5rent lesen, wan wir lange zit untz her in etlichen saclien,
wie ain man sins gfttz gewaltig sol sin oder wie er daz sinen
5 frAnden oder dureh siner sele willen ze ertaiien, verordnen oder
verschaffen m6cht, nit ainhellig sien gewesen, wie daz kraft und
macht s51t und m6cht ban, dar unib sien wir ietzo alle gemainlieh
rich und arm mit gfltem willen und mit wolbedacbtem sinne mit
ain ander ftber ain komen, wer der ist, der hie ze Ulme burger
10 oder her nach burger wurde, ez si phaff oder laie, wib oiler man,
alt oder jung, die ze iren tagen komen sint und die nit rechter lib
erben hant, und die gut hant, ligentz oder varentz gflt, aigen oder
lehen oder wie daz gehaissen oder genant ist, daz die daz sell)
ir gftt bi gesundem lib wol schaflen, ordnen, f&gen und geben
15 mftgent iren Mnden oder andem lAteu oder durch got oder durch
ir sele hails willen, und die daz ze dem minsten mit zwain richter
oder mit me besetzent, 1 ) verscbribent oder verschriben hais[s]ent,
! ) Zur Frage der Bezeugung eines Testamentes durch zwei Richter als
Zeugen und Satzleute vgl. U. UB. II, 115. 1333 Januar 29, wo diese Zahl und
Bestimmung zum erstenmal vorkomnit. Die Bestimmung selhst ist die letzte
Phase einer langen und nicht gleichm&ssig fortschreitenden Entwicklung des
Beweises bei Eigentumsiibertragungen. 1 Das Landrecht hat den Beweis ftir die
tfbertragung von Eigentum von Todes wegen ohne Unterscheidung von Mobilien
und Immobilien Swsp. L 22 * behandelt. (Vgl. Heusler, Institutionen des deut-
schen Privatrechts II p. 635 f., Beseler, Die Vergabungen von Todes wegen
p. 137—144, H. Siegel, Deutsche* Erbrecht p. 105—109.)
Der Beweis wnrde, wenn nicht durch Gerichtsurkunde, durch Zeugen oder
soustige besiegelte Urkunden erbracht.
1 K. Beyerle, Grundeigentumsverhiiltnisse und Burgerrecht ira m.a. Kon-
stanz I, 1. Das Salmannenrecht. 1900. § 5.
* Swsp. L. 22. „Ist daz ein man sinem friunde gfit schaflfen wil nach
sinem tode, wil er im daz sicher machen, er sol im srift daruber geben mit
endehaftn insigeln oder er sol fur sinen rihter vara oder fur sinen herren und
sol sine geziuge ziehen und ander die dabi sint gewesen" etc. — und weiter:
^Diu gabe heizst stete, diu vor dem rihter geschit. Diu heizst och stete, diu
mit der srift geschit, diu ist allerstetest diu mit der wer geschit." und weiter
*S. 312 : Ane des vogts ding mac nieman sein eigen hingeben, das es krafft mug
haben . . . (Diese, dem Vorhergehenden widersprechende Bestimmung ent-
atammt — und darauf ist in der Literatur bisher nicht hingewiesen — der
sog. editio princeps. Vgl. Lassberg p. X.) — Vgl. dazu Augsburger Stadtbuch
ed. Meyer p. 150 Abs. 2 (Hand V). Rudolf v. Freisings Stadt- und Landrechts-
buch cap. 19 p. 32. Dsp. 25. Abweichend Miinchener Stadtrecht ed. Auer
Art. 198 und Colmarer Stadtrecht von 1293. Gaupp, Stadtrechte p. 121 §§ 42. 43.
Hinzuweisen ist noch auf Strassburger Stadtrecht VI, Str. UB. IV, p. 114
§ 285.
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38 Art. 39.
daz daz allez kraft und macht sal und mag han, und daz dehaiii
unser richter dawider a) nit sin noch da wider nit ertailen sol, wan
a) Zusatz des 16. Jatarhunderts.
Die st&dtische Entwicklung in Ulm ist fur die Form der Erbringung de*
Beweises der ttbertragung von Eigentum durch Testament unabhangig voni
Landrecht zu andern Vorschriften gelangt.
Am Anfang steht in Ulm die reine Privatnrknnde. U. UB. I, 122. 1275-
Marz 29. Znr Bezeugong dieser Urkonde sind 3 Zeogen zugezogen. Die nachste
Urk. I, 124. 1277 Jnni 21, ist ebenfalls eine Privaturkunde. Zugezogen sind
4 Zeugen, darunter Ulrich der stete shriber. Zugesetzt ist dann: „und wan
wir niht insigels selbe haben, darumb so haben wir ze einer yestenunge der
utete insigel yon Ulme daran geleit". Es ergibt sich also, dass die Beurkun-
dung ohne Stadtsiegel durchaus noch geniigend erschien. Eine ftffentliche Be-
glaubigung solchen Verfahrens war nicht ndtig. Es mag dabei dahingestellt
bleiben, ob es sich tatsachlich in diesen beiden Fallen am Ulmer st&dtischen
Besitz gehandelt hat.
Die nachste Urkunde 1 schliesst nach dieser Bichtung hin jeden ZweifeF
aus. Der Ammann und die Gemeinde Ulm benrknnden die privatrechtliche-
ttbereignung einer Rente an das Kloster Salem seitens einer Ulmer Bilrgerin.
Zeuge ist nicht der urkundende minister, sondern 3 Richter und 4 Ulmer Biirger.
Der minister hat dann sein Siegel, nicht das der Stadt, angehSngt.
Es mag auch hier noch fraglich erscheinen, ob wir die drei Richter nur
als Urkundspersonen oder als Satzleute, vor denen die tJbereignung vollzogen
war, anzusehen haben. 2 Die nachste Privaturkunde* ist von dem Verk&ufer
selbst ausgestellt. In ihr treten als Zeugen auf 5 Priester, 1 Scholar, 4 Ulmer
Burger, ein M agister von Jungingen und der Ulmer Stadtechreiber. Beigefugt
ist das Ulmer Stadtsiegel.
Die nachste Privaturkunde einer Ulmer Burgerin* ist vom Minister und
8 Ulmer BUrgern mit dem Stadtsiegel beglaubigt, eine weitere 5 vom Minister
und 7 Burgern und ebenfalls mit dem Stadtsiegel versehen.
Wir wollen an dieser Stelle sofort feststellen, dass das Stadtsiegel bis
zum Jahre 1333, von dem an nur noch die Besiegelung durch Satzleute vor-
kommt nicht wieder verschwindet.
Eine neue Privaturkunde 6 wird vom minister, dem Biirgermeister und
3 Ulmer Ratsherren mit dem Stadtsiegel bekraftigt.
Die Privaturkunde von 1295 7 bringt wiederum 3 Btirger als Zeugen, der
Urkunde hangt das Stadtsiegel an.
1 U. UB. I, 130. 1279 Juni 24. Ulm.
2 Ich schliesse aus demselben Grunde Urkunden wie U. UB. I, 138. 1281
Mai 18 und ahnliche, in denen die Stadt Ulm Grundbesitz vergabt, aus.
8 U. UB. I, 147. 1284 Marz 25.
4 U. UB. I, 153. 1285 Mai 2.
6 U. UB. I, 166. 1290 Marz 26.
• U. UB. I, 175. 1293 Mai 22.
7 U. UB. I, 184. 1295 Marz 27.
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Art. 39. 39
wie daz geuiecht oder diu ordnung besetzt und volfurt si, daz daz
also belib und volfurt werd, ane allermcnglichs widerrede. l ) a >
a) Am Kande von Hand des 16. JahrhandorU: rerte folium.
*) Vgl. n. 40 and 264.
Kin neues Bild gibt die Urkunde des Truchsess von Geislingen, 1 die in Ulm
ausgestellt ist. Dort sindgenannt: Dez sint geziuge: (Es folgen 3 Namen) rihter ze
Ulme, sowie 4 andere Zeugen. Noch einmal werden dannBichter als Zeugen genannt*
Die Angelegenheit hat dann ihre Regelung in der ftlteBten una bekannten
St&dtrechtsaufzeichnung gefunden." Danach geniigt das Zeugnis eines Richters,
• wenn er als Satzman hinzugezogen worden ist, und solches Zeugnis kann auch
durch Eid nicht entkraftet werden.
In der tats&chlichen Entwicklung ist diese Vorschrift versch&rft worden.
Wir finden in dieser Zeit eine Reihe von verschiedenen Mtiglichkeiten der
Beglaubigung. 4
So finden wir im U. UB. I, 204. 1297 und 266. 1314 die interesBante Notiz,
dass es besondere Bestimmungen des Ulmischen Stadtrechts in Immobiliarsachen
gegeben haben muss, die sich im wesentlichen darauf bezogen, dass der Verkaufer
dem Kaufer BUrgen gegen etwaige Ansprache setzte. In den bekannten Ulmi-
schen Stadtrechtsaufzeichnungen findet sich eine solche Bestimmung nicht.
Mit dem Jahre 1333 setzt dann eine neue Phase der Entwicklung, die
letzte, die bis in die Zeit der Entstehung des roten Buchs hineinreicht, ein.
Obligatorische Zeugen fur Beurkundungen in Immobiliarsachen werden von
nun an Richter als Satzleute. 5 Charakteristisch ist dabei, dass mit dem-
selben Moment die Besiegelung mit dem Stadtsiegel aufhdrt. Dafiir tritt
die Besiegelung seitens der Satzleute mit ihrem Privatsiegel ein. 6 Die Zahl
der Satzleute schwankt im Anfang. So finden wir abwechselnd l, 7 2, 8 8° und
1 U. UB. I, 192. 1296 Juli 13.
8 U. UB. I, 194. 1296.
■ U. UB. I, 194. 1296 August 9. Ulmer St.R. fur Ravensburg p. 231.
Super quocumque etiam facto vel contractu aliquis iudicum testis vel sazman
exsistit, pro verissimo habeatur et probatio in contrarium vel iuramentum non
admittatur. Weiter findet sich die Bestimmung, dass der minister-Ammann
weder Zeuge noch Sazman sein darf. Nicht behandelt ist das Problem in der
Stadtrechtsaufzeichnung von 1255 August 21. U. UB. I, 73, die allerdings im
wesentlichen nur das Verhaltnis der Stadt zum Vogt behandelt. Das Saulgauer
Stadtrecht (siehe Anhang) hat dagegen die Bestimmung von 1296 cbenfalls auf-
genommen und nicht weitergebildet.
4 So kommt die Beglaubigung durch 7 Burger als Zeugen mit dem Siegel
des Ammanns vor (U. UB. I, 204. 1297 Dezember 1), hier ist die besondere
St^llung des Ammanns aus seiner Beteiligung an dem Verhandlungsobjekt
erklarlich, weitere Urkunden wie U. UB. I, 227. 1307, Ammann, BUrgermeister
und 8 btirgerliche Zeugen mit Stadtsiegel, wo es sich nach dem Tenor der Ur-
kunde nur um Beglaubigung der Privaturkunde als solcher handeln kann und
U. UB. I, 260. 1313.
* U. UB. II, 115. 1333.
tt Vgl. U. UB. U, 137. 1336. 160. 1337. 166. 1338. 171. 1338. 173.
1338 u. s. f.
7 U. UB. II, 208. 1841. 209. 1341. 237. 1343. 286. 1346. 340. 1349.
• U. UB. II, 115. 1333. 160. 1337. 171. 1338. 173. 1388. 244. 1343.
321. 1348. 347. 1350. 348. 1350. 368. 1851. 372. 1351 etc.
9 U. UB. II, 166. 1338.
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40 Art. 40.
Fol. 12b. 40. — Also dock, daz solich gemdchte zfi dem minsten all
Testament. W egen mit zwain richtem besetzet werden sullen, die under ougen bi
ainander sien, bi gesunden iMen alz wol alz bi siechen and sich uff
ir aids erkemien, daz solich gemdchte wol gesin muge, sinne, vemunft
und andrer sachen halb ungevarlich. Und wenn mid wie also solich 5
gemdchte nu furo nach miser statt recht verschriben mit zwain
richtem oder mer gegenw&rticlich bi ainander under ougen mit der
bekantw&ss e alz vorbegriffen ist besetzet und och mit iren insigeln
cersigelt werden, die sullen nach miser statt recht macht mid kraft
haben und htin und von kainem umrem richter widertailt werden 10
in dehain wise line alle gevdrde; und sol och dehain miser richter
der ietzo ist oder in ziten iemer gesetzt wirt, dehain gemdcht oder
gemdcht briefe allain besigeln oder mit im besetzen lassen, denne da
z& dem minsten ain ieglicher selb ander richter gegenwdrtig sien. Und
solich bekantntlss mid besatzung beschehe alz vor gelutet hSt ungevar- 15
lich. Beschdch es aber darumb von dehainem nnsrem richter immer,
es wer von vergessenhait oder andrer sache wegen, daz sdl dock
mikreftig und kraftlos haissen und sin in allwege, and doch also,
waz gemdchte bisher nach miser statt recht gemacht und besigelt
sind, daz och die fdrgang haben und deshalb nicht abgesprochen 20
werden siilln. Und sol dis vorder gesetzte uff disen hutigen tag, datum
ditz brief* angan. Geschehen uff sant Jdrgen tag anno domini mille-
simo CCCO™ vicesimo tercio. 1 )
') 1423 April 23. '
4 1 Richter. Allmahlich aber tritt die Zweizahl, die wir im roten Buch ja als
Vorschrift linden, in den Vordergrund. Man kann wohl sagen, dass sich das ,
Ifcstitut der Bezeugung von Immobiliargesch&ften durch 2 Satzleute in Ulm mit
dem Jahre 1360 durchgesetzt hat. Sie ist 1423 noch einmal bestatigt. Natarlich
bleibt danebcn die etwaige Beglaubigung durch Staats- oder Sta'dturkunde
bostehen.
Die weitere Entwicklung zeigt Art. 40 und 47, in denen die obligatorische
Beurkundung von Bezeugungen durch Richter in Form von besiegelten Urkunden
vorgeschrieben wurde (1384 und 1423).
Von hohem Interes.se ist natiirlich der Vergleich der Ulmer Entwicklung
mit der Konatanzer, die, wie es scheint, nach verschiedenen Richtungen hin
Ulm beeinflusst hat. Ulm ist der empfangende Teil bei dieser Befruchtung ge-
wesen. Hier mag nur darauf hingewiesen werden, dass an diesem Punkt keine
Einwirkung von Konstanz auf Ulm nachweisbar ist.
1 U. UB. II, 137. 1335.
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Art. 41—48. 41
41. 1 ) — Wer*> ouch, daz ieman, der hie ze Ulme burger wer Fol. 13 a.
oder der her nach burger wurde, wib oder man, alt oder jung, der Testament.
zft wnen tagen komen wer, und der nit rechter lib erben het und
der in siechtagen oder in krankhait viel oder an sin totbett kem
5 und der sin gftt durch Got oder durch siner sel willen oder sinen
frfinden oder wem er daz gfcnndi, ordnen, schaffen oder fugen w61t,
der sol und mag ze dem rainsten zwen richter oder ob ir me wer,
zft im besenden und daz gemaecht und die ordnung vor in tftn und
mit in besetzen, und dunkt denne die selben zwen richter oder ob
10 ir me wer, uf die aid, die si dem gericht gesworn hant, daz der
oder die aelbe person in der beschaidenhait und bi iren sinnen alz
wol und alz sinneclich sien, so sol diu selb ordnung und gemecht
ouch kraft und macht han und doch also, waz ain iegiich persone
bi gesundem libe also ordnet oder verschaft, daz die denne an dem
15 siech bett dehaines weges mindern noch verkern sol noeh mag, wan
in der wise, alz da denne verschriben und besetzt wirt.
42, 1 ) — Wa ouch der b) wer, daz ain man oder ain wibe, Testament.
die kind heten oder nit oder der ain witwer oder ain witwe weren
oder nit oder die an ir siechbet kemen, daz die ir varent gftt an
20 dem siechbett oder ob si wend bi gesundem libe wol ze ertailen,
verordnen oder verschaffen migent durch Got oder ir sel hails willen
oder wem si wellent und doch also, daz si daz ze dem minsten
vor zwain ricbtern oder vor me tftn, und daz besetzen sAllent, und
dunkt denne die selben zwen richter oder ob ir me wer uff ir aide
25 die si zft dem gericht gesworn hant, daz der selb man oder wib
in der beschaidenhait und alz wol bi sinne und witzen sien, so sol
diu selb ordnung und daz gemecht ouch craft und macht ban. 2 )
43. — JJ7r c) die buryermaister und rdte der xtatt Ultne haben ° '
ftiryenomen den yebrechen, der hie ze Ulme nu ettrielany zitz ff etresen im A^ eie ^ lt
a) Hand von 1376.
b) Korrigiert aus „daf: u .
0) Neue, spatere Hand.
1 ) U. UB. n, 757. April 14 1367.
8 ) Die Art. 39, 41 und 42 finden sich fast wortlich V. Vti. II, 757. 1367
April 14; der dort vorhandene Schluss iiber das Testieralter stent im roten
Bucb 44. Anf die Kongruenz hat bereits in einer Randbemerkung die Hand
des 18. Jahrhunderts hingewiesen. Sie hat also das Ulmer Stadtarchiv gekannt.
Vgl. iin ttbrigen Swsp. L. Art. 164. 165.
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42 Art 43,
ist zwischen wittwen und iren kinden, so ain man hie ze Ulme von
tode abgieng, der unit dehainem gedinge zd sinem elichen wib komen
was noch dehain gemdcht getdn hett, daz denne da zwischen nv&ter
und kinden vil irrung ward in meniger hannd wise, wan ainer varent
gfit der ander ligends, etUicher baidi, verliessen; und haben darumbe 5
Ans, hnserm volke und unsern nachkommen ze gemainem nutz und solich
unser[m] volke in gilt unterschaidenlich gewonhait und recht ze
setzen ain solich gesetzte und ordnung tins, miser statt und unsern
burgern, die ietzo sind oder in k&nftigen ziten werdent, gemachet,
gesetzet und gettin, und ivelle noch daz halten und dabi beliben untz 10
an miser oder unser nachkommen widerrHfen ungevarlich in der wise,
so hemachgeschriben st&t.
Bi dem ersten. So setzen wir, waz l&te und elicher gemdchit
unsrer burger mit gedinge zesamen komen sind oder nu f&ro kotnent,
waz gedinge die denn zwischen ir in iren hiraiten bedingent, machent 15
oder beredent, oder ivie die kirait zwischen ir verschriben werdent,
doch alles nach unser statt recht wie si ir gut uff ainander erben
sullen, daz sol also beliben und nicht qbgesprochen werden, wenne ir
ains von tode abgat oder erstirbet ane alle gevdrde.
Beschicht och daz, daz etliche gemdchit die unser burger weren, 20
am gedinge mid slechticlich nach unser statt recht ze somen kommen
weren oder noch f&ro zesamen kdmen, und $az die denne baide bi
ir baider libe und leben dehainerlai gemdcht doch nach unser statt
recht zwischen ir machoten oder tdten, wie ir ieglichs, so daz ander
von tode abgienge mit iren kinden oder ane ire kinde beliben, aid 25
waz es ufheben solte, oder wer es, daz die mit geding ze samen komen
weren, alz vorbegriffen ist, soliche ire gedinge ennderten mit ir baider
wiUen und bi ir baider leben, und daz aber nach unser statt recht
verschriben, wie daz denne gemachet oder verschriben were, oder
ivurde, alz vorbegriffen ist nach unser statt recht, dabi sdlte es 30
aber bdiben und nicht abgesprochen werden ungevarlich, so es zil
fcUlen kdme.
Daruff und nach dem so bedingen und behalten wir voruss
ainem ieglichen elichen man, dem sin elich wibe von tode abgdt und
bi irem leben, er habe kind oder nicht, den gewalte und daz recht, 35
daz ain ieglich man mit sinem gilt und von sins g&tz wegen bis her
Fol. 13c. a) gehept hat nach unser statt recht, gewonhait und herkomen, \ nu f&ro
dabi ze beliben in soldier mass, daz ditz gesetzte disen gegenw&rtigen
a) Die Seite ist stark beschnitten.
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Art. 43. 43
artikel darinne und daran dehains wegs letzen mid verseren sol in
dehain wise ane alle gevdrde;
und setzen und machen daruff, wa nu firbasser ain elich
man, der unser burger ist hie ze Ulme, vor sinem elichen wibe von
5 tode abgdt und erstirbt und nicht elicher kinde nach sinem tod hinder
im verlat, und die och mit dehainem gedinge in dem hirait sunder
schlechticlich [in] unser statt recht ze somen kommen sind und dehain
gemdchte getdn hctnd, alz denne hie [vor] gelutet Mt, waz denne der
man ligends oder varentz glitz nach sinem tode verldt, trie daz denne
10 genant ist, daz alles und ieglichs sol sin elich wibe rechter erbe haissen
und sin und nieme[n] anders, wan si daz nach miser statt recht uff
ainander erben sdllen vor menglich daran ungeirret.
Welch man aber hie ze Ulme, der unser burger und zi sinent
elichen wibe schlechticlich [in] miser statt recht one gedinge komen
15 ist, und die bi iren leptagen nicht gemdcht getdn h&nd, als vor och
begriffen ist, vor sinem elichen wibe von tode abgdt und erstirbet und
eliche kinde, s&ne oder tdchtem, nach sinem tode verlat, ist denne, daz
sin eliche wittwe bi iren kinden an wittwen stile sitzen und beliben
wil, und alle die wile si bi iren kinden an irem erbern wittwen stile
20 sitzet und sich redlich haltet mit iren kinden, so sol und mag si, ob
si wil, mit gunst und tvillen der kinde, irer frivnde oder der pfleger,
die in von dem rate gesetzet wurden, bi iren kinden an wittwen stile
sitzen und kinde und gits geivaltig sin und och [diu] kinde davon
erberclich juren, Ziehen und beraten nach gemainer frimde und der
25 pfieger [rdt], also daz si alter jdrlich zfi dem minsten ainest der kinde
nechsten frdnde von vattermag und von m&termag, und och den
pflegem, alz vorbegriffen ist, erber und usrichtig rechnung von [dem]
git t&n sol, die ze bewisen weder sich daz git gemindert oder gemeret
habe, als wie es da[mit] gestalt si. Wenne sich aber dehain solich
30 wittwe an irem witttvenstile alz unredlich h[ielte] oder iren kinden
alz unnutzlich were, daz sich ain rdte erkannte, daz si unbillich bi den
kinden sdsse, so sol sich ain iegliche wittwe ane verziehen also von iren
kinden sundern und schaiden, und wenne sich ain iegliche wittwe also in
solicher wise von iren kinden sundert, oder ob sich aine sust von iren
35 kinden sundern und schaiden wdlte, zi welcherlai anderm wesen si sich
cerkerte, gaistlichem oder weltlichetn, old bi iren kinden nicht sitzen
wdlte, wo denne nicht bedinge der hirait oder gemdchte geschehen weren,
so sol ainer ieglichen solichen wittwen ir klainat, gewannde und gepennde,
daz denne zi irem libe gehorte, vorus volgen und sol si denne f&ro
40 mit iren kinden, ir si oil aid l&tzel, knaben oder tdchtem, si haben
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u
Art. 44—45.
ligent oder varent gut, old si baide, daz denne der man siner wittwen
mid kinden verlassen heft, aid waz gtttz ain ieglicher verliesse, ain
kinds haissen und sin, mid des dberigen gtltz alien, iber ir klainat,
gewannd und gepemide, alz vorbegriffen ist, ez sie aigen, ligent g&te
oder varent g&te, schidd, gMt, barschaft, korn, vich, husrit, silber- 5
geschirre, bettgewdt, federwdt, pfenning oder pfennings wert, Main und
och gross, nichtzit usgenommen, wie daz namen hat mit iren kinden an
gUchen taile stan und ir an dem allem und ieglichem ah vil alz ainem
kinde und ieglichem kinde alz vil alz ir werden und gefaUen am (Men
Fol. 13 d. intrag und beswdrung menglichs in alle \ wege ane alle gevdrde; und 10
daz siillen och wir und unser richter fiir imser verschriben gesetzte
und statt recht halten und han alle die wile und daz von Ans nicht
widerrtift und abgetdn ist und dawider nicht sprechen noch tun aber
ungevarlich; dock in dem nssgesetzet, der lehen, wa lehen weren, daz
die ditz gesetzte nicht beriiren und iederman zfi den lehen und von 15
der lehen ivegen behalten und unverdingt haissen und sin sdllen, wer
denn recht darzu hat, ane alle geverde. Geschehn uff sant J6rgen
tag anno domini etc. CCCC ,no vicesimo tercio. 1 )*)
Fol. 14a. [Wie man] tochtfeni] . . . #r a) g At verschaffen mag.
Testier- J. J.. — Und bJ welh knab oder tochtcr ir gflt also verschaffen 20
fahigkeit. w 61ten, die sullen ze dem minsten alz alt sin und nit jhnger, daz
ist ain knab achtzehen jar und aines manodes alt, und ain toehter
sechzehen jar und aitts manodes alt, und welhi daz alter also hant,
der gemecht sol und mag ouch kraft han und ouch macht, und
sint ouch wol ze iren tagcn koiuen. 8 ) 25
ain c) gemeht ze tund also dnz die schiddner vor bezalt sullen werden.
Nachlass- IS* — Der d) burgermaister und die ret grozz und clain flint
recht. gemainlich ze rat worden und hant ouch gesetzt durch redlichs
a) t)berschrift dew 15. Jahrhunderts. Der Anfang ist abgeschnitten.
b) Hand von 1876.
c) ttberschrift des 16. Jahrhunderts.
d) Hand von 1S7C.
1 ) 1423 April 23.
2 ) Vgl. Swsp. L. 5. 147. 168.
3 ) Vgl. U. UB. II, 757. 1367 April 14. Vgl. dazu Gaupp, St.R. I, p. 120.
Colniarer St.R. von 1293 § 32 (15 Jahre). Ebenso Augsburger Stadtbuch ed.
Meyer Art. LXVIII. Dagegen ist in Augsburg das Miindigkeitsalter im Nachtrag
zu LXXII p. 141 auf 13 Jahre herabgesetzt.
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Art, 46. 45
ntitzes willen unci oueh dar umb, daz dez minder unwillez hie si
oder uffstand, also daz dehain burger lrie ze Ulme weder man noch
frow noeb nieman, der burger hie ist, nft fbrbaz me von hiut disem
tag debain sin gftt, wie daz genant ist, weder verscbriben, ver-
5 maehen noch dehaiuerlai bewisung, ordnung noch gemeeht nit tftn
sol, weder sinem wip noch sinen kindc-n noch nieman andre, es si
mit briefen oder ane brief, wan daz er mit namen dar an sehriben
und usgedingen sol, daz man die geltcr vor an shlle bezallen, wer
daz aber dar Aber tat, der sol und mftz fAnf jar von der statt sin
10 und finfzig phund haller geben und sol dennoch daz selb gemecht
und versehriben kain kraft noch macht nit ban in dehain wise;
und welh unser burger, er wer riehter oder nit, dar Aber dehain
andern brief besigelti, der sol und mflz ain jar von der stat sin und
zehen phund haller geben, und daz wellen wir stet haben und
15 nit ab Ian uff die aid, die wir gesworn haben.
E$*> were dtnne, daz sick ain riehter and kain ander burger,
der sdlich brief versigelt het, mit dem aide des entschlachen und da
con geneinen mftht, das im daz ungevarlich widerfaren were und do
ze mdl dar umb niht gewist hab; der oder die selben riehter sAllen
20 denne der pen niht verf alien sin. Dock mit solicher beschaidenkeit,
daz der oder die selben briefe, ordnung und gemdht dennoht weder
krafft noch maht haben sdllen. 1 )
46. — Es b) ist ouch gesetzt, wa ain man oder ain frow, die Fol. 14b*
burger hie sint, und kind bant, sftn oder tSchtran, die zft iren tagen Heirats-
25 nit komen sint, wer zfl den stdsset, e daz si zft iren tagen koinent ™ r *> ot
ane vatter und ane mftter rat und wissen, oder ob si vatter noch ..., .
ii , j jannge.
mftter nit enhant und zft in stosset ane ir nechsten frund rat, wer
daz tftt oder daz sohaffot getan, der sol und mftzz fAnf jar von der
stat sin und dennochj waz daz kind gfttes hat, ez si aigen oder
30 lechen, ligendes oder varends gftt, daz sol endriu geswistergit an
fallen, hat ez aber nit geswistergit, so sol es ander sin Mnde an
gevallen ane widerrede.
Were e) aber, daz ain knob oder tochter solich ding tun udlte,
oder teten, die vatter oder muter heten, die zu iren tagen komen
a) Von bier an wenig spaterer Zusatz.
b) Diese Buckseite dee Foliutns enthti.lt auch den roten AnfangsbuchBtuben in der
erg ten Eintragung, die Richer znr ursprunglichen Anlage des roten Buchs durch dip Hand von
1S70 gehort.
c) Das folgende fast gleiebzeitiger Zusatz.
') Vgl. oben n. 39 und p. B7 ff.
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46 Art. 47-48.
wdren, ane vatter oder muter witten, wer denne da bi were oder dar zik
hdlf odtr riet, der sol der vorgenanten pene verfallen sin. 1 )
Beweis- 47. — Wir*> der burgermaister und der rSt grosser und klainer
urkunden. der stat ze Ulrne sien ainhettiklich ze raut warden und haben gesetzt
durch k&nftigs nutz witten unser und unser stat, und och umb daz, das 5
arm und riche hie ze Ulrne dest glichers widerfar und daz kainer sache
dest minder vergessen werdt, waz nu fdrbaz mer van hint dent tag, alz
disiu gesetzt beschechen ist f mil unsern zwelf richtern 8 ) ir ainem oder
mer oder mit der genanten ainem oder mer besetzt wirt, waz sach daz
war, daz diu selb besalzunge niht lenger denne jar und tag daz nehst 10
nach der besatzunge kraft und maht haben sol, es si define daz diu selb
besatzunge mit brief en verschriben oder mit richter oder genanten insigln
verschriben werde oder aber, daz gedenk brief denne ze mal dar umb
gegeben wer den; und die gesetzt su%en und wellen wir uff die aide, die
rich und arm gesworn hant, stat flatten. Daz geschach dez nehsten sdne~ 15
tags vor unser vrowen tag purificationis. Anno etc. LXXXIIII .*)*)*)*)
Fol. 15a. Von h) nersprechenx wegen der zunftmaister.
48. — Der c) burgermaister und der rat und alle burger ge-
mainlich hie ze Ulrne sien ze rat worden, und hant gesetzt, waz
ain ieglieher zunftmaister hie ze Ulrne und sin undertan gemainlich 20
oder besunder ain an der versproehen, verhaissen oder vertrost heten
ft) Neue Hand. Am Bftnde „lit nit*,
b) tfberschrlft des 15. Jfthrhnnderts.
o) Hand von 1S76.
') Vgl. Freiburger StR. von 1293 § 16: swer eins burgers tohter, die under
vierzehn jaren ist, nimt ze der ee, ane irs Tatters willen oder ir muoter, ob der
ratter tot ist, der sol niemer enhein recht ze Friburg gewinnen.
') Vgl. Schwsp. L. 172 Von den zwelfen, die gerihtes helfen. Die Be-
stimmung fehlt im D. 170.
8 ) 1384 Januar 31.
4 ) Gedruckt in Jagers Juristisches Magazin fiir die deutschen Keicbsstadte
Bd. Ill, 1793, p. 499. 500.
6 ) Vgl. oben Anm. zu Art 39 und Strassburger UB. I, 617 § 24, sowie
Augsburger Stadtbuch ed. Meyer p. 189. Falls Urkunden notig sind, soil man
Oerichtsurkunden ausstellen, „swes gerihtes ez denne ist, es waere denne, daz
diu sache uf dem lande were, und man phandunge vorhte, da sol man der stet
brief umbe geben, die sint baz erchant den der rihtere und geloubt in gerner u .
8 ) Vgl. auch Schlettstadter St.R. I, 7. 1292. 71 (Urkunden unter Brief
und Siegel der Stadt bei Erbangelegenheiten). Nach I, 33. 1347 Dez. 12 geniigte
<las Siegel schon allein.
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Art. 49—50. 47
oder wider ain ander gesetzt h&ten von aiiis zunftuiaisterB wegen
ze kiesent und ze wellent, oder daz si dez iemen under in sicher
h&ten geseit, daz daz allez gentzlichen ab sol sin, und daz ain
ieglicher hie ze Ulme sin sol bi sinem zunftmaister, bi dem er
5 billich sin sol, alz daz mit gewonhait her komen ist, und daz dehain
zunftmaister noch dehain ir undertan dehainer slacht teding, gesetzt,
trostung noch geding fftrbaz machen noch han shllen, ainen zunft-
maister ze nement und ze wellent, wan daz ain ieglicher uf den
aid us setzen und niemen sol ungevarlich usser ain ieglicher zunft,
10 der in aller best da zft dunkt, nieman ze lieb noch ze laid noch
umb dehainerlai sach; wer daz ftberfur oder welher also gevarlich
mit gedingde hin dan gesundret, Aberhebt und us gesetzt wurd,
der sol und mftz ain jar von der stat sin und zehen phund haller
geben.
15 49. — Wer ouch daz ieinan in ainer zunft nit ffigti ze sin Fahren au«
und under ain ander zunft w81t, der sol vor offeni rat ze den einer Zunft
hailigen swern, daz er ez dar umb tiie, daz er fftrcht, daz man in in ^ e andere -
ze zunftmaister nemend werd; und wenne er daz gesweret, so mag
er denne wol in ain ander zunft komen. 1 )
20 Ob a> ain burger con der stat far en wolte. Fol. lob.
oO. — Welh b) burger ouch von der stat vam wSlt, und dem
hie nit fugti ze beliben, der sol fir den rat gan und sol sprechen:
ir herren mir fftgt nit lenger hie ze sin, dar umb bedrachten, waz
diu stat schuldig si, dar an wil ich, waz mich an geburt, minen tail
25 ungevarlichen gerne richten. Und wer daz tftt, ez si frowe oder
man und den burgern git oder verbhrget, waz an in geburt, und
ob siniu zil us sint, der vert wol sin strass ane iiTung der burger,
wa er wil. c) *)
a)iCbersohrift des 16. Jahrhunderts.
b) Auch die Buokseite dieses Foliums hat rote Anfangsbuchstaben, Hand tod 1370.
C) Die Eintragung 1st wie die ganze Seite kreuzweis durchgtrichen. Am Bande steht
von Hand des 15. Jahrhunderts „notandum."
! ) Gedrackt bei Jager, Juristisches Magazin far die deutscben Reichsst&dte
Bd. HI, 1793, p. 600. Vgl. Zuricher Stadtbttcher ni, 66. 1414 Dezember 8.
2 ) Zq den Bestimnrangen liber das Aufgeben des Burgerrechtes vgl. Augs-
burger Stadtbuch Nachtrag XIV, p. 255 (1374). Weiter Greiner, Das altere
Recht der Reichsstadt Rottweil 248 (1424), 263 und 270. Vgl. R. B. 54.
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48 Art. 51—52.
Strafe fttr 51. — Ouch*' haiit die burger gesetzt, <larumb b ' daz diu stat
feindliches kftmbernAzz und arbait ftberhept werde, welher unser burger burg-
Aufgeben des rec ht uff geb, oder sieh sus von der stat zftg, und rich der rat er-
mge eci8 *] can ^ ^ az ez j n widerwertikait gesehehen wer, der sol dehain rin
gftt, wie daz genant ist, daz in dein zehenden ist gelegen, gen de- 5
hainem usman deweder versetzcn, verkAmbern noeh verkoufen, noeh
den nit fugen, noch geben, und alz vil ouch dez gtitz aigen were,
daz sol er von dehain em herre noeh eloster noeh von nienien, er
si gaistlieh oder wcltlieh ze lehen nit macheii, noeh von den ent-
pfahen noeh daz nit sehaffen getan in dehain wise und c) sol oueh 10
daz sell) allez sin ligend gftt danaeh in jars frist dem nechsten
unsern ingesessen burgeni ze koufent geben; wer daz aber dariiber
tet oder daz also nit verkoutte, so sol daz sclb allez sin gftt der
statt gemainlieh gentzlich vervallen sin und s611en dennoeht der
oder die selben die daz also getan und hberfaren hetten, in dis 15
statt nimmer me komen. d)I )
Steuerpflicht. 52. — Es 0) hant oueh die burger gesetzt, wer ainen manod
husheblieh hie sitzet, der sol und mftz sturen und dienen alz ain
ander burger hie, und da naeh alz sieh der rat denne erkent. 2 )
a) Hand you 1376.
b) Von „darnmb — werde" und Ton n und aich — geecheben wer" 1st Ton derselben Hand
flbergescbrieben.
c) Von deraelben Hand ist Ton „ und — geben- und von „oder dax — verkoufte" ttber-
gegcbrieben.
d) Am Band a von Hand des 15. Jahrbunderta notandum.
0) Hand von 1S7A.
1 ) t)ber die Beschrankung der toten Hand beim Erwerb von Grnndeigen-
tum vgl. Buchhorner St.R. von 1299. Gengler, p. 142 § 6. Munchener St.R.
ed. Auer, Nachtrag VI, 94 (1322). Greiner, Das altere Recht der Reichsstadt Rott-
weil 85 (1375). Diehl, Esslinger UB. I. 592. Urk. Ludwigs fur Esslingen 1330
April 1. Vgl. auch ebenda I, 801. 1345 April 18 und Liinig, Reichsarchiv XIII,
p. 499. 1373. Schaffhauser Richtebrief ed. J. Meyer 133. Dass die tote Hand
^enkein hus noeh hofstat noeh garten ine koufen suln ir klouster aid baser ze
witronne. Wer aber das in durch Got aid von iemanne von sinem kinde aid
dekein wis hns, hofstat aid garte gegeben wurde, das suln si inrunt iare und
tage verkoufen ane geverde. Unde beten si des niht, das hievor geschriben ist,
so sol der rate, der danne sizzet, gebunden sin bi dem eide, das guot in sin
gewalt ze nemenne unz es verkoufet wirt ane alle geverde." Vgl. Ztiricher R.Br.
Helvet. Bibl. II, 1735, p. 64. 65. Ott, Arch. f. S. R. V, p. 215 n. 11 ff.
2 ) Gedruckt in Jagers Juristisches Magazin fur die deutschen Reichsstadte
1793, Bd. Ill, p. 501. Zur Steuerpflicht vgl. das bisher ungedruckte Arboner Stadt-
recht von 1256 Januar 29 (Or. im Arboner Gemeindearchiv), das mir in einera
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Ait. 53—54. 49
[Vo]n itffyeben d/fs burgrechtS* Fol. 16 a.
53. — l)er b) burgmnaister, dor rat, und mit den dor alt rat. Feindlichea
sint alio gemainlich mit ain an dor Abor ain komoii und bant gosot/t, Aufsu & ou
welch burger bie ze Ulnio, or si rich oder armo, gewaltig oder un- L5 \ , /*
5 gevvaltig, burgrecht uf gobo odor ut'santi mit sinein botton oder briefen
odor sell) under ougon, und siob dor rat odor dor merer tail dez
ratz hie ze UJme erkanti, daz or daz dar uiub xH odor gotan liett.
daz er dem rat ungehorsam w61t sin, oder dureh krieg oder dureh
widerwertikait willen, in weloh wise daz wer; dor odor die solium,
10 ir wer ainer oder me, sAllent da naeh in fAnf jaren don lieehsten
gen Time in die stat nimer komen noeh in den selben tunf jaren
wider ze burger dureh kain not noeh dureh dehain saeh nit ge-
nomen noeh enphangen sol werden lift" die aid, die wir alle arm
und rich ain ander gesworn habon ; und welh unser burger, er wer
15 arm oder rich, gewaltig oder ungewaltig, der da naeh wArbi oder
stalti mit worten oder mit werken, daz der selben dehainer in den
selben fAnf jaren wider ze burger enphangen solt werden oder wider
in die stat solt komen, dor sol und mftzz ain lialb jar von der stat
sin und zehen pluind bailor geben. 1 )
20 Von c) uf geben des burger rcchtz,
o4. — Wir d) haben ouch gesotzt, welh burger li 11* ze Time,
frowe oder man, burgreht utf geben wil, dor sol iur don rat gan und
a) Uberschrift des 16. Jahrhundorts. Der An fang 1st abgesi'linitteo.
b) Hand tod 1376.
c) tTberschrift des 16. .Tahrhundcrt*.
d) Hand von 1376.
Sonderabzug, veranstaltet von Prof. K. Beyerlo, (lurch Ilerrn Prof. (t. v. Below
mitgeteilt ist, § 18. Item dicimus, quod omnes, qui sunt in civitate, debent
vigilare et dare sturam et vigilias praeter curias prcdictas et familiam dumino-
rum nost-rorura. Vgl. weiter Buehhorner St.B. von 1275. (Jengler p. 141
§ 5. Ol)erlinger St.R. von 1275 1. c, p. 495 § 5. Ahulic.h Hageuauer St.R.
p. 104. Pfullendorfer Stadtreeht von 1220. Ciengler 1. c. p. 355 § 5. Auirs-
burger St.R. ed. Meyer Art. 24 und Anm. 2. 3. Sehaffhauseiier Richtebrief ed.
J. Meyer 76. Swer ze Schaphusen burger ist nude doch bie scshaft uiht euist,
es si ritter aid burger: das der litter mit dicn rittern, der burger mit dien
burgern dienen suln, von allem ir guote naeh beseheidenheit als an der die
burger, die ze Shapbusen scshaft suit. Vgl.ZiiiicherR.Br.Helvet.Bibl.il, 17:35,
p. 31 n. 71. Vgl. Ott, Arch. f. S. Gesch. V, p. 216 n. 16. Vgl. auch n. 73.
*) U. UB. IT, 7. 1316 Mai 31. Mutwillige Aufgabe des Burgerreehts
schliesst auf 5 Jahre von der Wiederaufnahme aus. V«rl. V. UB. II, 1088. 1378
Nov. 15 (kostet 200 ft. ungar. und behem.). Vgl. U. UB. U, 1090. 1378 Nov. 22.
(kostet 100 fl.). F. UB. II, 1091. 1378 Dez. 3 (kostet 50 ft hi. l\ \V.)
Wflrtt. Geechiclitsqiiollcn VI IT. 4
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50 Art. 55—56.
sol sprechen : ir herren rnir ftigt hie nit ze sin und bitt iuch, daz
ir burgrecht von niir uf nemen. So sullen noch m&gen wir von
dcliaiuein burgrecht uf nemen noch ledig lassen, e daz der selb
burger, ez si trow oder man, den burgern gerieht und gebeu bat
dri stir, alz vil er der jungsten gautzen %) yestrornen stivr gebeu hat 5
mit baren ballern oder niit gftten pbanden, und welber daz also
tftt, der vert denn wol sin strasse, wa bin er wil, ob siniu jar us
sint, und wenn sich der fYirbaz ainen manod in der stat entbalt,
der sol oueb denn sthren und dienen alz an der burger, und sien
ouch deni sclben nichtz gebunden ze versprecben deweder an ir lib 10
noch an ir gftt denn nacli gastez reht, ez si denn, daz er sin markt-
reclit wider enpfahe. 1 )
Fol. 1(H). oo. — Man b) sol ouch wisscn, swelcli burger oder burgerin
Vcrhot der sin gftt git oder verkoufet, daz in der stur ist gelegen und in deni
A c iau.ss('ning ye |, eiK | eilj ki os tern, munchen, phaflfen oder nunnen, der sol und 15
■fl^uv m ^ zz von fcdein |ihuiicl alz daz gftt ist gebeu, ffcnf schilling bailer
(t rundstttcke n e ^ 011 lln( ' s °l d° r kouf oder daz geben kain kraft ban-, und wer
an die t.otn daz gftt niisset, der sol ez ouch verdienen und versturen.
Hand.
steiior. 060 — Ouch e) Juiben wir gesetzt, wer der ist, ez si man oder
frow, juny oder alt, der hie ze Vim erzogen und der stat hind ist und 20
der hie ze Vim ist oder sin wil, der sol stdren und dienen und aUe
ander sack halten, liden und tun alz ander unser tnitburger, nichtz
usgenomen; welher daz nicht tat oder nit Uhi w6lt, der sol usser der
stat und uz dem zehenden sin und darin nimer komen noch yelassen
werden, er hab ez denn vor gelopt und verhaissen ze tund und ze 2r>
halten d. Actum feria secunda ante Bartholomei, anno LXXVII" 10 . 2 )
a) Von „gantzen — hat" stent auf Rasur und ist sp&terer Nachtrag.
b) Hat eb en falls den roten Anfangsbuchstaben des 1. Abschnittea von Hand von 1376.
c) Hand von 1S76.
') Gedruckt in Ja#ers .Jurist. Mag. f. d. d. Reichastadte 1793 Bd. Ill, p. 502.
Zur Steuerpflicht beim Verlasaen der Stadt vgl. Munchener St.R. cd. Auer 460
(Nachtrag uach 1347). Ftir Strafen we^en unbewilligten Weirziehens aus der
Stadt vtfl. ZUriclier Stadtbiioher I, 227. 1336 Okt. 23. V^l. R. B. 50.
'-') 1377 August 22.
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Art. 57—60. 51
57. - - Es wnrt ouch gesetzt von dem rat, wer der ist, der Fol. 17 a.
dehain sin gftt, wie daz gftt gehaizzen ist, ainem ze koufent git Betray hoi
oder versetzt, ez si vor riehtern oder sunst, und denne danach zft Imni0 ^ lll<MI -
vert und daz selb gftt ainem andern git oder versetzt fftr ledig und
r> fftr loz, und ainen also e,ffet; wer der ist, der daz tftt, der sol und
mftzz ain jar von der' stat sin und zehen phund haller geben, hat
er aher der haller niclit, so sol er alz lang von der stat sin untz
er die haller bezalt hat. 1 )
Stct[rechner]f )
in 58. Wir haben ouch gesetzt, daz kain reehner noeli nieman stadtgnt-
andre der stet gftt nienan geben sol ane dez ratz willen, denne
daz der stat ding ist und die burger gemainlich an trift ane alle
geverde. 2 )
59. — Wir** haben och gesetzt (lurch frid und yemachs willen Fol. 17 b.
15 armer und richer hie ze Ulme, was nu f&rbas mer hie ze Ulme verlaist D er Bat
wirt, daz sich ain ieglicher wirt gen den $elbe?i, die also bi im laistent haft keine
hi sdlicher masse versorgen sol, daz er sins geltz gewiss si und daz selb \ .,
mug in bringen, wan mit namen der rat nieman dar zt% helfen toil. V01I Gaston.
Diu gesetzt beschach an dunrstag vor Galli Anno etc. LXXXV. 3 ).
■20 60. — Wir** der burgermaister und grosser und clainer rat der Auswartigc
stat ze Ulme haben f&r uns genomen zAktinftig widerwdrtikait widKriegsdienste
och schaden unser stat, die von den unsern ufferstan mugen f&r- Yon Biirgcm.
komen und understanden, umb das haben wir gesetzt, welher unser
burger oder burgers sun, er si von den burgern oder z&nften nu
-2b f&rbaz mer sich zti dehainem herren, ritter oder knehte oder anderm
usstnan verphlichie in ainem kriege oder dez diener, heifer oder kncht
wurd, ane erloben ains burgermaister s und rats hie ze Ulme, daz der
a) tJberschrift de« 15. Jahrhunderts.
b) Neue Hand.
*) Vgl. n. 39. 40 und besonders Greiner, Das Sltere Beclit der Rchst. Rott-
weil 267. Meyer, Augsburger Stadtbuch p. 226.
*) Gedruckt in J&gers Jur. Magazin fur d. d. Reichastadte Bd. Ill, 1793,
p. 502. Vgl. auch Augsburger Stadtbuch Nachtrag XV, 1376, p. 255.
') 12. Oktober 1385. Zur Leistung vgl. Mtinchener Stadtreeht ed. Auer
-303 und VII, 37 >(vor 1347).
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52 Art. 61—64.
in f&nf jaren den nehsten in wiser stat noch in unsern zechendeit
niht mer komen sol und nach den ffaif jaren an a ins rats gnad*.
Actum feria sexta ante diem sancti Viti anno etc. quadringentesimo
qua Ho. 1 )
Fol. 18a. 61. — Es a) ist ouch me gesetzt, wer naeh dor geuiaind gilt 5>
(irmcindegat.Htdt mit worten oder rait werken wider dez ratz und der gemaind
willen, daz ain phund vergelten raag, der sol und mfiz zeben phund
hatler geben und aiu lialb jar von der stat sin, ist aber diu saeh
alz grozz, waz in denne der rat da zft haisset tfm, daz sol er tfin
ane widerrede. b) io
Bttrgergut. 02. — Es a) ist ouch da zft gesetzt, wer der ist, fro wo oder
man, dor burger gftt ninrpt, daz ains schillings writ ist, der sol
und mtizz von iedom schilling ain phunt geben. b>
Fol. 19 a. 63. — Me ftJ ist gesetzt, wer der ist, frowe oder man, die ir
steuerpflicht gftt dureh ir sole willen geben oder gebent, daz shllent si in jars 15.
za milden ft.j 8 f 0( j er j r ( » r j) en ail (\[ { > yechner bringen und den sagen, wa si
" 1 / n ai " daz gftt bin geben haben, also daz ez in der stir belib alz ander
irubtcr G titer. e ^ '
gftt; wer daz nit tftt, der sol und mftz alz vil daz gftt wert ist,
von iedem ])hunt tVlnf schilling geben. M
Vor ist ez och geschriben. c >*) 20
Malmuiig von <>4. — Es a) ist ouch gesetzt, welher burger zft ainem usinan,
Niclitbuwm.er si herre, phaff, burger odor knecht von gult wegen anspraeh
haben oder in dor burger dar uinb begert ze noten oder ze phcnden,
so sol man vor den selben usman ze red dar umb setzen rait der
burger botten oder brief, oder ob or die wile her in kern, so sol 25-
man in selb ze red dar umb setzen und 1111 rait briefen kftnden, oder
sell) under ougon sagen, daz er si eh rait dem elngcr richt rait niinno
a) Huud von li7fl.
b) Am Rande von Hand des 15. Jahrhunderts „uotundum".
c) Zusatz dea 15. Jahrhundorta.
*) 13. Juni 1404. Vgl. R. B. n. 75.
'-') Vgl. fi. B. n. 33.
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recht
der Btirjrf*r.
Art. 65—67. 53
odor mit dem reehten, oder man hab dem elaper erlobet, daz er in
n&tcii nnd ])hendon siHlle, wenne er tYirbaz in die stat kuinpt. a)1 )
6M. — Wir die burger haben oueh gesetzt, wan ftns von Fol. 20 a.
kAngen, von kaiseru solid* genad geben mid ersehaint ist, daz wir Pffindungs-
o gcwalt und reel it liaben, uff dem lande ze noten mid ze phenden
nmb redlieb gn.lt und unib ander redlieb sache uff recht, dar umb
baben wir gesetzt, welch burger ze Ulme ieinan phendet mit urlob
dez bnrgermaisters oder dez ratz, und der daz mit den selben^ ez
si der rat odor der biirgerinaister, fur bringen mag, der frevelt da
10 mit nit, und <>b der oder sin heifer dar unib angeraieht wurden, die
si'illent mit kaiiier urtail da mit nieman nichtz vervallen noeh
sehuldig werden. 2 )
06, — Es bant ouch die burger gesetzt, daz nieman debains Spiel-
biderben mans kind nichtz lihen noch geben sol von bosscns und schuldon.
15 spiles wegen, weder uff bi'irgen noch uff phand noch uff erben noch
im selber nit sol ab gewinnen. Welber aber das tet, der hat daz
gentzlicb verlorn und sol dennocht gebessert werden als der merer
tail dez ratz ze rat \virt. 1):l )
67. — Es c > sol ouch nieman den andern us sehloten, denne Yerbot,
20 der selber unbetw[i]ngelicb us schlufet. 4 )*) meidfT zu
pfanden.
a) Die Kintragung 1st durchstrichen.
b) Am Ran do von Hand doe 15. Tahrhunderts „notandum u .
c) Hand von 1376.
l ) Stnwnb. CB. I, 617. II, St.R. v. (1214—1219) § 22. preterea statutum
**st, ut, quicunque do provincialibus ali(iiiein coneiveni nostnim tam in persona
<{uam in rebus ledere vol molestare presumpserit, si ante compositionem civi-
tatem ingressus fuerit et ille, quern lesit, vel aliqnis amicorum suorum vindictam
in eo sumpserit, ad nullam inde teiieatur emoiuhitionem, querimonia tamen
prius consiliariis deposita et reo denuneiata. tJbcr die Verleibung des Pffin-
dungsrechtes an Ulm vgl. V. VB. II, 95. 1331 Mai 29.
-) Vgl. Buehhorncr St.R. von 1275. Gengler p. 142 § 8. Cberlinger St.R.
von 1275. Gengler p. 496 $ 8. Sebaffbauscr Riehtebricf ed. Meyer 42. Zurieber
R.Hr. Helvet. Bibl. 175*5 p. 25 und Oft, Areb. f. d. R. V, p. 177 n. 4. R. B. 33 p. 35 n. 1.
.F. LB. n, 95. 1331 Mai 29.
8 ) Gedrackt in Jager.s Jurist. Maga/.in f. d. d. Reiebsstadte Bd. Ill, 1793 p. 502.
*) Gedruekt ebenda.
a ) Zur Saebe vgl. Meyer, Scbaffhauser Riclitcbrief 119. Zttricher Ricbtc-
V»rief Helv. B. II, 1735, p. 49. Colmarer St.R. von 1293. (^aupi) p. 121 § 36. Frei-
burger St.R. des 12. Jabrhunderts. Vgl. Keutgen, Vrkunden p. 123 n. 46. Rodel
£ 32. Deutsche* St.R. § 3. Greincr, Das altcre Recht d. Relist. Rottweil 221. 222.
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54 Art. 68—70.
Spiel- d8. Es sol ouch nieman den andern vahen von spils noch
schulden. ku^luns wegen ane dazgericht; wer da/ daruber tat, sol und mftsse
darumb gebessret werden naeh dez mertails dez ratz erkantm'isse.
Fol. 21a. 60. - Wer") ouch ainen todschlag furbaz tut, del* sol und
Totschbiir. inftxy, fiuf jar von der stat und usserhalb dez zehenden hie ze 5*
Ulnie sin und dazu ffrufzi": phund haller geben in die stat alz unser
aiming stat, 1 ) welher der aber wer, der in den funf jaren oder e
er die fAnfzig phund gebe, in die statt oder in den zehendefn] hie
ze Ulnie k6me, alz dike er daz t6t oder alz menigen tag er dar
inne wer, alz dik sol der oder die selben, die daz getan heten, von io-
iedem tag naeh den ftlnf jaren ain viertail jars von der stat und
usserhalb dez zehenden sin, alz unser aiming stat, doch h) st 4 dn allc
redlich schuldner cor bezalt werden und die denne aim kuntlich er-
wisen may, alz sich denne der merer tail dez ratz erkennet, daz er
daz bewisen stiUe, es s! man oder crow. 1<>
Uff G) donrstay vor Galli anno etc . . . d> ist yrosser und Maine r
rate zil rate worden und hand emstlich zii halten yesetzet, das das
eyenant yesetzte nu furbashin strenylich yen menylichem ane alle
ynade und minderuny yehalten werden sol. e)
Aufuahrac 70. - Wer a) ouch der wer, der ainen in der stat oder in 20
tines deni zehenden hie ze Ulnie huset oder haimet, der ainen todslag
Totsehlai:ers.g e |. ail j ie ^ u | z mcn jg en tivg er den selben huset oiler haimet, also
sol er oder die selben, die daz getan listen oder teten, alz dik si
a) Hand von 1376.
b) Vou „doch — vrovv" fast gleiohzeitiger Zusatz.
c) Von hier an Zusatz der ersten Hiilfte de* 15. Jahrhunderts.
d) Der Rest ist abgeschnitten.
e) Am Rande von Hand des 15. Jahrhunderts „notandum u .
*) Bis hicrher gedruckt in Jagcrs Jurist. Magazin flir d. d. lieichsstadte
Bd. Ill, 1793 p. 503. Die Ulmer Behaiidlung des Totsehlages ist hochst interes-
sant. Sie weiclit grundsatzlich vom sonstigen Keckt (Swap. Augsb. Stadt-
buch etc.) ab. Zur Sache vgl. C. J. Caspar, Darstellung dew stratrechtliehen
Inhale des Swsp. und des Augsb. Stadtrechts Berl. Diss. 1892, p. 24. 2B. 70.
Osenbruggen, Alemannisches Strafrecbt § 93. Vgl. speziell Munchener Stadt-
recht 226. Die AusfUhrungen Osenbruggens p. 79 im Anschluss an Bluntschli iiber
das beabsiehtigte Dissimulieren der Todesstrafe wcgon des Verhaltnisses der
Stadt zum Vogt auf ITlm zu tibertragen, ha*lte ich ohne Beweise filr niclit au-
gangig.
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Art 71—73. 55
daz tflnt, so salient sie von iedem tag ainen manod von der stat
liie ze Ulme mid usserhalb dez zehenden sin und da zfi der stat
hie ze Ulme ain phund lialler geben. a)
71. — Bi b> dem ersten so hant si gesetzt: wer der ist, der Autnahme
5 ainen todslag tftt oder ainen wundet oder sftnst so gr&slicht frevelt, ^i"< s
da von er flftchtig wirt in welhes liuse der flftchet oder entwieht, Totschla»-t*rs.
wenne daz gericht denne bin naeh kunipt, und in dar umb waelien
oder strafen wil, in wellies bus er denne also komet, er si arm
oder rich, so daz gericht dar kunipt und an klophot, so sol man im
10 tir und tor uf tun, und welber daz nit tftt, der sol liuifzig phund
haller verschuldet ban ze geben. Wer aber, daz er ez alz gevar-
lieb verziug, daz er nit nfftfin wolt, waz denne in der mertail dez
ratz zft den fihnfzig phunden hiezz tftn, daz sol er ane widerrede
gehorsani sin ze tftnd; tete aber ez ainer, der der funfzig ])[b]und
15 haller nit enhetti, den sol daz gericht heimen, und waz man dez
sinen ergrifen mag und waz an den fiinfzig phunden ab gieng, so
sol er und sin wip us der statt sin untz si der funfzig ])hund haller
gentzlich gewert bant. 1 )
72. — Es hat der rat gesetzt, wenne ez dazfi kunipt, daz Fol. 22 a.
20 ainer ainen gast oder riffian hie erslug und der den todslag tet, Totschia^
ziugnuzz laiten wolt, also daz er fur bringen wolt, daz der selb, ajl CJ ; X ^ 0<1(M "
den er entlibt hett, ain riffian oder ain gast wer, und ez an in bet
bracht, der sol die ziugnuzz an den rat bringen in den uechsten
acht tagen naeh dem und der tod ist, den er erschlagen hat; und
25 dunkt denue den rat, oder den merer tail, daz din ziugnuzz alz
redlich si, daz sol er geniessen alz unser gesetzt lang geschriben
ist; brecht er aber die ziugnusse in den acht tagen an den rat nit,
so sol nodi mag er furbaz niehtz erziugen ungevarlich.
73. - Es hant die burger gesetzt, daz man dehainen usman iWwi-
30 nodi usfrowan ze burger nit enphachen sol (lurch deliain sach, denne aufiuihmt*.
der sicli in die stat mit wesen setzen wil und der sturen mid alle
a) Am Rande von Hand dee 15. Jaihrhunderts „notandum u .
b) Hand vou 1376.
*) Vgl. Muncbener Stadtrecbt ed. Auer V r II, 96. Swsp. L. 152. Sihatt-
hauser Richtcbrief ed. Meyer 9 und Ziiricber Riebtebrief Helvet. Bibl. ir, 1735,
p. 15 and Ott ira Archiv f. Scbw. Rccbt V, p. 157. 158.
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f)G Art. 74-76.
ander dionst tiln wil alz ain ander gesezzner burger, und sol dor
verbhrp'n naeb der stet recht ffcnf jar hie sin alz die rechner zitlieli
dunkt, ist aber der burger so fAriiamme, so sol er verbArgeu alz
den rat zitlieli duukt mit der beschaideuliait, wa er sieli von der
stat ziug ane eh aft not, e sieh die fftnf jar ergangen hiHteu, oder
nit taten noeh tun wolt, alz ain ander neben burger, so sol und
nifizz er oueli der stat geben, daz er verbhrgot hat, es^ si demte,
(laz (fin buryer ma inter und der rat der stat ze Ulme oder der mer
tail dez ratz sich ander* bekennen oder ze rat werd-en.* 1 *)*)
Fol. 2Xi\. 74. - Es c > hant die burger gesetzt, welicb gast an ainen io
SchuMriHtlit. burger hie ze Ulme iehtz ze spreebent hat, dar unib er glaublieh
brief oder burgen hat, die der borgschaft Jinelougenber sint, oder
daz mit richtern besetzet wer, so sol der burger dem gast von
soliehen saehen, die also da zti kemen, reehtes gestatten und ist
im der gast von soliehen saehen dehains reehten hie ze Ulme ge- 15
buudeu und sol im oueh nit ertailt werden.
Fmude f->. — Me ist oueh gesetzt, sweleh burger, der si ami oder
KriepKilienstcrich, dehain raise dienot dehainem usman, er si herre oder kneeht
von Burgern. 0( j er alTm man, ane burgennaisters oder der an siner stat ist oder
dez rates oder der mera tail dez rates gunst und willen, der sol 20
und mftzz von der stat sin ain viertail jars. 3 )
Fob 2;Jb. 7f>. — ]17; ,d ) der buryermaister und der rant aller yemainlich
Biin-eniuf- yrosser und clainer der stat ze Ulme sien ze rat worden und haben
nahme und ,j e ^ e f Z f unc ] wellen och bi den aiden, die rich und arm yesicoren hunt,
11(11 'das en also belibe und yehalten iverde, welich unser buryer oder 2b
huryerin, en si man oder /row, yaintlich oder weltlich litt f mit ye-
a) Fast gleichzeitiger Zuaatz.
h) Am Raude von Hand dee 14. Jahrhunderte „notandum".
c) Hand von 1370.
d) Neue Hand.
l ) Uber die Steuerpflicht v^l. oben n. 61 und Anmerkuiiii.
.'-') tjber vornehme Ausbur^er v£l. Greiner, Das altero Recht der Reichs-
stadt Rottweil n. 232.
8 ) Vgl. R. B. n. (50.
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Art. 77. 57
satzten stiuren ingenomen und enpfangen sind und och gesetzt stiur
bis her gericht und gegeben hant, das och die selben gesatzten st&ran
furbas mer richten und geben und och da bi beliben sullen in aller
der wise als si die vor bis her gericht und gegeben hunt und och ze
5 burger ingenomen und enpfangen sind. Wdre aber, das dehain wiser
burger, er war des rdtz oder usserhalb des rates, fiir die selben, die
also mit gesatzten st&ran enpfangen weren, bitten oder den ir sack
gen dem rant abtriben, lichtern oder bessren wolten, der ieglicher
sol dem raut, als di/c er das tut, funf guldin geben und cerf alien
10 sin, es were denne, das der dehainen, die mit gesatzten sttiren in-
genomen war en , von dem raut dar inne ichtzit verhaissen war, die
mochten das wol ze rede bringen unengolten der vorgenanten pen. Darzii
haben wir mer gesetzt, was man nu f&rbas mer burger in nimpt und
enphahet, die sich nit zu uns in unser stat setzent, und hie ussenan
15 uff dem land sitzen -wolten, das man die nit anders denne mit ge-
satzten sturen innemen und enphahen sol. Ware aber das man ieman
ze burger in nem und enpfing, die sich hus und hdblich zu uns in
unser stat setzen oder Ziehen wolten, die sol man och nit anders
denne in der selben formen mil gesatzten stiuran inniemen und en-
20 pf alien, es were denne, das man das an den selben nit erlangeu noch
gehaben mocht; so sol denne ain burgerrnaister und ain raut der stat
ze Vim den gewalt haben, wie si den oder die selben mit ainer sdlichen
handlong ze burger innemen und enpfahen, als sich denne der raut ■
gemainlich oder mit dem mer en tail darumb erkennet, das die mug-
25 lich oder zitlich geben sidle n, nach dem als denne die selben I At rich
oder arm sind oder als ir sach define gestalt oder geschaffen ist fine
gecaerde; und sol och man mit namen nu fiirbas mer niemen ze
burger in niemen noch enpfahen, denne der verbirge zehenjaur unser
burger ze sind und unser burgrecht ze halten dne alio geverde. Ditz
30 beschach des nehsten gidemtags nach sant Gallen, do waren von Cristz
gebilrt driuzehenhundert iar und dar nach in dem zwaiundachtzigostem
j mire. 1 )-)
77. — Es a) ist ouch gesetzt, welch burner, der si arm oder Fol. 24 a.
rich, hie ze Tluie ieinan uswendig der stat phendet ane dez burger- Pfiuulungs-
35 maisters oder der denne burgerrnaister an shier stat ist oder ane rwht.
a) Hand von 1376.
') 1382 Oktober 20.
2 ) V»l. oben 51. 73.
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58 Art. 78—80.
dez rates oder dez meren tail dez rates gunst und willen, der sol
und muzz vierzehen tag von der stat sin. 1 ) 2 )
Verbot 78. — Es hant ouch die burger gesetzt, daz ain ieglioher,
privaten ( i er pj u vcrsehuldet hat, die solben sehuld besseni und Imssen sol
\ alz dar uinb gesetzt ist und niemen dem andern dehain sundre 5
ersatzes D
beiDeHkten. bessrun S so1 tftn. 8 ) 4 )
Fol. 25 a. 79. — Es bant ouch die burger gesetzt, wer ainen in sinem
Gewalttat hus seklecht, der sol und inftzz ain viertail jars von der skit sin
im Hause. 0( j er - m ( i em j lug ^ fa 7 cr verzinset, daz sell) und waz dem von dem
huswirt gesehicht, der verfelt dar an nicht in dehainen weg. s ) 10
Heim- SO. - Wir haben ouch gesetzt, wer den andern frevelieh
Huchung. haimsfteht und daz er mit dem reehten nit unsehuldig mag werden,
der sol und mftzz ain viertail ji*rs von der stat sin. 6 )
J ) Gedruckt in Jagers Jur. Magazin fiir d. d. Reichsstadte Bd. Ill, 1793
p. 603.
2 ) Strassb. FB. IV s 1 § 89. IV. Str. St.R. von 1276, nieinan sol pfenden
imme lande umbe nine schulde, wen mit eins meistercs urlobc und des rates, es
ensi denne umbe sine gnlte; darumbe 'sol er wol pfenden.
Fur Konstauz vgl. die Urkunde Karls IV. bei Ruppert, Die Chroniken der
Stadt Konstanz p. 318/19. Aueh tun wir in die gnade, das dieselben burger ze
Constintz umb ire pfant und redliche gulte, die sy haben von den leuten uff
dem lande, die usswendig der statt gesesscn sein, wol pfenden und angriffen
miigen, doeh also, das sy ires rates urlob vor darumb haben. Vgl. Meyer
Schaffhauser Richtebrief 42. Daz nieman pfenden sol ane des rates urlup. Vgl.
dazu Zttricher R.Br. Helvet, Bibl. 1735, p. 25. Vgl. Ott, Arcbiv f. d. R. V, p. 177
n. 4. Vgl. im allgemeinen tfwsp. L. 85 wie man phondcn sol ane dez rihhM-s
urlop. 280 von phendenne ane gerihte.
3 ) Gedruckt in Jagers Jur. Magazin fiir rl. d. Reichsstadte Bd. Ill, 1793.
p. 503.
4 ) Die isoliert dastehendc Bestimmung scheint darauf hinzudeuten, da>s
137G die Stadt ein Strafrecht ausgebildet hatte, das vom Laudrecht teilwdse-
grundsatzlich abweieht. Das Verbot des aussergerhhtlichen Vergleichs der pri-
vaten Auseinandersetzung mit dem durch eine Tat, auf die Strafe (pin) gcsetzr
war, Geschadigten ist ein Zeiehen der Weiterentwickelung des Shafreehtes. Es
ist Osenbruggen entgangen. I'ber das YerhalUiis der aussergeriehtlichen Au.-.-
einandersetzung zur Strafe vgl. dort §§ 31. 35. 38.
*) Gedruckt in Jagers Jur. Magazin fiir d. d. Reichsstadte Bd. III. 1793.
p. 503. Vgl. Osenbruggen §§ 147. 148.
fl ) Timer T T B. J, 194. 129G Aug. 9.
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Art. 81—83. 59
81. — H7r a) der burgermaister und der rat grozzer and klainer Fol. 25 b.
and dar zii alle burger gemainlich der stat ze JJlme haben gesetzt and Biinrer
si en dez ainhelliclich ze rat worden, urelher unser burger oder bur- (l " lfeu ol,m *
gerin, er war crowe oder man, jung oder alt, pfaffen, nunnen oder * s ! . '**
5 la ten oder wie die genannt wer, nil fAr sich kin von dew tag, alz unter
disiu gesetzt geschehen ist, gen Sejtingen, gen Salmansailer, gen Kais- treistlit-hn
Ziain, gen Kiingsbrunnen, gen Wiblingen, gen Elchingen oder hie zii Um-sehaft«Mi
den tdtschen herren, zii den bredigern oder zii den barfuzzen old in tn ^'»-
dehain ander gotzhus oder closter, trie daz genant war, mit lib oder
10 mit gtft ztige oder sin giit dar an ergdb ane dez ratz wissent, urlob
and haizzent, daz dez selben gut alles tinsrer stat lediklich sol ge-
vallen und vervallen sin ane aller menglichs irrung, triderred und
ansprach.
82. — Dar ztiV haben air och me gesetzt, daz alle die, die stnuwcht.
15 ze Seflingen uzzerhalb des closters gesezzen sint, ez si frowe oder
man, und die Mer 20 pfund halter wert hant, aliez ir giit mit tins
rerdienen und verstiuren stbln alz air und ander wiser burger; aether
oder welhiu aber daz nit tun wdlten, die stillen och denn f&rbaz mer
in itnserm schirm nit sin, noch suln och die fhrbaz nichz neder
20 schirmen noch versprechen. Ditz beschach an dent nechsten fritng
tor deni sunnentag Iieminiscere in der casten. Anno domini
M°CCO>LXXVIII<>.*) 1 )
83. -- Wir d) haben ouch gesetzt, daz kain burner ze rime, Fol. :2b a.
rich noch arm noch nieinan andre von iron wegen uff die aid, die liewrrhuna-
25 rich und arm Resworn hant, zft dem ammannsampt ze Time dureh mn dils
kain sach noch (lurch niemans tftrdrunjr nocli haissen nit koineir
sol noch sich under win den, der ietzo burner ze llhne ist oder her
nach burner wirt, oder welcher burner bur^recht uffgebe, der sol
dennoch da zft nit komeu noch sich under winden ; wer daz Aber
30 fur, der ist brhchig an sinem aide und sol und nitty// iVint" jar von
der stat sin und siVllen wir alle gemainlich ricli und arm ui" die aid,
a) Haud von 1378.
b) Dieaelbe Hand wie 81.
c) X. 81 und 82 sind von derselben Hand gleichzeitig eingetraRen.
d) Hand von 1376.
*) 1378 Marz 12.
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GO Art 84—87.
die wir ^resworn hant, ain ander beholfen niii, daz daz n[i]eman
atitribe mid ouch nit abpetribon werde. 1 )
Hurler- H4, — Da zu hat ouch der rat <resetzt, wenne man usziehen
nnister im wil, daz denne ain burgerniaister, welcher der ist, spilen und dienen
Kriejr. so j a [ 7 a ; n am | or burner und er jrewin oder verlier, wez denne der
rat oder der merertail dez ratz ze rat wirt, daz er belib oder var,
daz sol denne tftrpink han. 2 )
Fol. 27 a. AM. — Da zii haben wir ouch gesetzt, daz wir dehainen nnsern
Burner- bur^ennaister ffcr n[i]cment scnden wellen durch niemens bett, wan
nK-istcr soil ( i a (M . ( j e/ selben ta^es wider her hain komen ina#, ane allain von 10
in d. Stadt an- 1, t i . . , 1 n\\,
, . unser selbs sache we^en niu#en wir in wol scnden. a),i )
wcsend sem. ^ r> /
Ordimnjr d<> S6. — l)cr b) burgermaistcr und der rat und alle burger ge-
Krii'ji-szmros. mainlich rich und arm sint ze rat worden und fiber ain komen, wenne
ez da zu kuuipt nun oder hernach, daz man mit der stett baner ze
velde ziueht, daz ain ieglieh anfrvverkman bi sinem zunftmaister sol 15
beliben und bestan ; und salient ouch die zunftmaister mit iron under-
tan und ouch alle burger, die nit der zunft noch der antwerk sint,
bi unser aller gemaineni burgennaister und bi den houptliten, die
denne ie da zfi geben sint, beliben und bestan; welcher daz nit tat,
der sol gebcssert werden nach dez meren tails daz ratz erkantnftssc. 4 ) 20
Fol. 28a. S7. — Es hant die burger durch geniainen nutz gesetzt, waz
Bote der ain ieglieh burger von sin selbs sach ze tftnd oder ze sehaffen hat,
Riivjicrschrtft.
a) Am Rande von Hand des 15. Jahrhundorts „iiotundiiin u .
b) Hand von 1376.
/
l ) Vul. T. UB. II, 934 [137B). Dort ist Konfiskation des VermbVeus,
Todesstrafe und Verhaiinun£ der Witwe und Kinder als Strafe geiiannt. Noch
weiter ging- die friihere Bestimmun^ l\ UB. II, 432. 1354 Mai 26, die auch die
Bewerbuntf um das Biir^ermeisteraint untersagte. 1373 wurde dann noch das
Streben nach der Ungelterhebung mit der oben genaiutten Strafe bedroht.
*) Gedruckt in Jftpers Jur. Magaarin fur d. d. Reichsstadte Bd. Ill, 1793,
p. 504.
3 ) Gedruckt in Ja^ers Jur. Magazin fur d. d. Reichsstadte Bd. ID, 1793,
p. 504. Dieselbe Bestimmung hatte Rottweil. Vgl. Greiner, 1. c. n. 69.
4 ) In Ziirich war der Altburgermeister der Kriepshauptmaiin. Y<rl. Zeller-
Werdiniiller, Zttr. Stadtbucher III, 42. 1415 April 17.
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Art. 88— 90. 61
ist daz der begert der burger botsehaft, dem sol man si nit ver-
sagen. Er sol si aber selber verkosten ane der burger sehaden.
Dattuni in vigilia Miehahelis anno domini jrCCC^LXIHI.^ 1 )
88. — Welcher b) oneh gefangen wurd wider rechtz, den sol Lobiuitr von
5 oueh uff den aid nieman hoeher losen denne den lierren uinb ain Gefauirem'ii.
schilling haller und den knecht uinb achtzehen bailer, und wer den
andern lozti oder welber sieh selber lozti hoeher oder tftrer, der sol
in diz stat niiner me komen und sol da zft allez sin gfit der stat
vervallen sin untz an dez ratz genad. a)
10 8iK — l)er c) burgermaister und der rat bant gesetzt und sint Fid. 28b.
ze rat worden, wenne man ain botsebaft von miser stat sen den wil Kat>-
von dem merertail dez rates, und den er denne envelet ze riten, hotM, h il t' ( ' n -
ez si ver oder nacli, er si burger oder antwerkman, der sol riten;
welber daz nit t6t, der sol und nifrzz ain jar von der stat sin und
15 hundert guldin der stat geben, und sAllen und wellen daz lialten
uff die aid, die arm und rich gesworn bant, alz lang den rat dunkt,
daz daz nutz und gfit si oder wez sieh dei\ rat erkent. 2 )
Pjlivht d) nieman nichtz helfvn zuleyvn noch y est mi sullen denne dnz Fol. 2 i .)<\.
zeitlich und refcht] ist.
20 00. — Wir b) die ratgeben von der gemainde, die ietzo dez jut.
ratz sint oder naeh uns konient, verjeben oftenlichen, daz wir sunder-
bar durcb zucht und (lurch frids willen unser ieglicher ze den
liaili genainen gelerten aid gesworn ba[n]t, daz wir alle sach geiuain-
lich handeln sftllen und nieman sunderlicbeu nichtz zft legen, helfeu
25 noch gestan denne daz gemainlichen zitlicli und recht ist, und alz
verr sieh I'mser gewisseu dez wiset und leret, und welcher under
uns daz I'lberfur, daz der rat oder den merentail sieh entstiindeu
a) Am Rande von Hand des 16. Jahrhunderts ,,notandnm".
b) Hand von 1376.
c) Mit rotcm Anfangsbuchstaben. Hand von 137G.
d) Hand der Mitte dee 15. Jahrhunderts.
1 ) 1364 September 28. V«rl. dazu ZtinYher Stadtbiiehor V, 233. 1429
April 3. Dort libernalim die Stadt in solchen Fallon die Kostcn ciner ersten
Botsebaft.
2 ) Vrf. Greiner, Rottwtil 1. e. 61. 03. 65. 67. 68.
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<>2 Art. 91— S«.
unci crkanti, daz schuld da were, der sol gebessert werden nach
der schuld alz der merer tail dez ratz ze rat wirt und sol ouch
dez ratz eweelich verstozzen sin. a)
Ahi h ) gesetzt, das ha in mutter hainem becke nichtz leihen noch
dingshouf geben soil etc. 5
Miilkr 91. — Der c) burgermaister und die ret grosse und klain liie
und Backer, /e Ulme sint gemainlich ze rat worden und fiber ain komen uiid ha[njt
gesetzt dureli gemainen liutz und fromen der stat und oueh anuer
und richer hie ze Ulme, daz dehain mfiller hie ze Ulme noch nieman,
der diu lehen und die aigcnschaft der mfilinen hie ze Ulme sint, lo
nti ffirbaz me dehainem bekkcn noch nieman anders nichtz lihen
noch geben sfillen, noch dings kouf geben noch bfirg werden noch
dehainerlai geding noch sach in dehain wise nrit in nit angesetzen,
tftn noch haben sfillen, noch nieman andre von iren wegen, dar umb
daz si bi in in iren mfilinen und lehen malen und kern breehen 15
oder malen haissen; welher daz dar fiber tet oder sehuf getan oder
ieman andre von iren wegen, der sol und mftzz, alz dik daz beschech
oder alz menig phund haller daz wer, von iedem phund haller ffinf
schilling geben und ain jar von der stat; ouch hant ietzo alle
mfiller und alle die, der diu lehen und die aigen der mfilinen hie 20
ze Ulme sint und die den metzen selber nemen, ze den hailigen
gelert aid svveren [!] daz gesetzt ze halten und war und stit ze
haben, und welher ouch her nach mfiller wurde, der den metzen
selber nein oder ieman von sinen wegen, der sol daz vorgeschriben
gesetzt ouch sweren ze den hailigen daz ze halten. a) 25
Fol. 29b. 92. — Darzil haben wir met gesetzt, das nu fii'bas mer dehain
.Scliweine- miller hie ze Ulme, der dm metzen nimpt, er si in den milinan ge-
haltung. lessen oder andersiea weder in der mulin noch in sin selbs hus nit
mer denne driu sirin ze mat dssen sol, und sol ouch ieglichs jars nit
mer denne zwirot in legen, also das von ieder milin besunder des :-x>
jars nit mer denne seeks sirin gedsset sullen tverden; und sol ouch
mit namen ha in miller hie ze Ulme dar iber nit mer strin hie ze
Ulme in der stat haben weder gaisliu noch andriu sivin, usgenomen
a) Am Bande„notandum".
b) Hand der Mitt* des 16. Jahrhundert*.
c) Hand von 1870.
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Art. 93—96. 63
<les, ob (tin beck der ain millin hett, der den metzen davon neine,
der mag von sins hantwerks ivegen wol tner schicin haben. Darzii
haben wir mit namen gesetzt, das kain knecht in kainer mMin hie ze
Ulme kain switi nit mer dssen sol in kain ireg, were aber, das ieman
o hie ze Ulme ditz gesetztan Aber fdre, es ireren mtiller oder knecht,
die sullen darumbe gebessert und gestrdfet werden, als sich denne
der rate oder der mertail des rates bekennet, das si damit verschult
haben. Disiu gesetzt beschach an sant Jeorigen aitbent anno domini etc.
LXXX^VIII". 1 )
10 93. — Es il) hand die burger gesetzt, wer gevarlieh nachtz Fol. 30 a.
nf <lez andern sehaden wisen oder eker tribet, der sol und mfizz Schaden
von iedem houpt, alz dik daz geschieht, fuiif schilling haller geben, <lurel1 ,lftcnt "
und von ainem grossen houpt oder von klaiiiem; und welem ouch , 7 . , '
sin vich ane sin wisseu oder siner knecht uff ains schaden gat, der
15 sol halb alz vil geben, ez si nachtes oder tags, und sol ienein
dennoch sinen schaden ab tfin. b)
94, - Der ouch in dein zehendeu dem andern in sinen akker Markreeht.
baisset oder sus mit mfthvillen dadurch rit6t, der sol und mftzz
fftnf schilling haller geben, und alz dik daz geschech, dez mflz aeht
-20 tag von der stat sin und muzz der eschehaie 2 ) swern. b)
95. — Es hant die burger gesetzt, wer dem andern sin tuben Taubenfang.
vahet mit ainem netz, der sol und mftzz ain phund haller geben
wild ain manod von der stat hie ze Ulme sin. b)
a) Hand von 1376.
b) Am Rande „notandum".
*) 1388 April 22. Zur Schweinehaltung vgl. Fel. Fabri descriptio Ulmae
<ed. Veesenmeyer p. 52. Nihil est, quod tantum de turpi t vicos et aerem iuficiat,
sicut porcorum raultitndo, qui undique stercorizant; credo, si porci non essent,
<juod tarn munda et sana civitas vix reperietur. Vgl. weiter Strassb. UB. TV 2 2,
V. St.R. § 46. Vgl. Brucker, Str. Zunft- und Polizeiverordnuugen des 14. und
15. Jahrhuuderts p. 106, 1412, Schweineverkauf seitens der Backer, und Graincr,
Das alte Recht der Beichnstadt Hottweil 92. 93 (1411).
*) Ober den Eschbaien-Flurhuter vgl. Meyer, Augsburger Stadtbuch p. 34
Art. XI § 1. Zum Flurschaden vgl. (rreiner, Rottweil 214. 216.
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04 Art. 06—99.
Fol. 31a. ,96*. — Es hant die burger gesetzt, wer dem andern in sinen
Marknrht. o-arten, bongarton oder zhnen dehainen schaden tfit odor an sinen
akkern, der sol und mftz ain pluind lialler geben and ainen luannt
von der stat sin und wen man dar inne ergrifet, wax dein geseliielit,
der frevelt da mit nit, 1 ) 5
Merzler. 97. -- Es bant die burger gesetzt, daz kain inertzler bie ze
rime dez fritags naeb mittemtag und dez samstages vor inittemtag
niclitz koufen sftllen in dem zohendeii von usluten und gesten dureh
gewinnes willen, waz essendiger saeh ist, ez sien liiinr, kesc, aiger,
smaltz, ops oder ander solieber truebt noeb nielwe uff dem markt io
wan alz vil, daz ain inertzler uinb den andern wol koufen mag in
der stat; wer aber daz iiberfur, alz dik daz gcsebeclie, der sol und
nifizz tYuif schilling lialler geben und acht tag von der stat sin,
Sine usgenonien habern und salt/, daz miigeii si wol koufen. Factum
in die Galli anno LXXIIir.*) 3 ) 15
Fol. 32 a. 98. - Es limit die burger gesetzt, daz kain inertzler noeli
Morzlcr. nienian aiidre fiber ale in der stat ane in bungarten oder in gai*ten
dehainer sclilaeht frueht koufen siiHent dureh gewins willen noch
dehains wegs liaimen siillent; welher daz iiberfur, alz dik daz ge-
schech, der sol und muzz ffinf schilling lialler «rcben. 20
Xachtliche 09. Es hant die burger gesetzt, daz ain burgermaister
lahmlung lm( j ( jj e .umu,^!^ welchi ainunger sint, alio woehcn ainost oder
seitens der i , , , , , , ,• , . , . , t ,, .
,. ,. zw u re n oder me, ob ez not wer, naciitz bose hit suehen sullent, wa
>ta» It. 7 , 7 '
Eimuurer. s ^ S1(> ' ] versoheiit in husern ir wonung ze haben, und wen die
ainunger zfi in bittent, daz si in dez beholfen sien, die sullent daz 25
unvorzogenlich tfm hi ffinf schillingen hallern, und wa si hand an
J ) Vofl. Greiner, Rottwcil 215.
'-') 1:574 Okt. 10.
;1 ) Zuin Vorkauf vjd. Stra»b. VK IV, 2, V Str. St.R. £ 17. Es ist ouch
verhotm mit der schoffcle gehelle und urtail, das dehain mcnckeler an den Ryn
noeh iiher Ryn noch andemva lauffen sol in das laut ireiron den, die hunre,
jrense, kese und eyjrcr oder ander kmiflfmanschafft in die >fat bringen wellent
zu fcilcm kcift'e . . . und wellent die menckeler iht koffen in yemeiuen nierckete.
das sullent sii tun, also ander unser biinrer, und nit in den i^assen noch in der
stras.>en. Vgl. Baselrr Rqu. 7. 81. 1 3i>3 und Ziirirher Stadtlmcher 11, 181. 140)1
duli (5.
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Art. 100 -102. (>5
le#ent oiler zft welhein hns si koment, (hi sol man vor in tftr mill
tor nff tfln oiler si salient day, luis stossen ; unci wen si dar inne
er^rifent, der seliedlich wer, den salient si haiinen, und die ainun^er
unci ir heifer frevelnt da niit nit. Dar zft salient si ouch die waeht
5 beseehen. 1 )
100. — \Vir a > hahen oueh ^esetzt, wer der ist, der in ains Fol. 321).
winsehenken lius hie ze Uhn trinket Mid der ane dc*z wirtz willen AVeinsehuld.
unbezalt nzxgat, so sol der wirt enniornund oder so er den selben
erst ankoinen ma#, zft im #an und sol spreehen: pit niir ininen
10 win, den du mir usstra^en hast; so sol er in unverzo^enlieh hezaln
oder aher niit dez wirtz willen ftber werden; tet er dez nit, brin^t
ez denn der wirt fftr die ainun^er, so sol und muzz der selb, der also
unberait ist usspin^en, aeht tei£ von der statt sin und 5 schilling
haller ^eben und sol dennoeht den wirt bezalen.-) M
15 101. — Es hant oueh die burner ^esetzt, daz die ainun^er Fol. 34 a.
aller wuehlieh ainost daz brot beseehen und beseliowen sullcnt, und Brot-
siillent die ainun^er ze ieder woelien, so si daz brot beseehen wend, k ( ' s frhti£uiig.
zwen niaister der bekken, welhi si wend, zft in nemen, und die
stillen daz tftn ainen inanod ane widerrede; und welher verhWt
20 (b^z brot, daz sol man in daz spittal den sieehen senden; weleher
daz nit tet noeh tfin wolt, der sol und nifiz aeht U\g von der stat
sin und iVinf schilling haller ^eben und weleher ainen inanod daz
tnt, der sol daz selb jar davon ledig sin, und welher verhWt, der
pt tVinf schilling haller wert brot. 3 )
25 102. — Es ist oueh gesetzt, weleh bekk ane surbekken der Brotlmnke.
burner ^emaind brot benk ainen nit bestat allain, selb ander oder
selb dritt, wenne der denne brot baehen [wilj ze vailem inarkt, daz
a) Mit roter Majuskel am An fang. Hand von 1376.
1» Das folgende fol. 33 fehlt Yollstandig. Vgl. Einl. p. 3.
») ftedruckt in Jifecrs Jur. Ma^izin fiir d. d. Reiclisstadte Bd. Ill, 1798,
p. 504. 505.
*) Gedruckt in J&gers Jur. Ma^azin fiir d. d. Reiehsstfidte Bd. IV, 179:$,
p. 505. 506. Dieselbe Strafe % in Au^sburgr. V<d. Meyer, Augsburgor Stadtbudi
CXXXIX.
8 ) Uber die Brot«ehau v^l. (rreiner Rottweil 249—254, besonders 253.
Wiirtt. Geschichtequellon VIII. 5
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(Hi Art. 103-105.
sullent die andern bekken, die die Remain stet bestanden bant,
nielden tiinl don andern sagen uf die triwe, die sie dar limb an
aines rechten aids stat geben liant, oder \va ez der rat oder die
ainunger innan werdent, der sol und mfizz alz dikk daz gescheehe
ain pfhjund bailer geben. 11 )
Fol. 35 a. 103. - Ks bant ouch die burger gesetzt, sweleh bekke ze
starltische niarkt stat init veileni brot and von den burgern kain stat bestanden
hat, er hab denne selb ain aigen stat, der sol und mfizz ain ball)
jar von der stat sin und ain pbund bailer geben, e er wider in
die stat kunipt. 10
Brutstande.
Ei'iiri'iiverbot. 104. — Es bant ouch die burger gesetzt, daz n[i]ennm init
dehainem raigen (lurch die bro[tJ louben nocb (lurch die brotlouben (!)
varen sol, wa daz nber gescheeh, so sol ir ieglicber an deni raieu
ain m.iiiod von der stat sin und ain phund bailer geben", und der
den raien lait, der sol und mfizz zwen inanod von der stat sin und 15
zwai phund lialler geben, und sol ir ieglicber in die stat nocb in
den zehenden miner komen e daz si den burgern dazselb gelt bezalt
haben. 1 )
Fol. 35b. 105. — Der h) buryertuaister und der rat grozzer und klainer
Viohhiiitxmg. Uer stat ze Ulme hant gesetzt und sint ze rat worden, daz dehain 20
buryer noch burgerin hie ze Ulme noch nieman andro hie ze Ulme
niht mar rich* hie ze Ulme haben noch han sol denne driu rinder
and zxvelf schanf, iver aber mer vechs hie ze Ulme het, der sol und
iniiss con iedem houpt funf schilling hatter geben ah menig wochen
er daz hie het, and. sol och mit namen niemant kainen sun d em hirten 25
hie mer han.**-)
a) Am Rande ,,notanduin u .
b) Hand vou 1390.
*) Vjrl. H. It. 11. 213 und 31h.
'-) flier Hummel- uud Schafluiltuii^ vtrl. Kheberg Strassbg. Verf. und Venw-
(u'sch. I, 10. 1405. n. 146-148. Hier den Gemeindehirten vgl. Auptburgcr
Stadtbueb ed. Meyer p. iU Art. XT § 1, und Munehener Stadtrecht cd. Auer
Art. 49.
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Art. 106-109. 67
106. — Der burgermaister und der rat grozzer und klainer Beirrabnis.
der stat ze Ulme hant och gesetzt und sint ze rat warden, daz dehain
unser burger hie ze Lime toeder orow noch man dehain sin hint e
daz daz zi\ sinen tagen komen 1st, es sf sun oder tochter, niewant^
o anderswa begraben sol, denne zu der pharre hie ze Ulme, es war
denne, daz im das ain pharrer hie ze Ulme gunde und erloubte
anderswa ze begraben und niht under s. Vnd tcelher timer burger
das Aberfure, so sol und muss ainer von den burgern geben XX guldin
and ainer von der gemaind X guldin, es si man oder 'vrowe. Daz
10 bcschach an sant Andres abent anno LXXX""?^)
107. — Es c) hant die burger gesetzt, daz kain burger init Fol. 3(>a.
dem andern dehain gemainschaft init mhlstainen nit ban hoI, und Mlthl*r«»iin\
daz man die miilstmn in den widen vail sol ban alz von alter her
komen ist. Wer daz "uber vert, der sol und mfiz zeben pbund geben
15 und ain halb jar von der stat sin. d )
10S. — Es hant die burger gesetzt, daz dehain burger zevHihaltun»r.
rime noch niemen hie ze Ulme nit me viehs sol han alz her naeh
gesehribeu stat: wer init einer gantzer menin buwet, der sol driu
rinder und seebs schauf ban, wer mit ainer balben menin buwet,
20 der sol flvvai rinder und seebs schauf ban, wer ain bus hie ze
Uhne e) hat, der sol zwai rind und vier schauf han, wer ouch gehus
hie ist, der sol ain rind oder vier schauf han und nit me, wer aber
me vichs bet, der sol und muzz von iedem houpt fhiif schilling
bailer geben alz meng woehen er daz hat, ez f) war denne, daz ainer
25 daz in den stal mit sinem aignen fftter fftren w61t, doch mag*
ainer fidr ain rind wo] vier schauf han oder tur vier schauf ain rind. 2 )
109. - Wer ouch dehain[er] slacht gelt, er si gast oder burger, I'nter-
daz mt gerecht ist, her bringt, der sol und mftz von iedem phundwerti^esCicld.
ouch fftnf schilling bailer geben und da naeh alz sich denne der
:-3o merertail dez ratz erkent.
a) Die Handschrift hat „nienant u .
h) Am Bande von spaterer Hnnd: „Diu gesetzt ist uf dip zit widerrnft." Die ganze
Kintragung ist durchstrichen.
c) Hand von 1376.
d) Am Bande „notandum".
e) „hie ze Ulme" von der Hand von 1360 auf Basur nachgetragen.
f) Das Folgende 1st Zusatz von gleicher Hand wie 105 und 106. Hand von 1380.
l ) 1380 November 29.
-) Xp;L (ireiiier Rottweil 92. 551.
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68 Art. 110-112.
Fol. 3ub. 110. — Der*> burgermaister und der rat grozzer und klainer
Kbebrudi. der stat ze Vlme hant gesetzt und sint dez bi dem aide, die arm
und riche gesworen hant, ze rat warden, con dez grossen Mel und
unrehtz wegen, daz Hans von Halle getan hat y also daz er sins
elichen wibs swester geminnet und tragent gemachet hat, daz der nu 5
ffirbaz euwiklich usser der stat hie ze Vlme und usserhalb dez zehenden
sin sol und dar in trimmer mer komen. Wa er aber inerhalb dez
zehenden ergriffen wfirde, so sol er a in fiber setter man sin; und wart
och d/rr zu mer gesetzt, wa daz fu-ro mer hie ze (line beschdch, da
Got vor si, daz man daz gen den selben, si sien con den burgern 10
oder con den antwerken, hi dem aide, die rich und arm geswom
hant, in der selben wise och halten sol. Daz beschach dez nechsteu
giitemtags vor sant Kathrinen tag anno LXXX™ .^ 1 )
Fol. 37 a. 111. — Es c > limit die burger gesetzt, daz nienian uf kain
Xeubauten niwc hoffstat ze Swaikovcn niehtz buwen sol deweder liitzel noeh 15.
in .sclnvum- v j| ll0( .|j ( |. lz i^ il j n UUUI U(K .jj nieinan sin lioftraitin nit iiierreii sol
init n&wcin buwe Intzel noeh vil, oder vver oueh deliainen nuwen
burger ze Swaikowen haiinet, wer der stuk aller deliains Aber fur,
der sol gebessert werden alz sieh der inerertail dez, ratz er-
kent. d > 2 ) 20.
Vcrbot von 112. — [D]er^ burgermaister und die ret hunt gesetzt, daz
Vorbrtutcn. niemann hie ze Vlme nit ffirbaz nimerme deliainen usschutz an dehai-
nem sinem buwe, altem noeh nfiwem, nit machen noeh buwen sol;
welher daz aber dar fiber tat, der sol und musse XL guldin gebeu,
und daz selb den noeh wider abbrechen. Actum feria sesta antt 25
Michael is Anno LXXVW*)
a) Hand von 1380.
b) Die Eintragung iet kreussweise durchstrichen. Am Bande stent: ,,lis nit".
c) Hand von 1376.
d) Am Bande ,,notandum".
e) Die rote Majuskel I) feblt. Eiutragung der Hand von 1876.
f) Die Eintragung iet durchstrichen. Am Bande ,,»otandam u .
x ) 1380 November 19.
2 ) V<rl. Jgcrer Tim p. 103 n. 70>\ Vertrag von 1391 April 4.
8 ) 1876 September 20. Vjrl. Ziiriclnr Kicbtebrief Helvet. Uibl. 11, 1735.
p. 59. ed. Ott IV, 57. Von uberschiizzen. Verbot von Vorbanten rait grwissen
speziell anf Z. bezu<jlicben Ausnabmen, feblt im Sebaff banner E.lJr.
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Art. 113—115. 69 ,
113. -- Wir liahoii oueh gesetzt, daz die stet reehner, welhi Fol. 37 b.
denne stetreehner sint, alle unzitlieh buwe fiber ale in der statWadtreelmer
besaehen, besorgen mid versehen sMlen, daz der stet kein der ge- un(l
maind irftt von iemen wider reeht geheiinot werden, mid wa si daz
b iendert markten, wistent oder sehen, daz sullen si vor dein rat
kftnden mid sagen nnd sftllen die reehner ditz jar mid alz si reehner
sint, der stat bmnaister sin mid die stat buwe allent a) halben ordnen
nnd besaehen, mid wie sieh der rat oder der merer tail dez rates
dar miib bedenkt, daz sol beseheehen. b) *)
10 114. - - Me liaben wir gesetzt, wer dein andern sehuldig ist Fol. 38 a.
siin plinnd bailer der stat werung oder me mid daz der oder die Sobuldreoht.
selben von iren geltem, den si sehuldig sint, beelagt werden naeli
der stet reebt. und in dennoeb nit bezallen wil, so nui^- der clever
daz sagen nnd bringen an die ainunger, nnd die sAllen in denne
15 fi'ir sieh nnd r'ftr den rat gebieten nnd besenden nnd den haissen
sweren ze den hailigen, daz er den clegern bezal in aineni nianod
dein neehsten ; ret er dez nit, daz er denne us der stat nnd usser
dein zehenden \ar nnd dar in niiner komen noeh in den zehenden,
er hah denne vor den clever bezalt, daz er ini sehuldig ist; und
20 weleher fur die aiming noeh tVir den rat nit kern noch komen
w<, so im also hi der aiming gebotten wirt, den sol und mag der
burgermaister und daz gerieht haimen, und wein ain burgermaister
zft im rufet, der sol im ane widerrede dez beholfen sin, und welher
daz nit tet, der sol mid muzz ain en nianod von der stat sin und
25 ain phund haller geben.
115. - Me liaben wir gesetzt, daz der rat oder ain burger- Pfandrocht.
niaister besunder ain ieglieh phand, daz an dein gerieht erelagt
wirt, ez sien hiWr, aker, garten, oder ander ligendes gfit wol vier-
zehen tag lenger fristen und utt'halten sol, daz daz nit vergang naeh
30 den aeht tagen alz ez dureh reeht solt vergan ; -) oueh mag er
a) Die Handschrift tronnt r alien thalben*.
b) Am Rande ,,notandum 4t .
*) Uber die Stadtnehnor v«»]. Fol. Fabri traetat. do civ. Ulmensi od.
Yeosonmeyer p. 131. 132; Uber die Baumeister v«rl. Aupdmrger Stadtbueli od.
Meyer p. 11.
-) Vicl. dazu Swsp. L. 102 b , auf (lessen Ein^an<r direkt Bezu^ ^enommen
winl. Dsp. 92.
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70 Art, 116—118.
varendiu phand fristen adit ta# unci nit lender nach don aeht ta^cn,
alz ez vcrgan solt; so mag ez denne nioinaii fhrbaz fristen und sol
verganpren sin, ez si denne mit dez ela^ers willen.
Fol. 39 a. 116. — Wir a) haben ouch gesetzt, wenne ain ziupiusse fur
Zfupiis vor gericlit kunipt, umb welch saeh daz ist, von inannen oder von :>
Kirliteni f n)VVeil) uu( j[ (j eil ainen tail dunket, daz din ziupiiWe nit redlich
si und der begert an ainer urtail ze ervaren, ob man die zfr<rufrsse
nit billieh an den rat bringen sAlle, so sftllen sich denne die richter.
die da ze gerieht sint, ufl' die aid die si zti dem gerieht Resworn
hant, erkennefn] und urtail spreehen, ob diu zftpifisse vor gericht fur- lo
gang liaben stille oder ob man ez an den rat bringen siille; und
wez sieli denne die richter dar uinb erkennent, daz sol von baiden
tailen fhrgang ban; und so denne diu ziugnhsse fur den rat kuinpt,
so sillent die richter an der geziugiiAsse iegliehem sunderbar en* am,
waz in nmb die sach kunt si, und waz sich die richter nach der l">
ziugnisse sag uff ir aid erkennent, daz sol von baiden tailen ftirgank
darumb liaben etc.
YYrlassen des 117. - Es ist ouch gcsctzt, welch sach fiir den rat kuinpt, die
Rates hei ainen oder me an pit, die dez rates sint oder fWinde der, die
pn-sonlicher ( j e/ rates s j n ^ so ^ () j de^eHj , K i er { \[ e sclben, die diu sach an gat 20
oder"* dcu'zu gekafft tint, ez si ain burgermatster am r[atman] oder
ain zunftmai[$ter oder] ander die in dsn ra[t denne] sassen us dem
rat gan und da bi nit sin untz der rat die selben sach usgerichtet,
alz si denne zerat darumb werdent, und ob er selber nit usgieng,
untz daz zwen oder me umb die sach gefragt warden, der sol und 25-
mftzz acht tag von der stat sin und ftmf schilling haller geben, ez
wer denne daz in der rat wider in hies gan. C; M
G 41
Fol. 3J)b. 118. — Wie der burgermatster und der rat grozzer und klainer
Hausachen. gemainlich^ der stat ze Ulm haben gesetzt und aigen ze rut warden
uf die aide, die wir alle gemainlich arm und rich gesworeu liaben, 30
a) Am Bande : n geschohen u .
b) Von ,,oder— sassen" int spaterer N acht rag de« 14. Jahrhunderts auf dem R;iud
des Blattee.
c) Am Bande „notandum".
d) Die Handechrift Meat: „gemainainlich u .
') Vjrl. Ziiriclicr Stadtbttclior I, 38. 1319 vor 1. Mai; und 1, 175. E. I*. 171-
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Art. 119. 71
all kchrhdlz und (die geng, die man tor den Jiusern uzzgeschossen
und gemachet hat, dannan tfin und abbrechen sol, und ml och kain
kelerJialz noch gange hie ze Ulm trimmer mer gemachot noch gehuwen
werden, und sdllen och din I6cher an die keler schnurger[e]cht sin
6 und geniachot werden alz der ttirsuell dez hus lit oder ah die mur
dez hus uf die erde stozzet und gat, und nitz f&rbaz noch ferrcr
raichen noch gan; ez sol och der tail von dem margt uber den hof
und gen der staininen brugg, der och ietz mit spil cerloren hat, daz
alles anvachen, abrechen vollfilren und tun uff die aid hie zirischen
10 und snnt Michelz tag der schierost kumpt, 1 ) und der an der tail der
stat hie ze Ulme sol daz och anvachen ze jar und daz in der selben
wise rollenden und rollftiren von satit Mich eh tag, der schierost
Jcumpt fiber a in jar; und wer dez nit tat und uberjur, es beschecJi
ditz jars oder in dem ndc/isten jar, der sol und muzz ieglicher von
15 ainem Jcelerhalz zehen guldin geben alle tag und von a in em gang och
zeJien guldin ze hfizz und ze ben, als mengen tag daz darnach stund t
ez war denne, daz ainer ungevarlich nit ziug oder werklut darzii
gelian mdcht, der sol daz bringen an ainen rat; a) d&nkefund erkennet
sich denne der rat, daz daz ungevarlich st f so mag im der rat wot
20 lenger zug geben; dis beschach an fritag vor Judica in der vasteu
anno domini MCCCLXXVIIl**)*)
119. — Es c) liaut die burger gesetzt, daz man ainem iegliclien Fol. 40 a.
burgerinaister von der stat ains jars, die wile er burgerinaister sol bobn des
sin, nit me geben sol denne viertzig guldin,") und sol ouch kain Blir ff er -
25 burgerinaister von ni email debainen ratschatz nemen bi der pen alz
ander burgerinaister, 4 ) und sol man dehainem burgerinaister nit me
a) Am Ran do : „mercket".
b) Am Bande : „lis nit".
c) Hand ron 1376.
*) September 29.
*) 1378 April 2.
8 ) Vgl. fiir Strassbur^ Eliebe-rg I, 2. 1382. Fiir ZiiriHi Zurieher Stadt-
bttcher I, 277. 1340 Januar 27. (60 Mark. Xach ZolW-Werdmilller = :t000 fr.)
4 ) Vprl. fiir Strassburg Strassb. IB. IV 2 2. V. St.R. von 1300,
132 vor 1311 n. 9. Es ensol dekeiner der rated, die wile er in dome, rate ist,
von nieinan kein mute nemen oder scltaffen ^enomen von einein andem, also
das sii ime doeh werde, das das ^erihte uf der pfaltzen anej>ot. Wer das
brichet, der sol meineidig sin : und wer die miete «rit, ist das knntlieh oder
wurfe kuntlich gemarht, der sol ein jor von der stat sin eine mile und «rit den
andern in dem rat fnnf pfnnd nnd sol ain rat, der nbojrot, dem andcrn
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72 Art. 120-122.
gelirn und wor ouch ze hurgernisiistor orwelt wirt, der sol daz nit
verspivclien bi hundcrt phunden hnllcr, man mag ini wol minder
goben denne virrtzig guldin.
Reichenauer f £0. — /)<?/•*> bur germ (titter und der nit grosser mid klainer
Leihgedintfc. hie ze rime hunt gesetzt und sind ze rat icorden bi dem aide, daz 5
dehain burger nach burger in noch niemant andro hie ze lime dehain
libdinge umb das gotzlms in der llichen Owe nu f&rbaz tner kqfen
sol, welher aber daz daniber tat, der must von tedem phunt 5 schilling
geben und salt derselbe hofe dennoht ab sin. Actum est Hind in die
invention's sancte cruets anno LXXX primo.^*)*) 10
Esehehaien- VZ1. — Dit burgermaister und der rat sint ze rat worden und
amt. hant gesetzt, daz man alio esehehaien hie ze Time endren und
verkern sol und daz kain eselieliai furbaz me nit longer bi dem
esehehaien ampt beliben sol denne zvvai jar und >venno din zwai
jar ie us komeu, so sol man in ie aber verkern. r) :J ) 15
Fol. 41 a. li&il. - Ks hant ouch die burger gesetzt, daz kain reehner noch
Fbernahme dehainer der dez ratz ist, deweder mit wagen noch mit karren in
stadtischcr ( j or st - at <ij ( > ns t nnd buwe fiiren sol. und sol ouch nieman in der
stett dienst und buwe varen ane dez burgermaister und dez ruts
a) Die Eintragung hat keiue roto Majuskel am Anfang, trot/. dem sie auf dor rechtcn
Seite steht. Die Schrift ist die Hand von 1380.
b) Am Bande „notandum u .
c) Am Hande : „lia nit a .
rat, der anc^ot, disselbe in den cit geben und ist ouch darumbe an der stette
brief gesctzct, do men jerliclie noch swert. Vjrl. VI. St.R. von 1322 p. 57 § 4.
Ks ensol oucli deheiner des rates deheine miete nemen. Schaft* hauser Riehtebrief
ed. J. Meyer n. 44. Von miete. Swelhe dez rates die enpfien«re aid genaindzoti
ze ennhahenne. — Swelhe des rates mit zwain gclaubsamen manneu init gesvvonicm
aide iibersait wirt, das er von iemen miet babe enphaniren oder jjenainzot ane
<revaerde, darumbe das er iemen jrfit aide scliade Hi an dem rate, Avon der rat
sol desselben sweren, so er iresetzet wirt: der sol ain jar von der stat sin und
niemer mere, an den rat komen. Kumt er herin, der in gehaltit, der ^it zehtm
l>funt. \>1. Ziiricher R.Br. Helvet. Bibl. II, 1735, p. 33. Otr, Archiv fiir S.R. V,
p. 190/91 liest „genainzoii" and „^enamzot".
l ) 1381 Mai 3.
-) Ygl. dazu U. UB. II, 944, 1374 Jnni 2; und 940, 1374 Juni 15; 949,
1374 Juli 29. Weiter Auer Munehener Stadtrecht Naehtra# VI, 94. 1322.
») Vy:l. Meyer Au^sbur^er Stadtbuch Art. XI § 1.
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Art. 123-126. 78
wort und haissen ; wer daz uber fiir von rcchncr oder von andern
Ifiten, der sol mid mftx ain phund bailer gebcn
?//«/* ) */■«/• ocA yw f&rbaz an der Mat butve faren wil, der sol
furen mit solichen gertUten und geschierre ah daz ton alter her kotnen
5 i*t und sol och in kain wagner kain ander geschierre machen.
123. — Ks ist oneh gesetzt, daz der 1 ') elain rat der geinaind Kompeteuz
und der stat gfit fiber hundert pfund Sine des grossen rats odor ir des kleinon
des meren tails willen und wissen niehtzit hin geben sol. c) *) Rates.
124. - Me (l) bat der rat gesetzt, alz der rat vol* hwg ze rat ist Fol. 43 a.
10 worden, daz ain ieglielier der pen verschuldet, der von der statt Urawandlnng
sol varn, der sol und nifizz von aebt Uign\ tint* schilling der ^ CT "
bailer geben, von vierzelien tagen zeben sebilliug, von ainein fi j c i st ^ te
manod ain pliant, von aineni viertail jars drill pbund, von
ainein halben jar oder von ainein gantzen jar aber driu pfunt; und
15 sol daz ieglielier tfm lift' den aid, den er sebwerent wirt e er in
den zchendcn wider kunipt.
12o. — Kz Iiiint die burger gesetzt, welber aiming versehult Erlcditiun^
daz ain ieglielier ainuuger bi siner aiming and alz lang er ainunger der von don
ist. dem selben k iinden und sagen sol, waz in ze ]>en gesetzt ist, kmun^vni
.%. , -ii • i • i , i • . 11 verhan^ten
20 lift den aid, den ain leghcli am linger zft der aiming swert, und sol g f
denner der sebuldig die pen volliuren naeb der kundung in den
miebsten acht tagen bi der pen alz vor gesetzt ist und darnaeb alz
sieb der rat erkennet.
1 26. — Me ist oueli gesetzt, wer ainen sleelit ane gewaftet Fol. 44 a.
25 bant, der infizz ouch ainen nianot von der stat sin, -wer ouch ainen Gowalttat.
in daz bor wirfet frevelicli an ofteni inarkt oder sleeht. der
a) Daft Fulgende ist Zusatz dee 14. Jahrhnndertft, wahrschelnlich der Hand von 1380.
h) Dus Fulgende steht auf Raeur, stummt aber von finer Hand dee 14. Jahrhnndertn.
c, Fol. 42 fehlt. V«l. KinleitunR p. 3.
d) Hand von 1376.
*) V«il. dazu MeyiT Au^sbur^er Stadtbuch Nachtray XV von 137(5 „uzp»-
iiomtMi, daz der clain rat urwolt bat ze tun mit fuuf pbuiidcii iifViiinir**.
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74 Art. 127-133.
miioz zwen manot von der stat sin, besebicbt ez aber suns in ainer
pissen mid nit an dem markt, so sol er ainen inanod von dor stat
sin; an dem markt zwifalt pen uinb alle saeb. 1 )
Fliuhen und 127. — Wer oueb swert oder messer uber den andern zukket,
M(>88«rziehen. der sol ainen inanod von der stat sin.*) 5
Strafe fur 12S. — Wer oueli den andern wondet, daz ain tiiossendiu
ViTwunilung. wund ist, der sol und vn'is drizehen woc/ien a) von der stat sin.
Wer aber den andern wundet, daz ain yemateneltiu wund />/.
der sol und mfis ain hall* jar von der stat si)t. h)
Dicbscheltr 129. — \Yer c) ouch ainen bediubet und ain ainen diub baisset. 10
der sol und muz vierzelien ta£ von der stat sin.
SHieltwort. 130. — Wer oueb den andern sehiltet. der sol und mfiz
aebt ta# von der stat sin, der ain «resessner burner bie ze Vlme ist
Fol. 45 a. 131. — Ks bant oueb die burner ^esetzt, wer den andern
Liiiirnscheltr.]i(»uvn baisset, daz sicb der rat erkennet oder die ainun^er erkennent. 15
daz ez frevelieb <rescben ist, der sol und inuoz aebt ta^' von der
stat sin.
Kalsches 132. — Wer falseb wurt'el oder ^eblit wurtel tret und da mit
spiel. und) ^at, der sol und muz ain halb jar von der stat sin und da
nacli alz lanir alz denne der rat ze rat wirt. 20
Morder- 133. — Die burner sint me ze rat wordeu wer ainen baisset
schelte. ainen murder und der daz fnilit] beweren ma^; mit erbern luten,
der sol und nifiz ainen manot von der stat sin.
a) Dio drei Worte stehen auf Rasur.
b) Die Stello ist im 14. Jahrhtmdert nachgetragen, wahrpcheinlich von der HsiiuJ
von 1380.
c) Hand von 137G.
*) Vjjl. hier uud zu den fol^enden Artikeln ( Jhenbru^cns Alainannische*
Strafrecht XV, 15. 2 a. 1). c. p. 101. 105.
9 ) V^l. Ziiricher Stadtliilc-her J, 340. 1344 Aiiir. IK. Ill, Bo. 1415 Nov. 14,
III, 177. 1421 Aupr. 25.
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Art. 134—137. 75
134. — Ez ist ouch gesetzt, daz man ain icglicli aiming ain Reweisrerht.
ieglicher selb drit erber lit, frowen oder man, ftber komen sol, und
mftzzent die ze den hailigen sweren, daz si die aiming goliort
und gesehen haben. 1 )
5 [E]s R) ist ouch gesetzt, daz man ain ieglich unzucht, die man
an juden tit } zwivalt bessren sol. 2 )
135* — Es b > ist gesetzt, daz man alle monat alz vor gesetzt Fol. 46 a.
ist zwen ainunger dez ratz nemen c > sol ungevarlieh nacli ain ander Ainun^er.
ungevarlieb, untz sicli daz an dem rat ergangen hat, imd st'illen
10 dehain zwen nit fftrbaz genomen werden denne zti ainen maul untz
sieh der rat gar ergangen hat. d) s )
136. — Wir der burgennaister, der rat und alle burger ge-fj<>sinder»clit.
mainlicb haben gesetzt, welh burger oder burgerin, ez si ami oder
rich, ainen kneeht oder in> dingot und den wiukouf git, wolt
15 denne der selb kneeht oder diu selb magt ane urloub von ir hersehaft
gieng und den winkof wider gebe, so sol und mftz der selb kneeht
oder magt, die den winkouf also wider geben oder ane urloub von
ir hersehaft sehieden, die sftllen und mfissen ain jar von der stat
sin und ain phund bailor geben; und wer die selben also huset
20 oder hairnet ez wer kneeht oder magt, alz dik daz gesehech und
alz dik or daz aeht tag tttt in dem selben jar, der sol fftnf schilling
geben, wen ez im verkftndet wirt. d)4 )
137. — Es ist ouch gesetzt, waz der antwerk lit ist, daz Fol. 47 a.
iederman uf die aide, die wir gesworn haben, sinem hou])tman Rat, Bunier
25 und dem burgennaister und dem rat gehorsam sftllen sin, und waz un<l Zun * tf '•
a) Die Majuskel ist vergessen. Die Stelle i«t erst naeb AbsohluBB der ersten Bedaktion
von einer Hand des 14. Jahrhunderts eingetragen.
b) Hand von 1876.
c) 8teht anf Baaur.
d) Am Kande „notandam".
! ) Vgl. Schlettstadter UB. 1, 7. 1292 Dez. Stadtrecht n. 11. Jrem omur
testimonium duobus idoneis testibus est produeendum et hoc de visu et audit u.
2 ) Vgl« ^tobbe Juden in Deutscbland p. 42 ft*, und 159 ff. Die Hestim-
muii£ seheint tfanzlich tmigulfir dazustehn.
8 ) Vgl. Kelix Fabri descriptione V. p. 130.
4 ) Vgl. Auer Miinchener Stadtrecht Art. 209, von gedingten ehalten, die
wider abstinent.
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76 Art. 138 -141).
der burner hie ze lime ist, die der ri^t nit sint, die sullen ouch
dem burgennaister mid den reten jrehorsam sin ane widerred, mid
sol ouch dehain antvverk dehain gesetzt ane dez ratz wissen und
haissen maehen. tt) ] )
rnjrehoisam 13 H. — Wir ban oucb gesetzt, welch burger, rich oder areni, 5
"■rjreii die.se <*rwaltigcr oder ungewaltiger der vorgesehriben artikel nit geborsain
Hesetzc. s j n w gj^ 0( j er we i c i, burner von disen gesetzten dem andern tint-
schaft und has tragen wolt, so sullen wir alle rich und ami uff die
aid, die rich und arm gesworn bant, ainander bebolfen sin. daz
ain ieglieber burger und die haft 1 ') dazfi sint, von disen gesetzten 10
vintsehaf entladen werden und daz oucb die ungeborsainen, die
wider disen gesetzten weren niit worten oder mit werken, die sullen
gebessert und gestraiet werden naeli dez nieren tail dez rats er-
kantni'isse.
Fol. 47 b. 139. — Ouch C) hint die burger uf die aide gexetzt, daz ha in 15
Bur«>erreeht zunftmaister noch kain antwerki nieman in ir zunft entpfahen sMlen,
und er fafr ( / enn vor b ur g rec ht entpfangen; wer daz dberfure, der sol
und muz 5 U ze pen geben und ain halb jahr ron der statt sin.*)*)
Fol. 48 a. 140. — Ks e > bant ouch die burger mit gemainem rat gesetzt
IJcdin^unjreii daz der rat noch die statrecbner nieman dehain marktrecht nit lihen 20
des Burner- Sl 5 il| eni n0 ch daz die zunftmaister noch dehain ir undertan nieman
rechts.
a) „iuacht'i)~ ist apiiterer Zu»atz.
b) „hast" oder „haft' 4 ist zu lesen.
c) Hand de* 14. Jahrbunderts, vielloichi die von 1370.
d) Am Rande „notandum 4< .
e) Hand von 1376.
») Munehener Stadtrecht od. Aner art. 366 und Ziiritlier St.B. I, 229. Dass
nieman iiber sieh selben nit sefczen sol eiii kcin zunft, „daz der burgermeister
und der rat sint ubereinkomen daz enkein zunft enkeinen einuiig uber Mich
selben sctzen suln, noch enkein din^ under in selben richten, noch sclietzen,
wan daz ouch ir zunftbrieve bant und daruf verschriben stat .■ und Kvrelc zunft
iebt anders tete, die sol man darumb bussen nach der «rele<renheit der snche uf
den eit.
*) Ziiricber Stadtbiicher II, 222. 1409 Juni 8. „Wir der bur^enueister,
die rat, die zunftmeister und der jrross rS,t, die zweyhundert, Zurich syen ein-
helklieh ubereinkomen einer ewi^en gesetzt, daz man hinnenhin Zurich nieman
mer, wer dis oder welches hantwerkes si sint, in kein zunft nicht nemen noch
ira die nicht lichen sol, er si dann vor Zurich burner worden." V^l. audi
unten n. 277.
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Art. 141 — 142. 77
ir zunftrecht noeh ir zuuft nit lihen noch darin nit enphahen si'illen
wan <ler ain ieglicher ain harnasch*) haben sol,') daz aclit plinnd
haller wol wert si, und welher daz Aberfur, der b) sol und mftz
ainen manod von der statt sin und ain pfunt haller geben. c) 2 )
5 141. — Wir haben ouch gesetzt und wellen ouch, daz daz Verbot der
also belib und gehalten werde, daz nieinan hie ze Ulme dem andern Verpfaudunjj
dehainerlai harnasche ze phand nit geben noch nienian sol deweder von
mit gcricht noch sus noch daz nieinan nichtz daruf deweder lihen an,hLI ,l -
noch geben sol weder iuden noch cristan; und wer daz uber ffir,
10 der sol und muz daz umb sus d > wider geben und ledig lasscn und
sol dennoch daruinb gebessret werden nach dez mertails dez ratz
crkantnfrz, wan wir ie hi unsern aiden wellen, daz allez harnasch
aller sach frie sol sin. c ' 3 )
142. — Es hant ouch die rat und die burger geinainlich Fol. 49 a.
15 gesetzt, wa oder alz dik daz nu furbaz gescheeh hie ze Uline, da Vormund-
kinden ir vatter von tod ab gand, daz den selben kindeu der rat HC | liVttsreellt "
pfleger geben sol und mag, ez si von iren frtinden oder von andern ' !- C \
■ i V . i -ill i. . . i • , fur \ ormuml-
luten, alz si denne ie dnnkt, da nut dm kind versorget sien und gc i mftsSftL .| lell
doch also, daz die selben pfleger dem rat der selben kind gut alle
20 zit geschriben geben shllen, und da von aller ierclichen dem rat
ainest wider raiten und wider rechnun sAllen, waz sicli daz selb gftt
ie gemerot oder geniindert babe; und wer da wider wer oder tat,
ez weren frftnd oder ander Hit, die si'illen dar umb vestlich gcstrafct
und gebessert werden nach dez nieren tails dez ratz erkantnftsse. e)
25 O u ch haben wir sunderlich gesetzt, das alle sdlich pfieger in dem
anfang [alle] sdliche gute und was die, den si ze pjlegern gegeben
sind, an ligendem und an varendem und ocli an alien sac hen han[t],
in der statt bftch, das zu solichem ietzo gemachet ist t von stuck ze
a) Am Rande Nachtrag: ,,ungevurlich".
b) Das Polgeude ist von derselben Hand nachgetragen. Ks steht nicht auf Rasur.
c) Am Rande )} notandum (( .
d) Steht auf Rasur.
e) Das Folgende ist wesentlich spiitcror Nachtrag. Wahrscheinlich aus der Mittc bis
Knde des 15. Jab rh under ts. Die Stelle ist am Rande etwas besohnitten.
! ) V«rl. Strassburiit'i- I'H. VT. Stadtrecht p. 141 Note 1 mid Art. 380.
2 ) Vjrl. unteii 151 und 276.
3 ) Vgl. Auer MUiichenor Stadtrecht, Art. 504 (nach 1:547). Vi»l. Stobbe
Judcn in Peutschland p. 246. Nublini»- Die Judcn^emciiideii des MA. p. 191. 192.
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78 Art. 14a- 145.
stucken alles und ieylich ivrschriben stUlen, d annul duz den kin [den]
ran den, die in die pfieye y chore nt, ir nutz dent bas yeschaffet und
ir rechnunyen dent stattlich vollbracht werden muyen, das licit d[ie]
rechnunyen jdrlich dem rate als vorbeyriffen ist, beschecheu und
delta inest under weyen yeldssen werden sdllen da zu sol licit delta [in J 5
pfleyer dehain yfit, das in sin pfieye yehiret nimwer kofen noch an
sich Ziehen in dehain wise; noch sol dehain pfieye r dehain [bar]-
schaft, die in sin pfieye yehort, nivht hinder sich leyen, denn (die mid
ieylich pfieye r stiffen solicit barschaft anley[en] und bcwennden
zihn nutzesten u[nd] besten und den, d[en] si zii pfieye vn ye- 10
y[eben] werden, yetnilich pfleyen due alle arylist und yeverde. 1 )
Vonmind- 14:3. — Wa ouch daz were, da ietzo kind hie ze Time weren.
schatt. die pfleger hettcn, und daz an den rat koine und bracht wurd.
daz man in mit ireni gut nit redlieh umh gieng und in daz line wurd,
den selben kinden sol und mag; der rat oneli wol wider pfleger 15
geben in dein vorgeschriben rechten.*)
Wueher. 144. — Dazfi haben wir ouch me gesetzt, daz wir nieinan
von dcliaines wuchcrs noch phantschaft wegen noch von kainer
gult wegen, darinne sich der rat entstat. daz sich uf wiicher ziueht,
nu furbaz nie a) niehtz beholfen dar uiub wellen sin, daz nu fursich 20
liin gesehicht denne b) nach dez meren tails dez ratz erkantnuzze.
Actum feria sexta ante Jacobi anno LXXYI'V 5 )
Fol. 50a. 14o. — Wir der burgermaister der rat und wir alle burner
L«istunys- gcmainlieh, rich and arm der stat ze rime tuen kiuit allermenglich
n-cht. 1H j^ ( ji S01u brief, daz wir alle gemainlich (lurch sunder nutz und 25
fromen armer und richer hie ze Uline uberain komen sien und ge-
setzt haben, welch burger hie ze Ulme, er si anne oder riche,
iemantz burg wurd uf lai stung, von welchen sachen daz wer oder
wie sich daz fftgti oder wie sich der ze laisten versehriben oder
a) n me u i«t von gleicber Hand ttberpeschrieben.
h) „denne — erkantnuzze" Bind von gleicher Hand fibergeeclirieben.
*) Sw«p. L. 50. 63. Au«rsbimrer Stadtbueh ed. Meyer Art. 98 § 1, 73 § 7.
'-) tfwsp. L. 62.
*) 1376 Juli 18.
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Art. 146. 79
verbumlen hett, wenne denne dor sell) oder die selben dar urnb geimuit
werdent ze laisten, daz denne ain ieglicher gcbunden ist ze laisten
noch nit mer laisten sol, wan ic^lichs tags ain maul und da zft
an dehaineiu sniincntag, an dehaineni unsers kerren nocli unser
o frowen vier hoehzitliehen tageu, noeh an dehaines zwelf botten tajc
nocli an dehainen andern gebannen virtagen ungew arlich sol nie-
mau niehtz gebunden sin ze laisten; und welch burger ouch ze
rime hie wer, der in me laistung gcniant wurd, denne in ain, der
sol nit me gebunden sin ze laisten, wan dem ersten, von dem er
10 ^einant ist, und wenne der sell) usser der laistung erst kumpt oder
da von ledig wirt, so sol er denne ie aber dem nechsten, von dem er
^einant wurd, deune aber laisten in dem vorgesehriben lvclitcMi, und
sol also ain ieglicher mit ainer laistung alien den, von den er ge-
mant wer, nach unser stet recht genftg getan und gelaistet han,
15 und sol im ouch nit anders ertailt werden ze laisten, wan alz vor
gcsehriben stat ; cz si'illent ouch und muget alle gest laisten hie ze
rime alz daz von alter der st&t recht ist und gevvonhait ist gewesen
ane alle geverde; und dez allez ze ainem waren urkiind haben
wir unser aller gemains insigel gehenkt an disen brief, der geben
20 wart an dem nechsten mentag vor unser frowen tag alz sin gebom
wart, do waren von Cristz geburt driuzehen hundert jar und in dem
ainen und sibentzigistem jar. B) b ' *) ")
146. — Wir der burgcrinaister, die richter, der rat und alle Fol. 52 a.
burger gemainlich. rich und arm der stat ze Uline sien alle gemain- Richter.
25 licli und ainhelielich mit ain auder Aber ain komen durch nutz. fromen
und ere armer und richer hie ze Uline, also daz wir ietzo geordnet
und gesetzt haben, daz wir c) unser zwelf Resworn richter 3 ) in dri d)
a) Am Bande „notaudum u .
b) Fol. 61 fehlt.
c) tTbergeschrieben von spaterer Hand di>s 15. Jabrhunderts.
d) „dri a ist von der Hand, die den Xacbtrup hinzugeftlgt bat, auf liasur oingefttgt.
') i:V71 SfpteiuhtM* 1. Pruck von Roth von Scbrecken.stein in Zeitschrift
f. RechtsjLresch. 1 p. 238 zu 1361 iSept. nach Original im rimer Stadtarehiv.
I in U. UB. fohlt die Irk. zu heiden Jahrcn.
2 ) MUnchener Stadtrceht VII, tt7 p. 278.
8 ) Schwbsp. L. 172. Von den zwelfen, die grerihtes helfent. Ez ist efwa
ucwonheit, daz man zwelf manne ninict, die snln «jerihtes> helfen. Ez sol ir
je<relieher uf einen hanke sitzen und snln urteil finden umhe eine ie^elich saehe.
Vrf. St.R.Bueh d. Hujir. v. Freisin^ cap. 105. 188, und Sehwbsp. L. 145. 28(3.
Pie Bcstimmun^ Swsp. L. 172 fehlt im Psp.
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80 Art. 147-148.
tail getailct liaben also, daz ze iodein ^orieht so itor^oUott ist, dri ai
richter uff dein ^erieht siillen sin und daz jrerielit sullen vorwesen die
wile ez weret. b) Es were denne, das die selben dri richter oder ir
(finer oder mer nf die selben zit an dem rat oder von des ratz haissentz
weyen hi den stetten oder anderswa in dez ratz dienst sin musten 5
oder hie haim nit tceren, so hat ain ieylicher huryermaister den ye-
ivalt, der andern richter, irelh er denne tcil, oder a Is menyen er be-
darf an das yericht ze yebieten bi ainer pen; und bi was pen er das
gebiutet, also siillen si komen oder die selben pen verfallen sin und
yeben; und sol och der htirgermaister die pen nieman farm lassen 10
bi dem aid den er yesworen hat. c) *)
(icrieht des 147. — Da zii sien wir me fiber ain komoii. daz unser Resworn
IJuttel- bfittelinaister uml) alio saeli, din 11111b ffinf schilling lialler oder dar
raeisters. um i er j 8 ^ wo ] spreehen liiajc, daz ain ie^lielier dein andern ja oder
nain dar unib lasse wider faren ; wollier abor dein andern daz vor 15
im nit tun wolt und daz w< vorzieben. daz denne unser Resworn
*rel)iitel dein ela^er unverzo^enlieli pband ^ebeu sol ufl' reelit, und
doeb also, daz ain io^liolior dent andern vor sol tur^ebieten nlz
unser stat reelit und »ewonliait ist, und 11111b welhi scliuld, siu si
^•rosse oder klain. ain ie^lielier dein andern ffir^ebfit, so sol dem 20
ehijrer alzit ze dem ersteu ^erielit pliand ertailt werden.
Frohn- 14S. — Da zfi sien wir oueh me I'iber ain komen, daz wir alio
•rcricht. vierzelien ta^- uft' die lnitwoelien ain i'ron^erielit ban sullen und wellen,
daz man da richten sol 11111b orbe, unib ai^en, umb lolien und unib
ander hefti^ und notdurfti^ saeh ; und welliem riehter der bur^erinaister 25
ie zft ini »ebfit, der sol unverz<>i»-enlieli komen, und silllen also ie
zii vierzelien ta^en 11ft' die niittwoeben naeh iinbis da rieliten und
ertailn umb waz clajr ffir si kuinpt ane alio ^overdo; und welb
a) Steht nacbgetragen auf Rasur.
b) Von hier an Nachtrag zum Teil auf Raanr, wahrsohcinlich Mitte dee 15. Jahrhun-
derts. Am Rand „geschehen u bei 146—150.
c) Am Rande ,,notandum".
l ) V^l. Str. l T B. IV- 1, § 86, TV. Str. St.R. von 1276. Sweune der meistere
fin jjeschelle nidere ze leg-eimc sendet nach den, die imme rate sint, das zie zfi
zirae kumment, swelre dcmie imme rate zii zime nilit enkummet, der sol vier
woehen vur die stat varn eine mile, er entd denne sine unsehulde, das es ime
niclit jreseit wurde oder das er vor libes not zfi dein meistere niht molite kuuimen.
Viil. V, St.R. § 10.
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Art. 149—150. 81
richter also nicht kfone, so im der gebAttel ainer geseit hett, der
sol und muz X schilling haller geben, ez wer denne, daz ainen
burgermaister ducht, daz er gerichtz nit bedorft oder nit gehaben
mocht;*> hett aber ain burgermeister einem richter urloub geben oder
5 ob in ehaft not ierti oder hie haim nit wer, der verschuldet noch
vervalt der pen damit nicht. 1 )
149. — Wer ouch, daz ain b) sach fir die richter bracht wurde Fol. 53 a.
oder me sach denne ainiu, ez wer von kouf, von teding c) oder von Zeugnis ehr-
anderer sach wegen, und daz ain tail, welcher der were, fir ziug, fearer Leilte -
10 es weren erber lit da bi gewesen und begerti nit anders, wan waz
die dar umb seitin, daz daz firgank het ; tichten denne die richter
oder ir den meren tail, daz diu sach an s61ich erber lit gezogen
wer, so migent si die sachen [an] ainen rat zieehen, und wez sich
denne der rat hie ze Ulme oder der merer tail dez rates hie ze Ulme
15 uff ir aid erkennent, daz sol firgank han ane aller menglichs
widerrede.
1»0. — Me haben wir ouch gesetzt, welher richter der ze pfandung
iedem gericht nit keme, alz vor ist beschaiden,*) daz daz die gesworn nicht-
gebitteln offenlich sagen sillen, und ouch den oder die selben dar e rschienener
20 umb sillent phenden umb alz vil geltz, alz vor ist beschaiden, A c
i Ammannamt*
und daz selb gelt oder phand sillen si unser frowen phleger un-
verzogenlich antwurten uf die aid, die si dem gericht gesworn hant,
und sillent ouch uf die selben aid dem amman siniu recht, wer im
der verviel, sagen und im daz helfen inbringen ungevarlich. 3 )
a) Das Folgende ist spaterer Zusats von einer Hand dos 14. Jahrhunderta.
b) 'Obergesohrleban.
o) Steht anf Basur.
! ) Vgl. Schroeder, D. R.G. 4. Aufl. p. 560. 561. 634. Siehe auch R. B. n. 150.
Vgl. Mtinchener Stadtrecht Nachtrag Vn, 89 p. 288 (vor 1347).
*) n. 148.
s ) Die Bestimmungen 148 und 150, die vor das Jahr 1376 fallen, legen
den t)oergang des alten Ammanngerichtes in das Ratsgericht unter dem Vor-
sitz des Biirgermeisters durchans klar. An die SteUe des mit Schbffen besetzten
Ammanngerichtes ist das mit Mitgliedern des Rates, die mit den bisherigen
SchdfFen identisch sind, besetzte Biirgermeistergericht getreten, wenn auch noch
weiter die Trennung der Funktionen festgehalten wird (vgl. n. 155). Dem Am-
mann blieben nur Gefalle. Das spatere Ammanngericht ist eine rein st&dtische
Neubildung. Vgl. auch rotes Buch n. 192.
Wflrtt. GeBchichtsquellen VIII. Q
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82 Art 151—152.
Pol. 53b. 151. — Wir m) der burgermaister, die zunftmaister, die rate
Burgerrecht yrosse u?id Haiti und darzii alliu gemainde gemainlich der stat ze
un ^ Ulme sien ze raut worden mit ainander ainhellklich durch nutz und
fromen willn unser stat und hab[e]n gesetzt, daz nA furbaz mer
dehain zunftmaister in unser stat ze Ulme nieman fremden ir zuttft 5
niht lichen sulln, es si denne, daz der selb daz burgerrecht vor en-
pfangen habe; und welher zunftmaister das iberfHre, der sol und
mis zehen guldin der stat hie ze Ulme ze rechter pene verfallen sin.
Darzii sien wir me ze rat ivorden und haben gesetzt, daz wir nil
f&rbaz mer niemant unser burgerrecht 'lichen sullen noch well-en, es io
si denne, daz der selb swere, zechen jare unser burger ze sind und
och alliu jare in den zechen jaren zti dem minsten dri guldin ze
stiur gebe; wdre aber, ob er mer g&tz hetti, daz sol er darzii ver-
stiuren *) und sol ouch der stat diu selben zechen jare warten mit
ainem harnasch und sol in den aide, den er der stat swern u-irt 15
nemen, daz er daz selb harnasch in den zechen jaren weder versetze
noch verkoufe, wan daz er der statt damit allewegen warti. Factum
feria quarta ante Michahelis*)*)
Pol. 54 a. 152. — Der b) burgermaister, der rat und die burger gemain-
Verbot, lich sint ze rat worden und hant gesetzt, daz nieman hie ze Ulme, 20
Kauflerinnen deweder juden noch cristan, wip noch man, kainer kSf lerinen hie
aur Pfena ze jj^q nodi dehainem irem botten uff dehain phand, wie daz
genant wer und daz der lit ist, die ir daz enpholhen hetten ze
verkoufent, nichtz lichen noch geben sol, deweder haimlich noch
offenlich; wer daz aber tit, der sol daz gentzlich verlorn han, 25
und sol daz selb phand unverzogenlich wider geben, wer sich aber
dez sparti, ez wer wip oder man, cristan oder juden, der sol
dar umb gebessert werden, wie denne der mererteiil dez rats ze
rat wirt.*)
a) Hand des Anfangt des 15. JahrhundarU.
b) Hand yon 1876.
') Vgl. Augsb. St.B. XX, p. 60. Swan der vogt ainen man burchrecht
linen wil, der sol dabi haben die viere, die des rates phlegent .... und swan
man im burchreht lihet, so sol er verb&rgen, daz er fumf jar unser getriwer
burger sei und mit una hab und leg . . . und ob er ee von uns yarn wil, daz er
der stat geb fumf phunt auspurger phenninge; und swan er daz getan hat, so
sol man in an den stiwerbrief schreiben. — B. B. 140. 141.
») Sept 22.
*) Vgl. Strassburger Stadtrecht VI, 880, und Mttnchener Stadtrecht 604
(nach 1847).
«) Vgl. R. B. 11.
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Art. 163— 1B5.
83
153. — Wir haben ouch me gesetzt, daz kain jud hie ze Juden und
Ulme deweder wip noch man, jung noch alt nft fftrbaz me nieman Pfandleihe.
uf kain phand lichen sol deweder gesten noch burgern, mannen
noch wiben, si wissen denne kuntlich, wer sie sien und wie er oder
5 si haissen, ob dez not beschech, daz si den oder die, die in daz
phand versetzt h&ten, gezSgen und kuntlich genennen kAnnen; wa
aber ainer oder ainiu, di si nit erkanti, phand setzen wfilten, hat
der ainen erbern man bi im oder ain wip, di si oder in wol
erkennent, den mAgen si ouch wol lichen ; welh jud oder judin da
10 wider t&t, jung oder alt, der sol und # mftz die selben phand umb
sAnst wider geben ane alle widerrede und houpgftt und schaden
verlorn han gar und gentzlich. 1 )
Wirte.
154. — Wir*) der bur germeister, der rant grozzer und klainer, Fol. 55 a.
hdbn gesetzt durch fridez willen, daz dehain winschenk hie ze Ulme Trinker mid
16 dehainen trinker lenger setze denne zii dem ersten raut, alsbald der
verldt wirtj so sol er dehainem sinem trinker mer win geben, so sol
och dehain urinschenk dehainen win imerhalb hus mer geben denne
bis z\% dem andern raut; als bald der verlut wirt, so sol man firo
nieman mer win geben; und wer daz tiberf&r, so sol der wirt als dik
20 daz beschach, tusent murstain geben und ieglicher trinker, als dik er
daz dberfUr X schilling*)
Nacht
155. — Es sol och niemen, wenne man den ersten raut ver- Strassen-
l&Ut, uf der strauzz ftiro gan dne lieht bis zu dem dritten raut, verbot bei
wenne och der dritt raut verlut wirt, so sol firo nieman mer uf der
26 strauzz gan weder mit liecht noch 8n liecht; wer daz Hberf&r, den
sol man dar umb haimen bis an ainen rat, uzgetiomen der, die der
rat sind und dez gerichtz und dez rautz kneht. 9 )
a) Yon hier an bit n. 167 Hand von 1882.
f ) Vgl. Stobbe, Juden in Deutschland p. 122 unten. Augsburger Stadt-
buch Art XIX, § 5. 6 p. 65. 66. Munchener Stadtrecbt Art 608.
*) Vgl. Munchener Stadtrecbt Art. 340 (umb daz nachtsitzen) und Nach-
trag VII 1 (vor 1347), p. 270.
*) Vgl. Munchener Stadtrecbt Art. 341. Si haben ouch verpoten, daz
niemant des nachtes nach der pierglocken an liecht auf der strazz sol gen, oder
er geit dem richter 24 den., der stat 36 den.
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84 Art 166—160.
Haustiiren 156. — Item es sol och iederman versorgen und schaffen,
verachliessen. daz alle sin hustdran beschlossen sien vor dent ersten raut; welher
dm fiber f to' und dez tir man nach dem ersten raut off en find, so
sol ain burger geben 10 schilling und ainer von der gmaind 5 schil-
ling holler:
BUrgBchaft 157. — Ez sol och nieman den andem firo me halten, husen
des noch ho/en denne f&r den er tool versprechen inag, daz er der stat
u *™ heBlt * eT *unschedlich si; wer aber daz dberf&r, dez lib und gut sol dem raut
und der stat verf alien sin. 1 )
Fol. 55b. 158. — Es sol och iederman, wenne ez brhxne, zii dem fir 10
Feuerlosch- loufen und da helfen arbaiten und leschen, so er immer getrdlichost
und ernstlichost mag, und da von nicht konnen bis ez erlist, ez war
denne daz ez ain burgermaister hiez und erloubti; wer daz Aberf&r
und dabi mussig stund und nicht zffluf oder sich birg, so sol ain
burger geben 2 ff und ain hantwerk man ain phund, uzgenomen der, 15
die zi den toren geordnot sind, die sullen zu den toren loufen und
da bi beliben und nicht dannan Icomen uf die aid, die si gesworen
hand, es war denne, daz ir selbz hus ains br untie oder daz nechst
hue bi im*)
wesen.
Feuerlosch- 159. — Och haben wir gesetzt, wenne daz wdr, daz fir hie 20
wesen. ufgieng, daz a lie die karrer, die daz wazzer buwent und och aUe die
karrer, die der stat umb Ion varen, unverzogenlich ieglicher mit ainetn
Mf und vol wazzer z&faren sol; und da wil man dem ersten karrer
geben 1 U, dem andem 10 schilling und dar nach ieglichem karren
besunder 5 schilling. 25
Kussbinder 160. — So haben wir och gesetzt , wenne fdr ufgat, daz alle
hei Feuer. gantern und scltafbinden alii irA schaf und kubel herus setzen und
geben sullen und waz ieglicher seit bi sinen triwen in aidez wise,
daz im schaff und kubel genomen sien, und wez die wert sien gewesen t
also wil man im die gelten ; welher gantern oder schaf bind daz Aber- 30
fur, der sol zwai phund veroaUen sin und geben.
l ) Vgl. Osenbruggen, Alam. Strafrecht p. 176.
*) Vgl. Auer, Mttnchener Stadtrecht Art, 411 und 453.
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Art. 161—166. 85
161. — Es sol och nieman hie ze Ulme weder vrow noch man Verbot der
gaisUich noch weltlich den andern die dri tag an der vasnacht, daz Heimsuche
ist an dent sunnetag, an dem mentag und an der rechten vasnacht w ^ TenA der
haimsAchen weder in klostern noch ander lut; wer daz dar dber tat,
5 so sol ain burger oder ains burgerz vrow geben und vervallen sin
10 ff und ain antwerkman oder sin wip 5 #.
162. — Item och haben voir ussgesetzt, wenne daz war, daz Fol. 56 a.
yiir uf gieng, wa man denne in den nechslen h&sem da bi brunnen FeuerHtech-
hat, und da man anschlecht, die sullen unverzogenlich ird hdser offnen wesen -
10 in solicher mausse, daz man zti, den brunnen komen m&g und och
die schephen laussen; welich daz Aberfuren und diu hibser zu dem
brunnen nicht offnen willten oder die schephen laussen, so sol ain
burger geben 10 ff und ein hantwerk man 5 #.
163. — So haben voir mit namen gesezt, wenne fdr hie uf- Frauen bei
15 gat, daz kain vrowe mer zu dem f&r lofen sol, ez war denne, daz Feuer.
si da arbaiten und wasser z&tragen wolt; welich daz uberf&r, rfti
mAse 5 U geben und verf alien sin. 1 )
164. — Och haben wir gesetzt, daz man zu dehainer kirchen Beitrage zu
noch kapette weder zA kirchwichen noch zfi andern tagen dehain belt Kirchen-
20 nicht haben sol weder uf wachs noch due wachs, ez wdr denne, daz bauten -
ain burgermaister und ain raut ze Ulme daz erloubten und bekanten,
daz man an der selben kirchen oder kapette buicentz bedorfte; wer
daz 4berf&r und da bitt, der ieglicher besunder sol 5 U geben, als
dik er daz tiberf&r, usgenomen unser vrowen buwe hie ze Ulme.
25 165. — Wir haben och mer gesetzt, daz nieman dem andern Verbot von
mer hie bitten helfe tveder gaistlichen noch weltlichen luten weder Fiirbitten.
umb todschlag noch umb dehain ander sach one dez burgermaisters
und dez rautz urloub hie ze Ulme, usgenomen der prediger, der bar-
f&zzen, der siechen und der funden kind hie ze Ulme; wer daz dber-
30 f&r, so mist ain burger geben 5 # und ain hantwerk man 2 1 !* ff. a)
ft) Fol. 57 let unbeschrieben. Fol. 68 und 59 fehlen.
*) Ebenso Mttnchener Stadtrecht 453.
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86 Art 166—168.
Fol. 60a. 166. — Wir der burgermaister und der raut gemainlich oiler
Erbrecht, grosser und clalner der stat ze Ultne si en ainkelleclich ze rdt worden
und haben gesetzt durch luter gilt und och dar umb, das ain ieglich
g&t des bos belibe uf den rechten erben, und das alle unser richter
daruf ivissen ze ertailen und an der urtailnit stdssig werden, wa 5
kind sind in unser stat, die von vatter und von milter rechtiu ge-
swisterget sind, es sien knaben oder tichtran, das och diu selben kind
und geswisterget uf ainander erben sullen alle die wile ir aim oder
mer bi lebenist; darzu haben wir mer gesetzt: welhiu geswisterget mit
ainander gemain hant, und ob der ains oder mer an reht libe erben 10
von tod abgieng, das denne das oder diu andem beliben geswisterget,
die mit in gemain gehept hetten, diu abgegangen geswisterget och erben
sullen, und das das von kaim unserm richter nit wide[r]tailt sol
werden. Ditz beschach an sant Bartholomews tag anno domini etc.
LXXX™ secmido. 1 )*) 15
Fliich%- 167. — Der burgermaister und grosser und clainer raut der
machung stat ze Dime hant och gesetzt, welih burger od-er burgerin hie ze
eines Burgers. m me a { nen andem unsern burger fiuhsam macheti, der niht fiuchsam
ware und der das usbringen und erwisen mdcht nach erkantnuss
des ratz der stat ze Ulme, das er niht fiuhsam gewesen wdr, so sol 20
der, der den also fiuchsam gemachet hett, ain jar von der stat und
das gelt geben, das dar uf gesetzt ist, im hab das ain burgermaister
erlobet oder niht*)
Fol. 60b. 168. — M7r a) der burgermaister und der r&te grosser und
Abl5sungvon c / W | W d er s t a t ze Ulme haben angesehen sdlichen grossen gebresten, 25
stadtisenen ^ er ^ n un8er s ^ was von z i ns W egen, damit der mertail aller unser
hofstett und hofraitinan in unser stat Hberladen was, und davon wir
in kdnftigen ziten grossen urbuwe der stat und armer und richer
hie ze Ulme besorgen und entsitzen m&sten, und daru[m]be das ze
verkomen und das diu stat des bas erbuwen werde, so sien wir ain- 30
ft) Hftod von 1888.
x ) 1882 Aug. 24.
2 ) Dieselbe Bestimmung findet sich in Augsburg. Vgl. Augsburger St.B.
Art. 73 § 1. Sie ist abgefindert im Nachtrag p. 142 (1420—1430).
s ) Die Bestimmung findet sich wieder im 2. Gesatzbuch fol. 2 a zum Jahre
1395 fritag vor St. Georg (April 16).
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Art. 168. 87
hetteclich des ze r&t worden und haben gesetzt, das nti, furbas euwec-
lich und immer mer alle die zins, die uss husern, hofstetten, stddeln,
cramen, laden oder garten gdnd, die in unset stat rinkmur gelegen
sind, went die dar uss gdnd, es sien gotzhisem, cldstern, phaffen,
5 altaren, nunnen, gaistlichen oder weltlichen Widen oder personen, gesten
oder burgern oder wie die denne genant oder gehaissen sind, tool
widerkofen sol und mag in sdlicher beschaidenhait: was zins bi finf-
tzehen jaren vor diser gesetzt oder darunder gemachot oder erkouft
sind, da sol man ie ain pfund hatter der stat werung, es si erzins
10 oder qfterzins, widerkofen mit zehen guldin g&ter ung. und beheim.,
was aber zins vor f&nfteehen jaren gemachet oder gewesen sind, da
sol man ie ain pfund holler der stat werung widerkofen mit zwelif**
guldin gtlter ung. und beheim. Und des widerkoufs och ain ieglicher, der
zins hie h&t, dem der in widerkofen toil, gestatten sol, wenne oder
15 umb welih zit in dem jar der daz erfordert und tin wil mit der
egenanten summe der guldin und mit der anzal des zins, der sich
denne nach rechter marzal uf die selben zit erlofen hett. Were aber
das ieman, der zins hie het, uslut oder burger, gaistlich oder weltlich
personen, sich s6lichs widerkofs sperren und des nit gestatten w6lten,
20 so sol diser f&rbas zins und gelt inne haben und in des nit geben
als lang bis der im des widerkoufs gestattet und gehorsam ist. Darzd.
haben wir gesetzt, das man ain icihendhtig Mn euwigs zins hie ze
[lime in der stat mit ainem giiten ungrischen oder behaimschen guldin
und ain herbsth&n mit ainem halben guldin ung. oder beheim. wider-
25 kofen sol in den vorgeschriben rechten; were aber das ieman 61,
tcahs, unschlit oder becher euwigs zins hie ze Ulme in der stat rink-
mur het, das sol man widerkofen, wie das denne ie uf die selben zit
giltet und hie ze Ulme gank hat, also sol man es ze zins schlahen
und sol es denne nach marzal ains pfunds zins ab koufen in attem
30 dem rechten als vorgeschrieben stat. Darzii haben wir mer gesetzt
und ivollen och, daz das also gehalten werde, das ntifiirbas nieman
kainen zins, Ifijpding noch giUt usser dehainem hus, stadel, hofstat,
cramen, laden noch garten hie ze Ulme, in d#r rinkmur gelegen,
weder verkoufen, verschaffen, versetzen noch verordnen sol in dehain
85 weg, und wa daz dartiber beschehe, das sol dock weder kraft noch
maht haben und sullen och die selben \ die das also dberfuren, dar- Fol. 61 a.
umbe gestrafet und gebessert werden, als sich denne ain burgermaister
und der mertail ains rdtz bekennent, das si verschult haben, usge-
») Die Handichrlft lie»t n zweUg u .
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88 Art 169-170.
nomen des, das nil forbad mer lediy hofstett wol umb zins hin ver-
lihen [werden] mag, an dock das die selben zins widerkoufl sullen
und m&gen werden in aller der wise so vorgeschriben stat. 1 )
AblBsung 169. — Darnath haben wir der buryermaister und der r&te
landlicher grosser und clainer der stat ze Ulme mer yesetzt, das man alle zins 5
GrondzuiBe. usser ufoa dckern, garten, wisen und andern sachen, die hie ze Ulme
in dem zehenden gelegen sind, abldsen und widerkoufen sol und mug
ze gelicher wise und in allem dsm rechten, als hie vor von zinsen
gesetzt und gebotten ist, die in wiser stat rinkmur gelegen sind. Disiu
gesetzt beschach an fritag in der osterwochen anno domini etc. 10
LX XXV III™.*)
Fol. 61b. 170. — Wir m) der burgermaister und der raute grosser und
AbV&sang yon clainer der stat ze Ulme haben anyesechen solichen yrossen yebresten,
st&dtiachen ^ er j n umer s f a t waz von z i ns weyen, damit der merer [tail] aller
n 'hu8er hofstett, hofraitinen, stddel, or amen, laden oder y art en, die in 15
unser stat rinkmur gelegen sind f Aberladen waren, und da von wir in
kunftigen ziten grossen urbuw der stat armen und richen hie ze Ulme
besorgen und entsitzen mxisten, und darumbe daz ze verkomen und
daz die stat dez bas erbuwen werde, so sien wir ainhelleclichen dez
ze raute worden und haben gesetzet f daz mi furbaz euweclichen und 20
immer mer alle die zinse, die us huseni, hofstetten, stddeln, cramen,
laden oder garten gand, die in unser stat rinkmur gelegen sind, wem
die darus gand, es sien gotzhuser, clostern, pfaffen, nunnen, gaistlichen
oder weltlichen Idten oder personen, gesten oder burgern oder wie
denne die genant oder gehaissen sind, wol widerkoufet sullen und 25
mugen werden von den, die solich zinse richten und geben in solicher
beschaidenhait, waz zins bi zwaintziy jaren vor diser gesetzt oder dar-
under gemachet oder erkoufet sind, da sol man ie a in pfund haller der
stat iverong, ez si erzinse oder afterzinse widerkoufen mil zehen
guldinen g titer unger. und behem, waz aber zinse vor zwaintzig jaren 30
gemachet oder gewesen sind, da sol man ie ainpfunde haller der stat
werung widerkoufen mit z wolf guldinen guter unger. und behem.; mid
a) Hand yon 1891.
l ) Zur Sache vgl. unten n. 170.
*) 1388 April 3. Zur Sache vgl. Baseler Rechtequellen I, 45. 1388
Jamiar 22 und Das alters Recht der Reichsstadt Rottweil ed. Greiner 234 if. 247.
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Art. 170. 89
dez widerkoufs auch ain ieglicher und ieglich, si sien gaistlich oder
weltiich, die zinse hie hant, dem oder den, die in also widerkoufen
wellent, gestatten sullen, icenne oder umb welich zite in dem jure si
daz erfordernt und t&n wend unit der egenanien sume guldin oder
5 mit alz vil werunge, die denne fur alz vil giddin hie ze Ulme geng
und gebe sind, und ouch mit der anzal dez zinses, der sich denne nach
rechter markzal uf die selben zite erloffen und ergangen hett; were
aber, daz sich ieman, der zinse hie ze Ulme hett, usliite oder burger,
gaistlich oder weltiich personen sdlichs widerkoufes setzen, sperren oder
10 nicht gestatten w6lten, so sullen der oder die, die denne solich ab-
losung tun wolten, furbaz zinse und gelt inne haben und ouch in daz
nit geben alz long bis daz in der oder die, die daz angieng, sdlichs
widerkoufs gestatet und gehorsam worden ist, usgenomen allein der
Tutschen herren hie ze Ulme, dez spitauls und ouch der altaur hie
15 ze Ulme, von den sol man ir zinse, waz bis her nicht von in abgeldset
worden ist, furbaz nicht ividerldsen noch abkoufen denne mit irem
gunst und giltem witten und nicht an der s. Darzft haben wir aber
met gesetzet, daz man ain wichennechtig h&n euwigs zinses hie ze
Ulme in der stat mit ainem gttten ungerischen und bechemischen guldin
20 und ain herbsthun mit ainem halben giddin guter ung. und behem.
oder mit der muntze, die denne dafdr geng und gebe ist, alz vor-
geschriben stdt, wider koufen sol in dem vorgeschriben rechten;
were %) aber, daz ieman 61, wachs, unschlit oder becher euicigs
zinses hie ze Ulme in der stat rinkmure hett, daz sol man wider
25 kofen, wie daz denne ie uff die selben zite giltet und hie ze Ulme
gank hdt, also sol man ez ze zinse anschlachen und sol es denne nach
markzal ains pfmid zins ab koufen in allem dem rechten, alz vorge-
schriben stdt, doch usgenommen der Tutschen herren, dez spitauls und
der altaure, alz vorgeschriben stdt, daz die bi den frihaiten beliben,
80 alz vorgeschriben stdt.
Darz& h) haben wir mer gesetzet und wellen, daz daz also ge*
halten werde, daz nu furbaz nieman kainen zinse, lipding noch g<e
usser dehainem huse, stadel, hofstat, kramen, laden noch garten hie
ze Ulme in der rinkmur gelegen, weder verkouftn, verschaffen, 0) ver-
85 setzen noch verendren sol in dehainen wege, \ denne daz daz allewegn FoL
in der stiur belibe und dem hailigen riche und ouch der statt ze Ulme
a) Der folgende A be at z ist g&nzlich you Strichen umgeben und scheint bei ela«r Neu-
redaktion haben wag fallen sollen.
b) Von hier an gewOhnliche Kintragung.
c) Von bier an hat dieeelbe Hand and ere Tinte bentttzt.
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90 Art. 171.
verstiuret und verdient werde ah ander gfite hie ze Ulme; und sol
auch nu furbaz mer kain richter hie ze Ulme kainen brief, der von
sdlicher sache wegen geschriben wirt, nicht versigelfn],** ez si denne,
daz der selb artikel von der stiur wegen als vorgeschriben stat in dem
selben brief aigenlichen begriffen si und verschriben stand; und wa 5
daz dartiber beschehe, daz sol doch weder kraft noch macht habeti
noch gewinnen und sullen ouch die selben, die daz also Aberfaren
hetten, und ouch die richter ', di daz besigelt hetten } darumbe gestrafet
und gebessert werden alz sich denne ain burgermaister und der fnertail
dez rautz bekennent, daz si damit verschtddet haben, usgenomen allein 10
dez spitals hie ze Ulme, dem mag man wol sdlich zinse und ouch
gtilte verschaffen, ordnen [und] h) geben, daz man daran wider diss
gesetzt nicht verschulden noch fraveln sol in kainen iveg, doch mit
so[lichem] under [schaidj, daz man .... zinse wfider] kofen ....
losen . ... in der «?.... vorgeschribnen [wise], 16
GeUcher e) wise haben wir gesetzet, von alter zinse wegen, die
hit ze Ulme vor unser stat und in unserm zehenden gelegen, daz
die us alien dckern, garten, wisen und andern sachen widerkoufet
sullen werden in attem dem rechten, alz hie vor von zinsen in unser
stat rinkmure gelegen gesetzet und gebotten ist ane alle geverde. Daz 90
beschach an fritag vor sant Gdrien tag anno domini millesimo CCC™
nonagesimo primo. 1 )
Verlassen 171. — Wir A) haben ouch furbaz mer gesetzet darumb, daz
des Bates bei nieman vor unserm raute wider gelimpf ze vil oder ze vast versprochen
persflnlicher W erde, welich unser rautgeben die sind, si sien dez grossen oder dez 25
^^ an& " clainen rautz, die irer^ gest oder dehains usmans oder gotzhus wort t&nd
vor unserm raute, daz die von der frag, wenne man darumbe fraugen
ml, usgdn und abtretten sullen und bi der fraug nit sitzen alz long
bis sich ain raute darumbe erkennet und mit ainer gemainer fraug
usgespro[chenJ f) wirt, waz si denne umb ain ieglich sdlich sach mug- 90
lich, billich oder recht dunket ane geverde*)
a) Die Handschrift hat „versigelt«.
b) Der Band ist beschnitten.
c) Hler beginnt wieder die vorige Tint*.
d) Hand yon 1891.
e) Das Folgende stent teils anf Rasnr nnd ist von B oder" an bis „gotshns u nbor-
geschrieben von gleichseitiger Hand.
f) Der Band ist hier etwas beschnitten*
x ) 1391 April 21. Zur Sache vgl. oben n. 168. 169.
») Zur Sache vgL Zttricher Stadtbucher I, 38. 1319. 175. HI, 118. 1417.
R. B. n. 117.
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Art. 171a— 173. 91
171a. — Wir haben ouch mer gesetzet darumbe, daz der stat hie Verbot der
ze Ulme und ouch armen und richen inkunftigen ziten dest minder krieg Verwandlung
und wider driess usserstand, daz nfifurbaz mer dehain unser burger oder stftdtwchen
burgerin, wie die genant oder gehaissen sind, dehain ligent gAt, dxtz j^ Mien
5 hie ze Ulme in unser stat rinkmur oder vor unser stat in unserm
zehenden gelegen ist, ez sien huser, hofstett, stadel, kramen, acker,
wisen, garten oder wie daz denne genant oder gehaissen ist, von de-
hainem fursten graufen, frien herren, rittern noch knechten noch von
dehainen andern personen weder gaistlichen noch weltlichen ze lehen
10 machen sol in kainen weg, Welher oder welh unser burger daz
Hberftiren, die sullen dem raute und der stat hie ze Ulme gelich alz
vil g&ts verf alien sin alz daz git wert gewesen were, daz sie also
ze lehen gemachet hetten, und sullen darzil dennocht an anderm irem
libe und g&te gestraufet werden alz sich denne ain burgermaister
15 und der raute dez meren tails hie ze L'lwe erkennent, daz er ver-
schult habe.
1 72. — Und a) also haben wir der burgermaister, der rat und Fol. 63 a.
aliu gemaind der burger ze Ulme rich und arm ze den hailigenVeipflichtung
gelert aid gesworn, aliu vorgeschriben gesetzt in allem vorgeschriben **f ^ e
20 rechten st&t ze halten und ze haben ungevarlich und da wider nicht
ze tftnd noch mit dehainen sachen ze endern noch ze verkeren;
waz aber daz wer, daz man verkern oder mind era oder meren wfilt,
daz sol und mag man wol tfin in vier wochan vor sant Georien
tag 1 ) mit grossem und mit klainem rat und ze dehainer ander
25 zit mer.
173. — Wir haben uns ouch gewalt behalten und usgenomen,Verordnungs«
waz wir firbaz zft disen gesetzten erdenken kftnnen und mAgen, r ^cht
davon gemainlich rich und armen zucht und fride wahsen und des Bates -
komen mag, daz wir dez h) gewaltig sien ze tftnd alle zit, und sol
30 nieman kain widerrede danach han und sol allermeniglich rich und
arm da zft gev61gig sin und ouch gehorsam. 2 )
a) Hand von 1376.
b) ttbergesohrieben.
*) April 23.
*) Zum Verordnungsrecht vgl. Schlettetadter UB. I, 7. 1292. 72. Mttn-
chener St.R. Xachtrag VII, 39, und rotes Buch n. 174.
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92 Art. 174-176.
Fol. 63b. 174* — Wir*> Karl von Gotz ynaden Romischtr kun[i]g zu
Anerkennungfl/fen ziten merer dez richs und kunig zti. Behaim tiien kunt offenlich
des Verord- an fa &em b r i e f alien den, die in sehent oder hdrent lesen; waz der
d Rates d \ r ^ un< ^ ^ er mereria ^ de z r ^ z ze Ulme setzend, schikent oder machent
Karl IV. * n der selben stat durch frids urillen, daz tins und dem rich ndtee und 5
erlich sie, daz ist mit unserm g&ten witten und gunst, und wellen in daz
an kainen sachen ividerreden und verruken; und bestdtigen in audi
daz mit urk&nd ditz briefs, der besigelt ist mit unserm khxglichen
insigel daz dar an hanget; geben zA Dresden ndch Cristz geburt driu
zehen hundert jdr und in dem acht und viertzigesten jSr an dem nechsten io
din stag n&ch dem Cristage in dem dritten jar unser reiche etc. 1 ) 2 )
Fol. 64 a. 175. — Es b) hant die burger gesetzt, welh aiming jar und
VerjShrungd.tag verswigen und unclagber belibet, der hie ze Time mit wesen
Klage wegen j gt? un< j j^ dem andern uf und nider gat, der sol ouch also unus-
verbotener -ii.ii.i_
Einungen. & ndlt bellben - 15
Publikation 176. — Es c) ist ouch gesetzt, das man dis btich alliu jaur
de s lesen sol vor gantzer gemaind ufsant Gdrien tag*) ee das man ainem
roten Buchs. bw*ge)*maister swere. Darzi sol man das och alleweg vor grossem
und clainem r&t verlesen zwischan sant Martins tag 4 ) und Wihe-
nehten; b ) und sol och das ain ieglich burgermaister, wer denne burger-
maister ist, schaffen bi dem aide y den er gesworen hat, das das be-
schech und nit under wegen gelassen werde. Und welich burgermaister
das Aber/ure und nit tdt, dem sol an sinem jarlon zehen pfund
abgan und abgeschlagen iverden. 6 )
a) Hand det 14. Jahrhunderts nach 1376.
b) Hand von 1376.
o) Spaterer Nachtrag, wahrscheinlich dem Begin ne des 15. Jahrhunderts angehorig, hat
aber nooh rote Majnskal.
*) 1348 Dez. 30.
*) Vgl. BBhmer, Reg. imp. 1348 Dez. 30. Dresden. Jager, Ulm p. 348 irrt
aich in der Datierung. Abdruck im U. UB. n, 381. 1348 Dez. 30. Vgl.
n. 172. 173.
•) April 23.
«) Nov. 11.
6 ) Dez. 25.
•) Dasselbe geschah in Rottweil. Vgl. Greincr, Das altere Recht der
Reichsstadt Rottweil 231 (1424).
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Art 177—178. 93
17 7 '• — Wir m) der bur germeister, der r&t grosser und clainer Fol. 64b.
und darzti, alle burger gemainlich rich und arm der stat ze Lime AblBsung der
niemen och besunder in die aide, die wir ietzo sweren sullen und Helfenstein -
sweren werden, das wir unsern herren grauf ChUnraten mid grauf ' 8 , , f .
6 Fridrichen von Helfenstain gebr&dern und iren erben der losung umb
ir herrschaft, als si tins die versetzt hant, attiu jar und immer mer
gestatten sullen nach der brief lut und sag, die si dar umb von uns
h&nt; und das och wir in die selben ir herrschaft, wenne si die gar
und gentztlich von uns erldset hant, getr&elich zil iren handen wider
10 in antwurten und geben sullen nach der selben brief sag; und das och
wir in die brief, die wir in dar 4ber besigelt und gegeben haben erberc-
lich halten und laisten sullen und wellen in alter der mainung,
pungten und artikeln als och si von wort ze wort begriffen und ver~
schriben sind getrdeclich und ane alle geverde. h) *)
16 178. — Der burgermaister und der r&te gemainlich der stat Fol. 65 a.
ze Ulme sind darob gesessen und hant angesehen und betrachtet die Buch fur
grossen siechtagen und gebresten der armen ddrftigen in dem spital legate an
hie ze Ulme, und uie gar notd&rftig und almusen das ist, das man as * pi a '•
den in irem liden und gebrechen etwaz zehilfkome, und in ir gelust
20 des firbas gebust iverde, darumb sind sie ze rSte worden und h&nt
gesetzt, wer der ist, er si frow oder man, gaistlich oder welUich,jung
oder alt oder wie der denne genant oder gehaissen ist, der ichtzit
durch Got oder durch siner sele hails widen dem spital hie ze Ulme.
ordnen, schaffen, fugen oder geben wil, es si zins, gelt oder gtU, wie
26 das denne genant oder gehaissen ist, in der wise, das daz den armen
d&rftigen mitgetailel und ir mdl und notdurft dest f&rbas d&mit ge-
bessert tverde, daz des selben guts zins oder geltz kain spitaler hie ze
Ulme nimmer gewaltig werden noch sin sol und sdllen die selben zins
gelt oder git allewegen geschriben werden in ain b&ch, das der r&te
30 ietzo darzti geordnet und gemachet h&t. Und das selb b&ch sdllen
alleweg inne haben zwen pfleger, die der r&t ie darzti. ordnet oder
git; und s&tten och die selben phleger daz besorgen, das die selben zins,
gelt oder gut geordnet und allewegen den d&rftigen in das spital hie
a) Hand dos 14. JahrhunderU. MOglioherweise Hand you 1388 wie n. 178.
b) Die Eintragung ist durchstrichen.
*) Vgl. Jager, Uhn p. 259. Felix Fabri p. 142 U. UB. II, 908 (1382)
p. 762.
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94 Art. 179.
ze Ulme mitgetailt werde, nach ordnung der, die das selb gilt, gelt oder
zins also dar gegeben oder verschaffet hetten; und sind mit namen
der sack ietzo pfleger als si der rdt darzu geordnet hat Stefan der
Rot und Hainrich der Gieng. Darumb wer der ist, der n& f&rbas
mer ichtzit den vorgenanten ddrftigen ordnen, schaffen oder geben 6
welle, der sol komen zi, den vorgenanten zwain pflegern oder wer
hernach pfleger werd, die s&Uen denne versorgen, das daz an daz
vorgenant b&ch geschriben werd und den ddrftigen mitgetailt werde
in def wise, so vorgeschriben stdt; ditz ordnung und gesetzt ist be-
schehen des nehsten fritags vor sant Martins tag anno domini 10
M~CCO-LXXX~ tertio etc. 1 )
Fol. 65 b. 179. — Wir des ha Hi gen Bimschen richs stett getnainlich, die
Gesandt- den bund mit ainander haltent in Swaben f als wir uff ditz zit ze
schaftawesen \j\ me fo ainander gewesen sien, bekennen etc., wan vor vergangnen
h &V h z ^ en ff rozz n <* c hred, misstruwen, unwill und bdser leunde an vil stetten 16
St«dtebraide8. t?on etlichen Wden und sunderlih, die in botschaften gesent warden
sind, gewesen sind, wie daz in schenkung, kostgelt, phantlosung, miet,
gilt, gehaizze und gabe geben, versprochen und verhaissen sien, und
davon in allien vergangnen ziten den stetten alz man mainet grosser
schad und gebrest ufferstanden und gewachsen ist, wan aber wir aUe 20
sdlich sach und grozz arbeit, die gemain stett dez riches angegangen
und erlitten hand, nu firbas mer mit der hilf Gottes . . ,* } tiberhaben
und versechen wdlten, daz die nicht mer beschdchen, alz och wir uns
dar umbe ze samen verbunden haben redlich gereht sach f&r hand ze
niemen und all unredlich sach ze wenden, under ze stend und ze 25
verkoment, dar umbe und daz sdlich misstruen, unwilien und bis
leunden zwischen uns in kinftigen ziten nicht ufferstan noh gewachsen
mUgen, so sien wir aUe mit g&tem wilien und wolbedachtem sinne dez
ainhelklich iiber ain komen und haben gesetzt bi den truen und aiden,
die wir aUe ainhelklih gelobt und gesworen haben, daz dehain bot- 80
schaft, diu wir nu f&rbaz mer von hiut dem tag alz dirr brief geben
ist, alz long unser bund weren sol, von gemainer stett wegen oder von
ainer stat oder mer besunder schiken oder senden werden, ir sige
denn l&tzel oder vil, ainer oder mer, dehainerlai schenkung, miet, kost-
gelt, phandlomng noch gab nicht niemen noch enphahen sittlen weder 86
a) Viftlleioht „gerne tt xu lesen.
l ) 1383 Nov 6.
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Art. 179. 95
von herren, von rittern noh von knechten noh von niemen andre von
iren wegen in dehain wise, und sullen och die selben unser alley' sfett
oder ainer stat oder mer besunder botten in der selben botschaft
dehainen iren noh ir fr&nd, kind, geswistergit, vdtter, dchem, vetter
5 noh niemen andro von iren wegen nutz, f&rdrung, trostung noh
dehainerlai an der schlacht trdstung noch sach, daz sich dar zu gericheu t
gelihen oder geziehen mdht, wie man daz mit nemlihen worten er-
denken, erzeUen oder genemen mag, weder mit worten noh mit werken,
mit rdten noch mit getdten noch gemainUch mit dehainen andern sachen,
10 (die die wile diser bund weret, alz dik und si gesent wurden, nicht
firdren, werben, raten, schephen noh schaffen siillen noh niemen
andre von iren wegen, wan daz si blozz din bbtschaft und sach, dar
umb si denn gesent sind, werben sullen getriulich und erberklich an
alle genad und nichzit anders, und och sich dez soldez und geltz,
15 daz wir den selben unser gemainer stat botten oder ainer stat oder
mer besunder botschaften und verhaissen wol benAgen lazzen und och
da bi beliben; war aber, daz daz dehainer ainer oder mer iberfuren
und da wider tdten oder schifen getan, daz sich der rat der statt, da
derselb denn burger wdr, erlcante, daz daz gevarlih wdr, so sol
20 diu selbe stat den selben iren burger und botten, er sige denn geritten
in airier stat oder in alter stett dienst bi den aiden, die si uns und
dem bund gesworen hand, bessern an lib, an er und an gtit, und sol
och den selben niemer da vor bi der selben pen schirmen, deken, ver-
sprehen noch da wider sin mit dehainen sahen in dehain wise fine
25 cdle geverde; ez wdr denne, ob ain s&lichiu botschaft, diu also gesent
wdrd ichtz besunders werben welten; wdr derm denne diu selb botschaft
gemainer stett, so sol der oder die selben botten daz bringen, waz si
denne werben welten ain gemain stett, und ist daz im daz gemain stett
oder ir der mertail gunnen und erlouben, so mugen si daz wol wer-
80 ben; wdr aber, daz diu selb botschaft ainer stat besunder, so sol der
selb bott daz bringen fir sinen rat, und ist denne, daz im sin rat
oder der mer tail dez ratz daz erloubent, so mag er daz och wol tin
und f&rbaz nichtz anders. Das beschach an sant Hilarien tag anno
dommi M^CCC^LXXVIIII™. 1 )*)
*) 1879 Januar 18.
•) tiber Stadtboten vgl. Mtinchener St.R. Nachtrag VII, 13. Greiner, Das
ftltere Kecht der Beichsstadt Kottweil 68-66. 68. Zttr. Stadtbucher I, 98. 1815.
I, 180. V, 238. 1429.
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96 Art. 180.
Fol. 66 a. 180. — Wir Sigmund von Gotten gnaden Romischer kun[i]g } zu
Kttnig alien ziten merftr] des richs, und zu Hungtrn, zu Behem, Dalmatien,
Sigismund o ocr ^ m e fc m kunig, bekennen and tun kunt offenbar mit disem
dasRe ht ^riefe alien den, die in sehen odcr horen lesen, wann wir von schick-
nach Gnade Ufl 9 we 9 en des aUmdchtigen Gottes als wir hoffen dem hailigen Romi- 5
m richteu. schen riche vor zu sin und das zu verwesen geruft sin t darumb ist
unser kuniglich gemut alzit bleben, wit wir desselben richs gnad und
salikait mochten betrachttn und wie wol alle gaistlich recht und
ktiserlich gesetz lav tend sin, das ain itglich dbeltdter und schedlich
mensch nach setzung der rechten, in der selben schrift begrifftn, sollt 10
nach sinem verdienen gestraft und gepusset werden, darzu wir ouch
allzit von kuniglicher wirdikait soUich recht zu volbringen, zu helfen
gtnaigt sin, iedoch so sin alle solcht strenge gericht mit gnad und
barmhertzikait zu linndern und zu senftigen und darinnt sol doch
dtr gnad und barmhertzikait nhnmer werden vergessen, wann der 15
alltndchtig Gott unns barmhertzikait und gnad zu unserm haile alle-
zit bewiset und zu bispel gegtben hat, und wann die ersamen
burgermaister und rat der statt zu Ulme unnser und des richs liebtn
gttruwen fur unns kornen sin und haben unns zu erkennen geben, wie
si in der bttianten statt sollich recht von kunigen und kaisern, unsern 20
vorfarn, und ouch von unns habtn } darnach si richten, und die nach
gnaden zu linndern nit macht haben, und haben unns demuticlich ge-
bttttn, sindenmaln doch gnad in alien sachen gut si und die strtnng-
kait des gerichtz allzit mit gnad gesenft sol werden, das wir in ouch
die gtnad geruchten zu tfin und zu erloben, das si ouch mit gnad 25
uber ain ieglich unt&t in iren gtrichten zu Vim gerichttn mdchten;
des haben wir angeselien sollich redlich und demutig bitte und ouch
die getruire dienste, die unns und dem riche die obgenanten burger-
maister und rat zu Vim offt getan haben, und hinfur willig sin zu
t'&n, und haben in darum mit ivolbedaehttm miUe, gutem rate und reenter 30
wisstn disc besunnder gnad getan, erlobet und gegunnet, und si gefriet,
gunnen, erloben und frien si ouch con Romischer kuniglicher macht
wissentlich und in kraft diss briefs also, das si hinfur in irem rate,
nemlich so si uber das blut richten, sollichen ubeltdtern und schdd-
lichen luten, die in dann fur gebracht werdent, die gestrengkait des 86
gerichtz in gnad keren und mit recht und gnaden gtrichten mdgen
nach irer vernunft und iren willen one alles tvidersprechen und wider-
red, und wir gebieten darumme cdlenfursten,grafen, frien herren, rittern,
knechten, burgermaistern, richtern, rdten und gemainden alter stett,
merckt nnd/Urfere undsust alien anndern unnsern und des richs unnder- 40
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Art. 181. 97
tanen und getruwen ernstlich und vesticlich mit \ disem briefe, das Fol. 66b.
sie die benanten von Ulm bi sollicker unnser gnad und frihait beliben
lassen und si damn nicht hindern noch irren in dehein wise, sunder
si dabi vesticlich hanthaben, schutzen und schirmen und davon nicht
5 dringen lassen, als lieh in si unnser und des richs schwere ungnad
zu vermiden. Mit urhund diss briefs versigelt rnit unnser kuniglichen
maiestat insigeh Geben zu Presspurg nach Grists gepurt viertzehen
hundert jar und damach in dem neunundzwentzigisten jare am
nachsten miUoochen vor sant Jorgen tag, unnser rich des Hung-
10 riscken etc. in dem dri und vierzigisten, des Bomischen itn neun-
zehenden und des Beheinuchen in dem nunden jaren. 1 )
Ad mandatum domini regis Caspar Sligk.
181. — Wir Karl von Gotz gnaden Bdmischer kaiser, zu alien Fol. 67 a.
ziten merer des richs und kunig zu Behem y bekennen und t&n kunt Landschfid-^
15 offenlich mit disem brief alien den, die in sechent oder horent lesen, lic * ie Iiente -
daz wir von besundem gnaden den burgern gemainlich der stat ze
Ulme unsern und dez rich lieben getruwen die gnade getan haben
und ttln mit diesem brief, daz si alle schedlich lite*) mortbrenner,
rouber, dieb oder wie die genant sind, die offenlich oder haimlich
20 schedlich Idte sind, die der merer tail dez rautz daselbs der stat zu
Ulme nach launte erkennen und uf iren aide sprechent, daz sie irre
stat und land und l&ten schedlich l/Ate sint, sullen und mugen umb
ir missetdt solichen tode anlegen und si tdten nach urtail dez meren
tails dec rautz da selbs zu Ulmen, daz sie ufir aide dariiber sprechen,
26 den si billich umb ir mkset&t sullen liden nach lute der brief der
stat ze Frankenfurde, die wir den burgern da selbs vormals umb solich
sachen von genaden dar&ber haben gegeben. Ez sullen ouch die
egenanten burger gemainlich der stat ze Ulmen umb solich gerichte,
daz wir in von besundem gnade iber alle schedlich Idte zu richten
30 erlaubt haben, alz hie vor geschriben stet gen uns y dem riche und
gen alien unsern lantvogten, amptluten und gen allermanglich an
iren libe und guten dez sein und beliben ewiglich unengolden. Mit
urkunde ditz briefs versigelt mit unser kaiserlicher maigestdt in-
J ) 1429 April 20. Das Original der Verleihung des Blutbanns, Druck
Anhang VJLUL, flndet sich im Stuttgarter Staatsarchiv. tJber das Richten „nach
genade" vgl. Caspar, Darstellung des strafrechtlichen Inhalts des Swap. etc.
p. 14 und passim. Osenbruggen, Alam. Strafrecht § 81.
») Vgl. Zallinger, Das Verfahren gegen die landscbSdlichen Leute in Sttd-
deutschland 1896 p. 176. 179 ff. 183. 210. 215. 231.
Wflrtt Qesehiohtequellen VIII. 7
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98 Art. 182—183.
sigel, der geben ist nach Cristus geburt driutzehenhundert jare und
in dem sechtzgistem jare an detn nechsten mantag fur detn uffartag,
unser riche in dem vierozenden und dez kaiser turns in dem
sechsten jare. 1 )
Landschad- 182* — Wir Karl von Gotz gnade Rotnischer kunig, zu alien 5
liche Leute. ziten merer dez richs und hung zil Behem, enbieten dem burgermaistere,
dem raute und den burgern gemainlich zu Ulmen unsern und dez richs
liben getruwen unser gnade und aUez gilt. Wir han vernomen, daz
man an dem gerichte zu Ulme sache, di man da sol handeln von
schedlichen Ifiten, lange von unendelicher gewonhait wegen verziehe, 10
wand so i[e]man schedlich lute mit sinen vorsprechen von dehain
sachen d&t ansprechen, daz d>cn siide und gewonhait sei f wann der
vorspreche dez, der angesprochen wirdet, sprichet zd dem richter dez
clegers vorsprechen, den scheffenen oder den buteln gemainlich oder
besunder, si sein in dem banne oder in der Schte, daz denne der 15
richter dez clagers vorspreche di scheffene, daf&r** richten mtlssen,
und wann wir aUezit gerne sechen, daz iederman snell recht und us-
richtunge geschee, so wollen wir dez h) die obgenante unredelichen ge-
wonhait und sitde absin zumal und daz man dez clegers ftirsprechen
mit soliche sachen von gerichte nicht wisen sidle noch mug. Mit ur- 20
kdnde ditz briefs versigelt mit unserm kuniglichen insigel. Geben ze
Soltzbach nach Christus geburt driutzehen hundertjare und darna in
dem trier und fAnftzigosten jare, dez nechsten sonabens nach unsers
herren lichnams tag, im achten jare unser riche etc. 2 )
Fol. 67 b. 183. — Unsern willigen fruntlichen dienst voran mitaUemflisse 25
Frankfurter furgesatzt, ersamen Hebe besundern frinde und e[i]tg[e]no[zzen], aJz
Ibtteuung ^ uns VQr z ^ en un ^ ouc ^ nu g esc } ir {f >en ha n f y { uc h abgeschrifte unser
■chftdliche fnhaite britfe zu senden, die wir haben alz fiber untetige lute zA
Leute. richten, l&ssen wir iuwer wishait in haimlichait [und] fruntschaft
wissen, daz wir kaine frihait brief haben, die besundern usswisent, 30
wie wir von untetigen iMen richten sullen, danne dez riches, gerihtes
a) „d»fAr— -muMon" tind ttbergeschrieben.
b) ttbogeMtiriebeii.
') 1360 Mai 11. Vgl. U. UB. II, 672. Die Urkunde ist yon Brflnn datiert
*) 1364 Juni 14. VgL U. UB. n, 483. Btthmer Reg. imp. VHI, 1866 hat
falsches Datum Juni 7. Vgl. auch Jager, Ulm p. 260.
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Art. 184. 99
und unser dez rates recht und herkomen ist also, daz wir von xinte-
tigen luten, w& uns die werden mogen, t&n richten nach dem, alz sich
daz nach der iheU&t, die sie begangen hant, heischet; die selb dbel-
t&t sie ouch dez besaget mit namen ainen morder mit ainem rade, ainen
5 rouber mit dem swerte, ainen dieb zum galgen, ainen felscher zum
kessel, ainen nachtbrenner und ainen ketzer zum fire und in andern
untedigen sachen alz sich iegliche tibeltat haischet nach erkantnusse
dez merentails unsers rautz}) Das selb recht und herkomen uns mit
gemainen worten mit andern gn&den und frihaiten, die wir von Bomi-
10 schen kaisern und kunigen haben, wol bestetiget und confirmiert sint.
Darnach wissent iuch zd richten und lieben frund, waz wir wisten,
daz iuch dienstlich und iuch fruntlich wer, daz taten wir allezit mit**
willen gerne und bitden iuch, daz ir diss in rades wise und haimlichen
bi iuch Itissent verlibe, alz wir iuwer wishait dez wol getruwen.
15 Datum nostri opidi sub sigillo dominica die ante Kiliani.
Von uns dem rate zti Frankenfurde.*)
184:. — Unsern fruntlichen willigen dienst und waz wir eren Frankfurter
und giltes vermugen vorgeschriben. Ersamen und lieben besundern Mitteilung
frunde, alz iuwer firsichtige wishait uns geschriben und von uns r .
20 begert had, iuch aine abeschrift aines brief es under unset stede in- r t
gesigel versigeln zti senden, der selbe brief besagen sdlle Hber gnaden
und fr[i]heide, die wir vom riche ha ben alz fiber schedliche lut zu
richten, Idssen wir iuwer ersamkait wissen, daz dez richs gerichts
recht und unser dez routes bi uns zu Frankefurt von alter aUeweg
25 herkomen ist und herbracht haben, daz wir untetig lut, wa uns die
werden mogen, t&n richten nach dem, alz sich daz nach der tibeltdt,
die sie begangen hant, haischet und daz selb recht und herkommen
uns mit andern gnaden und frihaiden, die wir han von Bomischen
kaisern und hingen wol und vesteclichen bestetiget und confirmiert sin;
30 und lieben frunde waz wir wissen, daz iuch erlich, dienstlich und
fruntlich were, daz teten wir mit wiUen gem. Datum nostri opidi
sub sigillo feria sexta post Letare.*)
Von uns dem rdte zu Frankenfurde.*)
*) t}b«rg«tohrieben.
*) Zur Sache vgl. AugBburger St.B. Art 38. MG. Const. H, 284. 1224.
n. 9. 15.
*) Kilianstag = 8. Juli. Vgl. U. UB. II, 672. 1360 Mai 11. Die Datiernng
des Frankfurter Briefs ist mit Sicherheit daraus zu entnehmeu.
») [1361) Marz 12.
*) Vgl. U. UB. n, 572. 1360 Mai 11. Siehe oben n. 183.
!*?'y-.-' '^<
byVj6t5gle
100 Art. 185-185 b.
Fol. 68a. 185. — Anno** domini miUesimo trecentesimo nonagesimo quinto,
Satzung von an fritag vor sant Gdrien tag 1 ) beschachen diu gesetzt, diu hernach-
1395. geschriben stanU
Wir der burgennalster und der rat grosser und klainer der
stat ze Ulme sien diser nachgeschriben gesetzt und gebott ze rat
worden utnb nutz und frommen der stat und armer und richer hie
ze Ulme.
Auswfirts- 185a. — Bi dem ersten, als bis her etwaz gewonhait hie ze
dienen. Ulme gewesen ist, daz die burger iriu kind anderswa ze dienern ge-
macht hant und davon unser stat wol unfrid und schad gewachsen 10
micht, umb daz und daz wir wissen, wen wir zti versprechen haben
oder wer uns undertenig und gehorsam si, haben wir gesetzt und
sien zti, rat worden: welh unser burger, er si von den burgern oder
von den zunften, arm oder rich, siniu kind oder siniu geswistergit,
die itn gefilgig sin wend, anderswa ze dienern machen wilten, daz 15
der oder die selben vorhin fur den rat hie ze Ulme gan sullen und.
dem daz aigenlich verkunden und ze wissen ttin und och daruff sagen,
waz not oder sach in darzti zwing oder tribe oder warumb er daz
ttige, und ist denne, daz sich ain burgermaistcr und ain rat hie ze
Ulme erkennent gemainlich oder mit dem merer tail, daz daz alz un- 20
gevarlich und ane widerwertikait ztigang, so sullen ain burgermaister
und ain rat daz gunnen und erloben; welher unser burger aber daz
uberf&re und- sin sach also ane dez ratz rat verhandloti, alz vorge-
schriben stat, der oder die selben sullen funf jare hie von der stat
sin und darnach in diss stat nimmer komen, e daz si daz gelt gericht 25
hant, daz daruff gehdrt, es mdht och ain sdlich sach alz gevarlich
sin, daz ain rat ze Ulme die pene und btiss swern micht.
Betrugeri- 185 b* — Darnach haben wir gesetzt, wan vil erber lut von
scher ettlichen verlassnm luten umb ir gtit betrogen worden sind mit dem
\ erkauf. ^ a j n unser b ur ger umb den andern etwaz gtitz oder kofmanschaft 30
erkoft hat und alz bald daz beschach, so gab der selb, der daz also
erkouft hett, daz selb gtit uff dem stuk ain em andern, dem er
villicht vor gelten solt oder dem er alz vil gtitz gunde; daz ze fur-
komen, so sien wir zti rat worden, wa dehain sdlich uffgebung be-
*) Die Hand geht bis fol* 69 a.
*) 1395 April 16.
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Art 186 c— e. 101
scheche oder ob es in koufs wise z&gieng, daz daz weder kraft noch
macht haben sol, und haben daruff furo gesetzt, alz bald ieman von
sdlicher lut wegen fur unsern burgermaister kompt und den bitt im ze
erloben sdlich git ze hefften und ze verbieten, daz denne ain burger-
5 maister hie ze Vim sich attez s6lichs g&tz underwinden und under-
ziechen sol bis an ainen rat, uff daz daz denne sdlich gut getailt
werde alien den schuldnern, die denne der oder die selben personen
gelten sullen unsern** mitburgernf* ir ieglichem nach anzal siner
schuld. alz verre denne daz g&t geraichen mag an aUe gecerde. 1 )
10 185c* — Alz och bis her etioaz gewonhait ist gewesen, daz die Fol. 68b.
wisoste under den zunften uss ainer zunft in die andern oder etlich Fahren aus
under die burger gefaren sind, haben wir versetzt, daz daz furbaz .^f 1 " Zunft
nit mer beschechen sol, wan wir besorgoten, daz der stat und och den
z&nften grosser gebrest und schad daruss gewahsen were; doch mit
15 silichem underschide: welher oder welh unser burger daz nu furbaz
mer tdten oder tdn wdlten, die sullen vorhin komen fur ainen rat
und den aigenlich erzdlen und sagen, warumb si daz tug en oder waz
not oder sach si darzd zwing oder trib, und bekennet sich denne ain
rat, daz daz redlich si, so mag im daz ain rat tool erloben und sol
20 suss in dehain ander wise zHgan noch beschechen am alle geverde})
185 d. — Och haben wir gesetzt t alz ettlich unser burger iriu Wiesen in
wismeder, die hie umb die stat gelegen sind, es si ze Swaikoven elder Acker
anderswa, umbgebrochen und die ze dkern gemacht hant, und daz verwan<ieln -
daz vich alz vil waid da nit gehaben mag alz vormalz, daz man die
25 selben dker alle und ieglich, waz der umbgebrochen si?it, nach disem
ersten nutz furbaz wider ze wismedern sol ligen lassen und die noch
ander wismeder furbaz nimmer mer umbbrechen noch umberen sol in
kain weg.
185 e. — Och haben voir gesetzt, daz nu furbaz mer hie z^Verbot, Acker
80 Ulme nieman kain gdrten uss dkern machen sol in kainen weg, denne inG&rtenum-
zuwandeln.
ft) Diese balden Worte atehen ftuf Bftiur.
*) Die Eintragung fiiidet sicb aucb im 2. Gesatzbuch fol. 2 b. Zur Sache
vgl. Rottweil ed. Greiner 267.
*) Entgegengesetzt ist in Zurich entschieden. Vgl. Zuricher Stadtbttcher
HI, 66. 1414 Dez. 8. R. B. n. 273.
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102 Art. 186 f— 186.
mit urlob aim burgermaisters und ains ratz hie ze Ulrne, also welher
oder welh die weren, die also garten furbaz mer hie machen wdlten,
die salient daz dez ersten bringen an ainen rat; bekennt denn ain
rat, daz daz nutzlich und gtit getan si, der mag daz wol erlouben.
Schuldrecht. 185 f. — Och haben wir gesetzt, welher der were, der von 5
unser stat von schuld wegen fluhtig wurd, daz die schuldner den er
schuldig were, allez sin gilt, waz er hinder im verlat, wol angrifen
und verkofen mugen mnb die selben ir schtdd rechtz kofs oder uff der
gant; und sol und mag man daz allez t waz also verkoft wurd, wol
fertigen und verschrieben under unser stat gerichtz insigel; und were, 10
daz der oder die selben, die also von unser stat fiuchtig weren wor-
den, nach dent selben gilt, daz also verkoft und under unser stat
gerichtz insigel verschriben were, immermer sprdchen oder dehain vor-
derung hetten, so sond der oder die selben alleweg rechtlos sin und
stan an alien stetten und gerichten in allweg. 1 ) 16
Fol. 69 a. 185 g. — Ouch haben wir gesetzt durch gemains nutz willen,
Schuldrecht. welher der were, der ainem unserm burger oder mer schuldig were
und si nicht bezalen wilt und daz der sin gtit etwem fiiichtiHich
ufgdb, es were den schuldnern ain tail oder andern lute, und die
andem nachgenden schidden nit bezalti noch bezalen wdlt oder m6cht, 20
so sol der selb, der daz also tdt oder getan hett, darnach in acht
tagen usser der stat gan und nimmermer darin komefn] denne
nut der selben siner schuldner wissen und willen oder e daz si irs
geltz bezalt werden; were aber, daz der oder die selben also in acht
tagen usser der stat nit giengen oder daz si darnach wider in die stat 26
kdmefn] ane der selben schuldner willen und wissen, so mug end si die
schiddner darnach umb ir schuld wol haimen und in vanknuss legen
und darinne halt en, alz lang untz si der selben ir schuld bezalt
iverdenS* 1 )
Fol. 69b. 186. — Wir h)i ) der burgermaister und der raute gemainlich 80
Abl&sung von grouser und Jdainer der stat ze Ulme haben gedacht mit welhen sachen
st&dtischen Q ^ er ^^ j lf€ f r }^ e un ^ gemache under armen und rich en beliben und
Gnindzinsen.
a) Am JUnde: n notftndam a .
b) Von hler an atetig weobselnde Hand* des 14. Jahrhunderts. Hand von 1896.
l ) Steht auch im 2. Gesatzbuch fol. 2 b.
*) Vjrl. 187. 188. 190. 259 ff.
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Art. 186 a. 103
bestan mug, daz wir dez vor alien andern sachen schuldig sien ze
furdern, und wan etwaz misshellung bis her von der zinse tvegen
hie %) getvesen und gewahsen sind,*> daz denne ieman fir geziehen
oder gereden mug, daz im die zinse ze swdre sien, so sien wir mit
5 witten und wissen der gemainde gemainlich hie ze Dime silicher sache
ze raut worden und dberain komen, also daz wir ain ablosung umbe
aUe die zinse hie ze Ulme in der stat und och in dem zehenden
gelegen, gesetzt haben, daz man die ewiklichen umbe alle unser in-
gesessen burger und der wir gewaltig sien widerkofen und ablisen
10 mag in oiler der wise, so hernach geschriben stat. Dock setzen wir
dar inne gentzlich uss alliu gotzhuser, altarzins und selegerdt und
och ussldte, der wir niht gewaltig sien.
186 a, — Bi dem ersten so haben wir gesetzt, waz altz erzins GnmdzinseiL
ist, der vor funf jaren ist gewesen, daz man dez ie ain pfunt dez
15 n& vier und dritzeken schilling haller ist, ablisen und widerkofen
sol mit zehen guldin.
Waz aber silichs altz afterzins ist, da sol man der selben pfunt
ains widerkofen mit dht guldin.
Waz aber erzins ist, der under funf jaren gemacht ist, da
20 sol man ie ain pfund haller, dez nil zehen schilling haller worden
ist, widerkofen und ablisen mit acht guldin.
Waz aber silichs n&ws affterzins ist, da sol man ie ain pfund
haller ablisen mit sechs guldin, und sillen die guldin sin halb
ndwe h) Ungerisch, h) und der anderer halbtaile Binisch, und mag man
25 die losung tin umbe welh zite in dem jare man wile mit den guldin,
die dar uff gesetzt sind und mit dem ergangen zins, der sich denne
tiff die zite nach rechter marzale dez jars erloffen hat ane alle ge-
tter de; und sol och man ainen ieglichen silichs widerkofs gestatten
umbe vier und dritzehn schilling haller altz zins und umb zehen
90 schilling haller n&ws zins ze ainem male, ob ioch daz were, daz
ainer mer zins schuldig were ze geben ane alle widerrede etc., so
sol man och ain wihennehtig hun ablisen umb ain guldin und ain
herbsth&n umb ain halben guldin.
Doch ist in den sachen ussgesetzt, waz haller gulte uss mullinen
35 gat, daz man die niht ablisen sol, wan diu selb giUte nach herren
gdlt recht von alter gemacht, besetzt und erkoft ist, es were denne,
a) „hie u and „sind tt stehen »uf Bator.
b) Die Worte stehen auf Rasur und tind spater nachgetragen.
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104 Art. 186b-rc.
ob ieman hie ze Vlme sin millinan innerhalb zehen jaren erhdhert
oder gestaigt hett, so mag man die selben gdlte alz vil diu gestaiget
were, wol abldsen noch der ordnung alz vorgeschriben stat, dock daz
diu alt gilt beliben sol alz vorbeschaiden ist.
Fol. 70 a. 186 b. — Item altz after zins XV holler mit I guiding
Item aUweg nius erzins X V haUer mit I guldin.
Item nius affterz\ns X V hatter mit I guldin. h)
Item Wirtzburger findestu so du umb kerst. 0)1 )
Grundzinsen. 186c. — So haben wir och gesetzt, wa zins hie ze Vlme sind
an golde, daz man da ie ain guldin zins, er si de?ine Ungrisch, 10
Binisch oder Behemisch, abldsen und widerkofen sol mit sechtzehen
guldin der selben mans aber umbe welh zite in dem jare man wil
mit dem ergangen zins und mit den guldin, die daruff gesetzt sind
alz vorgeschriben stat; es were denne, ob ieman ichtzit anders gen
dem andern verschriben oder verbrieft hett, da bi sol es beliben, es 15
si umb guldin, holler oder pfenning; so haben wir denne furbaz
daruff gesetzt, waz man hie zins mer verkofen will tiss g&ten, diu d)
in der stat oder in dem zehenden gelegen sind, wie die g&t genant
oder gehaissen sind, daz man die allain an golde und an dehainer
andei- mdns wederkofen noch verkofen sol. So haben wir mer daruff 20
gesetzt, daz niemcrn nu fdrbaz mer weder gotzhusern, altaren noch
ze selegerdte nichtzit schaffen, ordnen noch geben sol, usser dehainer-
lai guten noch dehainerlai gut, diu in der stat oder in dem zehenden
gelegen sind, darumb daz dem rich und der stat ir stiure und dienst
icht undergangn; tvdlt aber ieman ichzit sSlichs g&tz oder gilt schaffen 25
oder geben, daz mag er wol t&n usser g&ten, die usserhalb dez zehen-
den gelegen sind. Daz beschach an sant Nicolaustag anno etc.
LXXXX sexto.*)*)
a) Elne obere Beiha ist abgesohnitten.
b) Die gauze Eintragung ist von spaterar Hand am obern Bande naohgetragan.
c) Noch sp&terer Xaohtrag am Bande.
d) Itt Ubergeechrieben.
4 ) Vgl. 190.
*) 1396 Dezember 6.
•) Zum Immobiliarerwerb der toten Hand vgl. Buchhorner StR. voii 1299.
Gengler p. 142 § 6. Mttnchener St.R. Nachtrag VII, 94. 1322. Esslinger UB. I,
692. 1330 April 1. Greiner, Rottweil 85. 1375. Rotes Buch n. 55.
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Art. 187—189. 105
18 7 • — Wir*> haben davon gerett, waz zins hie gewesen oder Ablttsung vor
gemachet sind vor f&nf jaren, daz an den selben zinsen der drittail 1891 undnach
abgan sol, waz aber zins gemachet sint, bi f&nf jaren und darunder, 1391 konati *
an demselben zins sol der ha lb taile ab gan in s6licher beschaiden- ~ ,.
5 hait: sind die selben zins verschriben oder gemachet an Wirtz-
burgern, so sol man geben ie f&r ainen Wirtzburger ainen g&ten
holler, sind si aber gemachet an hallem, so sol man geben je f&r
zwen haller ainen g&ten holler, ussgenomen waz zins gemacht oder
erkoft sint an guldin, die s&llent och an in selb also beliben als si
10 gemachet oder erkoft sint etc. Datum ut supra. 1 )
188. — Och h) sien wir ze rat worden und haben gesetzt, M^AblBsungvon
wir die ablosung der alten zins gemachet haben, daz das da bi be- Grundsrinsen.
liben sol.
Wan aber wir nti, aigenlich erfarn haben, daz sidher gar un-
15 redlich zins erkojt werdent, und daz man die alz volkotnenlich nit
gilt als billich were, umb das so haben wir gesetzt, waz sidher sdlicher
zinz erkoft sint oder mi f&rbaz mer erkoft wurden, daz man der
dehainen t&ro ablosen noch widerkofen sol, denn in der tats alz si
erkoft worden sint Und sol och nu f&rbaz mer dehain unser richter
20 kainen brief anders versigeln, denn dar inn geschriben stand, wenn man
den zins wider erkofen will, daz man dez denn allweg gestatten sol
umb als vil guldin als er ietzo erkoft ist und mit der anzale dez
ergangen zins, der sich denn wff die zit ergangen hat. Actum anno
Xlfflc secundo etc. in die Georii*)
25 189. — Wir der burgermaister und der raut grosser und clainer Fol. 70 b.
der stat ze Ulme haben betrachtot die grossen br&ch und schaden, Verbot der
die in vil steten von trinkstuben ufferstanden und gewachsen sind, Trmkstu ben#
und wan sich sdlich trink stuben in unser stat ietzo ouch erhebt und
angevangen hetten, davon wir sdlichs k&nftigs schadens als vorgeschri-
80 ben stat, ouch besorgen m&sten, umb daz so haben wir ainhelliklichen
in unserm gesamnoten raut alle sdlich trinkstuben abgenomen und
widertr&ft, und haben uns erkent und setzen und gebieten daz bi den
a) Andere Hand von 1396.
b) Hand tou 1402.
] ) 1396 Dezember 6.
l ) 1402 April 23.
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106 Art. 190—191.
aiden, daz nti, furbaz in wiser stat kain trinkstub nimmermer sol
getnachot noch gehebt werden in kainen weg. Factum feria sexta
ante festum beate Marie nativitatis virginis anno domini miUesimo
CCC"* nonagesimo quarto. 1 )
AbttJsungs- 190. — UnderrichUmg %) empfangen a domino doctore Petro 5
modus. Nithart.
Item I schilling Wirtzburger das ist XII Wirtzburger.
Stat ab z& losen mit ainem gtddin halb Ungrisch und halb
Rinisch. Das ist I Rinischer gtddin und I ort Rinischen guldins})
Fbl. 71a. 19 J. — Wir h) der burgermaister, der raute mid alle burger 10
Aufnahme gemainlich der stat ze Ulme verjehent offerdich f&r uns und alle
Reichenaus ^ n8er nac hkomen mit disem brief und t&gent kunt alien den, die in an-
Bar errecht se ^ eni °^ er ^ reni hsen, alz tins der hochwArdig first dnser lieber
gnediger herre herre Mangolt von Brandis, von Gots gnaden erwelter
bischof dez bistHms ze Costentz mid dch erwelter abt dez gotzhus in 15
der Richenowe, der dechant, der brobst und das capitel gemainlich
dez selben gotzhus in der Richenowe, das dem hailigen st&l ze Rome
ane allez mittel allernechst z&gehiret, die pfarr in dnser stat ze Ulme
gelegen mit der pension und quart, mit den zehenden ze Pf&l und
och mit dem Mainen zehenden ze Ulme und ouch mit den sechs 20
guldin geltz, die si fatten usser der wise, die man nempt die pfaffen
wise und och mit dem mesenampt und schidmaistri ze Ulme von be-
sundern gnaden verschriben und ergeben habent nach dez briefs lute
and sag, den si Ans darumb besigelt und gegeben habent, dar umb
mid dawider in ze widerlegen sdlich ir c) fr&ntschaft, so haben wir in 25
ze liebi daz erzdgt und getan und t&gen mit kraft dis brifs, also das
wir si mit alien andern den g&ten, die si bi in tlnser stat und umb
Anser stat ligend hand, ze burger und in unsern schirme ingenomen
und enpfangen haben, also daz wir in och dieselben iriu g&t getrir
lichen versprechen, schirrmen und besckdtten sAllen alz ander dnser 30
a) Neue Hand.
b) Neue, tontt nicht vorkommende Hand.
c) Ist ubergeschrieben.
*) 1394 September 4. Zur Sache vgL Ztiricher Stadtbucber V, 123. 1420
November 6, wo die Bescbrankung der Trinkatuben auf die „der herren ze dem
Ruden, zfi dem Schneggen, der zunft und der Hchutzeu stuben."
*) Vgl. 186 b.
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Art. 191. 107
tngesessen burger ane alle geverde. Darzti so haben wir in und irem
gotehus und alien iren nachkomen die selben vorgenanten irti g&t allti,
di si bi tins und umb timer stat ligent hant, ftir tins und ftir tinser stat
und ftir alle timers** nachkomen gentzlich und oiler ding gesi chert und
5 gefriet, also daz wir weder sttir noch wacht nil ftirbaz mer ewiUich
niemermevj die wil die in dez vorgenanten gotzhus handen stand, niht
setzen, legen noch innemen sullen in kainen weg; noch sint och dtr
davon niht schuldig noch gebunden ze geben in kain wise, ez weri
denne daz si der selben gilt aim oder mer gen andern tinsern burgern
10 versatzten oder verkouften ze lidding *) oder ze urtdt die selben tinser
burger sSlten denne din selben g&t mit Am verstiiren und verdienen
alz ander timer burger. Wir habent ouch den vorgenanten herren
und irem gotzhus mer ze gnaden getan, also daz wir in versprochen
und verhaissen habent, daz wir noch kain unser nachkomen noch nieman
15 andro von tinsern wegen si noch ir nachkomen an dehainen andern
iren g&ten, die si bi tins und umb tinser stat ligend hant, weder an-
versetzen noch anverkoufen ze ' lipding noch ze urtdt noch ze verlihen
diu selben g&t weder gen tinsern burgern noch gen andern Ititen niht
hindern, ierren noch wenden noch bekrenken stillen weder haimlich
20 noch offenlichen in dehainen tveg ane alle geverde. Wdr aber daz
wir oder unser nachkomen daz tiherf&ren, da Got vor si, also daz
wir sttir oder dienst uf die vorgenanten irti g&t, die wil die z& iren
handen stfmden, satzten oder leiten, oder daz wir si an den selben
iren g&ten irrten oder sumten ze verkoufent, ze versetzen oder ze ver-
25 lihen, wenne denne si oder ir nachkomen tins oder tinsern nachkomen
z&sprechent und daz an Am ervorderent, wdr denn, daz wir daz h) in
ainem halbenjar, dem nechsten noch ir manung niht abtdten, so stillen
wir mit namen der brief, den si Am von der vorgenanten pfarr
wegen und och von ander stuk wegen, die tins damit verschriben sint,
30 gegeben hant, gentzlich tod und unkreftig haissen und sin, und sAllent
och denn mit namen dti selben stuk und g&t dlliu, alz si tins die
ietzo verschriben hant, wider z& iren und irs gotzhm hant und ge-
wait gevallen und verf 'alien sin ane alter timer und tinser nachkomen
ierrung und wider rede; und wdr, ob wir dazwisc/ien ihtzit erlanget
35 hetten f ez were von dem st&l ze Rome oder anderswannen, daz sol
a) Lies „unser".
b) Der Schreiber hat „wir u nach „daz u versehentlich wiederholt.
*) Das Kaufen von Leibdingen von Reichenau war verboten, vgl. PreBeel,
Nachrichten ans dem Ulraer Archiv p. 19. 1381 Mai 3.
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108 Art 192.
och ze mat uwktz, tod und kreftlos haissen und sin und den vor-
genanten herren und irem gotzhus daran kainen schaden bringen; und
sullent dennoht des vorgenanten gotzhus g&ter dlliu, die bi tins und
umb timer stat gelegen sin, ftirbas aller sttir und dienst eweklichen
sicker und fri gesin ftir tins und ftir aile timer nachkometi. Mit | 5
FoL 71b. urktind des briefs, den wir in darumb besigelten geben mit timer stat
gemainem hmgd, daz offenlich daran hangot, der geben ist dts nechsten
sampstags nach dss hailigen crtitz tag in dem maigen, alz es funden
wart, do man zalt nach Crists gebtirt dritzehenhundert jar und dar-
nach in dem vier und achtzigostem jar etc. 1 ) 10
FoL 72a. 192* — Wir %) der*) burgermaister, der rat und alle burger
Organisation gemainlich rich und arm ze Ulm verjehen offenlich und ainmuteclich
der Zttnfte j^ r £ ns un ^ yjj r fi mer nachkomen und tiien hunt aller menglich mit
disem brief, wan von erbem und von qerechten zitnften riche und
ganzen •" J
Verfaasung. arm «Uenthalben wol besachet und besorget shit, und ouch von ge- 15
rechten ztinften sich frid und gnad allenthalben meret und unzucht
und unrechter gewalt von gerechten ztinften hin geleit und gedrukt
wirt, sdlichen grossen nutz, der von ztinften kurnt und von ztinften
komen mag, haben wir an gesehen und haben gemainlich und ain-
muteclich rich und arm mit veraintem ivillen a in zunft gesetzt und 20
sibenzehen zunftmaister, under den elliu antwerk ze Ulm ver griff en
shit, 3 ) gesetzt und haben in die selben zunft also geordnet und ge-
sterkt, daz wir ahiem ieglichen zunftmaister und sinem antwerk und
alien sinen undertanen ze Ulm dlliu iriu recht und ir g&t gewonhait,
die si vor her hfait bracht und alien iren nachkomen verschriben und 25
bestetiget haben und stillen wir die burger, die nit der antwerk shit,
a) HancLahnlich der von" 1876, aber nicht gleichieitlg mit dor ursprftnglichen Anlage
des roten Buchs eingetragen. Es ist aucb andere, schwarsere Tinte benutzt.
*) 1384 Mai 7. Die Originalurkunde befindet sich im Ulmer Stadtarchiv.
Eine Erneuerung des Btirgerbriefes ist 1419 September 11 erfolgt. (Or. StA.
Ulm.) Bei dieser Gelegenheit ist auch das schon 1889 von Reichenau abgegebene
Versprechen, keinen Grundbesitz in Ulm und seinem Gebiet an sich zu bringen,
wiederholt. Den Abschluss der Entwicklung bringt der 1446 Juli 4 erfolgte
Verkanf alles Reichenauer Eigentums in Ulm und dessen Gebiet an die Stadt.
(Or. Stuttgart StA.) Altere Urkunden uber Aufnahme Auswartiger in das Ulmer
Burgerrecht vgl. U. UB. II, 194. 1840 Aug. 21. 227. 1343 Februar 15. 248. 1343
Dez. 2. 1059. 1377 Dez. 18. 1088. 1378 Nov. 15.
*) Der Inhalt entspricht sachlich Teilen des SchwBrbriefs von 1397 Mai 26.
Siehe Anhang VII.
8 ) Vgl. Felix Fabri tract, de civ. Ulm p. 134 Abs. 1 und if. 139.
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Art. 192. 109
uff den aid, den wir gesworn haben, den zunftmaistern und iren
undertanen atter rechter und redlicher ding zii legen und beholfen
sin, und daz ouch ain ieglicher zunftmaister und dez undertan nti,
und hemach attezit bi alien iren rechten und g&ten gewonhaiten, die
5 ir ieglichem verschriben von tins sint, beliben und bestanden; und wir
die zunftmaister und attiu diu gemaind der antwerk ze Ulm stiUen
ouch uff den aid, den wir gesworn haben alle burger ze Vim, die
nit der zhnft noch der antwerk sint und alle ir nachkomen trMich
friden und schirmen und in zti, legen utid beholfen sin oiler rechter
10 und redlicher sache und ouch niemen verhengen noch gestaten, daz kain
utdust noch kain unrechter gewalt an in noch an tins geschech, und
sullen si ouch gentzlich bi alien iren rechten und bi iren g&ten gewon-
haiten, di si her h&nt bracht, tdn beliben mit gericht, mit stiur und mit
diensten, alz si her in erberkeit und in gtlter gewonhait komen sint,
15 daz si daran von tins gesterkt und nitbekrenket iverden; und siUlent
ouch der burger, die nit der ziinft sint, alle zit vierzehen gesworn
ze Ulm an den rat gan, und timer alter, richer und armer, gemainer
und gesworn burgermaister und von tins antwerkMten sibentzehen zunft-
maister, der also mit ainander wirt XXXII marine und der ouch nit
20 me sol werdtn noch sin, und siillen die selben XXXII manne den
rat und alle burger gemainlich ze Ulm rich und arm uff den aid, den
si gesworn hant, oder noch sweren werden, besachen und besorgen und
umb ain ieglich sache raten unnd ertailen, niemen ze lieb noch ze laid,
wenn alz sich ain ieglicher von herzen und von sinne erkent und sich
25 enstat, daz umb ain ieglich sach, darumb iinser ieglicher gefragt wirt,
daz recht und redlich si, und waz ouch also die XXXII man oder
ir der mertail ussrichten oder ze rat werdent, daz solf&rgank haben,
und sol niemen daz widern noch da wider sin, &ne umb gut verhaissen
und Sne umb usszdg oder raisen und fine ander stark, hefftig sache,
80 die sol man alle zit mit der gemaind wissen und willen handlen; und
siillen ouch die %) zunftmaister %) dne die burger | die dez ratz ie sint, Fol. 72b.
dehainen sundern rat hdn, denn da die zwen und drizzig oder ir der
mertail zegegen sint. Sunderbar sien wir alle rich und arm ze Vim
gemainlich fiber ain komen uff die aid, die wir uff diesen brief alle
85 gesworn haben, daz wir alter jerclich ie uff sant Gdrien tag *) unge-
varlich endern und verkern sullen, wether ie burgermaister ze Ulm ist
mit ainem andtrn, und die XII1I ratherren von den burgern halb
a) Die Handschrift hat: „die die zunftmaister noch die sunftmaiBter".
*) April 23.
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HO Art. 102.
ouch mit andern und ouch die XVII zunftmaister halb ouch mit un-
dent und iedez jars VIII und dez andern jars Villi der zunft-
maister, und welhi echt oder nun iedez jars also von dem rat g&nd und
von der zunft g&nd, so sol ain ieglich antwerk und die, die z& ieglichem
antwerk geordnet sint, an dez stat, der also von dem rat und von 5
der ztinft geschaiden ist, ainen erbem man under in, der si uff den
aid nitz und git dazi dunkt, nach ir meren teal kiesen und nemen,
also daz die mi we erkornen an der alien stat, die von zunft und
von rat komen shit, st&n sullent, und stiUent denn also die XVII
zunftmaister mit den beliben siben ratheren der burger und mit dem 10
burgermaister, der denn gen&wert ist, nidersitzen und stillent die denne
ouch jerclichen ie uff sant Gdrien tag 1 ) ungevarlich zH den sibeti
beliben ratherrm der burger siben ander burger kiesen und nemen,
die nit dez ratz sint, und sdllent ouch die w&wekomen siben rat-
herren die alten siben jerclich ouch ersetzen nach der meren tool der 15
XV 11 zunftmaister und der VII beliben ratherren und ouch dez
niuwerkornen burgermaister. Ez sdllen ouch jerclich ie uff sant
G&rien tag x ) ungevarlich die sibenzehen zunftmaister und die beliben
siben ratherren ainen niwen burgermaister, er si dez ratz oder nit,
nach ir meren teal kiesen und setzen, der denn ze den hailigen ainen 20
gelerten aid sweren sol, ain gemainer man ze sin richen und armen
uf dlliu getnainiu und redlichiu ding, und sol ouch der alt burger-
maister bi den sibenzehen und bi den sibenen sin an der wale, und
welher also geendert wirt, der sol durch kain sach durch ratz willen
danach in den nechsten zwam jaren an den rat ze Ulm nit erkorn 25
noch genomen werden, er werde denn etwenn besant; und welch burger-
maister, welch ratherre oder burger oder welch zunftmaister gen&wert
wirt, der sol alle vorgeschriben sache ze den hailigen sweren ze halten
ungevarlich. Wir s&Uen ouch z4 alien vorgeschriben sachen dnsriu
gesworn gesetzt nach dnserm b&ch ouch trilichen halten und nit oblim. 30
Wir haben ouch dem amman ampt ze Ulm dlliu siniu recht behaltett
und ussgenommen und herdan gesetzt. 2 ) Wir sien ouch gemainlich
Aber ain komen, wer under disen dingen wer oder sin wilt, und die
trrti oder sparti, daz dez lib und git den burgern gemainlich vervallen
ist. Und also hdn wir der burgermaister, der rat und alle burger, 35
die nit der zAnft noch der antwerk sint, und wir die zunftmaister
und alle burger der zAnft und der antwerk, also gemainlich rich und
l ) April 28.
*) Vgl. oben u. 160.
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Art 193. HI
arm, atte mit ainander ze den hailigen gelert aid uff disen brief ge-
sworn ze halten und ze vollf&ren ungevarlich aUez, daz hie vor an disem
brief geoffnet und geschriben ist, daz ouch alter jerclich ie uff sant
Gdrien tag, 1 ) so diu nAwerung geschiht, ie geschehen sol. Ez ist ouch
5 sunderbar gerett, ob sich ain burgermaister, ain ratherre oder am
zunftmaister unrecht stalti und sich ivideriverticlich enthielti, daz man
huntlich gebresten \ an im spurti, den mag man wol oerkeren mit Fol. 73 a.
ainem andern, wenn man wil in dem vorgeschriben rechten. Dez attes
ze ainem waren urMnd han wir iinser alter gemains insigel gehenkt
10 an disen brief, der geben wart.
193. — Wir** Aulbrecht von Gotz genaden R6mischer kunig, Fol. 73b.
z& alien ziten merer des riches etc. embieten alien des hailigen R6- Urkunde
mischen richs getriuen, die disen brief ansehen werdent, unser gnad K6ui £ Al-
und alles g&t Wir wellen ordnen und kunden mit lutung ditz brief z, ™ c l fl . 5*
15 das alliu g&t, die gelegen sind in dem zehenden und gericht der stat ^ e8 8t adti-
ze Ul/ne, die von alter her gewonlich dienst und sttir geben hdnt, das schen Grand
och die n& furbas hin dienst und sttir geben und gebunden sien ze und Bodens.
geben, si fallen gaistlich hit an oder ander, wer die sind. Wdre also
das etwer in ainen gaisUichen or den f&r oder sin erben oder friind
20 und siniu guter also versch&f und z&f>i ainem semlichen orden durch
des wUlen, das er also in den orden gefaren were oder durch Gotz
wiUen, so sullen die selben g&t in jars frist dar nach den burgern ze
Ulme vail gebotten werden also, da$ wir und das riche der sttir von
den selben g&ten icht berobet werden, sunder were das dehain burger
25 oder burgerin, wer der oder die weren, von den vorbenempten g&ten
gaisUichen luten oder flehken durch ir sele hailes und gelukes willen
ichzit versch&fen, die selben g&t sidlen och den vorgeschriben burgern
vail gebotten und in ze koufend geben werden; geschdche aber des nit,
so mag diu gemaind der stat ze Ulme von unserm kunglichem gewalt
80 die selben gilt an sich Ziehen und in die h3n als ander ir aigen gut.
Darz& legen mid wellen wir och, wdre das diu g&t, die ietzo usser-
halb der st&r gelegen sind, in die sttir kdmen-mn erbts, wm-hmfmds
wegen oder sust von dndrung wegen, das och die denne die sttir ewec-
Uch geben suUen als andriu g&t. Und des ze ainer redlichm ztig-
85 nuss und sicherhait haben wir disen brief haissen geschriben werden
a) Hand dei 14. Jahrhunderts.
*) April 23.
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112 Art. 194.
und versorgen mit miser maiestat insigel, der geben ward ze Z&rich,
do man zalt von Cristz gebiirt driuzehenhundert jar in der -drizehen-
den indicion, unserm rich in dem andern jar. 1 )
Fol. 74 a. 194. — Der*> Tutscken herren brief gen der stat.
iJlm und das Wir der amman, der rat und die burger gemainlich der stat 5
Deutsch- ze ui me V erjehen offenlichen und ainmuteclich cor aller menglich mit
disem brief, daz wir angesehen haben mengerlai furdrung undfrunt-
schaftj die his der erwirdig mann br&der Hainrich von Zipplingen,
comet&r der Tutschen hfaer ze Ulme und ze Werd dik erzaigt hat
und ouch alle tag am tuiderkfese, ttit, umb daz han tvir ze gevarn io
mit veraintem milt und mit icolbedachtem shine und haben den selben
brfider Hainrich von Zipplingen durch sin fiissig bett und ouch die
bvuderschaft des T&tschen hus ze Ulme mit ir liiten und mit ir gtiten
ze burger enpfangen und den wir ouch burger recht verlihen haben
und verlihen mit disem brief also daz si miser mitburger haissent*) 16
und shit mit der beschaidenhait, daz si his sturen stolen, wenne ander
dnser burger gewonlichen sthrent von drissig pfunden herren g<,
alz ander dnser mitburger ungevarlich ouch da von sttirent.*) Wir
haben in ouch me ze frhitschaft und ze liebin getSn, daz dehain
tinser burger in nit gebieten noch nit ndten sidlen noch nieman andre 20
fir dehain ander gericht denne fur den rSt k ) umb dehainerlai sack
umb waz ieman zfi in ze sachen und ze sprechen hat, der sol vor
dem rat daz recht von in niemen uff dri, uff ffinf, uff siben oder
uff alz menigen si baidenthalb wend, geschworner richter, die dez rStz
sint ze Ulm. b ) Wir haben si ouch fiber hept waht und usszog,*) und 25
s&Uen ouch furbaz von disem tag als dirr brief geben ist, nichtz me
geunnnen noch koufen, daz in der st&r gelegen ist, denne mit hnserm
a) Hand des 14. Jahrhunderts, mOglicherweise Hand von 1376 wie n. 196.
x ) ttbersetzung der Urkunde U. IIB. I, 221. 1300 Juni 17. Siehe auch
n. 253. 254.
*) Greiner, Rottweil 232.
8 ) Arboner St,R. von- 1255 § 18. Buchhonier St.R. von 1276, Gengler
p. 141 § 5. ttberlinger St.R. von 1276 § 5, Gengler p. 495. Ahnlich Hagenaner
St.R. von 1257, Gaupp I, p. 104.
4 ) Vgl. Strassburger IJB. IV* 6. St.R. von 1322 § 86. Augsburger
St.B. p. 63.
*) Vgl. R. B. 148. 150.
•) Pfullendorfer St.R. von 1220, Gengler p. 355 § 5.
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Art. 195—196. 113
g&ten wiUen. 1 ) Und dez ze urkAnd geben wir in diesen brief besigelten
writ dnserm gemainem insigel, daz ze gegen hanget an disem brief,
der geben wart ze Ulme an dem nechsten aftermentag vor sant Nico-
laus tag, do man zalt von Gotz geb&rt driuzehen hundert jar und da
5 nach in dem dri und vierzigistem jar. 9 )
195 . — Ich Ulrich der Bessrer, burger ze Ulm vergich off en- Ulrich Besse-
lich mid t&n hunt allermertglich mit disem brief daz ich mit g&tem rer gelobt
wiUen ietzo ze den hailigen ainen gelerten aide gesworn han mit uff- dem Rat
gebotten vingem, ivaz mich der rat ze Ulm haisset t&n der mertail
10 die wile ich lebe, daz ich daz unverzogenlich attezit t&n sol und wil
in der wise, alz mir daz denn ie verkAndet wirt ietzo und ouch her
nach. Dez ze urkAnd han ich nrin aigen insigel gehenkt an disen
brief; dazu han ich gebetten und erbetten die erbern manne Hansen
Krafften burgermaister und Lutzen Kraffttn, zwen richter ze Ulme,
15 daz die iriu insigel ze ainer ziugw&ss oiler vorgeschriben sach zil
minem insigel gehenkt hant an disen brief der geben wart an der
nechsten mitwochen nach sant Jacobs tag; do war en von Gristz gebirt
driuzehenhundertjar und. da nach in dem siben und sibentzigistemjar. 5 )
196. — Wir*) der burgermaister und der rat grosser und klainer Fol. 75 a.
20 der stat ze Ulme haben gesetzt und sien ze rat worden, wa daz war, Verfolgung
daz nu f&rbaz mer dehain unser burger, er war rich oder arm, " e8
usserhalb unsers zehenden uff dem land erschlaqen wurde, aJs daz . SC T3 1 ..
M o emes Burgers
dem raut hie. ze Ulme ducht und sich erkanten, daz der durch mut- aus8er halb
willen und ane schuld erschlagen war, daz denne der rat und alle der Stadt.
25 burger gemainlich rich und arme der stat hie ze Ulme der oder des
figende, die den totschlag getan heten, sin sAllen und wellen, und ouch
nach dem oder den ernstlich stellen wellen, wie der gehaimet und ge-
fangen werde. Doch wenne daz ist, daz wir den oder die also ze
gefarikn&zze brdhten, daz denne die nehsten friunde den berechten
a) Neue Hand dei 14. Jahrhunderts.
*) Vgl. Bottweil ed. Greiner n. 85 (1375). Buchhonier StJt. von 1299.
Gengler p. 142 § 6.
*) 1343 Dezember 2. Vgl. U. UB. H, 248.
8 ) 1377 Juli 29.
Wfirtt. Getehlehtsquellan Till. 8
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114 Art 197—198.
sdln; were aber daz der oder des erschlagnen unsers burgers friunde
niht als vil Idt heten, so Mien und wellen wir in tit darzti lihen,
da mit si daz reht vollf&ren und die berehten mdgen.
Fluchen. 197 • — Ouch haben wir gesetzt von der schw&r wegen, wer
der ist, der hie ze Ulme swert, er si burger, soldner, tcssman oder 5
wie die genant sind, vrow oder man, daz ain gewonlicher schunlr sin
sol, der ieglicher besunder sol von iedem gewonlichen sw&r besunder
dri phenning geben und sol och a) daz iederman von dem andern, wei'
den andern also sweren hdrt, sagen und melden, und ouch daz gelt
vordern und innemen und unser frowen phlegern antwurten und geben. 10
Were aber, ob sich ieman da wider satzte und das gelt also niht geben
welt, so s6ln der oder die, die den sw&r also gehdrt heten, daz bringen
an die ainunger und den daz sagen und siin ouch in da mit ze wissen
Uin, wer da bi mer gewesen sie, und als bald daz denne an die ainunger
braht wirt, die sAln die sache denne f&rbaz ussrichten also daz denne 15
ain burger oder burgers frow f&rbaz, als bald die swfirf&r die ainunger
braht wirt, von ainem gewonlichen swtir X schilling den. und ain
antwerk man oder vrow V schilling den. geben sAln; were aber, daz
ieman hie ze Ulme sdlich ungewonlich swur tete, wer daz von dem
andern hdrt, der sol daz unverzogenlich bi dem aide den ainungern 20
sagen und den da mit aber ze erkennen geben, wer da bi gewesen sie
und daz mer gehdrt hab, die siiln denne die ainunger besenden und
kuntschaft dar umbe erfaren, wie der sw&r gewesen sie und daz
denne fi,ro an den rat bringen, und we* sich denne der rat dar umbe
erkennet, wie der ze strafent sie an lib oder an gilt, nach dem als 25
denne der sw&r gewesen ist, da bi sol es beliben, und siiln ouch daz
mit namen alle burger gemainlich rich und ouch arme nemen in die
aide, die si ietzo dem burgermaister sweren werden, daz von ain ander
ze sagen und ze melden, und- nieman von dem andern ze verswigen
ane alle geverde, doch des ussgenomen, daz nieman usser sinem hus, 30
waz er dar inne hdrt, nihtzit gebunden ist noch sin sol furzebringen
noch ze sagen in kainen wege. 1 )
Verbot, Weiii 198. — Ouch haben wir gesetzt umb daz, als vormals oerbotten
und Brot in ist, win und brot zu der kirchen ze tragen, daz man daz halten sol
die Kirche zu _ _ _
t»g«n- a) flbergetchriebeD.
l ) Vtfl. Zttricher Stadtbucher I, 340. 1344. Ill, 60. 1416. ITT, 177. 1421.
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Art. 199—202. 115
in alter der wise als daz vor versetzt ist, usgenomen Main an aller
selen tag 1 ) mag man daz wol tUn.**
199. — ltem b) wir haben ouch gesetzt von des ritgeltz tvegen, Fol. 75b.
wan nieman willig ist, in der stat dienst ze riten, wenne er sin git Reitgeld fur
5 da bi verzeren m&s, daz man in disem land mit zwain pherden ainem Boten
ieglichen alle tag ainen Ungerschen gvldin geben sol und tiber Bin
gen Strassburg, gen Spir oder an daz land alle tag ain phund phennig,
und mit drin pherden alle tag anderhalben Ungerschen guldin; were
aber, daz ieman ainig ane kneht ritte, dem sol man nun halb als vil
10 ze sold geben. 2 )
200. — Wir haben ouch gesetzt, daz kain unser burger oder Weinh&user
wer bi uns hie wonent ist, die karwochen gantz und gar in kain off en m ® r * r "
winhus sol trinken gan.*) Burger
verboten.
201. — Mer ist gesetzt, wa da ist, daz zwen unser burger mit Lehen-
16 ainander rehtent von g&t wegen, die lehen sind, daz die von unsem streitigkeiteu
richtern fir die lehen herren niht sti/n gewist werden in kainen weg. 4 ) Yon Bttr g ern -
202. — Item so sind der burgermaister, clainer und grosserBegl&ubigmig
rat darob gesessen, umb daz als sich dike filgt, daz kinden hie ze bei Nachlass-
Ulm vatter und muter abgand, e daz die zA iren tagen koment, und re & ulierun g-
20 daz die den selben iren kinden redlich schulde hinder in ze gelten land,
daz kuntbare ware, und ouch in darzA ligendiu gilt hinder in ver-
lant, ez sien huser, acker, wisan oder andriu ligendiu g&t und man
die darumb angrifen und verkoufen w6lt, da ist bis her grosser ge~
brest inne gewesen, wie man sdlich kdfe versorgeti, wan vil Idt daruff
25 nit burgschaft gehaben mShten, zA dem andern mal, ob ieman dem an-
dem sdlichin ligendiu gAt ze pfand insatzte, mit brief en oder ane brief,
a) Die Eintragung lit durobatriohen.
b) Neue Hand dei 14. Jahrbunderts.
*) Nov. 2. Vgl. R. B. 2.
s ) Zilricher Stadtbucher I, 98. 1815. I, 180. Greiner, Rottweil 67 (Ver-
weigerung von Botendiensten) vgL auch 65. 215.
•) Genau so in Mttnchen, vgl. Mtinchener StB. Art. 281.
*) VgL oben rotes Buch n. C. p. 1.
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116 Art. 208.
vor richtem oder vor den genanten, 1 ) als daz denne krafft und maht
gehan mag, oder ob daz wdre, daz ieman hie ze Ulm silichiu ligendin
gut mit dem rechten erclagte oder erlangete als reht ist, und daz der
oder die selben, den denne sdlichiu phand ingesetzt wdren, oder die si
mit dem rechten crclagt hetten, darumb angrifen oder verkoufen wtlten 5
rechtz koufs oder des nuwen koufs uff der gante und daz denne sdli-
chiu g£t vergiengen, wie man die vertigen sSlt als daz macht und
krafft gehan m6cht, dar ob sind der burgermaister und rate, grosser
und clainer obgesessen umbe daz, das richen und armen, witwen und
waisen und iederman ain gelichs und beschaidens widerfaren und hant 10
gesetzt: waz sdlicher sach nit, firbaz mer hie ze Ulm beschechent,
daz man die bringen sAMe fAr ainen rat; so sol ain rat die sach
denne verhdren und alle kuntschaft und gelegenhait darumb aigenlich
in nemen, und wes sich denne ain rat darumb erkennet, wie man die
sach verschriben suite, da bi sol es denne beliben; und hant ouch dar 1B
zu gemachet ain sunderbar insigel, daz sittlen alleweg die stettrechner |
Fol. 76 a. in der rechenlad inne haben und behalten, und waz ouch mit dem selben
insigel nach haissent und erkantnAzze des ratz besigelt uirt, daz sol
krafft und maht han, und sAllen ouch die stettrechner aUe sunnentag
ungevarlich versigeln, waz s6lich sach der wochen vor dem rat uss- 20
gericht ist. Wer ouch m? a) f&rbaz mer ehaft not erschainen toil, ez
si frowe oder man, der sol daz ouch vor dem rat hie ze Ulm voile-
f&ren und tun, doch daz er daz vollefure und tuge mit fiirgebieten
nach der staf reht hie ze Ulme, als daz von alter mid mit gewonhait
bis her komen ist; und daz sol denne ain rat ze Ulme mit dem vorge- 25
nanten insigel ouch besigeln und sol ouch daz denne krafft und maht han.
Steuerpflicht 203. — Ouch ist gesetzt % welh burger hie ze Ulm burger ist und
auf dem Land uff dem land gesessen ist, daz der alliu jar stiuren sol, man nieme hie
Hitzendcr ze jji ni s ^ ur ^ er M| -^ ez were denne, daz im ain rat verhaissen hett,
U1 ^ e1, so mugen si wol da bi beliben; were ouch ob daz ieman hie ze Ulm 30
ze burger nu a) f&rbaz mer enpfangen wurd und der uff dem land
sitcen welt, und mit dem rat des 4ber ain kdme, daz man im daz
erloubet hett, der sol des brief niemen von dem rat umbe daz, daz
der sach nit vergessen werde. 2 )
a) ttbergeschrieben.
*) Vgl. jedoch oben n. 39. 47 und 211. ttber die Genannten vgl. ins-
besondere Zoepfl, Das alte Bamberger Recht p. 65 ff. 78 ff.
8 ) Vgl. Greiner, Rottweil 232. Im allgemeinen Schroeder, D. RG. p. 684
und n. 77.
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Art. 904—906. 117
204. — Ouch haben wir gesetzft], das kainjud nochjudin hie Verhftltnis
ze Ulm kain cristen ammen haben sAllen noch in kainti dienen sol; 1 ) ™ n Juden
so wellen wir ouch mit namen und haben gesetzt, daz kain cristan zu Chn8ten -
frowe y diu unser ingesessni, burgerin oder 9 * inwonerfin] si, siu si
5 edel oder unedel, noch kain ir mdgt in kains juden hus gan stillen,
ussgenomen ir diener und mdgt, doch daz in kainiu s6g etc.
205. — Der burgermaister und der rat, grosser und clainer Luxus-
hie ze Ulme hant gesetzt und sind ouch des ainheUeclich ze rat worden ordnung.
und wellent ouch, daz daz nachgeschriben gesetzt uff die aide, die rich
10 und arme gesworn hant, gehalten werde umb daz daz grossiu ho/art
hie ze Ulme nidergeleit und gewent werde.*)
206. — Bi dem ersten so b) hant si gesetzt, wenne das ist, daz Hochzeiten.
nib. fdrbaz mer hie ze Ulme hochzitan wurden oder weren, daz denne
kain /row noch man f burgerin noch antwerk frow an dem morgen,
15 als man die brut uff gehept hat, zu der brut in daz hus, da si denne
z&geleit wirt, nit gan sdllen, denne allain die /rowan und man, die
ztl der hochzit geladen werdent; und die da selbs essen weUent, die
m&gen wol an dem morgen als diu brut uff gehebt wirt, z& ir gan
in daz hus und die selben /rowan und man w&gen ouch denne mit
20 der brut wol zu der kirchen gan und da selbs ophren und messen und
nieman andro. Doch sullen si der brut weder vor tisch noch nach
tisch nichtzit schenken noch geben weder haimlich noch offenlich in
kainen weg. So sol ouch der wirt, des diu hochtzit ist, nit mer man
noch /rowan, die unser burger sind, haben noch laden, denne z&
25 sechs schilsslan, alz daz vormals ouch gesetzt und verschriben ist, doch
usgesetzt p/affen und artzat. SAst so m&gen wol alle ander /rowan
und man nach dem tisch zfi dem dantz gan und da selbs tantzen ob
a) Am Rande naohgetragen.
b) ttbergeschrieben.
*) Vgl. Stobbe, Juden in Deutschland p. 170 ff. Das Verbot des Halteus
christlicher Dienstboten findet sicb im Swap. L. 262, wahrend auffallenderweise
das Augsburger St.R. Art. XIX, § 14 es gestattet. (Nachtrag von 1290.) Vgl.
auch Anm. 2.
*) Vgl. dazu im allgemeinen Zuricher StadtbtLcher I, 158. 159. 160.
II, 48. 1376 Aug. 10. 261. 1422 Januar 29. Augsburger Stadtbuch V, p. 240 ff.
251 ff. R. B. n. 7. Beide Ordnungen sind nach alten Abschriften bei Hausleutuer,
Schw&b. Archiv II p. 208 ff. 1793 gedruckt.
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118 Art. 207—211.
si wend. Dock sdllent si zii der selben hochtzit der brut niehtzU geben,
schenken, noch weder essen noch trinken, ez were wasser.
So sol ouch der urirt, des diu hochtzit ist, nit tner spilldt haben
noch den ze essent gebent, denne zwain oder drin und nit mer und
ouch den selben gaben und nieman andro. 5
Hochzeit und 207. — DarzH hant ouch si gesetzt, das kain /row, nachdem
Kindbett. als si ain brut gewesen ist, und die hochtzit gehept hat, dar noch
kainen hof haben noch darin kain frowen noch junkfrowen nit laden
sol in kainen weg ; so sol ouch kain froiv zfi kainer tdjin noch in
der kint bett keinen hoff nit haben als das vormais ouch gesetzt ist 10
und daz ouch in nieman nichtzit dar in schenken noch geben sol in
kainen weg.
Schenkungeii 208. — Ouch hant si gesetzt, welher burger oder burgerin, ez
beim si rich oder arme, m\ firbas mer hie ze Ulme ain hus kouft, oder
Hauskauf. nf J# c ^ g* ^ w5 gefangen hett oder wilt, dem oder den selben sol ouch IB
nieman hie ze Ulme kainerlai gab in daz hus schenken noch geben
in kainen weg.
Straf- 209. — Und wer der stuk dehains dberf&r, ez were man oder
androhungen.yVow, were daz von den burgern, so sol es f&nf phund verf alien sin,
were es aber von den antwerken, so sol es dritthalb pfund verf alien 20
sin; und hat och darinne grosser nnd klainer rat gelopt bi iren
g&ten und uff die aide, die si gesworn hant, wa si des innan oder
gewar tverdent, ez weren /rowan oder man, daz si denne den oder
die nemen und rdgen siillen, daz die dar umb gestraft und gebessert
werden nach der pen, die uff gesetzet worden ist. 25
210. — So siillen ouch ietzo uf wihemieh[ten] ze nehst alls
gesetzt beliben als die vormais uff die selben zit verkunt worden sind,
daz sich iederman damach wisse ze richten und die ze halten.*)
Fol. 77 a. 211. — Der burgermaister und clainer und grosser rat der stat
Richter und ze Ulme hant gesetzt und sind ainmuteclich ze raut worden umbe 30
Genannte. ^ az ^ wan 5 ^A von den gnaden Gotz das volk und alle life und sach
4 ) Vgl. R. B. n. 1—3. 315 if. 418 ff.
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Art. 212—213. 119
hie ze Ulm meret und daz die zwdif richter der stat hie ze Ulm
arm und rich alz m&sseclick noch alz nutzlich nit ussgerichten k&nnen
nach notdurft armer und richer hie ze Ulme, dar umbe, daz iederman
dez bass belibe bi dem, da man denne billich bi beliben siille, und
5 daz des minder aide gesworen werden und daz arm und rich dez sun-
derlich ussgeriht werden nach ir notdurft, so hant si geordnet ditz
jar vier und zwaintzig manne, die zwai tail von der gemaind, den
dritten tail von den burgern, die sol man haissen die genannten, und
mit den mag man besetzen alle Idf, und atte ander sach alz mit den
10 richtern, doch also, waz man mit den besetzet oder besetzen toil, daz man
dar zA ze dem minsten zwen nemen sol, die bi der satzung sien und nit
minder, und waz ouch also mit der zwainen besetzt wirt, die daz
versigelnt und uff ir aide sagent, daz in hunt und wissent si, daz sol
krafft und maht han; doch sdllen die selben genanten niht reht noch
15 urtail sprechen und das sind mit namen die vier und zwaintzig, die'
wir ditz jar erwelet haben. 1 )
212. — Item ez sdllen die gerwar das leder, als si daz ze Gerber.
samen hefftent, niht mer denne ainen haft t&gen hie ze Ulme und
ouch daz leder niht mer strichen sAllen, waz sie hie verkofent.
20 213. — Wir m) der burgermaister und der r&t grosser und klainer Reigen-
der statt ze Ulme haben gesetzt und sien ouch dez ainheMklich ze verbot.
raut worden, wan wir kuntlichen nutze armer und richer hie ze Ulme
dar inne bekent und fursehen haben, daz nu fdrbaz me dehain ant-
werk hie ze Ulme noch ir knecht weder vor der vasnacht noch an
25 der vasnacht noch nach der vasnacht noch zfi dehainer zit in dem j are
durch die statt noch in der statt umb raigen*) noch mit ainander
durch' die statt mer gan suln, als si vor bis her getdn hant, noch sol
niemant den andern zA dehainer sollicker gesellschaft zunngen noch
vachen noch weder darf&ren noch tragen als daz ouch vor ir gewonhait
30 gewessen ist, also daz mit namen des ratz mainung ist, daz alle sdlich
gewonhait nu ftirbas mer gentzlich underwegen beliben suln und nicht
mer geubet noch getriben suln werden in kainen wege; dar z& ist der
a) Nene Hand dei 14. Jahrhunderis.
J ) Vgl. oben R. B. 39 nnd 202.
2 ) Vgl. oben 104 nnd nnten 318 und MitteUungen ana dem KSlner Stadt-
archiv Heft 15 p. 33 n. 14. Brief Gerhard von Hauwes an den Kblner Bat.
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120 Art. 214—216.
rSt mer ze rtit worden und hant ouch daz furndmlich verbotten, daz
die blaicher und ir kneht daz umbfaren und raigen, daz si alliu jar
tjet&n hant, nu furbas mer ouch underwegen laussen und nicht mer
tun sulln in Jcainen wege; und wer oder welh daz Merfuren, der ieg-
licher sol als dikke er daz tiberfaren haut, I lib. haUer geben und ainen 5
manot von der statt sin. So hat ouch der raut mit namen daz och
versetzet und verbotten bi der vorgeschriben pene, dsiz diu antwerk,
Fol. 77 b. wenne si in sollichen zechen bi ainander \ sind, nu furbaz mer nicht-
zit uss ir buchs nemen noch vertrinken sidn in kainen wege ane alle
geverde. 10
Schweine- 214. — Es hant och der burgermaister und der raut gemain-
haltung in lj c h gesetzt und verbotten, daz man nu furbas mer in kainer mulin
den Muhlen. j^ e ze jji me n i cn % mer denne zwai schwin ze mal dssen sol und ieg-
lichs jars niht mer denne zwirost inlegen sol, also daz in ieder m&lin
dez jars nicht mer denne vier schwin gedsset suln werden, und sol mit 15
namen kain knecht in kainer M&lin kain schwin mer dssen in dehainen
wege; wer aber daz dberfur, der sol dar umbe gebessret werden als
sich der raut denne dar umbe bekenet, daz er damit verschult habe. 1 )
Stadtpferde. 215. — Wir haben ouch geordnet, daz man der statt zwai pferit
kofen sol, die nieman riten sol, wan wer in der statt hoUchaft ge- 20
sendet wirt, umb das daz der statt botschaft dest furderlicher gefertiget
werde; und wem och diu selben pferid** alle tag 2 schilling Italiger
haUer geben und sol man im daz allwegen and dem sold vor ab ziechen?)
Burger und 216. — Wir haben ouch mer gesetzet, dar umbe, daz dest minder
Auswartige. unwillens zwischen unsern burgem ufferstand, daz nu furbas mer 25
dehain wiser burger kains ussmarn, weder vrowen noch mannes namen,
die uff dem lande oder in herren stetten gesezzen weren, irager
werden noch sin sol in kainen wege, doch maug ain ieglich unser burger
sollicher ussltit, die sin frund sind und die in dez richs stetten, die bi
uns in unserm bund sind. gesessen weren, trager sin und werden fine 80
alle geverde; were aber daz dehain unsrer burger nu furbas mer
iemandes trager wurde, die zu den ziten ouch unsern burger weren
a) AmRande: ,,notandum u , „herauggeUu8Ben tt .
') Die analoge Bestimmung findet sich in Greiner, Rottweil 92 (1411).
Ygl. R. B. 92.
*) Vgl. R. B. 65. 199.
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Art. 217—219. 121
oder in des richs stette, die bi uns in unserm bund sind, gesezzen
weren, und daz sich die denne dar nach von uns oder von den selben
richs stetten zugen uff daz land oder in ander herren stette, so welen
wir mit namen, daz diu selb traJcnusse gentzlich ab si, und daz sich
5 kain unser burger furbaz nichtzit mer dar umbe an neme in kainen
wege. 1 )
217. — Ouch sien wir ze raut worden und haben gesetzet, Backer.
von der surbekken wegen hie ze Ultne, wenne die an dem sunentag
an mornen brot vail hant, daz die andern beken hie ze Ulme, die
10 sus brot vail hant und bachent, die selben zite mit rugginen und kir-
ninen brot, welher denne toil wol als lang hie ussan bi in stan und
daz brot vail haben mugen als si, in ane irung und widerrede. 2 )
218. — Mer haben wir gesetzet von spils wegen, daz das be- Spiel und
liben sol in alien den rechten als daz vor verbotten ist, und darzu Karten.
15 versetzen und verbieten wir karten in dem selben rechten. 9 )
219. — Sunder und mit namen versetzen und verbieten wir Fol. 78 a.
und wellen ouch, daz das gehalten werde, daz nu furbaz mer kain Ziiisen von
unser burger, usgenomen der juden, er si edel oder unedel, vrowen Leihkapital.
oder mannes namen, ussburger oder ingesezzner burger, dehain gelt oder
20 gevarlichen dinskoufs usslichen, verkofen noch t&n sol, denne daz sich
von iedem hundert pfund oder guldin zechen pfund oder guldin der
selben m&nsse geziech und geb&re und nicht mer; wer es aber, daz
dehain unsern burger ichtz verpfendeu oder usslichn ivdlt uff ligendiu
gM oder herrengilt, daz sol er aber tfin in solicher mass, daz ie uff
26 ain pfund herrengiUt nicht minder denne XXX guldin gelichen werden.
Und sol mit namen kain brief unsern burgern mer hie ze Dime ge-
schriben werden, daz nach dem zil uff das pfund oder uff den guldin
zwen pfenning oder haUer aller w6chlich gangen, wan daz die in
sdlicher masse suln geschriben werden, daz man die darnach an red-
30 lichen ligenden schaden nemen sol, so man nehst mag ungevarlich;
und welh unser burger vor diser gesetzt gelt ussgelichen haul ander s,
J ) Vgl. oben n. 8.
2 ) Vgl. die Ziiricher Stadtbucher HI, 74. 1416.
8 ) In Milnchen hielt man das Wiirfel- und Kugelspiel fur gefllhrlicher.
Munchener Stadtrecht Art. 606. Vgl. jedoch auch R. B. n. 228.
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122 % Art. 220—226.
denne in der wise, so vorgeschriben statt, der sol daz unverzogenlich
wider fordren und inbringen, als bald diu zil koment, daz er dar urnbe
gewalt haul ze manent, und sol daz nicht lenger ver Ziehen; were aber,
daz dehain unser burger der stukke dehains iberfur, der ieglicher
besunder sol von ieglichem pfund oder guldin funf schilling holler der 5
statt ze rechter pene verfatten sin, und toil im dennoht der r&t dar-
zti nichtzit beholfen sin.
SpitzeSchuhe. 220. — Mer haben wir gesetzt, daz dehain unser ing[es]esse-
ner burger noch diener, weder vrow noch man, dehainen spitz an den
schAchen tragen sol hie ze Ulme, der lenger si denne zwaiger lid- 10
gelaich ane all geverde und weUen och, daz dehain unser sch&ch-
macher hie ze Ulme unsern burgern und dienern die nicht lenger
mache hie ze tragen, denne vorgeschriben stat, doch ussgenomen ze
ritent, so mag im ain ieglicher die haissen machen, trie im denne
fikglich ist 15
Eintritt ins 2 21. — Wir haben och mer gesetzet, welh unser ing[es]essner
Sbflinger burger sin kind, sin swester oder ander sinen friund ze Sefflingen
Kloster. e - w i$ n w ^ ( j[ az ^ r von b ur g ern n icht mer denne z& sechs schusslan
laden noch hin us fir en sol und das ouch da niemen geben sol in oiler
der wise, als daz vor von andern hochtziten hie versetzt ist, doch uss- 20
genomen der barf&ssen und der clostervrowen ze Sefflingen, den wir
iriu mal ussgesetzet haben, als daz vor mit gewonhait her komen ist
222. — AUe ander ordnung und gesetzt wellen wir halten in
atte dem rechten als vof etc.
Baumg&rten. 2 23. — Item umb bongarton und reben dar in sol nieman 25
gdn noch die wHsten etc. 1 )
224. — Item umb Seff linger.**
Fol. 78b. 225. — Item gedenk ze liparend.
a) Ee folgen Tier nioht eo dentende Zeichen (je «wei m and n mit Abkursangl-
■chnOrkeln).
') Zuricher Stadtbucher II, 196. 1404. Greiner, Eottweil 216.
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Art. 226—283. 123
220. — Item des ersten von der sw&r wegen,
227. — Item von der spitz wegen.
228. — Item das nieman in der stat spile denne recht pret-
5 229. — Item das nieman weder swert noch langiu messer trag Schwert-
denne die der rdt sint und der stat soldner, als das vor ouch ver- tragen.
botten ist, dock h&t im der rdte ussgesetzt, ob das were, das krieg
uf stunde, das si das denne wider rifen mdgen, oder mindern oder
meren, wie si denne dunkt das daz best sieJ)
10 230. — So ist ouch geordnet, ob das were, das krieg uf er- Anftthrer
st&nde, wen denne ain rdte dem volk zA ainem hoptman git, oder ob "& Krieg*
der krieg fun/en, siben oder n&nen enpfolhen w&rde, das denne den
alles volk gewdrtig und gehorsam si bi den aiden.
231. — Item von der waideschen wegen wie das vormals ver- Waidasche.
15 botten ist, also wil es der rdte aber halten})
232. — Item von der bongarten und wingarten wegen wie das Baumgftrten
vormals verbotten ist, das nieman dar in gang, also wil man das aber , und
fata..*') Wemglrten..
233. — Der h) burgermaister und der rate grosser und klainer Fol. 79 a.
20 der stat ze Ulme hand gesetzt, daz nieman hie ze Vlme n& firbaz Bauwesen.
dehainen ussschutze an dehaine buwe y alien noch ndwin, niht machen
noch buwen sol, es were denne, ob ieman hie ze Ulme dehain alt hus
an dem understen ussschutz bresthaft wurd und der daz bessern wdlt,
der sol und mag daz wol bringen an ainen rat hie ze Ulme, so sol denne
a) Darunter: B merk der brugg. u
b) Dm ganae Folium ist kretiiweise dnrcfcatrichen. Neue Hand yon 1809.
l ) VgL oben 218 und Zttricher Stadtbttcher I, 190. XI, 208. 209. m,
176. 260. V, 36. 88. 39. 46. 47.
*) Vgl. Zttricher Stadtbttcher I, 97. 1314. Besonders I, 190. I. m. VI.
vn. vm.
*) Eommt im B. B. sonst nicht vor.
4 ) Es scheint, daas hier ein Entwurf fur die VerBffentlichung der Rats-
mitteilungen an die Bttrgerschaft an St. Georgentag vorliegt, da ja fast nur
Merkworte genannt sind.
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124 Art 284—288.
ain rat lute darzd schiken, die sach ze schowen und ze besehen und
wie daz denne ain rat buwen oder tnachen ha[i]sset, dabi sol ez be-
liben; und welher unser burger daz fiber/Are, und %) anders buti,
denne oorgeschriben stat, der sol X guldin verf alien sin und sol den-
noht die selben buwe wider ab brechen. 1 ) 6
Eichen- 234. — Es stillen och atte zimmerl&t sweren, daz si weder in
schwellen. 8e n noc h andem IMen dehain niwe noch altz hus, stadel noch stdlle
hie ze Ulme mer buwen noch machen, denne daz si an den b&wen
alien aichin swellen If gen stLln; und welher das iiber/Are, der sol von
ainem ieglichen s6lichen*buwen zechen guldin*) verf alien sin und sol 10
dennoht ander aichin swellen wider dar legen.
Schwellen- 235. — Och sidlen alle und ieglich zimmerliie nil f&rbaz
lage. mer dehainen niiwen buwe machen, denne daz si die swellen legen
sullen nach der stat gesetzten, also daz si z& ietwedrer siten zwen
scMch sittlen ligen lassen. 15
Brand- 236. — So stillen si och fiirbas dehain gemain wande mer
mauem. von i r iffo m machen und sJUlen die alle in sdlicher mass machen,
daz man si baidenthalb klaib, und dez gelichen stillen si och ftirbaz
alle gibel buwen und machen.
Schwur der 237. — Es sullen och die zimmerliit alliu jar, wenne diu 20
Zimmerleute. en drung hie beschicht, die sach under in och erniuren und von w&wem
sweren ze halten aiz vorgeschriben stat
Abfaile nicht 238. — Dar zd haben wir sunderlich versetzt die gewonhait,
mitnehmen. die a n e z i mmer i^t biz her gehebt hand, wem si gewtirkt hand, daz si
denne allwegen so si haim giengen, holtz, bldklach oder spen an iren 25
agsten oder under iren Achsen haimtr&gen, daz dez ftivbaz nihtz mer
beschech noch ir dehainer t≥ welher aber daz tiberfur, der sol z&
ieglichem male, so er daz dberfarn hett } f&nf schilling hatter ver-
f alien sin und sol darzA dem, dem er gearbait hett, desselben taglons
a) ttbergesohriebcn.
*) VgL unten 239 und 242. 243. 244.
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Art. 289—242. 125
och verf alien sin, also daz er im darumb nihtz schuldig noch gebun-
den sin sol ze geben, in dehainen weg.
239. — Es sol och dehain Zimmerman nieman hie ze f7/we ; Vorstossende
dem er sin ussseMtz abbricht, den wallben simsen &ber driHhalben Stockwerke.
5 scMch heruss legen. 1 )
240. — Und waz von alien vorgeschriben sachen gefellet, daz Strafen.
sol halbs der stat und halbs dem antwerk gefallen.
241. — Disiu vorgeschriben ordnung ist erniuret worden an
sampstag vor sant Vitztag anno domini miUesimo dricentesimo nona-
10 gesimo nono etc. 9 )
242. — Der*> bnrgermaister und grosser und klainer raute Bauwesen.
der statt ze Ulme sind darob gesessen und Mnd gedaucht, wie tool si
vor ziten richen und armen ze nutze ain gar git gesetzete gemachet
und getan hand von bdtce wegen, wie man hie ze Ulme buwen sulle,
15 und besunder darinne aUe ussscMtze abgenomen h&nd, das die nicht
gemachet und abgetdn werden solten, \ als denne das gesetzte davon Fol. 79b.
innehaltet etc., das daz alle bdwe an costlichen und uncostlichen
hAsern vast entschdpfet, und hand darumb dasselb stuk wolbedaucht
also verkeret und geendert, das ain ieglicher, der nu f&ro mer hie
20 ze Ulme buwen wil, wol zwen ussscMtze und nicht mer allein under
ougen und niendert anderswa an ain ieglich hus buwen und machen
mag, der ieglicher ainen sch'&ch herf&r ussschiesse und habe und nicht
mer, und daz ouch denne der walbensimpse an den selben hiisern alien
und ieglichen nicht mer heruss geleit werde, denne anderhalben scMch
26 alles Sne alle geverde; und mainent suss bi dem gesetzte, wie daz von
buwe und buwens wegen vorgesetzet und verschriben ist, an alien und
ieglichen andern stuken und artikeln, wie daz denne lutet und be-
grtifet unverruket ze beliben Sne alle arglist und geoerde. 1 )
a) Hand yob 1490. Am Bande: „fah an u .
') Vgl. 233 und 242. 243. 244.
? ) 1399 Juni 14.
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126 Art. 248-244.
Verbot von 243. — Darz& h&nd si mer gesetzet, das nu fArbas mer nie-
Fachwerk- man dehain mure oder dehainen gemuroten stok an hdseren hie ze
ersatzbauten. (// we nicht abbrechen noch die dehains wegs minderen oder verkeren
sol, denne ob beschdch, das dehain soliche mure iendert hie ze Ulme
gebresthaft oder schadhaft were oder wurde, die sol man allenthalb 6
erndweren, bessern und zi buwen, und die also beheben und dehain
holtzwerk darin nicht machen der mure ze hilfe, denne das man die
muren und stdke alle und ieglich mit muren bessern und buwen sol
alles dne geverde; und siillen ouch alle und ieglich zimberliite alles
das, daz hie vorgeschriben staut, mit sampt den stuken des vorge- io
schribnen gesatztes jdrUch, so si dasselb gesetzte und nach desselben
gesetztes usswisung swerent zil hatten, och sweren, alles getrdwlich
und ungevarlich; wer aber der were, der des ichtzit, das hie vorge-
schriben staut, dberf&re ain stuke oder mer und anders bute denne
hie vor begriffen ist, der ieglicher ist von ieglichem solichen tiberfaren 15
und hberbuwen der pene verfallen, die das egeschriben gesetzte be-
grifet und usswiset ah dik daz dberfaren wurde. Datum et actum
Egidii anno etc. CCCC" vicesimo. 1 )
Fol. 80 a. Oesetzt unnd ordnung wie man [muren] und winkel schowen soil.
Bauwesen. 244. — Der 9 * burgermaister*) und grosser und clainer raute 20
der statt ze Ulme hdnd durch luter gute armer und richer und och
umb gemainen nutze gesetzet von alter und ieglicher biiwe wegen an
alten und ndwen hiisern, stddeln, stallen und oiler ander sache, die
buwe antreffende, daz die gehalten und volbracht werden siillen in
der wise, so hernach geschriben stat und nicht anders. 25
Bi dem ersten sol nieman he ze Ulme dehainen ussschutze an
alten hdsern, stddeln, stdUen oder anderm nicht machen, buwen noch
bessern, es wer denne, ob ieman hie ze Ulme dehain alt hus an dem
undrosten ussschutze gebresthaft w&rde und der daz bessern wdlte, der
sol und mag das wol bringen an ainen raute hie ze Ulme, so sol 30
denne ain raute hie ze Ulme iMe darzd schiken, die sache ze be-
schSwen und z&gesehen, und wie daz denne ain raute buwen oder
machen haisset, dabi sol es beliben. Suss siillen aber ander ussschutze
nicht anders gebuwen oder gemachet werden, denne in der wise $0
hernach begriffen wirt dne alle geverde. 35
«) Hand tod 14S7.
*) 1420 Sept. 1.
*) VgL 238. 239. 242. 243.
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Art 244. 127
Was aber nAwer b&we hie ze Ulme beschehent, da mag man
ain iedes hus machen drier gedmer oder kare hoch, die rechter kar
hdhin haben und beheben ungevarlich und daruf das tachwerke setzen,
und an derselben drier kar mag man an ieglichs ainen ussschutze
5 attain underougen gen den gassen und suss niendert machen, der ieglicher
ussschutze habe und herftir ussschiesse ainen halben der statt scMch
und dri zdlle und nicht mer, und das der selben ussschutze ieglicher
also ussgeschossen werde mit ainer holkeln und weder b&ge noch suss
nichtzit anders habe und daz ouch denne an denselben htlsern alien
10 und ieglichen der walbensimpse also geleit werde, also daz der walben-
simpse mit alien usssch^tzen nicht mer herfir ussschiessen denne vierd-
halben der statt schtiche;
wdlte aber ieman hie ze Ulme Sne das tachwerk hdcher denne
drier gddmer hoch buwen, der mag daz tool tdn, doch daz er nicht
15 mer ussschiesse denne daz der walbensimpse mit alien ussschdtzen
nicht mer herfAr ussschiesse denne vierdhalben der statt sch&ch, wan
wir mainen, setzen und wdllen, daz an dehainem buwe hie ze Ulme
mer ussgeschossen werden stille, denne das ain ieglichs hus hie ze Ulme
mit walbensimpsen und alien ussschdtzen alter sache vierdhalben der
20 statt scMch und nicht mer ussgeschossen werde, wdlte aber ieman der
mdchte wol minder ussschiessen, also daz nicht mer ussgeschossen
werde dne geverde;
wdlicher unser burger aber daz dberf&re und anders bute denne
vorgeschriben stat, der sol zechen guldin dne alle gnade verfallen
25 sin ze geben von jedem iberfaren und sol dennocht dieselben bdwe
alle und ieglich wider abtdn.
Es sullen ouch alle und ieglich zimberldte hie ze Ulme schweren,
daz si weder in selb noch andern Mten dehain nu noch alts hus,
stddel noch staUe noch nichtzit anders hie ze Ulme nicht mer buwen
80 noch machen, denne daz si an den btiwen alien und ieglichen aichin
sweUen legen sdttlen; und wdlicher das dberf&re, der sol von ainem
ieglichen sdlichen buwe zechen guldin unldsslich ze geben vwfallen
sin und sol dennocht ander aichin schwellen widerlegen.
Ouch sdllen alle und ieglich zimberHte hie ze Ulme nu fdrbass
86 mer dehainen ndwen buwe machen, denne daz si die swellen legen
sdllen nach der statt gesetzte hie ze Ulme, daz ist mit namen, daz si
zti, ietwederer siten zwen der statt sch&ch sdllen ligen Lassen;
und sMen darzd die rafen an alien b&wen gen den winkeln
uff die balken setzen und nit anders laiten oder herftir ussschiessen
40 denne daz der tachtrof gefalle an dem dach halb alsferre ussschiesse
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128 Art 244.
als ain ieder unden mit dem swellen gen dent winkel hatt ligen
lassen.
Si sAUen ouch alle und ieglich dachtrdf gen den winkeln so
richten, daz si in den winkeln zti erde fallen und sAllen fArbas in
den winkeln dehain rinnen tner legen in dehainen wege. 5
Wa ouch vor rinnen zwischen hAsern, stddeln, stdllen oder
anderm hie ze Vlme in winkeln Idgen, die sAUen fArbass abgetan und
dehaine mer dahin geleit werden und sAllen och die tachtrof gefelle
also abgenotnmen una Igerichtet werden in der wise, so vorgeschriben sttit, \
Fol. 80b. daz si fArbass zur erde fallen dne irrung alles bi der pene und in 10
der wise so vorbegriffen ist; es wer denne, ob allain an alien bAwen
iendert die hAser oder anders so gesunken weren, das die dachtrof
dne merklich schaden z&r*> erde nicht mdchten gefellet werden, wa sich
denne die geschwornen bekannten, daz rinnen ze legent weren, da sol
und mag man rinnen in winkeln legen und suss nicht, und doch also, 15
wenne man daselbs niu bAwen wArde, daz denne, die rinnen abgangen
und nicht anders daselbs gebuwen werde denne als an andern nuwen
buwen und als vor und nach geschriben stdt*
Und uff daz sAllen ouch alle und ieglich winkel hie ze Ulme be-
setzet und so gehalten werden, daz das wasser, daz darin faUet und 20
gehdret, gerAlich und ungehindert daruss lofen und kommen mAge.
DarzA sAllen alle und ieglich zimberlAte hie ze Ulme nieman
dehainen slat in dehainen winkel mer richten noch machen, denne
daz si iederman sinen rouch uff sin selb durch sin tach ussfiiren
sAllen ouch bi der pene als vorgelutet hat 25
Besunder sol fArbass dehain zimberman hie ze Ulme nieman
dehain gemaine wande von brittern mer buwen noch machen, und
sAllen die alle in sdlicher masse machen, daz man si baidenthalb
klaibe, und daz ouch si gantz uff und uff sien als hoch denne da ran
gebuwen ist oder wirt. 30
Und desgelichen sullen ouch fArbass alle gibel hie ze Ulme ge-
buwen und gemachet werden und also fArndmlich, daz dieselben gibel
alle und ieglich durch uss, als hoch daran gebuwen ist, gantz dne
alle Idcher und schrentze sien ungevdrlich.
Weres aber f ob ieman in gibeln oberhalb sins anstossers buwe 36
Idcher oder schrentze von liechtes oder luftes wegen machote, der sol
doch die versorgen mit isin[e]n tiuren fAr fiure nach notdurft, und
sol doch daz aber fArnamlich also gehalten werden, daz sdlich Idcher
oder schrentze an dehainem gibel den, der anderhalb an den gibel
a) Die Handtehrlft UMt „s«r«.
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Art. 244. 129
anstosset, irren, wenne im fAglich wirt, hiker an den gibel ze buwen,
daz er daz tool tun sol und irCag ungeirret der I6cher oder schrentz
halb, und sullen denne dieselben IScher oder schrentz z& gebuwen werden
und der gibel wider gantz gemachet werden als hoch denne allezite
6 an ainen teglichen gibel gebuwen ist oder wirt.
Wa ouch mi f&ro hie ze Ulme gibel gebuwen werden, also daz
die ain parthie den gibel buwet und die ander hofstat dazti, git, da
sol allewegen der, der den gibel buwet, dent, der die hofstatt darzA
gegeben hfit, ain rinnengeleger uff den gibel machen und die ersten
10 rinnen daruf legen dem, der die hofstatt gegeben hfit fine schaden.
Wenne ouch dehain zimberman hie ze Ulme ieman, der sin alien
ussschdtze abbrichet, buivet, so sol ain ieder allezite den walben-
simpsen darnach legen und a lie bfiwe darnach t&n, daz mit alien
sachen nicht ferrer ussgeschossen werde oder anders gebuwen denne
15 als vorgelutet hfit bi der pene als vorgeschriben stat.
Sunderbar so sullen ouch alle und ieglich zimberlfite hie ze
Ulme alle jfire, wenne die enndrung beschicht, die sache under in selb
ouch erndwern und von nfitvem schweren ze halten nach dem und
vorgeschriben stat fine alle geverde.
20 Darzxt haben wir sunderlich versetzet die gewonhait, die die
zimberl&te biss her gehept hfind, daz si, so si von dem werke haim
giengen, holtz, bldklach oder spene an iren agsten oder under iren
uchsen pfiagen haim ze tragen, daz des f fir bass nicht mehr beschehe
noch ir dehainer mer t&e; w6licher aber daz fiber f fire, der sol und
25 miss zfi ieglichem male, so er daz fiber far en hette, ffinf schilling
hdller verf alien sin, und sol dennocht darzfi dem, dem er gearbait
hette, desselben tagldns ouch verfallen sin, also er im darumbe
nichtzit schuldig noch gepunden sin sol ze geben in dehainen wege; \
und waz von alien vorgeschriben sachen gevellet, das sol halbs der Fol. 81 a.
30 statt und halbs dem haniwerke der zimberlfite hie ze Ulme gevaUen.
Ftiro hfind ouch d#r burgermaister und raute ze Ulme gesetzet,
daz nu ffirbass mer nieman dehain mure oder dehainen gemureten
stoke an hfisern hie ze Ulme nicht abbrechen noch die dehains wegs
mindern oder verkeren, sol, denne ob beschdch, daz dehain sdliche
85 mure iendert hie ze Ulme schadhaft oder gebresthaft were oder wfirde }
die sol man allenthalben ernfiwern, bessern und ztlbuwen und die
also beheben und dehain holtzewerke darin nicht machen der mure
ze hilfe, denne daz man die muren und stSke alle und ieglich mit
muren bessern und ziibuwen sol, alles fine geverd* und Sch bi der
40 pene und bfisse als vorbegriffen ist, murern, zimberlfiten und och
Wflrtt Geeolrlchtsquelleu VIII 9
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130 Art. 246.
den, den denne gebuwen were unlasslich. Und z& entlicher beschliess-
ung der sachen ist gesetzet, umb daz, das menglich vor schaden dest
baz verhiutet und bewart werde, wenne oder wie dik nu f&ro ieman
buwen wil, wdlicherlai bdwe daz sind, daz denne dieselben, die denne
also willen h&nd ze buwen an alten oder nAwen hAsern, stddeln, 5
stdUen oder anderm, vor und ee si sdlich bdwe angefahent, die ge-
schwornen hie ze Ulme darzH f&ren und den sagen siften, waz si
buwen wdllen, umb daz, daz in von den underschaide gegeben werden,
wie si buwen sdllen nach ditz gesetztes ussmsung, daz si buwen recht
und nit dberfaren. Oeben und geschehen uff sant Elisabeten tage 10
anno domini etc. M CCCQ™> vigesimo septimo. 1 )
Fol. 81b. 24S, — Wir*> der burgermaister und der rat grosser und
Grautiicher- clainer der stat ze Ulme bekennen offenlich als biz her etwielang zitz
und Weber- r€( ^ g ewesen { s t von fan grawmtdchern daz ir etwievil gerne gevarn
zun ' weren in der weber zunft, ob si in suss niht gegunnet welten haben 15
barchan ze wurken, davon wir gemainer unser stat grossen und
Mnftigen schaden besorgen und entsitzen m&sten, wan were den das
ietzo vollgangen, so were muglich gewesen, daz ander z&nftan das
och getan hetten; dar inne aber wir dehainen gemeinen nutz unser
stat noch armer und richer niht erkennen noch erfinden mochten; 20
umb das so haben och wir das bracht an ain gantz gemainde und
in das aigenlich erzelet und geseit; die uns och daruff gar wislich
und erberklich geantwtirt hand und das gentzlich gesetzt hand uff
grossen und clainen rat, wie die das versorgen, das si ir wiUe und
gunst gantzer und g&ter, und wdllen och den rat darzd getriulichen 26
schiermen.
Und uff das, so sien wir gar beratenlich ze rat worden und
haben gesetzt, daz n& ftirbaz mer von hiut dem tag dehain unser
burger, der ain antwerk man ist, und uff hiut den tag ingesezzner
burger ist, in ir zunft nit f am silllen, und sMen och si der dehainem 80
ir zunftrecht nit Uhen.
Wol haben wir dar inn alien unsern burgern und burgerin, die
uff hiut den tag unser burger sind und och f&nf jar h > bi uns hus
und hdblich gesessen sind, erlobt und geg&nnet, ob der dehainer iriu
a) Hand Ton 1403.
b) ftbergMehriaben.
') 1427 November 19. Der Artikel stellt eine tberarbeitung yon B. B.
242 und 243 dar.
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Art. 246. 131
kind der weber zunft leren wdlten, die mugen das wol ttin, und wenn
der lerenjar usskoment, so mugen die weber den selben unsrer ingesezzen
burger kinden ir zunftrecht denn wol verlihen. Dor nach haben wir
mer gesetzt und gebotten, were ob n& f&rbaz mer dehain ussman, er
5 were ab dem land oder uss andern stetten, der irs antwerks were,
sich z& uns her in Ziehen oder unser burgerrecht emphahen wurden
oder wdlten, daz der dehainer von dem tag, als er unser burger wirt,
in f&nf gantzen jaren den nehsten nach ain ander ir antwerk noch
zunft niht triben noch haben sullen, und sdllen och si ir dehainem
10 ir zunft nit verlihen als vorgeschriben stat; wenne sich aber fdnf
jar, diu nehsten nach dem, als si unser ingesessen burger gewesen
weren, verrukten und fiir wurden, wdlten si denne darnach zi in
in ir zunft farn, oder ob si darnach iriu kind ir antwerk leren
wdlten, den mdchten sie denne darnach, wenne diu leren jar uss weren,
15 ir zunftrecht wol verlihen und nit vor, in alter der wis, so vorge-
schriben stat; aber waz ander ^ antwerk liit zd uns herztigen oder
f&ren sdllen si ir zunft nimmer verlihen. Waz och knappen oder
kneht irs antwerks hie sind, die unser burgerrecht niht hand, die sol
nit helfen, wie lang si hie gesezzen sint oder ir antwerk getriben
20 hand, daz si den ir zunftrecht icht verlihen biz uff die zit, daz si
unser burgerrecht emphangen hand, nach unser stat gesetzten und
darnach in fdnf jaren den nehsten.
Dar z& wdllen wir nit, daz dehain knapp dehain aigen werk Fol. 82 a.
noch aigen stule ze Ulme hab noch tribe in dehain wis. Darnach
26 haben wir gesetzt, erlobet und gegunnen, erloben und gunnen och
das ietzo in diser ordnung, daz alle fremde weber und weberin, die
unser burger nit sind, usserhalb unser stat und usserhalb ainer halben
mile wegs von unser stat ir antwerk wol triben und wirken mugen
an unser schow herin, und wdllen och, daz nieman noch dehain unser
80 burger das nit weren noch verbieten sol in kainen iceg ane alle geverde;
doch also, daz der selben fremden weber dehainer kain barchant&ch
hie an die schow legen sol, denne daz usser sdlicher bonwolle gewurket
ist, diu ze Ulme in der stat geschowet und von unsern schowern er-
lobet und git gegeben ist Und sdllen och mit namen aUe unser
85 barchantschower, die ietzo sind oder fdrbaz in kunftigen ziten von
uns gesetzt werden, der selben gest dehainem iriu barchanttlch niht
schowen, es si denne, daz ir ieglicher besunder, es si frowe oder
man, mit iren g&ten truwn an ains rechten aids stat allwegen vor-
a) Dat Wort 1st am Bande you tpAUrer Hand naabgttragen.
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132 Art. 246.
hin gelobe, daz das oder diu selben t&ch usser dehainer andrer wotte
gewirket sien, denne die hie in der stat und von unsern schowern
geschowet und git erlobet ist ane alle geverde. Das beschach an
fritag vor Kaihedra Petri anno domini miUesimo quadringentesimo
tercio etc. 1 ) 6
Fol. 82b. 246. — Von der statt buck.
Pfandbuch. Wir*> der burgermaister und der rate grosser und klainer der
stat ze TJlme sien dar ob gesessen, alz ippig verlassen lite hie ze
Ulme ander erber biderb lite umb ir git laichent und in daz bosslich
ab ertriegent mit dem, daz si in iriu ligendiu git ze pfande insetzent 10
fir ledig und fir unverk[imbert] , daz aber si vorhin viUicht zwain
oder drien versetzt oder zinse aid lipding daruss verkouft hand, daz si
verswigent, das ze firkoment und daz niemant mer gedfft werde, so
sien wir ze rate worden, das wir ain bich ietzo haben haissen ge-
macht und daz haben wir unserm geswornen statschriber enpfolhen, 15
daz er daz inne haben und nieman anders denne er und sin geswor-
nen schriber darin schriben sillen, und haben das in solicher masse
geordnet: wer dem andern gelt schuldig ist, darumb er im ligendiu
pfand insetzt oder insetzen toil, es sien hiser, crfanen, garten, zinse,
Acker, wisan oder wie die denne genant oder gehaissen sind, die in 20
unser statt oder in dem zehenden gelegen sind, daz die alle komen
und gdn sillen zi dem statschriber und stHlen das haissen da in-
schriben und sillen och baid taile dabi stan und beliben ungevarlich,
bis das daz ingeschriben wirt, und waz och also ingeschriben wirt in
daz selb bfich, daz sol macht und krafft haben nach inser stat recht; 25
und were daz dehain unser richter ir ainer oder mer dariber von
solicher pfand wegen ichts versigelten oder von vergessenhait wegen
versigelt hetten sid anfang diser gesetzt oder noch firbaz tdten, daz
sol wider dem bfiche dehain crafft noch macht hdn, und beschicht daz
umb daz, ob solich pfand vor iemand versetzt weren, das man daz 30
da aigenlichen erf are und innan werde; und sillen och der stat-
schriber und sin gesworn schriber daz ainem ieglichen sagen, ob daz
selb phand vor ieman in dem bich verschriben oder versetzt si; und
sol man mit namen dem statschriber umb ain ieglich solich inschriben
nicht mer geben denne ainen schilling hatter, wenne och daz ist, das 35
a) Hand you 1401.
') 1403 Febrnar 16. Vgl. audi n. 265. Nttbling, Ulms Baumwollenweberei
p. 7 ff. Ntibling, Ulms Kaufhaus p. 68. 69.
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Art 247. 13S
ain tail den andern bezalt, so siillen aber baid tail oder wer darzti,
behafft ist, mit ainander g&n z& dem statschriber und daz bitten
uss ze schriben und daz sol och denne der statschriber tdn umb suss
und von entwederm tail nichtz davon nemen noch bitten. Actum in
5 die sancti Oeorii anno dotnini MCCCC* primo. 1 )
247, — Von der stat phantbuch; actum** in die sancti Georii Fol. 83a.
anno domini M h) Pfandbuch.
Wir** der burgermaister und der rate, grosser und clainer der
stat ze Ulme sien darob gesezzen, als iippig verlaussen liite hie ze
10 Ulme ander erber biderb l&t umb ir gtit laichent und in das bodich
ab ertriegent mit dem } daz si in iriu ligendiu git ze pfand in setzent
f&r ledig und fAr unverkdmbert, das aber si vorhin oillicht zwain
oder drin versetzt oder zins aid lipding daruss verkoft hand, daz si
verswigend; das ze f&rkomen und daz nieman mer gedfft werd, so
15 sien wir ze rat worden, daz wir ain b&ch ietzo haben haissen ge-
machet und das haben wir unserm geswornen statschriber empfolhen,
daz der das inne haben und nieman anders denn er und sin geswornen
schriber dar in schriben stUlen, und haben das in sSlicher mass ge-
ordnet: wer dem andern gelt schuldig ist, darumb er im ligendiu
20 pfant in setzt oder in setzen wil, es sien huser, cromen, garten 9 zins,
Alter } wisan, hbfep seldan^ oder wie die denne genant oder gehaissen
sint, die e) in unser stat oder in dem zehenden gelegen sind, daz die
alle komen und gan siillen zi dem statschriber und s&tten das haissen
da in schriben und siillen och baid taile da bi stan und beliben unge-
25 verlich, biz daz das in geschriben wirt; und waz och also in dasselb
bdch geschriben wirt, das sol macht und kraft haben nach unser stat
recht. TJnd beschicht das umb das, ob sdlich pfand vor ieman ver-
setzt weren, daz man das da aigenlich erfare und innan werd, und
sMlen och der statschriber und sin gesworn schriber das ainem
30 ieglichen sag en y ob dasselb pfand vor ieman in dem b&ch verschriben
a) Yon hier an spftterer Ztisatc.
b) Folgt Basnr.
e) Wahrsoheinlich die Hand Ton 1896.
d) Beide Worte durchstriobeu.
e) Yon hier an bis „ gelegen Bind" let von fast gleiohzeitiger Hand nbergesobrieben.
') 1401 April 23. Die Eintragung beruht auf der folgenden. Ober den
Stadtschreiber, vgl. Felix Fabri p. 181. Augsburger Rateschreiberordnung in
Mayer, Augsburger Stadtbueh p. 261—253 (1862). 6. Strassburger St.R. von
1322, Straasb. UB. IV, §§ 447 ff. 509. Bheberg, Verwalt. u. Verf.Geach. etc. I,
1. 1344. I, 10. 1406 n. 112 p. 35. I, 11. 1407. I, 15. 1410. R. B. 478.
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134 Art 248-249.
oder versetzt si; und sol man mit natnen dem statschriber umb ain
ieglich s&lich in schriben niht mer geben denne ainen schilling holler;
toenne och das ist, daz ein taile den andern bezalt, so sullen aber
baid taile oder wer dar z& behaft ist, mit ainander gan zil dem stat-
schriber und das bitten uss zeschriben; und das sol och denne der 5
statschriber tAn umb suss und von entwedrem tail nichtz darumb
nemen noch bitten.**
Fliichtige 248. — Und wan wir von lule wegen, die hie fluchsam werden
Schuldner. un d den luten ir gute entragent, voimals ain gesetzt getan haben, daz
Ainungsbuc . ^ nQC j l — w ^^ un ^ ffcnrfj in dise stat nimmer mer komen sullen, 1 ) 10
das aber sidmals etwiedik dem rate von lute wegen, die fluchsam worden
stint unuserklagt, andersftir gegeben ist, und darumb daz das niht mer
beschech, sien wir ze rat worden, welher wiser burger oder burgerin
nu f'arbaz mer hie fluchtig wurden und den luten ir g&t entrugen
und mit dem rehten niht ussklegt wurden, daz man die alle und ir 15
ieglich besunder ze stund in das ainung buck verschriben sol, umb das,
wer fir die-selben fArbaz bdt, die herin ze lassen, daz die darumb
sullen gestrafet werden nach ains rats bekantnuss, darumb daz das gesetzt
in disem geswornen b&ch dest volkomenlicher mug gehalten werden})
Schuldrecht. 249, — Ms och bis her denne etwaz den lulen, die gelt schuldig 20
sint, gar lichtsenft ist gewesen uss ze sweren, die wil si innerhalb den
zechenden gewandeln und bis an die tor gan mochten, davon aber wir
unfrid von den, den man das gelt schuldig war, besorgen m&sten,
darumb haben wir gesetzt, welhen man n& fArbaz mit dem rechten
darz%% bringt von schuld wegen uss ze schweren, daz och der usser halb 26
dez zechenden sin und beliben sol. Sunder h) sol alien unsern burgern,
den denne dieselben uss klagten unser burger schuldig weren, zA in
umb ir schufld] alle ir gerechtikait behalten sin, si darumbe mit
gaisUichen oder welUichen gerichten nach alter irer notdurft zti, be-
kumbern und umb zd triben als lang und als vil, bis si irer schulde 30
von in ane schaden bezalt werden})
a) Die ganae Eintragung itt kreusweise durohitrlohen. Sie ist die Vorlage der rorher-
gehenden.
b) Yon hier an gleiohseitiger Zmats Ton anderer Hand.
*) Vgl. oben n. 186 g.
*) Die Bestimmung flndet sich auch im 2. Gesatzbuch foL 3 a sum
Jahre 1400.
*) Findet sich ebenso im 2, Gesatzbuch fol. 3 b sum Jahre 1400.
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Art. 260-952. 185
2&0. — Wir %) haben och darzH gesetzt, welh frowe sich umb Fol. 83b.
schulde mit ire elichen man ze sdbschollen verbindet oder anthaissig Ausklagen
wirt, oder welh frow ze vai/em kofe sitzt, daz man die selben frown Ton Frauen -
. alle tool uss klagen mag, und daz och die usserhalb dem zechenden sin
5 und beliben sAllen in allem vorgeschriben rechten; und sol und mag
man och die selben frowen und man, die also uss gesworn hetten, an
iren gUten, wa man si ankomen und ergrifen mag, dennoht wol
angrifen und phenden, daz man daran nihtzit frafeln noch ver-
schulden sol. 1 )
10 251. — Wir haben och gesetzt und mit namen versetzet, daz Primiz.
nil fbrbtitz mer dehain priester sin ersten messe hie ze TJlme in unser
frowen pharrkircheti singen sol, denn dez vatter und m&ter ingesessfnjer
burger hie ze TJlme sint oder gewesen weren, ob sie von tod weren
abgegangen. Datum an mentag nach Ulrici anno XIIII' sexto.*)
15 Und h) wan umb sdlichs vil bette an uns Jcommen ist, darumb daz
wir denne deshalp ger&wet beliben und es doch bestannde bi dem, als
vorbegriffen ist, so haben wir gesetzet, daz nieman mer, des vatter
und miter niht ingesessen burger gewesen weren, bitten sol, daz
man in in der egeschriben unser pfarrkirchen singen lasse, und ob
20 deshalp bette von gewaltigen oder ungewaltigen aid von wem das wer
geschdche, so sol doch nieman geweret, sunder die, die also bdten,
darumb gestraufet werden. Actum Georii anno etc. XXXV* .*)
282. — Wir*** der burgermaister und die rdte gross und Fol. 84 a.
klaine der stat ze TJlme haben dem nach gedacht, das in kurtzer zite
25 gar vil erber unser und alter unser richter und rdt ladder von tod
abgegangen und erstorben sint, und unser stat recht und altiu her-
komen wol ingedenk gewesen sint und och gewisst hand, me daz unser
vordern gehalten und gehebt haben; umb das so sien wir gar be-
ratenlich ze somen gesessen und haben ain ander ermant der stuk die
30 liernachgeschriben stand, wie die unser alten bi iren ziten gehalten
haben und haben aigenlich erfunden, daz si die nach unser stat rechte
«) Wahnchelnlioh Hand tod 1806.
b) Yon bier an Zusats Ton Hand Ton 1486.
©) Hand Ton 1408.
') Findet rich ebenso im 2. Geeatzbuch fol. 4 a.
*) 1406 Juli 5.
*) 1485 April 28.
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136 Art 958.
und herkomen ger&wiklich mit gerichte und an rdten also an uns
brackt haben, in aller der wise, so hienach beschaiden ist; und daz
in von nieman dehainerlai infdlle dar in beschehen si; und also setzen
and mainen och wir, die hin f&ro och also ze halten und da bi ze
beliben fiir unser stat recht und git geworihaiL 5
Erbrecht der Bi dem ersten umh das stuk, wa zwai hie ze Dime elichen
Ehegatten. ze somen vermischet und verainet werden mit gedingde, daz si das git
oder gelt, daz si denne ze samen bringent, ez si ligend oder vurent
gilt, uff ainander erben sAllen, alsbald si diu deki bi ainander beslecht
nach wiser stat recht, 1 ) und sich das denne erfindet, ob der man 10
vor der frowen von tod abgegangen ist, daz diu frow denne das git
oder gelt, daz ir denne verschnben ist, nimpt, si haben kind bi
ainander oder niht, und das ob si wil, ainem andern man geben mag.
Daz och denne herwiderumb als billich ir elicher man, ob sin wib
vor im von tod abgieng, das selb git oder gelt, dez si sich gen 15
ainander verschriben hand oder ob der fall besclidch e daz si daz
verschnben tdten, und daz sich mit giter kuntschaft erfund, och
erbe, da sien kind oder niht, und das och ainem andern wibe, ob er
toil geben mag, ane siner kind irrung und widerrede.
Lehen. So haben wir och f&rbaz erfarn, daz unser altvordern d-as 20
stuk, wa ain unser burger oder burger in an irem kinde oder friunde
oder andern personen manns oder frowen namen etwaz verschnben
oder gemachet hat, waz das gewesen ist, uff git, die lehen gewesen
sint, und denne der lehenherre sinen willen und gunst zi dem selben
gemdcht oder gifft gegeben hat, also herbracht haben, daz si allweg 25
da bi beliben sint und von dehain unserm richter nie widertailt noch
von unserm gericht gewiset ward; da bi mainen und willen wir och
beliben als das vor herkomen ist a) *)
Fol. 84b. 953. — Als wir denne vormals versetzet haben, daz wir
Geistliche kainem priester g&nnen wolten, hAser noch andriu ligendiu git in 30
und Grund- unser s f a f noc f l { n uns erm zechenden ze kofent,*) da haben wir sid her
gedacht, daz niht glimpflich noch priesterlich si, daz ain priester
eigentum.
Gnind-
steuern. jdrlich u-ssziech oder bi andern hiten gehus si; umb das so haben wir
») Ei folgt elne total aatradierta Eintragung.
>) Vgl. Freiburger Stadtrodel §§ 25. 26. UB. I p. 10. St.R. von 1275
UB. I n. 24. p. 79.
*) Vgl. oben C. und 201.
») Vgl. oben n. 193 n. 254.
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Art 254. 187
priestern erlobet, daz si attain hdser und dehainerlai andriu ligendiu
git in unser stat wol kofen mugen mit sdlichem unterschide, wer
der ist, der ni firbaz in unser stat Mser priestern ze kofent geben
toil oder welh priester die also kofen wdlt, daz denne die selben kSfe
5 niht beschechen noch macht oder kraft haben sullen, ez si denne, daz
si verschriben und versigelt werden under unser stat gerichtz insigel,
wan unser stettrechner das selb insigel allwegen innehand, und sdllen
och unser stetrechner der selben brief e dehainen oersigeln, es si denne,
daz der selb priester vorhin mit in uberkomen si, waz er uns und der
10 stat davon jdrlich zi ainer gesatzter sture gebe, und wenne denne
diu selb sture in unser stat stirbich zi den gesatzten stAren ver-
schriben wirt, so mugmt die stetrechner die selben kofbriefe denne
wol versigeln und niht ror. Und were daz dardber dehain ander
kof zi gieng oder besc/idch, so setzen und erkenmn wir ietzo, daz
15 diu selben htiser gemainer unser stat nach timer stat frihaiten und
rechten s&Uen verf alien sin, und och aber also, welh priester hxtser
kofte, daz die kainen zins fArbaz daruss verkofen stillen also daz si
das sAllen beliben laussen in der wise, als si das erkoft hand; und
welher daz dberf&r, so sol aber das selb hus der stat verf alien sin in
20 allem vorgeschriben rechten. Sus mainen und wdllen wir die gesetzt,
die wir vormals gen gotzh&sem und gaistlicher liite wegen gesetzet und
gemachet haben an alien andern stuken, die darinne ver griff en sint,
stdt und uncerrukt ze halten. Actum an sant Jdrigen tag anno
domini MCCCC octavo . . *)
25 Und %) wirt och ain ieglich pfunt holler der selben hdser als vil
ir ieglichs wert ist, ze stiur geben jdrlich 4 holler, man stiur oder
stiure niht\ daz och in die vorgenanten kouf brief ntmlich verschriben
und die gesatzt stiure begriffen werden sol, und daz och sdlich kouf brief
allain der statschriber oder aber sin gesworn schriber und nieman
30 anders schribe.
254. — Wir h) die 2 ) burgermeister und grosser und klainer Fol. 85a.
route der statt ze Ulme sien darob gesexsen und hahen ged&cht, wie Testament.
wol unser altfordern vor ziten, als si ordnungen und gesatzte gemachet
hand, wie ?nenglich hie ze Ulme gemdchte tin, und das sin verordnen,
a) Von hier an etwas spaterer Zusats.
b) Neue Hand ron 1482.
*) 1408 April 23. VgL auch n. 254.
*) VgL auch n. 253.
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138 Art 264.
verschaffen, vermachen sSlte, in demselben gesetzte Sch ber&ret h&nd
gaistlich und welilich priester und ander, die wiser burger und in
unser statt gesessen weren, das die dasselb gesetzte Sch pinden sidle
etc,, als das denne dasselb gesetzt in unser statt gesetzt bUch vSllik-
licher begrifet, das das ddruss attain von der pfaffhait wegen untz 5
her unsern richtern mit dem, das ain priester sin selgrdt und ordr
nung verschriben und verordnen wdlte ndch dem selben unserm gesatzte,
der ander durch bublica instrumenta, der dritte under prelaten insigeln,
und ainer ie anders denne der ander, vil irrunge in den urtailen
und rechten begegnet und andern Idten bek&mbern&sse und schaden 10
darinne und dadurch z&gezogen und z& hannden gegangen sind, und
haben dabi Sch firgenomen das gesetzte, das unser vordern vor ziten
uf sdlich frihait und gn&de, die wir von loblicher geddchtnAsse k&nig
Albrecht, RSmischem etc. k&nig haben gemachet und dar ndch ettwie
dik erw&wert hdnd, 1 ) das dehain priester oder gaistlich persone, 16
frowen oder manns nammen, mhxich, nunnen noch nieman andrd gaist-
licher dehain gilt noch nichtzit ddruss, das in unser statt oder in
unserm zehenden gelegen ist, nicht koufen oder an sich Ziehen stillen
in dehain wise, und ob die mit erbschaft an sifielen, das denne die
selben giie alle und iegliche in j&rs friste dem necfisten darnSch gen 20
unsern ingesessen burgern sSlten verkouft werden, umbe das dem
hailigen Romischen riche und uns stiure und dienst davon nicht ent-
zogen werden, und ob das ddrtiber also nicht beschehe, uns verf alien
sin sSlten etc., ndch innhalte desselben gesetzts, das uns das sidher
in gemainem unserm conmun vil nutz brdcht hit und wir davon 26
hinfdr mer frommes wartent sien, und ze beschliessung haben wir be-
trachtet, das wir darndch priestern allein Mser gegunnen haben ze
koufen; doch das denselben hiisem vor, ee si gefertigt werden, stiure
gesetzet und define sSlich kdufe under unser statt gerichts insigel
allain verschriben und die stiuren davon in die selben brief begriffen 30
werden Sch ndch usslutung desselben gesetztes, das wir dieselben ge-
setzte alle priester mid gaistlich Ude antreffmt zesammfassen und
an den artikeln, die uns Wrung bringen mtigen in nutzlich verkerung
verndwen.
Und also berdtenlich mit gemainem r&te bevestnen und bestdtigen 86
wir die selben vorgenanten gesetzte alle und ieglich, als die define an
Fol. 85b. in selb sind und \ verschriben stdnd, das die in alien und ieglichen
iren und ir ieglichs mainungen stuken und begrifungen kreftig und
*) S. oben n. 193 nnd U. Ufc. H, 221. 1300 Juni 17. Auch R. B. n. 266 ff.
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Art 264. 139
n&chtig beliben sillen, ussgmomen der ndchgeschriben stake, die wir
in der forme, als herndch begriffen ist, verkeren, dndern, bessern und
vernAwen, setzen und ordnen nu f&ro vestiklich ze halten.
Bi dem ersten so mainen wir, was priester hie ze Ulme die
5 unser ingesessen gesworn burger sind, in unser statt ordnung undgemdhte
nu f&ro t&n wdllen, das die alle und ir ieglicher beaunder sdlich ir
ordnung besetzen, vollef&ren und t&n sullen mit zwain unsern geswornen
richtern 1 ) oder mer, die sdlich bekantn&sse ddruf t&en als unser
vorder gesetzte ussmset, und wit ainem publico notario das sdlich ge-
10 mdchte und ordnung en verschriben werden under ainem t&tschen instru-
ment, und das dch dehain instrument Sne unser richter, und die
geschriben wurden f dabi unser rihter nicht weren, als vorbegriffen
ist umb dehain solich ordnung noch gemdchte nicht maht noch kraft
haben s&llen ; was aber sdlicher gemdhte und ordnungen iiber priester
15 mit ainem publico notario und zH dem mimten mit zwain unsern
geswornen rihtern mit sdlicher bekantn&sse als vorbegriffen ist, be-
setzet und verschriben werden, die s&llen nach unser statt recht macht
und krafft haben und h&n und von unsern richtern nicht abertailt
werden, doch das si under dehain unser gesatzte nicht stannden oder
20 sagen dne alle gevdrde.
Und umbe das, daz ditz gesetzte hinf&ro dest bos beliben und
bestdn und dest tciriger gesin m&ge, so setzen und ordnen wir f&ro,
das dehain priester oder gaistlich person e dehain ligent g&te in unser
stat und in unserm zehenden gelegen nicht an sich Ziehen, koufen
25 noch dehains wegs an sich bringen sol anders, denne das vorgeschriben
unser gesetzte, das wir ddruff vorgemachet haben, beseit, das dch alle
gaistlich l&te ligende gdte, die si mit erbschaft anfielen und in unser
statt und zehenden gelegen weren, in jdrs friste dennach angrifen
und gen unsern ingesessen burgern verkoufen s&llen,*) dch ndch be-
30 grifunge desselben gesetztes, alles bi pene desselben gesetztes. Beschdhe
aber das, daz weltlich priester und suss nietnan andro sdlich gilt an-
fielen oder an si kdmen, den selben weltlichen priestern mid suss nieman
andro gunnen wir des, ob si sich gen uns als herndch begriffen wirt,
verschriben wdllen; wenne das beschicht, das also ain laipriester zA
35 uns oder f&r unser stettrechner kumpt und sdliche sine gilt verstiuren
wil und darumb &berkumpt der stiure, die er jdrlich davon geben
sol, und och die selb stiure in sdlich \ brief e geschriben wirt, und Fol. 86 a.
*) VgL oben n. 39.
*) Buchhomer Stadtrecht von 1299. Gengler p. 142 § 6.
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140 Art. 966.
sich daruff gen uns mit urkdnden und briefen, die krafft und macht
hdnd, verschribet und verpindet, das er sich mit gemdchten und alien
sachen nfich unser statt gesetzten halten sidle und wdlle, und die g&te
wider unser statt gesetzte, gewonhait und herkomen nicht vermachen
oder verdnndern wdlle, den alien und ieglichen gdnnen wir der selben 5
gute ze besitzen und ze haben nach ains r&ts erkantndsse und tine
alle geodrde. Welcher priester aber des nicht und sich also gen uns
nicht verschriben und verpinden wdlte, gen den alien und ieglichen
mainen wir unsere vordre gesetzte alle und iegliche gantz und gar
in alien iren mainungen, stuken und begrifungen ze halten mit ver- 10
fallen, mit pene und alien dingen, in dem allem und ir ieglichem,
arglist und gevdrde gantz ussgeschaiden. Oeben und geschehen uf
sant Jtrgm tage anno domini etc. M°CCCC m0 vigesimo secundo. 1 )
Fol. 86b. 25&. — Wir %) der burgermaister und der rdte grosser und
Steuerpflicht kleiner der stat ze Vim haben fir uns genomen sdlich frihait und 15
stadtischen gna ^ ^ ie fo r allerdurchldchtigost first und herre hunig Albrecht
Bodens 8 ^*9 € ^ er ** a * *** ^^ me °* hundert jaren gegeben und getan hat und
der selb brief e von wort ze wort also geschriben stat:
Urkunde Wir Albrecht von Gots gnaden Bdmischer hung, zA alien
Albrechte. z iten merer dez richs } enbieten alien dez hailigen Rdmischen richs 20
getruwen, di diesen briefe ansehen werdent f unser gnade und allez
gAt. Wir wdllen, ordnen und kUnden mit lutung ditz briefs, daz
alliu g&ter, die gelegen sind in dem zechenden und gericht der stat
ze Ulme, die von alter her gewonlich dienst und stiure geben hand,
das och die nti, fdrbaz hin dienst und stiure geben und gebunden 25
sien ze geben, si fallen gaistlich lid an oder ander, wer die sint.
Were also, daz etwer in ainen gaistlichen orden fure oder sin
erben oder friund und siniu gtlter also verschuf oder zd f>e
ainem semliclien orden durch dez witten, daz er also in den orden
gefarn were oder durch Gots tvillen, so sullen dieselben gUtt in 30
jars frist darnach den burgern ze Ulme faile gebotten werden also,
daz wir und das rich der stiure von den selben giten icht berobt
werden; sunder were, daz dehain burger oder burgerin, wer der oder
die weren, von den vorbenempten g&ten gaistlichen lAten oder fleken
durch ir sele hails und geluks toiUen ichtzit verschiifen, die selben 35
a) Hand ron 1896.
*) 1422 April 28.
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Art 256-267. 141
gUt siUlen och den vorgeschriben burgern vail gebotten und in ze
kofent gegeben werden; geschdch aber dez niht, so mag diu gemaind
der stat ze Ulrne von unsern k&nglichen gewalt die selben g&t an sich
ziechen und in die han als ander ir aigen gilt. Dor z& legen und
5 wdllen wir och, were daz diu gAt, die ietzo usserhalb der stiur ge-
legen sind, in die stiur kdmen von erbs, von ho fends wegen oder
suss von endrung wegen, daz och die derm die stiure emklich geben
sAllen als andriu gilt; und dez ze ainer redlichen ziugnAss und sicher-
hait haben wir disen brief e haissen geschriben werden und versorgen
10 mit unser maiestat insigel, der geben ward ze Zurich do man zalt
von Grists gebArt driutzechenhundert in der dritzehenden indicion,
unserm rich in dem andem fare etc. 1 )
256. — Mit dem selben vorgenanten brief e er sdlich infdlle
und br&ch, die uns biz her beschehen sint, und hie fArjnoch grdsslich
15 mderfarn und beschehen mochten, ob wir daz niht fArkomen hetten,
gar wislich besinnet und bedacht hat, umb das und och, wan uns diu
vorgenant frihait und gnade mit andem unsem frihaiten und gnaden
von unsern herren, sinen nachkomenden an dem rich, Rdmischen kaisern
und JcA?igen bestdtiget und confirmiert sint, so sien wir gar beraten-
20 lich in unsern rdten Aber die sach gesezzen und haben nach under-
wisung erber wiser lAte sdlich ordnung und gesetzt als hernach ge~
schriben stat, gar fArsichtiklich gesetzt und getan umb da*, daz wir
da mit, ob Oot wil, hAnftigen gebrechen und grossen schaden, der uns
und unsern nachkomen da von uferstan und gewahsen mdcht, wenden
25 und fArkomen wdllen.
257. — Und also bi dem ersten, so haben wir uns erkent, Fol. 87 a.
und setzen und ordnen och das, daz nil fArbaz mer dehain unser Verbot der
burger noch burgerin, er si alt oder jung, gaistlich oder weltlich per- Ver £^ un g
sone oder me die genant oder gehaissen sint, dehainen gotzhAsern Grund d
30 noch altaren, si sien gelegen in unser stat oder usserhalb unser ^^Bodensandie
noch weder in der samnunge,** noch in das spitale noch in den win- tote Hand.
kelr noch weder den richen noch den armen siechen noch denfunden
kinden noch gemainlich dehainen gaistlichen personen, es sien pfaffen,
winch, nAnnen, inwendig noch usswenddg unser stat gesezzen, dehainer-
85 lai ligendiu gtit, die in unser stat oder in unsern zechenden gelegen
a) Die letsten 8 Wort* •tohen auf Batur.
*) 1800. Vgl. nben 193 und 264 ff. und U. XJB. II, 221. 1800. Jnni 17.
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142 Art. 258.
tint, noch nihteit uss denselben g&ten weder ze zins, ze lipding noch
in ander sack weder ze selgerdt noch suss ze aigenschaft niht geben,
ordnen noch schaffm sullen, und sdllen och in die niht ze kofent
geben noch nihtz daiwss ussgenofmen] a) allain an [unser] f row [en]
buwe, darumb, daz dem hailigen rich noch uns die stiur und dienst 5
da von icht undergangen und nidergedruht werden. Were aber, ob
das dehain miser burger oder burgerin nil f&rbaz fiber/ire, so tnainen
und setzen och wir, das denne alle sdlich gilt gemainer unser stat ze
rechtem aigen verf alien sien nach dez vorgenanten unsers frihait briefs
lut und sag, und gebieten darumb alien unsern richtern, die ietzo 10
sint, oder in k&nftigen ziten von uns gesetzt werden, daz. ir dehainer
sdlicher gemdcht und gesetzt niht gedenker sin sidle noch das mit im
besetzen lauss noch daz ir dehainer kainen gedenkbriefe inneme oder
sdlich briefe besiglen bi den geUpten und aiden, die si dem gericht
und uns getan hand. Were aber ob ir dehainer das dar&her tdt von 15
vergessenhait wegen oder wie sich das f>e, so setzen und erkennen
wir doch ietzo, daz das dennoht weder macht noch krafft haben sol,
und daz alliu sdlichiu gilt uns und gemainer unser stat sullen ver-
f alien sin in alien vorgeschriben rechten. Were aber, ob dehain wiser
burger, er were gaistlich oder weltlich, sdlich selgerdt, ordnung, koj 20
oder gemdcht setzen, geben oder tin wilt, das mag ain ieglich unset
burger oder burgerin wol tin mit gAten oder uss g&ten, die usserhalb
unser stat oder usserhalb unser stat zechenden gelegen sint, und daran
stillen si von uns gentzlich ungeirret und unbektimbeii sin und beliben
in alleweg. 25
Mease- 288* — Dar zi haben wir f&rbaz s&licheti sachen nachgedacht,
attftungen. alz ietzo etwieviel vergangen zit etwievil messan in unser stat baidiu
ze der pfarre, zA dem spital und anderswa hie gewidempt und ge-
stiftet sint, dieselben messan aber ladder mit jdrlicher gilt als wol
niht begabet noch versorgt sind, daz sich dehain erber priester der 30
nktz der selben mess began mag, und daz s6lich priester als ordenlich
niht lebent noch sich gehalten mugen als Got und priesterlicher wir-
dikait zti gehdrt; umb das und och daz wir hie f&r dest erber gelert
Fol. 87b. priesterschaft, dadurch Got gelopt mug werden, | gehaben mugen, so
haben wir ietzo gesetzt, daz nil j&rbaz mer dehain unser burger noch 35
nieman anders dehain mess in tmser stat weder in unser pjarre noch
enhalb velds noch weder z& dem spital noch in dehainen andeffi
a) Von „tisgenoin6ii" bit „bnwe B ist am Band* nachgetragen.
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Art 269—260. 143
cldstem noch capellen hie ze Ulme dehain mess** widmen noch stiff ten
sol, denne daz er zA dem minsten zwen und dris9%g h) g&ter Rinischer
guldin jdrlicher gMt daran geben und vermachen sol uss silichen g&ten
gutern, die das wol vollrichten und ertragen mugen ane alle geverde.
5 Und sol das aber beschehen uss g&ten, die zti. c) dem minsten ain mile
und nikt ndher von unset stat 0) gelegen sind, in der wis als vorbe-
schaiden ist und oeh bi der pene als vorgeschriben stat; dar z& sol
ain ieglicher, der n£ firbaz sdlich messan in miser stat widmen und
och stifften toil, zik der vorgeschriben jdrliehen gilt an die selben mess
10 voran och kofen und (und) machen messb&ch, messgewand und kelch
und d) haben ouch uf das ouch gesetzet, das dehain unser richter
nichtzit anders versigeln noch mit im besetzen laussen sol, denne in
der wise, so vorgeschriben stat; und wa das dariber bescheche, das
sol aber weder macht noch craft haben noch gewinnen. Das beschache
16 an dem nehsten zinstag vor Martini anno domini M°CCCC° quinto. 1 )
259. — Van** zinslehen wegen.** Fol. 88 a.
Und*) wan bis her grossiu klage gewesen ist von armen tmdAbltJsung von
von richen von der zinslehen wegen, daz nietnan wiste, wie man ^cA Qrundzm8en -
darinne halten sdlte, umbe das so hat der rate grosser und klainer,
20 wan in die gantz gemainde des gewalt gegeben hat, ain sdlich ordr
dnung und gesetzte dar&ber gemachet und getan in aller der wise als
hernach geschriben stat, und ist das also:
260. — Wer der were, der ain zinslehen hie ze Ulme in der Erzins und
stat oder in dem zehenden hette, es weren k&ser, stddel, kramen, Afterzins.
26 garten, wismeder oder dker und der das uf geben und niht mer haben
wilt, toil denne der oder die persone, dem der erzins dar uss gat, das-
selb g&te und zinslehen zil sinen handen nemen und Ziehen, das mag
er wol t&n, als fore daz er die afterzinse, die dar uss gand t richt
und bezale; wilt aber der, dem der erzins dar uss gat, das zinslehen
a) Diete beiden Worte Bind •piter auiradiert.
b) Die Zahl stent anf Basur.
e) Yon „su— •tat" ist auf Batnr naehgetragen.
d) Von bier an Nacntrag derselben etwas spateren Hand, die die oben Teraelohneten
Baanren besenrieben bat.
e) Hand Ton 1407.
I) Am Bande stent: ,fah an."
') 1406 November 10.
•) Vgl. oben 186. 187. 188. 190.
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144 Art 261-2W2.
zfk sinen handen niht nemen, toil denne der oder diu persone, der der
erst afterzins daruss gat, das zti, sinen handen nemen, der mag das
aber wol gettin, abet also, daz er den erenzinse und och die andern
afterzinse, ob mer afterzinse daruss giengen, richt und gebe; were aber
das der oder die persone, den der erst afterzins daruss gieng t das 5
och niht t&n wdlten, wdlten define der oder die, den der nehst afterzinse
darnaeh daruss gieng, also daz allweg der eltest afterzinse vorgan sol,
dasselb zinslehen uf nemen, die mugen das och wol getiln in allem
vorgeschriben rechten, als ferre daz si alle zinse, alt und niu daruss
richten und geben. Welher aber under afterzinsen, die nach dem 10
ersten afterzinse gemachet sind, das zinslehen nit uf nemen wdlten,
ob es der erzins oder der erst afterzinse vor hetten lassen fiirgan,
die selben nachgenden afterzitise silten iriu recht an dem selben zins-
lehen verlorn han, daz man in darum nichtzit mer schuldig were ze
richten noch ze geben. Und mdcht denne der erzins dasselb zinslehen 15
wol zti sinen handen Ziehen, als ferre, daz er den ersten afterzins daruss
gdbe; w6lt aber der erzinse das niht t&n, so mdcht es der erst after-
zins t&n, als ferre daz er den erenzins daruss gdbe; tvilt aber der
erste afterzins das och nit t'&n, so sol es dem eren zinse beliben, also
daz der erst afterzins siniu recht daran och sol verlorn han in allem 20
vorgeschriben rechten. Dock ist des rats mainung, daz disiu gesetzt
nieman binden sol, denne unser burger und simlich personen, fiber
die wir ze gebietent haben, si sien denne gaistlich oder weltlich; das
beschach uf sant Ambrosien tag anno domini M°CCCC° septimo. 1 )
Schfidigung 261. — Were aber ieman der sSlichiu zinslehen hett, d-er die 25
des Zinsgutes.^ w&stlich handlote oder die als gevarlich zergan liess, daz man
wol empfunde, daz der davon schaiden wolt, wenne es im nit mer nutz-
lich were, so mag der oder die, den der zinse darns gat, das wol an
ainen rate bringen, und erfindt denne der rate sdlich gevarlich sack,
der mag denne disen wol haissen daruss Ziehen oder davon faren und 30
mag den dewnoht strafen darumb nach d#m und ain rate erfindt, daz
der gefarn habe. Datum ut supra. 1 )
262. Weres** och, ob ieman uf gtiie, die in unsenn zechen-
den gelegen sind, ichtzit anders verschribe aid die sache in anderm
a) Yon hier ad Zasati ron andarar, •pfcterer Hand am Bande, tettwajta abflasclniitten.
f ) 1407 April 4.
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Art. 268—264. 145
Hchine begriffe aid dar satzte, es were in kaufs wise oder daz er
oder sin erben uf den zinse ge . . . sin sdlten, das sol nichtzit
mr . . . a)
263. — Der h) burgermaister und grosser und klainer rate Fol. 88b.
5 der stat ze Ulme hand filr sich genomen die gewonhait, die ietzo Stadtverbot.
eiwieviel zits gewesen ist, daz simlich tide, den die stat verbotten ist,
oder die suss in anser stat niht komen solten, mit f&rsten und herren,
wenne die hergeritten sind, ingeloffen sind und sich an die gehenket
hand, daz niht sin sol und och von alter also her niht komen ist,
10 wan sich der rate darumb wol erfaren hat, daz simlich lite mit
nieman hie inlofen stillen, denne mit ainem Bdmischen kaiser oder
k&nig, wenne der zfi dem ersten male hie ze Ulme inrit und fiirbas
aber niht mer; und darumb so hat der rate gesetzet, welich die weren,
die'ftirbas also mit andern f&rsten oder herren hie ze Ulme inritten,
15 mfiren, irUuffen oder sich an die selben herren hankten, daz die selben
alle, als bald die herren wider ussritent, von miser stat wider Ziehen
xullen und sullen fiirbas ewiklich in unser stat noch in unsem zehen-
den nimer mer komen; und wa wir si dar&ber darinne ergriffen,
so wdllen wir si filr uberseit und fur vertailt tide haben. 1 )
20 264:. — Als och denne der rate bis her d#n gotzhfisern und Pfleger
gaistlichen luten, die d#r stat zS gehdrent und ze versprechen stand, geiatlicher
erlopt hat, pfleger ze nemtn in dem rate, da durch der rate ze vil V^r^ .
und ze vast bek&mbert worden ist, umbe das hat der rate dasselb
abgenomen, daz si fiirbas ir dehainen pfleger uss dem rate lassen
25 w6llen; wol mug en die selben, ob si des bedurfent, fhrmunde oder
pfleger nemen usserhalb des rats, ussgenomen des spitals und des win-
kelrs, der fundnen kinde, der richen und der armen siechen, die toil
man lassen beliben bi der geivonhait, als das von alter bis her komen
ist Actum in die beati Ambrosii anno etc. VII mo .^ ,£ )
a) Der Beit let abgeeehaittea.
b) Be kehrt die vorige Hand too 1407 wieder.
o) Fol. 89 a itt unbetchrieben.
*) Vgl. dazu Jager, Ulm p. 312. Osenbruggen, Alam. Strafrecht p. 193.
194 § 86.
*) 1407 April 4.
Wflrtt. Geschlchtequellen VIII. 10
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146 Art. 265—266.
Fol. 89b. 263. — Wir** der burgermaister und der rate grosser und
Fahren aus clainer der stat ze Ulme haben gedacht an sdlich wandelberkait, die
einer Zunft vor z ^ ien un( j er wiwmi zihiften gewesen sint, daz vil erber wolhabender
' lAt uss airier zunft in die andem geme gefam weren, davon ettvievil
unser z&nftan gar bloss ze jungst an wisen l&ten bestandsn und be- 5
liben weren, und darunib och tcir vormals ze rat worden sien, daz
das niht mer sin s6lt, denn mit urlobe aim burgertnaisters und dez
merentails dez rats hie ze Ulme, und wan wir desselben mats das
niht verschriben hiessen, so sien wir w& ze rat worden, daz wir das
ztt ainem geschriben gesetzte in unser stat b&ch gesetzet und gemachet 10
haben also, daz wir mainen, setzen und och wdllen, daz dehain unser
burger und burgeHn, in welher zunft die sint,. uss ir zunft in dehain
ander h) zunft far en sol in dehainen weg; were aber, ob dehain unser
burger oder burgerin gebresten in irer zunft hetten, oder in sdlich sach
zi fielen, wie die genant oder gehaissen weren, daz si nit mainten oder 15
in f&glich were, fArbaz in irer zunft ze beliben, das sdllen der oder
die selben an ainen burgemiaister und rat ze Ulme bringen und den
sdlich ir handlung und gebrechen fAr legen und ze erkennent geben;
und wez sich denn der burgemiaister und der rat oder ir der
mertail darumb erkennent, ob der oder die selben in ir zunft beliben 20
sillen oder in am ander faren, da bi sol es beliben Es sAllen och alle
tvitwen in der zunft beliben, dar inn ir elich man gewesen sint, alle
die wile si unverendert an witwen st&le sitzent; doch setzen wir in
diser gesetzt uss, ob das were, d-az dehain miser burger oder burgerin,
die in ainer zunft weren, iriu kind ain antwerk ainer andem zunfte 25
leren tcdlten, daz das ain ieglich unser burger odtr burgeHn tun
mugent und daz och die selben iriu kind in derselben zunft, dei- ant-
iverk si lenient, beliben sAllen unengolten diser gesetzt. Were och
ob ieman siniu kind verhilachen wdlt in ain ander zunft oder under
die burger, daz si disiu gesetzt dar an nihtz hindem noch irren sol, 30
denne daz iederman das irol t&n mag als das von alter biz her komen
ist. Das beschach an fritag vor Letare anno etc. quadringentesimo
tei'cio etc. 1 )
Fol. 90 a. 266. — Wan 0) von jungen torochten oder liederlichen Mten
Kuratel. ainstails von jugend torhait oder unverstandenhait wegen und e das 35
a) Hand Ton 1403.
b) Stent anf B&tur.
e) Hand von 1431.
«) 1408 Marz 23. Vgl. R. B. n. 245. 281. Vgl. auch Ziir. Stadtbttcher III,
86. 1414. 70. 1420.
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Art. 267. 147
**i wissen oder verstannden, was Abel oder gilt si, och ettliclis tails von
den, so darzA koment, das si 'Abel und gilt wol merkent und verstand
von Hederlichs irs gemots wegen fArgenomen werden sollich sachen,
damit si ane nutze oder notdurft wider Got und recht umb das ir
"5 koment wAstiklich, und sich selb darzA bringent, das si in aimUt
fallen und underwilen unbillich unzimlich sachen fAr hande nemtn
miissen, iren friunden ze schannden, laster und schmachait etc. Und
wann in ainem ieglichen conmun von den, die denne dent gemainem
volke und iren undertan vor sin sillen, billich fArgenomen und be-
10 dacht wirt, was richen und armen, jungen und alten das nutzlichoste
und beliplichoste wesen mag, darumb sind die btirgermaister und
grosser und klainer rate der statt ze JJlme uber die sache gesessen
und sind durch irs volkes nutzlichosten und beliplichosteti wegen ze
rate worden und hand gesetzet nil fAro vestiklich ze halten, also wa
H5 nA hinnenhin ieman ungeratner, in wellichem stat oder wesen der
oder die weren, f&rndmen ir unger&tenhait oder unbillich, unzimlich
unfAre zu haben aid zA triben, so bdrlich das ir ains aigen geborn
friunde missf alien ab sollichem hetten oder gewunnen, wa oder wenne
das beschdhe aid wie das z& gienge, wenne denn ir ieglichs geborn
•20 friunde das ainetn rate hie ze JJlme ftirbringent, klagent und sagent,
begerende, das in in sdllichem ze hilfe und zA statten komen werde,
wa denne am rate kuntlich und redlich schulde oder warhait befindet,
da sol den friunden gegunnen und erlopt toerden, ainen ieglichen
sillichen ungeraten ze haimen, ze versorgen und von den n&tzen sins
Sb guts ze f&ren und also in gAter versorgn&sse ze halten als lang untz
man bessrung an ir iedem bekennet; umbe das, das sdllich ungeraten
Ude dest fAro gelusten werde, bi dem iren ze beliben. Geben und
beschehen uf fritag vor sant Katherinen der hailigen junkfrowen
tag anno domini etc. millesimo quadringentesimo tricesimo primo.*) 1 )
:S0 267. — DasV mMwerk. Fol. 91b.
Wir der burgermaister und grosser und clainer rate dei' stat Mtthlwesen.
ze Ulme sien darob gesezzen, als biz her vast rede gewesen ist, daz
den Idten in den mMlinen niht recht beschdch und das ir nit vol-
komenlich wider wurd, das ze fArkomen und och daz die miller dest
:36 unargw&niger sien und beliben, so sien wir ze rat worden und haben
a) Fol. 90 b and 91a sind nnbesotarieben.
b) Hand von 1408.
*) 1431 November 23. Vgl. Augsburger Stadtbuch Art. 100.
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148 Art. 267.
nach gOtier undvrwimng, die wir in andem steten erfarn haben r
gesetzt daz nti. furbaz mer dehain miser burger noch burgerin hie
ze Ulme oder wer hie bi uns sezzhaft ist, imd iiber die wir ze ge-
bieten haben, dehain korn, daz si malen wdllen, in die millin hie
mer schiken sullen, denne daz vor an der wage gewegen ist, und 5>
sol och das mele herwiderumb bi der wage och empfahen mit sdlichem
underschide: wer roggen dar in schikt, waz ain immi denne wigt, dar an
sol man ftir den m&llmetzen sechsthalb pfunt, so das her wider uss ger>
wegen wirt, an dvm mele abslahen; dar zu sol man an ainem immi
roggen, daz gemaln wirt ungebitelt, fir verlornen stob zwai pfunt 10
och abslahen; were aber, daz man das in d*r millin bitelti, so sol
man a ins pfunds mer abslahen; also wenn em immi roggen in der
millin gemalen und gebitelt wirt, so sol man fur verloren stob driu
pfund abslahen. Und also ze glicher wis bestat es umb kern aid
umb roggen, wan wir das also ussgewegen and ussgemessen haben. is>
So haben wir denne gesetzt umb vesen, wenn man die gdrwet,
daz man denn spriwer und kern mit ain ander wider wegen sol, und
sol man an der gdrwi an ainem ieglichen immi fir verlornen stob zwai
pfunt an der wag abslaJien.
Ffirbaz haben wir gesetzt von der gersten wegen, daz man an 20
ainem ieglichen immi f&r den mullmetzen f&nf phunt abslahen sol und
an dem malen f&r verlornen stob ain phunt.
Und welher oder welh wiser burger oder burgerin hie ze Ulme
und Mer die wir ze gebieten haben, daz an der wag in die miillin
nit wdgen und herwideniss an der wag also nit empfiengen, der ieglichs 25-
sol von ieglichem immi zwen schilling hatter ze pene verf alien sin, und
ain ieglicher miller, der das also nit heruss wegen wilt, von ainem
ieglichem immi och zwen schilling hatter.
Und waz och also an der wage zernuie, das sol ain ieglicher
miller erfellen. Doch nemen wir dar inne uss alle beken hie ze Ulme, 80*
daz die das wegen mugen, ob si wend oder under wegen lassen, wedres
in denn f&glicher ist.
Und also wirt man von ebiem ieglichen immi kerns, roggen und
gersten geben ze wegen uss mid in ainen hatter, und von zwain inmri
vesen uss und in och ainen hatter. 35.
Fol. 92 a. Beschdch aber das, dez Got nit enwelle, daz dehain miller in
sdlicher mass missmule oder vermischU oder anders damit tdt, define
er sdlt, daz sich kuntlich erfinde, daz er damit gevarlieh od-er un-
redlich gefarn hett, den mag ein rat darzil strafen und bissen nach
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Art. 268-269. 149
•dem und er die sack erf&nd oder erfert, daz die gros oder Main an
ir selb ist. Actum in die sancti Georii anno domini millesimo qua-
dringentesimo tercio. 1 )
268. — Wir*) dev 2 ) burgermaister und der rate grosser undM\\\\\enwe*eu.
3 klainer der stat ze Ulme bekennen, als wir vormals ain ordnung hie
ze Ulm in den mulinen gemachet haben, daz man kain kom, daz
man hie malen wil, darin nit f&ren sol, es si denne vor gewegen,
und daz melwe, daz daruss gemalen wirt, widerumb och gewegen. Ah
denne sdlich unser ordnung und gesetzte vormals gar aigenlich in
10 unser stat buch verschriben ist, denne daz wir w& den mullem, hant-
knechten und eseltribern, die da$ antwerk mit der hande wiirkent und
iribent, erlobt haben, wax si in selb und iren kinden und husgesind
bediirfent ze bruchen zti iretn munde, daz si das wot ungewegen malen
mugent, und wan tins beducht und och das gar aigenlich erfunden
16 ward, das din selb unser ordnung, ah wir die vonnals gesetzet und
gemachet haben, ah redlich nit zugan wolt, als wir und unser burger
notdurftig waren von des wegen, daz in dem merentaile der mulinen
hie ze vil midler waren, die taile und gemain damn hetten, und die
man alle f&ren m&st ; umbe das so sien wir gar beratenlich in unsern
-20 rdten dardber gesessen und haben mit willen und wissen der gantzen
gemainde hie ze Ulme gesetzet und geordnet, daz ain ieglichiu mAlin
hie ze Ulme firbas mer ewiklich nit mer denne ainen m Alter haben
sol, der den metzen netne; und der selb miller sol haben ainen hanU
knecht tend anven eseltriber, und sAllen die alle dri vor dem rate hie
25 ze Ulme oder aber vor den stettrechnern, ob der rat die fir die
stettrechner wiset, sweren gelert aide zSl den hailigen mit ufgebottnen
vingern alles das getritdicJien ze haltent, ze laistent und ze voile-
ffirent, das hernachgeschriben stat.
269* - Bi dem erst en sol der hantknecht sweren ein gemainer Handknecht
30 knecht ze sind, ieder man das sin getriulich ze versorgent, dem mMler
sinen metzen ze gebent und suss iederman das sin wider ze anticurtent
ane alle geverde; teas aber daniber iemant an der wage des mien
a) Neue Hand.
') 1403 April 23. Vgl. 268 ff.
*) Vgl. 267.
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150 Art. 270—273.
abgat und gebristet, das sol der miller, der den metzen nimpt, uss-
richteti und bezalen, wan och der den stoub und den gaftzen, d&r
in der miilin belibt, innimpt und empfaeht.
Fol. 92b. 270. — So sol denne der miller, der den metzen nimpt, ob
Mailer und er selb in der milin ist und die milin selb verwiset und ob er die
Eselknecht. 8e ^ n ^ verwese, sin z&muller zu* im und darzil der eseltriber och
sweren gelert aide getriulich, redlich und ungeverlich mit der lit gfite
umb ze gand und das ze versorgent, daz iederman glich und recht
beschech ane alle argliste und geverdt.
Mullereid. 271. — Und a Is dik och in ainer ieglichen milin hie ze Ulme io
am endrung und verkerung an millern, ziimillem, hantknechten
oder eseltribem beschicht, so sillen allwegen die selben, die also dar zu
koment, fir burgermaister und rdte komen oder aber fir die stett-
rechner, ob si von dem rate fir die gewiset wurden, und da sweren
gelert aide in oiler der wise, so vorgeschriben stat, und sillen och u>
mit namen die, die davon komen und tretten wurden, der sache bi
den aiden nit abstan, es si denne, daz die, die an ir stat konient,
vorhin gesworn haben ane alle geverde alles des, dez sich die vordrigen
verpunden und gesworn hand,
(ieeichte 272. — Were aber, ob ir dehainer enweg luffe, so sullen der 20
Maasso. recht miller und der z&miller uff die aide, die si gesworn hand, das
mit andern versorgen und fir den rate bringen ze swerent als vor-
geschriben stat, und daz och si metzen und halbmetzen und vierdling
haben, die geichet und beschlagen sien, und sillen die gestrichen nemen
mit ainer strichen und niht gehvfet. 25>
/Miillerzunft. 273. — So haben wir denne firbas gesetzet, weUch unser
burger hie ze Ulme sind, es sien frowen oder man, die uff hiut den
tag milinen hie hand oder die firbas in kinftigen ziten erkoufent,
erbent oder an sich bringent, wie sich das fdgt, si sien von den bur-
gern oder uss den zinften und die den metzen nemen wend, daz och 30?
die selben alle in der miller zunftfaren und in der selben zunft sin
sillent, doch mit silichem under schid, wenne der selben ieglichem dar-
nach fiiglich tcurd oder were, die selben milin wider ze verkoufent,
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Art. 274—275. 151
daz si och denne wol usser der mdller zunft under die burger, ob si
vor under den burgern gewesen. weren oder wider in die zunft, dar-
inne ieglicher denne vor gewesen ist, farm mugen; also dock, daz
si der selben zunft, darin si denne farn wurden oder wdlten, iriu
5 recht geben und tdn sdllen. 1 )
274. — Und umbe das, daz die mdlinen hie dest basin eren Miihlenzinse.
beliben und bestan mugen und iederman darinne dest glichers wider-
far, und dest minder ze unrecht abgenomen werde, so haben wir
gesetzet, daz ain ieglichiu mdlin hie ze Ulme nd fdrbas mer beliben
10 und bestan sol bi der gdlte und zinsen, die uff hiut den tag daruss
gand und als die mit namen hie nach aigenlich verschriben sint; und
daz dordber n& fdrbas mer ewiklich uss ir dehainer dehainerlai gdlt
noch zinse niht mer verkoufet, versetzet noch dehains wegs sol ver-
kdmbert werden an dehainerschlacht sachen, wie man die erdenhen
15 oder genennen mdcht, denne daz die selben mulinen atte und ir ieg-
lichiu besunder fdrbas mer beliben sol bi den zinsen, die uff hiut
den tag daruss gand und als vorgeschriben stat; und wa dardber uss
ir dehainer ichtzit fdrbas verkoufet, versetzet oder verkdmbert wurd
dasselb alles sol der gemainen stat hie ze Dime verf alien sin und
20 sdllen dennocht die selben, die das also hingegeben, versetzet, verkoufet
oder verkdmbert hetten und och die, die das also an sich gezogen
und bracht hetten, darumb gebessert und gestraufet werden nach dent,
als sich denne ain rate hie ze Ulme erkennet, daz si da mit verschult
haben.
25 275. — iVt?») sind das die zinse, die uff hiut den tag uss den Fol. 93 a.
mulinen gand. Mtihlenzinse.
Des ersten uss Achams mdlin gat der Brdstinerin 23 immi kerns,
23 immi roggen, 4 ft hotter der stat werung. Item den Stdbenhabern
7 immi kerns, 7 immi roggen, 13 s. den. und in baiden 3 mdiliu schdns
30 nieltces.
Item uss Wirtembergs mdlin gat 44 immi, halbs roggen und halbs
kern, 5 ft den. 3 mdiliu schdns melwes, 5 bom ze schniden und 5 s.
hatter; sant Gilgen 5 s. hatter und zd dem hailigen crdtz 20 den.
a) Am Rande: fah an.
*) Vgl. Zuricher Stadtbticher in, 66 und rotes Buch 185 c.
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152 Art. 276.
Item uss Thomas von Memmingen midin gat 60 immi, halbs kern
und halbs roggen, 6 nv&tliu schdns melwes und 5 ft den. ; so gat wider
darin lit 15 s. den. und ain herbsthtin.
Item uss Clausen Frispachs midin gat 52 immi, halbs roggen und
halbs kern, und 2 & den. 5
Item uss maister Jacobs mulin gat 60 immi, halbs roggen und
halbs kern, 2 immi schdns melwes, und dst 2 swin von sant Michels
tag 1 ) bis ze unser frowen tag liechtmiss*) oder git 3 ft haller da fiir;
13 ft den. und 1 ft haUer fir bom schnidsn.
Item uss Haintzen Hiiglins midin gat 52 immi, halbs kern und 10
halbs roggen.
Item uss Chftntzen Gudlers midin gat 52 immi, halbs kern und
halbs rogen, 3 miitliu schdns melwes mid 1 ft haller.
Item uss Hansen Mampfen midin gat 32 immi, halbs kern und
halbs roggen, 3 miitliu schdns melwes, 1 ft Ulmischer und sol ain 15
swin dssen.
Item uss Burkarts midin gat 58 immi, halbs roggen und halbs
kern, 3 miitliu schdns melwes und 5 ff den.
Item uss des WitHngers midin gat 52 immi, halbs kern und halbs
roggen, 3 mtitliu schdns melwes und 1 ft haller. 20
Item uss Haintzen Kopfhusers midin gat blrich Gossolten 20
immi kern, 20 immi roggen. Item dem Tischinger 6 ft 13 s. 4 haller
und dst im zwai swin, ains von sant Jdrgen tag 9 ) bis sant Martins
tag 4 ) und das ander von sant Michels tag 5 ) bis zil dem obrosten,*)
3 miitliu schdns melwes, und dem pfaffen zil alien hailigen 1 ) von 25
dem ingang ab der stmninbrugg und von dem zdsatz darunder
10 s. den.
Pol. 93b. 276. — Wir*> der burgermaister und der rate grosser und
Bur^erreclit. clainer der stat ze TJlme haben fiir uns genomen daz gesetzt, dez
icir vonnals mit der gantzen gemainde iiber ain komen waren von dez 30
a) Hand von 1403.
*) Sept. 29.
*) Februar 2.
*) April 23.
*) November 11.
6 ) September 29.
a ) Januar 6.
7 ) November 1.
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Art. 277—278. 153
burgerrechtz uegen z& verlihen, 1 ) daz das etwaz zi swdr waz; umb
das, so haben wir aber mit willen und wissen der gawtzen gemainde
die selben gesetzte verkert und verendert in oiler der wis, als hernach
gescfiriben stat, und ist d-em aiso: wer nil fiirbaz mer von ussluten,
5 si sien uss andern stetten oder ab dem lande, dez burgerrechtz hie be-
gert, daz man der dshainen ze burger in nemen noch emphahen sol,
denne daz der vorhin geben sol zwen git Rinisch guldin umb ain
armbrost, und sol darzi stveren mid verb&rgen zechen gantziu jar,
die nehsten nach ainander daz burgerrecht ze halten und ieglichs jars
10 besunder in den zechen jaren uff sant Martins tag*) ungeverlich zwen
guldin ze stiure ze geben. Wdr aber, ob der selb nter gitz hett, denne
die zwen guldin mit stiure ertragen mdchten, das selb iibrig sin git
sol er darzi dennocht verstiuren und verdienen als ander burger hie
ungeverlich, und sol och darzi ir ieglicher der stat hie ze Dime
15 ivarten mit ainem harnesch, also doch t ob sich ain rat hie ze Ulme
gemainlich oder mit dem mertail erkennt, daz der oder die selben, die
dez burgerrechtz begerent, inzenemen sien oder nicht, und wenn sich
dez ain rat erkennt, daz man die in nemen sAlle, so sol man den
dmnocht alle alt sachen uss setzen in oiler der mass, als man
20 von alter getan hat und wir gefriet und Jierkomen sien ane alle
geverde.
277. — Darzi haben wir gesetzet, daz dtJiain zunftmaister Zunft- und
noch zunft hie ze Ulme nieman jremden ir zunfte )uM lihen sullen, Burgerrecht.
es si denn, daz der oder die selben das burgerrecht vor etnphangen
25 haben, und welhiu zunft das uberjur, die sol darumb der stat zechen
guldin verf alien sin mid sol dsnnoht das selb verlihen weder kraft
noch macht han?)
278. — Wir haben och fivrbaz gesetzt, daz dehain zunft hie Kosten der
ze Ulme ir zunftrecht niht tiuro noch ndher lihen sullen d-enn umb Erwerbung
SO vier Rinisch guldin. des Zunft "
rechts.
«) Vgl. oben 139. 140. 282.
*) November 11.
«) Vgl. oben 199.
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154 Art 279—281.
Fol. 94a. 279* — Firbaz sien wir fiber ain komen, wdr, ob w9l firbaz mer
Kosten der ieman fremder, er were uss andern stetten oder ab dem lande, oder
Verkhung j ainer hie in wiser stat gedient hett, der z& ain unsers ingesessen
recht und ^ ur 9 er8 tochter oder witwen elichen gestiess, dass der selb denn nit halbs
Zunftrecht burgerrecht und attain der selben zunftrecht geben sol, dar inn din selb &
an solche tochter oder witwe gewesen ist, und sol den andern halbtail dez
Fremde, die burg err echiz und der selben zunfte, dar inne die gewesen sint, von
erne Burger- unsers burgers tochter oder witwen wegen umb suss haben, also doch
Witwe un< ^ m ** ^ er beschaidenhait, daz das allwegen vor hin an ainen rat
heiraten. 8 °l bwcht werden, und erkennet sich dsnne ain rat, daz der oder die 10
inzenemen sien, so sol ez fur gang haben und suss niht; und das
man dem oder den selben dennoht alle alt sachen uss setze in oiler
der wis, so vorgeschriben stat und als wir von alter herkomen sien.
-. -\y
Ubertritt von 280. — DarzO. haben wir tins mer veraint, wenne das beschicht,
einer Zunft ^^ ml firbaz mer unser burger oder burgerin ainen oder ainiu ir 15
zur andern g ^ ne Q ^ er ^r^der oder wie die von manns namen genant sint, elichen
Einheirat 9 e ^ ?en ^ US8 ainw zunft in die andern, daz denne die selb zunft, in
die si denne konient oder gegeben werdent, och nil halb zunftrecht
von in nemen sol, ob er in der selben zunft beliben ml.
Mullerzunft. 281. — Und wan das waz, daz die zunft der miller, die doch 20
von alter in g&ten eren Jierkomen ist, als gar bdrlich an liten ab-
komen waz, daz si die rdt niht wol ersetzen noch ander ir notdurft
versorgen mochte, von\ dez wegen, daz sich ander lit in andern zinften
der milinen underzogen und an sich bracht hetten, die mit in weder
heben noch legen noch ir zunftrecht nit haben wblten, umb das, so 25
sien wir mit willen und wissen der gantzen gemainde, din dtz mit
tins iber ain komen ist, ze rat worden und haben gesetzt : welher der
hie ze Ulme ist der den metzen gar oder ain tail von der millin
nimpt, daz och der zA in in ir zinfte farn sol und mit in heben
und legen als ander miller hie gebundtn sint ze tiind, und sol och 30
bi dem selben atUwerk beliben und dehain anders triben, es were denne,
ob ir dehai?iem f ez were abler odw mer, niht f&glich wurd, mer bi
in zil beliben, der mag sin millin wol verlihen oder verkofen gen
ainem andern biderbman, der dock burgervecht und zunftrecht hie
hab, und dez »ich der rat erkennet, daz der der miller zunft f&glich 85
si; tend xcenn das also beschicht, so mag der selb wol widerumb farn
in die zunft, dar inne er vor gewesen ist, wnengolten dez gesetztes,
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Art 282. 155
daz wir vormals gemacht haben, daz kainer uss ainer zunft in die
andem faren sol am erlouben ains burgermaisters und rats ze
JJlme})
282. — Wir*> der burgermaister und grosser und Ida iner rate Fol. 94 b.
5 der statt zti Ulme haben gedacht an das gesetzte, das tvir ettwievil Verscharfon^
zitz und jare gehalten und gehebt haben, wie wir burger inniemen der
und enpfahen und unser burgerrecht verlihen solten etc.,*) uf das tins * **F*^* n
des selben gesetztes ain mainung und ariikel als das vor ettwievil jaren Erwerbunff
geringert und getnindert ist, gar vil irrtums und oeh vil arms volkes des Burger-
10 bracht hatt, und als aber der ander und ibrig taile desselben gesetztes rechts.
uns nutzlich und gut zti halten sin bedunket, und denne sich under
unsern ztinften, hantwerken und gemainden von sdlichem enpfahen
armer lute z& burger also verloffen und verrunnen hatt, das wir gar
ain ndtige gemainde schier uberkomen hetten, und das sich die geb&r
15 und alt herkomen von den zdnften und hantwerken bi den herten
jaren und bi sdlicher t&rin nicht wol betragen mdchten haben von
tndnigin wegen herkomener lute, und das wir und die unsern dardurch
unratz wartent gewesen sien, umbe das das wir denne schadlich ge-
wonhait und gesetzte uns und den unsern in nutzlich art verkeren,
20 so sien wir tnit willen, wissen und gunste unserer gantzen gemainde
des iherkomtn, und durch luter git ainhelliklich z& rat warden, das
wir das stuke und den artikel des gesetztes also verendert, verkert
und dar&ber gesetzt haben, das wir wellen und mainen, das nu fiir-
bass mer nieman von ussltiten weder uss andem stetten noch ab dem
25 lannde, weder frowen noch mannsnamen, jung noch alt, gaistlich
noch weltlich lute oder personen, die misers burgerrechtz begerten, in
unser burgerrecht nicht hvgenomen werden sullen und sol och in das
nicht gelihen werden, es si denne, das solich uns und unser stett-
rechner vor kuntlich mid redlich erinndert und erwiset haben, das
80 iegliche soliche persone, die also zS burger ingenomen werden, sol zi
dem minnsten zwaier hundert pfund haUer oder darob wert haben und
sullen dennocht solich nicht ingenomen noch in unser burgerrecht ge-
lihen werden, es si denne, das wir und unser nachkomen uns vor in
dem rate erkennet haben, das sdlich personen als redlich erber lute
a) Hand von 1417.
*) Vgl. oben 245. 265.
-) S. K. B. n. 139. 140. 276. 283.
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156 Art. 283.
sien, das si biltich sien in zu niemen one alle geverde; und dm dar-
zd unset gesetzte, die wir von des burgerrechtz wegen zti verlihen
gemacht und gehalten haben an alien andern puncten und artikel
nach siner usswisung gentzlich behalten und volbracht werde ungevar-
Fol. 95a.*>tfcA; welich aber die weren, \ darumbe wir uns in unsern raten be- 5
kannten, das si nicht in zil niemend weren, oder die der sume der
zwaier hundert pfund holier nicht hetten oder vermSchten, die sullen
zi burger nicht ingenomen noch in unser burgerrecht gelihen werden
in dehain wise. Aber suss mainen wir bi alien andern stuken, puncten
und artikdn, die denne unser gesetzte wiset und seit, es si von hant- 10
Ions fur das arnbrost z& geben, von stiure ztl geben, von harnasch
zil haben, von alter stdss wegen uss z& setzen, von der, die zii unser
burgerin gestiessen, davon si halb burgerrecht haben und oiler andrer
begrifung wegen und och bi ir ieglichem in sunderhait vestiklich zti
beliben und das gentzlich z& halten nach maiming und innehaltdes- 15
selben gesetztes oiler argelist und geverde darinne gantz ussgeschaiden.
Actum ipsa die beati Geori martins anno etc. XIVc decimo sep-
timo» l )
Fol. 96 a. 283. — Wir c) der burgermaister und der rate grosser und
Burgerrecht Plainer der statt ze Ulme sien dor obe gesessen und haben betrahtet 20
der Kinder fm ^ an gesehen, daz unser gemaind und alien zinf ten grosser gebreste
neuaiizieUen- ,»,,.» 7 « *_ .„?.» .
der Biirrer un ^ * cn( *<k b* 8 ** r ( * ar U8S gcwochsen tst, cds wir burger tngenomen
und enpfanngen haben, die kind gehebt h&nd und die dSrn&ch, als
bald wir ir v&tter und ir miter ze burger empfiengen, Sch burgerrecht
haben wolten und in Sch ettlich zdnften d&r uff ir zunftrecht, wenne 26
si des begerten, unerkdft verlihen; das ze f&rfamen, so haben wir
ietzo gar berdienlich mit giteti fdrsdtzen gesetzt und mainen Sch daz
also ze halten : wer mi f&rbaz mer zti uns kompt und unsers burger-
rechtz begert, er si uss stetten oder ab detn lande, das wir den denne
niht f&rbaz das burgerreht verlihen sUlen noch wellen, denne der SO
selben persdne ainig, diu des begert und ob er ain elichi frowen heUe,
der selben siner elichen husfrdwen mit im also, das kain iriu kind,
die si vor hetten, e das si unser burgerreht empfiengen, si wdren zii
iren tagen komen oder niht, dehainiu reht an <km burgerreht haben
a) Die Numerierung 1st abgeschnitton.
b) Fol. 96 b 1st unbesohrieben.
c) Hand yon 1410.
») 1417 April 23. Vgl. 139. 140. 276. 288.
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Art. 284. 157
silleti; denne wdlten die selben iriu kind das buryerreht day nach
empfdhen, so die zii iren tagen kdmen, das mugent si denne wol an
ainen rdte bringen; so mag denne ain rdte dctr inne tin, des er sich
verstdt, das im und der statt nuizUch ist. Und wiltend och denne
5 diu selben kind, so in das burgerreht och verlihen w&rde, dSr nach
in ain zunft faren, die sillent si denne umbe die selben zunfte och
kSfen n&ch der statt gesetzten, also, das kain zunft der dehainem ir
zunft reht verlihen sillent, in si denne das burgerreht vorhin verlihen
bi der pene, die vor dar dber gesetzt ist. Und also wellen wir und
10 setzen och mer, welhi wir nti fdrbass ze burgern innemen und em-
pfdhen, das die alle vor hin uff den aide sagen sillent, wie vil der
kind si, die si vor haben, daz diu alliu in wiser statt b&ch verschriben
werden, umb das das her ndch dehain misshellung oder stdss da von
uff er stands . Wan was die selben, die wir define also ze burgern in
15 nemen und empfdhen werden, f&rbas kind bi uns und nach dem, ale
si ze burgern empfangen wurden, tiberkdmen, diu selben kind sillent
denne och burgerreht haben, ob si wend. Daz beschach und ward
diu ordnung gemacht und gesetzet an fritag vor sant Jdrgen tag
anno doniini M°CCCC° decimo. 1 )
20 284. — Wir*> der burgermaister und grosser und klainer rat Fol. 96b.
der statt ze Ulme bekennen offenlich, cds wir unsern lieben mittburgern, Schweine-
dem antwerk gemainlichen der becken bi uns z& Ulme vortnals ain ,ialtun g der
ordnung von ir schwin wegen ze dtzen und ze triben verschriben und
gegeben haben a ) und diu selb ordnung allweg anfahet uff unserfrouwen
25 tag liechtmess,*) sind die selben miser mitburger fir uns komen und
hand uns firbracht und geseit, daz si notdirftig wdren; darzi wdre
ouch daz unser statt und armer und richer gemainer nutze, daz das
jare fir bass mer anfieng uff die viertag ze ingender vasten; 4 ) darnach
baten si uns aber, in ze erloubend, welher ztvilf schwin dtzen wdlt,
30 daz man dem gunde vier gaissliu schwin dabi ze haben, und welher
acht schwin da dtzte, daz man dem gunde zwai gaissliu schwin dabi
ze habend; so wdlten sie doch die selben gaissliu schwin in silicher
a) Hand von 1414. "
\) 1410 April 18.
*) ftber die Schweinehaltung in den MUhlen vgl. Greiner, Eottweil 92. 93»
R. B. 214 und 275. Im allgemeinen ygi Felix Fabri, tract, de civ., Ulm p. 52.
3 ) Februar 2.
4 ) Die 4 Tage Aschermittwoeh ink), bia Invoeavit exkl.
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158 Art. 286.
masse versorgen, daz die an die strasse nit lifen noch giengen, denn
daz sie diu fir den hirten triben wolten, tend tvenne die von dent
hirten kdmen, so wdlten sie die in iren hdsern f&rbass dtzen : Also haben
wir in von ir bdtt wegen baidiu vorgeschribniu stuck erlSpt bis an
unset widderrHfen : ist, daz sie die sach als bescheidentichen halten 5
und daz wir erkennen, daz es gemainer unser statt nutz ist, so lassen
wir sie dester lenger dabi bliben, doch mits dlichem underschaide, daz
sie diu gaissliu schwin mit ordnung versorgen sdllen in alle wege, als
wir in vormals ain gesetzt von der mestschwin wegen gegeben haben,
ane alle gevdrde. Daz beschach uff mitwuchen vor sant Gdrien tag 10
ndhst anno domini Millesimo CGCOXIV™})
Fol. 97 b. 285. — Tf7r» )b) der burgermaister und grosser und klainer
Schweine- rate der statt zik Ulme bekennen offenlich, als wir vor ettlichen ziten
Iialtung der un ^ j aren a i n ordnung von des hantwerks der beken wegen und umbe
die klage der mengi irer schwin gemachet und gesetzet haben nach 15
lute und sage der gesetzte, die in unser statt gesetzMch darumbe ver-
schriben ist, etc. und wan aber wir in dem selben gesetzte wol aigen-
lich gemerket und verstannden haben, das davon und von der zale der
schwin unsrer statt und richen und armen schwinis flaisch undschmalz
. zerrunnen ist, und wir des zadel und gebresten gehebt haben, darumbe 20
das des denne die vottung dest bas muge gehebt werden, so gunnen
und erloben wir dem vorgenanten hantwerk der beken, daz si und ir
ieglich wol dssen und haben mugen schwin, wie vil sie wdllen unge-
varlich, doch suss uff die ordnung des gesetztes mit triben, mit dssen
in iren husern und alien sachen, als denne das egenant gesetzte mit 25
alien stuken begrifet und usswiset, das das davon unverruket und an
alien andern stuken und punden gantz und kreftig si und belibe;
und och aber also, das si alle und ieglich gelich den halbtail der
selben schwin, die denne also hie gedsset und gemestet werden, hie zil
Ulme lassen und gen unsem ingesessnen burgern verkoufen sullen, 30
das si hie geschlagen und gemetzget werden 8ne aUe geverde, doch so
mugen wir dis alles gantz oder sin ain taile wol widerrtifen, mindern,
a) Das Blatt ist mit durchnumtriert, aber offenbar erst bei d«r Heftung des Bandes
der Sammlnng beigefdgt. Es bat kein Gegenblatt in der Lage; die Halfte ist abgesobnitten.
Vgl. snob Anm. tu 287.
b) Hand ron 1400. MOglieberweise dietelbe wie die von 1410.
*) 1414 April 18. Vgl. auch 285—288.
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Art. 286. 159
7>ieren aid gantz abt&n wenne voir w6Uen ungevarlich. Actum tercia
feria post exaltationem sancte cruris anno domini millesimo quadragen-
tesimo (I) J)
286* — Wir** der burgermaister und h) grosser und klainer Fol. 98 a.
5 r&te der statt z& Vlme haben dem nachgedScht, me wir die grossen Schweine-
klage, die arm und riche hie zi Vlme ietzo lang zitz bis her gehebt haltun S (ier
Mnd ab der gemainen zunft der beken hie ze Vlme von der mengi
wegen der schwin, die si hie z& TJlme uff legent und dssent,*) und
der als Itbtzel hie gelassen und die als vast hinweg getriben h&nd,
10 niderleiten und h) verkdmen, und umbe das, so haben wir gar ber&ten-
lich gesetzet, das nu f&rbass mer als bald unser frowentag ze der
liechtmesse, 9 ) der aUerschierost kompt, verruket und f&r wirt, das
denne darnach dehain beke hie z& Vlme ains ieglichen jares nicht
mer schwin hie zti Vlme in der statt uff legen und dssen sol, denne
15 vier und zwaintzig schwin, und die mag er zfi zwain mtilen ie zwolfiu
oder zH drin mdlen ie dchtiu und nicht mer zA ieglicher dssi uff legen,
und sillen och der selben schwin allewegen das drittaile hie ztl Vlme
in der statt beliben Idssen und gen unsern ingesessnen burgem ver-
kofen, die diu hie zfi. Vlme in der statt schlahen oder vermetzgen
■20 wetten; und wdre, ob iemant under in, welher der wdre, ainer oder
mer, das fiberf&ren, ez beschdche uber lang oder dber kurtz also,
das si mer schwin dssten oder den drittaile der selben schwin nicht
hie liessen in der wise, so vorgeschriben stdt, so sol der ieglicher, der
das Aberf&re, von ieglichem schwin besunder, als dik das beschdche,
25 ain pfunt holler ze rechter pene verf alien sin, und das sol halbs werden
der statt und der ander halbtaile dem hantwerk der beken in ir bAchse.
Wol mag ain ieglicher beke, der also schwin uff legen und dssen wil,
wenne er zwdlfiu, ob er zwo dssi desjars t&n wil oder dchtiu, ob er dri
dssi desj&res tin wil, abstosset zwdlfiu oder dchtiu andriugaissliu schwin
30 ainen manot davor ungevdrlich und nicht lenger kofen und hie haben,
doch das si der dehains an der strdsse nicht dssen sfitten bi der pene,
a) Hand von 1410.
b) ftbtrgeachrieben.
*) 1400 Sept. 21. Vgl. audi 284. Wahrscheinlich ist das Datum falsch,
da 285 wohl sicher seinem Inhalt nach Fortschreibung von 284. 286 und 287 ist.
*) Vgl. 284. 286. 287. 288.
8 ) Februar 2.
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160 Art. 287.
fds vorgeschriben ist. Wdlte och der vorgenanten beken dehainer nter
schwin dssen des jdres denne vier und zwaintzig in der wise, so vorge-
schriben stdt, der mag das wol ttln usserhalb unser statt und usser-
halb des zehenden unengolten der vorgeschriben pene. Darzu haben
Fol. 98b. wir f&rbass \ gesetzt, das ir dehainer weder frowen noch manns natnen, 5.
Jung noch alt die gemesten schwin zil dehainer andern zite heruss
an die strasse triben stillen weder tags noch nachtz, denne vor mittem-
tag zivischen aUfen und zwolf horen, als das vormals versetzet ist;
und wer dm stukke tiberfiir, der sol von ieglichem triben aht tag von
der statt und /tin/ schilling liaUer geben. Und umbe das, das disiu 10
gesetzte und ordnunge stdt belibe und nicht abgang, so sien wir ze
rdte worden, das nu f&rbass mer dwiglich a in ieglicher zunftmaister
und die zwdlf maister des vorgenanten hantwerks attewegen, so die
endrunge hie zu Ulme beschicht, uff sant Jorigen tag 1 ) oder in den
ndchsten acht to gen davor oder in den nachsten acht tagen damach 15.
ungevarlich f&r den rate hie zu Ulme komen siillen und da vor dem
schweren gelert aide zu den hailigen mit uff gebottnen vingern, die
vorgeschriben ordnung und gesetzte getriidichen ze halten und och
mit alien iren undertdnen und hantwerkgenossen ze versorge?i f das si
von den och gehalten wer den. Und wer, ob ietnant under in, wer 20
der were, der stukke dehains tlberftire, das si alle und ir ieglicher
besunder, welher des denne innen und gewar wirt f uff den aide rAgen
und den ainungern sagen sdllent, das si durumb gebessert werden in
der wise, so vorgeschriben stdt; doch liaben wir uns selb den gewalt
nut namen ussgesetzet und behalten, dm wir die vorgeschriben ord~ 2&
nunge und gesetzte wol widerrufen, abnemen, mindern oder meren
mugen, wenne ivir wellen oder wie sich ain rdte erkent, rfa* der statt
und arm und richen a) hie zA Ulme allernutzlichost und aUerbest si.
Dis beschach an fritag nach sant Martins tag anno domini mitte-
simo CCCQ™ dscimo.*) 30
287. — Kere h) diss bladt umb, so vindest du noch ain gesetzt,
dto hierzti. gehdrf, bi dean zaichen o Q o. c)
a) Die Handschrift hat „richem u .
b) Zuaatc Ton spaterer Band.
0) Das Zelchen fahlt anf dam ▼origan Blatt 97, flndet sich abar anf fol. 96 b. Kb ergibt
slob also die spatere Hlnznfngung Ton fol. 97 s. oben.
1 ) April 23.
•) 1410 November 14.
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Art. 28& 161
288. ' — Wir %) der burgermaister, grosser und klainer rdte der Fol. 99 a.
stat Z& Ulme sien ze rdte worden, wan wir dem hantwerh der beken Schweine-
hie ze TJlme ain ordnung gemachet haben von der schwin wegen ze h^tung der
assent, 1 ) wd bi si beliben sullen, darltff 6eh si alter jdrlichen schweren ® er xm
6 werden, und umbe das, das diuselb zunfte dest minder Mage gehaben
mfige, so haben wir gesetzet, das dehain mertzler hie zd TJlme ains
ieglichen jares nicht mer schwin hie ze Ulme in der stat uff legen und
dssen sol, denne acht schwin, die sol er ze zwain mdlen uff legen, zti.
ieglicher dssin vier schwin und sullen och derselben schivin aUewegen
10 das drittaile hie ze Ulme in der stat beliben lassen und gen unsern
ingesessen burgern verkSfen, die diu hie ze Ulme in der stat schlahen
oder vermetzgen wellen; und were ob iemant under in, wer der
wdr, das fiber f fir en, es beschdch fiber long oder fiber kurtz, also
das si mer schwin dssten oder den drittaile derselben schwin nicht
15 hie liessen in der wise, so vorgeschriben stdt, so sol der ieglicher, der
das fiberffire, von ieglichem schwin besunder, als dik das beschdhe,
ain pfund holler ze rechter pene verf alien sin, und das sol halbs
werden der stat und der ander halbtaile den mertzlern in ir bfichs.
Wol mag ain ieglicher mertzler, der also schwin uff legen und dssen
20 wil, wenne er vier schwin abstosset, vier andriu gaissel schwin ainen
manot davor ungevarlich und nicht lenger kS/en und hie haben, doch
das si der dehains an der strdss nicht dssen sullen bi der pene ah
vorgeschriben ist. W6lte och der vorgenanten mertzler dehainer mer
schwin dtzen des jdrs denne acht schwin in der wise, so vorgeschriben
25 ist, der mag das wol t£n usserhalb unser stat und usserhalb des
zehenden unengolten der egeschriben pene. Darzil haben wir ffirbass
gesetzet, das ir dehainer weder frowen noch mans n&me, jung noch
alt, die gemesten schwin z& dehainer andern zite heruss triben sullen
an die str&sse weder nachtz noch tags, denne vor mittemtag zwischen
30 ailif und zwolf horen, als das vormals versetzt ist. Und wer das
stuk fiber/ire, der sol von iedem triben acht tage von der stat und
ffinf schilling holier geben. Und umbe das, das disiu gesetzte und
ordnung stat belib und nicht abgang, so sien wir ze rdte worden,
das nu ffirbas mer ewiklich ain ieglicher zunftmaister und die zwdlf
35 maister der vorgenanten mertzler ctttwegen, so die dndrunge hie ze
Ulme beschicht, uff sant Jorgen tag 2 ) oder in den nahsten acht tagen
») Hand Ton 1411.
*) VgL 284—287.
•) April 28.
Wflrtt. GeiehiohtaqiMUra VIII, jj
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162 Art 28&.
da vor oder in den nahsten acht tagen darnach ungerarlich** f&r den
rate hie ze Ulrne komcn sullen nnd da vor dent schweren gelert aide
z& den hailigen mit uff gebotten linger n, die vorgeschribnen ordnung
und gesetzte getriidichen ze halten und och mit alien iren undertanen
ze versorgen, das si von den och gehalten werden. Und were, oh 5
iema[n]t under in, were der were, der stake dthains &berfure, das
si alle und ir ieglicher besunder, welher des denne innan oder gewar
wirt, uff den aide ruogen und den ainungern sag en sullen, das si
darumb gebessert werden in der wise, so vorgeschriben stdt; doch
haben wir uns selb den gewalt mit namen uss gesetzt und behalten, das 10
Fol. 99 b. wir die vorgeschriben ordnung und gesetzte wol | under rufen f abnemen,
m&ndern oder meren tnugen, wenne wir wellen oder wie sich ain rate
erkennt, das der stat und arm und richen hie ze Ulme allnutzlichost
und allerbest si. Diss beschach an fiitag vor sant Katherinen tage
anno domini millesimo quadringentesimo undecimo. 1 ) 15
Klagen der 289. — Wir h) der burgermaister und der rat der statt zfi
Merzlerzuuft. Dime bekennen umb die Jdage, die unser lieben mitburger, der zunft-
maister und daz antwerk der mertzler hie ze Ulme f&r uns bracht
hand, damit sie mainend, daz in vast in ir zunft recht gegriffen werde,
und uns baten und anrtlften, sie da bi ze behebend; also haben wir 20
sie ussgericht und entschaiden in alter der masse als hernach ge-
schriben stat
Bi dem ersten, als sie klegten von gest wegen, die tv& von ainem
mittag biss zS dem andem vail haben solten, daz da ellich gest her-
brachten milch, schmaltz, schwinischtnaltz, unsclditt, schmer oder hdring, 25
und daz die das uss messen und uss wegen bidempfunde, daz nicht
sin solt, wan sie daz sament koufs verkoufen solten.
Umb daz selb stale haben wir sie also ussgericht, daz unser statt
herkomen von alter also si, daz ain ieglicher gast daz wol her bringen
m&g und daz von dem fritag ze mittemtag uns an den samstag ze b0
mittemtag hie vail haben und verkoufen, ob sie m&gen oder wennd
samenthaft oder ainzehtig bi dem pfund und bi der wage uss wegen,
und wdre ob in dez an dem samstag ichtzicht &berur&rde ze c) mitt
tag c) daz si das wol hie widder uff setzen und behalten mugen biss an
ft) Die Handeohrift liest: „ungeworlich a .
b) Hand too 1414. Am Rande: „fah an".
o) Die beiden Worte sind Ton deraelben Hand am Rande gleiebaeitig nacbgetragen,
*) 1411 November 20.
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Art. 289. • 163
deit aixdern frilag, und das oder ob sie mer darzfl br&chten, aber vail
han und verkoufen in den vorgeschribenen rechten. 1 )
Item als si denne aber firbass klegt hand, wie vil unser burger >
die nicht in ir zunft aim, sdlichen merfz, der in zugchdr, ez si schmaltz,
5 kdse, nusse, hdring und an der sdlich ding herbringen, daz da ir
maiming si, daz die daz samenkoufs verkoufen sollen etc.
Umb daz stuck haben wir sie also uss gericht, daz si billich da hi Fol. 100 a.
bliben, ussgenommen attain umb kdse und umb Mring, diu zwai stuck
mag ain ieglicher unser burger usserhalb ir zunft wol ainzdcMig ver-
10 koufen.
Item als si denne aber klegt hand, daz etlich SlesMaher*) hie,
die nicht in ir zunft sien, die bi dem pfund verkoufen, daz ouch
nicht sin s6lle,
darumb haben wir uns erf am, daz ain ieglicher unser mitburger,
15 es si mitter oder ander lit, die da mit umbe gand, geschlagen Sie
umb ungeschlagens wol verwechseln und geben mugen. Ouch mugen
sie gotzhisem und kirchenpfiegern tisserlxalb und innewendig unser
statt und ouch ussliten und unsern bur gem wol geschlagen die bi dem
pfunde uss messen und geben, also doch daz sie zi ainem mat nicht
20 minder denne finf und zwaintzig pfund mittenander ussmessen
und geben.
Item als sie denne aber klegt hand, wie daz lit in etlichen
zinften und sunderlich die miller schdn met und mtismel und habern,
kernen und t&chmel mit dem metzen uss messen, daz sie ouch nit tin
26 solten und daz die miller sunderlich habern koufen und in zi mtis-
mel machen.
Umb daz stuck haben wir sie also entschaiden, daz kain miller
weder schdnmel, mismel noch habern kernen verkoufen noch vail haben
stUlen, denne als vil in den von den metzen gefellet und wird, ane
30 alle gevdrde, und daz ouch sie da mit allweg zi in an dem samstag
tiff die hofstatt stan und da daz verkoufen und vail haben stolen*
Item als sie denne aber firbass klegt hand, wie die, di saltz-
schiben in der grede *) haben, die brechen und die bi der pfannen
uss messen und verkoufen,
36 umb daz stuck haben wir sie also ussgericht und entschaiden, daz
die, welich das biss her getan hand, nach andrer firbas nicht mer
J ) Vgl. dazu die Bemerkung bei Below, Grosskandler und Kleinhftudler
iiu d. MA. im Jahrb. £. NO. u. St. 1900, Bd. 75, p. 51 Abs. 2.
*) Vgl. Augsburger Stadtrecht Art. 14 § 3 p. 39.
8 ) Vgl. Nttbling, Ulmer Kaxifhaus p. 1—16.
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164 Art 260—291.
Uln sfiUen, denn daz si ir schiben gantz mittenander verkoufen sjtilen.
Daz beschach uff sant Gtirien tag anno domini millesimo CCCC""
decimo quarto. 1 )*)
Fol. 100b. 290. — Der*> burgermaister und grosser und klainer mute
Merzler. fe r statt ze Dime h&nd von der klage wegen, die menglich^ ab den 5
mertzlern ■) hie Mt } das nieman nichtzit essendigs vor in koufen mfige,
etc. baidentailen zum gelichosten gesetzet, das nu hinnenhin dehain
mertzler noch ire wibe, kinder oder eehalten noch nieman andro von
iren wegen hie ze Dime allerwdchlich uf den fritage und uf den
sampstage, baid tage 'fiber und fiber, weder uf dem markte in der 10
statt noch vor den toren in dem zehenden dehain schmaltz, aier, kdse,
h&nr, noch nichtzit essendigs dings koufen sfillen in dehain wise; welich
mertzler aier oder ire wibe> kinde oder eehalten aid ieman andro von
iren wegen das liberfuren und an den fritagen und sampstagen, baid
tage gantz fiber und fiber, ichtzit essendigs also kouften oder koufen 15
liessen, der iegliclier mertzler, der also kouft oder koufen lassen hette,
und darzA sdlich, die das kouft hetten, mtiss ieglicher von ieglichem
fiberfaren viertzehen tage usser unser statt und dem zehenden sin und
darzu* ain pene und buss geben als sich denne ain raute z& iedem
mflle erkennet ndch gelegenhait ainer ieden sache, wan ain raute 20
maint ain iedcz sdlichs uberfaren ze straufen mit sdlicher hertikait,
als sich zu ainer ieden sache gevdrlichait gepAret. Geben und ge-
schehen uf sant G alien tage anno domini millesimo quadringentesimo
vigesimo quarto. 1 )
Pol. 101a. 291. — Der*) burgermaister und raute ze Ulme hand von 25
Merzler. sdlicher klage wegen, so von der mertz/'ler]*) wegen firkomen ist, das
si in der stat und in dem zechenden hie ze Ulme alles esfsenjdigs ding
uffkoufen, gesetzet, das nu hinnenhin die merzler iren mertze h) und h)
gewerbe usserhalp suchen und herbringen sMlen das, das si fail haben
a) Hand yon 1418. Vgl. n. 807. 849. Sie kommt vor Ton 1418—1427.
b) tfbergeeohriebeu von dersalben Hand.
o) Das Blatt ist atvras sohief eingeheftet and am Bands eu stark mitbeHchoitten, so dass
ainaalne Worte unlaterlich geworden Bind. Nene Hand, dieaalbe wie 408.
') 1414 April 23.
*) Vgl. n. 290. 291.
•) Vgl. 289. 291.
4 ) 1424 Oktober 16. Vgl. n. 289.
•) VgL 289. 290.
i
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Art. 292. 165
wdllen, als si denne vfonj alter zu ttin gepflegen haben, und nicht also
hie ze Ulme in der stat oder in dent zechenden alles das uffkoufen,
d[as] suss uf den markte gienge, und mit sunder hait, d[as] dehain
mertzler noch ire wibe, kinde oder ehalten noch nieman von iren
5 wegen wfeder] an dem Jritag noch an dem sampstag iber jare und
die baide tage iber und fiber nicht in der stat uf dein markte,
under den toren davor noch in dem zechenden koufen bi denpenen
alz das vorder gesetzte hiebi usswiset; und was essendigs dings suss
die ganzen wochen uf karren oder uf der achs von gesten herkommet,
10 das das allweg von ainem mittemtag bis zd dem andern an dem
markte fail gehept u[nd] der mengin, die des begem, ainzdchiiklich
mitgetailt und ze kouf gegeben werden sdlle, und das och dehain
mertzler dehainen antrag, rede oder k3fe nicht ttin oder dnrch nie-
man s&chen oder werben laussen sol, es si denne vor von ainem
15 mittag untz zA dem andern fails gehept alz vorgelutet hat; alles bi
der pene alz hievor in dem gesetzte begriffen ist; und das och . . . . a)
menglich behalten sin sol, das sin dehains von im selb hette oder
ainem us dem sinen wAchse fails zu haben ztt ainer ieden zite,
sunderlich oder samenlich gen mertzlern oder suss ze verkoufen alz
20 von alter herkomen ist arte alle geverde.
Were aber, ob dehain burger sdlich essendig ding von schmalz,
opse oder andern, das den mertzler z& stat, koufte, doch usserhalb
des zechenden und das herbrdcht, das ain ieder wol get An mag, der
mdchte das wol fail haben und satnentkofs verkoufen och alz von
25 alter herkommen ist, es weren denne stucke, davon das gesetzte hievor
begrifet, die man ainzdchtiklich hingeben mag ungeverlich.
292. — Wir h) der burgermaister und grosser und klainer rat Fol. 102 a.
der stat zti, Ulme bekennen, als das hantwerk der metzger bi uns zi Metzger.
Ulme vor vil ziten vil redlicher ordnung und gesetzt von des flaisch
30 wegen erdacht und gesetzt hand, und die wir in och bestdtiget und
verschriben haben nach usswisunge des briefs, den si darumbe von
uns under unser stat insigel besigelten hand, nti, wie wol vil stuck
und sach gntig ordenlich in dem selben briefe begriffen sind, noch
denne mai[n]ten si, das die nachbenempten stuck gcmains irs hnnt-
35 trerks ere irdre und darzu unser statt und armer und richer nutz
und notdurft und baten uns emstlich, in die zil bestdtigen; also
a) Zwei Worte unlesorlioh, vielloicht lit: „dcs minst" zu lest-ii,
b) Ein« sweite Hand von 1414. Nicht diatribe wie 284.
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166 Art. 293.
hiessen wir si, das si uns die selben stuck aigetdich verzaichnet gaben,
so wdlten wir uns dar 4ber bedenken, was uns dar inne f$,r ze kerent
und ze tdnd war. Do gaben si uns die selben stuck verzaichnot, und
was das das erst stuck, das si mainten, was flaisch ir ainer an dent
sampstag metzgoti und dar hankti ze verkofen, das der selb dehainer- 5
lai ander scMacht flaisch bis an den dot*nstag darnach metzgen,
stechen, schlahen nochfail haben solL Item welher under** in schwine
flaisch metzgoti oder schlug, das pflnng ivurde oder wdr, 1 ) oderjudisch
mUtrigs, oder farren schl&g, das der oder die selben under in die
selben wile si das Jail hetten, och dehainerlai ander flaiss metzgen 10
noch fail haben sdlten, bis das si das gentzlichen verkoften, und dock
also, das man das alles dannocht enhalb der slang fail haben sol, 9 )
als das in irem brief e aigenlich begriffen ist, es war denne, das die,
die under in schunnig flaisch schltigen, die pflnng wurden, diu selben
schwin also frisch sielzen und das zweti der zwelf geschwornen maister J5
sehen, die oder die selben mdchten denne wol anderlai flaisch metzgen
und schlahen &ne alle geverde. Und welher under in der stuck de-
hains dberf&r, das der denne umb der selben stuck ieglichs besunder
ain pfund hatter in ir bichs ze rechter pen sol verfallen sin. Und
hetten och die selben ordnung also under in besetzt, das si maifnjten, £0
das das gantz hantwerk under in ainander darumbe r&gen sdlten
uff die aide, die si alter jdrlich schwerent; und do wir disiu
gesetzt und ordnung von in vernamen, bekanten wir uns, das die in
erlich und uns und dem land und armen und richen nutzlich wdren.
Und umbe das, so haben wir in die verhenget und erloubt ze halten 25
bis an miser widerr&fen. Das beschach an sant Gorien tag anno
domini miUesimo CCC&XIV*)
Fol. 102b. 293. — Z& h) wissen, das der burgermaister und grosser und
Metzger. klainer rate der statt zu Vlme darob gesessen sind, alz gross clog
von armen und richen hie z& Ulme ab den metzgern ist, das nieman 30
a) ttbergMchrieben.
b) None Hand.
') Daa Gegenteil wird verordnet Strasab. UB. I, 617. 2 St.R. (1214-1219)
§ 36 vgl. auch Augsburger Stadtbuch Cm, p. 183, 184. CXXI § 3 p. 200 und
R. B. 311.
*) Gerade entgegengeaetzt Augsburger Stadtbuch XIX § 13. Zftricher
Richtebrief, H el vet. Bibl. II, 1735, p. 65. Schaffhauaer Eichtebrief ed. J.
Meyer 134.
») 1414 April 23. Vgl. 293—300.
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Art 293. 167
und besunder den armen nit flaisch werden muge, und darumb h&nd
si dem na^hgedacht, als och sich mit warhaid erflndet, das die vor-
genant metzger von metzgens wegen under in solich gebotte gehept
h&nd, das dehain metzger durch die gantzen wochen anders nit
5 metzgen noch failhaben sdllt, denne des flaisch, das er an dem men-
tag anfieng zH schlagm, und daz si ainander schonoten mit uff
tragen flaisch und ainztchtig und och nit uff z&tragen, denne so
ander die vor failz gehept hand, verkouft hettend, und besunder
damit an sampstagen und mitwochen nach mittenntag nichtzit schlachten
10 noch metzgen soUten, darumb die metzge dick und vil &n flaisch ge-
standen ist, und umm daz solichs z& fdrkomend und ze wSnden und
uf binftigen nutz und frommen ze f&rdem, so ist der rat, grosser
und klainer ze raut worden und hat gesetzet solichs bi dem aide,
und uf die nachgeschriben pene untz uf sin ablassen und wider-
lb rilfen vestiklich zti, halten, und ist och die mainung des rdtz also,
daz das hantwerk der metzger die vorgenanten gebotte under in
gentzlich ablassen und widerrAfen, und menglich under in metzgen
lassen sol als vil und mengerlai flaisch er will und getr&wet uss
ze bring en nach ains ieglichen willen und vermugend; und sdllen och
20 menglich, der des hantwerk ist, metzgen lassen umb ain ieglich zit,
wenne er darzH komen mag fine aU engeltntizze gen allermenglichen.
Si sMlen och allwegen gemainlich alles flaisch uf tragen, als vil des
denn ie gemetzget ist, daz darinne dehain hinhaben noch schonung
si umbe das das die follung des flaisch des bas mug gehept werden.
25 Und also sdtten si denne daz flaisch, so das in vorgeschribner mass
uf getragen wirdet, fr&ntlich howen und menglich geben, wer des
begert, und och richen und armen, lAtzel oder vil wegen ungeverlich,
doch darinne alltzit hipter noch linger niemann gehowen noch ge-
wegen werden, denn edaz alltzit hdpter und gelAngge ungewegen sUlen
MO verkouft werden, als daz von alter herkomen ist Besunderlich**
sittlen si dehain kalbflaische in dehain wasser legen noch ligen laussen
weder kurtz noch lang in dehain. wise.
Und dis alles sol och das hantwerk der metzger halten und
schaffen gehalten werden uf die aide, di si burgermaister und rdten
;*5 swerend und gesworn hand, und och Aber icht, daz hier an geschriben
stat, dehain gebotte noch schonung fir bas setzen noch setzen lassen
dne (die geverde. 1 )
a) Dar folgande SaU ist gleiohaeitiger Zuiata am nnteren Band ron anderor Hand.
*) VgL 292. 294-300. Vgl. Zttricher Stadtbttcher III, 204. 1423 Dez. 11
(enkeiuen ufaatz tfin).
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168 Art. 294— 296.
Fol. 103 a. 294. — Und** alz sich denn och wol findet, daz davon der
Metzger vauLgtaU und richen und artnen hie zA Ulme untz her vil schadens ufer-
Stadtweide. s j aw <fc w ,'^ a i s fa metzger ir schafe und hemling her uf unser wa'td
gelriben und faint gemachet hdnd, und wenne si faist wurden, so
vertriben si di eniveg oder stachen aber die in das saltze, und daz 5
dehains der hie belaib noch vermetzget ward, darumb so ist dez rats
mainung und gesetzte, waz schdf e oder hemling ufdisen hiutigen tag
hie uf unser waide gdnd, daz och aUe die hie vermetzget werden
sAllen und ir dehains enweg getriben oder in das saltze gestochen
werden, und wer daz Aberf&re und solich schdf oder hemling enweg 10
tribe oder in das saltz stdch, der ist von ieglichem solichem schdf
oder hemling 5 schilling holler verfallen und dorzA des rats bAss,
der sick am rate darAber nach gevarlichait oder ungeverlichait der
sache erkennet. Was och nu hinnen hin schdf oder hhnling von den
metzgem herkomend oder getriben werdent, waz si der Aber vier- 15
tzechen tag hie uf unser waid gdn lazzent, die stUlen si aUe bi dem
aid, die[!J si denn burgermaister und rdien swerend und gesworen
hdnd, hie under die metzge vermetzgen und ir dehains nienderthin
vertriben noch in das saltze stachen, umb das man dester bass und
mer flaisch gehaben und verkommen muge. Wurd aber daz von ieman 20
Aberfaren, als dick das geschech, wer das denn AberfAre, der whr
von ieglichem solichem schdf oder hemling 5 schilling holler verfallen
und darzA aber des ratz bessrung und bAss, der sich nach gelegeti-
hait der sack darAber erkennt oder setzet 1 )
Metzger. 295* — Und umb daz das solichs, das der rate durch gemains 25
nutze willen f&rgenomen haut als vorbegriffen ist, des vestiklicher Sine
abgang gehalten werde, und dester minder irruns darin fallen muge,
so ist aber grosser und klainer rate zA rat worden, das er gemainem
hantwerk^ der metzger dis alles, das dis geschrifft usswiset, uff den
aid ze halten verkAndet, und och ain solich geschrifft darumb getdn 30
haut, und maint och 9 das si uf die aid, die si burgermaister und
rdten swerend und gesworen hdnd, fArkomend, daa solichs gehalten
und sin nichtzit Aberfaren werde von niemand noch iro dehainem, darzA
och ain rat die zwelf maister darzA geordnet hat, die daruf uf die
aid lAgen und warten sAtten und jdrlich daruf sweren Sine aUe geverde 35
») Neve Hand ron 1416.
b) Die Handsohrfft lieit : „h»nekw«rk tt .
') Vgl. 292. 293. 295. 300. Vgl. Greiner, Kottweil 94. 117. Straseburger
UB. IV. 6. StR. § 18 \ Vgl. unten 305,
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Art. 296—998. 169
silichs zjl rugen und zil sagen. Und wer ez % oh ietnan daz oder
ichtzit das ditz ge&etzt oder geschrifft usswiset, tiberf&re und niht
state hielt, und och sin aidz vergdsse, der tonrd des rates swdr bUss
und straf darumb liden und haben nach detn, und im ain rate die
5 denne ufsatzte nach der glegenhaid der sache.
296. — Werez aber, ob dis alles zi. bessrung der metzger Rat und
und zu rechtem kouf des flaisch nit helfen noch verfachen mdcht, soGemeinde in
maint der rat die sack firo an die gantzen gemainde ztl tragen und Zunfteachen.
ze bringen, als och das detn hantweik der metzger ietzo och fbrge-
10 geben und geseit ist; und solichs denn firo mit rate und hilf der
gemainde ze wlnden und ze versorgen, ez sig mit andern metzgern
oder wit sich das denne aUerbest schicken und aischet wirdet. Actum
sexsta feria ante festam nattivitatis beate Marie virginis anno etc.
XVI: 1 )*)
15 297. — Und dock dis alles unschddlich dem hantwerck** der Metzger.
metzger zunft an irem gemainen brief e und andern iren gesetzten und
gebotten, die si von jidig, pfinnigs, biturings, urilfigs, bainbrAchigs
und ander solichs oder fdrrigs flaisch wegen, das darumb die schoto 1 )
und andre ir ordnung gehalten und gehept werde nach irs briefs
20 sag ungeverlich. Datum ut suppra.*)
298. — Der h) burgermaister und grosser und clainer raute Fol. 104 a.
der statt zH Ulme hand von der beschwerung der metziger schSfe Schaf haltung
wegen, die si uff der uaide hie zu Ulme bis her gehebt und geschlagen der Mete £ er -
haben, dis nachgeschriben ordnung bis uff ains ratz underrufen vestik-
25 lich zil halten firgenomen :
Des ersten, daz dehain metziger dehains jars dehain schaf e
von sant Endres tag*) bis da mack vff sant Lanrentien tag 4 ) her gen
Ulme uff die waide nicht schlahen noch hie zil Ulme haben sAllen,
•) Die Handiohrift li«it „haiiokwerk H .
b) Hand von 1443.
J ) Greiner, Bottweil 95. R. B. n. 311.
*) 1416 Sept. 4. Vgl. 292—295. 297-300.
') Nov. 30.
4 ) August 10.
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170 Art. 299—901.
sunder waz schdfe si haben, die stUlen si uff iren waiden usserhalb
ainer mile tvegs zA ting umb die siatt haben und der dehains in der
selben site her gen Ultne uff die waide nicht triben, es were define,
ob si irer schafe von irer schwaien icht vermetzgen welten, die mugen
si vornen nu einzdchtiklich gelich als si die vermetzigen wellen, her 5
gen Ulme nemen und doch also, daz sie die selben ir schwaien usser-
halb ainer mil wegs hie von Dime haben und der dehainiu innerhalb
ainer mile wegs hie umb Ulme halten oder gan lassen ane alle
gevarde. 1 )
Schaf haltung 299. — Wenne aber in ainem ieglichen jare sant Laurentien 10
der Metzger. fag 9 ) hornet, so mugen si ire schdfe her gen Ulme uff die waide wol
schlahen und ire schSfe bis uf sant Andres tag*) allernechst darnach
folgent uf der waide haben und gan lassen, doch also und tnit der
beschaidenliait, daz si die uff daz riede noch dehain wissmad dehains
wegs nicht triben siUlen. DarzA sdllen si damit in dehain wische 15
Fol. 104b. nit triben, bis die kirn gantz abgeschnitten werden und bis \ die statt-
hirten mit dem hertfihe daz wische aUes erfaren und erwaidnen, und
ouch aber also, waz schdfe si zwischen sant Laurentien 2 ) und sant
Andres tag 9 ) her gen Ulme bringen und uff die waide schlahen, daz
si die hie zA Ulme und niendert anders vermetzigen stiUen, es were 20
denne ob icht lember oder junges vihe die selben wile davon kdmen,
die sol man, wanne si abgesugen, hinweg tAn ane alle geverde.*)
Schafhaltung 300. — Und was si schdfe vor sant Laurentien tag *) jerlich
der Metzger. her bringent, daz die aUewegen nicht langer uff der waide gangen,
denne daz si vor dem fhxften tag wider enweg getriben werden sdllen 25
ane alle geverde und bi den penen als hienach geschriben stat.*)
Einunger 30/. — Und uff daz, so sullen allewegen unser ainunger,
als Aufsicht wenne die zA der ainvng kometit, und ee si davon standen, die schdfe,
iiber die ^- e ^ g an ^^ abzelen, ob icht darunder wer, daz nach den under-
^^'schaiden und hievor stdt, nicht hie sin soil, daz das von in erfunden, 3u
enweg getriben werde.
') VgL 292—297. 299. 800.
*) August 10.
a ) November 80.
*) VgL 292-298. H00.
») Vgl. 292-299.
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Art. 302—304. 171
302. — Sunderlich sol dehain metzger hie zA Ulme nu f&r~ Schafe in
bass hin, alsbald sant Andres tag 1 ) kompt, von sant Andres tag bis Ulm.
under uff sant Laurentien tag*) dehain schSfe hie zA Ulme haben
noch winter fAren nock in der egenanten zite hie zii Ulme nicht
5 halten noch gan lassen gantz in kainen wege.
303. — Si sullen ouch nu f&rbas hin uff dem riede noch Schafpferche
uff dehainen dckern, garten noch wisen dehainen pferrich \ m) nimmer auf dem Bied
uffschlahen noch ire schdfe darinne halten noch haben gam in kain etc - verDOte n.
wise, denne attain uff dem ussern espan mugen si iren schdfen
10 pferrich oder statte uffschlahen und machen, doch also, nemlich daz
si durch sich selb ir hierten und die iren und menglich von iren
wegen besteUen, schaffen und daran sien, daz si die schdfe des nachtz,
ee man die sfatt tore beschliess, dar in triben und darinne beliben und
in der nacht nicht waidnen, sunder die in den selben pferrichen und
15 stdllen beliben lassen sAllen, bis man enmornens die statt uffschldsset,
so mugen si die denne ouch wol uff die erloupten waide uss schlahen
ane alle geverde. 9 )
304, — Und umbe daz alle vorgeschriben sachen vestiklich Eschhaien
gehalten werden, und ob die oder dero dehain Aberfaren wurden, und
20 nicht ungestrafet beliben, so ist den geschwornen eschhaien und statt- stadtnirten -
Mrtm alien und ieglichen besunder uff ir aide, di si burgermaister
* und raute hie zA Ulme geschworen hand, empfolhen, uff alle und
ieglich vorgeschriben stuck und sachen aigentlich und gewisdich zA
merken und zA sehen, daz die gehalten werden, und von wiem daz
25 fiber faren und nicht gehalten wurd, daz si denne von dem h) oder .den
selben umb ain ieglich solich Aberfaren besunder ane alles verziehen
den ainungern hie zA Ulme aigentlich sagen und f&rbringen sullen,
si mit der nachgeschriben pene dar umbe zA bessern und zA b&ssen,
oder ob die sache als gevarlich were, fir burgermaister und raute
80 hie zA Ulme zA dem nechsten rdte, der darnach were, zA bringen,
si darumbe nach ir erkantniss zA strafen.
•
•) Ki folgt ein Folium ohne Nummer. Ei iit-Jedoch ichon ror der Folilerung ein-
geheftet geweMii, da ei in einem Zug mit fol. 104 beechrieben iit.
b) Die Hen dicta rift liest: ,,den B .
*) November 3a
f ) August 10.
8 ) Vgl. Osenbruggen, Alam. Strafrecht § 137 p. 326 ff.
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172 Art 806—808.
Fol. 104 II. 305. — Und %) welicher metzger oder metzgerin dehain sch&fe
Schafhaltung.ocfor hembling, die her uff die tcaide komen und hie gestochen iverden
sullen, als hievor underschaiden ist, hie nichi vermetzgete und hin-
wege tribe , der ieglich stillen von ieglichem sch&fe f&nf schilling heller
zil pene geben})
Strafbestim- 306. — Dess glich, welicher metziger oder metzgerin der vor-
mung vregengeschriben stuck und artikel dehainen ainen oder mer Aberf&re und
tfchafhaltiing.£ r &,^ d* r tyfoh* 8 °l von ieglichem solichen dberfaren, ouch von
ieglichem schdf oder hembling besunder f&nf schilling hatter zd pene
geben und darzil des ratz strafe und biss nach dem und denne die 10
sach gevarlich oder ungevarlich gewesen were, nach ir erkantniss liden.
Geben und geschehen uff gAtemtag vor sant Bartholomews tag. Anno
domini millesimo quadringentesimo quadragesimo tercio.*)
Fol. 105 a. 30 7. — Der h) burgermaister und grosser und klainer raute
Backer und der statt Ulme h&ntf&rgenommen, die grdssen irrung. und zwaiunge der 15
Metzger. zwa i er hantwevk der beken und der metzger, die zwischen ir uff er-
standen und gewa&hscn ist, mit dem als sich die beken understtinden
schwin ze Se fling en und ze PfSle zu metzgen, und die herin den
burgern und andern ze koufen ze geben, u#s zehdwen und den Ititen
haim ze schiken, das aber die metzger mainten, das daz nicht sin silte 20
und in unlidenlich und dch also nicht herkommen wire, das si daruss
grlls unrats btsorgoten, und fidch dem und si sich denne darumb er*
kunnetund baider hantwerk herkommen erfaren hand, und sich aigenlich
erfindet, das die beken also nie gemetzget hand oder metzgen siUen,
.so hdnd si ain sSlich ordnunge zwischen ir doch untz an ains rautz hie 25
ze Ulme widerrufen und absagen fiirgenommen und gesetzet
Schweine- 308. — Hi dem ersten, das daz hantwerk der beken bi dem
haltung der yesetzt von der schwin wegen, wie si die mesten, fesen und tnben
Backer. ^m^ un( j d ai< fo^ s i ( j[ en halbtaile oiler der schwin, die hie gedsset
und gemestet werden, hie laussen und den halbtaile enweg triben 30
a) Am Band* : „fah an a .
b) Hand von 1418. Vgl. 390 und 849.
') 8. oben n. 294.
2 ) 1443 August 19.
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AW. S09. 173
m&gen, beliben sullen gantz unverrucket und unverkert, als das
denne in der statt gesetzt btich hie ze Ulme begriffen 1st und ver-
schriben stat. 1 )
309. — Und als aber wir voimdls von der metzger bezallunge Metzger unit
6 wegen den beken ze f&rdrunge gesetzet hetten, also welcher metzger Backer.
die beken nicht bezalte, als denne dasselb unser gesetzte begraif, das z ^ m ^ m
denne der selb metzger sin tribe, sine kinde und eehalten fiiro das ns m '
hantwerke ligen lassen und nicht mer triben sSlte etc. ndch usstvisunge.
desselben gesetztes, 1 ) das wis aber ze swdr und ungelich und 6ch
10 etwas ze schmahlich beducht, das ieman, der wol ze verpfennden hette
und gesessen were, sin hantwerk umb schulden ligen Idssen silte, und
dar umbe so haben wir den selben artikel abgenommen und in ain forme,
als denne herndch begriffen ist, verkert und baiden hantwerken gelicher
gemittelt, und setzen also von der klage ivegen, die die beken ab
15 der metzger bezallunge gehept hfind, das si irs gelts von in nicht
bekommen mdchten, darumbe \ baide beken und 6ch metzger wissen, Fol. 105b.
wes si sich desshalb gen ainander halten siUlen: ivenne das beschicht,
das die beken schwin gen den metzgern verkoufent, trie si denne das
zile darumbe machent, dabi sol es beliben, welcher metzger aber nicht
20 bezalte uf das zile, als denne zwischen in geredt wirt, und darndch
in viertzehen tagen den r&hsten nach dem zile, wenne sich denne also
viertzehen tage, die nehsten ndch dem zile vergdnd, das die bezallunge
dennocht nicht beschehen ist, so sol der selb metzger, der denne die
bezallunge nicht volbracht hett, als vorbegriffen ist, dem beken umb
25 sin vollen schulde dne verziehen mit varenden pfannden verpfenden.
Und ob dehain metzger also notddrftig were, ligende g&t ze pfannde
ze geben, so ist ir doch dehain beke schuldig ze pfannde ze nemmen, es
beschehe denne in varender pfannd wise und ndch varender pfannde
recht. Welcher metzger aber also nicht verpfennden wdlte, wenne
30 denne ain ieglich solich beke von siner schulde wegen ndch viertzehen
tagen ndch dem zile, als vorbegriffen ist, z& unserm burgermaister,
wer denne ie burgermaister ist, kommet, so sol in unser burgermaister
dne verziehen umb voile schulde mit varenden pfannden veipfendet
schaffen, und wenne sdlich verpfandung beschicht, so sol unser burger-
35 tnaister desselben tags und uf die selben zite unserm stattamman
empfelhen, es si gericht oder niht, das der selb unser stattamman uf
l ) Unbekannt.
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i74 Art. 310--8li.
den selben tage Aber die pfannde richte und gAnne ze verganinen und
ze rerkoufen ze achttagen nach unser statt recht; und wenne die selben
acht tage vergand, so sol unser burgermaister noch nieman mer
gewalts haben, denne die selben pfannde ainest uf acht tage ndch varender
pfannde recht und niht mer ze fristen, doch nu von eehafter ndt icegen; 5
und sAllen denne die selben pfande cergangen haissen und sin f die
man fAro nach miser statt recht fertigen sol dne alien verzuge und
nach ailer notdurft, also das man damit iveder gerichts noch rats
warten bedarf ungevarlich. Welcher metzger aber also nicht zft ver-
pfenndet hette, aid tod man nicht pfannde umbsoUe schuldefunde, so 10
sol man anstett zfi ainem ieglichen metzger desselben tags richten und
der ieglichen usssweren haissen nach unser ainung und statt recht
alles arte gevdrde. 1 )
Fol. 106 a. 310* — Uerwiderumbe, das denne die metzger in gdichem
Blicker stdt och beliben mugen, so hat der rate fAro gesetzet, das die beken 15
clUrfen nicht we ^ er ze PfMe, ze Seflingen, hie nach niendert hie umb nichtzit metzgen
* . A sAllen durch sich selb, ir eehalten noch nieman andro von iren wegen
gemaMich oder sunderlich } denne es also nicht herkommen noch billich
ist, und sAllen 5ch beliben bi dem, als vor und nachgeschriben stilt
dne atte gevdrde. 20
Schweine- 311, — Dar zu sol dehain bek hie ze Ulme dehain gaiselschwin,
haltung der das er assert wil, nicht uflegen ze dssen, es si denne vor von dem
Backer, geswomen knecht und schoiver*) hie ze Ulme gesehen und schdn ge-
geben. Des gelichs, was schivin die beken also hie gen den metzgem
Z& ziten verkoufent oder verkofen werdent, so si die gemestet [ajbstds- 26
sent, die sAllen si ab der stige ouch von dem geswomen sch&wer ge-
schdwet und sch6n gegeben werden, ee das si dehain metzger hie ze
Ulme metzge, und were ob ddrAber dennocht dehain schwin ains oder
mer, die also beschdwet und schdn gegeben weren, an dem metzgen
pfinnig wArden, das sol doch bi andermflaisch nicht fail gehept noch 30
verkoufet werden von dehainem metzger hie ze Ulme; denne das die
metzger uff die aide sdlich pfinng ftaisch uff ir vordern ordnung,
gewonhait und gesetzte verkoufen und fail haben sAllen an den
stetten und usserhalb als vorherkommen ist; und sol och dehain
Mchau.
*) Vgl. Augsbnrger Stadtbuch Art. CXXVII p. 209.
*) Vgl. oben n. 297.
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Art Sl2. 175
metzger hie ze Ulme uf die zite, als er ntieh dem v&rgeschribenunder-
schaide pjinnig flaisch hette, dehain ander schwinin flaisch mer fail
haben noch schlahten, es si denne, das er sdlich yfinnig flaisch vor
verkouft und vertriben habe ungevarlich. 1 ) Und wan aber sich wol
6 erfindet, das in der haissen zite von sant Johanm tage*) untz ze sant
Jacobs tage*) die beken ire schwin, die si denne n&ch der vor dem
ordnung enweg triben sdllen und m&gen, vor hitze nicht enweg bringen
m&gen, umb das hat sich ain raute verainet, ob das beschdhe, das
dehainen beken zil den selben ziten jdrsnot angienge, dar umbe er not-
10 diirftig were, sine schwin anzegrifen, von welchen sachen das were,
und das er nicht lousunge ddrzu gehaben mdchte, die ze verkoufen f
welchen beken das denne anriren oder angan wdrde, och ainen
oder mer, der oder die mug en das bringen an einen burgermaister
und raute hie ze Ulme, und erfindent \ oder erkennent die sdlich ndt Fo\. 1061).
15 da, die m&gen zit der selben zite im jare und suss zA anderer zite
j&rs nicht dem oder denselben beken wol g&nnen und erlouben ain
schwin, zwai } driu oder mer ze metzgen ndch dem und si denne
a ins ieglichen ndt und sache erfindent und erkennent; also doch, das
denne sdlich beken metzgen geschowote schwin von dem geschwornen
20 schdwer und ais davor von den metzgern geschriben stilt, und dehain
pfinnigs tine gevdrde.
312. — Und z& gantzer beschliessunge der sache hdt der r&te Gemastete
f&rgenommen und ordnet und maint, wenne nu fArbasser mer die Schweiue
beken ire schwin, die si denne nach dem vordern gesetzte entribai* ]^* 1 " ! d(T
25 sillen und nidge n, enweg triben wdllen, aid so si von den metzgern ' * * um
nicht lousung finden, das denne ain ieglicher beke, ee das er d'^gtellt wordeu.
schwin also enweg tribe, vor zu ainem burgermctister hie ze Ulme
kommen und g&n und 6ch dem sagen sol, er wdlle sdliche sine schwin
enweg triben, das er im das giinne, so sol denne der burgermaister
30 das den metzgern verkAnden; der oder die beken, die also wegfertig
sind, wdllen mit iren schwinen enweg, ob si in die nicht ahkoufen
wdllen, das si denne gedenken, das si arm und riche mit ychwin
flaisch versorgen, das des die vollunge st, und daruff so stitten dch
die metzger die voUung schwinsflaisch darlegen und darinne arm und
36 riche versorgen, das daran dehain gebreste tverde, oder der rate wil
firo gedenken, ob man die beken wider metzgen laussen old wie man
') Vgl. oben n. 292.
•) Juni 24.
») Juli 25.
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1?6 Art. 818— 616.
sich darinne halten wd/le. Denne der raute tnahit stoich ordnung,
die hie vorbegriffen ist, ze halten als lang im das gefellt und in be-
duncket richen und armen und der s gemainen statt nutztich ze sin
also, das er im selb bedinget uriderrdfen, mindern oder mer en dar inne,
ivenne und wie im das gefelt. 1 )
Metzger. 313. — Doch maint der route, das die metzger daruff dehain
ordnung oder gesetzte halten*) denne da$ am ieglicher metzger z&
ieglicher zite metzgen m&ge, welcherlai er wdlle aUerlai flaisdi ains
Snals zesammen oder ainerlai aid mer einzdhtig aid wie das ieglichem
metzger gefelt und in bedunket nutze ze sin } ungeirret und unbe- 10
swdret von den metzgern in alle wise.
Fol. 107 a. 314. — Und weres, das dehain beke oder metzger ainer oder
strafen fur mer der stuke dehains, die denne von ir ieglichem hievor begriffen
Metzger. Sfn ^ un ^ verS chriben sttind, Aberfuren, wie sich das f>e, der ieg-
licher sol und mxiss von ieglichem sdlichem dberfaren viertzehen tage 16
von wiser statt und uss unserm zehenden und das gelte geben, das
daruff gehSret, als dik das liberfdren ivdrde. Es mdchte aber solich
dberfaren als gevarlich sin, ain rSte wdlte gedenken ain strauf daruff
ze legen, damit er solichs f%iro iibrig were. Datum et actum sextaferia
ante festum beati Mathei apostoli et evangeliste, anno domini millesi- 20
mo CCCC mo vigesimo tercio.*)
Fol. 107b. 31&. — Wir*> der burgermaister und grosser und clainer
Luxus- rate der stat ze Ulme sien darob gesezzen, wie unbillich I6fe und
ordnung. wc ^ ^ ie un8 armen $4ndigen mentschen niht zilgehdren, gewendet und
* " niht volbracht werden, umb das so haben wir gesetzt, und wdllen ocA 25
die gesetzte halten und laisten zechen gantziu jare die nehsten nach
ainander one alles widerrifen, 4 ) daz man dehainer lich noch bare,
a) Hand Ton 1406.
') Vgl. oben und Zttricher Stadtbucher I, 408 i* 1360 Dez. 2.
*) Zttricher Stadtbucher m, 204. 1428 Dez. 11.
«) 1428 Februar 19.
4 ) Vgl. oben 1 ff. 206 ff.
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Art. 816-320. 177
die unser burger gewesen sint, es sien frowen oder man dehain Kerzen.
ivandelkertzen mer mit trage weder zA der hegrebt noch die wile man
si besingt 1 )
316. — Och wdllen wir, daz man z& dehainer liche hie, die Wachs.
5 unser burger gewesen sint, niht mer wachs nemen sol denn drizzig
phunt.
317. — Afe denne die frowen hie ze Ulme bis her etwaz I6fe Schleier.
an sich genomen hetten, mit sldwern ze tragen, die ze schmal gewesen
sint, ist dez rats mainung und haben gesetzt, daz kain frowe hie ze
10 Ulme, si si von den burgern oder von den antwerken, dehainerlai
sliwer tragen sol, denn der in der braitin si, daz er ir den nake
und das goller an dem mantel deke*)
318* — So hat och der rat den ungeordnoten tantz der etwie- Tanz.
lang gewerot hat, als ie zwai und zwai mit ainander tantzoten, ab-
15 genomen; und ml und maint der rat, daz frowen und man hie ze
Ulme nil f&ro mer tantzen an ain ander in der wis, als man von
alter biz her getantzet hat, ane alle geverde.*)
319. — Und wer der stuk dehains dberf&r, es were frow oder Strafe.
man, der sol der stat fdnf phunt hatter verf alien sin.
20 320. — So sint denn grosser und clainer rat ze Ulme iber Pfriinden
ain worden, umb das 9 * der 9 * stat** kind 9 * hie ze Ulme h) dest wil- sollen uur
liger sien ze lernen und sich dest furderlicher zfi g6tlichen diensten rg ^ ni
und tugenden flissen, waz nil fdro mer gemainer stat ze Ulme, es wer( j en
sien kirchen, capeUen oder altar ledig werden, die der rat ze lihen
25 hat, daz si die f&rbaz nieman andro lihen wdllen denn der stat
a) Die Worta itehen anf Baaur.
b) Am Rande iteht „pfrAnd lihen".
l ) Vgl. Ztiricher Stadtbttcher I, 164.
*) Vgl. Brucker, Strassburger Zunft- und Polizeiverordnungen p. 292
(14. Jahrhundert).
•) Vgl. oben n. 104 und 213.
Wftrtt. GesohiohtsquaUan VIII. 12
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178 Art. 321-321 a.
kinden, die darzA geschikt sint und sich also gehalten hand, daz si
dez wirdig sien.
Actum an fritag vor alter hailigen tag anno domini MCCCC
sexto. 1 )
Fol. 108 a. 321. — Wir m > die burgermaister und grosser und clainer raute f>
Lohnordnung un d darzti, alle burger gemainlich der statt ze Ulme haben f&rgenomen,
" er daz h) arm und riche hie ze Ulme ion alien werkltiten, tagldnern und
tagwerkern, der denne ain ieder bedarf mit lone swdrlicher denne
vorher** beschdtzet und darz& mit coste anders denne vorherkommen
si, beschdtzet werden, daz also ze halten alien den, die denne buwens lo
hed&rfen, unlidenlich were, und umb daz, daz iederman bi glichem
ISne und billichem st&t mid ouch alle werMte, tagl6ner und tag-
werker, frdwen und manne und alle und ieglich dienet lite, knecht,
mdgte und eehalten herwiderumb ouch zimblich beliben, daz ietweder
taile erschwingen miige, so haben wir dise nachgeschriben gesetzte 15
und ordnung fArgenomen, gesetzet und getan ainem ieden ze halten
als es in denne berHret bi sdlichen penen als hernach geschriben stat,
und mainen daz also ze halten untz an unser imderfifenT)
321a. — Bi dem ersten, so nemen wir ab, alien und ieglichen
werkldten, tagl6nern und tagwerkern coste und win ze geben und 20
w6Uen, daz nieman in unser statt noch in unserm ettem nu hinnen
hin dehainem werkman, tagwerker noch tagldner nichtzit ze essent
noch dehainen win gebe weder des d) tags ze inbis ze- undern ze
nacht noch zwischen malen noch nichtzit in dehaine wise anders denne
hernach begriffen ivirt; denne sdlich werMte, tagldner und tagwerker 25
alle und ieglich sullen allewegen mit in selb essen ouch ah hernach
underschaiden wirt\ und wer das Aberf&re, der ieglichs, daz denne
also sinen werkMten, tagldnern oder tagwerkern ztl essent gdbe, es
weren frdwen oder mannsnamen, mtiss ainen manat uss unser statt
und unserm zechenden sin und das gelte geben, daz daruf gesetzet 30
ist, als dik daz Aberfaren w&rde,.und des gelichen ieder werkman,
a) Hand von 1426.
b) In der Zeile geitriohen : „bi der iw&ren mitaase"
o) In der Zeile gestrichen: „bi der b&aen m&nese".
d) Steht auf Ratnr.
») 1406 Oktober 29.
*) Ygl. dazu Muncliener Stadtrecht 41B,
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Art. 822. 179
tagl&ner und tagwerker sol und mftss ouch von iedem Aberfaren ainen
manat usser unser statt und unserm zechenden sin mid daz gelte
geben, daz daruf gesetzet ist, unldsslich.^
322. — Daruf setzen wir denne fAro den zimberlAten hie ze Zimmerleiitc.
5 Ulme, daz man von sant Peters tage in der vasten 1 ) untz uff sant
G alien tage *) geben sol ainem maister, der maister ist und a in werke
ussrichten, verwesen und versbrgen mag, geben sol des tags 4 schilling
hatter und nicht mer, ainem knechte, der usser den lerjaren ist 9 des
tags 3 schilling 6 haller und nicht mer und ainem lernknechte 3 schil-
10 ling hdller des tags und ouch nicht mer und iro dehainem ze ess en,
denne si. sullen mtt in selb essen; man sol in ouch zwischen malen
nichtzit ze trinken noch ze essent geben denne wasser, denne ais vil
ain ieder von im selb h&t ungevarlich; und sol ouch uff ainem ieden
werke nicht mer denne ain maister sin, den der, der buwen toil und
15 buwet darzA erkiuset und erwelet, der den maisterldne neme, denne
daz die andern zimberlAte alle tfnd ieglich, die bi ain ander uff ainem
werke arbaitent, si sien maister oder knechte, knechtlone nemmen sAllen;
und. sol uff dehainem werk mer define ain lernknechte sin; und sol
ouch nu hinnenhin ain ieder lernknechte under den zimberlAten zwai
2tojdre lernen und \ nicht kArtzer. Besunder sol ouch dehain timber- Fol. 108 b.
man noch zimberknechte des nachts noch suss ab dem werke dehain
holtze, alts noch nAwes, mer mit im haimtragen als biss her gewonlich
gewesen ist, alles dne geverde.*)
Man sol ouch von sant ti alien tage 1 ) untz wider zA sant Peters
25 tage J ) den winter geben ze winterldne ainem maister des tages 3 schil-
ling haller und nicht mer, ainem knechte zwen schilling 4 hcUler, und
ainem lernknechte 2 schilling haller und ouch nicht mer und aber
nichtzit ze essen; suss in der wise so vorbegriffen ist, dne alle geverde;
von wem aber das Aberfaren wArde, anders denne vorbegriffen ist,
80 so mAss ain iede person e, die mer gdbe oder neme, denne vorgeschriben
st&t, von iedem Aberfaren ainen manat usser unsrer statt mid dem
zechenden sin und daz gelte geben, daz daruf gesetzet ist.
a) BpaUrer Zuiati ron andarer Hand.
l ) Februar 22.
■) Oktober 16.
■) Greiner, Rottweil 141. 268. Zfiricber Stadtbttcber I, 172. 1335. Ostertl
bis S. Verenendult Strassburger UB. IV* 2 § 20. 5. St.K p. 25 § 20. 6. St.R,
von 1322 § 499. 500 a.
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180 Ait. 328—826.
Maurer. 323. — Ftiro setzen voir den mureni, 1 ) daz man nu f&ro
ainem ieden fnaister geben sol des tags 4 schilling holler und nicht
mer, ainem lernknechte des tags 3 schilling holler und nicht mer, und
sol ouch ieder murerknecht zwai j&re lernen und nicht minder, ee
daz er maisterldne empfahe. Ainem mertelmacher des tags 2 schil- 5
ling 6 holler** und nicht mer, und iro dehoinem nichtzit ze essent
in dehain ivise dess gelichen und bi der pene, als von den zimberl&ten
davor geschriben stdt; und sol och dehain murer nieman anfahen ze
m&ren, es si denne sin geziuge vorhin oinen gantzen tage und ain
nacht geschwellet gelegen und recht zilberait fine olle geverde, ouch 10
bi der pene als vorgelutet hat.
Dachdecker. 324. — Wir setzen ouch den dekern hie ze Ulme, daz man
nu fdro ainem maister geben sol tags 4 schilling 6 holler und nicht
mer, ainem lernknechte des tags 3 schilling holler und nicht mer,
und sol ouch ain ieder dekerhiechte zwai jore lernen und nicht min- 15
der, ee daz er maisterlone empfahe. h) Und sol ouch dthain deker
nieman anfahen ze deken, es si denne sin geziuge vor ainen gantzen
tage und ain nacht geschwellet gelegen und ddrre, gn&g recht und
nicht ze vaiste ztiberait tine olle geverde, ouch bi der pene als vor-
begriffen ist 20
Klaiber. 325. — Den klaiber n setzen wir, das man dehainem klaiber
maister mer Ions geben sol des tags, denne 3 schilling holler, und
ainem knecht, der lain berait und uftrait, des tags nicht mer denne
2 schilling 6 holler und sol man ir dehainem , ouch nichtzit ze essent
geben in dehain wise, olles dess gelichen und bi der pene als von den 25
zimberWen docor underschoiden ist
Zaunraacher. 326. — Denne f&ro setzen wir den zAnern, daz man ainem
zdner geben sol des tags 2 schilling 6 holler und nichtzit ze essent
Fol. 109 a. oder aber 20 holier und ze essen schlechte coste one | win und nicht
mer; wol darunder mag iederman tiberkommen, wie er denne wil 30
oder mag, ungevorlich, olles bi der pene, wer mer gdbe oder ndme
als von den zimberl&ten davor geschriben stdt.
a) Am Rande von epaterer Hand naohgetragen : „nnd ainem merteltrager des tage Soh
9 lobilling 6 nailer. 8
b) Wiederholt lit dann, offenbar versehentlfch, wOrtlloh der ganae Wortlant ttber MOrteJ-
macher und MOrteltriger.
*) S. Anm. Ktt 11. 322.
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Art 327—381. 181
32 J 7 . — Wir setzen ouch faro grebern, egern, menern, aker- Audere
gengern, holtzhSwern, 1 ) treschern, und alien und ieglichen andern Taglohner.
tagwerkern an der statt and davor in dem ettem, daz man der de-
hainem mer geben sol, denne von sant Peters tage 7 ) untz uff sant
5 Gallen 9 ) tage ainem des tags 2 schilling 2 holler und nichtzit ze
essent oder 1 schilling 4 holler und ze essent schlechte coste Site win
aid darunder wie denne iedermstn iberkommen mag, dock dstz es dor-
Aber nicht Jcomm ungevarlich.
328, — Ussgenomen wer h&te z& howen oder ze schniden haben Ernte-
10 wil zti, iren ziten, der sol mit in uberkomtnen, wie er denne toil oder arbeifcer.
nwg, daruf ist dehain fdne gesetzet, denne daz sich iederman darinne
halten mag, als in bedunket, daz im zAgehdre, unengolten ditz ge-
setztes ungevarlich.
329* — Ouch setzen wir alien und ieglichen tagwerkern von Winterlflhne.
15 sant Gallen tage 3 ) bis widerumb uff sant Peters tage 9 ) zti, winterldne,
daz man ainem ieden tagwerker geben sol die zite des tags 1 schilling
6 holler und nichtzit ze essent oder aber 10 holler und zwai male
ze mdrgen und ze inbis ze essent geben schlechte coste due win und
nicht mer als denne darunder iederman Aberkommen mag ungevarlich.
20 330. — - Ussgenomen darinne trescher, dm sol man die zite Drescher.
nicht mer geben, denne des tags 1 schilling 4 hatter und nichtzit ze
essent oder aber 8 holler und ze essen als ietzo davor gelutet hat
und iro dehainem mer, wol darunder als iederman Aberkommen mag
ungevarlich.
25 33t. — Besunder setzen wir flechserin, die werke pluwent, Flachs-
brechent, schwingent oder machent, daz man der dehainer mer ^6<?^arbeiterinnen.
sol denne des tags 1 schilling 2 holler und nichtzit ze essent in dehain
wise und sullen ouch si alle und ieglich usserhalb unser statt tore die
fiachse beraiten und dehaine in der statt weder haimUch noch offenlich
30 nichtzit mochen, alles bi der pene als von den zimberldten davor
*) Vgl. oben Note zu n. 323 und Zttricher Stadtbttcber HI, 71. 1420.
73. 1421.
*) Februar 22.
■) Oktober 16.
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182 Art 332—335.
geschriben stfit, wer mer Ions gdbe oder name, denne davor under-
schaiden ist oder wer Jlachs in der statt machote oder liess machen,
alles unldsslichen.
Uechlerinnen. 332. — Wir setzen ouch daruf den hdchlerinf* das man ir
dehainer mer geben sol des fags denne 1 schilling holier und ze essent,
dock schlechte coste cine tvin ouch bi der pene ah vorgelutet hfit fine
geverde.
Arbeitezeit 333. — Und uff daz setzen und w6Uen wir, daz atte die, die
fur daz tagwerk arbaiten oder triben w6Uen, an morgen fri nach der
TaglBhner. ers f en fr&messe an ir arbait gfin und ir arbait emsiklich triben sAllen 10
und sMlen bestellen, daz man in ir morgenessen an ir arbait bringen,
mid sich f&rderlich zfi irer arbait f&rdern und stillen nicht ab dem
Fol. 109 b. werke gfin, \ denne ze mittemtag, als man die werkgloggen litiet, so
sMlen si essen untz man in aider an daz werke lAtet, so sdllen si
aber fArderlivh an ir arbait gan und aber ernstlichen arbaiten und 15
davon nicht kommen untz man ze aubent ab dem werke Idtet und
nicht vor fine aUe geverde.
Dingwerk. 334. — Doch so ist in den vorgeschriben sachen und Idnen
ussgesetzet alien mid ieglichen dinkwerkern ire dinkwerke volgfin ze
lassen me denne ain ieder also sine dihkwerk ftimimpt von wdlichen 20
sachen oder arbaiten daz ist, daz das ditz gesetzte dehains wegs angan
und pinden sol in dehain wise.
Ehalten. 33 S. — Nach dem, so setzen wir von filler knechte, mdggte
und eehalten wegen, wie ieder man hie ze Vlme sin eehalten ietzo ge-
dinget hat, dabi sol es beliben untz z& derselben eehalten zile; was 26
zile aber alien eehalten hie ze Vlme ussgand oder wer nufAro ehalten
dinget oder dingen wil, da sol man dehainem eehalten mer geben
denne ainer kellerin der besten bi dem moisten 6 ft holler ain jfire
und 6 eln linins tuchs und suss nichtzit und nicht mer noch darunder
als denne iederman iiberkommen mag und nicht mer denne 2 schilling 30
holler ze wirikouf.
a) An Bands : „da fah am."
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Art. 836-341. 183
336. — Ainer undermaggt der beaten und bi dent maisten Unterraagd.
5 ft hatter ain j&re und seeks eln ebwfirkins ticks und suss ouck nickt-
zit mer, wol darunder, als denne iederman och fiberkommen mag und
nickt mer denne 1 schilling hatter ze winkouf.
5 33 7 • — Ainer kindstnaggt 2 ff hatter ain jdre und 4 eln eb- Kindsmagd.
w firkins ticks und suss och nichtzit nock nickt mer, darunder ouck,
als denne iederman fiberkommen mag.
337a. — Aineni buwekneckte, der ainen buwe ussrichten kan, Bauknecht.
dem besten und bi dem maisten 12 tf hatter ain jdre und nichtzit
10 mer und darunder ouch als denne iederman fiberkommen mag.
338. — Aineni huskneckte ouch dem besten und bi dem maisten Haualmecht.
I) # haller ain jdre und ouch nicht mer, tvol darunder ouch als denne
iederman fiberkommen mag.
338 a. — Und wir setzen darinne uss raisig knechte, daz Reiaige.
15 iederman, der die haben toil, mit den fiberkommen mag, als er die
denne gehaben mag, daz das ditz gesetzte ouch nicht ber&ren nock
angdn sol. 1 )
339. — IFSr aber suss ditz gesetzte fiber/Are und mer Idns Strafe fur zu
gdbe oder ndme denne vorbegriffen ist, der ietweders must von &6- hohe LBhne.
20 lichem fiberfaren ainen manat usser unser statt und dem zec/ienden
sin und daz gelte geben, das daruf gesetzet ist, als dik das fiberfdren
wfirde, unldsslich.
340. — Wir setzen und wdllen ouck ffiro, daz man nu f&ro Ehalteu
hie ze Ulme dehainem eehalten, knechten noch mdggten dehainen win bekommen
26 fiber tische nicht geben sol in dehain wise \ dne alle geverde, und keinen Wein -
wer daz fiber/Are, der win sinen ehalten fiber tische gdbe oder die llva.
ehalten, die win fiber tisck ndmen und trfinken, der jeglicher mfiss
ouch ainen manat von unser stat und uss unserm zechenden sin und
daz gelte geben, daz daruf gesetzet ist als dik oder von wem daz
30 fiber fdr en wfirde unldsslich.
341. — Ussgesetzet darinne kochzitlicker tage, ob da ains sin Ausnahmen.
eehalten an $6lfckem kocktzitlicken tagen eeret, daz sol ditz gesetzte
») Siehe uuteu 341.
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184 Art 342-345.
nicht ber&ren, und ouch aber ussgesetzet darinne oiler raisiger
knechte, daz man die halten mag als man mil in A/jfrkomtnet, daz es
ditz gesetzte aber nicht angtin sol. 1 )
Wochen- 34:2. — Wir setzen ouch von der pflegerin wegen, die der
pflegerinnen.yVwen in den kintbetten pflegen, daz man der dehainer mer geben 5
sol, denne der besten ain gantz kintbette 1 tf 6 schilling holler ze
lone und denne darunnder als ieglichs dberkommen mag und sol ouch
ir dehainer dehainen win zti trinkent geben in dehain wise, ouch hi
der pene als vor gelutet h&t und ainer ieden pflegerin nicht mer ze
winkouf denn 1 schilling holler. 10
Arbitrage 343. — Es mdchte aber in dehainen vorgeschriben sachen als
Strafe dee a in geoorlich Aberfaren von ieman beschehen, ain route mainte die
Rat8, selben, die sdlichs begiengen, herter und onders mit straufe f&memmen,
denne hievor underschaiden ist.
Ebenso. 344. — Wir behalten ouch uns selb, ob ieman umb s6lich 15
wiser gesetzte, in wolichem wesen der were, frdfenlich mainte von
unser statt ze schellen aid gevorlich sich anderswa ze enthalten, daz
wir denne mainen, ain ieglich sache ze straufen und fArzenemmen,
als uns denne bedunket, daz si ze straufen, fiirzenemen gevorlich
oder ungevarlich gros oder clain si. 20
Rligepflicht 345. — Und vff daz haben wir die sache also bestdtigt, daz
gegenuber wir setzen, das ain ieglich unser burgermaister, richter, ratgebe,
den zunftmaister und zwilfmaister darufmerken und lAgen sol, und hdnd
lnungern. ^ e una ] i e gU c h gelopt, ob ir dehainer icht gewar wurde, daz man
ichtzit, daz hievor geschriben stat, Aberfure und nicht stdt hielte, 25 •
ah bald denne ir ieglicher also ichtzit Aberfarens gewar wirt, von
wem daz ist, der sol daz von stunnde und one verziehen ainem
ainunger hie ze Ulme, wer der denne ouch ist, rAgen und sagen, daz
menglich darumb gestraufet werde nach dem und vorgelutet hat one
geverde, ussgenommen iedermon in sinem aigen hus ist nieman ge- 30
punden, von sinem husgesinde ichtzit ze sagen ouch ungevarlich. Geben
*) Siehe oben 838.
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Art. 346-547. 185
und geschehen tiff den hailigen outer tag des jdrs, do man zalt nach
Cristi unsers herren gepirte vierzechen hnndert und darnach in dem
f&nf und zwaintzigisten jdren. 1 )
346. — Nack %) dem und aber wir be/unden und erkennet Morgeneasen
5 haben, daz in dis unser gesetzte alia in von morgen essens tregen oil der
irrungen kommen ist, die in nachgeschribnev \ wise wol ze wenndent Ta & li > Jiner -
und ze fdrkommen ist, so haben wir hierinne erlopt, umb daz man K
dent fArderlicher an den werken beliben muge, daz man ainem ieden
tagwerker allain ain morgenesssen des tags am morgen ain slecht
10 suppen und suss anders nichtz in dehain wise ze essent geben sol
und mag und ouch ir dehainem, weder murern, dekern, zimberldten nock
nieman andro dehainen win und ftiro weder ze imbis, ze undent, ze
nacht nock zwischen malen nichtzit anders define daz wir suss ane
daz morgenbrot beliben tr&llen bi allem dem als vorbegriffen ist und
15 ieglickem stuk besunder und ouch also, daz ain ieglicher, der daz
tagwerke hie wurket nu hinnenhin sin underbrot von im selb und mit
im an das werke tragen, daz bi dem werke essen und ze
undqrn von dem werke nickt mer gdn sot, fine alle arglist und
gecerde. Datum et actum Jeori anno domini etc. M°CCCC° vigesimo
20 septimo.*)
347. — Der h) burgermaister und grosser und clainer raute Goldschmiede
der statt ze Ulme hdnd fir sich genommen die Mage, die die gold- und Juden.
schmid hie ze Ulme gehept hdnd ab der jidisckait och hie ze Ulme,
das sich die understannden, menigerlai mit smeltzen, mit berlin hdftlin,
25 gold, silber, mit wechseln und mit mdnssen, guldin und silbrin ze
koufen, hanndlnng und gewerbe ze triben, da* nickt sin sdlte und also
nickt kerkommen were, wan si in damit in ir kantwerk vast griffen.
DarzA w&rde durch sdlichs unrechtfertig git vast vertriben, daz das
nickt ain gemainer nutze were; si hdnd ouch dabi beddcht, daz in
30 wol zimpt und ztlgepiiret, wie si gemain gite gefdrdrrn und geuffen
mtigen in sAlichem sckine, daz iederman dennocht in sincm g lie hen
a) Von alar an spaterer Xuohtrag, wahrschelnllch too derselben Hand.
b) Hand tod 1436.
') 1425 April 8.
') 1427 April 23. Vgl. oben n. 321 ff.
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186 Art 847.
stat belibe, und nach allem und si denne in der sache verstannden
und gemerket hfind, so hSnd si gesetzet, das dehain jud noch judin,
jung noch alt, frfiwen noch mannsnammen hie ze Ulme nu hinnen
hin nichtzit schmeltzen noch brennen sullen weder gold, silber noch
nichtzit andtrs in dehain wise, denne waz si brennen oder schmeltzen 5
wdllen, das sullen si unsern goldschmiden hie ze Ulme ze brennen und
ze schmeltzen geben und die daz denne brennen und schmeltzen lassen
als sich zimpt und gep&ret, ungevarlich umb daz man wisse und ge-
wissen mAge, das daz recht und redlich z&gange und menglich darinne
glichs und billichs widerfare. Es siUlen ouch weder juden noch judin 10
hie ze Ulme dehainen gewerbe mit dehainer silbrin mdmse noch
bruchsilber von den munssen nicht haben, weder mit koufen, verkoufen,
brennen noch in dehain ander wise ouch fine geverde; wol mugen
juden und judin hie ze Ulme erbern, redliclien und ungevarlichen
hanndel und gewerbe mit koufen und verkoufen haben und triben 15
mit berlin, get-tain, mit gold und silber, das rechtfertig ist und ouch
daz wa sich das zimpt und haischat, schmeltzen und brennen, durch
unser goldschmid hie ze Ulme als rorgeschriben stat und anders nicht.
Und doch also, wa$ den juden oder judin solicher a f entire con
gold, silber und klaineten, das gebrochen, geschlagen oder nicht gantz 20
aid arkwenig ist, fiirkomet, daz si das alles und ieglichs von erste den
goldschmiden hie ze Ulme zaigen, und erkunnen sullen, ob daz recht-
fertig oder unrechtfertig si, und sullen daz vor nicht koufen noch
des nichtzit hinschieben oder schalten, denne daz also an die schowe
als jetzo begriffen ist, ze zaigen ouch in dehainen wege due alle ge- 25
verde. Ouch mdgen die juden und judin wol redlichen ungevarlichen
wechsel mit Rinischem, Ungrischem, Behmischen und Welschem golde
triben, wan das alles afentur haisset und ist. Erfunde sich aber
icht, daz ieman mit den sachen anders denne hievor underschaiden \
Fol. 111b. ist, umbgienge an ainem stuke oder mer, darumb maint der raute, 30
wa das an in hornet } den sachen nachzegan und alle gevarlich hannd-
lung so ze straufen, damit es bi den dingen, so rorgelutet h&t, belibe
und behalt im selb durumbe straufe und busse hoch und nider als
in denne bedunket, daz zti, ainer ieden sache gehore. Geben und ge-
schehen uff aftermentag vor misers herren uffarttag des jclrs, do 35
man zalt nach Cristi unsers herren gepfate vierzechen hundert und
darnach in dem funf und zioaintzigisten jaren. 1 )
l ) 1425 Mai 15. Vgl. Ulraer Goldschmiedsordnung von 1394 Jsov. 24 im
Anhang und Fubling, Judengemeinden de§ H.A. p. 72,
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Art. 348—850. 187
348. — Und damit so hfii ouch der route gesetzet, daz nu Fol. 112 a.
hinnenhin dehain jude noch judin hie ze Ulme uff dehain wolle, bom- Verbot fur
wolle oder schaufwoUe, gespunnen oder unyespunnen, nieman nichtzit *** Juden,
lihen sMlen, es si denne, das die, der sdlich wdlle 1st, die maister , fi
5 self) oder ire wibe, und dock das gesessen bekanilich Idte sien, selb wo u e Q e \ { \
daruf entlehnen umb daz, daz den hantwerken, die der wolle ge- zu leihen.
bruchent, deshalb von iren ehaiten, mdgten, knechten, spinnerin oder
andern an der wolle dest minder schadens unbiUich ztlgef&get werde;
wdlich juden oder judin aber daz dberf&ren, die maint der raute,
10 wa sich das kuntlich erfindet, gar hertiklich darutnbe ze straufen und
zu bussen, als er sich denne umb a in ieglich sache zil ieglicher zite
erkennet und wil darinne niemans schonen. Geben und geschehen uf
den tage, zite und jdre als davor geschriben stSV)
349. — Der m) burgermaister und grosser und klainer rate cferFol. 113 a.
16 statt ze Ulme hand fbrgenommen die her ten swdren landsUfe und hdnd Dienstboten
darumbe verbotten alien und ieglichen juden und jddin, hie ze Ulme Juden.
wonhaftigen und gesessen, gegemviirtigen und Mnftigen, jungen und
alten, das ir dehainer noch dehain dehainerlai eehalten, die crfctan
sien, weder mdgte, knfohte, ammen noch dehainerlai eehalten haben
20 sMen in dehain wise; welich juden oder jiidin aber ddrAber hie ze
Ulme cristanische eehalten hetten, die wirt man ddrumbe straufen
und bAssen in sdlicher masse, das der rdte des furo maint ab ze sin.
Aber sdlich eehalten, mdgt, knecht oder eehalten, frSwen oder manns-
nammen, jung oder alt, die onstan weren, und den juden oderj&din
25 dardber dienten, sitten darumb also gestraufet werden, das ir ieg-
lichs ewiklich usser der stat und usser dem zehenden hie ze Ulme
dtte alle gnade sol und miss.*)
350. — D&rn&ch hdt der rdte hie ze Ulme gesetzet, das nu Schlach-
f&ro alle juden und jddin, hie ze Ulme wonhaftig und gesessen, tungen der
30 sdlich jlaisch, das si essen stillen und wdllen, koufen sullen gantz uf Juden -
dem markt*) oder gantz von den metzgern lebendig under dem felle
») Hand ron 1418.
') 1426 Mai 15. In Zurich war ihnen das Leihen auf Seide verboten.
Vgl. Zttricher Richtebrief ed. Ott V, 107.
*) Vgl. dagegen Augsburger St.B. p. 58 § 14.
■) Vgl. Ziiricher Richtebrief ed, Ott V, 98. 110, Besondera Augfiburger
Stedtbuch p. 57 § 13. : •
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188 Art. 351—352.
koufen und gantz nemtnen sullen hindertaile und vordertaile in sdlicher
wise, was si also flaisch haben oder bruchen wdllen, da sullen si ainen
metzger firnemmen und ordnen, der in das koufe lebendig uf dent
markt oder von den metzgern, das die juden des nichtzit begroppen
noch begr/fen, und suHen denne die juden dasselb kdstflaisch in dem 5
juden schiVhof metzgen und niendert anders wd. Also was in denne
an d*m Jlaische ze vil wurde oder nicht fUgte, das si das denne aber
in der juden sch&lhof fail haben sullen und mugen, und aber niendert
anderswfa Und sol dch in dehain metzger hie ze Vlme dehain
flaisch anders metzgen noch dehain jiaisch, das in dberwtirde oder des 10
die juden nicht wdlten, anders nicht fails haben denne in der wise,
so vorbegriffen ist. Welich juden, jiidin, metzger, metzgerin oder
Fol. 113b. ander das uberf&ren, \ der ieglicher, w& das furkomet, wirt d&r umbe
ain herte, mare btiss liden, n&ch ains rdis bekantndsse hie ze Ulme.
Verbot des 351. — Und uff das setzet der rdte, da* nu fir has dehain 15
Handels mitj u d noc h jiidin, jung noch alt, dehainerlai essendig ding von opse,
Esswaren von v j sc fi etlf jiaisch, h&nm noch von dehainerlai essenden dingen nicht
mer hantzen, hanndeln, begroppen, begrifen noch umbziehen sol uf
dem markte noch anderswd, er habe es denne vor kouft und behept.
fiberf&re aber das dehain jude oder jtidin, w& das f&rkommet, so wil 20
man si hertiklich dSr umbe straufen und b&ssen, davor wisse sich
menglich ze Mten. Geben und geschehen uf afterm&ntag ntieh Micha-
helis anno domini etc. M°CCCC m0 vigesimo primo. 9 * ! )
Barchent- 352. — Wan h) in die barchantschlhcer und Sch die barchan-
schau, filch ze Ulme mer kit ch gebrechen von abnemung und absetzung be- 25
Barchent- ^^^ un< i kommen wolten, das dem geniainem koufman und dch der
an e ' statt ze Ulme grSssen schaden brdcht, darumbe sind der burgermaister
und der rdte, grSsser und klainer ze Ulme ze raute worden, sdlwhs
ze firkomen, ze wenden und das die barchant&ch in gelichem rechteti
stdt beliben mugen, und h&nd dise hernSch geschriben ordnung und 30
sache ze halten an der schSwe, den kartern, den wolschlahern und
den webern alien und ieglichen hie ze Ulme oder usserhalb gesessen,
die an die schdwe herwurkent, gesetzet und meinent nichtzit dest
a) FoL 114 ist unbesohrieben.
b) Am Band*; a da fah an."
') 1421 September 10.
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Art 86fc-36?.
189
minder dlle und ieglich ordnung, gesetzte stuke und sachen, die si
der schowCy den kartern und den webern vormals gemachet und uff
gesetzet htlnd, darzfi ze halten. 1 )
353. — Bi dcm ersten mainent si, das ain ieglicher karter,
5 der ietzo ist oder in ziten wirt, der an die schSwe her gen TJlme
kartet oder karten toil, geloben und schweren sol, die stuke als her-
n&chgeschriben ist, und die die karter angand, vestiklich ze halten
und ze versorgen.
Und ist das der erste, das dehain karter dehainem karterknecht
10 bi der zale der barchant&ch nicht mer lonen noch dehain sdlich
karter kneht bi der zale der barchanttlch nichtzit karter noch ar-
baiten sol, sunder sol man solich karter kneht bi jarlone, manotlone
und wocherdone dingen, umbe das si den barchant&chen, so si der
vilin nicht nti-ch arbaitent, dest rechter t&en und get&n rn&gen.
Karter.
15 354. — Das 8ch dehain karter bi detn aide dehain ander
hantwerk weder werben oder anders tribe denne attain, der sich kar-
tens began toil.
Karter.
355. — Och das dehain karter von den barchant&chen mer
Ions nemme denne das si atte und ieglich beliben bi dm lone als von
20 alter herkommen si.
Karter.
356. — Und zA beschliessung h&t der r&te gesetzet, das ain Fo\. 115b.
ieglich karter, der an die sch6we karten toil, sin besunder zaichen Karter.
habe und das uff ain ieglich t&ch, das er oder sin knicht kartent,
uffstdsse uff den aide, umbe das man den sachen dest has ndch-
25 komen mige.
357. — Darn&ch h&t der rautefAro gesetzet alien wol/schlahernwoltechl&ger.
die ietzo sind oder in ziten werdent, die schSwe her gen Ulme woU-
schlahen wdllent, das die alle und ir ieglicher besunder geloben undsweren
s Allen, das si uffir aide dehain bonwolle nicht schlahen noch ouch dehain
80 bonwolle z& andern tragen oder die vermischen stUlen, denne das si bios
>) Vgl. Nflbling, Ulmg Kauf hana p. 76 ff.
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ISO Art. 866— 362.
allain nu die bonwolle, die die schowe hie ze Ulme behept hat, schlahen
und arbaiten siillen und anders nichtzit dne alle arglist und gevdrde.
Barchent- 358. — Und umbe das, daz denne die scMwer an d#r schdwe
schau. dest bas ungelaicht beliben, und alle sachen dest redlicher und orden-
licher zAgan m&gen, so ist des rate mainung f&rbas also, das alle 5
und ieglich weber hie ze Ulme oder usserhalb gesessen, die denne her
an die schdwe w&rken w6Uen, geloben und siveren sAllen, die nfich-
geschriben artikel und sache ze ha It en und ze versorgen, und sidlen
och die schdwe, die ietzo sind oder in ziten von dem rdte gesetzet
werdent, an d*r schdwe daruff merken und uff ir aide darndch 10
schdwen.
Wober. 359. — Bi dem ersten sol dehain weber noch dehain ir wibe,
kind, eehalten noch nietnan andro von iro dehains wegen die barchan-
tuch weder mit kridstain noch unit kainen andem sachen beraiten bi
dem aide, dne allain mit herten stainen,die darzd gehdren und als 15
von alter herkommen ist ungeverlich.
Bearbeiten 360. — Darzu sol dehain weber noch dehain ir wibe, kind,
des. Barchentr eehalten noch nieman andro von iro dehains wegen dehain barchan-
tuchs. t&ch, das er hie schdwen toil, weder in kelm noch anderswd \ meltzen
11 " a * noch netzen in dehain wise dne alle gevdrde. Und welher dels fiber- 20
fAre, der sol und miiss von ieglichem sdlichem barchantiich, damit
er das tiberfiire, 5 schilling holier geben und ain vierdentail jdrs
usser der statt gan und sullen ouch die schower die alle und ieglich
uff ir aide rigen und in die aiming verkdnden.
Kcgentuch. 361. — Es sol dch bi dem aide dehain weber hie ze Ulme 25
oder usserhalb, der an die schowe herwiirket, noch iro dehains wibe,
kind, eehalten noch nieman von iro dehains wegen dthain regenttich
mer w&rken, denne das ztl dem minsten uss dem sechtzehner ge-
wdrket si.
Gam. 362. — Besunderlich sol dehain weber, der her an die schdwe 30
iv&rket, noch nieman von iro dehains wegen dehain wepfen gams,
die gemachet were, nicht koufen noch arbaiten bi dem aide; umbe das
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Art. 368-365. 191
ain ieglicher gewissen miige, das die wepfen dest gerechter sien und
dest redlicher z&gang ist das, daz daz ander stette umb uns 8ch
halien wend,
363. — Und ate denne ndmlicher gebreste davon entstdn wolt, Feines Baum-
5 das das bonwollin gam ze Main gespunnen und die wepfen des linin wollengarn.
gams dag en ze gross genommen werden, also dm an dem wtirken nicht
yelich aischet noch des bonwollin gams nach siner notdiirft gnfig
darin mag etc., das hat der rate also abgenommen und daruff gesetzt,
das ain ieglicher weber, der her an die schowe w&rket, mit im sell
10 und alien den sinen getr&welich versorgen und bestellen sol, das daz
Main bonwollin gam nicht mer als Main gespunnen und das bonwollin
gam und die wepfen in gelicher grdmn, gelichin concordantz und in
rechter mischung, als sich das denne an gespunst und an grdssin ze-
sammen aischet und gelichet , zesammen genommen und gelichetwerde, \u?idFol. 1161).
15 da 8 Sch nemlich die schower an der schowe aigenlich daruff merken
sMlen Sne alle argelist und gevdrde.
364. — Es mdchten och sdliche stuke als gevarlich tiberfarn Strafen.
werden, ain raute mainte die darumbe ze straufen, als er sich denne
erkannte, das die sache gevarlich oder ungevarlich were. Geben und
20 geschehen uff aftermdntag vor Martini anno domini millesimo qua-
dringentesimo dtcimo nono. 1 )
365. — Wir die burgermaister und grosser und Mainer rateFol. 117 a.
der statt ze Ulme bekennen offenlich mit disem brief e und ttlen hunt Schuster und
allermenglich umbe sdliche zwaiunge und misshettung, die sich erhept < ^ erter '
25 h&t und ufferstannden ist zwischen der zwaier hantwerh der schtichster
und der gdrwer in unser statt, dar umbe Sch baide vorgenante hant-
werk fir uns kommen sind und baidersite alle ire nStdurft und ge-
brechen, rede und widerrede f&r uns bracht und getragen h&nd, und
als sunderlich under anderm die vorgenanten gdrwer ainen briefe f
30 den in unser vor f am vor ziten gegeben und als si in und irer zunfte
ire gesetzte und recht und confirmieret hand, firgewenndet und daruff
die scMchster geredt h&nd, sid den mfilen der brief e davon nichtzit
besage und m) denne** die gdrwer ain sdlich gewonhait halten und
haben, das si ains gantzen jdrs dehainetn scMchster mer gdrwen
ft) Die Worte sind in der Hfcndschrift wiederholt.
l ) 1419 November 7.
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192 Art. aee.
denne acht schtvdrter** huten oder aber zwai und drissig felle, so ho fen
si das si den schftchstem nach irer nStdurft als til ir ieglicher be-
diirfe dess gelich als andern luten. Darzu so beraiten die gdrwer das
leder nicht in sdlicher masse nach ndtd&rft, das si ir kunden oder
ieman dumit behalten miigen. Und aber die gdrwer under anderm 5
och fihgewendet hand, ick wol ir brief e von den htiten und fell en
nicht besagv, so haben si doch in ir zunfte allweg also herbrdcht,
und beschehe das von ge mains nutze ivegen. Ddrzd als man denne
in irem brief e wol verhdre, wie hertiklich in uffgesetzet si, alles leder
zil beraiten, also tHen och sie das, und verwusten die sch&chster das 10
leder mit schmieren, das si dem nicht snialtz gnfig geben, sunder 6le,
das dem leder schddlich si, darzu br&chen. Darzu so arbaiten si
JlemscM leder, patzen und anders, das nicht koufmannsgut und dch in
zugdrwen rerbotten si etc., und als vil und anderer mengerlai mainung
mit worten von baiden fatten duruff cor uns gefollget hat, so haben 15
wir uns von den sachen aigenlich erf am und wol erkennet, und sien
ddruff ze rdte worden, und haben baide hantwerk ndch rdte der, die
sich solicits ver stand, umbe sSlich ir gebrechen entschaiden also, das
wir setzen des ersten, das der gerwer brief e, der vor uns fdrgewendet
Fol. 117 b. ist, bi sinen kreften, wie der atte mainung beseit, den \ selben brief e 20
an alien und ieglichen sinen mainung und begrifungen gehalten und
das dem, das er beseit, von im und dem hantwerk der gdrwer ndch-
gegangen werde und gn&g geschehe; und besunder, das si von stunde
an ain erber schowe uff das leder setzen und f&ro also halt en, das
dehain leder, das hie gegdnvet werde, ussgegeben werde, es si denne 25
vor besch&wet und recht bestunnden ndch des vorgenanten irs briefs
usswisunge ungevarlich; wan wares, das si des nicht tdten, und die
schdw erberklich und redlich hielten, versorgoten und verwdsen in der
wise, als wir in die denne empfolhen haben und als vorbegriffen ist,
so mainen wir die schSwe zu unsern hannden ze nemmen und die 30
f&ro halten nach dem und uns bedunket als nutzlich und g&t si.
Schau der 366. — Wir setzen ouch firo, das die vorgenanten zunft-
Gerberzunft. maister und zwdlfmaister der gdrwerztinfte mit in selb mit irem
hantwerk und zunfte und ouch mit irer schlkve versorgen, bestellen
und schaffen stitten, da$ dehain leder mer gestrkhen noch geheftet 35
werde, sunder das ain ieglich leder nu an ainem orte ainen haft
habe und nicht mer, das man dennocht allenthalben ddrin ndch not-
durft gesehen und grifen m&ge dne gevdrde.
•) Die Handichrift lint: H sehw»ri«r".
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Art. 367—870. 193
367. — Si sidlen ouch f&rkommtn und bestellen alle veil und Heften der
huten dutch den ruggen in der mitten ze stricken, so si die zesammen Felle.
legen wellen, und das man fdro nicht met denne ain felle zesammen
hefte, es si denne ouch an ainem ort und nicht mer, das man darin
5 dch nach grdssin und gutin allenthalben nach ndtdurft gesehen und
grifen muge tine alle gevdrde.
368. — F&rbas haben wir gesetzt, das man iedes jars ieg- Yerpflichtimg
lichem maister in der schuchster zunfte zehen swdrer hdtcn oder der Gerber
daf&r viertzig velle, weders denne ain ieglicher maister der schiichster £ e S en die
10 voil und im das alter beste ntich anzale f&get, gerwen und beraiten
sol und nicht mer von der schfichster leder, und daran siillen dch
die schuchster ain beniigen haben.
369. — Also ftirndmlich, das dehain scMchster f^rnemmen sol Fol. 118a.
haimlich oder offenlich mer hdten oder felle des jars in sdlicher forme Besehr&n-
15 3t2 gerwent ze geben an ainer summe oder ainzdchtig in dehain wise, ^ m % der
denne in der wise, so vorgeschriben st&t. Es sullen Sch herwiderumbe "" ..,
* gegenuber
die gdrwer dch samentlich oder sunderlich den scMchstern irs leders <j eil aerhem.
nicht mer huten dder jdrlich beraiten und gdrwen denne in der wise
als vorgelutei htit. Beschdhe aber, das daz immer tiberfaren w&rde,
20 ainest oder mer, so siillen und mugen die gdrwer ir undertane, die
das uberfuren, darumbe straufen und bussen n&ch irer ordnung und
gesetzte, als dick das dberfaren wArde, und wti sich das kuntlich und
redlich erf&nde, und wenne oder als dik die gdrwer also ir underttin
des dberfarens halb umb wtir schulde strtifent und b&ssent, so mugen
23 si die scMchster des erindem und damit ze wissent ttin, welch
scMchster das dberfaren haben, die selben scMchster, die das also
Aberfaren hetten, und da sich das kuntlich erfunden hette, als vor-
geschriben sttit, siillen dch denne dess gelich von der schuchster zdnfte
gestraufet und gebusset werden als die gdrwdr gestraufet sind, tine
30 vertzuge und widerrede, und sol dtirinne dehain vortaile von entwederm
hantwerk gesiicht werden, arglist und gevdrde dtirinne ussgeschaiden.
370. — Herwiderumb haben Sch wir den scMchstern gesetzet, Leder-
das wir mainen und wellen, das der zunftmaister und die zwdlf- bcarbeitung.
maister mit in selb und dem gantzen hantwerk der scMchster fir-
35 kommen und schaffen, das die das leder, das si bruchent, mit schmieren
WflrH. Geichichtsquellen Till. 13
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194 Art. 371—374.
und alien sachen wol zuberaiten als denne ieglichem zfigehiret und
nach alter ndtdiirft, und daran dehain schmaltze oder anders, dm
im zAgehdret, sparen und allermenglich nach ndtdurfte versorgen tm-
gevarlich.
Leder fiir 371. — Och setzen wir ih, das si umbe den f Ass und dar under 5
Fuaszoug. mi /tiro zft allem geschuche nichtzit anders denne gilt gerecht leder
bruchen und dehainen patzen flemsch noch nichtzit sdlichs, das den
Fol. 118b. gdrwern \ ze gdrwen verbotten ist r darzfi nhtzen oder nemmen in dehain
wise ane gevdrde.
Schau der 372. — Umbe das man aber dest has leder hie gehaben nidge, 10
SchuHtcr- so gunnen und erlouben wir gfd gerecht patzen, die koufmansgilt
zunft. s j en unc [ h a i ssen UH( i n icht anders brtiche; also doch, das man die
zil dem gesch&che attain oberhalb der knoden ze ibbergesch&he und
nicht anders bruche und ntitze in dehainen wege dne alle gevdrde;
und och f&rbas aber also, das der zunftmaister und die zwdlfmaister 15
der scMchster z&nfte daruff ain erber sckdwe och setzen und haben
sfillen, ze versorgen, das nichtzit anders von patzen, denne das kouf-
mansgfit si, und Sch nicht anders, denne in der wise, so vorbegriffen
ist, gebrucht noch gearbait werde, oder wa si das nicht also ver-
sorgoten, so mainen wir sdlichs Sch zil unsern hannden ze nemmen, 20
dess gelich als von der gdrwer schowe da vorbegriffen ist.
strafen. 373. — Und also mainen und weUen wir, das alles das, daz
hie vorgeschriben stat und och ieglichs stuke besunder von baiden
hantwerken der schuchster und der gdrwer und alien den iren in
sdlicher mainung als davor underschaiden ist, gehalten und nicht fiber- 25
faren werde, denne von wem sich ftinde, der ichtzit, das hie vor-
begriffen ist, fiberfure und nicht hielte, als davor gelutet hat, den
und die alle und ieglich mainen wir dar umbe nach unser erkantnfisse
ze straufen und ze b&ssen, wan wir sdliche straufe und btlsse uns
selb behalten haben. 30
Vorbehalt 374. — Doch so ist unser mainunge, das alle hie vorgeschriben
dea Rats, sachen beliben und bestdn stillen an unser oder unser ndchkomen
widerrufen, das wir gewalt haben willen, dis abzetun, ze mindern,
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Art. 375—376. 195
zu meren und ze halten als uns denne zi% alien ziten bedunken wirt y
unser statt und der unsern nutze und ndtdurft ze sin, in dem allem
und ir ieglicJiem arglist \ und gevdrde gentzlich ussgeschaiden. Geben Fol. 119 a.
mid geschehen uf sant Vincencien tage, des jars, als man zalt ndch
5 Cristi timers herren gebtirt und in dem f&nf und zwainteigisten jSren})
375. — Der burgermaister und grdsser u)id Uainer raute der Fol. 120a.
Halt Ulme h3nd ffa-gmommen die clage der cramerzdnfte, das in Kramer- und
die schnider in ir zunfte und zunftrecht grifen mit fails haben ScQlieider -
guglers, gefdrbter und ungefdrbter linwdt, fadem, kdlsche, bendlin,
10 bonwolle und anderm, das also nicht herkommen were und dch nicht
sin sdlte, und ndch dem baide egenanten ziinften uf hiut datum dirre
geschriffte ir notdarfte, rede und widerrede, und alle gelegenhait aigen-
lich fir rate br&cht hdnd, so hat si der rate also entschaiden: des
ersten, das dehain schnider hie ze Ulme gegenw&rtig und kdnftig
15 dehainen gugler, dehainen kolsche, dehain gefdrbte linwat noch de-
hainen gefdrbten fadem noch dch dehainerlai bendlin, gefdrwet noch
ungefdrwet und besunder dehain bonwolle oder ander sdliche sache
fails haben sAlle, haimlich noch offenlich. Und sol dch ir dehainer
das alles noch sin nichtzit verkoufen, ussschniden noch usswegen in
20 dehain ivise, wan das cramdinglach haisset und ist und den cramern
zHgehdret ane alle gevdrde.
376. — Aber ungefdrbte. linwdt, roch oder geblaicht, welcher- Ebenso.
lai die ist, und dch ungefdr[b]tenfaden, dch rdch oder geblaicht, mugen
die schnider wol haben und iren kunden geben ane der cramer irrunge
25 und suss in dehain ander wise verkoufen, also doch, das dehain
schnider damit attain und besunder und sin hantwerk nicht ze triben
zH laden stdn sol in dehainen wege. Welcher aber von sins hant-
werks wegen sin schnidwerk ze triben zti laden st&nde, der mag dabi
ungefdrbte linwat und ungefdr[b]ten fadem als vorbegriffen ist,
50 haben und sinen kunden geben ungeirret von den crdmern. Darzu
m&gen dch si barchant iren kunden dch schniden und geben und
nieman andro, also doch, das sie dehainen andern barchant schniden,
denne der hie ze Ulme an der schdwe geschowet ist, ungevarlich.
Und also mainen wir, das daz von baiden vorgenanten z&nften un-
35 zerbrochenlich gehalten werde untz an unser widerrufen bi ainer sdli-
') 1425 J&nuar 22.
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Schmied-
zunft.
196 Art. 377-378.
chen pene nach ains rSts bekantnAss. Geben und geschehen uf
g&temtag nach Geori anno domini mittesimo quadringentesimo vicesimo-
primo. 1 )
Fol. 120b. 377. — Der burgermaister nnd grdsser und kfainer raute der
Kramer- und statt ze Ulme hand f&rgenommen die zwaiunge, die sich erhept hat und j>
ufferstannden ist zicischen der zwaier hantwerk der cramer und der
schmid zdnften. Umbe das, ah das hantwerk der sehmid von den
cramern, spenglem, sattlern und andern in der cramer z&nfte geklegt
hSnd, das si gepiss } sporn, stegraif schloss, markschloss, schlAssel,
krapfen, ringen, nagel, strigel und ander geschmid fails hetten, fir 10
ir laden hankten und anders hielten denne vorher, und dch sunder-
lich an schlossen und schhUseln anders denne in ufgesetzet oder a in
gemainer nutze were, ir hanndlung triben; und aber die crSmer zbnfte
maint, das si also herkomen iveren, das si sdlich geschmide alliceg
fail gehept hetten 9 und es hiess und were dch cremeri etc. Wie si 15.
sdlich zwaiunge in gelichen zimlichen dingen abtuen und dch ietwedre
zunfte in billichem mittel der vorgeschriben briche und stdsse beheben,
das der gemain mUze gef&rdert werde, und nach dent si sich von
balder vorgenanten zunften herkomen aigenlich erfaren und daruf
beratenlich bedacht hSnd, so hand si die egenanten zwo zunften also 20
entscliaiden mit sdlichen underschaiden als her nach geschriben stat
die si baider site und iegliche zibifte besunder und ouch alle und,
ieglich ir undertan halten und dabi also als hernach undersc/utiden
ist, beliben sullen als lang und alle die wile es dem raute hie ze
Ulme fuglich ist und nutzenlich bedunket und untz an des rats 2Z>
widerrufeh und absagen.
Ehenso. 378. — Bi dem ersten so hand si gesetzet, das nufitro delta in
cramer, spengler, saltier noch nieman andro in der cramer zunfte
hie ze Ulme sdlichs geschmids als vorgeschriben stat noch dehainerlai
anders geschmids nichtzit fiir ir laden herusshcnken noch anders 30
fail haben si\Uen, denne als hernach begriffen wirt. Und also stillen
und mAgen allain cramer gepis, sporn, stegraif, krapfen, ringen und
strigel die vorgeschriben geschmide hufenwerks fail haben also das
si daz hinden in iren laden haben und herfiir nicht henken dess
*) 1421 April 28.
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Art 879—382. 197
</elich ah si das von alter her hinden in iren laden fail gehept hdnd Fol. 121a.
ungevarlich. Och migen cramer, spengler, sattler und ander in der
crdmer zunfte nagel tool fail haben und die uff ir laden herfir setzen
als si denne van alter Sch get&n haben dne gevdrde.
5 379. — Es migen dch allein cramer und toeder spengler, Ebenso.
satler noch suss nieman in irer zinfte markschlos in iren laden fail
haben und schlissel, die zA denselben markscldossen gehdren, damit
verkoufen, als ferre das die selben markschloss, die si fail haben,
wdllen besetzet sien; dess gelich als denne die schmid hie ze Ulme
10 die machen und fail haben sillen, und das suss dehain anders hie
fail gehept noch verkouft werde, und dch als ferre, das dehain cramer
dehainen schlissel dne schloss nicht hingeb noch verkdfe in dehain
wise, alles dne gevdrde.
380. — DarzA hat der raute gesetzet, das die sattler hie ze Ebenso.
15 Ulme dehains sdlichen geschmides als vorgelutet hat, nichtzit fir ir
laden herusshenken sillen, denne als vii si des ingestochen oder in-
gezogen fails haben oder verkoufen wdllen. Das sillen und migen
si also ingestochen und ingezogen fir ir laden wol henken; wdlten
aber si sdlichs geschmids und hufenwerks als vorgelutet hdt icht suss
20 fail haben, das migen si tfin da hinden in iren laden als das Sch
von alter herkommen ist due arglist und gevdrde.
381. — Wolten Sch die spengler. hie ze Ulme sdlichs geschmides Spengler.
und hufenwerks als vorgeschriben stdt, icht fail haben, das sillen
und migen si tun, allain ingestochen und ingezogen in iren laden
.25 haben oder dafir henken, also doch, das si sich mit dent gereme
und leder halten als das denne sdlich zedel, die der rate zunschen ir
und der sattler vormals gegeben hat, ussivisen, alles ungevarlich. 1 )
382. — Und mit disen vorgeschriben stuken und sachen hdt Schlbsser
der rdte abgenommen, das nieman hie ze Ulme dehain anschlahentun&S&lusiwL
30 schloss noch ainzdehtig \ schlissel noch de ha inerlai anders geschmides, Fol. 1211).
denne als vorgelutet hat, nicht fail haben sol, ussgenommen allain schmid
und die in irer zunfte, als sich das denne ir ieylichem gepi'iret in dem
all em und ir ieglkhem, argelist und gevdrde gentzlich ussgeschlossen*
') Vgl. n. 384.
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198 Art. 383—884.
383. — Und also s&llen baide vorgenante z&nften and ir iet
wedre besunder bi disen vorgeschriben spr&chen und entschidungen
beliben in aller der wise, so vorgeschriben st&t, als lang und alle die
wile das dem rate hie ze Ulme ftiglich ist, und den raute bedunket,
das es armen und richen nntzlich si, also das der r&te zil alien
ziten gewalt hat, es alles und ieglichs stuke besunder ze mindern, ze
meren, ze verkeren aid gantz abzet&n, von menglichem daran unge-
sumet. Geben und geschehen uf fritag nach sant Pelagen tage anno
domini M°CCCC mo vigesimo quinto. 1 )
Fol. 122 a. 384. — Wir die burgermaister und raute der statt Ulme lO
Spengler und bekennen offenlich mit disem brief e, umbe sdliche zwaiunge und st6sse 7
Satter. ( f- e ^^ ^.fo^ hand und ufferstanden sind zwischen der zwaier
hantwerk mit nammcn der spengler und der sattler in unser statt, also
das die spengler mainten, das si Ungrisch leder w&rken, arbaiten und
fails haben sdlten als wol als die sattler, wan si also herkomen weren 15-
und ir vordem dess gelich ouch getSn hetten, und aber die sattler
mainten, das des nicht sin sdlte, wan das also nicht herkommen were,
so stthtde 6ch ir hantwerk gantz uff Ungerischem leder, darumbe si
also mit f&rsprechen mtr wan ainest f&r tins komtnen sind, und bai-
der site alle ire notdurft, rede, widerred, brief e und anders fir tins 20
bracht und getragen hand, so haben wir si nach vdlliger underwisung
und raute entschaiden und zwischen ir ussgesprochen, das dehain
spengler hie ze Ulme dehain Ungrisch leder nicht gerwen noch fails
haben sol in dehain wise. Wer es aber, ob ieman von dehainem
spengler hie begerte, das er im geziuge gerait zem f&rbug oder anders 26«
schnitte und beschluge, der mag das wol t&n, also doch, ob das von
Ungrischem leder sin und beschehen sdlte, so sol ain ieglicher sdliche r
spengler dasselb Ungrisch leder von den sattlern hie ze Ulme koufen,
ussgesetzet doch stigleder und anders sdlichs geziugs, das den sattlern
gantz ziigehdret und damit die spengler nicht ze tund haben s&Uen so
ungev&rlich. Wol m&gen die spengler von anderm leder ane von
Ungrischem leder wol zum f&rb&g und gerait schniden, arbaiten und
faile haben, ungeirret von deft sattlern ane gevdrde, und doch also,
wene si gedschert leder bruchent und arbaitent, das si denne das
nicht f&r Ungrisch leder hingeben noch das schmierben noch fdrwen 35
s&llen umbe das man das erkenne und nieman damit betrogen werde.
l ) 1425 August 31.
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Art. 385. 199
Dis sUlen also baide hantwerk halten in der wise, so vorbegriffen
ist untz an wiser und ains rtits mderr&fen die wile es dem raute
und der statt hie f&glich und nutzlich ist tine gevdrde. Geben und
geschehen uf sant Margareihen tage ntich Cristi unsers herren gepdrte
6 viertzehenhundert und in dem vier und zwaintzigisten jaren. 1 )
385 . — Der burgermaister und grSsser und klainer rate derYol. 122 b.
statt ze TJlme hand von sdlicher klage wegen der miller hie ze Ulme, Mailer.
die si geheppt htind ab dem geschaide des wassers der Blaice hie Wasserrechfc -
ze Ulme und ouch ab etUichen ftichbomen und gdssbetten ettlicher mMin,
10 das die nicht Idgen noch weren, als si sin sdlten und von alter
weren geivesen, und das sich das also verrucket hette, das ettlich mtilin
wassers mangel gewinnen wdlten, ettlich ze vil wassers hetten, etc. f&r-
genommen, das man mittel in alien sachen in gelichen billichen dingen
bilHch silchet, f&rnimpt und ain ieglich sache in sdliche.m sttit als
15 herkommen und billich ist, billich behalt und behept, und htind dar-
umbe ettlich des rtites mid d&rzti, ettwievil werkl&te und ouch die ge-
schwomen der statt hie ze Ulme z& den sachen zA ettwiemdnigen
mdlen geschiket, die sachen ze schdwen, ze erfaren und zfi recht-
fertigen, das den midern alien und ieglichen gelichs widerfare, und
20 si und ir milinen in sdlichem sttit als si biss herkommen sien, beliben
und ntich fdlligem erfaren der sache und och aigenlicher underwisung
der, die darzfi geschiket sind, als vorbegriffen ist, so hand si gesetzet,
das daz wasser der Bltiwe an dem geschaide bi dem briuhus hie ze
Ulme mit ainer uffrechten schlacht und ain em uffrechten wAre in
25 sdlicher masse, als von alter herkommen ist, firgenommen, versorget
werden und f&ro da bi beliben sol, und das sdlich pfdle und anders,
das zd der schlacht gesetzet und geschlagen ist, allenthalben und
gentzlich abgettin sd/len werden tine gevdrde. Es sillen och die ftich-
bome der mittlin und anders, w& das nicht lit, als es von alter her-
30 kommen ist, ufgehept und in sdlicher mtisse geleit und gericht werden,
als si geschaffet htind und von alter herkommen ist, und sullen Sch
f&ro also, als von alter herkommen ist, beliben, von menglichcm daran
unbeswdret in alle wege und tine alle gevdrde.
Weres 8ch ob nu hinnenhin dehain mMler das wasser bi shier Fol. 123 a.
35 miilin romen wdlte, der mag das wol tiln, wetine des notdurft ist,
doch alliveg ntich raute haissen und underwisunge der geschwornen
') 1424 Juli 15.
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200 Art. 886—387.
oder sdlicher lAte, die in ain route hie ze Ulme dtirzti, besch[r]ibet
und git, und rdlezit unit willen und gunste ains burgermaisters und
rats hie ze Ulme ungevarlich.
Geben und geschehen uf giltemtag vor unsers herren fronlich-
nams tage anno domini etc. M'CCCC" vigesimo quarto. 1 ) 5
Fol. 123 b. 386. — Wir die burgermaister undraute grosser und klainer
Weinschank. der statt zA Ulme haben geddcht, das wir nu lang zite bi g&ten
j&ren grosse, merklich gebrechen an den winschenken hie ze Ulme
gehept haben und das man gar selten oder Idtzel gerechts wins hie
funden hat, und haben darumbe fArgenommen mengerlai wege, damit io
wir mainten, das sdlichs ze wenndent were, und ndchdem wir die sache
vil und dik erwegen und giiter masse erfunden haben, das sdlich
gebrechen allain von vilin und mengin der zapfen in ainem kelr vast
iren ursprunge hdnd, so haben wir tins selb, unser statt, unserm ge-
mainen volke, armen und richen ze nutze ain sdlich ordnunge und 15
gesetzte ndch raute der wisen und dch mit willen und wissen unser
gemaind fAr hannde genommen und gesetzt ze halten vestiklich untz
an unser widerr&fen,
Scheming 387. — laid setzen also des ersten, ddrumbe, das allertneng-
dea Weins. Uch dest gelichers geschehe, das alle unser underkdfel und winstichel 20
Fatah ge- u jp ^ cm fofe unser gesetzte, das nieman dehainerlai wins hie fail
'haben oder verkoufen sol, darinne dehainerlai gemdhts weder von
waiddschen, von kalk, von senf noch von dehainerlai ander sache
oder gemdehte sie, in dehainerlai wise denne das si luter und gerecht
sien Mftiklich ernAwern und halten sAllen bi den aid-en, die si tins 25
geswom hand, das ir ieglicher vor, ee das si im dehain vas wins
anstechen, swere, das der win also gerecht und ane gemdht sie, und
wir wollen Uch, das alle wagenlAte, haimsch und fremde, die unser
tmrkte buwent und win herfurent, fAr sich selb versorgen, das si
Indent mit s6lichem gerechten win, das si ir aide gantz und luter 30
daruff wol get fin mtigen, wan wir das fAr dehain beschdnung mer
haben wollen, das si anders nicht wissen oder dehain ander beschSn-
unge, sunder wolches sdlichen wagenmanns vas an der ivhe ungerecfit
mit dehainerlai gemdehte erfunden wtrden, dieselben vass sullen bloss
*) 1424 Juni 19.
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Art. 388—390. 201
verlorn sin, | und sind sdliche va*s aim gasts, der sol darzfi unsere Fol. 124 a.
mdrkte unit dehainem win in ainem jdre darnach nit buwen; tveren
aber die va*, die also ungerecht erfunden wurden, ain unsers burgers,
der die gef&rt hette, der sol und m&ss darzil ainen manot von unser
5 statt und nss unserm zehenden sin und das gelt gebm, das da-ruff
gehdret.
388. — D&rzH wSllen und setzen wir f&ro, das alle unser Weinliandel.
burger, die unser markte wit win buwent und win herfurent, den-
selben win alien und ieglichen, den si also fail haben wdllen, als bald
10 si den her gen Ulme in die statt bringen, uff unsern hofe und nien-
dert anders f&ren und daruff beliben lassen und von ainem mittem-
tage bis zA dem andern fail haben stolen und mdgen, doch das ir
dehainer den haim oder ab dem hofe nicht fure; und welcher von
ainem mittemtage bis z& dem andern nicht verkouft, der sol denne
15 den selben sinen win uss unser statt und unserm zehenden f&ren; mdcht
er aber den nicht enweg geftlren, so mag er denselben win wol ab-
stossen und legen in welches huse er hie ze Ulme toil und den ver-
koufen gen unsern burgern oder gen gesten, doch das er den selben
win hie ze Ulme noch in unserm zehenden nicht verschenken sol in
20 dehain wise. 1 )
389. — Welher unser burger aber win f&rt, den er ver- Weinschank
schenken toil, der mag den wol in sinen kelr legen und verschenken, der Bttrger.
doch das er uff shien aide gerecht win ane gemdchte, als vorbegriffen
ist, fure und och die selben vas alle und ieglich, die er hie ver-
25 schenket uss sinem kelr Mn und nicht uffscldahen sol, es si denne der
icher ainer dabi, den 6ch also ain ieglicher darzii say en und ver-
kfaiden und von ainem ieglichen vass, das er denne uffschlug, zicen
gfit haller geben sol, also das mit nammen bi ieglichen sdlichen sachen
unser geswom icher sin sillen ane alle gevdrde.
30 390. — Darzil setzen und wollen wir, das unser ungelter m/FoI. 1241).
die aide, die si tins och geswom hand, versorgen und bestellen siillen, Wcinuiigelt.
1 ) Vgl. Felix Fabri tractat. de civ. Ulm. p. 52. „Singulariter taineii in
platea, ubi est vini forum, ubi nonuumquam Htant 300 currus et plaustra onusta
vino. Non credo simile forum vini esse in Alemamiia, ubi tantum de vino in
plaustris habeatur venale, et tam repente sit venditum, nam ante meridiem omnia
sunt vendita et tantum pro grossa pecunia, non enim solvitur vinum obulis,
denariis aut cruciferis, sed florenis et beliemis ad promptum.
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202 Art. 391—394.
das alle und iegliche wirt und winschenken hie ze Ulme das ungelte
von niiwen schiveren die win gerecht ze halten und dehainen unge-
rechten win ze versckenken und als das denne das an im selb ist,
ungevarlich.
Zahl der 391. — Und sol ' uf das dehain wirt odsr winschenk gegen- &
Zapfen. wurtig mid kiinftig ains mtils nicht mer denne ainen zapfen uff ain gelte
und an ainem vas haben, den er schenke oder ieman gebe in dehain
wise dne gevdrde.
Weinsehank. 392. — U?id das denne das dest beliplicher gesin miige und
dest minder abgienge, so haben wir es also fdrgenomen und bestdtiget, 10
das ain ieglicher, der hie ze Ulme win schenket oder schenken wil,
wol koufen und haben mag in sinem kelr wins wie vil oder mengerlai
er wil, also doch das er dehainen win schenke ains mats denne von
ainem zapfen uff ain gelte und uss ainem vass und des andern wins
nichtzit schenke noch ainzdchtiklich ussgebe, alle die wile der selb 15.
win, den er uffget&n hat } weret, den er schenken wil, sin si denne
Itifzel oder vil in dehain wise. Und sol dch ain ieglicher winschenke
des also schiveren zti. Got und den hailigen, das also, als hievor und
hemach geschriben stat, ze halten und gerecht damit umbzegan dne
gevdrde. DarzA stillen unser ungelter und visierer ainem ieglichen 20
allezit den zapfen, das gelte und das vas, das er denne also schenken
nil, verschnben und verzaichnen. .
Weinsehank. 393. — Und wenne ain ieglich sdlich vas gantz ussgeschenket
wirt, das des wins nichtzit mer vorhanden ist, so mag der selb win-
schenk denne aber f&r sich ntmmen ain anders vass, ainen andern 26-
Fol. 125 a. zapfen und ain ander gelte, h6her t nider oder in dtmselben \ gelte, wieer
denne wil, also das er aber ains mals nicht mer denne ainen zapfen
uff ain gelte uss ainem vass habe, und das aber versorget und gehalten
werde als denne vor und nfch geschriben stat.
Schlechter 394. — Weres aber, das dehainem winschenken hie ze Ulme 30
Wein. dehain sdlich vass wins, so er das uffgetdt und anfienge ze schenken,
ufgienge saiger oder ungerecht wtirde, das er das nicht mer schenken
w6lte oder mdchte und ain anders ze schenken f&mdme, das sol er
bi dem aide nicht tiln noch dehain enndrunge machen denne mit wissen,
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Art. 395—396. 203
gehaiss und erlouben wiser ungelter und visierer, und sol dennocht
darzii dehainen andern zapfen uffrichten noch dehain ander vas
schenken in kainen wege, er habe denne dm vorder vas, das im denne
also uffgegangen mid ungerecht worden were, gantz z&geschlagen xind
5 sol Sch denne den selben win, der im also uffgegangen oder unge-
recht worden were bi dem aide, so mag er in wol [in] ain sunder
vas abziehen und usserhalb des zehenden oder uff dem lannde ver-
koufen, also das mi win nummen in unser statt noch in unserm zehenden
nichtzit vertriben werde in dehainerlai wise dne alle argelist undgevdrde.
10 395. — Und welcher oder welich witwe %) oder winsclienken hie strafen.
ze Vlme des ichtzit, das hie vorbegriffen ist, tiberfuren und nicht
stdt hielten, das doch ain ieglicher unbillich wider sinem aide tdte,
der ieglichen mainen wir ddrumbe ze strafen und ze bussen n&ch
dem wir uns erkennen, das er verschuldet habe, es si an libe oder
15 an gtit aid an in baiden. Davor wisse sich menglich ze huten und ze
bewaren. Datum et actum . . .
396. — Der burgermaister und grdsser und klainer raute der Fol. 126 a.
statt ze Vlme h&nd bed&cht den grdssen schaden und gebreclten, der Schweine-
hie ze Vlme ist von mengin wegen gaisler swin, das die allenthalben ,ialtun £*
20 in der statt umbg&nd, und allermenglich das sin verw&stent, wan die
nieman int&t und dch etlich lUte swin koufent, zaichnent und in die
statt schlahent uff allermenglichs schaden, und h&nd ddrumbe, s6lichs
ze fiirkommen, fdrgenommen und gesetzet vestiklich ze halten, des
ersten das nieman hie ze Vlme nu f ti.ro dehain swinsmfiter haben sol,
25 darzti sol nieman hie ze Vlme dehain gaisel swin mer haben denne
als vil, das ainem ieglichen husman hie ze Vlme zwai g a isle swin
und nicht mer und ainem ieglichen hie ze Vlme sesshaften, der buwet
und ain gantze mdnin hat, sechs gaisle swin und nicht mer zu haben
evlopt sind, also doch das ain ieglicher, der also swin hie ze Vlme
30 haben wil 9 dieselben swin des nachts in sin hus haime und dar innne
halte ungevarlich. Wer aber das dberfure, als dik das geschdhe, der
muste von ieglichem swin, des er mer hette, denne hie vor begriffen
ist, fAnf schilling holler geben und acht tage usser der statt sin;
welcher aber sine swin des nachts in sin hus nicht haimote und in-
35 tdte, was denne also s6licher swin des nachts in der statt in den
gassen und vor den hAsem funden werdent, die sol und mftss der
gremlinger haimen, int&n und den funden kinden geben. Was dch
a) Offenbar vertchrieben far „wirte".
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204 Art. 397.
er suss des tags swin erftinde, fiber die vorgenanten zale, die ieg-
licher kaben sol, als vorbegriffen ist, die sol er dch hairnen und
int&n, uf das, daz die, der die swin weren, gestrafet und geb&sset
werden. Weres aber, das sdliche sivin ergriffen umrden, der sich
niemant annemmen wdlte, von der b'&ss wegen, wenne oder wie dilc das 5
dch geschehe, wenne denne sdliche swin in des gremlingers turn *) untz
an den dritten tage beliben, das sich der nieman anneminen wdlte, so
Fol. 126 b. sol der grem \ linger die selben swin alle und iegliche aber denfunden
kinden geben, und ist dch Mr umbe ietzo dem gremlinger empfohlen
uf den aide, das er dar inne niemans schonen sol, als ferre doch das io
im von ieglichem b&sswirdigen swin das er ergrifet, 6 haller werden
sAllen, als dik das zti schulden kommet. Und uf das h&t der route
fiiro gesetzet, das iedertnan hie ze Ulme sdliche sine gaisle swin in
viertzehen tagen den nthsten vertriben und dnwerden sol, wan von
hiut tiber acht tage ditz gesetzte und btiss angdn sol. Doch so sind 15
in disem gesetzte msgenommen die Tutschen herren, Wengenherren und
das spittale also doch, das die selben ire swin menglich umchddlich
halUn* Darzti ob ain ieglich biderbman hie ze Dime swin mesten
wdlte, ains oder mer, Ihtzel oder til, das mag er wol txln unengolten
ditz gesetztes also doch, das er die selben swin halte allermenglich 20
unschddlich und uf die stige fure. Weres aber ob sdliche sivin dch
ergriffen warden, wenne denne der, des si weren, mit siner trhve
geloben tndchte, das im oder sinen eehalten sdliche swin ungevarlich
entrunnen weren, der were dehainer btiss darumbe schuldig alles un-
gevarlich. Geben und geschehen uf sunnentag vor sant Martins tage 25
anno domini etc. M^CCC™ vicesimo. 2 )
u
Fol. 127 a. 397. — Och von der grbssen klage wegen, die ab den treschern 3 )
Drescher. hie ze Ulme ist, das si nicht gantz tag treschen und die tagwerk strdws
und andrer sache ze klain machen, hdt der mute dch zti kiinftigem
nntze und fromen artnen und richen und allermenglich fArgenommen 30
das gesetzte, das vormals darumbe hie ze Dime gehept und gehalten
i>t, also das ain ieglicher trdscher hie ze Ulme nach der ersten frfi-
mess allezit anheben solte, ze treschen und also alien tage empsiklich
mit dem flegel treschen sol untz das die glogg driu schlug oder man
vesper bite und sol denne erst an f alien dassvlb getroschen korn ze 35
*) Vgl. II. UB. II, 18. 1318 Mali 25 und Loftier, Geuchichte der Festung
Ulm p. 32.
*) 1420 November 10.
a ) Siehe oben 830.
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Art. 398—400.
205
veer fen und ze stibern untz zenacht. Und tras si also des gantzen
tags strdws abldrren (!) und kds und swindss gemachen mdchten, das
hiess und was ain tagwerk, und mainent dch nu hin/Aro bi dem selben
gesetzte vesticlich z& beliben und hand gesetzet, das a lie und ieglich
5 trdscher, die ietzo hie ze Ulme treschent oder nu furo trdschen wdllen,
also treschen als hie vorbegriffen ist, welche aber des nicht tdten, tiin
wdlten oder das iberfxtren, der ist desselben taglons, als das iberfaren
wurde, verfallen, und sol und muss d&rz& acht tage uss der statt hie
ze Ulme sin als dik das iberfaren wilrde; tvdlte aber dehainer, chm
10 man tresche, sin trescher also nicht treschen lassen, und anders halten f
das sol doch die trescher nicht entschuldigen und sol darzu dennocht
der selb, dem man also tresche, acht tage usser der statt sin und das
gelte geben, das daruf gesetzet ist als dik das iberfaren wirde.
Datum et actum ut supra. 1 )
15 398. — Der burgermaister und grSsser und klainer route der¥o\. 128 a.
statt ze Dime hand ditrch der gemainen statt nutz und frommen wegen Stadtgut.
und dar umbe, das die gemain statt und ouch der gemainen statt gute
dest minder ze unwert hingange, aid von iemanns wegen schadhaft
werde, aid ze schaden fir iemann undergange, gesetzet nu hinmnhin
20 vestiklich und unabldsslich ze halten, also das nu firbas mer der statt
gemain gSte hie ze Ulme nieman, in welchem wesen, wirden oder eeren
der oder die sind oder werdent, weder gesten noch burgern nicht gelihen
werden sol an barschaft durch dehain nfit noch sache suss noch so,
haimlich noch offenlich noch in dthain wise ane alle gevdrde.
25 399. — Es sol dch dess gelich von der gemainen statt hie ze Stadtgut.
Ulme nieman fiiro dehain gute von nieman ussgetvunnen noch ent-
lehenet werden, noch sillen 6ch weder burgermaister, raute, stettrechner,
amptlite noch nieman andro von der statt hie ze Ulme wegen oder
in der statt natmnen hinder nieman, das der statt sache ist, umbe
30 dehain g&t stdn oder gdn aber in dehainen wege ane alle argelist
und gevdrde.
400. — Denne man sol nu firbas mer allezit der statt hie stadtgut.
ze Ulme gemain gfite allain der gemainen statt hie ze Ulme und
nieman andro zil dem nutzlichosten und besten anlegen, bewenden,
*) 1420 November 10.
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206 Art. 401.
keren und tfui, und sullen weder burgermaister, ratgeben, stettrechner,
amptlAte noch nieman andro damit cinders nichtzit fAmemmen noch
tin mit dehainen sachen noch in dehain wise, ungerarlich. Geben
und geschehen uf sant Jdrgen tage anno domini etc. JbPCCCC™ vige-
simo septimo. 1 ) 2 )
Fol. 128b. 401. — Der burgermaister und grosser und klainer rSte der
Neubauten statt ze Ulme mit dein vast entschipfet wirt, das underwilen so ge-
und sdsse und hAser hie ze Ulme abgand, es si von brunst, von bufelli-
"kait oder von under er sache wegen, underwilen zwischen zwain gibeln,
underwilen suss die hofstetten der selben abgegangen hAser und uff 10
ettlich ainige hofstett zwai hAser, uff ettlich villicht nier gebuwen
werd-en, und umbe das, daz in sdlichem nu furo recht, nutzlich und
gestallt bAwe hie ze Ulme beschehen mid volbrticht werden, so hSnd
si gesetzet durch luter gut, wa das ist, das nu fArbas mer hiiser hie
ze Ulme abgdnd von fiurs oder anderer sache wegen aid durch bu- 15
fellikait abgebrochen werdent, wenne oder trie dik das beschicht, und
sich ieman understat, der selben huser hofstetten wider ze buwen aid
ze bezimbern, das der denne dehainer solicher bAwe niwer hAser
dehainen anfahen sol ze t&n, es si denne, das er die geswornen hie
ze Ulme vor darzti fure und die underricht und aigenlich besehen 20
lasse, wie und was er maine ze buwen, und das och dem die ge-
swornen das vor bringen an ainen raute hie ze Ulme, und dem alle
gelegenhait ze erkennen geben, uf das, wie denne ain ieder ndch
ainer ieglichen sache gelegenhait und gestallt, underricht und under-
schaiden wirt von uinem rate und den geswornen hie ze Ulme, wie 25
man uin ieglich sdliche hofstatt bezimbern sidle mit ainem hus oder
mer, das allernutzlichest und bequemlichest si, das dch denne also
J'ibro nSchgegangen und nicht anders von nieman hie ze Ulme gebuwen
werde, argelist und gevdrde in dem allem gentzlich ussgeschaiden. Doch
so sol das vorder gesetzte von aller und ieglicher anderer buwe wegen, 80
wie die geschehen s&llen, gehalten werden und bi sinen kreften beliben
von disem gesetzte ungeletzet und unversert, wie denne dus stat und
begriffen ist Geben und geschehen uf sant Jdrgen tage anno domini etc.
M'CCCC" vigesimo septimo. 1 )
') 1427 April 23.
«) Vgl. Augsburger Stadtbuch XV, Nachtrag p. 255. Vgl. 11. 399. 400.
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Art. 402. 207
402. — Wir der burgennaister und grdsser and klainer a) Fol. 129 a.
raute der statt ze Ulme sien darob gesessen und haben beddcht, wie Strafrecht.
von ettlichen vert&nen und verldssen l&Un hie ze Ulme gross vortaile
und ufsdtze ges&cht and getriben sind, mit dem, das ainer, der ettwas
5 misset&t oder unrechts uf im gewist htit, dar umbe er an sinem libe
oder leben ze straufen, ze b&ssen aid ze pingen were gewesen, dur
sich selb oder ettwer an dem von sinen wegen mit uffsdtzen darzu
brScht hSt, das er zu sdlichem kommen ist, das er hinder rate oder
ainunge hie ze Ulme gesworn hdt uj sdlichs, das ir ieglicher gemaint
10 hat, das er sich mit silichem sweren fristen wdlte sins libs und lebens,
das er darumbe sin misstdt und bSshait weder an libe noch an leben
silte gestraufet und geb&sset werden, und umbe das, daz alle uff-
sdtzige mainunge und bdse vortail in dem gewenndet und desshalb weder
uns, unsem ratgebeti oder richtem nicht irrung, sunder^ alle boshait
15 gethnmet und geb&sset werden 0) nidge, so haben wir gesetzet fur
s6lich bdsk&ndikait und A) uffsdtze und mainen und w6llen, das unser
ainung von alien und ieglichen unsem ainungern, die ietzo sind oder
zH ziten imer gesetzet werdent, gehalten und gehanthabet werde an
alien and ieglichen stuken, mainungen und sachen als die denne in
20 unserm gesetztb&ch und ainungb&ch gesetzet ist und verschriben stilt,
vestiklich und empsildich, das die ditz gesetzte noch verschriben de-
hains ivegs letzen, verseren oder unkreftigen sol noch mag in dehain
wise ane alle gevarde. Beschdhe aber das, daz nu furbas iminer mer
ieman, ainer oder mer der oder die sdlich misstate oder boshait be-
25 g<*ngen> getdn aid uf in hetten durch ir luste und allafantz darzH
brdchten, also das si da)*zil kdmen, das si ufsdtziklich hinder rate oder
ainunge swtiren uf den troste, das si mainten sich selb sllicher irer
boshait, die an libe \ an leben ze strafent aid ze- b&ssent weren, #6 Fol. 129b.
fristen, die vor nicht uf kommen weren aid darndch fiirkdmen, aid die
30 in anderm schine denne si an in selb weren, erlutet weren, wie sich
das ffigte oder ziigienge, umbe sdlich misstdte oder boshait, die an
libe, an leben oder an gdidern des libs ze straufent und ze b&ssent
weren, sol noch mag nu hinnenhin nieman silichs swerens geniessen,
das er umbe war schtdde weder libs, lebens noch gelider darumbe
35 sicher si, denne man sol darumbe dest minder nicht zA ainem ieden
richten umbe ain ieglich misstdte oder boshait zti leben, libe oder
a) Am Rande : „fah an".
b) Die Handtohrift Meet: „iunder sunder".
o) Die Handtchrift liest: „ werden und werden".
4) Die Handschrift lieit: B und und* 1 .
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208 Art 403.
gelid-em ndch erkennen und usssprechen des r&ts hie ze Ultne odtr ti-
des merentails gelicher wise und in aliem detn rechten, als ob sdlich
hinder rSte oder ainunge nicht gesworen hetten ; suss soles aber umb
schlecht hanndd, frdfel oder unzucht, die sich in zorns wise verlofent,
und da nicht todschlege beschehent, beliben bi dem, so sdlich hinder 5
rSte oder ainung swerent, als von alter herkommen ist, ungevarlich.
Doch in dem aUezite behalten ainem r&te hie ze Ulme des, wen ain
rate wissentlich und umb wissent schulden, misstdte, sachen oder hanndel
hinder sich sweren l&t, das die alle und ieglich beliben sAllen bi
sdlicher frihait, sicherhait und straufe, als vorher kommen ist und als io
das denne ain rSte zu alien ziten die straufe f&rniwpt, argelist und
gevdrde in dem gentzlich ussgeschaiden. Geben und geschehen uf
sant Jdrgen tage in dem viertzehenhundertisten und siben und
zwaintzigisten jaren. 1 )
Fol. 130 a. 403. — Der** burgermaister und grosser und klainer rate 15
Fremden- der stat ze JJlme hand ftirgefaojmen merklich schaden und gebrechen,
recht. so arm um j riche hie liden von dem, daz vil fremder Idte hie sitzent
und wonent, die weder burgerrecht noch zunftrecht hand und doch
pflegent allerlai hanndlung und gewerbe ze haben und ze triben, ettliche
ligende g&te an hiisern, dkern, wissmedern oder garten, ettlich ouch 20
vich hand, ettlich zlnslehen bestand und ettlich suss ligent gfite bestand
von jar zfi jare, alles wider unser stat gesetzte, gewonhait und recht,
ivanne wie wol darumb vorher satzungen fiirgenommen und gemachet
sind, wabi alle sachen beliben und bestan s6lten t so hat es doch nicht
geholfen, es sien von tage zii tage mer und mer inbrtiche darin be- 25
schehen, und darumb, solichs ze firkommen, so hand si gesetzt, das
nu fiirbas nieman, der hie ze Ulme nicht burger ist, dehain ligent
giite weder huser, aker, garten, wisen noch nichtzit anders weder in
der stat hie ze Ulme noch in dem zechenden nicht haben, buwen noch
besitzen sol weder in aigenschaft, in zinslehen noch in dehainerlai 30
ander schlacht wise noch och suss von jare z& jare nicht bestan noch
in die nieman ze koufen geben, zitftigen noch lihen sol in dehainen
tvege. In sol och dardber dehain unser rihter dehainen brief ver-
sigeln in dehain wise, ob aber darAber dehain brief von unsern rih-
tem oder ieman andro von vergessenhait wegen aid in dehain ander 35
a) Neue Hand, dieselbe wie 291.
') 1427 April 23.
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Art 404. 209
wise tiber solichs iemer versigelt wurde, die selben brief a lie und ieg-
lich sullen dock allezit tode und unkrefftig haissen und sin in alle
wege, und sullen siliche guter unser gemain statt nach unsern fri~
haiten sin v erf alien, ussgemmen k&ser mag iederman allain von jare
6 z& jare bestan unengolten dite gesetztes und suss dehain ander ligent
gilt mer. Was ouch ieman, der nicht burger hie were, ligender gtlte
von k&sern, garten, akern oder wisen aid ivelcherlai gute das weren,
in aigetischaft wise, in zinslehens wise aid suss uffjare oder zite be-
stannden, kouft oder an sich bracht hette aid besdsse, bute oder inne-
10 hette, die alle und ieglich stiUen sdliche g&te och alle und iegliche in
jars friste dem ndchsten gen unsern ingesessen burgern verkoufen
und sich der entschlahen \ und abt&n. Denne welich des nicht tdten, Pol. 130b.
derselben oiler und ieglicher g&te sdlten aber unser gemainen stat ver-
fallen sin und solten dennocht die, die darinne dberfaren hetten,
15 darzA gestrauft und gebusset werden, als sich denne ain rat nach
gelegenhait der sache erkante, Darz& hand si och mer gesetzet, das
nieman, der nicht burger hie ze Ulme ist, dehain vich, weder von
rossen, rindern, gaissen, schafen, schwinen, Jcelbem noch lembern, das
unser waiden meste oder bruche, nicht mer ha ben sol in dehain wise
20 bi sdlicher pene, das von ieglichen sdlichen houpt vichs 5 schilling
holler ze pen gef alien, und die halp den hirten werden sdlten darumb,
das si dest williger und gejlissner sien, daruff ze merken, ussgenomen
in dem allem der, die wingarten buwen f die sol umb die wingarten
ditz gesetzte nicht angan, denne daz si alle und ieglich von der win-
25 garten wegen allezit in des rats gebotte und gewalt stan sullen und
doch also, das ir dehainer, der nicht burger hie ist, dehain ander
ligent gute hie ze Ulme weder in der stat noch in dem zechenden
noch och dehain vich nicht haben, buwen noch besitzen sol anders
denne alz vorgeschriben stat und bi den penen als vorgelutet haU %)
30 4t04t* — Wir h) der burgermaister und der rat, grosser undFol. 132a.
klainer der stat ze Ulme bekennen, das wir dem gar beratenlich Kaufleute-
nach gedacht haben und wie wir dem grossen abgang, der der erbern zunft *
zunft der koufHt hie ze Ulme ietzo vil zitz an erbern hlten be-
schechen ist, ze hilfe und ze statten kdmen, das si in eren und in
35 erberkait hinf&r als si bisher komen sind, dest bas beliben und bestan
mugen und darumb, so haben wir ainhdlklich gesetzt und setzen och
») Fol. 181 ist unbesohrieben.
b) Die game Eintragnng ist grOsstenteils wegradiert und kreuzweise mehrfach durch-
•trichen. Hand ron 1418.
Wuxtt. OetchichUquellen Till. 14
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210 Art. 405.
mit dieser [gegenwdrtigen] geschrift was wir nufirbas von hiut dem
tag be . . . zunft varen wend, und die sack mit der brief . . . abgan
wend, in der masse, als das die und das och die alls in
die selben zinft vam . . . darinne beliben sdllen, wan och suss
ieman z&nften weren, die . . . willen hetten der . . . began und 5
sich damit neren , die migen dch wol . . . varn in dieselben zunft si vor weren,
ungehindert derselben der oder dieselben vor hin sckweren sillen
gelert aide zu den hailigen, das si sich der koufmanschaft das ge-
truwen ze began und ze sweren denne des gewerbs oder des ont-
werks, des si vor gepflegen hand, und och das der oder die das 10
darumbe nicht t&gen, das si besorgen, das si ze zunftmaister oder
an den rat genomen und erweU werden, als och das vor ouch ver-
setzt ist.*)
Steuerwesen. 405. — F&rbas sien wir uff hiut disen tag ouch ze rat worden,
Geschworenefljs m # a /j gewonhait herkomen ist, wenne wir ain geschworen stiur 15
Steuer. g enomen haben und wir darnach etwimeng jar die selben stiur unge-
schworen namen, daz wir nieman, ob der kind ussgestiurt hett oder
ander redlicher schad von prunst, von raub oder von schatzung wegen
z&gefallen were, nichtzit abschlUgen, daz uns aber nu nicht gdtlich
noch gerecht bedunkt, und umbe das so haben wir gesetzt, wenne 20
sich das nu fArbas mer also schicken wurd, das ain unser burger,
es were mannes oder frowen name iriu kind nach der geschwornen
stiur ussstiurti, tdten si das denne gen andern unsern ingesessnen bur-
gern, von wedermtaile denne das selb ztigelt verstiurt wurde, aintweders
von dem, der daz geb oder von dem, der das neme, das des denne 25
gen&g si. Geben si aber iriu kind usser der statt, das im das denne
das selb ziigelt dennocht billich aber abgang, aber umbe das, ob ainer
verbrunne, beroubt oder beschatzft] wurde, das kuntlich were, setzen
wir, was denne ain ieglicher unser burger, dem das also widerfure,
mit sinem geschworfnjem aide bewaren mid beheben mag, das er 80
minder gilts hah denne er uff den tag gehebt hat, do er die stiur
schwfir, das im das denne billich an der stiur abgang ane alle geverde.
Das beschach an dem nechsten zinstag nach unser frowentag annun-
ciacionis anno domini etc. tercio decimo*)
*) Vgl. unten 11. 469. Die Eintragung ist dort wiederholt.
a ) 1413 Marz 28. Der Artikel ist ein Zusatz zu einer vermutlich schon
vorher vorhandenen Steuerordnung. Vgl. Ktflle, die Vermbgenssteuer der Reichs-
stadt Ulm 1898, p. 46 n. 6 und p. 126. 126. Auch sonst ebenda p. 79. 89.
91. 92. 98.
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Art. 400-407. 811
406. — Als denne bisher gewonhait gewesen ist, das gedenk- Fol. 132b.
brief gar long zitz hinder unsern richtern gelegen sind und damit Geltunga-
vil lut past schaden genomen hand, umbe das so haben wir gesetet, daQer von
teas gedenkbrief firbass tner hinder unset richter geleit werden, oder , . -
5 was schuldbrief nu under oder mit ains richters insigel nu firbas
besigelt werden, das die nicht lenger denne jar und tag nach den
ztten kreffHg sin sullen, es were denne, das die, die das angieng, use-
bringen und kuntlich gemachen mdchten, das si die sehtUde innerhcUb
der jar mit recht erfordert hetten oder ob die selben personen, die
10 das also antreff, inlands nicht gewesen oder zA iren tagen nicht komen
weren, diu driu stuck sAlten in darinne hilflich sin. %)
40Y. — TTtr b > der burgermaister und grosser und klainer rat Fol. 133b.
der statt zA Ulme sien darob gesessen und haben gedacht, das als Schnldrecht.
gar vil lAte hie zA Ulme von unendlichen luten umb ir gAte als gar
15 Appiklich und eUenklich betrogen und gelaicht werden mit uffgebung
irs gAtz oder schlussel und och mit dem, das vil lAt unussgeklegt
von unser statt fldchtig werdent und ir gAte und solich kofe, die
si tAnd und getan hand, vor vertribent und verschickent, damit die
schuldner nachgan und mangeln mAssen und toie wol das wir dar-
20 umbe vorher ettwiemdngerlai gesetzte getan haben, das das noch nicht
geholfen noch verfangen hatt den lAten, si ring und senftmAtig ge-
wesen, solich verlassenhait zA tAn und menglich umb das sin zA
laichen, also das des von tags zA tag ie lenger ie mer worden ist,
und darumbe solichs ze fArkomen, so sien wir beratenlich zA rate
25 worden, und haben gesetzet und mainen und wdllen och das fiunf
gantze jar, die nach sant JSrien x ) tag, der aller schierist komet, alter-
nehste nach ainander komen werden, unablassenlich und darnach untz
an unser widerrAfen und ablassen vestiklich halten, also wer der ist,
der nu furo hie zA Ulme sin gut oder schlussel gevarlich uffgit, zA
30 schlusset oder yerstdsset, es si in kofs, in uffgebung aid in verstekung
wise oder wie sich das suss gevarlich und unredlich schiket, aischet
oder fAget, aid der och unussgeklegt des rechten von unsrer statt jiAch-
tig wirdet und den lAten ir gAte entreit, der und och die alle und
a) Fol. 183 a ist unbeichrieben.
b) Hand you 1417.
<) April 23.
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212 Art. 408-411.
ieglich und och iriu wib 9 * sullen in unser statt and zehenden nimmer
mer komen noch sol och dehain bett oder gnade fAr si nimer mer
gehdren in dehain wise, sunder sullen alle, als bald sdliche Hag fur
unsern burgermaister und rate komet, in unser ainungbSch ver-
schriben werden, umbe das ir dest minder vergessen werde, und sullen >
und mugen och die schuldner, tea si sdlich ankdmen oder ergrifen
mdchten, mit in gefaren und t&n was und wie si wdlten, unengolten
und ungerechtgefertiget h) von uns und menglich von unsern wegen. 1 )
Sehuldrecht. 408. — Weres 0) och ob sich inner erfunde oder ieman be-
diichte, das dehain s sdlichen kind, die zil iren tagen kommen und in io
sinem brdt gewesen weren an den schidden sdlichem versteken, ufgeben
oder fluchsamin*) sdlich schidde gehept hetten, darumb si billich straufe
oder bfisse litten, umb daz haben wir gesetzet, daz man der selben
kinde ieglichem, als bald daz fUrkommet, f&r raute gebieten und ir
antwurt dariber hdren sol, und erfunde sich denne an der dehainem i»>
dez dehainerlai gevarlichait, wes sich denne ain raute zu alien ziten
dar&ber erkennet, ob sdliche ze bussen oder fltichsam sin sullen oder
wie si ze straufent, old ze bAssent sien, dabi sol es beliben.*)
Fol. 134a. 409. — Also doch furndmlich, das dehain schuldner dsn
Ebenso. sdlich gelt en sullen mit iro dehainem nicht tddingen noch ansetzen sol, 20
das sich daruff zieche oder geziehen muge, das er von solicher tdding
wegen oder darumbe wider in unser statt und zehenden muge komen
oder gelassen werden.
Strafe. 410. — Welicher aber das iiberftlre und sdlich tdding daruber
ansatzte oder tdte, der ieglicher sol und mfiss ain jare von unsrer 25*
statt und usser unserm zehenden sin und das gelte geben, das daruff
ist gesetzet
Strafe. 411. — Weres aber, das ieman uber sdlichs fur solicher de-
hainen bate herin zti lassen, der ieglicher sol und mdss darumbe
a) Eb folgt eine Basur, auf der 8—8 Wort© haben itehen kOnnen. Vgl. aucb den.
Nachtrag.
b) Lies UDgerechtfertiget.
c) Dai Folgende ist Naohtrag von ep&terer Hand.
d) Die Handschrlft Heat: n fluch8anin a .
*) Zur Sache vgl. oben n. 248. 249.
*) Dieselbe Vorschrift im 2. Gesatzbuch fol. 4 a (1417).
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Art. 412—414. 213
ainen manat usser unsrer statt und zehenden und och das gelte geben>
das daruff gesetzet ist 1 )
412. — Dock tnainen und wollen wir, das dis gesetzte den Konkun*.
schuldnern alien und ieglichen unschdcUich haisse und si, ietzo und
5 hernack, an detn gesetzte von uffgebens wegen, aid wa solich uffgeben
beschicht, das das alien und ieglichen schuldnern geheft und getailt
werden sol nach usswisung des gesetztes, das daruber vorgemachet ist,
ane alle geverde. Actum sexta feria post Margrete anno etc.
XVII"**)
10 4:13. — Das*) hat der rate ernAwert und wil die gesetzte
halten in alien mainungen und begrifungen als vorgelutet hat und
ist das beschehen uf sant Valentins tag anno domini etc. M^CCC™
tricesimo quinto.*)
414. — Und h) als define ettwievil lute hie z& Ulme von irer Kinder von
15 verlassenhait wegen usser unsrer statt gar lichtiklich gtgangen sind, fliichtigeu
und iren blunder und das ir hand mit in genomen und hand doch Schuldnern.
ire aigne lipliche kind hinder iren nachgeburen, hoffherren oder dem
*i getruwoten, sitzen lassen uff solich zfiversicht, das si mainten, das
Mr soliche kind nicht verderben liessen und z& den funden ndmen,
20 und wenne denne solichs ettwievil zitz best&nd, das si sich vorsdhen, |
das sin vergessen were, so kdmen si herwider und welten solicher Fol. 134b.
kinde zfi in nicht niemen, da durch uns und unsrer statt die lengin vil
kumbers und schadens zfigegangen war, wan nu das ain soliche un-
cristentjche, unbilliche sache ist, die billich ist zA wanden, so mainen
25 und w6llen wir, das nu firbas tner menglich hie zA Ulme, sine kind
selb ziehe und dest minder drinke, und och die nieman tner hinder
in hie sitzen lasse; welt aber ieman f&glich sin, sich selb von hinnen
zil Ziehen, das och der sine kind mit im nieme; wer.es aber, das
ieman wer,.der were f row oder man, jung oder alt, sdlich verlassen-
30 bait ie z& triben und sin aigen bltiLt und kinde also z& verwisen
a) Das Pol gen de ist spaterer Zusatc.
b) Hand ron 1417.
*) Dieselbe Vorschrift wSrtlich im 2. Qesatzbtich fol. 4 b (1417).
*) 1417 Juli 16.
*) 1435 Februar 14. Dieser Erneuerungsvermerk fefclt im 2. . Qesatzbuch.
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, 214 Art. 415—416.
mainte, daruff setzen wir ietzo vestiklich, welicher oder welich also
sich von unser statt zugen und kamen und ire kinde hinder in hie
sitzen und beliben liessen, das och der und die alle in unser statt
Ulme noch in unsern zehenden nimer mer komen sullen in dehain
wise; beschdch aber das, das also iro dehains so mAtwillig sin und 5-
daruber wider in unser statt gan wilten, zA den mainen und wdllen
wir also zA grifen und zA richten, das wir hoffen, wir werden solicher
boshait dest ee entladen; darnach wisse sich menglich zA halt en.
Datum ut supra.*)
Beihilfe zu 415. — Wir u) haben ouch vestiklich gesetzet, welch die weren, 10
betruge- es weren frowen, manne, vatter, mAter % brAder, sAne, tochtern, friunde,
nschem lanndlAte, nachburen, knechte, megte oder welcherlai ehalten oder lAte
die weren, die unsern burgern oder andern sesshaften lAten hie ze
Ulme, sie weren also ains vatter, mAter, friunde, brAder, landlAte,
nachpuren oder andern den selben also ir gAte, es wer schlAssel, hus- 15
raute, barschaft, vederwate oder wie das namen hat, nichtzit ussge-
nomen, hulfen verstecken, hinschieben, vertragen, zA schliessen, ver-
stossen und behalten wie oder in welch wise das were, da mit die
schtUdner irer schulde mangeln und usdigen must en y die alle und
iegliche, wann und so bald das f&rkommet, wilain raute dar umb bAssen 20
und straufen nach dem und sich ains ieden gevarlichait und unge-
varlichait, so er getriben und sich in dem verhanndelt hat, erfindet.
Datum et actum in vigilia sancti Petri** tt Pauli apostolorum anno
domini etc. M'CCC&XXXVU***)
Fol. 135 a. 416. — Als denne vil unser burger dick und vil umb ir 25
Weiber schulden, die sie schvddig sind und nicht zu vergelten hand, usser
** c ^J£ er unser stat, nach unser stat gewonhait und recht, ussgeklagt wer dent }
und denne die selben, die ussgeklagt werdent, ir ellche wibe hie
sitzen und in irem gAte, das sie denne bi den selben iren elichen wiben
hand und die selben frowen, so die nit zu failetn koufe und verkoufen 30
sitzent, durch sdlichs umb die schulden, die ir man gemacht hat, nicht
ussgeklegt und hie ze Ulme sitzen belibent, da durch die schuUner aber
ir schulden ussligent, datumb hat ain raute gesetzet, das nA firohin
ft) Hand Ton 14S7.
b) Die HftadMhrift liwti ft P«trt a ,
*) 1417 Juli 16.
') 1487 Juni 98. Findet sich im 8. Geaatebuch fol. 5 b.
Schuldner.
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Art. 417. 315
ains ieglichen elichen wibe, da ir man umb schuld ussgeklagt wirt,
umbe die selben schulde och ussgeklagt werden sol in aUer wise als ir
elicher man ussgeklegt warden ist; und sol die fro wen nicht schirmen,
das si ze failem koufe oder verkoufen nit gesessen ist. Diss gesetzte
5 wil am raute och darumb halten, da* ains ieden schuldner irer
schulde dest baz inkoment und bezalt werdent Datum et actum in
vigilia sancti Petri** et Pauli apostolorum anno domini etc. NfCCCQ"
tricesimo septimo. 1 )
417. — Wir*> der burgermaister und rate der statt zii Ulmc Fol. 135 b.
10 bekennen offenlich mit disem brief, wann wir langzite mit guter gewon* Vorzugsrecht
hait also herkommen sien, wa ain unser burger usser unser statt fluchtig des B ^ r & er8
oder hie zH Ulme sollicher nutssen beclagt und mit schulden bestricket . K , ! * g
worden, und unsern burgern schuldig ist, das denne die selben unser gegenttber
burger von sinem gilte ligenden und varenden, daz er denne hatt G&sten.
15 und hinder im verlies, vor menglichem usserhalb unser statt und die
nicht weren bezalt worden sind also mit gutem willen, gemainem rate
und wolbedachtem sinne und m&te, so haben wir die corgenante ge-
wonhait und gesetzt vtrnuwert und von nutcem also als hernach
volget, gesetzet und gefestnet, setzen und vestnen das mit rechter wissen
20 in krafft ditz gesetzt untz uf unser widerrilfen undablassen und ist dem
also: wene nu furbas mer uber kurtz oder uberlang beschicht, daz
unser burger oder burgerin aine oder mer von unser statt fluchtig
oder hie zfl Ulme sollicher massen beclagt und mit schuldnern bestricket
werdent, und uff die zite dhain gast pfande zti im oder ir erclagt
25 hatt, das denne olle unser burger und burgerin, den er oder die, die
denne also fl&chtig oder beclagt worden weren, als vorgeschriben stdt,
schuldig weren, von sinem verlassnen ligenden und varenden gilte,
wa si das erfaren oder anbekomen mugen, vor alien gesten und uss-
luten bezalt und ussgericht werden sullen, und wenne denne also die
30 vorgerurten unser burger und burgerin von sollichem gUte bezalt
werden, als vorgelut hat, were denne icht bbrigs und mer gtltz vor
hatiden, da durzH sol furo alien ussluten und gesten, den der oder
die denne schuldig wern, irem recht behalten sin; wtres aber, ob
dehain gast ainer oder mer z& dem oder den, die denne alsofltichtig
35 oder beclagt worden weren, als vorgeschriben stat, ee dem male und
») Die Handichrlft liett: „P«tre u .
b) Hand yon I4S9.
*) 1437 Juni 28. Findet sich im 2. Gesatzbuch fol. 6a. Vgl. oben n. 250.
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216 Art. 418—420.
si fluchtig oder beclagt worden weren, mit recht pfand erclagt hetten,
mit den selben pfanden der oder die nach unser siatt recht gefaren
und furo nach dem rechien vollfaren sullen unengolten diiz ge-
setzt. Gemacht uf unsers herren uffart aubent anno domini etc.
MCCCO-XXXIX.* 1 ) 5
Fol. 137 a. 418. — Wir h) der burgermaister und grosser und klainer rate
Luxus- ( / er statt ze Ulme sien dar ob gesessen und haben dem nachgedScht,
ordmiug ^ q i db er M 8S ilcait der hochfart und unmdssikait des brushes von
von 1420
anfang der welt biz her allwegen hertencklich und vast gestrafet und
gebusset hat, und umb das, daz wir dest baz in den hulden Gottes 10
und och wir dest unverderplicher bi am ander beliben mugen, so
haben wir dis nachgeschriben ordnung, armen und richen ze ndtze,
gesetzt und wdllen daz och die also bi uns hie ze Ulme gehalten
werden f hinnen c) bis uf sant Jirgen tage, % ) der schieriste hornet, und
darnach fdnf gantziu jare die nehsten nach ainander ane alles ab- 15
lassen.
Zahl der 419. — Bi dem ersten so setzen und wdllen wir, daz man
G&ste und ffobaz mer hie ze Ulme zti dehainer hochtzit mer lute haben noch
Schtt8seln. fafo n 80 i f d enne z fi d r { mfflen, zii iedem male besunder dcht d) schiisslan
mit mannen, mitfrowen und mit junkfrowen und uber ieglich schdssel 20
besunder nicht mer denne dri personen und sidlen daz sin die nechste
gebornen fr&nde, baidiu von dem brdtgot und von der brut; were aber daz
die, die also hochtzit hetten, alz vil nachgeborner frdnde nicht hetten, oder
ob ir ettlich weren, die de ha in en gebornen frtind hie hetten, die selben
mdchten die zale der vorgenanten dcht d) schdsslan zti, ieglichem der 25
drin m&len mit landluten wol ersetzen und erfollen, ob si wdlten;
doch haben wir darinne hin dan gesetzet, und ussgesundert geste und
gaisUich Idte, das die ditz gesetzt nicht anrtiren noch binden sol.
Hochzeits- 420. — Fdrbaz haben wir gesetzt, daz niemant hie ze Ulme
geschenke. z fi dehainer hochtzit nichtz gdben sol noch in jars friste dem nechsten 30
darnach, aber geste und gaistlicher libte ussgesetzt,
a) FoL 186 lat unbeichriebeA.
b) Hand von 1411.
c) Von bier an Znsatz wahrscheinlicb derselben Hand.
d) Stebt auf Kasur.
l ) 1439 Mai 13. Findet sich im 2. Gesatzbuch fol. 6 b.
*) April 23. Vgl. R. B. n. 1 ff. 205 ff. 315 ff.
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Art. 421—425. 217
421. — DarzA w6llen uHr mit namen, daz niemand hie zeYol. 137 b.
Ulme z& dehainer hochtzit kainem spilman gdben sol, denne alz vil, Spielleute.
daz ain iegticher zu sin selbs hochtzit tool vier spilman und nicht
mer umb sin aigen gelt dingen sol. 1 )
5 422. — Och setzen und verbieten wir, daz man zti, dehainer Sulzfisch und
hochtzit weder sultzvisch noch wiltprecht uss schiken sol, als och biz her Wildpret als
gewonlich ist gewesen, ez were denne ainer tragenden frowen von Hochzeita-
gelustz wegen oder siechen oder armen iMen durch Gotz willen, doch gesc
darinne aber ussgesetzt, ob man gest zA der hochtzit her gebetten oder
10 geladen hett t die den brMgeb oder die brut angehorten oder darzfi
geladen hetten, daz man den das dez nachtz an die herberge wol
schenken mdcht, als daz mit gewonhait herkomen ist, ane geverde.
423. — Wir haben och fdrbaz gesetzt, daz alle fruzechan Friihzeclien.
z& den hochzitan ab sien, und daz man der kain mer habe und daz
16 man z& ainer ieglichen hochtzit nicht mer schenkinm habe denne ain
schenkin nach inbis, und da sol och nieman t&ro komen denne umb
vier haller und wenne din selb schenkin fAr wirt, wdlt denne darnach
iemand mit dem br&tgolt in ain zech gin, der mdcht daz wol t&n.
424. — Es sol och mit namen dehain frowe zfi den hochtziten Frauen auf
20 nichtzit schenken, wol mugent die frowen nach imbis zil dem tantze Hochzeitcn.
gin alz ferre, daz si nichtzit da Schenken noch trinken, ez si denne
wasser, doch mit solichem underschaide, welch frowe zA der hochtzit
ingat, der mag man von der hochtzit, ob man wil, wol ainen ertrunk
wins geben und so si dannan gat, sant Johanns segen und nicht
25 mer ine alle geverde, doch also daz man darumb nichtz gebe
noch neme.
425. — So*> wellen wir furbas, wer also hie ze Ulme hochtzit Fol. 138 a.
hit, er si von den burgern oder von den hantwerkldten; daz denne Nach-
weder der bridgolt noch die brute noch weder des br&tgoltz noch der hochzeit -
30 brut vatter, m&ter noch fr&nde in ainem manot,' dem nechsten nach
der hochtzit, kainen hof noch kain gross mile, daz sich z& solichen
hdfen gelichet oder ziuhet, haben sullen.
a) Dm Folium ist swischen fol. 144 und 146 falsch elngeheftet. Hand von 1420.
*) Vgl. Strassburger UB. I, 617. 2. StR. (1214-1219) § 47.
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218 Art. 426-438.
Strafen. 426. — Und also tvellen tvir, daz die vorgeschriben stuk und
Schauer und artikel ditz gesetztes alle und ieglich gehalten und von nieman Aber-
Rttger. f aren toerden in dehain wise, wan wir daruff schower und rAger
gesetzt haben und setzen welien. Und wer daz AberfAre und dawider
. kdm oder tdte, der ieglichs, man und frowen, die von den burgern .>
sind, sind tins und unser statt von ieglichem solichem Aberfaren sechs
guldin gAter Binischer guldin ze geben verfallen ah dik das Aber-
faren wurde. Beschdch aber solich Aberfaren von den der gemainde
hie ze Ulme, der ieglichs, och man und frowen, sAilen Ans und unser
statt von ieglichem solichem Aberfaren dri guldin gAter Binischer 10
guldin zu pens richten und geben, alz dik das fiber faren wurde; und
sol dennocht ain ieglichs, daz sdlich Aberfaren tdte, von ieglichem
solichem Aberfaren ainen manot usser unser statt und zehenden sin
und daz gelte geben, daz daruff gehdret.
Vorbehalt 427. — Es m6cht aber solich Aberfaren alz gevarlich sin, 15-
der hoheren w { r wdlten Aber die vorgenant peue und bAss solich ungehorsamen,
mQkurlichen ^ denne also Aberfaren hetten, bessern und b&ssen nach dem und
wir uns bekannteti, daz die sache an ir selb gestalt were, wan wir
soVcher bAsse nieman nichtzit schenken noch faren lassen welien, und
ist och unser mainung, daz nieman fAr solich ungehorsamen, die also 20
AberfAren, bitten, sunder iederman die bAss und pene volgen lassen
sol. Geben und geschehen uff sunntag nach sant Niclaus tag anno
domini millesimo quadringentesimo vicesimo. 1 )
Fol. 138b. 428. — Wir** setzen och damit die egeschriben zite uss vestic-
Kleider- # c £ ze halten und weUn, daz nu fArbas dehain frowen nam, frowen 2&
ordnung. nQC j l j un ] c f rowenf feeder von den burgern noch von der gemainde
dehainen mantel noch rok, noch dehainen hdsse hie haben noch tragen
sAllen, der lenger si denne der zA dem lengsten ain halb viertal ainer
dn uff der erde lige und dehainen ermel noch flAgel daran lenger,
denn daz die bloss uff die erde stossen; und welche frowen oder 90
junkfrowen hie ze Ulme, Aber die wir ze gebietent haben, lenger rdk,
mdntd, hdss, ermel oder flAgel trAgen, wdren die von den burgern,
so sol und mAss ir iegliche von ieglichem solichem klaide, daz
si lenger oder anders gemachet hett denne ah vorbegriffen ist,
a) Hand Ton 1411.
') 1420 December 8.
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Art 429—482. 219
zwen guldin Rinischer ze btiss und ze pene geben alz dik si daz
fiber f&ren, wdren si aber von der gemainde, so wurde ir ieglichs von
ieglichem solichem tibcrfaren ain guldin ze bdss geben alz dik daz
geschdche. Und daruff haben wir och haimlich r&ger gesetzt und
5 wellen des nieman nichtzit schenken, davor wisse sich menglich ze
huten. Und ditz gesetzte von des gewands wegen sol anvahen und
angfin uft den hailigen tag der wihennechten ze ndchtf. 1 ) Datum
et actum ut supra. 9 )
429. — Dar2& haben wir gesetzt, daz dehain frowe hie 2*Fol. 139 a.
10 Ulme, si si burgerin oder antwerks frowe in iren kindbetten dehainen Kindbett-
hofe mer haben sol; wol mag ain frowe, ob si wil, in ir kindbette be8llche -
zil ainem bade ainost und nicht mer dri frowen ztl ir laden und
da bi sol si ez och beliben lassen und nicht dar&ber komen.
430. — So haben wir denne mit namen gesetzt, daz ainer Schleier.
15 ieglichen frowen name, ez si frowe oder junkfrowe, von den burgern
oder von den antwerk liten dehainen schmelern schldwer hie ze Ulme
tragen sol, denne der ir, so si uffrecht gat, ungevarlich da mitten so
man daruff griff e und den nider druket, uff den mantel stosset fine
aUe geverde, und*> daz och dehain frowe noch junkfrowe kainen
20 bendel trage, der tfiro kome denne umb ainen Binischen guldin.
431. — • Och daz dehainer frowenname weder frowen noch Kappen.
junkfrowen zi ainer kappen nicht mer Mchs bruchen noch verschniden
sol denne vier elln, daruss und dch daran mag si die wol haissen
zerhowen oder ze lappen schniden.
432. — Fdrbas, daz ain ieglichiu frowe und och junkfrowe Vol. 139 b.
hie ze Ulme wol ainen berlin krantz und nicht mer von zwelf loten Gteschmeide.
und och nicht mer und darzA ainen silbrin vergdlten gtirtd und och
nicht mer in der masse ah si die ietzo gemacht hand, liaben mag,
doch fine gloggen und fine scheUan.
») Da§ Folgtnde 1st ZuBfttz der gleichen Band.
s ) 1420 December 25.
*) 1420 Dezember 8.
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220 Art 483—437.
Kranze und 433. — Welich frowe oder junkfrowe solichet krdntze oder
Giirtel. gdrtel uff dis zit nicht hette, wSlt die der fdrbaz ains oder siubaidiu
machen, die sol si nicht kostlicher nock anders machen denne alz
vorgeschriben stat
Kleider- 434* — Och mag nu fdrbaz ainer ieglichen frowen name, ez 5
schnitt. si frowe oder junkfrowe hie wol tragen r6kk und topphart mit
jl&geln oder offen ermel, weders si wend, doch das die unzerhowen
und tine schlitze sient, und die selben fi&gd oder ermel mugent si tool
underziehen mit vehem ruggen oder schinfehem, also doch daz die
selben topphart und rdkk an in selb ungefAllet beliben und sien, und io
daz si under die fi&gel und ermel weder hdrmis noch mdrdris Ziehen
und daz och si weder an iren r6kken noch tappharten dehainen lappen
tragen noch haben und och mit namen daz in die tndntel, rdkk, topp-
hart und fliigel an der lengin nicht ferrer gangen denne bloss biz uff
die erde tine alle geverde. 15
Fol. 140 a. 435. — Och daz die witen ermel beliben in oiler der masse
Weite an lengin und witin alz die frowen und junkfroiven die biz her gehebt
Armel. wwc j getragen fiand tine alle geverde.
»Samt und 436. — So setzen wir och, daz dehain frowe noch junkfrowe
Seide. hie ze TJlme weder sementins noch sidins weder ze mdnteln, ze tapp- 20
harten noch ze rdkken tragen noch machen sdllen, wol micht ainer
ieglichen frowen name, die daz gerne tat oder ttin wilt, ain siditt
t&ch under irn mantel Ziehen und darunder tragen alz daz von alter
herkomen isU
Geschmeidc. 437. — Und sot och also mit namen ainer ieglichen' frowen 25
name hie ze Ulme, si si frowe oder junkfrowe dardber dehain hals-
band noch weder an iren krdntzen, benndeln noch an dehainem irem
klaide weder von edelm gestain, von bdrlin, von gtddin ringen noch
von geschlagnem noch von gendtem golde noch silber noch von borfen
noch von siden noch von wolle noch von faden nichtzit machen 80
noch tragen uff iren klaidern, denne daz ez beliben sol in aller der
masse als daz vor underschaiden ist, ussgenomen daz ainer ieglichen
frowen name, ez si frowe oder junkfrowe, si habe ainen bdrlin
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Art. 438—441. 221
hrantz oder nicht, ain hdfftlin, daz nicht t&ro home denne umb zehen
Rinisch guldin an irem krantze oder ob si toil an irem bendel oder
an ahver happen oder vornan an ir trust tragen mag.
438. — Darnach haben wir gesetzt van der manne wegen, daz Kappen.
5 ctin ieglicher matins name hie ze Ulme, ez si man oder gdtUing
von den burgern oder von den antwerk Ititen, zti ainer happen och
nicht mer tUchs bruchen noch haben sol denne vier elln und die mag
er och wol zerhowen und zerschnitzlen wie er toil.
439. — Ftirbaz haben wir gesetzt, daz dehain man noch mantis Fol. 140 b.
10 name hie ze Ulme weder an menteln, rdhken noch tapharten dehaitxen Lappen und
lappen mer tragen noch haben sol und an ieglichem sinem gewande Scnlitze -
nicht mer denne acht schlitz uff daz maist, wol mag er der minder
machen und haben, ob er ivil, doch ussgenomen des, daz ain ieglicher
wol ainen ritrokk oder ritschdppen machen mag mit lappen oder nach
15 sitiem wolgef alien also doch, daz er den selben ritrokk oder ritschdppen
hie ze Ulme in der stat nicht tragen sol, denne so er ze stund riten
toil, fine alle geverde und och dez och ussgesetzt, daz ain ieglicher
manns name, er si jung oder alt, wol an ainem mantel, rokk oder
tapphart, der nicht mit ruhem under fidt ist, undan ain gefrdns von
20 lappen, die nicht lenger sien detme ain viertail ainer ellen von tfich,
tragen und haben mag.
440. — Darzu mag ain ieglicher matins name wol ainen silbrin Gtirtel und
gtirtel oder ketten tragen oder wer daz hat, si baidiu, welher aber Ketten.
weder ketiin noch silbrin gtirtel hette, wil der, der mag wol beschlagens
25 tragen an sinerti gewande biz an dri mark und sol och dar&ber weder
von getx&tem silber noch borten noch von siden, von wolle noch von
faden uff siniu klaider nichtzit machen lassen noch tragen Sne alle
gevdrde; und daz och alien manns namen sie sien alt oder jung ir
m&ntely rdkk und tapphart och nicht lenger sin sdllen denne daz si
30 bloz uff die erde stossent alz och daz vor von den frowen ge-
sehriben stat
441. — Darzfi sullen dehain manns name die vedrin krdntze Fol. 141 a.
noch weder gloggen noch schellen in die kirchen mer tragen dne alle Glocken und
geverd*. Schellen.
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222 Art 442-445.
Kleider der 442* — Wir verbieten och die egenant zit alien dienenden
Dienstboten. lAten hie ze Dime, si sien manns oder frowen namen, die hie der statt
kind nicht sind, daz der dehains kainen sidinen bendel hie trage denne
daz si bi detn beliben sAllen als vor versetzt ist, daz ir dehainer noch
dehains kainen bendel denne von wolle oder vonfadem, und der nicht
tiro denne umb ainen schilling holler kotne, haben sol.
Strafe. 443. — Und wer der were, der der vorgenant sink dehains Aber*
f&re, ez were manns oder frowen name gevarlichen, daz der von
ieglichem Aberfaren, daz sich kunUichen erfAnde, zwaintzig guldin der
stat ze rechter pene sol verf alien sin oder ain jare usser der stat, io
ez si von den burgern oder von den antwerk lAten.
Vereidignng 444* — Und umb das, daz disiu vorgeschriben unser gesetzte
der Schneider un d ordnung dest baz belibe und gehalten werden muge, so wdllen
auf die w - ir ^ c ^ s ^2 an f Wer k gemainlich der schnider hie ze Ulme alliu
, fare, so si ainem burgermaister mid rate swerent, in dieselben aide 15
nemen sullen, daz si dehainen unsern burgern weder frowen noch
manns namen, jungen noch alten, die huse und hdblich bi uns sitzent,
iriu klaider nicht anders schniden noch machen sAllen, denne in der
wise, so vorgeschriben stat, dne aUe gevdrde. Welher aber daz Aber-
f&re oder der dehainerlai nAwer fAnde erddchte dne urloub dez 20
burgermaisters und dez rates hie ze Ulme, daz der von ieglichem
Aberfaren ain viertail ains jars von der stat bessern sol nach unser
ainung gesetzt oder daftir 5 flor. geben.
Fol. 141b. 445* — So haben wir der burgermaister und der rate grosser
Dauer der un d klainer uns des verainet, daz wir diser vorgeschriben gesetzte 25
Luxua- fAnf gantziu jare, dm nechsten nach ainander, halten wdllen dne
alles widerrifen, mindren und ablassen, wol haben wir uns darinne
den gewalt behalten, ob wir ichtzit in den fAnf jaren erddchten und
ze rate wurden, damit diu vorgenant ordnung und gesetzte noch baz
gesterket und hochfart und verlassniu koste gemindert wurde, daz 30
wir dez allwegen gewalt haben wdllen, und wdllen och alliu jare in
die aide nemen, so wir die rdte sweren, daz wir die pene, wer die
Aberf&re und daz sich kuntlichen und redlichen erfAnde, niemand
wdllen faren lassen, und were ob iemand des ratez die, die daz Aber-
faren hetten, vor dem rate versprechen oder ir wort gen dem rate 35
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Art. 446-449. 223
tin wdlten, daz sich ain rate erkante, das daz gevarlich were, der
ieglicher sol och ainen manot von der stat sin nach unser ainung
gesetzte fine attez ablassen. Diss ordnung ward gemacht an fritag
nach unser frowen tag liechtmisse anno domini mUlesimo CCCC""
3 undecimo l ) und sol anfahen uff nu sant Jdrgen tag*) ze nechste und
sol weren f&nf gantziu jare,*) diu nachsten nach ainander.
446. — Der %) burgermaister und grosser und klainer rite der Fol. 142 a.
statt ze Ultne hind fUrgenommen, das Got der herre dberfldssikait der Kleider-
hdchfart und unmdssikait dbriger coste, die da herzti dienet, allweg ordnun ff
10 vor alien dingen mit strife gepinget h&t, und wan damit deh vergebne
coste der welte unnutzlich hingit, so hind si dabi beddcht, die
swdren life, die in der welte mit sterbanden und andern pligen
swdrlich ufferstdnd, und hind umbe das Got dem herren ze lobe und
umb gemainen ndtze und g&te dise nachgeschriben gesetzte getin und
15 gemachett vestiklich ze halfen in oiler der misse, so hernich aigenlich
underschaiden ist.
447. — Bi dem ersten so hind si abgenommen und hingetin
aUe unordenl/ch oder costlich gewonhait, die frowen und mansnamen
hie ze Ultne biss her vor in gehept hind mit gewannde, gezierde oder
-20 costlichait anders denne hernich begriffen ist.
448. — Und hind uf das gesetzet und gebotten, das nu f&ro Saint und
nietnan hie ze Ulme weder frowen, junkfrowen noch mannsnammen, Seide.
jung noch alt, noch nieman iiberale weder semitins noch sidins nicht
tragen sol z& dehainem hdsse Aberale, ussgenommen attain frdwen und
25 junkfrdwen m&gen semitin oder sidin gerigen ermel oder pise under
r&ken ivol tragen und ain erbere frdwe ain sidin t&ch under ainem
manntel und anders nicht in dehoin wise.
449* — Och hind si gesetzet und wdllen, das weder frSwen, Pelzwerk.
junkfrdwen noch dehain frihvennime hie ze Ulme dehain mdrdrins
30 nicht tragen sol ussgenommen erbern frdwen und junkfrdwen, der
a) Hand Ton 1418.
*) 1411 Februar 6.
») 1411 April 23.
•) 1411-1416.
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224 Art. 460-454.
aine mag ainen Mt mit mdrdern underzogen oder ainen marderbalg
umb iren halse tool tragen und suss dch anders nicht in dehainen wege.
F&ro htind si gebotten, das nieman hie ze Ulme weder junk-
frdwen noch mannsnammen, jung noch alt, nichtzit geniigts nochgestikts
mer tragen sol weder uff rdken noch menteln Sch in dehain wise.
Gurtel. 450. — Umbe das aber herwiderumbe die frfiwen und junk-
frdwen hie ze Ulme mit zimlichem, erberm gewande und gezierde
gewonen m&gen, so ist ainer ieden frdwen oder junkfriwen hie ze
Ulme erlopt ze tragen ain erber gArtel, doch das dehainer, der nicht
mer habe noch behebe an dem silber denne 4 mark aid dSrunder, io
und dehain gurtel darob swdrer oder mer silbers behebe in dehainen
wege dne gevdrde.
Geschmeide. 451. — Darzii mag ain iede frdwe oder junkfrdtce hie ze
Fol. 142 b. Ulme tool tragen ain htifftlin, wd si wil und nicht mer, \ denne ain
hdftlin und doch also das dehain sdlich hdftlin iiber zwaintzig Ri- 15
nischer guldin coste und das ain iedes sdlichs hdftlin gestande zwaintzig
Binisch guldin aid darunder, aber ungevarlich.
452. — Es mag Sch ain iegliche frdwe und junk frdwe hie ze
Ulme von berlin tragen viertzig Rinischer guldin wert berlin aid
dar under und nicht mer, und mag die tragen uf crentzen, hals- 20
bannden, gitrteln, oder wie si wil, ussgenommen uf rdken sdllen si
dehain berlin machcn noch tragen in dehain wise.
u
Kleid- 453. — Och mag ain iegliche frdwe oder junkfrdwe hie ze.
schmuck. Ulme beschlagens wol tragen, doch das die rdke allain uff den ermeln
und an den rdken an der br&ste oberhalb der ghrtel beschlagen sien 25
und underhalb der giirtel nicht in dehain wege, und dch aber also,
das uf dehainen roke mer geneiget werde denne das an dem silber
behebe vier marke aid darunder und nicht darker in dehain wise
dne alle gevdrde.
Pelzwcrk. 454, — Besunder mtigent frdwen oder junkfrdwen hie ze 30
Ulme von fehem haben und tragen wie si wdllen, also doch, das si
die rdke nicht gar durch uss underfutem und dch die nicht hdher
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Art. 465-468. 225
premen sullen denne a ins fehen balgs hdch, und sAllen tick dehain
fechs weder in ermeln noch suss in dehain ander wise nicht zerhowen
noch zerschniden.
435, — Dock so sol dehain frdwe noch junkfrowe hie ze Seidenborten.
5 Ulme sidin porten nicht tragen denne der z%% don hihsten coste sechs
Binisch guldin aid darunder und nichi mer in dehainen wege.
436. — Und hat och der rate hie ze Ulme dis gesetzte und Strafbestim-
gebotte in der wise so vorbegriffen ist, sunderlich also bevestnet und mungen.
ist sin gantze emstlich mainung, das alle und iegliche frSwen, junk-
10 jrowen und mannsnammen hie ze Ulme, jung und alt und allermenglich,
die hie ze Ulme burger aid hie ze Ulme sesshaft sind, alles das, daz
hie vor verschriben ist, und och ieglichs stuke besunder halten und
dawider nicht kommen sitilen in dehain wise noch wege, und arglist
und gevdrde in dem allem und ir ieglichem gentzlich ussgeschaidtn.
15 457. — Weres aber ob de[r] ieman, der hie ze Ulme burger Straf bestim-
ald hie sesshaft were, als vorbegriffen ist, ichtzit iberf&re anders mungen.
denne hie vor geschriben stSt und nicht stdt hielte, an welchen vor-
geschriben stuken das were, ainem oder mer, der sol und miiss ieglichs
von sdlichem ieglichem iiberfaren und 3ch iedem stuke besunder
20 zwaintzig Rinisch guldin zi, rechter pene richten und geben, und ist
Sch der unlasslich zfi bezalen schuldig und verf alien mit behaltn&sse
ditz gebotts und gesetzts an alien und ieglichen sinen stuken, mainungen
und begrifungen, darnach dest minder nicht ze halten, wie da vor-
gelutet h&t und bi der vorbegriffen pene.
25 458. — Und A) sol och also ditz gesetzte und gebotte anfahen uf Dauer der
sant Laurentien des hailigen martrers tage, der aller schierist kommet 1 ) Ordnung.
und daiTiach weren, bestdn und gehalten werden unlasslich zehen
gantze jare, die nehsten nachainander, gantz unverrucket wie davor
gelutet hfit; und nach den selben zehen jar en untz an des rdts hie ze
30 Ulme widerrfifen und ablassen dne alle argelist und gevarde. Geben
a) Der Best der Ordnung ist you derselben Hand wie der Anfang auf ein leeres Blatt
tod 7 — 8 cm HObe eingetragen, das nicht mit Foliierung versehen ist.
l ) August 10.
Wllrtt. GeechicbtsqiieUen VIII. 15
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226 Art. 469.
und geschehen uf fritage nSch sant Jacobs tage l ) des jars, do man
zalt nach Cristi unsers herren gejnirte vieHzehenhundert und darndch
in dem seeks und zwaintzigisten jaren.
Fol. 144 a. 459. — Wir*> der burgermaister und grosser und klainer rate
Kaufleute- fo r statt ze Ulme sien darob gesessen, als die erber zunfte der kouf- 5
zunft. ifa e j v j e ze j]i me an er ])ern liien vil zite und jare vast abgenomen
hat und haben gedacht, das wir sdlich bdrlich abgenge da und anderswa
billich bedenken zi, understtin, so wir denne beste mug en, und als icir
vor ziten darumb gar ain gut gesetzte gemachet und getan haben,
daz von worten ze worten hernach geschriben staf) Wir der burger- 10
maister und der rdt grosser und klainer der stat ze Ulme bekennen,
daz wir dem gar beratenlich nachgedacht haben, trie wir dem gross en
abgang, der der erbern zunft der kouflitt hie ze Ulme ietzo vil zits
an erbern liiten beschehen ist, zii hilf und ze statten kdmen, daz si
in eren und in erberkait hin fdr, als si bisher komen sind 9 dest bas 15
beliben und bestdn mugen, und umbe das, so haben wir ainhelliklich
gesetzt und setzten och mit diser gegenwiirtiger geschrifft, was wir
nu fiirbas von hiut dem tag burger empfahen, die in ain zunft far en
wend, und die sich mit der koufmanschaft, win, saltz und isen begdn
wend in der masse als daz die egenanten kofliite yflegent zil tAnd, 20
das och die alle in die selben zunft und in dehain anderfaren und
darinne beliben stbllen; wdre och suss ieman hie vor burger und die
in andem zhxften weren, die sich willen hetten, der vorgenanten
kofmanschaft ze began und sich damit ze neren, die mugent och wol
zu in in ir zunft faren, in welcher zunft si vor weren, ungehindert 25
der selben zunft, also doch, das der oder die selben vorhin sweren
sullen gelert aide zA den hailigen, das si sich der kofnanschaft bas
getriwen ze begdn und ze erneren, denne des gewerbs oder des anU
werks, des si vor gepflegen hand, und och das der oder die das
darumbe nicht tit en, daz si besorgen, das si ze zunftmaister oder an 30
den rate genomen und erwelet werden, als och daz vor och versetzt
ist. Das beschach des nechsten zinstags nach wiser liebenfrowen tag
annunciacionis in der vasten anno etc. XIII.*) Mit dem vorgeschriben
a) tXberschrlft von der Hand von U42, sum Tell abgeschnitten :„.... gesetzt sol nicht
Anders macht haben, denne als das nuwgesetst, nehstdamach volget, underschaldetundbegrifet.*
*) 1426 Juli 26.
*) Vgl. oben n. 404.
■) 1413 Marz 28.
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Art 469. 227
gesetzte sdlichs abgangs ain taile wot gewendet und der vorgenanten
zunfte wider geholfen worden were, wan da 2 das under stunden nicht
gentzlich gehalten worden ist, damit och \ die vorgenante zunft der Fol. 144 b.
kouflAte gentzlich zA nichten wolt worden sin, denne daz wir das
5 haben ged&cht zA understdn und solichs ze ftlrkomen, und darutnb
der ietzgenanten zunft zefirderung und ze hilfe, so setzten wir ietzo daz
das vorgenant gesetzte an alien und ieglichen sinen mainungen, stuken,
puncten und begrifungen kreftig und gAt, stdt und veste gehalten
werde, und wdUen und mainen, daz das nock sin nichtzit von nieman
10 Aberfaren noch verruket werde, und bessern och dasselb gesetzte in
solicher wise, daz nieman nu fiuro hie ze Ulme dehains wegs under
zechen saltzschiben noch under fAnf schillingen isens nicht verkoufen
noch umb die kofmanschaft des egeschriben gesetztes ainzdchticlich zA
markte ze stdn oder ainzdchtig fails ze haben aid hin ze geben sol, es
15 sie denne, daz der und die alle und ieglich in die vorgenant zunft der
koflAte faren und die empfahen in der wise, so vor begriffen ist; und
doch also, was also hite nu fAro uss andern zAnften zA den kouflAten
in ir zunfte fAren oder getriben wurden, als vorbegriffen ist, daz
och die alle und ieglich in die selben zunft umb suss und &ne alle g&be
20 sAllen genomen und gelassen werden, was aber Idte nu fibro unser
burgerrecht empfiengen und darnach in die egenant zunft der kof-
l&te f&ren oder faren solten nach den begriffen so vor begriffen ist,
der und die alle und ieglich sullen das zunftrecht kdfen als billich
undgesetzet ist, in dem allem arglist und geverde gentzlich ussgeschlossen.
25 Und wir schaffen och daruff mit unsern stettrechnern, die ietzo sind
oder nu f&ro von uns immer gesetzet werdent, und gebieten in ernstlich,
was also burger nu fAro in unser statt empfangen werden, daz si mit
den alien und ieglichen bestellen sAllen, welch sich der egenant kouf-
manschaft saltz, win und isens begdn, und des pflegen wdllen als vor-
80 begriffen ist, daz och die selben alle und ieglich in die zunft der
kouflAte faren alz vor och geschriben stdt, doch in dem ndtnlich
ussbedingt, alz wir alter gesetzte und z&nften mdchtig sien ze mindern,
ze meren oder ab ze nemen, also daz wir dis alles und ir ieglichs wol
mindern /> | meren, widerrifen oder verkeren mugen, wenne und wie Fol. 145 a.
35 wir wiUen dne alle sumnAss und irrung alter menglichs. Geben und
geschehen uff wihennechten anno etc. CCCO^XVIII 9110 . 1 )
a) Es folgt in der Handsobrift jttzt das nach der Foliierung falseb eingeheftete
fol. 188 a nnd b.
J ) 1418 Dezember 25. Vgl. Zuricher Stedtbiicher m, 66. 1414 Dez. 8
nnd in, 70. 1420 April 25.
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228 Art. 460-461.
Kaufleute- 460. — Ndw gesetzet. &)
zunft - Wir h) der burgermaister und raut zH Ulme bekennen rnit disem
gesetzte, als wir der erbern zunft der koufUde in disem nechsten gesetzt
hi vor geschriben von ir notdurft wegen vrihait gegeben haben, trie
und in welicher massen ander unser burger in ir zunftefaren mugen, 5,
und una doch dobi bedinget und beholten, das wir das wol mindern,
meren, widerr&fen oder verjceren m&gen, als das danne das ietz-
genant gesetzt mil mer worten klarlicher begrifet^ also wann sich mi
die egenant zunft der koufldte von der gnaden Gotz wol z&genomen
und gebessert haut, deshalb in die vorgerftrt frihait, das wiser burger 10
uss andern zunften zu in far en tnugen, nicht not tit, darumb so
widerr&fen und niemen wir die ietzgenant frihait in ab, also das die
unkrefftig und von in nicht gebrucht werden sol, sunder si umb solich
ussfaren der burger usser den z&nften bi dem gemainen gesetzet, das
alien zdnften gesetzet und gemachet und hie vor in dem min und 15,
achtzigisten blatt 1 ) aigenilich geschriben ist, beliben und da* als ander
z&nfte halten sAllen getrAlich und ungevarlich. Doch so sullen die
ietzgenant koufl&te bi dem ietzgenanten gesetzte an alien andern
stucken und begrifungen, ussgenomen der egenant frihait von der
burger uss den zAnften ussfarens wegen beliben anegeverde. Geben und 20
gesclieJien uff mitwochen vor miser lieben frowen tag z& liechtmiss
anno domini millesimo quadringentesimo guadragesimo secundo. 2 )
Fol. 145b. 461 • — Wir c) der burgennaister und grosser undklainer rdte
Bauleute- d er S f a (t ze Ulme haben fdrgenomen die grossen clage, die die zunfte der
zunft. faifae hie ze Ulme ietzo langezit vor fins gehept hand, wan als vil 25
Ifite hie ze Ulme hushdblich sitzen und etttich aigen biiwe haben, die
alle pflegen allerlai sachen zii t&n, darumbe si von recht und gesetzte
in ir zunfte gehorten, und der doch dehainer weder burgerrecht noch
zunft hie haben, da durch ir zunfte mangel habe und gebrechens
ivartent, si und tins anger Aft d) und ernstlich gebetten hand, solichs ze 30
fArkomen, und wan wir sunderlich och ainen merklichen gebrechen
tins und unserm gemainem volke in solicher Jdage befunden haben an
a) Hand von 1442.
b) Am Bande : „fah an",
o; Hand von 1418.
d) Die Handschrift Heat: „angerurft u .
Vgl. oben n. 404 fol. 132 a.
8 ) 1442 Januar 31.
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Art. 462. 229
<hm 7 als ettwievil iMe hie ze Ulme bi kurtzen jaren gross maierhdfe
zA samen geleit, gemacht und mil fremden gebursldten besetzet hand,
die selben geburen und maier solicher h6fe und villi cht ander hie ze
Ulme, wer die sind, ir egenanten hdfe oder suss ir ainzdchtig aker mit
5 uaid rossen, die si in die stdlle nicht furent, buwent mid mit dem
selben irem ziehenden vich nachts und suss die uchtwaiden sAchent, davon
unser gemain volke an unsern waiden und ander an irem samen und
anderm schaden empfahen, das nicht sin solt noch also nicht herkomen
ist, und umb das, daz die vorgenant zunfte bi irem herkomen und
10 wir und die unsern bi ainander fridsamklich und menglich bi dem
sinen fine w&stung und schadigung beliben mugen, so sien wir gar
ber&tenlich ains solichen gesetztes tiberain komen und mainen und
willen :
462. — Des ersten, das nieman hie ze Ulme, wer und wie Viehhaltung.
15 die alle und ieglich genant sind, und die hie ze Ulme biiwe hand oder bdwe
haben wdllen, die selben biiwe nicht buwen s&llen denne mit gefutertem
vich, daz ain ieglicher des nachtz in den stalle fure und daz si noch ir
dehainer mit dehainem irem ziehenden vich des nachtz ir vich ze uchten
nnser waiden nicht suchen, niessen noch uss wiser statt triben siillen
■20 bi solicher pene, alz dik das tiberfaren wurde, das denne ain ieglicher,
der sin vich des nachts uchtet, alz dik daz geschdche, ainen manat
von unser statt, das gelte, daz daruff gesetzet ist, richten und den
aschhaien von ieglichem houpt ain schilling holler geben sol unlasslich.
Welch aber ze schaden triben, daz \ der ieglicher, als dik daz geschdche, Fol. 146 a.
25 dem beschddigoten sinen schaden ablegen und och von ieglichem hopt
den eschhaien ain schilling haller geben und darzA acht tag uss der
statt faren, das gelte och ze geben, daz daruff geh6rt, och ane minder-
niisse der ain ieglicher, der daz Aberfure, als dik das geschdche, ver-
f alien sin sol; wol mugen arm lite hie ze Ulme ir vich des tags
30 waidnen, doch nieman ze schaden, und also aber, daz nieman hie ze
Ulme dehain gras mer schniden und daz in seken her in fur en sol in
dehain wise bi d*r vorgenant pene, der ain ieglicher, der ze schaden
tribe oder gras in seken herin furte, als dik daz beschicht, verf alien
sin sol, alles ungecerlich. Daruff och wir mit alien unsern eschhaien,
35 holtzwarten und andern, die des reldes ivarten und huten sullen, die
ietzo sind oder in kunftigen ziten ie gesetzet werden, schaffen und in
ernstlich gebieten und empfehlen, daz si alle und ir ieglicher daruf
ivarten, lug en und uns alle die, die das liberfilren, rugen mid sagen
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230 Art. 463-466.
sUlen uf die aide, die si Resworn hand und allezit sweren wevdtn,
darzi wir suss daruff och mainen ze l&gen und ze warten lassen. 1 )
Fremde 463. — Wir setzen och ftirbass der zunft der buliiie zef&r-
luttssen die derung und ist unser gantze mainung, daz nu fdro nieman hie ze
Bauleute- {// w ^ fc r nt ' c ^ burger ist, in unsrer statt nicht karren weder an daz 5»
wasser noch suss noch och dehainen buice an akern. an wisen, an
gewmnen. '
garten noch an kainen an der n sachen nicht haben sol, denne welch
die iveren, die des mainten ze pflegen, und nicht burger tceren, daz
och die des nicht tin siillen, si koufen denne vor unser burg err echt
und nemen och der bulute zunft an sich. lO
Kcelit der 464. — Und umbe da* } das solichs dest emsiUicher gehalten
Zunft, den trerde, so gunnen und erloben wir ietzo der egenanten zunfte der bulhte,
Beitritt zu ^ az s i a u en j etlf j{ e { e t zo frfe %# jj[ me sitzen und solichs pflegen,
die denne weder burgerrecht noch zunft haben, und och alien den f
die des gelich hernach herkdmen und solichs och pflegen und och weder 15-
burgerrecht noch zunft hetten, daz wol weren und niderlegen mugen,
wa und alz dik si es gewar wurden, und och des vollen, gantzen
gewalte haben stillen, und sol och denne der selben dehainer solichs
fArbas triben noch tin, er habe denne unser burgerrecht und der
bulMe zunft vor. Wilt aber dehainer immer solichen gebotten un- 20
gehorsam sin und solichs darMer triben, den und die alle tnainen
wir darumbe ze straufen und ze b&ssen in solicher wise, daz wir des
ftlro ubrig weren.
Fol. 1461). 465. — Und zA gantzer vestinung ditz gesetztes ist unser. ernst-
Stadtrechner Uche mainung und setzen und empfelhen ietzo mit disetn gesetzte 25
ah* Aufsichts- U7tsern stettrechnern, die wir jetzo haben und alien und ieg lichen
unsern stettrechnern, die wir immer setzen und gewinnen werden, uff
ir aide ernstlich und wSUen, waz si tins immer mer burger innemen
und empfahen werden, die sich denne buivens, karrens und andrer
solicher sache, daz under die buwlAte gehdret, begin wdllen und des bO
pflegen, das och si den alien und ir ieglichem in die aide geben
sdllen, daz si in die zunfte der buhUe und in dehain ander faren
und komen ; in dem allem arglist und geverde gentzlich ussgeschlossen.
l ) Vgl. Osenbruggen, Alam. Strafrecht § 183 ff.
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Art. 466-468. 231
466. — Dock bedingcn ivir tins selb und unserri nachkomen Vorbehalt
in dem allem und ir ieglichem vollen gantzen gewalt, also daz wir des Rates.
iv6llen, daz wir ditz gesetzte gar oder sin ain taile wol verkeren,
mindern und meren aid gantz abnemen mugen, wenne wir wdllen,
5 nach dem und tins denne ie bedunket uns und der unsern nutz und
notdurft ze sin ungeverlich. Geben und geschehen uff den }vism
sunntag in der vasten anno etc. CCCC m0 XVIII m0 . 1 )
467. — Wir*> haben auch iceiter gesetzt, wer den anndeni Grenz-
ongeverlich h) uberert, uber schwidt z) aid uber meet, der sol dem selben streitig-
10 sin schaden bekern und darzA unnser statt 1 & hatter geben. Actum keiten -
ut supra. 2 )
468. — Wir** der burgermaister und grosser und klainer Fol. 147 a.
rctte der statt zfi Ulme fiaben fur tots genomen, me wol unser alt- Aiispraehe
fordern und vorfam ie und ie darnach gedacht hand, wie si arrne au f Elie "
15 und riche hie ze Ulme in gelichem stdt due widerwdrtikait beheben sc l ssu g *
und zfifallent zwaiung, davon unwille und unfrdntschaft zwischen
miser entstdn mdchte, gewennden mid nidergedruken kunden, ie dock
wan demie von ainer gewonhait, die in unser statt nu ettwie latig
gehalten und ufgeworfen ist, also wenne das beschah, das dehain
20 frowen name hie ze Ulme mit ieman verfiele, das si denne maint, der
vorgenanten gewonhait z& geniessen und ob si dehainer ee me ged&cht
hettj also das er si eelich nemcn oder aber von unser statt verwiset
werden sdlt, mengerlai irrtums, unwillens und widerwdrtikait ufer-
standen und entsprossen ist, davon wir unrats hinfiir besorgen mussten,
25 toan sdlich sachen underwilen gar gevarlich gesficht, uss unredlichcm
grunde angefangen und ungelich zugegangtn sind, darumbe angesehen,
das in ainem ieglichen conmun und versamnung der stette von tm-
schaidung der geschrift und naturlicher gesetzt billichen gemainer
nutze angesehen wirt, das nicht ieglichem sin schalkhafte und geoar-
30 liche mainung vollgang, und dabi betrachtet und beddcht, ftir hannd*
ze nemen und in nachfolgung und tibung der gerechten maiming
a) Von hier an Znsats yon einer Hand des auegehenden 15., vieHelcht togar des
16. Jahrhnndorti.
b) Am Rande: „wa nit offan marken sein".
c) ttbergeichrieben : „uber zeAnt".
d) Hand yon 1420.
1418 Februar 13.
*) 1418 Februar 13. Vgl. oben Aam. zu n. 462.
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232 Art. 469-470.
timer vordern, trie darumbe arm und riche hinf&r in gelichem
billichem stat ane z&fallent unfrdntschaft, stdsse und widerwdrtikait
beliben m&gen, und das wir bestmder pfichtig sien, bds gewonhait
mit g&ten gerechten gesetzten ze venv&icen, das menglich wisse, wes
er sich halten sMle, daz es gdich z&gang und wir in f ride und gutern
gemache bi ainander dest bas beliben und bestdn mdgen, 80 haben
wir von sdlicher sache icegen ain sdliche gesetzt gemachet und getdn
und setzen und ordinen ietzo in der wise, so hemach geschriben stdt:
Ansprache 469. — Bi dem ersten, wenne mi ftiro in kfaiftigen ziten
auf Ehe. beschicht, das reman hie ze Ulme mit dem andtm verfellet in sdlicher io
masse, das er sich dar umbe von dehains trostes wegen maint ainer ee
ze halten oder den andern von eelicher sack wegen anspncht, es tuen
frowen oder junkfrowen mannen, odsr wider umb man oder jthigling
Fol. 147 b. frowen, wie das dar z& hornet oder wie sdlich handlungen \ gestalt
sind, aid in welickem stat, wirden oder wesen sdlich personal sind, 15
das denne alleweg sdlich hanndlungen und sachen, tea oder vor went
die furkommen, von uns noch nieman andro ussgericht werden Mien,
denne das si willen gewiset werden gen Coslentz fiir das gaistlich
gerichte, da och sdlich sachen ze erlutern und uss ze tragen hin gehdrent,
und wie da ieglich sdlich sachen. mit recht uss getragen werdent, dttbi 20
sol es och beliben, und sol we der von friinden noch nieman andro
darzu anders nichtzit getdn noch ze tunde geschaffet werden in de~
hain wise, es were denne das, daz sdlich ansprechen oder hanndlungen
als gevarlich zugdn mdchten, das wir uns sell und dem rate allezit
behalten und bedingen zfi sdlichem ze tiinde, was sich gep&ret. 25
Strafe fur Ver- 470. — Und dawider aber, das ieman schalkhafter gedenken
weigerung miige, das wir dehainer erberer lute kinder mid sunderlich unbelAmdet
der Ehe. / 06 ./ 2 ^ r fibergeben wdllen mit ditem gesetzt zu enteren oder schalk-
lich fiber ze furen und ze versetzen f so haben wir gcdsicht moiglich in
sinem stat sin ere und guten liumden ze behalten und in gelichem ze 30
beheben, und haben dar umb beratenlich gesetzt und mainen och d<as
vestiklich ze halten: wd sich mi furbass immer erfindet, das ieman
hie ze Ulme dehainer biderber^ manne oder frowen in unser statt
und die wiser burger weren kinde und unverliundet tochtem, die
junkfrowen sind, versetzet und sich siner listikait trdstet, das er ir 36
a) Die Handschrift bat: „biborbcr a .
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Art. 471—472. 233
dehain ee verhaisset oder verhaissen hat, wenne tins das denne von
nnsern burgern, iren vatter, mUter oder frdnden zii klage komet und
redlich ftirbrdcht wirt, nach timer und des rats erkantnAsse, welicher
denne sdlich tochtern, die er versetzet hett, nicht eelich nemen und ir
5 und den frthiden sdlich schaden und schmachait dar&ber zflfAgen
und suss nicht abnemen wdlte aid ablegen 7 der ieglicher sol und mtiss
f& n f fare von unsrer statt und uss unserm zehenden dne gnade sin und
sweren, es were denne, daz er das vor oder in sdlichen jaren ir und
•den frAnden benomen und abgeleit hett, damn si ain benugen hetten.
10 471. — Wa aber sdliche verlAmdet iochtern, die vor mit mer FaLsche
luten ze schikent gehept hetten, verf alien tveren oder sich unredlich Ansprache
gehalten hetten, sich \ s6licher sachen understunden oder des gesetztes ? we & en
mainten ze trdsten, aid ob sich immer erfunde, das sdlicher tochtem „ . '^'
friinde gevarlich nach dehainem mannsnamen gestelt hetten oder stalten,
15 die mit schalkhait z& hindergArten uf den troste ditz gesetztes, und
da doch dehainer ee geddcht were, noch man der ee nicht nach-
sprdche, mainen und wdllen wir, das der dehaine ditz gesetztes nicht
gebruchen noch geniessen stille in dehain wise, wan wir das gesetzt
als vorgeschriben stat, allain sdlichen erbern junkfrowen und tochtern,
20 die wiser burger, biderber lute kind und dne liumden und unred-
licher wort vor sind getdn haben, und behalten uns von der andern
wegen, als vorgertirt ist, gantzen vollen gewalte, unrecht ze straufen
und schalkhaft mainung und anfeng ze wennden nach dem und wir
denne solichs, ob das ftir uns kdme, erfunden und verstunden. Und
25 umbe das tvisse sich menglich vor sdlichemze huten und sin schalk-
hait underwegen ze laussen, wan wir alle unredlichait mainen ze
w$nnden und ze straufen als ferre wir die verstanden. Geschehen uff
mnt J6rgen tage anno domini millesimo quadringentesimo vicesimo. 1 )
472. — Wir*) haben a uch wetter gesetzt, wellicher unnser burgers Strafe fiir
30 kint oder tochter ir junkfrawschaft beraupte h) unnd sie nit zu der Verfnlmmg.
ee neme oder nemen wait, der soil, so es zu clag kotnpt, fAnf jare
von unnser stat unnd dem zehenden swem wind wann er nach ausgang
a) Yon hier an Zusats von einer Hand dea auigehenden 15. Jahrhunderts.
b) Die Handschrlft Heat : „beruapte\
') 1420 April 23. Vgl. Augsburger Stadtbuch p. 154. 155.
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234 Art. 473-474.
derselben herein will, soil er unnser statt 1 # holler geben wind
sich darzti, mit der, die er als geschwecht, vertragen, gitlich aid
rechtlich. 1 )
Fol. 148b. 473. — Wir** die burgermaister und grosser und clainer rate
Ulmer c ler stat ze Ulme haben fAr tins genomen als wiser hite in unser n 5
gene, gebieten ze Helfenstain und ze Albegg und die unser gemainen statt
mit der aigenschaft irer libe zfigehdrent, untz her ringlich und lieder-
lich in unser statt Ulme kommen sind t und da in menigerMnde wise
ze wegen brdcht liand, damit si zt% letste zil unserm burgerrecht
kommen sind, und daz ainer in den ivege, der ander in ainen andern 10
durchbrScht hSnd, etc,, daz davon, ob daz linger also bestannden s6lte
sin, unser statt und unser nachkommen merklich irrsal und gross
kumbernuss und gebrechen mdchten entstannden sin, und darumb,
s6lichs ze verkommen und in redlich billich ordnung ze setzen, so sien
wir ainmutiklich ze raute worden und haben gesetzet nu hinnenhin 15
vestenklich ze halten, daz nu fiirbass mer nieman, der unser gemainen
stat aigen ist und uns mit der aigenschaft sins libs ztigehoret, weder
frowen noch man, jung noch alt, in wiser statt Ulme von dehains
burgerrechts wegen nimmer mer kommen noch ze burgem ingenomen
noch empfangen werden sullen durch dehain sache, wie die genannt 20
oder geschaffen sind noch in dehainerlai wise noch wege, denne daz man
uns und unser gemainen statt alle wiser aigen liite in sdlicher aigen-
schaft als sie ietzo sind, unfiuchsam halten und beliben lassen sol
due allerlai intrags von menglich. Geben und geschehen uf sant
Jdrgen tag, noch Cristi gebirt vierzehen hundert und in denn dri und 26
zwaintzigisten jaren. 2 )
Verbot, 474. — Wir die burgermaister und grosser und klainer rate
Geislinger in & er 8 f a tf ze Jjl me haben furgenomen ain sdlich gewonhait, die untz
das u mer ^. ^ unser 8 f a ft z fi Gislingen gehalten ist, das ettlich, die denne
aufzunehmen s ^ c ^ s f^tiamen, darnach st&nden und mit mingerlai petten an uns 30
kamen, untz das si durch brachten, das in, iren kinden oder friunden
gegunnen ward, henn in wiser statt Ulme ze kommen und ze Ziehen,
a) Hand von 1418.
*) Vgl. Strassburger UB. I, 618. 3. St.R. (1245-1260) § 5. UB. IV-
1 § 60. 4. St.R. § 60.
*) 1423 April 23.
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Art. 475. 235
aitiei* durch hirait, dtr ander dutch ander wege und ie ainer anders
denne der ander etc. und haben bedd-cht, daz das der selben unser statt
Gislingen in ziten gar merklichen und treffenlichen schaden braucht
heft, wa das hinfAr in sdlichem state solt beliben und bestannden sin,
5 wan da durch die selb unser statt Gislingen in alter mangel an lAten
gewunnen hette, der in ze schddlich worden were, und haben dar umb
der selben unser statt Gislingen zA hilfe und ze fArderung gesetzet
und gemachet, daz nu/Arbass trimmer mer nieman von Gislingen friwen
noch manns nammen, jung noch alt, die zA Gislingen ietzo wonen oder
10 in kunftigen ziten immer da wonen werden aid gesessen sind, herin
in unser statt Ulme von dehains burgerrechts wegen nieht kommeu noch
ze burgern ingenommen oder empfangen werden sAllen durch dehain
sache, die ieman erdSnken oder fArgeziehen mag noch in dehaimn
wege; denne wirmainen, das das in sdlicher wise a Is davor geschriben
15 stdt, nu fArbass mer stdt und vest gehalten werden sAllen, und das
ouch alle die, die in burgerrecht zA Gislingen ietzo wonent oder in
kAnftigen ziten immer da wonen werden aid gesessen, daselbs zA Gis-
lingen beliben, als denne das von uns angesehen ist ane allerlai intrags
von meniklichem. Geben unci geschehen uff sant Johanns tage zA
20 sunwmnden nach Cristi unsers herm gepArte vierzechen hundeH und
in denn dri und zwaintzigisten jaren. 1 )
473. — Der burgermaister und grdser und klainer rate cferFol. 149a.
statt ze Ulme hand bedacht den gebrechen der usssetzikait, das gar ain Aussiitzige.
empfenklicher gebrech ist den lAten ainem von dem andern, und dabi
25 bedacht, das die gesetzte dirre welt die selben Itite, die den gebrechen
hand, ussgesAndert und ussgesetzet hdnd, das man die schAchen und
nicht gemainsamin nrit in haben sol, und hdnd darumb beratenlich
durch luter git gesetzet, daz man nufAro hier zA ewigen ziten dehain
usetzig persone, frdwen noch manns nammen, jung nocfi alt, hie ze
30 Ulme iveder zA den richen noch zA den armen siechen hie ze Ulme
enthalten, ufnemmen noch den pfrAnde lihen oder geben sol in dehain
wise, denne die hie ze Ulme von unser statt gepilrle oder miser statt
kind aid in unser statt wonent oder unser burger sind, den sol und
mag man wol pfrAnde lihen oder si enthalten, nSch ains rdts hie ze
36 Ulme erkantnAss dne alle gevdrde und suss nieman in dehainen wege.
Actum Geori anno domini etc. MfCCCC"" vigesimo secundo})
') 1423 Juni 24.
") 1422 April 23.
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236
Art. 476—478.
in den Rat.
Fol. 149b. 4:76. — Wir 9 * der burgermaister und grosser und klainer rate
Wirte der statt zA Ulme sien in unserm besamneten rate darob gesessen und
^ tir *f n ^ C l lt beratenlich gedacht das g&t gesetzi und gewonhait, da$ unser alt-
vordern und wir bis her gehept und gehalten, das wir dehainen unsem
burger, er sie von den burgern oder von den zi'mften, der denne ain 5
offner icirt gewesen ist und herren, edel lute oder raisig hite, dock
dar inne der stette ratz botten und koufl&te uss gesetzt, gehalten und
geherberget hat, in unsem rate zil unsem ratgesellen nicht genomen
haben und wanne nu das egenant gesetzt uns und unser statt bis her
wol gefrommet hat und dock in unserm gesetzt bitch nicht verschriben 10
gewesen ist, da-rutnbe und das icir das egenant gesetzt f&r unser ge-
schnben gesetzt halten und haben wollen, darumbe so emiiwem, be-
vestenen und bestaten wir das ietztgerurt gesetzt nu fArbass hin gen
alien unsem burgern vestiklich zfi halten und dabi zu beliben bis uff
unser tciderrufen getnilich und ane alle geverde. Geben und geschehen 15
uff mitwochen nach dem sunntag a Is man singet Letare zti, mitter-
vasten anno domini etc. millesimo quadringentesimo quadragesimo
secundo. 1 )
Willkurliche 477. — Es b) hant die burger gesetzt, daz si gewalt sullent
Strafgewalt han, der rat oder der merertail dez rates, ob ain aiming so heftig 20
des Kates. wer> ez wer von re( j 0( j er von we rken, c) daz si Aber die geschriben
gesetzt ainen ieglichen bessern mftgen alz der merer tail dez ratz
ze rat wirt, und waz si sich umb ain ieglich missetat zft den vor-
genanten gesetzten erdenkent, daz sol fhrgank han.
Stadtische 478. — Der d) burgermaister und grosser und klainer raute 25
Kanzlei. zu JJhne sind durch gemains mttze und frommen willen armer und
richer zu rat xvorden, und hand gesetzet, vestiklich zil halten, das
nu fiirbas nieman, in welchem wesen der ist, hie ze Ulme nichtzit,
das unser statt insigel antrifft,*) dehainen hiraitbriefe, urtailbriefe
oder spruchbriefe noch dehainerlai gemdchtbriefe schriben noch machen 30
a) Hand von 1442.
b) Rote Initiate und Hand von 1376. Das Folgende Bteht auf einem Pergamentblatt,
das auf den Umschlag geklebt iit.
c) Die Handschrift liest: „verken u .
d) Hand Ton 1418.
») 1442 Marz 14. Vgl. Esslinger UB. I, 851. 1347 und A. 2.
2 ) Munchener Stadtrecht 232. 463.
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Art. 478. 237
sol, denne das die alle and iegliche in wiser geschwornen stattkanzli 1 )
sMlen geschriben werden bi unserm geschwornen stattschriber und sinen
schribern, und wer sich dartiber des understunde, ichtzit hie ze Ulme
ze schriben, das hie vorbegriffen ist, der wtirde darumbe str&fe und
6 biiss liden. Besunder die schriber, die usser halb unser geschwornen
cantzli silichs immer schriben, maint der raute darumbe ze straufen,
das er sin hernSch entladen w&rde. Davor wisse sich menglich zil
huten. Geben und geschehen uff unser UebenfrSwen aubent liehtmiss
anno domini etc. M'CCCC™ vigesirno.*)
') Vgl. Augsburger Ratsschreiberordnung von 1362 in Meyer, Augsburger
Stadtbuch p. 251-253. Strassburger UB. IV*. 6. St.R. §§ 447 ff. 509. Ehe-
berg, Verf. und Yerw. I, 1. 1344. I, 10. 1405 n. 112 p. 35. I, 11. I, 15. 1410.
R. B. 246. 247.
2 ) 1420 Febraar 1.
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<£nhang.
Urkunde der Stadt Ulm uber die Verleihung fifes Ulmer Stadtrechts
an die Stadt Saulgau. Ulm. 1300 Mai 15.
Nach einer im Ulmer Stadtarchiv befindlichen Abschrift aus einem im
K. K. StatthaUereiarchiv (Urk.Kop. Abteilung Schwaben) zu Innsbruck btfind- 6
licfien Codex 76 p. 838 ff. Die Richtigkeit dieser Abschrift ist unter dem
12. August 1887 von der Innsbrucker ArchiwerwaUung beglaubigt. 1 ) Druck:
Wurttemb. UB. VII. 2415 p. 296 ff.
In nomine domini amen. Hae sunt libertates et iura civi-
tatis Ulmensis a gloriosissimo rege Rudolpho Romanorum indultae io
eidem et privilegiatae, quas serenissimus dominus Albertus, dei
gratia Romanorum rex eiusdem filius tanquam imitator paternarum
traditionum industris a) ferventiac libentianimo confirmavit, eonferens
oppido Sulgen ex sui b) liberalitate et gratia easdem libertates et iura
tradidit et concessit, quae taliter deelarantur: Sexaginta tres per- 15
sonae (Es folgt nun das Ulmer Stadtrecht gleich demjenigen
von 1296 Aug. 9, Stuttgarter Handschrift Ulm. UB. I, 230. Dar-
auf:) Nos vero Henricus dictus de Hallis, minister, Leuprandus capi-
taneus, consules, iudices ac universitas civium in Ulma universis
ac singulis significamus litteras per praesentes nostram civitatem, 20
praehabitis constitutionibus, libertatibus et iuribus, utpote est ante-
positum et praemissum c) esse privilegiatam, quas quidem [qui] d)
litteras sigillis nostris e) et civium in Sulgen placuit veraciter robo-
a) Lias n industrias u .
b) Lies „sua«.
c) Die Abschrift liest falschlich: „praemis8am u .
d) Wahrscheiolich Sohreibfehler. Nun fehlon.
e) Die Abschrift hat: „noetri B .
*) Die Urkundenabschrift ist vennutlich durch den Umstand auf Uinwegen
nach Innsbruck gelangt, dass Saulgau 1299 von Walter Truchsess von Warthausen
aus dem Hause Waldburg um 2000 Mark Silber an die HerzBge Rudolf und Friedrich
von Osterreich verkauft war. Vgl. Jos. Laub, Geschichte der vormaligen fttnf
Donaustadte in Schwaben p. 36 und Oberamtsbeschreibung von 1829 p. 114.
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Anhang. (I.) 239
rari. Datum et actum Ulmae anno domini MCCXC nono XI.
Kalend. Septemb., indictione XII. 1 )
1. Et notandum, quod civitas seu oppidum nostrum praescribi a)
non potest, nee quicquam b > ex ea vel ex eo citari vel evocari ad aliquod
5 indicium generate per quemquam vel quocquam super aliquo casu
potest, serenissimo domino nostro dei gratia Ronianorum regc excepto. c) 2 )
2. Item sciendum est, quod Iudaeus in foro civili convincen-
dus est cum uno Christiano et Iudaeo, 3 ) et si quos excessus fecerit
seu iniurias alicui, pro his emendari debet, utpote d) poena pecuniaria
10 utpote Christianus.
3. Item iustitiam habemus, quod si quis in statera she libra
seu etiam mensura frumenti vel vini iustitiam unicuique non fecerit,
is emendare debet hoc ad gratiam ministri, dummodo libra seu
mensura in fidelitate fuerit deprehensa.
15 4. Praeterea sciendum quod primi liberi civis uniuscuiusque
et sexus utriusque bona proprietaria haereditate debent possidere,
quae quidem bona seu proprietates civis cum uxore sua legitima
et prima adeptus fuerit, nisi forte vir superstes uxore defuncta,
vel uxor superstes marito defuncto iuramento corporali praestito coram
20 iudicio possit declarare et probare, [quod] ad venditionem earundem
possessionum ipsum vel ipsam compellat necessitas corporalis; quod
si factum fuerit, vir vel uxor eadem bona extunc exponere poterit
venditioni, nisi haeredes ipsi pro vitae suae tempore voluerint
necessaria ministrare. 4 ) Et si civis uxore sua prima defuncta aliam
25 uxorem duxerit legitimam, liberi eiusdem possessiones proprietarias,
quas cum eadem uxore obtinuerit, debent non immerito adipisci,
verum bona feudalia haeredibus masculini sexus debent, dummodo
iidem haeredes de uno patris germine fuerint propagati, communiter
pertinere. E contra idem iudicium est de bonis relictis matri
80 patre defuncto et hoc dicimus de bonis proprietariis duntaxat.
a) Vielleicht iet „proicribi u iu lesen.
b) Lies n qui8qu»m u .
c) Die Abschrift Heat: „concepto u .
d) Vermutlich versehentlich Yorausgenommen.
l ) 1299 August 22.
*) Das privilegium de non evocando fttr Ulm ist sonst erst fur 1359 be-
legt. U. UB. H, 562. 1359 Nov. 13.
*) Vgl. Swap. L. 260 und Greiner, Rottweil 228. Anders in Augsburg.
Vgl. Art. 19 § 2 und 135.
4 ) Vgl. Freiburger Stadtrecht, Gengler p. 125 ff. § 21, 53. Rodel § 27.
28. D. St.R. § 5, 55. Augsburger Stadtbuch p. 153.
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240 Anhaug. (I.)
5. Praeterea sciendum, quod haereditas filiorum seu filiarum,
donata et expressa filio seu filiae notorie, ipso a) vel ipsa defuncto
seu defuncta ad patrem sive matrem non revertitur haereditarie,
sed tantum ad germanos, hoc est ad fratrem seu fratres vel ad
sororein sive sorores, si habuerit. 1 ) Quod si non habuerit germanos, 5-
ad proximos patris parentes et haeredes eadem hereditas debet
licite pertinere.*)
6. Item si hospes advena civem ad iudicium vocaverit, idem
hospes stare debet iure b) ipsi b) civi b) coram nobis pro tanto praetio
sive pro tanta pecunia, quod vel quam ipse hospes obtinuerit erga io-
ilium et non amplius.
7. Item villici civium communicare debent in omnibus cum
civibufi, excepto quod steuras persolvere non debent civibus, nisi
ad civilegium specialiter c) sint recepti, quas quidem steuras, si
cives non fuerint, dominis suis debent persolvere exigente iustitia, i&
ut tenentur. 3 )
8. Item sciendum, quod iuramentum unius vel trium coram
nobis adiudicatum nullatenus potest reprobari.
9. Item notandum, quod nulli monacho seu monachae, cuius-
cunque religionis existat, licet bona paterna sive materna ipsis de- 20
functis sive aliqua iura haereditaria in nostra requirere civitate,
dummodo annus probationis legitime sit elapsus.
10. Ad haec sciendum, quod si cives inter se rixas habuerint
ubicunque locorum hoc fecerint, vel se invicem offenderint, id tenen-
tur emendare ministro nomine civitatis, ac si in nostra fecerint 25
civitate.
11. Item civis civem convincere non potest, nisi cum iudice
iurato vel iudicibus super aliquibus debitis vel factis iuxta liber-
tatem verum fideiussorem, quern civis civi obligaverit, negantem
convincere potest civis testimonio duorum virorum, qui civilegio 30
utuntur nostri loci.
12. Item si quis extraneus civem defunctum vel defunctam.
a) Die Abechrift Heet: „ip8l".
b) Die Abschrift hat: „iuri ipso oive u .
c) Die Abschrift hat: „8pirltaliter u .
*) Greiner, Rottweil 151. Augsburger Stadtbuch Art. 73 § 1 und Zusatz
imd p. 153. Ferner Ziiricher Stadtbucher III, 146 a. 1419 Februar 12.
*) Greiner, Rottweil 150.
■) U. UB. I, 194. 1296 August 9. Augsburger Stadtbuch p. 3. Art. 20
§ 4 und Art. 102. Moglicherweisc ist „ut antea" oder „ut utuntur" zu lesen>
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Anhang. (L fit.) 241
convincere voluerit, id facere debet per consulem iuratum vel per
septem personas, ex quibus quatuor debenf; uti civilegio nostri loci.
13. Si quis dicit vel asserit, se quicquam probaturum, si
deficit eiusdem testimonium et cessat, extunc is, qui reus dicitur,
5 absque iuraraento ab actoris instantia absolvetur.
14. Civis civem ad judicium non debet vel potest spirituale
compellere, nisi ipsi coram nostro iudicio iudicium fuerit denegatum. 1 )
Datum Ulmae anno domini millesimo trecentesimo idus maii,
indictione 13. 2 )
10 Beigesetzt ist itn Kopiar:
Collationatum, concordatum cum copia authentica Ulmensi.
II.
Aminann, Rat und Gemeinde con Ulm urkunden ilber ein Obereinkotnmen
mit Graf Bertold von Graispach ilber Behandlung von Auflehnuvgen
15 gegen Kaiser, Vogt oder Rat, iiber Ratschatznehmen und. fiber die
Verpflic/Uung Uhns beim Tode des Kaisers. 1336 Juli 4.
Perg. Orig. ReicJisarchiv Munchen. Beide wohlcrhaltenen Siegel h&ngen
der Urkunde an.
Wir der amman, der rat und alliu diu gemainde der burger
20 hie ze Ulme, arme und riche urkftnden und vergehen alle offenlich
und auch ainmuteclich an disem brief, das wir alle ainmuteclich fur
kunftig kriege, st&zze, schaden und arbait unser und der stat und
auch von der aide und gelubede wegen und niuliches hie sint be-
schehen, ftberainkomen sien und ze rat worden mit gunst willen
25 und rat und ouch von sinem haissen, des allerdurchluhtigosten und
unsers gar genadigen herren keiser Ludewiges von Rom und unsers
genadigen und hochgeborn lieben herren graven Berhtoltes von
Graispach und Marsteten, genant von Nifen also und mit solcher
beschaidenhait, zwelch purger hie ze Ulme, der si arme oder riche,
30 dehein ufwerfunge, anderunge oder stozze furbas hie ze Ulme machet
oder gelubede und aide under dem gedigende hie schaffet ane willen
und gunst unsers vorgenanten herren des keisers und des von Nifen
und auch des rates, dieselben sint usgeworfen von unsers herren
des keisers und unsers herren von Nifen hulden, und sol man Aber
l ) 6. Strassburger Stadtrccht St. UB. IV 2 2. 1322. § 86 und besonders
Angabnrger Stadtbuch p. 63.
*) 1300 Mai 15.
Wttrtt. Geflchlchtsqnellen VITI. 16
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242 Anhans. (It)
des lip, der daz tftt, richten als Aber ainen, der an das riche ge-
raten hat und als Aber ainen achter und schadelichen man, und
swaz cr gfttes hat, daz ist dem keiser halbes swaz des ist diu
zwai tail des halbes gfttes aigenlich verfallen oder sineui vogt, der
denne unser voget ist, and daz drittail des halben gfttes hie ze 5
Ulme an den buwe der gemainde und daz ander halptel des gfttes
sol sinen libe erben werden ob die da sint; ist aber daz libe erben
da niht en ist, so sol das gftt, swaz des ist diu zwai teil verfallen
und werden unsenn herren dem keiser oder sinem vogt, und aber
daz drittel des gfttes alles sol werden der gemainde an den buwe 10
hie ze Ulme. Swer ouch der ist, der purger hie ze Ulme ist, der
si arme oder riche, der sust der stat und der gemainde hie ze
Ulme sehaden wurke oder wirbet gein swem daz ist, es sien herren,
ritter oder knehte, dieselben oder derselbe sullen in derselbcn pene
und schulden sin als ouch vor von den andern stat geschriben. 15
Wir 1 ) sien ouch ze rate worden und ftberainkomen, daz dehain purger
hie zeUlme, er si arme oder riche, von deheinem nebenpurger, es
sien frowen oder man oder juden, daz die purger und die stat an-
triffet, keinen ratschatz nemen sol, haimlich noch offenlich noch de-
heinen einen ehalten haissen entphahen noch von deheinem uzman, 20
daz den purgern und der stat ze sehaden komen mach ; und swelch
purger daz waere, der daz AberfAre, der sol und muze instunt als
vil geben als sin ze ratschatz ist worden, sines gfttes geben und
sol daz aber diu zwai teil unserm herren dem keiser oder sinem
vogt werden und daz drittail der gemainde an den buwe hie ze 25
Ulme und jar und tach vor der stat sin mit wibe und mit kinden,
die denne in sinem brote sint. Man sol ouch den, der der sache
dehein Aberfert, mit niht Aberkomen wan mit drin erbern mannen,
die des rates ietzo sint oder hernach des rates werdent, daz ist
mit zwaigen rihtern und mit ainem ratgeben, und sulen ouch die 30
sweren ze den hailigen gelert aide, daz er die sache begangen
habe und Abervarn und si daz wares wissen one alle gevarde, und
swelher der ist, er si des rates oder uzwendich des rates hie ze
Ulme, der innan wirt oder vernimt von deheinem purger, daz er
der sache deheine begangen oder Aberfarn habe und si daz be- 35
waren miigen, die sulen es furbas an den rat bringen darumbe daz
es furkome und gemeldet werde. Me sol ouch man wissen an
disem brief, daz wir ainmutcclich ze rate worden sien und Aber-
ainekomen, swenne unser herre der kaiser en ist, da Got lange
') Vgl. oben R. B. 119.
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Anhang. (II. lit) 243
vor si, daz wir denne gein unserm egenanten herren von Nifen,
ob der dennoch lebet, in alien gelubeden und bunden sulen sin
als er oucb sin vormales brief von uns hat. Ware ouch, daz unser
herre der keiser abegienge, da in Got lange vor beschirme, so sulen
5 wir an deheinen herren houptftn noch vallen wan ainmuteclich mit
gemainem rat und veraintera oder des meren tailes des rates und
mit gunst und willen und ouch mit sinem rat unsers vorgenanten
herren von Nifen. Es sol ouch unser dehainer, der ietzo des rates
ist oder der hernach des rates wird, deheines herren rat sweren
10 wan mit gunst und willen unsers herren von Nifen und des rates
hie ze Ulme oder des meroren teiles des rates. Dise sache alle
und da sint geschriben und an disem brief geluparet, haben wir
alle arme und riche getriuweclich und ouch ainmuteclich gesworn
ze den heiligen state und ware ze haltende ane alle gevarde und
15 des ze urkunde der warheit dirre vorgeschriben sache haben wir
nach rat unsers herren von Nifen disen brief gevestent mit insigel
unsers herren von Nifen und mit der stat gemainem insigel. Man
sol ouch wissen, daz wir in den bunden und gelubeden und aiden
sin sulen von ietzo sant Michelestage *) dem nahsten und von dannen
20 ftber funf jar diu nahsten nachainander, ez si danne, daz wir ez
kurtzsten oder lengesten nach rat und willen unsers obgenanten
herren des keisers und unsers herren von Nifen und unsers rates
oder des merteiles des rates. Ditz beschach und disiu gesetzste
wurden verschriben in dem jar, do man zalt von Cristes geburde
25 driuzchenhundert jar und darnach in dem sehsten und drizzegosten
jar an sant Ulriches tag des hailigen bischof. 2 ) 8 )
III.
Ordnung der Schneider und Tuchscherer in Vim von 1353 und 1391
nebst Ratsentttcheiden, ihr Verhdltnis zu andern Zunften betreffend,
30 von 1411 und 1421.
Stuttgart, Staatsarchiv. Rep. Ulm, Siadt und Amt p. 31. Kasten 34
Fach 11. 129. Eandschrift von etwa 1540—1550. Pergament ungeheftet, mit
einer Liicke: die Handschrift ist von spdterer Hand falsch paginiert.
Ains erbern rats brief und entschaid der erbern zunft der Pag. 1.
35 Schneider, auch baiden handtwerckern, der Schneider und tuch- Schneider und
scherer gegeben. Tuchscherer.
*) September 29.
5 ) 1336 Juli 4.
■) Wahrocheinlich ist dies die U. U.B II, 143 zn 1336 Juni 4 erwtihiite Urkumle.
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244 Anhang. (EI.)
Wir der burgermaister, der rat und die burger gemeinlich der
stat ze Ulm verjehen offenlich far uns und fir unser nacbkomen mit
disem brief, das wir mit gutem willen und (lurch gemeinen nutz unser
und unser stat ze Ulm dem handtwerck der Schneider gemeinlichen
ze Ulm und iren nachkomen die nachgeschriben gesetzt gunnen 5
und erlauben ze halten als hernach gcschriben stat.
Zunftbrief Bei dem ersten hant si gesetzt, das si alle zeit zw61f gesworn
der Schneider.under in sollent han und sollent auch einen zunftmaister under in
kiesen und nennen nach der merern wal als ander handtwercker
mit gewonhait tftnd; si hand auch gesetzt, wer ir handtwerck be- 10
gert, der des handtwercks zunftrecht nit hat, der sol die zunft
umb sie erwerben, als sie ir zunftrecht lange her hand bracht, und
Pag. 2. wer auch ir handtwerck hie ze Ulm | ubt und treibt, der vor ir
zunftrecht nit hat, den hand si gewalt umb das zunftrecht ze n&ten
und ze pfenden, allenthalben und ze welchem hus si wend ane alien 15
engaltung. Es mag auch ain ieglich maister under in gevand und
hess oder was ime ze machen geantwurt ist, wol versetzen an juden
oder an cristen umb seinen garnoden Ion und nit f&rbas, und sol
auch daz zehand so er erst mag ungeverlich demselb scholn konden
und sagen, und ob iemen, frow oder man, sin ander gult schuldig 20
wer, darumb soil dhein meister noch niemen andre von seinen
wegen dhain gwand noch hess noch kain ander sach, diu im ge-
antwurt ist 9 nit versetzen noch verkumbern, denne umb den gar-
nodten Ion, alz vorbescheiden ist; welcher das aber under in uber-
fftr, der soil und mftss als dick das geschech, dem handwerck 25
gemeinlich funf schilling haller ze pen geben.
Si hant auch gesetzt, wa man uf den margkt iendert fund
oder ankem bletzen oder stuck, die dem handtwerck unerlich und
unloblich wern, das solnt und mugent die pfleger irs handtwercks
Altepag.17.wol heimen, untz man kundtlich erverdt, ob es | recht und redlich 30
darkemen sei oder nit.
Sie handt auch gesetzt, und langezeit gewonhait herbracht,
welcher maister under in umb seinen garaodten Ion stoss gewindt.
das der seinen Ion mit dem aid nit beheben sol noch mag, denne
das er es fftr die zwelf geswornen oder fftr ir den merrentail 35
briugen sol ; die solnt sich denne erkennen, uf ir treue und uf ir
er, was daran verdient sei, des soil si denne ze baiderseits wol
bringcn. Es ist auch ir alts recht und ir gewonhait, welcher maister
under in dhain sach, die im ze machen geantwurt wurd deierer
versatzte, vcrkuinberte oder verkaufte, denn umb seinen garnodten 40
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Anhang. (TH.) 245
Ion, oder welch maister sich onerlich und dem handtwergk sheinlicb
enthielt oder welcher under in den luten das ir emphurte und hin-
trug, das sich das handtwerck gemeinlich oder ir der merer tail
erkanten, das das dem handtwergk unerlich und unloblich wer, der
5 hat zehand der zunft recht verloren.
Si soint anch zu ir knechten, die ir handtwergk wurkend,
allweg ire recht und ir gewonhait han.
Sie hand auch gesetzt, was | dem handtwerck von ir zunft- Altepag.18.
recht und von andern penen gelts geveldt, darumb hant si sich
10 ietzo mit iren gftten trewen under ainander versprochen, das sie
dasselb gelt an dheinen andern nutz noch sach nicht wenden noch
keren sollent, denne an gemeinen nutz irs handtwercks und an
solchin stuck, die dem handtwerck und aller der gemeind ze Ulm
nutzlich und erlich seien, und das auch ir dehein nichts verdrengken,
15 verzeren noch verthun soil ; welcher das under in fiberfur, der sol
und mus, als tick das geschech, den burgern gemeinlich ain pfund
haller ze pen geben ; und haben in also dise vorgeschriben gesatzt
erlaubt und verhengt ze halten als lang wir wissen und erkennen,
das in und unser stat das fugelich ist. Des alles ze ainem waren
20 urkundt han wir unser aller gemeins insigel gehenckt an discn brief,
der geben war an sant Veits abendt, 1 ) do waren von Gots geburt
drewzehenhundert jar und in dem dreiundfunftzigisten jare. 2 )
Wir der burgermaister und der rat gemainlich | der stat ze Pag. 3.
Ulme bekennen offenlich mit disem brief, das wir mit gemeinem Gesellen-
25 rate und auch mit wolbedachtem sinne und mflte, durch besunders haltun S dcr
nutze, fride und gemachs willen dem handtwerck und den maistern c nei er "
alien gemeinlich der zunft der Schneider hie ze Ulm gegunen und
erlaubt haben und gunen und erlauben auch mit urkundt und craft
dis briefs umb daz, das des minder bruch, krieg und st&sse zwischen
30 in wachse und aufstande also : das nun f Arbas mer dhein mei6ter
under in, er sei reich oder arm, jung oder alt, der in ir zunft ist
und ir handtwerck treibt, nicht mer knecht haben noch setzen sol,
denn drei knecht; es were denn, ob ain maister oder mer under
in uf ain zeit als vil zu schaffen und ze machen hette oder gewurw,
35 es were von hochtzit, von rais oder von clag gewent wegen, das
si g&hling machen mftsten oder das ain hof zu uns her gen Ulm
') Juni 14.
*) 1353.
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246 Anhang. (III.)
gelait wurde, daruf si audi gewant gahling machen muesten, und
das sie das mit den knechten als gahling und als bald nicht vol-
bringen und machen mocbten, so mag der oder dieselben maister,
die denn also mit sollicher arbait uberladen weren, | von den andern
Pag. 4. maistern irs handtwercks, ob si wollen, wol mer knecht entlehnen 5
und erbitten, als wil und er denne die weile zu sollicher arbait
notdurftig ist, und wenn auch daz ist, das sie die arbait und auch
das werck also volbracht und volfuert haben, und der knecht zu
dem werck nicht mer notturftig sind, so sollen si die iren maistern,
von den si die entlehnt hand, wider lassen haingen one widerred 10
und den fftrbas aber nit mer knecht haben, denne drei in aller der
weise, als vorgeschriben st&,t ane alle geverde.
Wir haben in auch mer gegunnen und erlobt, daz nun ftorbas
Zunft- mer ain ieglicher zunftmaister, wer denn ir zunftmaister ist oder
bcitrage. i r gemein buchs inne hat, von ainem ieglichen maister, er sei reich 15
oder arm, der in ir zunft ist, alle sambstag ze nacht ainen guten
Wurtzburger pfening in ir gemein buchs einnemen und emphahen
soil, und sol auch den ain ieglicher maister williglich und gern
geben one widerrede, und doch also, was sie also gelts in die
buchs einnemen und emphahen, es sei litzel oder vil, das sie das 20
nit anderst anlegen, noch bewendcn, denn in gemeinen nntz und
fromen | des handtwercks, und das auch sie damit der stat, desto
Pag. 5. nutzlicher und desto trostlicher gedienen und warten mugen one
alle geverde.
Und also sol alle vorgeschriben sach weren und bestan als 25
Dauer der lange und uns dunckt, das das gemeiner unser stat und auch ge-
Ordnung. meinem irm handtwergk nutzlich, trostlich und fuglich sei, und
wenn auch uns dungkt, und wir uns erkennen, das das uns noch
unser stat noch gemeinem handtwerck der Schneider nicht mer
nutzlich noch fugelich ist, das wir das denn wol gemindern oder 30
gemeren oder aber gentzlich abnemen und widerruefen mugen, ane
allermenglichs irrung und widerrede. Und dez alles ze warm und
offeni urkundt haben wir vorgenante der burgermaister und der
rat gemainlich der stat ze Ulm unser stat gemein insigel offenlich
gehengkt an disen brief, der geben ist an dem nechsten montag 35
nach des hailigen creutz tag zu herbst, do man zelt von Cristi
geburt driuzehenhundert jar und darnach in dem ainundneuntzi-
gisten jare, 1 )
') 1391 September 18.
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Anhang. (III.) 247
Es ist ze wissen als das handtwerck der Schneider an ainer Pag. 6.
sciten und die tftchscherer an der andern seit vor rat gewessen VerhaltniR
send hie ze Ulnie uf den zingstag nach allerhailigentag anno etc. der Schneider
undeciino ') und da baider seits ir rede vor dem rate verz< haund, ,
' ' scnerern.
5 da send sie von dem rate also ausgericht und entschaiden : welcher
schneider das handtwerck des schneiderwerck treiben wil, das auch
der dhain tftch scheren tt) sol, weder alts noch newes, und desgleichen
widerrumb, welcher tftchscherer das handtwerck der tftchscherer
treiben wil, der sol auch dhain schneidwerck treiben noch machen,
10 weder alts noch newes; und wolcher under in das uberfuere, der
sol darumb gestraft werden nach dem, als sich den ain rat er-
kante, das er verschult habe. So hat sie den der rate mit namen
also auch ausgericht und entschaiden umb das, das arm und reich
dest bas versorget werden, daz das handtwerck der schneider alle
15 jar zwen man usser ir zunft darzu ordinieren soln, welche b) sie
denne uf ir ere und aide erkennen, die darzu allernutzest und best
seien, desgleichen sollen die tuchscherer auch alle jar zwen von in
darzu geben in demselben rechten in sollichen massen, wie ob
kaine c) schneider hie ze Ulm tuch furkeme, das misschorn oder von
20 dem | tuchscherer an dem scheren verweust wer, der und auch die- Pag. 7.
selben schneider sullen das uf ir aide, die sie aller jarlich ainem
zunftmaister schweren werden, flir die vier man, die also von den
schneidern und von den tflchscherern darzft geben wern, bringen
und desgleichen soln die tftchscherer, welcher des innen wurde,
25 uf die aide, die sie dem zunftmaister alle jar auch schw&rn, ftir
die vorigen vier man auch bringen; und wie sich denn dieselben
vier oder der merer taile darumb erkennet, das der tuchscherer,
der das also verweust oder misschoren hete, dem, des das tftch
were, bessern oder widerkeren solte, das sol auch der tftchscherer
30 tun; ni5chten aber die vier darumb nicht uberainkomen, so sol
alwege der zunftmaister des d) schneiderhandtwergks ain gemain
man darumb sein.
Der burgermaister und grosser und kleiner rate der stat Ulm Verhaltnis
haund furgenomen die clage der craumerzunft, das in die schneider der Kramer-
35 in ir zunft und zunftrecht greifen mit failhaben guglers, gefarbter zur8chlieifler "
__ _ zunft.
a) Die Uandschrift liest tuch scberer.
b) Die Hands ch rift Host wellte.
o) Lies n deheinem u .
d) Die Handschrift liest der.
') 1411 November 3.
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248 Anhang. (HI.)
Pag. 8. und ungefarbter | leinwat, faden, kelsche, bandlin, bonwolle und
anderm, das also nicht herkomen were and auch nicht sein solte
und nachdem baid genant zunften uf heut datum durcb geschrift
ir noturft rede und widerrede und alle gelegenhait aigentliche fur
rate bracht haund, so hat sie der rat also entschaiden: des ersten, 5
das dhein Schneider hie ze Ulm gegenwurtig und kunftig dehainen
gugler, dhainen kelsche, dhain gefarbte leinwat noch dheinen ge-
farbten faden noch auch dhainerlai bandlin, gefarbet noch unge-
f&rbet und besonder dhain bonwolle oder ander solich sach fail
haben solle, haimlich noch offenlich, und sol auch ir dheiner das 10
alles noch sein nichtzit verkaufen, ausschneiden noch auswegen in
dhain weise, wan der kramdinglach haisset und ist und den kraumern
zugeh&ret one alle geverde.
Aber ungef&rbte leinwat, roch oder geblaicht, welcherlai die
ist, und auch ongefarbten faden, auch roch oder geblaicht, mugen 15
die Schneider wol haben und iren kunden geben one der kraumer
irrung und solns in dhain anderweise verkaufen also doch, das
dhain Schneider damit allain und besonder und sein handtwergk
Pag. 9. nicht ze treiben, zft laden staun [ sol in dheinen wege; welcher
aber von seins handtwercks wegen sein schneidewerck ze treiben 20
zft laden stunde, der mag dabei ungefarbte leinwat und ongefarbten
faden als vorbegriffen ist, haben und seinen kunden geben ungeirrt
von den cramern; darzu mugen si auch barchat iren kunden aus-
schneiden und geben und niemand andro, also doch, das sie dheinen
andern barchat schneiden, denn der hie ze Ulm an der schaw ge- 25
schawet ist ungevarlich.
Und also nleinen wir, das ditz von baiden vorgenanten zunften
unzerbrochenlich gehalten werde, untz an bis widerruefen bei ainer
sollichen pen nach ains rats bekandtung. Geben und geschehen
uf gutemtag nach Georii anno domini millesimo CCCC mo vicesimo 30
primo. 1 )
Verhaltnis Als die kraumerzunft gegen den schneidern, den k&flerin und
der Kramer- andern der nachgerurten stuck halb irrung gehapt, hat sie ain rat
zunft zu den u f ^ en ^ datum ditz zedels entschaiden, wie cr vormals den kraumern
K-ffi ^ un( * ^ en sc hneidern zedel gegeben habe, dabei lausse er es noch 35
und an( j ern beleiben in mainung, das von baiden partheien den dingen umb die
Zunften. stuck in denselben zedeln begriffen nach inhalt der zedel nachge-
gangen werde etc.
"*) 1421.
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Anhang. (III. IV.) 249
Es folyt cine Beihe con weiteren Batsbestimmungen ilber Einzel- pag. 10.
heiten des ewigen Konkurrenzstr cites aus den Jahren 14.70, 1471,
1480, 1490, 1492, 1497, 1501, 1505, 150b, 1509, 1513, 1518,
1525, 1529, 1531, 1533, 1542, 1544 and 1545.
5 Bis 1542 geht die erste Hand, 1544 und 1545 sind skater
nachgeiragen.
IV.
Auszitg des Prdlaten von Schmid
aus einer bis jetzt nicht ivicderaufgefundenen Goldschmiedsordnung.
10 1364. Montag v. Michaelis (September 23).
Handschrifi der Stadtbibliothek Ulm.
1. Wer Silber brennt, soil das Stadtzeichen nach Costanzer
Brand anlegen und beheben, und kein hiesigcr Goldschmied
soil anderes Silber verwirken.
15 2. Fit/ire ein Knecht mit seinem Meister nicht redlich und
schiede von ihm unfreundlich, so soil ihn kein anderer Meister
setzen ausser mit Willen (lessen, bei dem er war, und mit
Will en der Meister.
3. Kdme ein Knecht zu einem Meister, der sein bediirfte, und
20 der Knecht wollte mit ihm muthwillcn, we'd vielleicht ein
anderer ihm mehr Lohns cerhitsse, so soil ihn kciner
setzen, er rede denn dafilr, dass [er] nichts uber diesen
verheissen habe.
4. Niemand unter ihnen soil einem Lohnknecht oder Lernknahen
25 etwas abkaufen, das das Handicerk angehort, es geschehe
dann mit des Meisters Willen.
5. Keiner soil einen Knecht haben, der ein Biffian sei oder
bdse Weiber an sich habe.
G. Keiner soil mehr als 2 Lernknecht haben; auch ein Ver-
:W) wandter, den man umsonst lehrt, und der eigene Sohn soil
als der 2te Lernknecht gezdhlt werden.
7. Keiner soil einen Knecht in seiner Schmitte wirken lassen,
er sei denn sein gedingter Knecht, oder wirke inn Stuck-
tverk, oder um den 3 ten Pfennig.
36 8. Auch soil keiner wirken in einem Hans, er habe denn offen
Schmitten.
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250 Anhang. (IV. V.)
Strafe auf die Ubertretung jedes dieser Punkte: 1 h Mark
Silber, das halb dcr Stadt, halb dem Goldschmied zufallen soil. Das
letztere soil nur an Hiitten, Harnasch u. a. Sachen, -die zu des
Handwerks, des Baths and der Stadt Nutzen gereichen, verwendet
wer den. 5
Es sollen con ihnen, je auf V* Jahr 2 Meister zu Schauem
aitfjestdlt iverden, die in den Schmitten and Werkstdtten die Werke
beschauen, was sie unrichtig frnden, zerbrechen, nnd die P'on ansagen.
9. Wer Kupfer, Zinn, Blet\ Stahl oder Eisen in Gold oder
Silber verbergen nnd lathe n wollte, dess Leib and Gut soil 10
der Stadt verfallen seyn.
10. Wer ihr Handwerk treiben will, soil ihnen einen Vierding
Silbers geben.
11. Wer einen Lernknecht dinget, soil ihm 10 Schilling Holier
geben. 15
12. Jeder Meister soil wbtduntlich in die Bitchse 1 Heller oder
1 Hellers Wehrt Silber geben.
Ans Prdlat v. Schmids Abschrift des roten Backs, S. 118?) 2 )
V.
Der Bat zu Vim bestdtigt den Baderknechten einen Teil Hirer 20
Satzungcn. Ulm 1370 Fritag vor S. Laurcncientog (Aug. 12).
Ulm> Stadtarchiv. Orig. Perg. Ohne anhang endes Siegel, aber mit
Einsehnitt fiir den Siegelstreifen.
Wir der burgermaister, der rat und alle burger gemainlich
der stat ze Ulm verjehen offenlichen mit disem brief und tuen kunt 25
allermenglich, daz wir mit veraintem gftteni willen und mit wol-
bedachtem sinne und mftt den baderknechten gemainlich, hie ze
Ulm und alien iren nachkomen gegftnnet und erloubet haben disiu
nachgeschriben gesetzt ze halten und ze habent, alz lang nnd alle
die wile uns dunkt, und erkennen, daz daz uns und der stat hie 30
ze Ulme m ! itz und gut si. Bi dem ersten, so hant si gesetzt, von
der jarzit wegen, alz si hie ze Ulm in unserm spital mit ir aigen-
lichem gftt geordnet und gecwiget hant, iren selan und alien ge-
l&bigen selan ze hail und ze trost, daz ze derselben jarzit, wenne
*) Die von ihm ausgefertigte Abschrift dieses Auszuges wurde niir freund-
lichst von Herrn Bibliothekar Professor Miiller in Ulm zur Verfttgung gestellt.
2 ) Vgl. Anhang VI.
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Anhang. (V.) 251
man die begat oder began sol oder wil, ain ieglich man und vvip,
die zft den vorgenanten knechten gehorent, an dem aubent bi der
vigili sin sullent und enmornent bi der selemisse untz diu volle-
bracht wirt; und welich man oder wip under in daz Aberfiir, und
5 also bi der vigili oder bi der selemisse nit ware, der sol und mfizze
ieglichs sechs haller geben alz dike es daran sftmig ware; wa aber
eliit under in sint, wenne denne daz ain bi der vigili oder sele-
misse si, so sol daz ander nichtz verscbuldet han. Darzft hant si
gesetzt, wenne sich die, den si ir bucbse ie enpfelhent, erkennent,
10 daz daz notdurftig si von gemainer sach wegen, die si denne ie
ze tftnd oder uzzerichtent hetten, und in zesamen gebieten hiezzen,
welher denne under in nit kame, dem ir gemainer knecht gebotten
oder gesent hett, der sol und mfiz sechs haller geben. Me hant
si gesetzt, wa vormalz under in ain man oder ain wip ze ieder
15 wochen ainen helbling gegeben hant, daz der ieglichs nu ftirbas
me ainen gantzen haller allerwochlich geben sol, und waz also von
alien vorgeschriben sachen geltz gevellet oder gevallen mag, oder
daz si ietzo hetten, daz sol allez dehain andren wegs bewendet,
angel&t noch bekert werden, wan luterlich durch Got und durch ir
20 selan und aller gelobigen selan hailes willen und an wachs und
an ander geziert, die darzft gehorent und damit Got gelopt und
gecret wirt, und daz nft furbaz me si alle gemainlich noch besunder
weder ze h&fen noch ze vastnacht schnipfen noch ze [dehainen] a)
andern sachen nichtzit davon nemen, vertrinken noch verzeren
25 sullen, wan alz vil welher under in sieche wurd, ez were man oder
wip und der dez notdurftig ware, daz si dem wol ze hilf komen
mtigen mit lihen, alz si daz untz her mit gewonhait getan hant;
wene ouch daz ware, daz ain frowe under in ains kindes genesse,
und diu nit vatteres hett, der sillen si funf schilling haller in die
30 kintbett lihen. Wer ouch under in, ez si wip oder man in daz
spital must, dem sullen si och funf schilling haller geben us der
bftchse, und welher och under in dezselben gfitz ichtzit, sin ware
vil oder lutzel, dehains andern wegs ane wurd, hingabe oder ver-
tat, dem sol darumbe daz antwerk under in nidergekH und ver-
35 botten sin. Darzft haben wir in gegunnet und erlobet, welher under
in, ez si wip oder man, der sechs haller vorviel, alz vor ist be-
schaiden, daz den ir aller gemainer knecht darumb wol pfenden
sol und mag; welher aber under in dawider sin wolt, und irem
a) Das Wort ist fast rerlOscht.
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252 Anhang. (V. VI.)
gemainen knecht pfand darumb sparti, den stolen und wellen wir
och darumb bessern und straufen alz wir uns in unserm rat nach
dem mcrentail erkennen. Wir haben in och alle vorgesehriben
stuk und sach gegunnet und erloubet in der wise, daz dehain
maister der bader irs antwerks, die den tail empfahent, mit dehainen 5
iren vorgesehriben gesetzten und sachen niehtzit ze schaffent noch
ze tftnd haben stolen mit dehainen sachen in dehain wise, wan
daz daz luterlich von den baderknechten hie ze Ulme dar gat und
och dannen gan sol, und die mftgent och gemainlich under in in
ieglicher badstuben ainen knecht darzft setzen und nemen, der daz 10
vorgesehriben gelt innimpt und der och damit gefaren und tftn sol
in der wise alz daz ander briefe, die si darhber hant, aigenlichen
wol w r isent und sagent. Und dez allez ze wareni urkund so haben
wir unscr aller und unser stat gemain insigel offenlich gehenkt an
disen brief, der geben ist dez nechsten fritages vor Sant Laurencien 15
tag, do man zalt von Gotz geburt driftzehenhundert jar und dar-
nach in dem neunden und sibentzigisten jar.
VI.
Ulmer (1 oldschmideordn ung.
13i)4 an sant Katherincn abet (Nov. 24).
Abffchrift in dem Sammelband Ulmensia et varia II. Mas. nr. 127 20
S. 643 ff. im Staatsorchio Stuttgart von der Hand des PfatTern Carl Jager,
Verfasscrs von Ulms Vcrfassungsleben im Mitttlalttr. Vgl. Jdger, Ulm, S. 655 ff.
Wir die goldsehmid gemainlich ze Ulme veriehen offenlich ftir
uns und unser nachkomen und tuen kunt allermenglich mit disem
brief: als sich der burgermaister und die reet gros und klain hie 25
ze Ulme mit den zinften und den hantwerken gemainlich ze Ulme
veraint haund nnd hberain kumen siend in disem iar und audi uf
die zeit, als der brief geben ist, also das die hantwerckh ire recht
und gesetzt wol meren und bessern mSgen, als si dann dftneket,
das das in und der stat ntozlich erlich und fAcklich sei; und 30
wan wir die goldschmid ain besonder gesatz und ordnung haben,
und darumb seien wir al gemainlich mit aiuander Aberain kumen
von der nachgeschriben stuck und artikel wegen durch nutz und
fromen willen unser goldschmid handtwerks.
Der maister werden wil und maisterrecht wil emphahen, 35
dem sol man das verlesen, wie hernach stet.
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Anhang. (Vl.) 253
Item des ersten, welcher maister hie ze Ulnie silber brennen
wil, der sol es brennen solich mass, dass es git kaufmansgut
und also, das die geschwornen maister bekennen, das es zaichen
wert sei, dasselb sol auch nit ungezaichnet beleiben, sonder alwcgen
5 mit der stat zaichen bezaichnet werdcn, und sol geben ain heller
von ainer mark silber zu Ion in ir bAchs.
Item was ain ieklich goldschmid hie ze Ulm silbers gebrent,
das under ainer halb markh ist, das bedarf man nit ze zaichnen.
Item was ain ieklich goldschmid hie ze Ulm whrket von
10 gftrtlen oder anderm werkh, das vil l&tens bedarf, derselb gold-
schmid sol es machen und volbringen also, wann man dasselb
werk widen brechen und ufsetzen wollt, das dan nit mer abgang
wan von iecklich marckh anderhalb lot, alles an geverd.
Item desgleich was die maister wftrken oder machen von
15 schlechtem hamer oder tribem werk, dasselb soil iecklich machen
und beraiten solicher massen, wan man das ufsetzen oder brennen
wolt, das dan nit mer abgang, wan von ieder mark ain lot, auch
an geverd.
Item kain goldschmid sol auch newes werkh mit w r eich lot
20 loten, auch ongeverlich.
Item es sol auch kain goldschmid kain gold schwecher
arbeiten, den das das achtzehen carat hab zum mindesten, onge-
verlich.
Item es sol auch kain goldschmid anderst wenn ie [sic],
25 welchermassen man im gut gold zu arbaiten gibt, der sol es also
gut widergeben, das es nit schwacher sei, dan das es achtzehen
carat sol ongeverlich.
Item wer es auch, das iro kainem kainerlei schlecht, falsch,
oder das geverlich wer, zukem, was das were, das sol er nit aus
80 seinem gewalt lassen, er bring es denn vor an die geschwornen
bftchsenmaister.
Item das kainer kain knaben kftrzer lernen soil dann drew
iar, und sol dieselben drew iar seinem maister zu lemen gelt geben
zwainzig gulden; wolt man in aber vier iar lernen, so sol er
35 geben sechzehen guldin, und wer, ob ainer umb iar lernen und
kain gelt geben w61t, dan sol kainer miender lernen denn sechs
iar, und wer ob ein knab aus denselben iaren lief, und seinem
maister nit gnug het geben, der sol nimmer hie kain goldschmid werk
wftrcken weder in maister noch gesellen weis, es wer denn mit seins
maisters und der goldschmid aller willen.
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254 Anhang. (VL)
Item kain goldschmid sol nicht mer lernen dann ain lern-
knaben usgenommcn ob er ain sun het, den mag er wol dazu
lernen; er sol auch kain andern dingen dann bis zu irn rechte
lerniar, usgenommen; und ain lernknab sollgeben ain lialben gulden
in ir bAchs, ee er anstaud. 5
Item das kain goldschmid, was im in sein sehmidte geant-
wurt wirt, es sei silber oder gold, niemand verse tzen oder verkoufen
soil, es wer denn des will, des es werd.
Item das kain goldschmid, er sei ains maisters sun oder ain
frembder, nit maister werden sol, er hab denn drew iar gelemt, 10
es sei hie oder anderstwa, doch also, ist er ain frembder, so sol
er urkund bringen, das er drew iar hab gelernt und elich gcporn sei.
Item das kain goldschmid kain lang gold sol ufstreichen mit
geschlagenem malergold, er sol es ufstossen mit ainem gold in
dem feuer, als das her ist kumen, und das gar nit ufstreichen. 15
Item kain goldschmid sol auch kain vergftlt ding ferben an-
derst, dann es von im selber sei, nachdem und es anch berait ist.
Item man sol kain messin ring vergilden, noch kainerlai
ding, damit der messing gar verborgen ist.
Item es sol kainer kain eisen Aberziehen mit gold noch silber, 20
das das eisen gar verdeckt sei.
Item es sol auch kainer kain kupfer versilbern, das ganz
verborgen und verdeckt sei.
Item welcher maister wirt, der nit ains maisters sun ist hie
zc Ulm, und der goldschmid recht nicht hat, der sol ainen guldin 25
geben den maistern in die bhchs nach antzal an dem gelt, das in
der buchs ligt, das er tail daran hab aund [sic] halb markh silbers
umb ire recht.
Item ain adelicher goldschmid hie ze Ulm sol auch alle
wochen ain heller oder ains heller wert silbers in die bftchs geben 30
on widerred.
Item es sol auch kainer kain glas oder aincherlai stain, damit
man gelaicht werd, in gold versetzen.
Item das kainer kain farb an kainen stain streichen sol noch
an den kasten, man sol im helfen mit ainer rechten foli ; als von 35
alter herkumen ist.
Item welcher maister hie ze Ulme, so aines goldschmids tochter
genomen, werden wolt, der geit, wenn er hie gelernet hat, zwen
gulden, dri behmisch, zwen kriitzer, ain heller in ir bftchs, wenn er
aber hie nit gelernet hat, so git er ain halben gulden mer. 40
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Anhang. (Vt.) 255
Item der zunftmaister, er sei goldschmid oder anders hant-
werks, sol alwegen bi den sechs maistern, die al goldschmid sein
sollen, sitzen, und mit sampt inen zu gleicher ferderung drei ander
sechsmaister an der stat, die davon geen, erwolen, und darzu einen
5 bftchsenmaister, der nit der sechs inaister sei, und dieselbcu new
erw<en sechsmaister solleut schw5ren, die zwai nechstkftnftige jar
nach irer wal zu sitzen und zu raten unib ain iecklich sach, die
fir sie bracht wftrdt, was si das best sei, bcdunken, niemand ze
lieb noch ze laid an a) gevard, auch sol der new bAchsenmaistcr
10 sehworen, die walen eintzenemen und die rot [sic] zu verschweigen;
fliro so sollen alt und new sechsmaister ausgeen, und auf ir aid
ie ainer nach dem andern besonder ain aller bftchsenmaister
us den sechsmaistern erw&len, der einen offen laden hab, und ain
zunftmaister und mit im der new erw< bftchsenmaister sollen die
15 wal einnemen.
Item darnach so sollen die zwen bftchsenmaister ain gelerten
aid ze got und den heiligen schweren, all wuchen das silber und gold
in ains iecklichen goltschmids schmiten zu besehen und ze be-
schawen gan, niemand ze lieb noch ze leid, on geverd ; item und
20 ob sich also gold oder silber nit gerecht sondern geverlich finden,
so sol derselb, bei dem es gefunden wirt, gestraft werden umb ain
halb mark silbers ; es mecht auch so geverlich funden werden, die
straff wurd nachdem dester herter angesehen, desglich so unge-
verlich, die straf wurd dest ringer bedenkt.
25 Item al und iecklich silber und gold, so also gevarlich und
straffig funden wurd, sol zerprochen werden, es sei ausgemacht
oder nit.
Item das gold zu brobiren isj; gew r onlich mit streichen an dem
stain, wie auch sonst gewonhait ist.
30 Item das silber gltat man zu versteen in dem feuer, gat
das weis und schon daraus, so bestat es also, ob aber das nit
weis, sondern ongestalt aus dem feuer kem, sagt man dem, des
das silber ist, das silber sei als geverlich funden worden, ob sich
denn derselb in die straf geben wil, so sol er nach gepftrnus
35 gestraflFt werden ; ob er aber das nit tun sondem vermainen [sic],
solich silber solle gerecht sein, bewert man dann fliro solich silber
uf dem test und ob das nit gerecht funden wurd, so wurd er aber
nach gepftrnus gestraft, und hilft sein red nit mer.
a) Die Abschrift liest „un«
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256 Annan*. (IV.)
Item al und iecklich gelt, so fir straf und peen als gefallen,
sol werden und gefallen nemlich der halb tail der stat und der
ander halb tail in der maister bAchs der goldschmid.
Und also haben auch wir obgeschriben gesetzt und ordnnng
5 gethon mit gunst, wissen und willcn und verhengen des bftrger-
maisters und des rats gross und klain hie ze Ulm an sant Kathe-
rinen abet, do waren von Crists geburd MIII C und LXXXXIIII iar.
Item mer sind al goldschmid ze rat worden, das ain ieclich
sein bftchsengelt richten sol auf die zeit, so mans geben sol, in
10 ainem manot darnoeh, als lang er es darnach verzeucht und nit
geit, der sol all wuchen darnach ains schillings mer geben.
Item mer sind al goldschmid an sant Eatherinen tag mit ge-
mainem rat ains worden, dabei ist gewesen Hans Schwertfftrb und
Hans Hutz, beid zunftmaister, und hand gemacht, das kain gold-
15 schinid ze Ulm kainer keiflerin nichtz fihrsetzcn noch taxen sol,
noch zu verkaufen geben kainerlai goldschmidwerks noch kainerlai
klainheit, das denn unser handwerk antrift, es sei news oder altz,
er soil alweg selb gan mit ir und das selbs verkaufen; und hand
darumb gemacht ain mers ainhelliglich, wer das ftberffter und nit
20 hielt, das ain iecklicher sol bei den btichsenmaistern und bei den
sechsmaistern, und wer denn zunftmaister ist zu den zeiten, bliben,
was si sich denn erkennen, das ainer verschult hab.
Item es sol auch kain goldschmid des andern gesellen zu werkeu
geben, weder heimlich noch offenlich noch an dheinem feiertag,
25 weder wenig noch vil, dann mit seines maisters wissen und willcn.
Item wer es, das ain gesell mit seinem maister nit redlich
gefiier und unfrimdlich von im schied, denselben sol kainer satzen
denn mit des willen, von dem er kumen wer, und mit der maister
willen aller. 1 )
30 Wer auch das ain gesell zu ainem maister kem, der sein wol
bedarft, ob denn derselbig gsell mit dein maister mutwillen welt,
viclleicht damit das im ain anderer maister mer Ion gehiess, den-
selben soil kain maister satzen, er mfig dann darfAr reden, das er
im nicht iiber disen maisters launs verheissen hab. 2 )
35 Item es sol auch niemant von kains maisters gesellen, weder
von longesellen noch lernknaben under inen nichtzit kaufen, das
l ) Vgl. Anhang IV, 2.
*j Vgl. Anhang IV, 3.
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Anhang. (VI) 257
das hantwerk angehet, dann mit seins maisters wissen and gutem
willen. 1 )
Item es sol kainer kainen gesellen behalten, der ain ruffian
sei oder ain schwach frawen an im hab. 2 )
5 Item auf der goldschmid zunftmaister nnd zunftgesellen an-
bringen und begeren als von der verstolenen sfack und diebstel
wegen, so ftber iar hie nnd anderswo beschehen, und underschlagen
und verbrennt worden, besonder durch die kaiflerin und iuden,
also das inen diu ufzuheben faro ainem burgermaister zu antwurten
10 nicht faren kSnnen, als in dann solichs zu thun auf ir aid bevolhen
wer, hat ain rat ditz gesatz gemacht:
des ersten das die kauflerin alle auf ire aid, so si geschworn
hand, was also geverlichs far si kame an silber, an gold, von berlin
oder anderen hab, die dann arckwenig wer, ufzeheben und ainem burger-
15 maister und rat zu seinen handen antwurten sollen ; die goldschmid
sollen auch solich geverlich und arkwenig hab, wo si die bei den kauf-
lerin ankumen, ufheben und faro ainem burgermaister und rat antwurten.
Item als dann etlich kramer hie bei uns vor zeiten gold-
schmid gewesen sind, far die denn solich gevarlich hab villeicht auch
20 kumen mecht, haben burgermaister und rat auch gesetzt> wa solich
arkwenig hab far si kerne, das si dann die uf ir aid, so si in geschworn
hand, auch ufheben und ainem burgermaister antwurten sullen.
Item si haben auch gesatzt und gemacht, das nieman weder
kramer noch keiflerin noch ander dhein gang noch geb mintz nicht
25 brennen sol in kain weg noch schaffen und gethan werd [sic],
auch dhain gantz goldmintz nit verkaufen, da si gebrent wurd.
Item es sol auch weder kramer noch kauflerin noch niemant
anderer hinfaro kain gold, silber noch berlin, das si denn kauft
oder verkauft hetten, far sich selbst noch nindert anders nit wegen,
30 wann an der geschwornen goldwag hie ze Ulm oder silberwag.
Item was auch hinfaro die goldschmid silbers oder golds
kaufen, das dann ob ainem halben mark were, das sollen si far
sich selbst auch nit, sondern allain an der geschwornen goldwag
hie ze Ulm wegen, wa aber das under ainem halben mark wer,
35 das mftgend si far sich selbs wol wegen.
Item wir haben auch gesatzt, wo ttrbas aubenteur herkumen
mit ir aubenteur, die fail hetten, und sollichs nit far aubenteur
sondern far recht kaufmanschaft hingeben und verkauften, das
>) Vgl. Anhang IV, 4.
*) Vgl. Anhang IV, 6.
Wttrtt. GesohJohtaquellen VIII. 17
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£&8 Anhang. (VI. Vlt.)
solichs die goldschmid ufheben sollen, und mAgend das ainem
bftrgermaister und rat auswftrken.
Und als denn die Juden den goldschmiden in ir handwerk
vast greifen, und haben wir auch gesatzt und gemacht, das fftro
kain Jud noch niemant von iren wegen nichtz news weder von 5
berlin, rupenn oder gold noch silbers nichtz kaufen noch verkaufen
sol, es wer dann das inn sotichs gesetzt und verstanden wer, das
inhgend si wol verkaufen, und das nicndert anders wegen lassen
dann an der geschwornen wag hie ze Ulm, inmassen hie oben ge-
schriben stat, das man dem verstolnen ding dester bas nach- 10
knmen m6g. 1 )
VII.
Ulmer Schworbrief von 1397 Mdrz 26.
Orig. Perg. Ulm, Stadt archie. Der Urkunde ist das ausge*eichnet
erhaltene Stadtsiegel mit der originalen Verschn&rung angehangt. 15
Eine Beihe von Abschriften dieses Schworbriefes findet sick
im Ulmer Stadtarchiv. Sie entstammen grbsstenteik dem 16. Jahr-
hundert. Auf eine dieser Abschriften, in denen die Jahreszahl regel-
mdssig mit Buchstaben gesckrieben ist, ist jiuch der verhdngnisvolle
Lesefehler Jdgers, 1327 statt 1397, der die Umkehrung alter Ver- 20
hdltnisse in seiner Darstellung der Verfasmngsgeschichte Ulms ver-
anlasst hat, zuriickzufilhren. Ein Vidimus des Schworbriefs findet
sich im Stuttgarter Staatsarchiv (Urk. v. 1473 Febr. 23. Perg. ohne
Siegel, ausgestellt v. Abt Ulrich zu Wiblingen.) Drucke bei Jdger,
Jur. Magazin fur die deutschen Beichsstddte III, 1793, p. 293 ff. 25
Jdger, Ulms Verfassungs-, biirgerliches und commercielles Leben im
Mittelalter. Heilbronn 1831, p. 737 ff.
Wir der burgermaister, der raute und alle burger gemainlich
rich und arme der stat ze Ulme verjehen offenlich fdr uns und fAr
alle unser nachkomen mit disem briefe und tftgen kunt allermeng- 30
lich, als vor vil vergangen ziten und jaren unser vorfarenden von
s&lichs besunders grosses nutze, fromen und ere wegen, die si an
gerechten zAnften erkennet und verstanden hand, ain zunfte hie ze
Ulme geordnot und gesetzet hand, in solicher mass, daz si siben-
tzehen zunftmaister und zdnften hie ze Ulme gemachet hand, under 85
den alliu antwerke hie ze Ulme vergriffen sind, und dieselben zftnftan
also geordnot und gesterket hand, daz si ainen ieglichen zunft-
maister under sinem antwerke und alien sinen undertanen und alien
l ) Vgl. R. B. 347.
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Anhang. (VII.) 2&9
iren nachkomen hie ze Ulme alliu iriu recht and gfite gewonhaiten,
die si vorher braht hand, verschriben and best&tigot hand, und daz
die burger, die niht der antwerke noch der zhnften sind, uf die
aide, die si gesworn hand und allerj&rlich sweren werdent, den
5 zunftmaistern und iren undertanen aller rechter und redlicher ding
zftlegen und beholfen sin sftllen, also daz ain ieglieher zunftmaister
und sin undertane nfi und hernaeh alzite bi alien iren rechten und
gftten gewonhaiten, die ainer ieglichen zunfte vormals von dem rate
verschriben sind, beliben und bestanden ane alle geverde ; und daz
10 och herwiderumbe die sibentzehen zunftmaister und alliu diu ge-
mainde der antwerke hie ze Ulme uf die aide, die si gesworn hand
und noch allerjSxlich sweren werdent, alle burger hie ze Ulme, die
niht der zftnfte noch der antwerke sind, und och alle ir nachkomen
och getriulich friden und schirmen sAllen und in zftlegen, und be-
15 holfen sin aller rechter und redlicher sache, und och nieman ver-
hengen noch gestatten, daz kain unluste noch unrechter gewalte
an in bescheche, und daz och si, die och bi alien iren rechten und
gftten gewonhaiten, die si herbracht hand, beliben sftllen lassen,
alz si in erberkaite und gftten gewonhaiten herkomen sind, daz
20 si daran von der gemainde gesterket und niht bekrenket sfillen
werden ane alle geverde, usgenomen allain von der stiftre wegen,
daz da ain ieglieher burger hie ze Ulme, er si von den burgern
oder von den zhnften, allez sin gfit, es si ligentz oder varentz gftt,
allwegen verstiuren und verdienen sftllen, alz denne der rate hie
25 ze Ulme, klainer und grosser gemainlich, oder mit dem merrentaile,
daz denne ie ufsetzent, erkennent oder ze rate werdent, ane alle
geverde; und daz och mit namen von den burgern, die niht der
zftnfte noch der antwerke sind, allwegen viertzehen gesworn rat-
geben an den klainen rate hie ze Ulme gan sullen und unser aller,
30 richer und armer gesworner burgermaister und von den zAnften
und antwerken sibentzehen gesworn zunftmaister und der also mit-
ainander an dem klainen rate sin sftllen zwenunddrissig man; bi
derselben ordnunge wir och noch fihrbaz beliben w611en [in] aller der
wise, so vorgeschriben stat, ane alle geverde, und wan sich nu sid
85 der zite, alz diu vorgeschriben ordnung angefangen und gemacht
ist, der stat 16ffe und sache hie mit der hilfe Gotz vast gemeret
hand darumbe und och umb kftnftig uf l&ffe, zwitracht und stSss ze
fftrkomen und niderzelegen, so sien wir zft der vorgeschriben ord-
nunge s&licher sache friuntlich mit ainander och uberainkomen, daz
40 wir ainen grossen rate hie ze Ulme och gesetzt und gemachet haben.
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260 Anhang. (Vtl.)
Bi dem ersten von den burgern, die niht der zAnfte noch der
antwerke sind, zehen man, und denne von der kramer zunfte dri
man, von der kofltite zunfte dri man, von der grawentiicher zunfte
dri man, von der schmid zunfte dri man, von der bekken zunfte
dri man, von der vischer zunfte ain man, von der metzger zunfte 5
zwen man, von der kftrsener zunfte ain man, von der weber zunfte
zwen man, von der schnider zunfte ain man, von der schflster
zunfte dri man, von der garwer zunfte zwen man, von der buwe-
lftte zunft zwen man und von der mertzler zunfte ain man, und
der och also mit ainander dez grossen rautes von den burgern und 10
von den zhnften vierzig man wesen und sin sdllen. Und salient
och also der burgermaister und grosser und klainer rate hie ze
Ulme den raute und alle burger gemainlich rich und arme hie ze
Ulme uf den aide, den si gesworn hand, besachen und versorgen
und umb ain ieglich sache raten und ertailen, nieman ze Hebe 15
noch ze laide denne alz sich ain ieglicher von hertzen und von
sinnen erkennent und sich entstat, daz umbe ain ieglich sache,
darumbe denne ain ieglicher gefraget wirt, recht und redlich si;
und waz och also der burgermaister, die klainen und och die grossen
r&te gemainlich oder mit dem merrentaile usrichtent und ze raut 20
werdent, oder wie si ain ieglich sache uf ire ere und aide schickent
oder f&gent, daz sol fftrgang haben und sol och gentzlich dabi be-
liben, also daz sich nieman dawider setzen noch tftn noch daz
dehains wegs sperren noch widern sol ane alle geverde, usgenomen
allain umb gflt, verhaissen und umb usz&ge oder raisan und umb 25
ander stark haftig sachan, die sol man alzite mit ainer gemainde
wissen und willen verhandeln. Und also so w611en wir die burger
und diu gemainde gemainlich, die niht der r&te sind, den burger-
maister und die r&te gross und klain zfi alien vorgeschribnen sachen
uf die aide, die wir gesworn haben und die wir och allerj&rlich 30
sweren werden, getriulich friden und schirmen und niht gestatten
noch verhengen, daz darftber dehain gewalt oder unluste von ieman
an si geleit werde oder in widerfare, denne daz ez bi allem dem
alz vorgeschriben stat, getriulich belibe ane alle geverde. Were
aber, ob sich icht erfinde, es beschach iber Jang oder Aber kurtz, 85
daz ieman hie ze Ulme, er were von den burgern oder von der
gemainde, dez rates oder usserhalb dez rautes, ichtzit dawider retti,
wurbe oder tat, davon ufl&ffe oder widerw&rtikait uferstan oder
gewahsen m&hten, so sullen alle die, an die daz denne bracht oder
geworben wurde, oder die, die dez sus innan oder geware wurden, 40
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Anhang. (VII.) 261
uf die aide, die wir alle gesworn haben, und ietzo sweren werden,
fArbringen und sagen in s61icher mass: weren der oder die, die
sfilich widerwartikait stiften w6Iten von den burgern, so sol man
das den ainungern verkhnden, daz die daz an aineu rat bringen,
5 und sftllen denne dieselben von ainem burgermaister und von ainem
grossen und klainen rate hie ze Ulme darumb gestraffot und ge-
bessert werden nach dem, alz si sich denne gemainlich oder mit
dem merrentaile uf ire ere und aide erkennend und ze rat werdent,
daz si damit verschult haben, es si an libe oder an gftt aid an in
10 baiden. • Waren aber die, die sSlich widerwartikait triben oder
wiirben, von der gemainde und us den zftnften, so sftllen die, die
dez denne dez ersten innan oder gewar wurden, oder an die daz
denne bracht oder geworben wurde, bringen an dez zunftmaister,
darin der gehfiret. So sol denne derselb zunftmaister und sin
15 zunfte darftber sitzen und sich uf ir ere und aide erkennen, waz
bessrung der oder dieselben darumbe verschult haben ; und wie der
oder dieselben von ir zunft gestraffet oder gebessert werden, dabi
sol ez beliben, es were denne, ob sich die von ir zftnfte niht w<en
straffen lassen oder ob diu sache an die ainung kame, daz daz
20 dem zunftmaister verkiint wurd; so sol diu straffe und bessrung bi
dem rat beliben in aller der wise so vorgeschriben stat. Welher
oder welh aber also von den zinften gestraffot und gebessert wurde,
e diu sache fftr die ainunge kame, so sol ez doch bi derselben
bessrung und bftsse beliben, daz er darumb von dem rate niht fihro
25 sol gestraffot werden, ob diu sache darnach wol fir den rate oder
an die ainungen bracht wurd; were aber, ob ieman, an die diu
sache braht wftrd, oder der dez sus innan wurd, die sache ver-
swige und niht bracht an die stete, alz vorgeschriben stat, so sftllen
der oder dieselben, wa man daz kuntlich erfnnde, und gewar wurde,
30 in alien den schulden stan alz die, die daz geworben und getriben
hetten. Darzu haben wir gesetzt, daz die burger, die dez ratz sind,
ane die zunftmaister und ane die r&te von der gemainde, noch die-
selben zunftmaister und rate von der gemaind widerumb ane die
burger, die dez ratz ie sind, ir entweder taile ane den andern dehainen
35 besundern rate haben sftllen denne da die zwenunddrissig oder ir der
merretaile, ob man ainen klainen rate haben wolt, oder die zwenund-
sibentzig, oder ir der merretail, ob man ains grossen ratz notdftrftig
were, gegenwartig bi ainander sind ane alle geverde, usgenomen allain
ob l&ffe oder sache hergiengen, darumbe der klain oder der gross rat
40 oder ir mertaile ze rate werden, etwievil us den iiten baidiu, von der
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262 Aahang. (VII.)
geniaindc und och von den burgern uszeschiessend, solichen sachen
nachgedenken oder daz ze verzaichend und doch wider an ainen
rate ze bringen, daz sol an dem artikel dehainen schaden bringen.
riunderbar so sien wir alle rich und arme gemainlich mit ainander
Aberainkomen uf die aide, die wir uf diesen briefe gesworn haben 5
und alliu jare sweren werden, daz wir allerj&rlich ainen burger-
maister hie ze Ulnie, welher denne ie burgermaister ist, endern und
verkeren shllen, mit ainem andern, und die viertzehen ratzherren
von den burgern an dem klainen rat halb och mit andern und die
sibenzehn zunftmaister halb och mit andern und ie dez ainen 10
jars acht und dez andern jars niun der zunftmaister; und welh
acht oder niun zunftmaister also ains ieglichen jars von dem rat
gand, so sol ain ieglich antwerk und die, die zfi ieglichem antwerk
geordnet sind, an dez stat, der also von dem rat gat, und von dem
zunftmaisterampte stat, ainen andern erbern man under in zfi ainem 15
zunftmaister nach ir merren wale kiesen und erwelen, der si uf ir
ere und aide dem rat und och der stat der nitzost und der beste
darzfi dunket ze sin, nieman ze lieb noch ze laide ane alle geverde,
also daz die niuerkornen zunftmaister an der alten stat, die von
dem zunftmaisterampte und von dem rat gand, stan sullen. Und 20
welher burgermaister, burger oder zunftmaister also von dem klainen
rat gesetzt und geendert wirt, der sol darnach durch dehain sache
in den nehsten zwain jaren an den klainen rat hie ze Ulme niht
erkorn noch genomen werden noch daran gan durch kains ratz
willen, es were denne, daz er an den grossen rat genomen wftrd, 25
so mag er an den klainen rat wol gan, wenne er daran besendet
wirde, oder wer, daz der oder dieselben, si wcren von den burgern
oder von den zftnftcn mit ieman fir den klainen rat kamen und
den ir rede und wort tftn wolten; hiesse si denne der rat nider-
sitzen und bi in beliben, daz m&hten si denne wol tftn, wie sich 30
dez denne der raute erkanti. Darzfi haben wir uns sunderlich mer
verainet, daz man die grossen rate alljarlich, baidiu von den bur-
gern und och von der gemainde von niuwem erwelen und ersetzen
sol in aller der wise, so hernach geschriben stat also, daz man
daran nemen mag dieselben, die den grossen rat vor besessen hand, 35
oder die dez klainen ratz gewesen sind und der zile B) usgangen ist,
oder ander, die vormals der rat niht gewesen sind, mit s61ichem
underschide, daz ain ieglichiu zunfte, und die zfi ieglich er zunfte
geh&rend, uf die aide, die si gesworn hand, alz vil erber man alz
*) Liei lite.
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Anfaang, (VU.) . 263
denne ainer ieglichen zunfte zugeh&rend, und alz vorgeschriben
stat, an den grossen rat erkiesen und erwelen sftllen, der oder die
si denne uf dieselben aide die nfttzesten und die beaten darzft
dftnkend sin dem rat und der stat, und sillen daran niht ansehen
5 noch fftrsetzen weder liebe noch laide, hindrung noch fftrdrung,
friuntschaft noch vigentschaft noch gemainlich dehainerlai ander
schlecht sache in dehainen weg, denne daz si darinne bios Got
und die rechten gerechtikait ftir sich netnen sftllen ane alle geverde.
Und wenne dieselben grossen rate von den zftnften also ersetzt
10 werdent, dieselben und darzft die sibentzehen zunftmaister und och
der alt burgerraaister s6llen denne zesamen sitzen und sAllen uf
ir aide nach ir merren wale ainen burgermaister, der si denne och der
nfttzost und der beste darzft dinket sin, er si innerhalb oder usser-
halb dez ratz nemen und erwellen. Und' wenne denne daz beschicht,
15 so sol der niuerkorn burgermaister und die sibentzehen zunftmaister
und och die grossen rate von der gemainde die siben ratgeben von
den burgern zft den alten siben ratgeben an den klainen rat, die
denne daran komen mftgen und darzft zehen ratgeben von den
burgern an den grossen rat uf ir ere und aide nach ir merren wale
20 kiesen und erwellen, welh si denne darzft nutz und gftt dftnkend
ane alle geverde. Und welh burgermaister und welh zunftmaister
welh ratgebe von den burgern oder von der gemainde also erniurot
und an grossen oder klainen rat gesetzt werden, die alle und ir
ieglicher besunder sillen swern gelert aide zft den hailigen mit uf-
25 gebotten vingern alle vorgeschriben sach getriulichen ze halten ane
alle geverde. Darzft sol man unsriu verschribniu gesetzt in unserm
bftch och niht ablassen und och getriulich halten nach bekantnusse
dez merrentails des ratz ane alle geverde. Doch m&cht sich ain
burgermaister, zunftmaister oder ratgebe von den burgern oder von
30 der gemainde alz widerwartiklich stellen oder alz unrecht tftn, daz
man kuntlichen gebresten an im spdrti oder erfdnd^, den oder die
mag man allweg, wenne man wil, wol verkeren und mit andern
ersetzen in dem vorgeschribnen rechten. Wir haben och mit usge-
nomen worten versetzt, daz man dehainen burger hie ze Ulme
35 weder von den burgern noch von den zftnften weder ze burger-
maister, ze zunftmaister noch ze ratgeben an klainen noch grossen
rat niht nemen noch erwellen sol, denne der zft dem minsten fftnf
jare hus und hablich ingesessener burger hie gewesen ist. Und
also haben wir geordnot, daz alle vorgeschriben endrung und ver-
40 kerung nfl fftrbaz mer ze Ulme ewiklich und Qcb allerj&rlich beschehn
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264 Anhan*. (VII.)
sol in ainem monat, dem nehsten vor sant Gorigentag 1 ) ane alle
geverde. Doch shllen die zunftmaister und ratgeben von den bar-
gem und von der gemainde, dez grossen und dez klainen ratz und
och die burger, die niht der r&te noch der zftnfte sind, und alliu
gemainde gemainlich, der zinfte und antwerk usserhalb der rate 5
allwegen uf sant GSrigentag sweren ainem burgermaister und den
raten aller vorgeschribnen sache getriulich bigestendig beraten und
beholfen ze sind, ane alle geverde. So sol ain burgermaister uf
dieselben zite herwiderumbe och sweren ainen gelerten aide zft den
hailigen mit ufgebotten vingern ain gemain man ze sind richen und 10
armen uf alliu gelichiu gemainiu und redlichiu ding ane alle geverde.
Darzft haben wir vorgenanten burgermaister, rate und alle burger
gemainlich rich und arme der stat ze Ulme gesetzt und setzen mit
diesem briefe, daz weder burgermaister, zunftmaister, ratgeben noch
unser zwSlf gesworn richter noch gemainlich dehain ander burger 15
hie ze Ulme, er si von den burgern oder von den antwerken noch
nieman andro von iren wegen von nieman dehainerlai ratschatz,
miet noch schenkung noch dehainerlai gabe, diu sich uf ratschatz
ziuchet oder geziehen mag, oder darinne sich ainer uf den aide
ichtzit erkennet oder entstat, daz sich uf ratschatz ziehe und daz 20
dehainen burger hie ze Ulme antreffe, nieman bieten, empfahen,
verhaissen noch geben sol, weder haimlich noch offenlich. Welher
daz aber darftber tSt und Aberfure, es were burgermaister, riehter,
ratgebe, zunftmaister, burger oder antwerksman, dez ratz oder
usserhalb dez ratz, der sol mainaide haissen und sin und sol den- 25
noht darzfl gebessert werden alz der rat oder der mertail dez ratz
denne darumbe ze rate wirt. Und also haben wir vorgenanten,
der burgermaister, die zunftmaister, die ratgeben und alle burger
gemainlich, rich und arme, der zftnften und och, die niht der zftnften
sind, uf disen briefe ietzo unbezwingenlich gesworn gelert aide zft 30
den hailigen mit ufgebotten vingern, allez daz getriulich ze halten
und war und stat ze lassen, daz hie vor an disem brief geoffnot
ist und verschriben stat ane alle geverde. Und dez allez ze warem
und offem urkftnd, so haben wir unser aller und unser stat gemains
insigel offenlich gehenkt an disen brief, der geben ist in der vasten 35
dez nehsten montags nach dem sunnentag, alz man singet Octili,
do man zalt nach Cristz geburt driutzehenhundert jar und darnach
in dem sibenundniuntzigosten jare etc. 2 )
') April 23.
2 ) 1397 Mftrz 26.
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Anhang. (VIII. IX.) 265
VIII.
Klhiig Siginmund oerleiht der Stadt Vim den Blutbann.
1429 Mittwoch vor sand Gorgen tag (April 20).
Or. Stuttgart, Slaatsarchiv, Pergament mit anhdngendem Siegel. Press-
5 burg, Beg. bei Bdhmer-Altmann, Beg. imp. XI. 7230.
Wir Sigmund von Gots gnaden Romischer kunig, zu allentziten
merer des richs und ze Hungern, zu Behem, Dalmacien, Croacien
etc. kunig, bekennen und tun kund offenlich mit dem brief alien
den, die in sehen oder horen lesen, daz wir von besundern gnaden
10 und Romischer kuniglicher macht dem burgermeister und rat der
stat zu Ulm, unsern und des richs lieben getruen den ban uber
das blftt zu richten in hand Walther Ehingers gnediclich haben
verlihen, und lichen ouch einem iglichen burgermaister, der zu ziten
sein wirdet, denselben ban von derselben Romischen kuniglichen
15 macht, also daz er denselben ban furbas einem iglichen amptman,
den si zu ziten setzen werden, an unsrer stat lichen m&ge, den zu
iiben in aller masse als si dann den vor bei Romischen keisern
und kunigen unsern vorfarn herbracht und geubet haben. Mit
urkund des briefs versigelt mit unserm kuniglichen anhangundem
20 insigel; geben zu Prespurg an mitwochen vor sand Gorgen tag 1 )
nach Kristi gepiird virtzehenhundert und dornach in dem neunund-
zwentzkistem jaren, unsers rich des Hungerischen etc. in dem XLIII,
des Romischen in dem neuntzehenten und des Behemischen in dem
neuntem jaren. 2 )
25 Ad mandatum domini regis
Caspar Sligk.
IX.
Kaiser Sigmund erteilt Ulm das Becht, bei Klagen gegen die Stadt
vor ihrem Ammann unter Beisitz con 5, 7 oder 9 Rahnannen aus
30 beliebigen Beichsstddten Recht zu nehmen. Rom. 1433 Aug. 10.
Orig. P*rg. mit anhangender goldener Bulle, Stuttgart, Staatsarchiv.
Dort findet etch auch eine dem Inhalt nach genau ubereinstimmende, im Wort-
laut abtveichende ziveite Ausfertigutig, ebenfalls von Caspar Slick eigenhdndig
unter zeichnet, ohne Siegel, mit Best des Siegelstreifens. Wahrscheinlich ein Ent-
35 wurf. Das Indorso lautet: Marquardus Brisacher. — Abdruch tines zweiten,
im Inhalt abweichenden Entwurfts s. Anhang X.
Wir Sigmund von Gotes gnaden Romischer keiser zu alien ziten
merer des reichs und zft Ungern zfi Behem, Dalmatien, Croatien etc.
») April 20. Rotes Buch n. 180.
*) Vgl. R. B. 180.
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266 Anhang. (IX.)
kunig, bekenncn und tun kunt offenbar mit disem brief alien
den, die in sehen oder horen lesen, das zu nns gesandt baben ir
erbere botschaft unsere und des reichs lieben getruen burgermaister,
rat und burger der stat zu Ulme und haben uns furbringen lassen,
wie sie und die 8tat zu Ulme von alters her von unsern vorfaren 5
am reiche, Romischen keisern und kunigen, nemlich von unserm
lieben herren und vater keiser Karl seligen gefreiet sein: wer zu
in gemainiclich oder sunderlich zu sprechen haben, das si den vor
irem stab und irem haus antwurten sollen als danne dieselben
brief clerlichen innehalten, und wie si vorbetrechticlich bedacht 10
haben, das in das von etlichen underweilen anders dann ir geleich
furgenommen wir, und haben uns gebeten, alle nachrede und un-
gelimpf zu vermeiden und das niemants gesprechen m6ge, das si
in iren aigen sachen richter sein sollen, das wir in danne solich
ir gnade von keiserlicher macht zu verendcrn gnediclich geruchten, 15
des haben wir angesehen der egenanten von Ulme fleissige bete und
ouch ir sunderlich angeneme dienstc und lautere trewe und gehorsam,
die sie uns und dem heiligen reiche allezeit unverdrossenlich getan
haben, teglich tun und zu tun berait sein in kunftigen zeiten, und
sunderlich betracht stattlich ersuchung und gute lobliche meinung 20
der egenanten von Ulme, die sie fur sich genomen haben, da*
niemant in sein selbs sach oder in den dingen, die in sust zusten,
sein selbs richter sein sol noch mag, und haben darumb mit wol-
bedachtem mute, gutem rate unserer und des reichs getrewen und
rechten wissen dise besunder gnade getan und tun ouch mit disem 25
brief und Romischer keiserlicher machtvolkommenheit : was iemant
zu der gemeinen stat und commun zu Ulme zu sprechen hat oder
gewinnet, das der recht zu Ulme darumb von in nemen sol mit
solicher beschaidenheit, das die von Ulme die fhnf, siben oder neun
us welchen reichstetcn umb si gelegen der geswornen rete si wollen, 30
aus ainer oder mer nemen und gen Ulm besenden sollen, mit den
dann der gesworn amman zu Ulme uf dem rathus oflfen gericht
bcsitzen sol, und uf die sollen si dann von dem gemeinen commun
umb alle solich sachen gerecht werden und si sollen ouch daruber
niender anderswo weder fur unser und des reichs hofgerichte, 35
andere hofgerichte, lantgerichte und gerichte furgetriben, geladen
noch bekumbert werden in dehain wise. Und sol ouch menglich
das recht also von in nemen und ob von iemant ichts dawider in
ainichen obgeschriben stucken geschee oder getan wirde uf hof-
gerichten oder andern gerichten uf gemein oder schidlutt oder wie 40
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Anhanff. (IX. X.) 267
sich das fugte, das sol uncreftig und nnschedelich sein. Wir wollen
und setzen ouch, das zwen oder drei des rats zu Ulm, die sie zu
ainen ieden sachen erkiesen, den rat und die stat verantwort und
versprechen und och dem rechten an irer stat volliclich genug tun
5 mogen ane allermenglichs irrung ; doch so wollen wir, das diese
unser genade und verordnung iren alten freiheiten unvergriffenlich
und unschedlich sein sol. Und wir gebieten darumb alien und
ieglichen fursten, geistlichen und werntlichen, graven, frien herren,
ritern, knechten, stetten und gemainden und sust alien andern
10 unsern und des heiligen reichs undertanen und getrftwen, in welchen
wirden, wesen oder stat die sein, ernstlich und vesticlich rait diesem
brief, das sie die egenanten von Ulme an sulichen unsern gnaden
nicht hindern noch irren noch in darein sprechen in dehein weis,
sunder si dabi getrftwlich beleiben lassen, und von unsern und des
15 reichs wegen schutzen und schirmen, als lieb in sei unser und des
reichs swer ungnade zu vermeiden, und bei einer pene hundert
mark lotiges goldes, die cin ieglicher, der dawider tut, verfallen
sein sol, halb in unser und des reichs earner und halb den egenanten
von Ulme unlesslich zu petzalen. Mit urkund dis briefs versigelt
20 mit unser keiserlicher maiestat gulden bullen. Geben zu Rome
nach Crists geburd viertzehenhundert jar und dornach in dem
driunddri88igistem jair an sant Laurentzen tage des heiligen martrers,
unser reiche des Hungrischen etc. in dem sibenundvirtzigisten, des
Romischen im drewundtzwentzigisten, des Beh'emischen im dritzehen-
25 den und des keisertumbs im ersten jaren.
Ad mandatum domini imperatoris
Caspar Sligk miles cancellarius.
X
K. Sigismund verleiht Ulm bei Klagen gegen die Stadt den Gerichte-
30 stand cor den Eaten von Memmingen, Gmiind und Biberach.
Bom. 1433 Aug. 10.
Orig. Perg. Stuttgart, Staatsarchiv, mit Rest des Siegelstreifens.
Siegel fehlt.
Wir Sigmund von Gotes gnaden Romischer keiser, zu allcn-
35 tziten merer des reichs und zu Behem, Dalmacien, Croacien etc.
kunig, bekennen und tun kunt offenbar mit disem brief alien den,
die in sehen oder horen lesen, das zu uns gesandt haben ire erbere
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268 Anhang. (X.)
botschaft utisere und des reichs Hebe getruen burgermeister, rat
und burger der stat zu Ulm und haben uns ffirbringen lassen, wie
sie und die stat zu Ulm von altersher von unsern vorfaren am rich,
Romischen keisern und kunigen, nemlich von unserm lieben hern
und vater keiser Karl seligen, gefreiet sein: wer zu in gemeinlich 5
oder sunderlich zu sprechen haben, das si den von irem stab und
irem haus antworten sollen, als dann dieselben brief clerlicher inne-
halten, und wir si vorbetrechtiglich bedacht haben, das in das von
etlichen underweiln anders dann ir gleich furgenomen wirt, und
haben uns gebeten, alle nachrede zu vermeiden, das wir in die 10
nachgeschriben unsere und des heiligen richs st&t mit namen
Memmingen, Gemund und Bibrach bescheiden geruchten, ob iemant
zu der egenanten stat Ulm in gemein ichts zu in zu sprechen hette,
das si dann dem oder den fur dieselben stet recht biten und do-
selbst rechtlich verantworten mochten. Des haben wir angesehen 15
der egenanten von Ulm flissige bete und ouch ir sunderliche an-
geneme dienst und lautere trene und gehorsam, die sie uns und
dcm heiligen rich allezeit unverdrossenlich getan haben, teglich tun
und bereit sein in kunftigen zeiten, und sunderlich betracht statlich
ersuchung und gute lobliche meinung der egenanten von Ulm, die 20
sie fur sich genomen haben, das niemant in sein selbe sach oder
in den dingen, die in sust znstcn, sein selbs richter sein sol noch
mag, und haben dorumb mit wolbedachtem mflte, gfttem rat unser
und des richs getreuen und richter wissen, dise besunder genad
getan und tun ouch mit diesem brief und Romischer keiserlicher 25
machtvolkomenheit, ob iemant zu der gemainen stat und dem
commun zu Ulm oder das das gemein commun antriffet, ichts zu
sprechen oder zu fordern hat oder gewinnet, das si dann den gerecht
werden mogen und sollen uf einem rat zu Memmingen, uf einem
rat zu Gemund oder uf einem rat zu Bibrach, uf welchem rat die 30
von Ulm umb iglich sach selber furnenien; und si sollen ouch
doruber nindert anderswo weder fur unser und des richs hofgericht,
andere hofgericht, lantgericht und gericht ftirgetriben, geladen noch
bekumert werden in dheinweis und sol ouch meniglich das recht
also von in nemen, und ob von iemant ichts dowider in einichen 35
obgeschriben stucken geschee oder getan wurd uf hofgerichten oder
andern gerichten, uf gemein oder schidleut oder wie sich das fugt,
das sol unkreftig und in unschedlich sein. Wir wollen und setzen
ouch daz zwen oder dri des rats zu Ulm, die sie zu einen ieden
sachen erkisen, den rat und die stat verantwort und versprechen 40
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Anhang. (X. XI.) 269
und onch dem rechten an irer stat volliclich genung tun mogen
an allermenglichs irrung. Doch so wollen wir, das dise unsere
genad und verenderung iren alten freiheiten unvergriffenlich und
unschedlich sein sol; und wir gebieten dorumb alien und iglichen
5 fursten, geistlichen und werntlichen, grafen, freien herrn, rittem,
knechten, stetten und gemein und sust alien andern unsern und
des heiligen richs undertanen und getreuen, in welichen wirden,
wesen oder stat die sein, ernstlich und vesticlich mit irem brief,
das si die egenanten von Ulm an solichen unsern gnaden nicbt
10 hindern noch irren noch in dorein sprechen in dbeinweis, sunder
si dobei gerulich beleiben lassen, und von unsern und des ricbs
wegen schutzen und schirmen, als lieb in sei unser und des richs
swer ungenad zu vermeiden, und bei einer pene hundert marck
lotiges goldes, die ein iglicher, der dowider tet, verfallen sein sol,
15 halb in unser und des ricbs earner und halb den egenanten von
Ulm unlesslich zu betzalen. Mit urkund dis briefs versiegelt mit
unser keiserlichen maiestat insigel. Geben zu Rome nach Cristo
geburt viertzehenhundert jar und dornach in dem driunddrissigisten
jare an sant Lorentzen tag *) unser riche des Ungrischen etc. in dem
20 sibenundfiertzigisten, des Romischen im dreiundtzwentzigisten, des
Behenischen urn XIV und des kaisertums in dem ersten jare.
Ad mandatum domini imperatoris
Caspar Sligk apostolice sue maiestatis cancellarius.
Die Vrkunde ist hn Hinblick auf die vorhandene i/oldene Bulle
25 vom set ben Tagc wohl wit Sicherheit als Enticvrf zu bezeichnen.
V(/L die vorige Vrkunde vom selben Taye.
XL
Vrkunde des Ammanngerichts uber einen Zins. 1440 Mai 13.
Aus Papierkopiar n. 3 des Deutschtn Hauses in Ulm fol. 5 in Stuttgart,
30 StaaUarchiv. Der Kopiar entstammt dem 15. Jahrhundert.
Ein urteilbrif uber 2 U wachs uf der mAl bi der steinen br&cken,
pfaf Nordlinger oder wer sin pfrund inne hat; war langziit us*
gestanden. a)
Ich Hans Nidhart, bi den ziten statschriber zu Ulme, tun kftnt
35 allermenglichem, das ich an stat und in namen des erbern und vesten
a) Etw&B spfttere Oberachrift von anderer Hand.
») August 10.
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270 Auhang. XI.
Eberharten Blossen, die zite stattamman zft Ulme, und mit sinera
vollen gewalte offenlich zft gerichte gesessen bin zu Ulme in der
stat in Heinrich Ammans des stiurmaisters huse in der gr6ssern
vordern stuben uf sampstag nechst vor dem sunnentag daran man
in der hailigen kirchen singet Reminiscere in der vasten nehst- 5
vergangen ; x ) da kamen fur mich uhd offens gerichte der ersam herre
Johannes Ziegler, trisler des tuschen huses hie ze Ulme mit seinem
fursprecher Hansen Bessrer altenburgermaister und klagt zu herren
Peter Nordlinger, der och zflgegen stftnd, und sprach also: Er
hette ainen zinse us der mftlin hie ze Ulme bi der stainibrugg an 10
der Blau an des Bergers huse gelegen, davon er zu sinem taile
j&rlich in das tfttsch huse in die custorie zwai pfund wachs geben
s61te, des er sich sparte und nicht tfin wolt, und bat in gutlich
oder rechtlich zft underwisen, damit er die obgenanten zwai pfund
wachs jarlich gebe, als er die zu geben schuldig were-, das ver- 15
antwurte der obgenante her Peter Nordlinger durch sinen fursprechen
Waltheren Ehinger burgermaister und redt es were wol also: er
hette zinse usser der vorgenanten mulin an sin messe, davon die
obgenanten zwai pfund wachs j&rlich kouft werden sol ten, daran
were nach der stat gesetzte der drittaile abgeslahen als an andern 20
zinsen, darumbe er getrhwete, das er der obgenanten zwai pfund
wachs gar zu geben nicht schuldig were, sunder daran der drittaile
och abgan solte, als an sinen egenanten und anderen zinsen ge-
schehen were. Dawider aber der obgenante trisler in aller mass
als vor und des mer reden Hesse, sin vordern und das tutsch huse 25
hetten zu solchem abschlage der zinse iren willen nie geben noch
das nie vergunst, darumbe si getruwen, sunder als das an gotzgabe
und dienste gehort, das si solich gesatzte und ablassen der zinse
nicht beruren sftllen; dawider aber der egenant her Peter Nord-
linger in aller massen als vor und des mer redt. Er getrAwote, 30
das an den egenanten zwai pfunden wachs billich der drittaile
abgan und darumbe recht sin sftlle als denne umb siner messe
zinse recht ist und bat darumbe sin dotacion und stiftbrife und
der statt gesetzbftch zu verh&ren; und uf solichs, nach ir baider
taile und widerrede ward die sache fur ainen raftte hie zft Ulme 35
geschoben, der tfttschen herren briefe, och des egenanten Nordlinger
messe dotacion und stiftbriefc zu verh&ren und fhro darumbe zft
sprechen, und also hand sich der rate und die richter hie ze Ulme
*) Februar 20.
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Anhang. (XL) 271
uf hAt dato diss briefs nach verhfirung des egenanten gesetzbuchs
und andem umb die obgenant sache erkennt und zft dem rechten
gesprochen: sidmalen und die obgenanten zwai pfund wachs von
der egenanten Nordlinger messe bis uf die zite, daz die in des
5 egenanten her Peter Nordlinger hande komen ist, allwege gegeben
sien, das er und sin nachkomen, die denne och billich geben sullen.
Des spruchs benftgt si da wol zft baiden siten; und uf das bat im
der egenant trisler erfaren, ob man im dirre spruch und sache icht
billich urkfinde und briefe geben s61te, solichs im auch zu geben
10 erkennet ward. Und darumbe und zft warem urkunde aller vor-
geschriben sache so haben wir obgenanter stattamman und baid
fhrsprechen unsre aigne insigel von gerichts wegen und als erkent
ist, uns und unsern erben undschedlich, offenlich gehenkt an disen
briefe, der geben ist uf fritag nehst vor dem hailigen pfingstag
15 des jars, da man zalt nach Cristi geburte vierzehenhundert und
viertzig jare. 1 )
l ) 1440 Mai 13.
•oeacM
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I. Personen- und Ortsregister.
Die beigesetzten Ziffern beziehen sich auf die Nummern des roten Buchs,
falls nicht das Zeichen p. auf die betreffende Seite der Einleitung oder des
Anhangs verweist.
Albegg -•= Albeck OA. Ulm 473.
Albert von Dillingen, Graf, Reichsvogt
p. 15.
Albrecht I., Konig 193. 254. 255. 256.
p. 238.
Amiiiann, Heinrich, der Steuenneister,
Ulmer Burger p. 270.
Augsburg, Kanonikat in p. 17 n. 4.
Berger, des B. Haus in Ulm p. 270.
Besserer, Hans, Altbiirgermeister von
Dim p. 270.
— Ulrich, Burger in Ulm 195.
Biberach, wurtt. OAS. p. 267. 268.
Blau, Nebenfluss der Donau, durchfliesst
Ulm 385. p. 270.
BIobs, Eberhard p. 270.
Brandis, Mangolt von, Bischof von
Konstanz 27. Jan. bis 25. Okt. 1384
(Gams, ser. ep. p. 272) 191.
Breslau, Kanonikus in p. 17 n. 4.
Brustinerin 275.
Brticke, steinerne, uber die Blau p. 270.
Ehinger, Walter p. 265. 270.
Elchingen, Kloster no*, von Ulm 81.
Fainacke, Ulricus, civis Ulmensis p. 19
n. 2.
Frankfurt a. M. 181. 183. 184.
Geislingen, wurtt. OAS. 474.
Gieng, Heinrich der 178.
WOrtt. Geachichtsquellm VIII.
| S. Gilgen (fraglich, um welche Egidien-
kirche oder Stift es sich handelt)
275. Vgl. U. UB. I, 130, 1270.
1 Ground, wurtt. OAS. p. 267. 268.
Gossolt, Ulrich 275.
i
, Graispach, Bertold, Graf von, und Mar-
stetten p. 241—243.
| Halle, Hans von 110.
— Heinrich von p. 238.
i Helfenstein, Graf Konrad 177.
— Graf Friedrich 177.
— Grafschaft 177. 473.
I Hutz, Hans p. 256.
I
Karl IV., Kaiser p. 266. 268.
, Kayshain = Kaisers heira, bair. B. Donau-
; wBrth 81.
Kempten, Amtmann von p. 17 n. 4.
Konstanz 191. 469.
Kraft, Hans 195.
— Lutz 195.
i Kungsbrunnen = Konigsbronn OA.
j Heidenheim 81.
Iieuprandus p. 238.
Ludwig, Kaiser p. 241 ff.
Memmingen p. 17 n. 4. 267. 268.
Nidhard , Ambrosius , Stadtschreiber
p. 17.
— Heinrich, Stadtschreiber p. 17.
18
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274
Personen- und Ortsregister.
Nidhard, seine Witwe p. 17 n. 4.
— Petrus, doctor legum, magister und
protonotarius 190.
— Hans, Stadtachreiber von Ulm p. 269
bis 271.
Nordlinger, Peter, Geistlicher in Ulm
p. 270. 271.
Pful, heute Pftihl bair. B. Neu-Ulm 191.
307. 310.
Pressburg 180. p. 265.
Beichenau 120. 191.
Rhein 199.
Rheinbrucke bei Basel p. 26 n. 1.
Ried bei Ulm 303.
Rom 191. p. 267. 269.
Rot, Steptan, der 178.
Rndolf von Habsburg p. 238.
Salmanswiler = Eloeter Salem, jetzt
bad. AG. 81.
Saulgau, wttrtt. OAS. p. 238—241.
Schwaighofen, Swaikoven, hente
Scbweigbofen in Nen-Ulm 111.
Schwertfdrb, Hans p. 266.
Seflingen, Sefflingen, westlich von Ulm, j
heute Sflflingen 81. 82. 221. 224.
307. 310.
Sigismund p. 266—269.
Sligk, Caspar 180. p. 266. !
— miles cancellarius p. 267.
— cancellarius p. 269. i
Speyer 199.
Stobenhaber 276.
Strassburg 199.
Sulzbach 182. |
Tischinger 276. \
Ulm, Altare 170. j
— Barfusserkloster 81. 165. 221.
— Brauhaus an der Blau 385. >
— Brunnen 162. |
— Deutschherrenkloster 81. 170. 194. \
396. p. 270. 271.
— Espan, ausserer 303.
— Findelhaus 23. 165. 257. 396. 414.
Ulm, Garten 6.
Heiligkreuzkapelle 275. Vgl. U. UB.
I, 73. 1255.
— Hof = Weinhof 387. 388.
— Kirchhof 5.
— Leibeigene der Stadt 473.
— * Messenamt 191.
— Mtthlen 214. 267—275.
Achams 275.
Wirtembergn 275.
des Thomas von Memmingen 275.
L'laus Frispachs 275.
Meister Jacobs 275. — Heinz
Huglins 275. — Chflntz Gudlera
275. — Hans Maraps 275. —
Burkarts 275. — Wittingers
275. — Heinz Kopfhusers 275.
bi der stainibrugg an der Blau
p. 269. 270.
— Mttnster in p. 17 n. 4 (Pfarrei dort)
23. 106. 191. 261. 268.
— Pfaffenwiese 191.
— Pfarre s. Ulm, Mttnster.
— Predigerkloster 81. 166.
— Sammlungsschwestern 257.
— Schulnieisterei 191.
— Siechenhaus 23. 165. 257. 475.
— Spital 23. 101. 170. 257. 258. 396.
p. 250.
— Stadtbleiche 6.
— Stadtflur 185 <M.
— Turm, des Gremlingers 396.
— Weinkeller der Stadt 257.
— Wengenherrenkloster 396.
Unser frowcn buwe hie ze Ulme s.
Ulm, Mttnster.
Werd = DonauwSrth, hair. BS. 194.
Wiblingen, siidlich von Ulm, wurtL
OA. Laupheim 81.
Ziegler, Johannes, Trisler des Deutschen
Hauses in Ulm p. 270.
Zipplingen, Heinrich von, Komtur der
Deutschherren in Ulm und Donau-
w&rth 194.
Zurich 193. 256.
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II. Sachregistcr.
Dag Sachregister soil, soweit mttglich, unter modernen Stichworten den
Inhalt des roten Buchs nachweisen. Es soil die am Rande abged ruck ten kurzen
Inhaltsbezeichnungen erganzen.
Es ist mbglichste Vollst&ndigkeit nach der vcrfassimgs- uud wirtschafts-
geschichtlichen Seite erstrebt
Dieses Streben durfte aber nicht so weit getrieben werden, etwa Aus-
drucke wie „Rat", ^grosser und kleiner Rat a , „BurgermeiBter a , „Zunft a und
Ahnliches bei jedem Vorkommen im Register zu verzeichnen. Dagegen sind
unter solcben Stichworten s&mtliche Stellen notiert, aus denen sich ttber den
betreffenden Begriff iigend etwas ergibt.
Die Zahlen beziehen sich, soweit nicht eine Seitenbezeichnung (p.) auf
Einleitung, Noten oder Anhang verweist, auf die Nummern der Eintragungen
des roten Bucha.
Ablftsung von GruiidzinHen s. Grand-
zinsen.
Abrechnnng ttber eine Nachlassverwal-
tung 43. p. 43. R. B. n. 142.
Acht, Reichsacht 182.
Achter p. 242.
Afterzins 168. 186 »» \ 260.
Aicher, geschworener 389.
Aiming 34. 35. 69. 125. 134. 175. 301.
360. 402. 477. p. 261.
Ainungsbuch s. Stadtbncher.
Ainunger (Einungen) 15 u. p. 27 n. 2.
27 u. p. 32 il 2. R. B. 85. 99. 100.
101. 102. 114. 125. 131. 135. 197.
288. 301. 402. p. 261.
Altburgermeister p. 270.
Ammann p. 16. R. B. n. 83. 150. 192.
• 194. 309. p. 241. 265. 266. 270.
Ammanngericht p. 269 ff.
Amtleute 400.
Annus probations p. 240.
Ansprache 29/
Ansprache, wegen Gttlteu 33. 64.
— auf Eheschliessung 468. 469. 470.
— falsche, wegen Verftthrung 471.
472.
Arbeitszeit 333.
Armbrust 282.
Arzt 2. 206.
Aussfttzige 475.
Ausw&rtsdienen 185 ».
Auszug s. Kriegszug.
Baderknechte p. 250 ff.
Backer 91. 101. 102. 103. 217. 284
bis 286. 288. 307—312. 814.
— Meister der 101.
— Sauerb&cker 102. 217.
— Btichae des Handwerks der 286;
s. auch Zunftbuchse.
Bankerott 415.
Bann s. Acht.
Bannmeile 13.
Barchent 245. 352-360. 376.
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276
Sachregister.
Barchentschau 245. 362—360.
Barcheutschauer 246. 362 ff.
Barschaft 43. p. 44. 142.
Bau der Gemeinde, Mauerbau p. 242;
s. audi Ringmauer.
Bauknecht, landwirtschaftlicher 337.
Bauleute, Bauern 461. 463. 464 ; s. audi
Zunft.
Baumeister der Stadt s. Stadtrechner.
Baumwollc 348. 363.
Baumwollengarn 363.
Baumwollenschau 357. 362 IF.
Bauschauer 233. 244. p. 130. 386. 401.
Bauwesen 233—244. 401 ff.
Beihilfe zura betriigerischen Bankerott
415.
Begrabnis 106. 315.
Besitz, von Jahr und Tag 19.
Betrag 185 *>.
Beweisrecht 134. p. 239 s . 240 * » ,2 .
241 ts .
Beweisurkunden 47.
Bleicher 213.
Blutbann p. 15. 265.
bona feudalia p. 239. 240.
bona proprietaria p. 239.
Bote der Ainung 34.
— der Burger 33. 64. 87. 199.
t- des Gerichts 21. 34.
— des Rates 89.
Brandmauern 236.
Brief 292. 403.
— Heiratsbrief 478.
— Urteilsbrief 478.
— Spruchbrief 478.
— Gemachtbrief 478.
Brotbanke 102. 103.
Brotbesichtigung 101.
Brotlauben 104.
Buch, der Stadt Ulm 192. p. 263;
s. auch Stadtbiicher.
Burger, die nit der zunft sint 192.
p. 109 und passim.
Burger, die nit der zunft noch der
antwerk sint 192 p. 259 und
passim.
Biirgeraufnahme 73. 76.
Biirgergut 62.
i Burgermeister p. 16. R. B. 31. 32. 84.
86. 86. 114. 115. 119. 137. 146.
148. 158. 176. 185»>. 192. 309. 345.
I 400. p. 259 ff. p. 262.
'. Btirgerrecht, Erwerbung des Ulmer
139. 151. 191. 194. 245. 276. 277.
, 279. 281. 282. 283. 403. 459. 463.
! 464. 474.
I — Aufgeben des Ulmer 50. 51. 53. 54.
1 Burgschaft 74. 91. 157. 202 p. 240.
Battel 148. 150. 182.
I Buttelmeister 147.
I — Gericht des 147; a. aucb Gericht.
• Busse wegen Verleumdnng p. 35 n. 3.
capitaneus p. 238.
! civilegium s. Btirgerrecht.
consul p. 238.
, — iuratus p. 241.
Bachdecker 324.
Dachtraufen 244.
Diebschelte 129.
Dicnst der Stadt s. Steuer.
Dingwerk 334.
1 Drescher 327. 330. 397.
I Ehalten 335. 340.
Ehebmch 110.
1 Ehckontrakt p. 16.
j Eherecht 43.
Eidschelte p. 240.
1
Einunge s. Aiming.
Erberosten die — und die besten 18. und
p. 28 n. 2.
: Erbteilung 43. 166.
Erbrecht 252. p. 239.
I Erntearbeiter 328.
! Erzins 168. 186 »,b. 260.
! Eschehaien 121. 304. 462.
I Eselknecht 270.
Fachwerkersatzbauten 243.
! Fahndung, nachtliche, der Stadt 99.
1 Feldhtiter 462.
' Fertiguiig 19.
; FeuerlBschwcsen 158. 159. 160. 162.
1 163.
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SachregTster.
277
Fischer p. 260. j
Flachsarbeiterinnen 331. i
Fluchen 127. j
forum civile, p. 239.
Freiheitsbrief 257.
Fremdenrecht 8. auch Gast 403 p. 240.
Friedegebot 17. 18. 21. I
Frongericht 148; s. auch Gericht.
Fiirbitten 166. ,
Fiirsprechen 182. p. 270. 271.
Gauge 118.
Gant 202.
Gam 362. 363.
Gast 30. 289. 387. '
Gastgebe, Haus eines „offen gast- ,
geben" 8. 476. !
Gedeukbrief s. auch Brief 47. 257. 406.
Gedinge 43. p. 42. R. B. 48. 252.
Gefltagnis 196.
Gehorsam gegeniiber dem Rat 37.
Geld, unterwertiges 109.
Geleit 31. 32.
Gemaecht 38. 40. 43. p. 42. R. B. 45.
252. 254. 257.
Gemacchtebrief 40. 478.
Gemeinde, gauze 245. 256. 259. 296
und passim.
— der Haudwerke 9. 211. p. 259. p. 261
und passim.
— der Btirger p. 238. p. 241 u. passim.
Geoannte 47. 202. 211.
Gerber p. 19. p. 212. p. 865—873.
Gerberschau 366.
Gericht 71. 114. 115. 116. 146. 147. .
160. 156. 182. 262. 309. p. 239 ff.
p. 258 ff. p. 266 ff.
— des Ammann p. 269 ff.
— des Buttelmeisters 147. ;
— geistliches 469 p. 241.
— Frongericht 148. j
Gerichtsrecht des Reiches wegen land- I
sch&dlicher Leute 184.
Gerichtsstand der Btirger p. 240.
— Ulms bei Klagen gegen die Stadt
p. 266-269.
Gesandtschaftswesen des scliwabischen
Bundes 179.
Geschlechter 21.
Geschworene, Bauschauer 244 p. 130.
385.
— Ratsherren 192.
— zwolf der Schneider p. 244.
Gesellschaft p. 26 n. 1.
Gesetzbuch s. Stadtbucher.
Gesinderecht 136.
Gewalttat 79. 126.
Gewere 19.
Gewohnheit der Stadt 145.
Goldschmiede 347. p. 249. 250. 252 ff.
— adlige p. 254.
Grautucher p. 260.
Grautucherzunft 245.
Grede 289.
Grundeigentumssteuern 253.
Grundzinsen, stfidtische 168. 170. 186.
186*, c. 187. 188. 247. 253. 257. 259.
262.
— lfindliche 169. 170.
Gut der Gemeinde 61.
— liegendes 19. 51. 115. 202. 246.
247. 253. 257. 309. 403. 417.
p. 239. p. 240.
— Eigen 19. 43. p. 239. p. 240.
— fahrendes 417.
Gtilten 33. 43. p. 44. R. B. n. 65. 144.
haereditas p. 240.
Handel mit Nichtbtirgern 8.
— im Gegensatz zur HOkerei und
Kramerei 459.
Handknecht s. Muhlknecht.
Handwerk 137. 139. 192. 289 ff. p. 252
u. passim.
— Knappe 245.
— Knecht 245.
Handwerker 137. 158. 165 u. passim.
Harnisch 140. 141. 151. 276. 282.
Hauptleute 86. 137. 230.
Haus, Niederbrechen eines Hauses
p. 26 n. 1.
Hausknecht 338.
Hechlerinnen 332.
Heimsuchung 80. 161.
Heiratsverbot fur Minderj&hrige 46.
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278
Sachregister.
Hilfgschreiber p. 16.
Hochverrat p. 242.
Hochzeits- und Taufordnungen p. 21
n. 5—7. 206. 207. 418 ff.
Holzwftrter 462.
Htthnerzinsen p. 2.
»
Immobilien, Bctrug bei 57.
Jahrzeit p. 250.
Juden 11. 141. 152. 158. 204. 219. 847
bis 851. p. 289. p. 242.
— an Palmsonntag und Fronleich-
nam 4.
— Leihverbot 348.
— Dienstboten der 349.
— Schlachtungen der 850.
index p. 288. 240.
— inratns p. 240.
iudicium generate p. 289.
Kanzlei s. auch Stadtkanzlei p. 16. 17.
— Tfttigkeit p. 16.
— Korrespondenz der Stadt p. 16.
— Geschworene 478.
Karter 853—856.
Karterknecjit 858-356.
Kanfbrief 253.
Kanflente 8. 404. 459. 460.
Kaufmannschaft 8. 459.
Kaufmannsgnt 372.
Kellerhftlse 118.
Kerzen 315.
Kindbett 1. 8. 207.
Kindsmagd 887.
Kirchenbau 164.
Kirchenpfleger 289.
Klaiber 325.
Kleiderordnung 428 ff.
Kleinod 48. p. 43.
Knecht, gedingter 8.
— geschworener (flir Schweineschau)
311.
KBfflerin 11. 152. p. 248. 256.
Konkursrecht 417.
Kramer 375-379. p. 247 ff.
Kriegsdienste, auswftrtige, von Bttrgfern
60. 75.
Kriegszng 192.
Kttrschner p. 260.
Kuratel 266.
Ladung p. 35 n. 2.
Landgericbt p. 266 ff.
Landrecht 19.
Landschftdliche Lent* 181—184. p. 242.
Ledergerber s. Gerber.
Lehen p. 19 und n. 2. R. B. 19. 48.
p. 44. R. B. 201. 252.
Lehenherren p. 19 201. 252.
Lehenrecht 19.
Leltensfahigkeit der Bttrger 1 u. p. 19
n. 2.
Leibding 120. 191. 247. 257.
Leihkapital 219.
Lei8tung 145.
Lttsung Ton Gefangenen 88.
Lohnordnungen 821 ff.
Lttgenschelte 131.
Luxnsordnungen 1 ff. 205 ff. 315 ff.
418 ff.
HaasHe, geaichte 272.
Maass- und Mttnzvergehea p. 289.
Magen s. Erbteilung 43. p. 48.
Markrecht 94. 96.
Marktrecht 140.
Mauerbau p. 26 n. 1. p. 242.
Maurer 323.
Meisterschaft p. 26 n. 1.
Merzler 97. 98. 288-291.
Hesse 2. 25a
Messerziehn 127.
Metze 92. 267.
Metzger {292—800. 302. 805-807. 809.
312-814. 860.
minister p. 19 n. 2 ; s. auch Amman*
p. 288. 240.
Misshandlung 25.
Morderschelte 183.
Miihlenlehen 91. 267—275.
Mtthlenzinsen 186*. 267-276.
Mtlhlknecht 269—275.
Mtthlsteine 107.
Miihlwage 267.
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Kaehregister.
279
MtfUer 91. 92. 267— 275. 299. 885.
Mttllereid 271.
Mfillerznnft 273. 281.
Haehlassrecht 45.
Nachrede, ttble, gegen den Rat 86.
notarius publico* 254.
notarius civitatis 8. Stadtschreiber.
Not, ehafte 34.
Pftndung 83. p. 35 n. 1. 65. 67. 77.
160.
Pfondleilre 152. 153.
Pfandrecht 115. 144. 909. 417.
Pftnder, fahrende 115. 909.
Pfandsetzung 202. 309.
Pfleger 43 p. 43. 143. 264.
— imser Frauen 23. 150. 197.
— der Siechen 28. 264.
— der funden kind 23. 264.
— des Spitals 178. 264.
— des Weinkeilers 264.
— des Schneiderhandwerks p. 244.
Pfrttnde 320. 475.
Primiz 251.
Privilegium de non eyocando p. 239.
proprietas p. 240.
Rat 116. 149. 154—156. 167. 186*.
194. 202. 408. 476. p. 241. 242.
p. 270 und passim.
— die des rates ietso sint p. 242.
— die hcrnach des rates werdent p. 242.
— Abtreten von Ratsmitgliedern p. 25
n. 4. p. 31 n. 1. R. B. 117. 171.
— Anderung an Georgi p. 19 und n. 1.
12. R. B. 175. 192. p. 261 ff.
— von Edelleuten 30. p. 243.
Ratgebe 28. 90. 171. 345. 400. 402.
p. 242. (rienehn p. 259.)
Ratgeselle 476.
Rat, grosser 123. 186. 189. 196. 202.
205. 211. 213. 238. 242. 244-247.
252 und passim fortan. p. 259 ff.
— kleiner 12. 128. 186. 189. 196. 202.
205. 211. 213. 288. 242. 244—247.
252 and passim fortan. p. 259 ff.
Ratschatz 119. p. 242. p. 264.
Rat, Verordnungsrecht des 173. 174.
! — Wahl 12. 192.
j Ratiocinatores s. Stadtreehner.
; Ratsgericht 181. 194.
Ratsherren 192.
Rat, Knechte des 155.
Rauchftng 244.
Reokenlade 202.
Reichssteuer 186 °. 198. 256. 257.
Reichsvogt p. 15.
Regentnch 361.
Rdgenrerbot 104. 213.
Reisige 888. 341.
Reitgeld der Stadt 199.
Riohter p. 37 n. 1 ff. R. B. n. 39—42. 47.
57. 74. 116. 146. 148—160. 166.
170. 182. 188. 194. 196. 202. 211.
' 246. 252. 254. 257. 268. 846. 402.
403. 406. p. 242. p. 264. p. 270. (ZwMf
Richter 47.)
— Insigel der 406.
Riffian 72. p. 249. 257.
Ringmauer 168— 171 », s. Bau der (4e-
meinde, Mauerbau.
Rotes Bncb, Handachrift p. 1—8.
— Datierung p. 6. 9—11.
' — Redaktionszeichen p. 7.
I — Nachtrfige p. 11.
— Inhalt p. 11.
j — Form der Eintragungen p. 11.
— Schreiben p. 17.
— Vertesumg R. B. n. 176.
— Zttricher p. 2 n. 2.
Salzscheibe 289.
Sattier 377—881. 384.
Satemann p. 37 n. 1 ff.
Sateung 185. 211.
Schafhaltung 296—308. 305. 306.
Scbauer nnd RUger 426.
— haimliche 428.
Scheltworte 130.
Schenknng 192.
Schiedsgerieht bei Handwerksstreitig-
keiten p. 247.
Schmiede 377. 382.
Schneider 875. 376. 444. p. 248 ff.
Schftffen 182.
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280
Sachregister.
Schreiber, geschworener, des Stadt-
schreibers 246. 247. 258. 478.
— berufsm&ssige 478.
Schuld 43. p. 44. R. B. n. 59.
Schuldbriefe 406.
Schuldner, fiuchtige 248. 407—416.
Schnldhaft 1858.
Schuldrecht 74. 114. 185'. 8. 249. 260.
407—417.
Schuster 220. 365-373.
Schwabischer Stadtebund 179.
Schweinehaltong 92. 214. 284—286.
288. 308. 311. 312. 396.
Schweineschau 311.
SiQhweineschauer 311. s. Knecht, ge-
schworener.
Schwellen 234. 236. 242. 243.
Schwerttragen 5. 229.
Schwbrbrief von 1345 p. 10. 15. 24 n. 1.
— von 1397 p. 15. 258 ff.
SchwBrtag p. 7 und 7 n. 2. 11.
Sechsmeister der Goldschmiede p. 256;
8. auch Zunftmeister.
Seelgerftte 257.
Soldner der Stadt Ulm 229.
Spengler 377—879. 381. 384.
Spiel 218. 228.
— falsches 132.
Spielschulden 66. 68.
Spital s. Ulm.
Stadtammann s. Ammann.
Stadtbticher, Botes Buch' passim.
— Kopialbuch p. 12.
— Spitalstiftungsbuch p. 12. R. B. 178.
— Ainttngsbuch p. 12. n. 248. 402.
— Stadtpfandbuch p. 12. 13. 16. n. 246.
247.
— Geaetztbuch p. 7 n. 1. p. 9 n. 1.
p. 10—13. R. B. 254. 265. 268. 285.
308. 402. 476. p. 270. 271.
— Alte Ainungsordnung p. 13.
— Index zu einer verlorenen Ainungs-
ordnnng p. 13.
— Aid- und Ordnungsbuch A. B. C.
p. 14.
— Achtbuch p. 12.
— Rotes Gesetzbtichlein — Rotes Buch
p. 2.
Stadtbticher, Vorniundschaftsbuch 142.'
— Steuerbuch 253.
— Buch p. 263.
Stadtbuchse 286.
Stadtgericht 193. 256. 309 (s. Gericht
des Ammanns).
Stadtgerichtssiegel 185 f. 253. 254; a.
auch Siegel.
Stadtgut 898—400.
Stadthirte 299. 304.
Stadtkanzlei s. Kanzlei.
Stadtpferde 215.
Stadtrechner 20 und p. 30 n. 1. R. B.
n. 58. 113. 122. 140. 202. 253. 254.
271. 400. 469. 465.
— Siegel der 202.
Stadtrecht 19. 43. p. 42. 44. 145. 147,
202. 246. 252. 254. 417. p. 238 bis
241.
Stadtrechte, Biberach p. 15.
— Dinkelsbiihl p. 14.
— Esslingen p. 14.
— Giengen p. 15.
— Meersburg p. 14.
— Memmingen p. 14.
— Raven8burg p. 14.
— Saulgau p. 14. 15. 238-241.
— Schwab.-Graund p. 15.
— Ulm p. 14. 15.
Stadtschreiber p. 16. p. 17. R. B. 246
247. 253. 478.
Siegel: des burgermeisters und rates
gemain insigcl p. 16.
— unser aller gemain insigel p. 16.
— heimliches ratsiegel p. 16.
— der genannten 47.
— Privatsiegel 195.
— der Richter 47. 406.
— der Stadt p. 16. p. 38 n. 1. 191. 194.
292. 478. p. 239. p. 241. p. 243.
p. 246. p. 252.
— des Stadtgcrichts 185 f. p. 253.
p. 254.
Stadtsteuer 186 c. 256. 257. p. 240.
Stadtverbot 263.
Stadtweide 294. 298. 300.
Steuer 186 c. 191. 254. 256.
Steuerbuch 253. .
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Sachregister.
281.
Stcuer, gesatzte (vgl. geschworene)
76.
— geschworene (vgl. gesatzte) 54. 191.
253. 254. 405.
Steuerpflicht 52. 54-56. 63. 76. 82.
170. 193. 203. 276. 282. 405.
p. 240.
Steuerrecht des Rates p. 259.
Steura p. 240.
Strafe, zu schwere 38.
— arbitrare des Bates £43. 466.
Strafrecht 180. 402.
TagelBhner 321. 321 ». 327. 333. 346.
Tanz 104. 218. 318.
Taubenfang 95.
Taufe 1.
Teding 48. 149. 254.
Testamente. Ausfertigung der p. 17.
K.B. 39-42.
Testierfahigkeit 44.
Tote Hand 55. 81. 257.
Totschlag 69—72. 196.
Tracht 1.
Trinkstuben 189.
Tuchscherer p. 243 ff.
II lm, teloneuin siehe Zoll.
— Unser Frauen Pfleger, Pfleger am
Mtinater 23. 150. 197.
— Zoll p. 19 n. 2.
Umgeld von Wein 390.
Ungelter 390. 392. 394.
unitores s. Ainung.
Unterkaufer 387.
Untermagd 836.
Untertanen der Zunftmeister p. 258 ff.
Urkunden, deutsche p. 17. R.B. n. 254.
Urteile, Ausfertigung der p. 16.
Usschutz s. Vorbauten.
Verbannung p. 28 n. 1.
Verbindungen, heimliche 13. 14.
Verfangenschaftsrecht p. 239.
yerfassnngs&nderung 15.
Verwundung 71. 128.
Viehhaltung 105. 108. 462.
Viehtreiben 93. 462.
I villicus civium p. 240.
! Visierer von Wein 392. 394.
1 Vogt des Kaisers in Ulm p. 242.
— der Burger von Ulm p. 242.
Vorbauten, vorstossende Stockwerke
112. 239. 242-244.
Vormundscbaftsreoht 142. 143.
Vorstadt p. 28 n. 1.
Wachs 316.
Wachtdienst 186 *. 191. 254. 256.
Wagenleute 387.
. Waidasche 231. 387.
Weber 359.
Webstuhl 245.
Weinhaus 200.
Weinkauf 136.
i Weinschcmung 887.
, Weinschenk 100. 386. 390—395.
Weinschnld 100.
Weinstichel 387.
Wiederkauf 168. 170.
Winterlohne 329.
1 Wirt, darf nicht in den Rat gew&hlt
werden 476.
Wirtzburger p. 2. 186 K 190.
Witwenstuhl 43. p. 43.
Wocheupflegerin 342.
Woile 357 ff.
Wollschlager 357 ff.
• Zaunmacher 326.
'■ Zehende Stadtmarkung 169. 170.
I 171*. 186. 186c. 193. 196. 246.
249. 254. 266. 257. 260. 262. 263.
288. 290. 291. 314. 321 ». 322.
339. 387. 394. 403. 407. 410. 411.
414.
Zettel p. 248.
Zeugnis 116. 149.
Ziegelstein als Strafe 10. 13. 14. 154.
Zimmerleute 234-244. 322.
Zins s. Grnndzinsen.
Zinsen von Leihkapital 219.
Zinsgut, Schadigung des 261.
Zinslehen 19. 259-261. 403.
Zugelt 405.
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282
Sachregi*ter.
Zunft p. 26 n. 1. R. B. n. 137. 189. 140.
151. 186«»«. 245. 266. 277. 200.
28a 289. 461. 464. p. 252 VI.
268 n.
— tor Bmleute p. 260.
— der Backer p. 260.
— der Fuchet p. 260.
— der Gerber p. 260.
— der Grautucher p. 260.
— der Kauf leute p. 260.
— der Kramer p. 260.
— der Kttrschner p. 260.
— der Merzler p. 260.
— der Metzger p. 260.
— der Schmiede p. 260.
— der Schneider p. 260.
— der Schuster 260.
— der Weber p. 260.
Zvnftbtctise p. 246. 251. 254.
Zunftbttchsenmeister p. 255.
Zunftbttcbftengeld p. 256.
Zunftgeselle p. 257.
Zmftmeister 18. 48. 49. 86. 117. 189.
140. 192. 277. 289. 845. 866. 370.
872. 404. 459. p. 244. 247. 255.
256. 258 ff.
Zunftmei8teramt p. 262.
Zuntoecht 140. 945. 277. 278. 279.
281. 288. 989. 375. 406. 459.
p. 244 f. 258 If.
Zunftzwang 464.
Zegammenlegung yob Maierhtifen 461.
Zwftlf Geschworene einer Zunft 0.
Zwttlfhieister.
Zwfflfmeiflter 295. 345. 366. 370. 372.
p. 244.
..<av-
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Glossar
von K. Bohnenberger.
ei bei ai, v bei f, c bei k, w mehrfaeh fftr ▼.
a und e, eh und h, 8 und z sind untereinander to vergleichen.
Die Zahlen bedeuten Seiten und Zeilen. Bei haufiger wiederkehrenden WBrtern
sin d in der Repel die beiden ersten Belege gegeben.
a.
abstan, ab tret en, enthoben sein; der sache nit abstan 150,17.
abstossen, entfernen, abtun; wenne er zwolfiu scbwin abstosset 159,29.
abtriben (einem etwas), heruntertreiben, erleichtem; den ir sach gen dew rant
abtriben, lichtern oder bessren 57,8.
achter, Geachteter; ainen aebter und schadelichen man 242,2.
afentnr, aubenteur, 1. zufaUige Sache, von wechselndem Wert, mit Bisiko
yerbunden; solicher afentnre von gold und klaineten furkomet 186,19;
wechsel mit Binischem, ITngrischem und Welschem golde triben, wan dai
alles afentnr haisset und ist 186,28; nit for aubenteur sondern for recht
kaufmaiiHchaft verkauffen 257,37. 2. = aubenteurer, Mann, der mit abenteur
bandelt; wo aubenteur herkumen mit ir aubenteur 257,86.
a, fern, wiederholen ; nit niuren noch afera 24,22; geafert 25,24.
affen, effen, zum Narren haben, betrttgen; ainen also effetftl,fl; das nieraant"*
raer geafft werde 182,13. 133,14.
after z ins, Zinn zweiter Stellc, Ygl. 6rzins; erzins oder aftcrzins 87,10. 88,29.
aigenlich, im besondern; von demselben aigenlicb 25,15. 116,13.
ainest, einmal 21,10. 34,17; weder ainest noch kainest 34,26.
ainung, tJbereinkommen ; angeaetzte Strafe, rtrafbare Handlung; Amt eines
Einnngers; Vereinigung, Geheimbund; fnnfzig phund nailer geben alz
unaer ainung stat 54,7 ; welher ainung verschult 73,17 ; welh ainung jar
und tag verswigen und unclagber belibet 92,12. 75,1.3 ; ob ain ainung so
heftig wer, ez wer ton red oder werken 286,20; ain ieglicher ainunger
bi siner ainung und alz lang er ainunger ist 78,18;. ob diu sache an die
ainung kame 261,19.
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284 Glos.sar.
ainungbuch, Strafbuch; die in das aiming- buch verschriben 134,16.
ainunger, Beamte, welche Streit gutlich beilegen sollen, niedere Straff&lle,
Polizeisachen behandeln ; den ainungera kunden 32,17 ; wem die ainunger
far sich gebiettet 36,19; dem rat oder den ainunger 27,14.
ainzfichtig, einzeln; ainzechtig und och nit 167,7.
allafantz, Possen, Schalkheit; durch luste und allafantz 207,25.
andern, endern, einer Neuwahl unterwerfen ; die ratheren endren 26,12 ; alle
eschehaien endren 72,12. 109,36.
anderung, endering, Amterwechsel 19,3. 26,10.
angesetzen. beginnen, unteraehmen; debainerlai geding mit in nit angesetzen,
tun noch haben 62,13.
anloufen, in bOser Absicht auf einen zulaufen; ainen burger anluf 32,6.
anmuten, zumuten, auffordern, angehen um etwas; wa er von ieman ange-
mfitet wurde dehainer besundern buntnuzz 26,13.
anraichen, anfasseu, angreifen; mit worten oder mit werken anraicben oder
angriffen 31,15; darumb angeraicht wurden 53,10.
anschlahen, anschlahent schloss 197,29 d. i. ein anzuschJagcndes Schloss im
Unterschied vora vorgehangten.
ansetzen, Abkoranien treffen; mit iro dehainem nieht tadingen nocb ansetzen
sol 212,20.
ansprachc, Einsprache; ane redlich ansprach 29,5.10; swelch burger ansprach
hab 34,30.
ansprechen, anklagen; schedlich lute von debaiu sachen ansprecheu 98.12; der
angesprochen wirdet 98,18.
an s tan, antreten, in eine Stelle, Tatigkeit eintreten; ain icrnknab, ee er
anstand 254,5.
anthaissig, verpflichtet; welh frowe sich uuib schulde mit ire elichen man
ze selbscholien verbindet oder anthaissig wirt 135,2.
anwerden, los werden, verlustig gehen, wegschaften ; daz man mit irem grut
nit redlich umb gieng und in daz ane wurd 78,14; sine gaisele swin ver-
triben und anwerden 204,14.
arkwenig, verdftchtig, zu beargwohnen 186,21.
arnen, verdienen; seinen garnodcn Ion 244,18.24.
aschern, mit Awche bearbeiten; geaschert leder 198,34.
assi, Asung, M&stung; zfi ieglicher assi 159,16; ob er zwo assi des jars tun
wil 159,28.
aubenteur s. afentur.
b.
bainbruchig, bainbr&chigs iiaisch 169,17 (audi im Kircliheimer Stadtrecht) ;
Fleisch von Tieren, die ein Bein gebrochen haben, gait als minderwertig.
Vgl. 1. wiirtt. Fleischordnung v. 1554 (Reyaeher 12, 271); ein Rind, so
ein Schenkel brochen oder sonst mangelhaft wer.
baissen, beizen, jagen; in sin en akker baisset 63,18.
barchan, barchant, barchat, Barckent; barchat 23.16; barchan 130,16;
barchant 195,31.
b&rlich, offenbar; so barlich 147,17; gar barlich 154,21.
becher, ein Hohlmass; wahs, unshlit oder becher euwigs zins 87.26. 89,23.
beding, Vertrag; bedin<?e der hirait 43,87; vgl. gedinge.
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Glossar. 285
bediuben, Dieb schelten; ainen bedinbet und ain ainen diub haisset 74,10.
begrifen, einbegreifen ; in die koufbrief verschriben und die gesatzt stiure
begriffen werden sol 137,28 ; in die selben brief begriffen werden 138,30.
begriff, begrifung, Umfang, Inbegriff; in alien iren mainungen, stuken und
begrifungen 140,10. 213,11 ; nach den begriffen 227,22.
begroppen, betasten ; das die juden des nichtzit begroppen noch begrifen 188,4.18.
behalten, ausnehmen; behalten und unverdingt haissen 44,16.
beheben, behaupten; mit aide bewaren und beheben 210,30.
bekantnnss, Zengnis 40,15.
bekennen, sich, sicb entscheiden, Bescheid geben; sich anders bekennen oder
ze rat werden 56,9; als sich der raut dar umbe bekenet 120,18.
bekrenken, schwachen, schadigen; gesterkt und nit bekrenket 109,15.19. 107,19,
bekumbern, belastigen, sch&digen; da durch der rate ze vil bekumbert worden
ist 145,23.
beknmbernus, Beeintr&chtigung ; bekumbernusse und schaden 138,10; ane
alio unser strafe und bekumbernusse 23,25.
beliplich, bestandig; das nutzlichoste und beliplichoste 147,11.13.
bendel, Haarband; an iren krantzen, benndeln 220,27. 219,20.
beratenlich, auf Grund vou Beratung, mit Beratung; also beratenlich mit
gemainem rate bevestnen wir 138,35 ; sien wir beratenlich in unsern r&ten
gesezzen 141,19.
berechten, einen rich ten; den berechten 113,29; daz recht vollfuren und die
berehten 114,3.
berenlin, berlin, Perlen; berenlin 20,2; berlin 185,24. 219,26.
besachen, versorgen, pflegen, unterhalten; alle buwe besachen, besorgen und
versehen 69,3; die stat buwe ordnen und besachen 69,8.
besagen (m. genet), eine bestimmte Strafe darauf setzen, qualifizieren ; die
selb Abeltat sie ouch dez besaget 99,4.
besatzung 40,15. 41,10; s. besetzen.
beschaiden, bestimmt, festgesetzt; das richen und armen ain gelichs und
beschaidens widerfaren 116,10.
be8chaidenhait, geistiger Zustand, Verstand; Bestimmung, Bedingung; in
der beschaidenhait und alz wol bi sinne und witzen 41,26.11 ; mit solichcr
beschaidenheit 45,20. 87,7.
beschlachen, beschlagen, auf tragen, aufn&hen, einen Stoff mit Zutaten be-
setzen, init einem Kennzeichen, einer Marke versehen ; schoppen mag man
wol mit silber beschlachen 20,21; beschlagens tragen an sinem gewande
221,24; metzen, die geiohet und beschlagen sien 150,24.
beschlengcrn, bespinnen; mit siden beschlengert 20,5.
beschonung, Weinschonung; fur dehain beschonung haben 200,31.
beschntten, beschirmen; schirrmen und beschutten 106,30.
besenden, holen lassen oder aussenden? er werde denn besant 110,26.
besetzen, etwas mit Satzleuten versehen, durch Personen vornehmen und
den Vorgang beurkunden lassen; daz (Testament) mit zwain richter
besetzent 37,17; wie daz gemecht oder diu ordnung besetzt und Tolfurt
si 39,1; daz gemachte mit zwain richtern besetzet 40,2; dehain gemaht
allain besigeln oder mit im (dem Kichter) besetzen lassen 40,13; mag man
mit den (genannten) besetzen alle lof und alle ander sach 119,9.
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386 Gloaaar.
beainnen, Uberlegen; beaianet and bedacbt hat 141,16.
beseem, 1. vergilten; dem, des dae tfich were, beaaern oder widerkeren 247,29.
2. bttsaen, strafen 28,7.15.
bee tan, beaetzen, veroeben, erwerben, in Gebrauch nebmen; welcb bekk der
burger geinaind brot benk ainen nit bestat 65,26; die bekken, die die
gemain atet beatanden bant 66,1 ; ettlieh zinalehen, etttich subs ligeitt gtte
bestand 206,21.
bett, Andacht mit Collecte; zfi dehainer kirchen dehain bett nicht haben 85,19.
bewaren, beweren (bewaeren), ala wahr erweiaen, prttfen, erproben; daz
beweren inag mit erbern loten 74,22; mit aide bewaren 210,90; bewert
man ailber uf dem teat 255,36.
bewiaung, Oberweiaung, Verachreibung; bewiaung, ordiiung noch gemecbt 45,5.
bezimbern, Geb&ude mit Holzwerk besetzen; bofrtctten ze buwen aid ze be-
zimbern 206,18.26.
bigeatendig, bilfreich, beiatehend; beholfen mid bigeatendig aui 27,17.
bletz, Tuchatticke; bletzen oder atuck 244,28.
blien, mit Blei fallen; falach wurfel oder gebliet wnrfel 74,18.
blunder, Hauager&t; iren blunder band mit in genomen 218,16.
bomscbniden, WehrbHume achneiden; uas maiater Jacoba railin gat 1 t
haller far bom acbniden 152,9; 5 bom ze achniden 151,92.
bongarteu, Baumgarten; bongarten und wingarten 128,16.
b o a a e n (bdzen), apielen, bes. Kugel, Kegel spielen (eigentlieb atoaaen, schlagen) ;
yon boaaena und spiles wegen 53,14.
brechen, kern brecbeu, enthttlaen, garben ; malen und kern brechen 62,15.
briaachnur, Schnur am Rockpreia; aidin bria acbirar 20,8,
briubua, Braubaua 199,28.
brutgeb, brntgolt, brutgot, Brautigam 216,22. 217,10.18.
bug (buog), Biegung, Auabuchtung ; bfige (an H&uaern) 127,8.
bill Ate, buwlute, Ackerbauern (a. buwen) 228,25. 290,32.
burgrecbt, at&dtiacbea BUrgerrecbt 48,2. 49,5.
bnteln, Mehl in der Mtible durcb Beutel laufen laaaen; in der mullin bntelti
148,11; gemalen und gebutelt 148,13.
bhturing, fiir mo trig wie 166,9? buturings tlaiach 169,17.
buwe, landwirt8cbaftlicber Betrieb; aigen buwe 228,26; buwe an akern, an
wis en, an garten 230,6.
buwen, bewirtschaften, veraeben, versorgen; aker mit roaaen buwent 229,5;
die karrer, die daz wazzer buwent 84,21; nnaer merkte buwent 200,29;
mit win 201,2.
d.
davon koinen, abtreten, aufgeben; die davou komeu und tretten wurden 150,16.
dehaineat, niemala 78,5.
•dienen, Steuer zableu; der mdz aturen uud dienen 48,18. 50,9.21.
dienst, Abgabe an S telle von Dienat (Heereadienat, Wacbtdienat), dann Abgabe
fiberhaupt; atiure und dienat 104,24. 111,16. Vgl. dazu ana dem
Ravenaburger Stadtrecht (J. G. Ebner, Ravenabnrg I, 241): verateueni
und mit einer jahrlichen Steuer verdienen.
dik, oft; ala dik 21,19. 22,4.
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Gloasar. 287
dinger, der Gerichtsbarkeit uuterworfene Person; unser gesessner dinger 29,6.
dingskouf, dinskouf, Kauf, Verkauf von Gegenstanden ? Eine verbotene
Handlung, vermutlich einer der verp5nten Versache, das Zinsverbot zu
nuigehen; nichtz lihen, noch geben, noch dings kouf geben, noch burg
werden 62,5.12; dehain gelt oder gevarlichen dinskoufs uslichen 121,20.
Vgl. dazu Adelberger Gerichtsordnuug yon 1602: welcker verdertriicb,
boss, ungewohnlich dingskauff nffgenomen oder geben hetten (Reyscher,
Stat. R. 14).
•dinkwerk, Arbeit nach dem Stack; ire dinkwerke 182,19.
dinkwerker, Stiickarbeiter ; ieglicfaen dinkwerkern 182,19.
d arch en, durchfiihren?; nntz daz er sin sach durchet nnd usgetrcit 34,23.
<e.
•ebwnrkin, aus Abwerg hergestellt ; ebwurkins tfichs 183,2.6.
eehalten, Dienstboten; kuecht, inagte and eehaltcn 178,16. 164,8.
-eger, Maim, welcher eggt: egern, raenern, akergengern 181,1.
«i — s. ai— .
•enpfenklich, Ubertragbar ; gar ain empfenklicher gebrech den In ten ainem
von dem andern 235,24.
end em, end rung s. andern, andruug.
-enhalb, jenseita, ye nach dem Standpunkt audi: innerhalb); enhalb velds 142,37;
enhalb der stang fail haben 166,12.
■en morn und a. mornen.
<enpfangen, annehmeu als Burger; die alao mit stnran eupfangen weren
57,7.
•enthalten (einen), Unterkunft, N ah rung gewaliren; zft den siechen enthalten,
ufnemmen 285,31 ; sich enthalten, verbleiben, sich dauernd verhalten ;
sich widerwerteclich enthielti, daz man gebresten an im spurti 111,6.
-cuts age n, sich, sich entziehen; sich den geltern mainet entsagen 84,23.
entschopfen, entstellen, verunstalten ; daz alle bnwe vast cntsehopfet 125,18;
vast cntsehopfet wirt 206,7.
•entsitzen, fttrchten, sich entsetzen; besorgcn und entsitzen 86,29. 88,18.
•entslachen, sich, sich losinachen, luischuldig erweisen ; si mogen sich denne
mit dem aide entslachen 85,15; sich mit dem aide des entschlachen und
davon genemen 45,17.
■entstan (in. dat. der p.), wahrnehmbar werden; die wir wissen und Ana ent-
8 tan den 24,13; sich entstan, zur Erkenntnia gelangen; darinne sich
der rat entstat 78,19. 61,27.
<erbuwen, imstande erhalten, instand aetzen; die stat has erbuweu werde
86,30. 88,19.
«e r far en, mit der Herde uberfahren; daz wische erfaren und erwaidnen 170,17;
sich erfaren, Rats werden, beschliessen ; haben wir una erfarn 163,14.
^rfellen d. i. erfbllen? 'erfullen, vollmachen, ersetzen; was an der wage
zerrnne, das sol ain ieglicher miller erfellen 148,19 (v. folluug).
•erhohern, in den Abgaben steigern; ob ieman sin mnlinan erhohert oder
gestaigt hett 104,2.
eriudern, zu wissen tun; offnen und eriudern 26,12; gewar und erindert
warden 27,23; mugen si die schnchster des eriudern 193,25.
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288 Glossar.
erschainen, beweisen, offenbaren; ebaft not erschainen 116,21.
ertailen, 1. zuteilen; sin gfit ertailen oder verschaffen 37,5. 2. Urteil
sprechen; daz unser richter da wider nit ertailen sol 38,2; sol im ertailt
werden 56,16.
erzins, Zins erster Stelle (vgl. afterzins); erzins oder afterzins 87,9. 88,29.
eschehaie, escbbai, aschhaie, Feldhiiter 68,20. 72,12. 171,20. 229,28.
essendig, essbar; essendiger sach 64,9; essendigs dings 164,12.15.
etter, Ortsgrenze; in unserni ettern 178,21. 181,3.
etwimeng, irgendwiemanch, ziemlich viel; etwimeng jar 210,16; ettwie-
mangerlai gesetzte 211,20; zfi ettwiem&nigen malen 199,17.
f und v.
vach, Teil eines StofFes ; schloger von 20 vachen 20,12.
fachbom, Wehrbaum; fachbomen etlicher mulin 199,9.28.
fallen (an etwas), einem etwas streitig machen; welher in an din selben got
fellet 29,6.
tarn lassen, hingehen lassen, ungestraft lassen ; daz mainen wir nieman faren
ze lassen 23,28.
far rig, vom Farren, Zucbtstier; farrigs flaisch 169,18. Vgl. Reyscher 12, 268.
vastnachtscbnipfen, Schnipf bcdeutet Abfall, kleines Stttck. Die Fast-
nachtschnipfen rnussen naeb dem Zasammenbang eine Lustbarkeit meinen
(Geback, Getrttnk, Kleidung, Brauch?); weder ze hofen noch ze vaafc-
nacbtschnipfen nocb ze debainen andern sachen nichtzit davon nemen
251,23.
vatermag, Verwandter des Vaterg; von vattermag und von mfitermag 48,26.
vech, aus bun tern Pelzwerk; kain vehs noch sidins 20,3; underziehen mit
vehem ruggen 220,9.
federwat, Bettzeug; federwat 44,6; vederwate 214,16.
vedrin, aus Federn; vedrin krantze 221,32.
verdienen, vcrsteuern; ir gut verdienen und versturen 50,18. 59,16. Vgl.
dienen.
verfallen (mit einem), zu Fall koinmen mit einem; das debain frowen name
mit ieman verfiele 231,20. 232,10.
vergan, verfallen, von Pf&ndcrn.; daz daz pfand nit vergang, alz ez durch
recht solt vergan 69,29; vergan 70,2; vergangen sin 70,8.
vergantnen, vergan ten; vergantnen und verkoufen 174,1.
vergeben, vergcblich, uuniitz; vergebene coste 223,10.
vergelten, bezahlen, Einkunfte geben; umb schuiden, die sie nicht zu ver-
gelten hand 214,26 ; der gemaind gut, daz ain phund vergelten mag 52,7.
verhengen, ergehen lassen, gestatten; so haben wir in die verhenget und
erloubt 166,25; niht gestatten nocli verhengen 260,13.
verhilachen (verhilaichen), verheiraten; siniu kind verhilacben 146,29.
veriehen, verkttnden, wir veriehen offenlich 36,28. 61,21.
verkern, durch Neuwahl ersetzen; endren und vcrkern 72,13.15. 109,36.
verkomen, zuvorkommen; das ze verkomen 86,30. 88,18.
verkumbern, in die Gewalt eines andern bringen; verkumbern noch ver-
koufen 48,6; vcrsatzte, verkumberte oder verkaufte 244,40.
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Glossal*. 289
verlaisten, im Einlager verbrauchen; was nu mer hie ze Ulm verlaist wirt
51,15.
verlassen, verlaussen, frech, nnanstandig, zuchtlos; 100,29. uppig, ver-
lassen lute 132,8; uppig verlaussen 133,9; hochfart and verlassniu koste
222,30.
verlassen h ait, Frechheit; solich verlassenhait zft tfin 211,22. 213,29.
verloufen, vom verringera der Verhaltnisse, zerfallen; denne sich under
unsern zunften also verloffen und verrunnen hatt 155,13.
verlumdet, tibel beleumundet ; verlumdet tochtern 233,10.
verrechten, sich vergleichen; mit mir verricht 34,7.
verrinnen, zerfallen; denne sich under unsern zunften also verloffen und
verrunnen hatt 155,13.
verruken, ablaufen, vergehen; wenne sich fun f jar verruk ten 131,12; als bald
unser froweutag vcrruket 159,12.
versagen, verweigern; frid versagen 28,4. 30,10.
verschaffen, schaffen, iiberweisen, iibergeben, letztwillig verfiigen; gut ver-
schaffen 37,6. 44,19; verkoufen, verschaffen 87,34; siniu guter verschuf
und zufugte ainem orden 111,20.27.
versetzen, in schlechten Ruf, Zustand bringen; tochter zfi enteren und ze
versetzeu 232,29 ; tochtern, die er versetzet hett, nicht eelich nemen 233,4.
versorgen, in Gewahrsam nehmen, einsperren; haimen und versorgen 147,24.
versorgnus, Gewahrsam; in gfiter versorgnusse halten 147,25.
versprechen, 1. absagen, ablehnen, verweigern; widert und frid verspricht
28,5; versprech und nit gevolgig wer 30,15. 2. fur einen das Wort
fiihren, einem das Wort reden ; sinen frund verspricht 33,6 ; nit versprechen
noch den zft legen 33,19 ; daz nieinan vor unserm raute ze vil versprochen
werde 90,24.
verstossen, anf die Seitc tun; der sin gflt zft schlusset oder verstosset
211,30.
vertan, ubeltuend, verbrecherisch ; von vertanen luten 207,3.
verteilen, verurteilen; fur nberseit und f6r vertailt lute haben 145,19.
fertigung, Behandlung, Ausfertigung, Anordnung; es beliben laussen mit der
fertigung, wie daz von alter herkomen ist 29,22.
vertrosten, gemeinschaftlich, zu gegensei tiger Deckung versprechen ; ain ander
versprochen, verhaissen oder vertrost 46,21.
verwesen, versehen, besorgen; ob er die mulin selb verwiset und ob er die selb
nit verwese 150,5.
verweust? nach dem Zusaramenhang von JBesch&digung des Tuchs beim
Scheren = verwustet?? tuch, daz misschorn oder von dem tfichscherer an
dem scheren verweust wer 247,20.28. (v. 192.10).
verwisen, wegweisen, verstossen; kinde zfl verwisen 213,30.
verzinsen, am Mietzins bewohnen; in sinem hus oder in dem hus, daz er
verzinset 58,9.
veseu, Dinkelahren; vesen, wenn man die gar wet 148,16.
vierdling, Viertel einer Metze; metzen und vierdling 150,23.
flechserin, Flachsarbeiterin ; flechserin, die werke pluwent, brechent, schwin-
gent 181,25.
flekken, Ortschaft; gaistlichen luten oder flekken 111,26. 140,34.
Wtlrtt. Geschichttquellen VIII. 19
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290 Glossar.
fliessen, bin ten (von Wunden); ain fliessendiu wund 74,6.
fluchsam, fluhsam, flttchtig, verbaiuil; welih burger ainen fluhsam macheti,
der niht fluchsam ware 86,18.
volgen (m. dat.) zu Teil werden; iederman die boss und pene volgen lass en
218,21.
follung, voiles Mass; die follung des flaisch 167,24; die vollung schwins-
flaisch darlegen 175,84.
vorbeschaiden, vorbestimmt ; als yorbeschaiden ist 143,6.
Yorspreche, furspreche, Vorsprecker, WortfUhrer vor Gericht; mit sinen
vorsprechen dot ansprechen 98,11; der vorspreche dez, der angesprochen
wirdet 98,18; dez clegers fursprechen 98,19; fursprecher 270,8.
frag, Umfrage bei Gericht; von dem rat ufatan und von der frage g&n 81,7;
von der frag usgan und abtretten 90,27; bi der fraug nit sitzen 90,28.
frage n, Umfrage halten bei Gericht; bis umbe die sach gefraget wirt 31,8.
f rid en, in Frieden bringen, friedlich beilegen, einem Frieden schaffen, ihn
schirmen; den uslof wenden und friden 28,12; den friden und schirmen
30,18.
fur en, unterhalten, fUttern; mit sineni aignen ffiter ftiren 67,26; mailer, die
man alle furen must 149,19.
furbasser, fttrbass, kunftig; nu fnrbasser 43,3. 175,23.
furbuge, Brustriemen der Pferde; geziuge gerait zem fnrbug schnitte 198,
25.32.
furdrung, Fbrderung, Beihilfe; durch niemans furdrung 59,25.
furgank han, vollzogen, ausgcftthrt werden; daz sol furgank han 32,18. 70,10.
furgebieten, vorladen; mit furgebieten nach der stat reht 116,23.
furgeziehen s. furziehen.
furkommen, besorgt aein; furkommen und l>estellen 193,1.
furnamme, verordnung; der burger fnroamme 56,3. •
furspreche, Fursprecher, s. vorspreche.
furwerden, vor sich gehn, ablaufen; wcnne sich 5 jar vemikten und fur
warden 131,12; verruket und fnr wirt 159,12.
furziehen, fArgeziehen, vorbringen, einwenden; daz ain tail fur ziug
81,9; fur geziehen oder gereden mug 103,3.
gab en, bezahlen, dingen; kainem spilman gaben 217,2.
gadem, Stockwerk; ain iedes hus machen drier g&dmer oder kare lioch
127,2.14.
gafze (gafter? d. i. ge-after), Getreideabfall; den stoub und den gaftzen, der
in der mulin belibt 150,2.
gaiselschwin, gaisliu 8 win, im Gegensatz zu Mastschwcinen solche, die
noch mit der Geissel ausgetrieben werden? gaissel schwin 161,20; weder
gaisliu uoch andriu swin 62,34; vier gaissliu schwin 157,30. Kirch-
heimer Stadtrecht: von gaissliner schwin.
ganter, Handwerker, die ganter d. i. hBlzerne Behalter u. s. w. machen; alle
gantern und schafbinden 84,26; welher gantern daz uberfur 84,29.
gar nod s. arnen.
gar we, (fem.), s. garwen; an der garwi 148,18.
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Glossar. 291
garwen, in der Mtthlc gerben, aus der Hulse uuetschen, sehroten; vesen, wenn
man die garwet 148,16.
gast, Fremder 22,23. 23,7; gastgcbe, Gastwirt; in ains often gastgeben
huse 23,20.
g&ttling, nnverheirateter Mann; ain ieglicher manns name, ez si man oder
gattling 221,5.
gebutel, Biittel, Gerichtsbote 80,17. 81,1.
gebure, Bauer; geburen und raaier 229,3.
gedenker sin, einer Saehe, ihr zura Gedenken, dauernder Geltung verhelfen ;
daz ir dehainer solicher gemacht und gesetzt niht gedeuker sin sulle
noch das mit im besetzen lauss noch kainen gedenkbriefe inneme 142,12.
gedigne, gedigende, Volk; dera land gedignen und der stat 27,10; unter
dem gedigende bie 241,31.
gedinge, gedinged, Yerabredung, ehelicber Giitervertrag ; ain man, der mit
dehainein gedinge zfi sinem elichen wib komen was 42,2.26. 43,14; mit
gedingde 136,7.
gevar, gevarde, geverde, bose Absicht 23,24. 40,11.
gevarlich, in bftser Absicht, betriigerisch, hinterlistig 47,11. 55,12.
gefolgig, gehorsam; die im gefolgig sin wend 100,15.
gefr&ns, Fransenbesatz ; gefrans von lappen 221,19.
gehaff t, haftbar, yerpflicht-et ; die diu sach an gat oder darzu gehafft siut 70,21.
gehaizze, Verheissung; miet, got, gehaizze und gabe 94,18.
gehus, Hausbewohner (im Unterscbied von Hausbesitzer) ; wer gehus hie ist
67,21.
gelaicb, Gelenk; lenger denne zwaiger lid gelaich 122,11.
gelegen gflt, liegende Guter; der gelegnen gfiten halb 29,21.
gel i hen (gelichen), gieichen, ahnlich sein; daz sich dar zu gericlien, gelihen
oder geziehen moht 95,6.
gel ten, zuriickzahlen ; dem er vor gelten solt 100,33.
gelter, Gl&ubiger, sich den geltem entsagen 34,23. 69,12.
gelungge, Lunge; hopter und gelAngge 167,29.
ge mi chit, gemechede, n., Eheperson; lute und elicher geinachit 42,13.20.
gem&chte, gemecht, n. 1. Venuachtnis, Testament 36,26. 39,1. 2. Zusatz,
Beigabe ; wins, darine dehainerlai gemahts weder von waidaschen . . . noch
von dehainerlai ander sache oder gem&chte sie 200,22.
S e m a i n d , Einwohnerschaft, im rnterschied von den Burgern ; von den burgern
oder von der gemaind 29,31 ; muss ainer von den burgern geben 20 gnldin
und ainer von der gemaind 10 guldin 67,9; znnften, hantwerken und
gemainden 155,12; zwai tail von der gemaind, den dritten tail von den
burgern 119,7.
geraainsara i , Geraeinschaft, Umgang; nicht gemainsamin mit in haben 235,27.
(Vgl. dazu 23,8.)
gemainschaft, gemeinschaftlicher Handel; d chain ^eraainschaft mit innl-
stainen nit han 67,12. 23,8.
g e n a n t e , ernannte, gewfihlte Aintspersonen ; hant sie geordnet vier und zwaintzig
manne, die sol man haissen die genanten, und mit den mag man besetzen
alle lof 119,8; vor richtern oder vor den genanten 116,1 und Anm. 1. 46,9.
genSigt s. geuet.
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292 Glossar.
gen erne 11 (sich), sich von einer Schuld frei beweisen; sich des entschlachen
und da von geneinen 45,18.
genet, geneget, genSigt, gen&ht 20,2 ff. 224,4 ff.
gepennde, gebende, n., Kopf binden, Kopfputz ; gewannde und gepennde 43,38.
44,4.
gerait, zurecht, passend; gerait schniden 198,25.32.
gereme, Einfassung; gereme und leder 197,25.
gerichen, sich, sich fttgen, passen, &hnlich sein; noch dehainerlai ander
8chlacht trostung nach sach, daz sich darzft gerichen, gelihen oder geziehen
mocht 95,6.
gerigen part, von rihen, in Reihe herstellen, falteln; gerigen ermel 223,25.
gerfiwet beliben, unbehelligt bleiben 135,16.
gesasse, Wohnsitz, Wohnung; gesasse und huser 206,7.
geschaide, Trennung, Spaltung; geschaide des wassers 199,8.
gesehrift, schriftliche Festsetzung (oder Heilige Schrift?); der geschrift und
naturlicher gesetzt 231,28.
gestallt, aussehend, wolgestalt, gut aussehend; nutzlich und gestallt huwe
206,13.
gestan (einem etwas), zugestehen; nieman nichtz h elf en noch gestan 61,25.
getrftwen, glauben; er getruwote 270,30.
geuffen, emporheben; gemain gfite gefurdern und geuffen 185,30.
gewer, Innehabung, Besitz ; die er in nutzlicher stiller gewer inne gehept und
besessen hat 29,4.
gewist, part, zu wisen, weisen, verweisen; daz daz recht fir die lehenherren
niht gewist werde 19,5.
gewurw, zu gewerben, tatig sein, Arbeit haben ; als vil ze machen hette oder
gewurw 245,34.
geziehen, sich, sich fiigen, passen; sich dar zu gelihen oder geziehen 95,7;.
sich geziech und gebure 121,22.
geziuge, Zeug, Material, Handwerkszeug ; dehain murer sin geziuge 180,9.
17; geziuge gerait zem furbug schnitte 198,25.
gifft, Vergabung; gemacht oder gifft 136,25.
grede, Warenlager; in der grede haben 163,83.
gremlinger, Bezeichnung oder Name des Aufsehers des Ulmer Gefangnis-
turms; die sol der gremlinger haimen 203,87; in des gremlingers turn
(nach E. Uiffler der w griine Turm" in der Nordwestecke der Stadt a&
der kleinen Blau) 204,6 u. A.
gugler, Kaputzenstoff; guglers, linw'at 195,9. 247,35.
gussbett, Milhlkanal; gussbetten etlicher mnlin 199,9.
gutemtag, Montag 57,30. 68,13.
h.
hablich, mit der Habe; die sich hus und hablich in unser stat setzen wolten
57,17.
haft en, einstehen; die diu sach an gat oder darzft gehafft sint 70,21.
haftiklich, streng oder unter Haftung; haftiklich ernuwern und halten
200,25.
haftlin, Spange, Fibel; ainen barlin krantz oder ain haftlin 221,1, 224,14.
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Glossar. 293
ha i in en, heimen, 1. beherbergen, ins Hans aufnchmen; ze gesten nit enphahen
noch haimen 33,18; dehainer schlacht frucht koufen nocb haimen 64,20;
diesclben huset oder hairnet 75,20. 2. einsperren, einschliessen ; den sol
daz gericht heimen 55,15; der schedlich wer, den salient si haimen
65,3.
haimlichait, Vertraulichkeit, Geneigtheit; lassen wir in haimlichait und frunt-
schaft wissen 98,29.
haims&chen (einen), in seinem Haus aufsuchen, anf alien; wer den andern
frevelich haimsucht 58,12.
haingen lassen, heimgehen lassen, entlassen? lassen haingen und nit mer
knecht haben 246,10.
halbmetze s. metze.
handeln, einen behandeln; den sol man handlen nnd han alz ainen schedlichen
man 26,5.
hantzen, mit Handen anfassen; hantzen, begrifen 188,18.
h&rmin, von Hermelpelz; weder harmis noch mardris 220,11.
hasse, hess, Gcwand; rok noch basse 218,27; gevand und hess 244,17.
heben und legen mit einem, Vortcile und Lasten mit einem tragen;
ander lnt, die mit in weder heben noch legen noch ir zunftrecht nit
haben wolten 154,25; in ir zunfte farn und mit in heben und legen
154,29.
hefften, in Haft neluuen; solicit gut ze hofften und verbieten 101,4. 213,6.
he lb ling, halber Pfennig, halber Heller; ainen helbling gegeben hant, furbas
ainen gantzen haller geben 251,15.
hem ling, Hammel; schafe und h ending 168,3.7; hembling 172,2.
herdan, weg; ussgenommen und herdan gesetzt 110,32.
hindergnrten, zurttckbinden, betriigen, gefangcn halten; mit schalkhait
hindergnrten 233,15.
hi use und hablich s. hns.
hochzitlich, festlich ; an unser froweu vier hochzitlichen tagen 79,5.
hof, Gasterei; hof haben 20,24; weder ze hofen noch ze vasnachtschnipfen
nichtzit davon nemen 251,23.
hofen, gleichbedeutend mit husen, s. dieses,
hofraite, Hofraum, Hofstatt; sin hoffraitin merren 68,16; hofstet und hof-
raitinan 86,27.
honpg&t, Kapital; honpgut und schaden (Zins) 83,11.
houpten, an einen, als Haupt anerkennen, anhangen; an deheinen herren
honptfin noch vallen 243,5.
hor, Schmutz, Strassenschmutz ; in daz hor wirfet 73,26.
hufen, anf das Massgef&ss aufschiitten, aufhftufen, soviel liegen bleibt (heute
mundartlich honfen); gestrichen und niht gehufet 150,25.
hufenwerk, in Haufen? die vorgeschriben geschmide hufen werks fail haben
196,33; solichs geschmids und hufenwerks 197,19.
hus und hablich (d. i. hiuslich nnd hablich), mit Haus und Habe; hns und
hablich 57,17. 130,33; huse und hablich 222,17.
husen (einen), beherbergen, ins Haus anfnehmen; die selben huset oder hairnet
75,19; den andern halten, husen noch hofen 84,7.
husheblich, h&uslich, mit eigener Haushaltung; hnsheblich hie sitzet 48,18.
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294 Glotssar.
I.
iche, Aichstelle 200,83. icher = Aicher; der icher ainer 201,26.
ichen, alchen; metzen, die geichet und beschlagen sien 150/24.
ichzit, etwas 104,14. 111,27.
iendert. irgendwo 69,5. 128,12. 129,35.
in fall, Vorfall, WiderwSrtigkeit ; infallc und brnch 141,13.
instechen, mit Stoff besetzen, auf Stoff aufnahen ; dehains solichen ge-
schinidea denne als vil si des ingcstochen oder ingezogen fails haben
197,16.24.
instunt, sofort; der muze instunt als vil geben 242,22.
i nt fin, ins Kloster bringen; welli burger sin kind ze Scfflingen in tun wil
122,17.
i n z i e h e n , auf Stoff, Band aufziehen, aufnfthen ; als vil sie des (geschmides)
ingestochen und ingezogen fails haben 197,16.
judisch flaisch, Fleisch, »das den Juden iiberlassen bleibt, geringwertiges r
stinkendes; judisch mutrigs flaisch 166,8; judig flaisch 169,17.
k.
kaiflerin s. kofleriu.
kainest, keinmal; weder ainest noch kainest 34,26.
kar, stockwerk; drier gSdmer oder kare hoch, die rechter kar hohin haben
127,2; drier kar 127,4.
karren, 1. snb9t. Earren, Wagen; karren haben 230,5. 2. verb, mit Karren
fahren; buwens, karrens und andrer solicher sache 230,29.
kar ten, Wollstoff mit Karten (Rauhkarten) „rauhen tt (d. i. rauh machen); der
gen Ulme kartet oder karten wil 189,6.
karter, Arbeiter, der die Wolle mit Karten rauht; den kartern, wolschlahern
188,31; den kartern und den web era 189,2.
kellerin, Verwalterin der Hausvornite; ainer kellerin (zu den Ehalten ge-
rechnet) 182,28.
kelsche s. kolsche.
kirnin, aus Korn, Dinkel; mit kirninen brot 121,10.
klaiben, verstreichen ; daz man si (die Wande) baidentbalb klaib 124,18.
klaiber, Manner, welche die Wande bewerfen, verstreichen; den klaibern
180,21; dehainem klaiber maister 180,21.
klainlieit, K lei nod; kainerlai golsehmidwerks noch kainerlai klainheit 256,17.
k no den, Fussknochel ; zu dem geschuche oberhalb der knoden 194,13.
kofleriu, Hftndlerin; kainer koflerin ir sach, die man ir entpholhen hat ze
verkoufen 24,32. 82,21; kaiflerin 257,8; keiflerin 256,15.
kofmanscbat't, Kaufmannsgut, Ware; etwaz gfltz oder kofmanschaft erkoft
hat 100,30. 23,8.26.
kolsche, kblnisches Zeug, Barchent; fadem, kolsche, bendlin 195,9; dehainen
kolsche 195,15; kelsche 248,1.
kos, Viehmast; kos und svvinass 205,2.
coste, costlichkait, Kostbarkeit; wan vergebne coste der welte unnutzlich
hingat 223,11 ; gezierde oder costlichait 223,20.
kramdinglach, Gegenstand des Kramhandels ; wan das cramdinglach haisset
und den cramern zfiirehoret 195,20; wan der kramdinglach haisset 248,12.
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Glossar. 295
krapfe, Haken; schlussel, krapfen, ringen 196,10.
kridstein, Kreidestein, weicher Stein; weder mit kridstain . .. ane allain mit
herten stainen 190,14.
ktif, Kufe; init ainem kfif 84,23.
custorie, Verwaltung, Vorratsraum; in das totsch huse in die custorie zwai
pfund wachs geben 270,12.
1.
laic hen, abjagen, abgewinneu, betriigen; nmb ir gflt laichent 132,9. 133,10;
betrogen nnd gelaicht 211,15.
lain, Lehm, Leimen; der lain berait nnd nftrait 180,23.
laisten, Einlager halten; die also bi im (dem Wirt) laistent 51,16; vgl. ver-
laisten.
lannte s. lennde.
leinwat s. linwat.
lernknecht, Lehrling 179,9.18.
leunde (liumund), 1. Lenmund; boser leunde 94,15.27. 2. Abschnitt, Paragraph
einer Verordnung; nach launte (Orig. der Urknnde: lewnte) erkennen 97,21.
lichtsenft, nachsichtig 134,21.
liederlich, leicht; ringlich und liederlich 234,7.
linwat, Leinwand; gefarbter und ungefarbter linwat 195,9; leinwat 248,1.
louf , Ereignis, Vorfall; Obung, Brauchj besetzen alle 16 f nnd ander sach 119,9.
118,31 ; als die frowen hie etwaz lofe an sich genommen hetten 177,7.
iousung, Qelegenheit, Mttglichkeit von einer Sache los zu komen; das er nicht
lonsunge darzu gehaben inochte, die (Schweine) ze verkoufen 175,11.26.
longer, plnr. Lungen: hopter und lunger 167,28.
luparen, bekanntraachen ; gedenk ze luparend 122,28; geschriben und an
disem brief geluparet 243,12.
lut und sag, Inhalt und Aussage; nach der brief lut und sag 93,7.
in.
maisseln, eine Wunde mit Meisseln, d. i. Scharpie(pfrBpfen), behandeln (vgl.
Grimms WB. 6, 1984. 1986); gemaisseltiu wund 74,8.
mar drin, aus Marderpelz; weder harmis noch mardris 220,11; mardrins
223,29.
markschlosH, Vorlegschloss ; sporn, stegreif, echloss, markscbloss 196,9. 197,6;
die schlussel, die zfi den selben markschlossen gehoren 197,7.
marktrecht, Bttrgerrecht 50,11.
markzal, marzal, Verhaltniszahl, Proportion; nach reenter marzal 87,17; nach
marzal 87,29; markzal 89,7.27.
meltzen, mit Malz bestreichen (schlichten) ? dehain barchantdch meltzen noch
netzen 190,19.
mene, mani, Gespann, als Massstab der Grttsse des Bauernguts ; wer mit einer
gantzer menin bnwet 67.18; mit ainer halben menin 67,19; ain gantze
manin hat 203,28.
mener, Treiber des Zugviehs; egern, menern, akergengern 181,1.
meng, menig, manich 66,24. 67,24. menglich, mftnniglich, jedermann 164,5.
165,17; allermenglich 28,11.
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296 Glossar.
m err en, behindern, versperren, einschranken ; sin hoffraitin nit merren mit
nuwem buwe 68,16. oder mSren, vermehren?
mertz, Handel, Ware; solichen merz 163,4; iren mertze und gewerbe anchen
164,28.
inertzler, Kramer 64,6.11. 161,6.
m e s a e n , synonym mit opfern ; nit mes.sen nock opfrcn 2(),29 ; raer mcssen oder
opfren denne ain guldin 21,3. 117,2().
inetze, (xetreidemass, von da aus Abgabe an den Miiller; alio mailer die den
metzen selber nemen 62,21. 149,81.
minne, mit minne, giitlich 36,3.
mishellung, Misshelligkeit, Zwist; wan etwaz niishellung gewesen 103,2.
mis8malen, schlecht malen; daz dehain mnller missmule 148,37.
mornen, enmornund, Morgen; an mornen 121,9; am folgenden Morgen;
enmornund 65,8.
mulmetze, Abgabe an den Miiller, s. metze; fur den mnllmetzen 148,8.21.
mo 8m el, Breimehl; schon mel und musmel 163,23; habern konfen und in zu
mfismel machen 163,25.
musseclich, mit Musse ; alz musseclich noch als nutzlich nssgerichten
119,2.
mo ten, zumuten, verlangen; an den andern puutnisse begerte oder mute
26,10.
motermag, Verwandter der Mutter ; von vatermag und von mutennag
43,26.
inutliu, demin. zu mutte (= lat. modius), Scheffel; 3 mutliu 151,29.32. 152,2.
mdtrig, mfitrigs flaisch 166,8, Fleisch von Muttertieren. Dieses ist minder-
wertig. Aucb in der wiirtt. Fleisch or dnung von 1554 ist Eber- und
Koselfleisch vom „reinen a Fleisch unterschieden (Reyscher 12, 268). Ebenso
im Kirchheiiner Stadtrecht.
n.
nah, billig; niht tiuro noch nalier 153,29.
nienan, nirgenshin 51,11.
niendert, nirgends 127,5. 170,7.
niuwen koufs, neu eingefiihrte Art des Kaufs? rechtz koufs oder des nuwen
koufs uff der gante 116,6. Vgl. 102,8.
no ten, zwingen, pfanden; noten oder phenden 34,31. 52,23.
no tig, in not befindlich, diirftig; gar ain notige gemainde 155,14.
nulichs, neuerdings 118,15.
nummen, nur mehr; nuinnien in nnser statt 203.8.
nun, nur; nun ainest 21,10.
nuwerung, Erneuerung, Behordenwechsel 111,4; wie iindrung.
ofnen; kund tun; an disem brief geoffnet und geschriben 111,3.
ordnen, verordnen, vermachen; ir gut schaffen, ordnen und geben 37,14. 94,5.
or dnung, Verordnung, Testament; gemecht oder ordnung 39,1. 41,8.
ort, Viertel von Hohlmass, Miinze; 1 ort Rinischen guldins 106,9.
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(tlossar. 297
P.
patzen, Art von Schafleder (in den romanischen Sprachcn verbreitetes Wort:
it. bazzana, frz. basane, span, badana, angeblich aus arab. bitanah);
flemsch leder, patzen and anders 192,13; gfit gerecht leder and dehainen
patzen flemsch 194,7; got gerecht patzen 194,11.
pension, Teil des Pfarreieinkommens ; die pfarr niit der pension und quart
106,19.
pfinnig, finnig, mit Finnen behaftet; schwine flaisch, das pfinng wurde 166,8.
14; pfinnings flaisch 169,17.
pingen, peinigen; ze bussen aid ze pingen 207,6; rait strafe gepinget 223,10.
pi Aw en, schlagen, klopfen; die werke pluwent, brecbent, schwingent 181,25.
premen, verbramen, mit Zutaten besetzen; di roke nicht hoher premen 225,1.
pris, Preis, erhflhter Kand an Kliidungsstiicken ; ermel oder prise under roken
tragen 223,25.
q.
quart, Teil des Pfarreinkommens (z. B. qaarta funeraria); die pfarr mit der
pension und quart 106,19.
r.
rafen, Dachsparren; die rafen an alien buwen 127,38.
raigen, Reigentanz; der den raien lait 66,15; umb raigcn gan 119,26.
ratgebe, Ratsmitglied ; kain ratgeben 32,29. 61,20.
ratschatz, den Ratsherren u. 8. w. verabreichtes Geschenk; sol ouch kain
burgermaister von nieman dehainen ratschatz nemen 71,25; daz dehain
purger keinen ratschatz nemen sol 242,19.
rant, Ratsglocke; z8 dem ersten raut, alsbald der verlut wird 83,15; zu dem
andern raut 83,18; zu dem dritten rant 83,23; bis an ainen rat 83,26.
rechenlad, Lade des Stadtrechners ; in der rechenlad behalten 116,17.
rechtfertig, rechtmassig, rechtschaffen ; ob daz rechtfertig oder unrechtfertig
si 186,22.
r i c h t e n , entrichten ; minen tail gerne richten 47,24 ; gericht und geben hat
50,4; sich richten, sich ausgleichen; sich mit dem cleger richten 34,19.
richtung, gerichtliche Entscheidung, Versflhnung; welh pene oder welh rich-
tung 30,18.
riffian s. ruffian.
ringlich, mit geringer Miihe, leicht; ringlich und liederlich 234,7.
rinnengeleger, Lager, Gestell fur Dachrinncn; ain rinnengeleger machen
und die rinnen daruflegen 129,8.
ritschoppe, Reitjacke, s. schoppe; ainen ritrokk und ritschoppen 221,14.15.
romen, ausraumen, reinigen; das wasser bi siner mnlin romen 199,35.
r o t = Rodel (Papierstreifen) oder lat. vota ? die walen eintzenemen und die rot
zu verschweigen 255,10.
ruch, rauh, Rauhwerk, Pelzwerk ; ermel mugent si underziehen mit vehera ruggen
oder schinfehem 220,9; ainen rokk, der mit ruhem underfult ist 221,19.
ruffian, Kuppler, Huron wirt 257,3; riflian 55,20.
ruggen, zu ruch.
ruggin brot, Roggenbrot; mit rugginen und kirninen brot 121,10.
rap en n, Rubin? berlin rupenn oder gold 258,6.
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298 Glossar.
s.
sacb en, einen Kechtshandel ftihren, klagen; waz ieman zu in ze sachen and
ze sprechen hat 112,22.
saiger, zah, matt; das dehain vas wins ufgienge saiger 202,92.
samen, anfgehende, jungkeimende Saat; an waiden und samen schadcn emp-
fahen 229,7.
samentkouf, Kauf im ganzen (en bloc); samen t koufs verkoufen 162,27.
samnung, Kongregation ; weder in der samnunge noch in das spitale 141,31.
satznng, Festsetzung, Besetznng (vgl. besetzen); zwen nemen, die bi der
satzung sien 119,11.
schaden, Zins; houpgut and schaden 83,11.
schaf, Holzgeschirr ; schaf and kubel 84,27.29. sehafbind 84,27.30.
schaffen, ir gfit schaffen, ordnen, fugen und geben iren frnnden 37,14;
ichzit giitz schaffen oder geben 104,25; s. verschaffen.
scheinlich, ofienbar oder sch&dlich ? sich onerlich und dem handtwergk sheinlich
enthielt 245,1.
8 ch ell en, losschalen, losmachen; yon miser statt schellen 184,17.
schenkin, Hochzeitsschenkung ; zfi ainer hochtzit nicht raer schenkinen denne
ain schenkin 217,15.
schepfen, Urteil schtfpfen; wellhiu pin der rat dem ungehorsame dar uber
schophet 36,15; wenne ainem bessrung geschepfet wirt 36,22.
s chick en, ze sc hie ken ha ben, zu schaffen haben; verlnmdet tochtern, die
vor mit mer luten ze schikent gehept 233,11.
schinfech, gl&nzendes, holies Pelzwerk ; die ermel underzichen mit schinfehem
220,9.
schlacht, 1. Art; dehainer schlacht i'rucht 64,20; dehainerlai ander schlacht
trostung 95,6. 2. Wandung an Flassafern aus Pfahlen, Brettern and
Flechtwerk; daz wasser der Blawe mit ainer schlacht versorget werden
199,24, pfale und andors, das zft der schlacht gesetzet ist 199,27.
schlahen, treiben; dehain schaf e uff die waide schlahen 169,28. 170,12; swin
in <lie statt Bchlahent 203,23.
schloger, slower, Schleier; sidin schloger 20,11; slowem 177,8.
schnipfen s. vastnachtschnipfen.
schnftrgerceht, senkrecht, in gleicher Flucht; schnfirgerecht alz der tnrswell
dez hus lit oder alz die mur dcz hus uf die erde stozzet 71,4.
scholle, Schuldner 244,19.
schonung, Befreiung von Verpflichtungeu ; dehain gebotte noch schonung
furbas setzen 167,36.
schoppen, pi. Juppen, Jacken; schoppen, die zfi harnasch gehorent 20,20.
schow, schoug, schouwe, amtliche Beschau, Stelle derselben; an unser schow
131,29; an die schow legen 131,32.
schower, Beschauer; greschowet und von unsern schowera erlobet 131,33; die
schower an der schowe 191,15.
schranz, Spalte, Scharte; locher und schrentze 128,34.36.
s clinch en (einen), meiden, scheuen; das man die schuchen und nicht gemain-
samin mit in haben sol 235,26.
schuldner Glaubiger; doch suln alle redlich schuldner vor hezahlt werden
54,13. 102,6.19. 211,19. 213,4.
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Glossar. 299
schwach, unanstandig; der ain schwach frawen an im hab 257,4.
schwaie, Viehhof; ir schwaien usserhalb ainer mil wegs hie von Ulme
haben 170,4.6.
schwarter listen, Schwarten? 8 schwarter (HS: sch warier) h&ten oder
32 felle 192,1 ; 10 swarer hnten oder dafnr 40 Telle 193,8. Uber Schwarte
und Fell s. Grimms WB. 3, 1496.
schwellen, schwellen lassen; sin geziuge geschwellet gelegen 180,10.18.
sechszehner, vermntlich sechzehner Geschirr. Geschirr ein Bestandteil des
Webstuhls. Die Zahl gibt die Breite des Geschirrs und damit des Tuchs an.
dehain regentuch wurken, denne das us dem sechszehner gewurket si 190,28.
selbscholle, Selbstschuldner ; sich ze selbschollen verbindet 135,2.
selde, kleines b&uerliches Anwescn; hofe, seldan 133,21.
selegerat, Veranstaltnng, Stiftung zum Heil der Seele; altarzins und sele-
gerat 103,11. 104,22.
sementin, semi tin, samten; soinitin mantel 20,10; weder sementins noch
sidins 220,20.
semlich, simlich, soldi, derartig; ainem semlichen ordcn 111,20; simlich
144,22. 145,6.
setzen, sicli Cm. gen. d. saclie) sich entziehen, widersetzen; daz sich person en
solichs widerkoufes setzen, sperren oder nicht gestatten wolten 89,9.
sizen, im Besitz sein; so die nit zu failem koufe sizent 214,31.
si lit, Schlot, Kamin; dehainen slat in dehainen winkel richten 128,23.
slower s. schloger.
so gen, Kinder saugen; daz in kainiu sog 117,6.
sperren, 1. hindern, abhalten; wer die irrti oder sparti 110,34. 2. sich
sperren, sich widersetzen; wer sich aber dez sparti 82,27.
spil, spile n, losen urn Verpflichtungen ; ez so) der tail, der ietz mit spil
verloren hat, anvachcn a[b]brechen 71,8; spilen und dienen 60,4.
spree hen, etwas an einen, nach einer Sache, etwas von einem anznsprechen
haben, fordern, Anspruch erheben; welich gast an ainen burger ichtz ze
sprechent hat 56,11; die naeh solichen guten gesprochen hetten 29,13.
stat, Stand, Stellung; in wellichem stat die weren 147,15.
staigen, steigern; erhohert oder gestaigt 104,2.
s tech en, stecken; stachen aber die (Schafe) in das saltze 168,5; schaf oder
hemline: in das salz stach 168,11; in das saltze gestochen werden 168,9.
stige, Verschlag aus Brettern, <rezimmerter Stall; ab der stige 174,26 (fur
Schweine) 204,21.
stoss, Streitfall; alle bruch, vintschaft und stozz 24,20; 28,9.
8 1 o s s e n , 1. aufstossen, aufbrechen ; daz hus stosseu 65,2. 2. zu einem stossen
= heiraten; wer zu den tochtren stosset 45,25; die zu uuser burgerin
gestiessen 156,13.
s t o s s i g, angefochten ; das alle unser richter an der urtail nit stossig werden 86,5.
striche, Handwerkszeug, um das Massgeffiss glatt abzustreichen ; gestrichen
mit ainer strichen 150,25.
strichen, das Massgefass Uber dem Rand abstreichen, so dass nichts dartiber
gehfiuft liegen bleibt; gestrichen nemen und niht gehufet 150,24.
stuk, uf dem stuk == einzeln oder sofort 100,32.
sunder n, aussondern; welher also gesundret, uberhebt wurd 47,12.
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300 Glossar.
swarlich, iii starkem Masse ; die swaren lofe, die in der welte swarlich ufer-
stand 223,12.
swinasa, Schweiiiefutter ; kos und swinass 205,1.
t.
tading, teding, Verhandlung, Abmachung 47,6; von kouf, von teding oder
von anderer sach wegen 81,8; welicher solich tiding ansatzte 212,24.
tUdingen, vereinbaren 212,20.
tagwerker, Taglbhner 186,9.
tapphart, Mantel; rokk und tapphart 220,6.10.
tax en, um eine Taxe zu verkaufen geben? abscliatzen? das kain goldschmid
kainer keiflerin nichtz fir setzen noch taxen sol, noch zu verkaufen
geben kainerlai goldschmidwerks 256,15.
1 8m men, eindammen, vermindern, beendigen; get emmet und gebusset 207,15.
test, Tiegel; bewert man silber uf dem test 255,37.
trager, Vertreter; kains ussmans trager werdcn 120,27.30.82.
traknus, Vertretung; daz diu selb traknusse gentzlicb ab si 121,4.
trisler, Schatzmeister ; trisler des tuschen huses 270,7.24.
trostung, gemeinschaftliches Versprechen zu gegenseitiger Deckung, Erleichte-
rung, s. vertrosten; teding, gcsctzt, trostung noch geding 47,7; nutz,
furdnmg, trostung 95,5.
tfichmel, Mehl, das beim Mahlen im Tuch (Beutel) zuriickbleibt? musmel mid
tuchinel 163,24.
turi, Teuerung; bi den herten jaren nnd bi solicher tnrin 155,16.
ubereren, uberpflugcn, uber die Grenze hiniiberpflugen ; wer den anudern
uberert 231,9.
uberfaren, tibertreten; wer der stukk dehains nberfur 21,11.19.21.
nberflussikait, Obermass; nberflussikait der hochfart 216,8. 223,8.
nbergeschuhe, oberer Teil desSchuhs; oberhalb der knoden ze ubergeschuhe
194,13.
uberheben, entheben, befreien, bevorzugen, wahlen; wir haben sie uber hept
waht und usszog 112,25; welher also uber hebt und usgcsetzt wurd 47,12.
uberkomen, uberftthren; si uber komen mit zwain erbern manne 35,17.
242,28.
ubermeen, ubermahen, uber die Grenze hinubermahen ; wer den anndern uber
achneidt aid uber meet 231,9.
Abersagen, uberfuhren; alz ainen uberseiten schedlichen man 26,5; sol ain
uberseiter man sin 68,8.
uberschneiden, ttberschneiden, Uber die Grenze hinttber in fremden Besitz
hinein schneiden; wer den anndern uberert, uber scbneidt aid uber meet
231,9.
nberwerden, enthoben werdcn; bezaln oder dez uber werdcn 65,11.
uchse, Achselhohle; under iren uchsen hairatrugen 124,26. 129,22.
uchten, in der Morgenfruhe, in der vorausgebenden Nacht weiden; ir vich ze
ucbten 229,18; der sin vich des nachts uchtet 229,21.
ucbtwaide, Morgenwaide, Nachtweide; mit dem vich nachts und suss die
uchtwaiden snehent 229,6.
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Glossar. . 301
uffgan, voin Wein, umschlagen; das vas, das uffgegangen und ungerecht
worden were 203,4. 202,32.
uffgebung, Weitergabe, Weggabe 100,34.
uffhalten, ein Pfand vor Verfall bewahren; ain ieglich phand fristen und uff-
halten 69,29.
uff he ben, abholen; an dem morgen, als man die brut uff gehept hat (mit sym-
bolischer Haudlung?) 117,16,18.
ufflegen, halten, aufziehen; schwin, die si utf legent und assent 159,8.
uff sat z, List, Tauschung; vortaile und ufsatze 207,4.7.
uffsetzen, verordnen; anders deune in ufgesetzet 196,12.
uffstand, Unruhe, Aufregung; dez minder unwillez si oder uffstand 46,2.
umber en, umpflugcn; wismeder nimmer mer umbbrechen noch umberen 101,27.
unargwonig, unbeargwohnt ; daz die niuller dest unargwoniger sien 147,36.
unbekumbert, unbeeintrachtigt ; ungeirret und unbekumbert beliben 142,24.
unberait, ohne seine Verpflichtungen erfUllt zu haben; der unberait ist uss-
gangen 66,13.
unbetwingenlich, unbezwingenlich, ohne Zwang ; mit gutem f riem
willen unbetwingenlich 24,6; unbezwingenlich 264,30.
underbrot, Zwischeuessen, s. undern; sin underbrot mit im tragen 185,16.
underf alien, ein Kleidungssttick futtern; mit ruhem underfult 221,19.
nndcrgang, Grenzbegehung, Augenschein; undergoing und zinslechen (hier all-
gemeinere Bedeutung?) 29,16.17.
underkoffel, Unterh&ndler, Kaufvermittler ; alle unscr underkofel und win-
stichel 200,20.
undern, Essen in der Zwischenzeit zwischen Morgen und Abend; ze essent
geben ze inbis, ze undern, ze nacht 178,23. 186,12.
underschaid, underschid, Bestimmung, Anweisung, Belehrung ; under-
schaide gegeben, wie si buweu sollen 130,8 ; mit solichem underschide 137,2.
underschaid en, bestiinmen, anweisen; als davor underschaiden ist 180,26.
182,1.
understan, unterstiitzeii, auf halten, verbessem; abgenge understan 226,8.
underzichen, unterlegen, ftittern; die ermel underziehen 220,9.
u n e n d 1 i c li , zwecklos, untiichtig, liederlich ; von unendlichen luten 211,14 ; von
unendelichcr gewonhait wegen 98,10.
nnentgolteu, ohne Vergeltung, unbetrofiFen ; unentgolten der vorgeschrib-
nen gesetzte 29,11). 146,28; unentgolten der pen 57,12. 160,4.
unverdingt, unverpflichtet ; unverdingt haissen und sin 44,16.
unverkhmbert, uuverpfandet; iriu gfit ze pfande insetzent fur ledig und
imverkumbert 132,11. 133,12.
unverliundet, ohne sehlechteu Leumund, von gutem Ruf (s. leunde) ; unver-
liundet tochtern, die junkfrowen sind 232,33.
unfluchsam, ohne fluchten zu miissen, unverbannt; unfluchsam halten und
beliben lassen 234,23.
unfure, Unfng, unziemlichcs Benehmen; unzimlich unfure zu haben 147,17.
ungeavert, unaufgefrischt, unvergolten (s. afern); alle alt stosse ungeavert
lassen 24,17.
ungebntelt, ungebeutelt (s. bAteln); an ainem immi roggen, daz gemaln wirt
ungebntelt 148,10.
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302 ' Ulossar.
ungevarlich, ohne b8se Absicht, von ungefahr, s. gevarlich 20,18. 24,8.
ungefullet, obne Flitter, Unterlage; daz die rokk ungefullet beliben
220,10.
ungeirret, ungeatfirt, ungesch&digt ; uugeirret beliben 142,24.
ungelaicht, unbetrogen (s. laichen); daz die schower dest ban uDgelaicht be-
liben 190,4.
ungerecht, schlecht, vom Wein 202,32. 203,4.
ungesumet, ungehindert; von menglichem daran ungesumet 198,7.
untetig, verbreeherisch ; untetige lute 98,28.31; in untedigen sachen 99,7.
unuserklagt, ohne auf cine Klage bin verbannt zu sein (s. usklagen) ; die
fluchsam worden sint nnuserklagt 134,12. '
unzerhowen, ungeschlitzt ; nnzerhowen und Sine schlitze 220,7.
tt PPig> leichtfertig ; uppig verlassen lnte 132,8. 133,9.
vrbuwe, urbuw, Verfall, Verodung; grossen urbuwe der stat 86,28; urbuw
88,17.
urloub, Erlaubnis; ane urloub der rates 222,21*.
urtat, Vollendung; ze urtat, vollstaudig, ohne Vorbchalt; verkouften ze lip-
ding noch ze urtat 107,10.17.
usBburger, ausserhalb der Stadt sitzender Burger ; ussburger und ingesezzner
burger 121,19.
ussfrowe, us s man, us si Ate, frcmde Frau, fremder Mann, fremde Leute
23,15. 55,30. 120,29.
ussgedingen, ausbedingcn; mit nam en usgedingen 45,8.
ussklagen, eine Klage stellen mit Wirkung der Verb an mi ng ; mit rehten niht
ussklegt wurden 134,15; die nach unser stat recht ussgeklagt werdent
214,27.
ussligen, sich ausserhalb befinden, verlustig gehen; da durch die schuldner ir
schulden ussligcnt 214,33.
usslof, Zerwiirfnis; den stozz und den uslof wendeu 28,12.
ussrichten, 1. versorgen, abfertigen, Recht sprechen; daz ami und rich dez
sunderlich ussgeriht werden 119,6.2. 2. entrichten, vergttten; usrichten
und bezalen 150,2; bezalt und ussgericht 215,29.
ussrichtig, gut besorgt; erber und usrichtig rechnung 43,27.
ussschaidung, Bestimmung; von ussschaidung der geschrift und naturlicher
gesetzt 231,27.
ussschiessen, vorspringen, vorspringen lassen; ainen schuch herfur uss-
schiesse 125,22; all kelerhalz, die man vor den husern uzzgeschossen
hat 71,1.
ussschliefen, die Kleider ausziehcn, als Pfand hcrgebcn; nsschlofen,
verb, causativum dazu; es sol ouch nieman den andern us schlofen, denne
der selber us schlufet 53,19.
ussschutz, Ausbau, vorspringendcs Stockwerk; dehainen usschutz an sinem
buwe machen 68,22. 123,21. Vgl. Reyscher 12, 352: AusstBsse.
ussschwern, schworen mit Folge von Verbannung 135,6.
usssetzen, 1. ausnehmen; doch setzen wir dar inne gentzlich uss 103,10.
183,14; ussgesetzet 44,14. 183,31. 2. absondern, wahlen; daz ain ieglicher
us setzen und niemen sol, der in'ailer best da zfc dunkt 47,9.12.
usssetzikait, Aussatz; den gebrechen der ussetzikait 235,23.
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Glossar. 303
usstragen, entziehen; mineu win, den du mir usstragen hast (d. i. getrunken
ohne zu bezahlen) 66,10.
usszog, Auszug, Kriegszug oder an dessen Stelle zu bezahlcnde Abgabc ; waht
und usszog 112,25.
w.
wachen, auf die Wache sperren, einsperren ; wennc daz gerieht kumpt und
in darumb wachen oder strafen wil 55,7.
waht, Wachdienst oder an dessen Stelle zu bezahlende Abgabe; waht und
usszog 112,25; weder stur noch wacht setzen noch innemen 107,5.
waidascbe, Asche (Pottasche) zuni Waidf&rben ; der waideschen wegen 123,14 ;
wins, darinne dehainerlai gemahts von waidaschen 200,23.
walbensimse, gewfllbter Haussims; den walben simsen heruss legen 125,4; der
walbensimpse an den selben husern 125,28. 127,10.
wandelkertze, tragbare Kerzen ; dehainer lich dehain wandelkertzen mit tragc
177,2.
wendeu, abwendig machen ; diu selben gfit niht hindern, ierren noch wenden
noch bekrenken 107,19.
wepfe, gewisses Mass. von Garn; so viol man auf einmal zu weben bestimmt;
dehain wepfen garns 190,31.
werk, Werg, von Flachs, Hanf; flechserin, die werke pluwent 181,25.
werkglogge, Arbeitsglocke, Glockenzeichen zur Unterbrechung der Arbeit;
ze mittemtag, als man die werkgloggen lutet 182,13.
wern, bezahlen; untz si der haller gentzlich gewert hant 55,18.
werung, Wfthrung, Miinzwert; mit alz vil wcrunge 89,5.
wesen, Stand, Zustand; in wellichem stat oder wesen die weren 147,15.
43,35.
widen, Weidcn? daz man die mulstain in den widen vail sol han 67,13.
widerdriess, Verdruss; krieg und widerdriess 91,3.
widerkeren, ersetzen; bessern und widerkeren 247,29.
widerkof, widerkouf, Riickkauf, AblBsung 87,19.21.
widerkofen, zuriickkaufen, ablflsen; zins widerkofen 87,7.10.
wider n, etwas, dagegen handeln, sprechen, zuriickweisen ; daz widcrt und frid
verspricht 28,4. 109,28.
widerraiten, Rechnung ablegen; wider raiten und wider rechnun 77,21.
widertailen, aufheben, entgegengesetztes Urteil sprechen, absprechen; die
gemachte sullen kraft haben und von kaiuem unsrem richter widcrtailt
werden 40,10. 136,26.
winstichel, Uuterhitndler beim Weinknuf; unser underkofel und vvinstichel
200,20.
wirig, dauernd; beliben und dest wiriger gesin 139,22.
wische (mundartl. weisch), Stoppelfeld: in dehain wische nit triben 170,15; daz
wische erwaidnen 170,17.
wisen, weisen; fAr die lehenherren gewist werde 19,5. 115,16.
wismad, pi. wismeder, Wiese; wismeder 101,22.27.
w i s o s t e wirsestc d. i. geringste ? daz die wisoste under den zunften uss ainer
zunft in die andern gefaren sind 101,11.
wollschlahen, die Wolle zur Reinigung ausklopfen 189,28; wollschlaher,
den wolschlahern und webern 188,31. 189,26.
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304 Ctlossar.
wort tfin, das Wort fur einen ftihren, eine Sache vortragen, vertreten; dem
sin wort tfin 22,28; kains ussmanns wort noch rede nit sprechen noch
tfin 32,29.
wulfig, mit dem Wolf, d. i. fressender Wunde, Knochenfrass, behaftet; wAlfigs
flaisch 169,17.
wfir, Wehr; das daz wasser der BliLwe mit ainem utfrechten wfire versorget
werden sol 199,24.
wfistlich handeln, abgehen lassen, verfallen lassen, unerfullt lassen; der
die (Zinslehen) als wfistlich handlote 144,26.
z.
zadel, Abgang, Mangel; zadel und gebresten 158,20.
zedel, Schriftstuck, Urkundc; als solich zedel usswisen 197,26.
zehende, Marknng; in dem zehenden 48,5. 63,17.
zerhowen, zerschnitzlen, zerschnciden, ausschneiden, schlitzen; zer-
howen oder ze lappen schniden 219,24; zerhowen and zerschnitzlen
221,8.
Ziehen (sich), sich beziehen, passen, ahnlich sein ; daz sich gelichet oder ziohet
217,32.
zil, Frist, Termin; ob siniu zil us sint 47,27.
z i 1 1 i c h , zeitgeinSss, niitzlich, passend ; diu den rat zitlich duchte .36,13. 56,2.
zitlich und recht 61,25.
zuvarn, unternehmen, vorgehen; hant die burger zfi gevarn 24,5.
zug, Verzug, Frist; so mag im der rat lenger zug geben 71,20.
z fi g e 1 1 , Mitgif t 210,24.27.
zfi leg en, 1. hinbringen; daz hus, da die brut zugeleit wirt (mit symbolischer
Handlung des Hinlegens? Nach der Orthographie der Handschrift hier-
her und nicht zu zulaiten) 117,16. 2. unterstiitzen, Partei ergreif en ; wer
dem andern hulfe oder zfileiti 28,15; dem andern tail zfi legen und be-
holfen sin 30,17.
zulofen, hilfreich hinzulaufen, beispringen; zerwurfnusse nider legen und
zfilofen 28,8.
zfi mull er, Gehilfe, Stellvertreter des Mullers; an mullern, zumullern, hant-
knechten 150,11.
zuner, Zaunmacher; den zunern 180,27.28.
zwelfbotten, Apostcl; an dehaines zwelf botten tag 79,5.
zwirostj zwirot, zweimal; nicht mer denne zwirost 120,14; zwirot 62,30.
Nachtrage-
Auf p. 2 Zeile 2 ist zu lesen anstatt: „h8ner ablosen" „huner ablosen".
Auf p. 17 sind verseheutlich der St^idtschreiber und der gleichnamige,
seit 1424 als Munsterpfarrer bekannte Heinrich Nidhard nicht geschieden.
Auf p. 265 Zeile 30 ist hinzuzufiigen : vgl. U. UB. II, 417. 1353 Okt 2.
Auf p. 266 Zeile. 26 ist hinzuzufiigen : vgl. MG. Constit. II, 375. 1255.
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